Das Kaff

von Jan Böttcher 
3,4 Sterne bei24 Bewertungen
Das Kaff
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Positiv (13):
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Kritischer und doch wehmütiger Heimatroman

Kritisch (2):
tanja­_books1103s avatar

Das passiert mir nur sehr selten, hab es leider abgebrochen

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Inhaltsangabe zu "Das Kaff"

Familie, Freunde, Erinnerung? Darauf hat Architekt Michael Schürtz nie etwas gegeben. Er ist für die Karriere in die Großstadt gezogen und kehrt nur widerwillig für einen Bauleiterjob in seinen Heimatort zurück. Doch die Menschen kommen ihm näher, als er möchte. Und irgendwann muss er einsehen, dass er nie mehr war als das: ein Nobody aus einem Kaff in der norddeutschen Tiefebene. Und dass sein Leben hier und jetzt beginnen kann.

»Mit viel Witz und leiser Wehmut erzählt Jan Böttcher von der Rückkehr ins Kaff als Rückkehr zum Ich.« Benedict Wells

»Das Kaff zeigt eindrücklich die Unterschiede zwischen Stadt und Land, Oben und Unten, die kulturelle Kluft. Hier wird der Riss spürbar, der die Welt zurzeit spaltet. Wer die Gegenwart verstehen will, muss Jan Böttcher lesen.« Jan Brandt

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351037161
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:269 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:09.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Sigismunds avatar
    Sigismundvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Kritischer und doch wehmütiger Heimatroman
    Kritischer und doch wehmütiger Heimatroman

    „Das Kaff“ ist ein humorvoller, zugleich bissiger, zweifellos mit autobiographischen Motiven durchsetzter Heimatroman, den Jan Böttcher (45) im März im Aufbau-Verlag veröffentlicht hat. Böttcher selbst wurde im niedersächsischen Städtchen Lüneburg geboren und zog zum Studium nach Berlin, wo er noch heute lebt. Jenes norddeutsche „Kaff“, in das der Erzähler, der aufstrebende Architekt Michael Schürtz aus Berlin, wegen eines Großauftrags nach 20-jähriger Abwesenheit zurückkehrt, ist viel kleiner als Lüneburg, eher ein großes Dorf mit ein paar Läden, mit Kneipen und Imbissbuden und sogar noch einem Kino, doch dürften Beobachtungen und Erfahrungen seines Protagonisten denen des Autors ähneln.

    Als Heranwachsender hatte Schürtz sein kleinbürgerliches Elternhaus nach einem Streit mit den Eltern verlassen und war nach Berlin gezogen. Wie wohl jeden Jüngling hatte ihn die große Welt gelockt, das Unbekannte, das Abenteuer, die ungeahnten Möglichkeiten der Metropole. Nach dem Besuch der Abendschule hatte er es zum Architekten geschafft. Doch seine Berliner Partner hatten ihn ausgetrickst, sein Vertrauen missbraucht, weshalb Schürtz plötzlich allein stand und um jeden Auftrag kämpfen musste. Die Reihenhaussiedlung in seinem Heimatort war die Rettung. Oder war die Heimat seine Rettung?

    Von der Großstadt „verdorben“ mokiert sich Schürtz anfangs recht arrogant über die Kleinbürger, angefangen bei Bruder und Schwester, mit denen er sich schon in der Jugend nicht verstanden hatte. Doch mit jedem weiteren Tag im Kaff wird der Erzähler von längst verdrängten Jugenderinnerungen eingefangen. „An Erinnerungen hat mich immer genervt, dass man sie nicht beherrschen kann“, ärgert sich Schürtz. Tatsächlich spürt er in sich die Veränderung: Wollte er zunächst nur unerkannt sein Bauprojekt durchziehen, besucht er in einer plötzlichen Anwandlung seinen alten Verein, wo er einst ein guter Fußballer war.

    Er nimmt alte Freundschaften wieder auf. Die inzwischen alt gewordenen Clubkameraden bitten ihn, die Jugendmannschaft zu trainieren. Zunächst zögernd, findet er zusehends Gefallen an seiner neuen Aufgabe: „Das war ein Bild, das ich vergessen hatte. Das Team, die Mannschaft. Teil eines Ganzen zu sein.“ Schürtz fühlt sich im Team der Kaff-Bewohner wieder aufgenommen. Diese Geborgenheit findet ihren Höhepunkt, als er sich in Clara verliebt, die den „Heimatlosen“ schließlich bei sich aufnimmt.

    Böttchers Heimatroman ist nicht schnulzig, nicht romantisch verklärt: Es stimmt schon lange nicht mehr alles in Schürtz' Geburtsort. Der Erzähler urteilt kritisch über jene Mitbewohner, die wie sein eigener Bruder mehr zu sein vorgeben. Er erkennt aber auch Qualitäten der schlicht erscheinenden Menschen wie die der eigenen Schwester oder des alten Tischlers, der noch immer jedes Holzstück ohne Ausschuss fehlerfrei bearbeitet.

    Böttchers lesenswerter Roman „erzählt mit viel Witz und leiser Wehmut von der Rückkehr ins Kaff als Rückkehr zum Ich“, wird Schriftsteller-Kollege Benedict Wells im Buchdeckel völlig zu Recht zitiert. Es stimmt wohl, dass man vieles als junger Mensch zuvor Bemängelte mit zeitlichem Abstand und erwachsen geworden oft in einem anderen Licht sieht. So verwundert es nicht mehr, wenn am Ende ausgerechnet Schürtz selbst ein verwahrlostes Waldgrundstück eigenhändig wieder in jenen Fußballplatz zurückverwandelt, auf dem er selbst einst gespielt hatte. Der „Flüchtling“ Schürtz ist wieder zuhause.

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    kassandra1010s avatar
    kassandra1010vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Was rückständig, langweilig und öde als Kaff daher kommt, entpuppt sich als die Heimat und scheinbare Geborgenheit.
    Auf der Suche nach den Wurzeln!

    Micha Schürtz kehrt als Bauleiter eines bescheidenen Bauträgerprojektes in sein altes kleines Heimatdorf zurück. Als Untermieter zieht er bei seinem alten Schulfreund Greg in dessen Kleinstadthaus und bereut es sofort. Aus Langeweile treibt es ihn abends auf den örtlichen Fußballplatz und dort in die Arme seines ehemaligen Mitspielers, der ihn gleich als Jugendtrainer verpflichtet.

     

    Misstrauen legt sich über das Dorf, das Bauprojekt gestaltet sich als schwierig und Micha selbst macht es seinem Gegenüber auch nicht gerade leicht. Sein Bruder gibt sich ihm als Dorfchronist überlegen und seine Schwester wirft ihm die lange Abwesenheit und die Ferne Berlins vor.

     

    In der Vergangenheit hängen geblieben, trifft er auf Carla, die eine seiner geplanten Wohnungen bezieht und erstmals sieht er in Tobi, Carlas Sohn, die Lösung seines Problems. Dieser bringt ihn erst auf die Palme, dann auf die entscheidende Probe.

     

    Jan Böttcher hat mit „Das Kaff“ einen verblüffenden Roman geschaffen, in dem man sich öfters wiederfindet als einem lieb ist.

     

    Was rückständig, langweilig und öde als Kaff daher kommt, entpuppt sich als die Heimat und scheinbare Geborgenheit, die man vielleicht auch nach jahrelanger Suche nicht gefunden hat.

     

    Eine Rückkehr zum eigenen Ich scheint in uns Menschen doch so tief verwurzelt zu sein, dass man sich nur schwer dagegen wehren kann.

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    Simi159s avatar
    Simi159vor 4 Monaten
    Das Normale ist manchmal das Besondere

    Einst nach dem Abitur, konnte Michael Schürzt nicht schnell genug aus seiner kleinen Heimatstadt wegkommen. Jetzt ist er Architekt in Berlin und kommt als Bauleiter für ein Projekt in den Ort, in dem er großgeworden ist, zurück. Für ihn, das Kaff, alle klein, spießig, angepaßt und seiner nicht würdig. Doch je länger er da ist, umso tiefer steigt er in diese spezielle Welt ein, wird wieder ein Teil von ihr. Bekommt Zweifel…bleiben oder gehen…



    Fazit: Der Autor, Jan Böttcher, nimmt den Leser  mit in eine „fiktive“ und doch sehr reale , normale „kleine Welt“, wie es sie tausendfach in Deutschland gibt. Diese Städtchen- Dörfer, die in ihrem eigenen Rhythmus, System funktionieren und laufen.


    Man dringt als Leser in dieses Kaff, wie die Hauptfigur Michael Schürtz ein, wird von ihr mitgenommen, an den Ort seiner Kindheit und Jugend. Hat durch den Autor, seiner Sicht und seinem Schreibstil, einen sehr subjektiven Blick auf diesen Ort, seine Bewohner, die für Michael „Dagebliebene“ sind. Sein Bruder, alte Freunde , die den Traum vom eigenen Häuschen, Familie, Idylle leben.

    Mehr und mehr merkt man, dass e sin Michael arbeitet…im Leser vielleicht auch…


    …weil zum einen ist es der Stil von Jan Böttcher Geduld vom Leser fordert, denn Rückblenden , seine subjektive Sicht und eine Hauptfigur, die halt viel männliches tut, Fußball spielen, im Fluß baden, man muss sich darauf einlassen, ohne zu werten, ohne zu sagen…ist mir zu anstrengend…

    um dann genau wie die Hauptfigur „vielleicht“ ins grübeln zu kommen, über da eigenen Leben…


    Die in den 70er Jahren Geborenen  sind angekommen, in der Literatur, mit all ihren gelebten und nicht gelebten Träumen wie Hoffnungen, alten und neuen Entscheidungen, die getroffen wurden, werden oder getroffen werden müssten/sollten.


    Das Spannende liegt  in „Das Kaff“ im normalen, banalen, all den Dingen, die für sich jeden Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr wiederholen, als hingen sie in einer Zeitschleife fest. Schönheit und Sinn im Leben, Zufriedenheit liegt im Auge des Betrachters. In den Ritualen, den Dingen an denen man Tag für Tag, unmerklich, weil so bekannt, dran vorüber geht…..



    4 STERNE.

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    kreszenzs avatar
    kreszenzvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht ganz überzeugend - vor allem zum Ende hin fehlte der Biss...
    Von der Großstadt zurück ins Kaff!

    Michael Schürtz hat mit knapp 20 seinen Heimatort verlassen, und fest vorgehabt, nie wieder zurück zu kehren in dieses Kaff. Nun ist er über 40, Architekt, lebt eigentlich in Berlin und ist irgendwie doch nicht so ganz angekommen. Wie das Schicksal so will – ein neuer Auftrag führt in ausgerechnet dort hin, wo alles angefangen hatte: ins Kaff!

    Irgendwo im Einzugsbereich des Hamburger Speckgürtels, zwischen Steinbruch und Fußballplatz, soll er eigentlich hochwertige Reihenhäuschen für Berufspendler bauen. Sein Plan: Auftrag erledigen und zurück nach Berlin! Aber es kommt alles anders: erst Turbulenzen auf dem Bau, dann wird ihm die Trainerschaft für die Fußballjugend aufgedrängt und zu allem Überfluss muss er sich noch mit seinen beiden Geschwistern abplagen. Die Vergangenheit holt ihn ein! Dabei könnte das Leben doch so schön sein!

    Jan Böttcher nimmt uns mit ins Kaff, wo alles ein bisschen grauer, enger und spießiger ist. Als Exil-Dorfbewohnerin konnte ich mich mit dem Protagonisten gleich zu Beginn sehr identifizieren. Auch ich wollte damals nur noch weg. Doch Micha wird schon bald – eher widerwillig – von der Dorfgemeinschaft reintegriert. Warum er sich allzu schnell bereit erklärt, Fußballtrainer zu werden? Irgendwie hat er wohl doch nicht so ganz abgeschlossen mit der Vergangenheit, mit dem Kaff. Nach und nach erfahren wir, warum er damals eigentlich so eine Sehnsucht nach Berlin, nach der Anonymität der Großstadt hatte und warum er nicht so schnell zurück möchte…

    Schon beim Lesen war ich hin und her gerissen. Micha ist nicht unbedingt die klassische sympathische Hauptperson. Eher so etwas wie ein tragischer Held. Schon aus beruflicher Sicht und dann auch noch aus Privater. Eigentlich mag ich solche Figuren sehr gerne. Im Gesamtpaket konnte mich „Das Kaff“ trotzdem nicht so ganz überzeugen. Zu wirr wirkte der Schreibstil manchmal auf mich, zu unklar die Handlungen. Auf Dauer fehlte einfach der Biss.

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    raveneyes avatar
    raveneyevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Leider fehlt es dem Buch an Schwung. Es lässt den Lesespaß vermissen
    Kleinstadtleben

    Micha hatte seinem Heimatort den Rücken gekehrt, aber ein Bauprojekt führt in wieder zurück. In diese Stadt mit all ihren Eigenarten.


    Das Cover finde ich sehr ansprechend und es ist mir auch gleich ins Auge gefallen.


    Der Ich-Erzähler Michael Schürtz nimmt den Leser mit in seinen Heimatort, wo er alte Bekannte und Familie wieder trifft. Doch das Leben in der Kleinstadt ist ihm fremd geworden. Ihm, der jetzt Berlin seine Heimat nennt.

    Charakterlich kommt mir Micha wie jemand vor, der auf andere hinunterblickt, der seinen Vorteil sucht und mit den Leuten aus seiner Vergangenheit meist eigentlich nichts zu tun haben will, was sich in so einer kleinen Stadt aber nicht vermeiden lässt.

    Die Nebencharaktere sind für mich schwer zu fassen. Manche haben zwar einen Anflug von Kontur, aber im Gesamten sind sie einfach zu flüchtig und geraten nicht lange genug in den Fokus des Ich-Erzählers um genug Substanz annehmen zu können.


    Sprachlich ist das das Buch bildhaft, umschreibend und teilweise etwas eigen in seinem Aufbau und der Satzführung. Man muss beim Lesen genau aufpassen, sonst verpasst man etwas. Dies wäre an sich nichts schlechtes, denn es regt auch zum aktiven Mitdenken an, aber für mich fehlt es dem Text an Schwung, an Elan. Es plätschert eher so dahin, was auch dazu führt, dass die eigentlich kurzen Kapitel sich doch etwas in die Länge ziehen. Das Buch konnte mich nicht gefangennehmen und auch der Unterhaltungswert war kaum vorhanden.


    So gerne ich Geschichten über Kleinstädte und ihre Bewohner mit all ihren Eigenarten und Besonderheiten lese, aber hier ist leider kein Funke übergesprungen. „Das Kaff“ war für mich eine Enttäuschung.

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    Maddinliests avatar
    Maddinliestvor 5 Monaten
    Endscheidend ist auf dem Platz...

    Den leistungsorientierten Architekten Michael Schürtz verschlägt ein neuer Auftrag in seine alte Heimat. Ohne irgendwelche Anbindungen und Erwartungen fährt er in das kleine Kaff, in dem er groß geworden ist. Er begegnet hier einigen alten Bekannten, auf deren Gesellschaft er bisher keinen Wert gelegt hat. muss aber feststellen, dass ihn diese Personen nicht kalt lassen. Er überdenkt sein ganzes Leben und fragt sich, ob er wohl immer die richtigen Entscheidungen getroffen hat...

    Jan Böttcher beschreibt in seinem Roman "Das Kaff" wie zwei Welten aufeinandertreffen. Der erfolgreiche Architekt Michael, dem seine Aufträge und sein berufliches Weiterkommen am Herzen liegen trifft auf eine dörfliche Gemeinde, die nur den Michael als kleinen unbedeutenden Jungen kennen. Anfangs kann der spannend charakterisierte Hauptprotagonist wenig mit seinem neuen Umfeld anfangen, da er keine Wertschätzung für seine Leistungen erfährt, muss aber immer mehr erkennen, das für die Dorfmitglieder ganz andere Werte entscheidend sind. Der Wandel, den Michael hier vollzieht, ist spannend zu verfolgen. Der Autor beschreibt ihn in einer erfrischenden und teilweise humorvollen Schreibweise, die aber auch durchaus zum Nachdenken anregt. So engagiert sich der Business-Mensch plötzlich als Jugendtrainer für den ortsansässigen Fußballverein und stellt fest, wie wichtig ihm diese Aufgabe ist.

    "Das Kaff" ist für mich ein gelungener Roman über einen Menschen, der zu seinen Wurzeln zurückkehrt und für sich neue Werte entdeckt. Ein kurzeiliges Lesevergnügen, welches aus meiner Sicht auch mit einem tiefgründigen Schreibstil überzeugen kann. Ich empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen!!!

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    czytelniczka73s avatar
    czytelniczka73vor 5 Monaten
    "Irgendwann verlangt die Seele nach Abweichung"

    "Man täuscht sich in Menschen,deshalb täuscht man sich schließlich selbst"


    Inhalt:

    "Familie, Freunde, Erinnerung? Darauf hat Architekt Michael Schürtz nie etwas gegeben. Er ist für die Karriere in die Großstadt gezogen und kehrt nur widerwillig für einen Bauleiterjob in seinen Heimatort zurück. Doch die Menschen kommen ihm näher, als er möchte. Und irgendwann muss er einsehen, dass er nie mehr war als das: ein Nobody aus einem Kaff in der norddeutschen Tiefebene. Und dass sein Leben hier und jetzt beginnen kann."


    Meinung:

    Das Kaff gehört für Michael Schürtz eigentlich zur Vergangenheit,er hat das Ort als Jugendlicher verlassen und sich ein neues Leben in Berlin aufgebaut.Er kommt auch nicht wirklich zurück,es sind nur paar Monate,in den er beruflich in dem Ort zu tun hat,dann kehrt er in sein normales Leben zurück-denkt Michael.Die Bewohner sehen das anders,hier ist er kein erfolgreicher Architekt,sondern einfach nur Micha,alle kennen ihn und es gibt viel Erinnerungen und Geschichten zu erzählen.Und bevor Michaels Bauprojekt abgeschloßen ist,treniert er schon eine Jugendmanschaft,hat plötzlich eine Freundin undauch mit der eigenen Familie baut er langsam ein Verhältnis auf...und unerwartet scheint das Kaff ein angenehmer Ort zum Leben sein.

    "Das Kaff" ist eine leichtfüssige und angenehm zum lesen Geschichte über die Rückkehr zu eigenen Wurzeln.Der Autor zeichnet hier ein sehr zutreffendes Bild von einem Dorf(oder Kleinstadt) in dem die soziale Kontakte viel wichtigere und doch andere Rolle als in der Großstadt spielen.Hier wissen einfach alle alles über andere,egal ob man befreundet ist oder nicht.In einem Dorf ist man als Mensch sehr transparent,fast durchsichtig,man kann sich nicht verstecken oder anonym bleiben,wie in der Stadt.Natürlich ist das manchmal lästig,aber gleichzeitig gibt es auch ein Gefühl von der Dazugehörigkeit.Auch den Familienkonflikt von Michael,das durch ein einziges Erreignis ausgelöst wurde,und die langsamen,unbeholfenen Annährungsversuche fand ich sehr interessant.Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen,auch wenn der Inhalt nicht gerade weltbewegend war,dafür aber realistisch und lebensnah.Nur anfangs war mir zu viel Baustelle drin,das beschäftig zwar den Protagonisten,mir war es zu detaliert.Aber abgesehen davon,fand ich die Geschichte gelungen und empfehlenswert.

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    SenfKorn1993s avatar
    SenfKorn1993vor 5 Monaten
    Es lebe das Dorf!

    Was Jan Böttcher hier als „Kaff“ ist eher eine Kleinstadt, die hier beschrieben wird.Aber ich konnte die Gedanken des Protagonisten trotzdem gut nachvollziehen. Der Protagonist Michael ist ein sympathischer Kerl, der sich besonders durch seine Ironie und seinem Humor auszeichnet. Er weicht aber schnell von seinem Standpunkt in das "Kaff" zurückzukehren.Jan Böttchers Schreibstil ist nicht eintönig, sondern er geht spielerisch mit der Sprache um. Seine Schilderungen der Landschaft und der Menschen sind sehr lebendig und nie eintönig.Ich hoffe, dass es noch eine Fortsetzung geben wird, da zu viele Frage offen geblieben sind.

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    Estrelass avatar
    Estrelasvor 6 Monaten
    Zurück im Dorf

    Micha kommt als Erwachsener nach Jahren in der Großstadt in sein Heimatdorf zurück, um ein Bauprojekt zu beaufsichtigen. Dem Protagonisten ist im Prinzip alles zuwider, was diesen Ort ausmacht, vom Offensichtlichen ("Kaff, Fußgängerzone. Ein Planet, auf dem niemand unterwegs war. Unbewegte Materie in Schaufenstern. Beim Optiker eine bebrillte Winkekatze.") zu im Verborgenen schwelenden Konflikten aus vergangenen Zeiten. Gerade die Beziehung zu seinen Geschwistern ist nicht die beste. Ich hätte mir mehr von dieser Auseinandersetzung mit den Menschen gewünscht, die Entwicklung der Figuren miterleben wollen. Vielmehr haben aber die Beschreibungen von Hausbau und Fußball einen großen Anteil eingenommen. Das fand ich schade, denn durch die pointierten Beobachtungen des Autors hatte der Roman großes Potenzial.

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    once-upon-a-times avatar
    once-upon-a-timevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Teils verwirrend geschrieben, vor allem aber gelingt es hier, den Kaff-Flair fühlbar zu machen und zu konservieren.
    Verwirrung im Kaff-Flair

    "An Erinnerungen hat mich immer genervt, dass man sie nicht beherrschen kann." (S. 100)

    So ganz wird man seine Heimat niemals los – diese Erfahrung macht auch Michael Schürtz, der eigentlich keineswegs vorhatte, in das Kaff seiner Heimat zurück zu kehren. Er tut es trotzdem, für einen Job, aber ist das alles, was ihn dort hält?

    Obwohl das, was ich als „Kaff“ bezeichnen würde, keine eigene Fußballmannschaft hätte und damit noch um einiges kleiner ist als das Kaff, das in diesem Roman beschrieben wird, konnte ich mich mit dem Titel doch direkt identifizieren. Hier wird genau das eingefangen, was das Gefühl meines Aufwachsens ausmacht und obgleich ich niemals das Bedürfnis hatte, aus der heimeligen Dörflichkeit auszubrechen, konnte ich mich tatsächlich in den Protagonisten Micha, der genau das energisch versucht hat, hineinversetzen.

    Als etwas anstrengend habe ich das Geschwisterverhältnis zwischen Micha und seinem Bruder sowie seiner Schwester empfunden. Durch die Perspektive bekommt man nur den Blickwinkel von Micha selbst mit, doch von dort erschien es mir zwischenzeitlich, als ginge das einzige Problem von ihm selbst aus, als provozierte er die Konflikte beinahe vorsätzlich, wenn nicht bewusst, dann doch mindestens unterbewusst. Aber möglicherweise funktionieren alte Beziehungen, in denen eine Menge schiefgelaufen ist, auch einfach so, und am Ende ist keiner alleine verantwortlich.

    Vieles an diesem Roman hat mir gut gefallen, auch wenn es mich im Endeffekt nicht auf die Dauer fesseln konnte. Dabei wäre das Potential durchaus da gewesen, da mir sowohl das Setting als auch der Stil und die Atmosphäre gut gefallen haben. Besonders schön fand ich es, das Gefühl zu haben, dass noch viel mehr hinter den alten Geschichten steckt, als wir erfahren. Das gibt dem Ganzen eine Tiefe, die einen nicht unerheblichen Teil des Reizes ausmacht.

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