Jan Böttcher Das Lied vom Tun und Lassen

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Inhaltsangabe zu „Das Lied vom Tun und Lassen“ von Jan Böttcher

Eine Schule namens Gegenwart. Der alternde Lehrer Mauss gibt Musikunterricht der anderen Art: Bei ihm gründen die Schüler Bands und machen sich im Internet zu Stars. Nur Clarissa nutzt ihr Weblog eher für eine Reise nach innen. Seit sich ihre Freundin vom Schuldach in den Tod gestürzt hat, ist für sie nichts mehr, wie es war. Und dann bändelt die Abiturientin ausgerechnet mit dem Schulgutachter Johannes Engler an, der gekommen ist, um nach dem Unglücksfall Licht in das Dunkel zu bringen. Engler ist verwirrt, hingerissen, er taumelt - und das ist erst der Anfang vom Lied.

Ein Lied, das aus meiner Sicht getrost ungesungen bleiben kann...

— TochterAlice
TochterAlice

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    TochterAlice

    TochterAlice

    14. March 2012 um 20:02

    Eine Schülerin bringt sich um. Die Reaktionen und das Leben an der Schule und drumherum, vorher und vor allem nachher, werden aus drei Perspektiven geschildert: vom Musik- ud Englischlehrer Immanuel Mauss, einem verwitweten Idealisten, der mit seinen Schülern auf Du und Du ist und wirklich versucht, auf sie einzugehen - sowohl im Alltag, als auch bei besonderen Ereignissen, wie der von ihm angebotenen Radtour durch Nordengland. Mauss ist einfühlsam, versucht zu verstehen, hadert mit seinem eigenen Schicksal und dem von anderen Vom noch recht jungen Schulinspektor Johannes Engler, der sozusagen die Außensicht hineinbringt: er besucht die Schule erst nach dem traurigen Ereignis und ist damit empirisch gesehen am ehesten auf Augenhöhe mit dem Leser. Er ist für vieles offen, wirkt noch recht unfertig - auch die Inspektion ist quasi nur ein Zwischenjob. Obwohl er bereits Vater ist und die Dreißig schon lange überschritten hat, ist er noch nicht im Erwachsenenleben angekommen Und von Clarissa, der Mitschülerin der Toten: obwohl sie keine Freundin war, nimmt der Verlust quasi ihr ganzes Leben ein, durchdringt Träume, Gedanken wie auch die Realität. Ein tolles Thema, ein spannendes Buch - so schien es mir. Ein passendes Titelbild, eine vom Autor liebevoll gestaltete Website, auf der die im Buch vorkommenden, von den Schülern geschriebenen Liedtexte musisch umgesetzt wurden. Doch ach, ich tat mich unendlich schwer, in dieses Buch reinzukommen und am Ball zu bleiben.Der Autor kann schreiben, sicher: jeder der drei Teile trägt seinen eigenen Stempel, transportiert der Charakter der erzählenden Person. Was also fehlt: für mich ist die Geschichte viel zu wenig packend, ich bin nicht hineingekommen, sondern habe bis zum Ende auf Erkenntnisse, den Clou, auf ein oder mehrere I-Tüpfelchen gewartet - kurzum, ich habe mich gelangweilt. Aus meiner Sicht konnte dieses Buch nicht mit anderen Romanen zum Thema Schule, bspw. "Der Hals der Giraffe" von Judith Schalansky oder "Schweigeminute" von Siegfried Lenz, in dem es auch um einen Todesfall geht, mithalten. Ob es daran liegt, dass Jan Böttcher nicht faszinieren vermag? Ich weiss es nicht. Vielleicht fehlt mir nur ganz einfach der Zugang zu seinen Gedanken und seinem Stil!

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    rumble-bee

    rumble-bee

    05. January 2012 um 19:12

    Ich habe mit dem Verfassen einer Rezension lange gewartet. Aber das war auch nötig, weil ich nach der unmittelbaren Lektüre doch zu sehr enttäuscht war. Dennoch habe ich geahnt, dass ich dem Buch damit nicht gerecht werde. So brauchte ich wohl die Zeit der Besinnung, um meine Bewertung ein wenig sachlicher abzufassen. Es stimmt ja, es ist ein Buch der leisen, der sehr leisen Töne. Vielleicht bin ich persönlich für diese leisen Töne einfach schon zu "schwerhörig" als Leser, und so wurde die Lektüre für mich bisweilen ein wenig anstrengend - weil sich nach außen hin so herzlich wenig tat. Es fing für mich allerdings schon damit an, dass das Buch mit den Worten beworben wurde, hier gäbe es eine "Verbindung von Buch und Musik". Zuallererst aus diesem Grunde habe ich mich auch mit dem Buch befasst. Der Autor hat nämlich, man höre und staune, selber einige Lieder verfasst, komponiert und eingespielt, die mit dem Buch zu tun haben sollten - ja, die sogar in der Handlung vorkommen. Sie sind auf seiner Homepage zu hören. Doch dieser Zusammenhang zwischen Buch und Musik hat sich dann im Endeffekt als wesentlich dünner herausgestellt, als ich dachte. Die vertonten Lieder sind nicht mehr als nette Beigaben zum Buch. Sie sind nicht "zwingend notwendig", um das Buch zu verstehen, zumal die Texte im Buch selber sowieso vorkommen. Teilweise sollen es Songs sein, die Schüler für eine Band geschrieben haben sollen. Doch tut mir leid: das nehme ich den Songs nicht ab. Sie klingen für mich nach wie vor so, wie ein Erwachsener Songs schreibt, und kein Schüler! Dann die Handlung. Laut Klappentext geht es um den Selbstmord einer Schülerin. Doch - auch der kommt praktisch nicht vor. Man muss derart zwischen den Zeilen lesen, um überhaupt etwas über die tote Meret zu erfahren, dass es mich doch ein wenig gefrustet hat. Was geschildert wird, sind vielmehr drei Personen im "Danach", nach dem Selbstmord. Erstens, erster Abschnitt: der Musiklehrer Mauss. Er hatte zu Meret, wie scheinbar zu allen seinen Schülern, eine besondere Beziehung. Was vielleicht daher rührt, dass er seine Frau durch eine Krebserkrankung verloren hat, und ein wenig einsam ist. Er opfert sich auf für die Menschen in seiner Umgebung, er ist alles in allem ein wenig kaputt, und verliert sogar seinen Werkraum in der Schule. Weshalb, wird aber nicht ganz klar. Er schlängelt sich jedenfalls so durch den Sommer, und wird augenscheinlich von Schuldgefühlen zerfressen. Diesen Abschnitt würde ich noch, was meine Erwartung an das Buch betrifft, als gelungen bezeichnen. Zweiter Abschnitt: der Schulgutachter, Johannes Engler. Er wird augenscheinlich gerufen, weil sich an dieser Schule ein Selbstmord ereignet hat. Also kann er die Tote selber nicht gekannt haben. Es wird - zumindest mir - aber nicht so recht klar, was er dort sucht. Denn eigentlich ist er Doktorand der Musik, und er beschreibt auch alles, was er sieht und hört, mit musikalischen Fachausdrücken. Aber als Charakter ist er mir völlig unzugänglich geblieben. Er wurde zu diesem Job, dem Gutachten, gedrängt - aber dass er eigentlich keine Lust dazu hat, ist mehr als offensichtlich. Und dann lässt er sich auch noch, scheinbar völlig unmotiviert, zu einer Affäre mit der besten Freundin des Opfers hinreißen. Das habe ich erst recht nicht verstanden. Er findet sie nicht einmal attraktiv! Er ist eher genervt von ihr. Und dann fallen sie auf einmal über einander her? Also ich weiß nicht. Drittens, Clarissa, die Freundin der Toten. Aus ihr wurde ich auch überhaupt nicht schlau. Erfahre ich hier endlich etwas über Meret, und die Gründe für ihren Selbstmord? Nein, nicht wirklich. Es geht im wesentlichen um Clarissa, und wie sie sich fühlt. Aber auch das kommt nur sehr, sehr indirekt zum Ausdruck: sie verliert sich in Fantasien, und erstellt einen - offenbar fiktiven - Blog über die Reise mit ihrer "Band". Ein Projekt, das von Lehrer Mauss initiiert wurde. Aber es "passiert" im eigentlichen Sinne auch in diesem Abschnitt - nichts! Wie gesagt, habe ich aber über das Buch nachgedacht, und bin zu dem Schluss gekommen, dass hier womöglich falsche Erwartungen für meine Enttäuschung der Grund waren. Die Sprache des Buches ist schon recht ansprechend. Jan Böttcher schreibt sehr leise und eher melancholisch. Auch das Thema ist eigentlich gewagt und mutig gewählt. Nur die Umsetzung ist an mir persönlich wohl leider eher vorbei gegangen. Daher letzten Endes doch drei Sterne.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    stargazer13

    stargazer13

    31. December 2011 um 08:45

    Nun komm ich auch endlich dazu, meine Rezension zu schreiben. Eine junge Abiturientin stürzt sich vom Dach der Schule. Aus drei verschiedenen Perspektiven wird erzählt wie die Menschen mit diesem Verlust umgehen. Da ist zunächst der Lehrer Maus, der ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit seine Frau verloren hat. Er zeichnet sich durch innovativen Unterricht aus, hat aber gleichzeitig mit seiner inneren Leere und dem Alltag zu kämpfen. Hinzu kommt der Gutachter Engler, der sich an der Schule und im Unterricht ein Bild machen soll. Engler leidet unter seiner Midlife Crisis, fängt ein Verhältnis mit einer Schülerin an und auch er versucht sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Dann gibt es noch die Schülerin und Freundin der toten Schlerin. Clairssa schreibt in einem fiktiven Blog über ihr Wunschleben, ihre Band und Tournee durch Frankreich. Durch die drei unterschiedlichen Handlungsstränge wird deutlich, auf welche Art und Weise drei Generationen versuchen, mit dem Tod des Mädchens fertig zu werden. Dabei bleibt jeweils das Ende offen. Auch sprachlich sind die drei Kapitel unterschiedlich gestaltet und es wird deutlich, dass es sich um unterschiedliche Menschen und Altersgruppen handelt. Das Buch kommt ziemlich unspektakulär daher und das macht den Verlauf auch aus. Das Leben geht seinen gewohnten Gang weiter und jeder muss nun seinen Platz darin finden. Dabei ist der Schreibstil sehr ausgereift und gelungen. Mich hat das Buch sehr angsprochen, ist aber vielleicht nicht für jeden zu empfehlen.

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  • Leserunde zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    sweetpea

    sweetpea

    Ein Mädchen stürzt sich vom Schuldach. Nach diesem tragischen Ereignis bleiben drei Personen als Protagonisten dieses Romans: Der Musiklehrer, eine Freundin und der Schulgutachter. Jede Person erzählt ihre ganz eigene Geschichte, verbunden mit ihren unterschiedlichen Gefühlen und Ängsten. Das könnte interessant werden, oder? Mehr zum Inhalt: "Der alternde Musiklehrer Mauss will es noch einmal wissen und seinen Schülern nicht länger bloß Wissen vermitteln. Er schart die Jugendlichen um sich, eröffnet ihnen im Unterricht ungewohnte Freiheiten. Und es ist zuallererst diese Freiheit, die Johannes Engler stutzig macht. Noch ist der Schulgutachter darum bemüht, jung zu wirken, noch sammelt er Beobachtungen – da hat er sich bereits in eine gerade volljährige Schülerin verguckt. Ein Armutszeugnis, ahnt er. Denn für Clarissa Winterhof dreht sich die Welt vor allem um den Selbstmord ihrer Mitschülerin. Nach und nach erschließt sie sich einen virtuellen Raum zum Trauern: Ihr Blog ist Abgesang und Ouvertüre, ein Ort, an dem die Lebenden und die Toten neu zusammenfinden. Auch Mauss und Engler begegnen sich darin wieder – und wie sich zeigt, als Helden einer ihnen kaum bekannten Geschichte. Drei Generationen, die Jahre, Jahrzehnte gelebten Lebens trennen. Erst dreistimmig erklingt «Das Lied vom Tun und Lassen», ein Lied von Freundschaft, Verlust und Neubeginn – welthaltig und voll untergründiger Spannung." Ihr wollt einmal ins Buch hineinschnuppern? Hier gibt es eine Leseprobe: http://www.rowohlt.de/fm/131/Boettcher_Lied.pdf Jan Böttchers Roman "Das Lied vom Tun und Lassen" ist im September im Rowohlt Verlag erschienen und bietet eine wirklich ganz besondere Erzählstruktur. Neben den drei Perspektiven spielen die Lieder, welche die Schüler während des Musikunterrichtes komponieren, eine wichtige Rolle. So gelingt es dem Autor, der Handlung eine besondere Tiefe zu verleihen. Böttcher ist nicht nur Autor sondern auch Musiker. So hat er die Lieder zum Buch sogar vertont. Ihr könnt sie euch auf seiner Website anhören: http://janboettcher.com/ Ihr wollt euch eure eigene Meinung zu der Geschichte bilden? Wir suchen 25 Testleser, die sich über die Leserunde austauschen und nach dem Lesen eine Rezension schreiben möchten. Ihr habt Zeit und Lust? Dann bewerbt euch bis einschließlich 19. Oktober 2011 unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner". Hört euch einfach mal die Lieder zum Buch an und erzählt uns in eurer Bewerbung, welches euch am Besten gefallen hat - und wieso? Wir wünschen euch schöne Lesestunden und viel Glück bei der Verlosung! **************************************** Die Gewinner sind: Annyaraz, hemera, serendipity3012, rumble-bee, Cellissima, steffchen3010, Fannie, schneespur, Carriecat, TochterAlice, melly_maeh, Bücherwurm, mehrsonntag, Curculio, Sternenstaubfee, Literatur, leserattebremen, andrea_b, Gospelsinger, kopfaquarium, lenchen_196, killerprincess, SabrinaK1985, stargazer13, ***Chrissy***

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    lenchen_196

    lenchen_196

    22. December 2011 um 16:05

    Ein Lied wurde gesungen Ein Mädchen ist vom Dach der Schule in den Tod gesprungen. So beginnt die Kurzbeschreibung zu dem Buch „Das Lied vom Tun und Lassen“. Wer aber hier eine spannende (Krimi)Geschichte erwartet, wird enttäuscht. Es gibt keine Action, keine Hintergründe oder Einzelheiten zu dieser tragischen Tat. Es handelt eher davon, wie die anderen nach diesem Selbstmord mit den eigenen Gefühlen und Gedanken diesbezüglich umgehen. Über Meret Kugler selber, die sich das Leben nahm, erfährt man kaum. Das Buch ist in drei Stränge unterteilt. Drei verschiedene Personen erzählen uns in der Ich-Form über die eigenen Sorgen, über dieselben Ereignisse, aber jeweils aus der eigenen Sicht. Den Schreibstil des Autors finde ich sehr anspruchsvoll. So sind alle drei Abschnitte wirklich wie von drei verschiedenen Leuten geschrieben, ich würde sogar sagen, wie von drei verschiedenen Generationen. Das ist dem Autor ganz gut gelungen. Der Musiklehrer Immanuel Mauss versucht immer noch, sich nach dem Tod seiner Frau in diesem Leben neu zu finden. Er schart die Schüler um sich, führt seinen Unterricht mit viel Innovation und Freiheit, was auch nicht immer positive Reaktionen von der Seite der anderen Lehrkräfte verursacht. Der Schulpsychologe Johannes Engler kommt als Gutachter zur Schule, kann seine eigenen Probleme nicht los werden, beginnt eine Affäre mit Clarissa, die die Hauptperson des dritten Teils ist. Clarissa Winterhof schreibt in ein Blog-Form über eine ausgedachte Tour ihrer Band nach Frankreich, erwähnt nebenbei Meret, die als noch lebendige nach ihrem Tod Clarissa besucht. Dieser Teil war für mich etwas verwirrend. Alleine Mauss Bemerkung im ersten Abschnitt, dass Clarissa einen fiktiven Blog führt, sorgt für Durcheinander. Es wird auch nicht ganz klar, wofür und warum Clarissa ist um diese Schreiberei bemüht, auch wenn die Ereignisse gar nicht stattfanden. Es dreht sich viel um Musik, weil alle drei Protagonisten sie zu ihren Leidenschaften zählen. Für mich war das Buch nicht so leicht zu bewältigen. Es lässt sich auf keinen Fall in einem Zug durchlesen. Selten brauchte ich so viel Zeit für eine Lektüre. Es gibt weniger Handlung, mehr Gedanken und Gespräche, oder einfach die Plauderei über nichts in Clarissas Blog. Der Roman ist zwar sehr atmosphärisch geschrieben und der Stil des Autors ist sehr eigenartig, aber ich kann mir gut vorstellen, dass manche Leser das Buch nach ein paar dutzend Seiten zur Seite legen. Es liest sich nicht einfach, nicht jeden kann es packen. Deswegen würde ich diesen Roman nur bedingt weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    Literatur

    Literatur

    07. December 2011 um 18:27

    Ein Buch über das Leben Meret, eine junge Frau kurz vor dem Abitur, steht erst am Beginn ihres Lebens und ist doch bereits ihres Lebens müde und stürzt sich vom Schuldach. Zurück bleiben ihre Mitschüler, ihre Lehrer, ihre Bekannten. Was waren ihre Beweggründe? Wie gehen ihre Mitmenschen mit diesem schmerzvollen Ereignis um? Jan Böttcher widmet sich in seinem Roman „Das Lied vom Tun und Lassen“ einfühlsam und authentisch diesem Thema, indem er sich aus drei Perspektiven diesen Fragen nähert: 1. aus der Sicht von Immanuel Mauss, Musiklehrer am Gymnasium, Besitzer eines alten Bauernhauses, vereinsamter Witwer, der einerseits den Abstand zu seinen Kollegen und andererseits die Nähe zu seinen Schülern sucht. Der Suizid seiner Schülerin Meret vor einigen Monaten geht ihm sehr nahe. Neben dem Fragen nach eigenen Fehlern und eigenem Versagen brechen die Trauer über die Krankheit und den Tod seiner Frau, die zwischenmenschlichen Konflikte und die Vereinsamung in vollem Maße durch. Die Innenperspektive beginnt und endet plötzlich, der Leser erhält nur Einblick in einen kleinen Teil der Gedankenwelt von Immanuel Mauss. Dieser Abschnitt fesselt nicht durch eine spannende Handlung, sondern durch Authentizität, menschliche Fragestellungen und eine poetische Sprache. Viele Sätze sind so ehrlich, berührend oder treffend, dass sie selbst nach mehrmaligem Lesen ihren Reiz nicht verlieren. Immanuel Mauss lässt jedoch noch einige Fragen offen: An was und wie ist seine Frau gestorben? Wie ist sein Verhältnis zu Clarissa? Was empfindet er für Clarissa, was empfand er tatsächlich für Meret? 2. aus der Sicht von Johannes Engler, Doktorand der Musik, Single, 1 Sohn, Schulgutachter am Gymnasium. Die zweite Perspektive bereichert den Roman sehr. Johannes Engler wirkt nicht gerade sympathisch, verhält sich stets äußerst passiv, ist zermürbt durch Selbstzweifel und Versagensgefühle. Seine Perspektive wirft einen kritischen Blick auf die Schule, Mauss und den Suizid. Er ergänzt das bisher vermittelte Bild von Mauss, Clarissa und der Schule. Er ist einerseits Clarissas Lolita-haftem Charme verfallen, andererseits erkennt er, dass hinter ihrer Fassade sehr viel zerbröckelt ist. 3. Clarissa Winterhof, Mitschülerin von Meret, zuletzt wohl auch deren Freundin, Geliebte von Engler, ertrinkt in Trauer und Antriebslosigkeit, verfasst einen Bandblog. Während die Gedanken und Emotionen von Mauss und Engler in ihren jeweiligen Abschnitten deutlich werden, ist Clarissas Sichtweise nur zwischen den Zeilen zu finden. Während ihre Mitschüler nach dem Abi in die weite Welt ziehen, ihr Leben leben möchten, dreht sich Clarissa im Kreis, sie findet aus ihrer Trauer nicht heraus, findet keinen Zugang zu anderen Menschen, insbesondere nicht zu Engler, findet keinen Lebenssinn. Die Band, zunächst einziger Lebensinhalt, wird ihr zu viel, sie zieht sich zurück in ihre kleine, ihr bekannte Welt, wobei Wirklichkeit und Fiktion verschwimmen. Clarissas Sicht ist für den Roman wichtig, fordert den Leser aber auch sehr. Jan Böttcher schreibt über das Leben, dessen Herausforderungen und wie man mit ihnen umgehen kann. Jeder der Hauptfiguren hat andere Wege und Ausdrucksweisen, um mit den positiven und negativen Seiten des Lebens umzugehen. Allen gemeinsam ist eine gewisse Unfähigkeit, Veränderungen im Leben zu bewirken oder zuzulassen. Sehr spannend ist es für den Leser, mit den unterschiedlichen Kapiteln andere Perspektiven einzunehmen und zu sehen, dass sich Innen- und Außensicht stark unterscheiden können. Des Weiteren finde ich die Mischung aus geschriebenem und gesungenem Werk sehr kreativ, außergewöhnlich und spannend. Die in "Das Lied vom Tun und Lassen" eingeflochtenen musikalischen Inseln im dritten Teil finde ich originell, da diese selbst getextet und komponiert sind. Auch wenn die Lieder meinen Musikgeschmack nicht ganz treffen, bin ich ganz berührt von den nachdenklichen, melancholischen Texten, der einfühlsamen, sympathischen Stimme und der instrumentalen Umrahmung. Außerdem ein großes Lob für die übersichtliche und ansprechend gestaltete Internetseite mit exzellenten Hintergrundinformationen, die die Erfahrungen beim Lesen sehr schön ergänzen. „Das Lied vom Tun und Lassen“ ist ein sehr poetisch geschriebener Roman für Leser, die sich gerne mit Lebensfragen auseinandersetzen, Charaktere kennen lernen möchten und ganz in ein Buch eintauchen möchten.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    Fannie

    Fannie

    07. December 2011 um 13:54

    Künstlerischer Roman mit eigenem Soundtrack Jan Böttcher ist Autor und Musiker. Auf faszinierende Weise hat er seine beiden Leidenschaften und Berufungen in seinem Roman „Das Lied vom Tun und Lassen“ miteinander verknüpft: Auf seiner Homepage www.janboettcher.com hat er sieben Lieder zum Anhören für die LeserInnen parat – der Soundtrack zum Buch also. Das ist weitaus mehr als ein nettes Gimmick, denn die Songs untermalen die Stimmung und die jeweilige Szenerie hervorragend und füllen die Handlung aus. In „Das Lied vom Tun und Lassen“ lässt Jan Böttcher drei ganz verschiedene Personen zu Wort kommen, die doch alle in einer Beziehung zueinander stehen: Der Musiklehrer Immanuel Mauss, der Schulgutachter Johannes Engler und die Schülerin Clarissa Winterhof. Sie alle verbindet die Musik – und ein tragisches Schicksal: Vor Kurzem hat sich die Schülerin Meret Kugler vom Dach der Schule in den Tod gestürzt. Trauer und Fassungslosigkeit bleiben. Wie die drei Protagonisten damit umgehen, lässt sie Jan Böttcher erzählen. Leider kommt Meret Kugler aus meiner Sicht in diesem Buch viel zu kurz. Man erfährt zwar, dass sie Antidepressiva nahm, aber sie schwebt nur über der Geschichte, anstatt mit ihrem Leben und Sterben ein wirklicher Teil der Handlung zu sein. Das Buch ist sehr poetisch geschrieben; Jan Böttcher spielt mit den Worten, klaubt sie manchmal regelrecht auseinander. Sehr atmosphärisch beschreibt der Autor ein Sommergewitter in Frankreich – meine Lieblingsstelle im ganzen Buch! Und dennoch ist dieser Roman teils verwirrend und unruhig. Den Gedankensprüngen der Protagonisten kann man nicht immer folgen. „Das Lied vom Tun und Lassen“ ist ein sprachlich wunderbares, aber mitunter nicht leicht nachzuvollziehendes und sehr künstlerisches Werk, dem ich 3 von 5 Sternen gebe.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    killerprincess

    killerprincess

    26. November 2011 um 18:04

    "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher Inhalt Meret hat sich umgebracht und dadurch ihr ganzes Umfeld durcheinander gebracht, Besonders Clarissa hat es schwer getroffen, da sie sich doch im letzten Jahr immer besser mit Meret verstanden hat. Grund dafür ist ihr gemeinsamer Musiklehrer Mauss, der seinem Unterricht eine jugendlich-moderne Wende gegeben hat -und die Symphatie seiner Schüler sich hat. Für den Schulgutachter Engler ist das sehr ungewöhnlich, doch auch er bemüht sich, jung zu wirken. Er lernt Clarissa kennen und verliebt sich prompt in sie. Doch nichts ist schwieriger als die Liebe und das Leben. Meinung Schon in der Leserunde habe ich mitbekommen, dass viele andere Leser ebenfalls Probleme mit der Lektüre dieses Buches hatten. Ist der erste Abschnitt von Lehrer Mauss in einem heißen nachdenklichen Sommer angesiedelt, während er in Erinnerungen schwelgt, geht es im zweiten Abschnitt in die Vergangenheit, in der Meret bereits tot, aber die Abiprüfungen noch anstehen und wir den Gutachter Engler kennenlernen. Der letzte Abschnitt ist Clarissas BandBlog, welcher nach den Abiprüfungen geschrieben wird. Man erhofft sich, durch diese drei Teile den Grund für Merets Selbstmord zu finden, doch da niemand von den Charakteren etwas weiß, ist diese Erwartung unerfüllt geblieben. Stattdessen verliert sich das Buch in Andeutungen, die sehr verwirrend sind und viele Fragen entstehen lässt, die gar nicht beantwortet werden. Der Erzählstil ist abwechselnd sehr poetisch und dann erzählend. Zwischendurch werden vor allem bei Mauss im ersten Abschnitt immer wieder Dinge gesagt, die der Leser das ganze Buch durch nicht wirklich versteht. Fazit Ein Buch, dass für mich nicht geeignet war, da ich irgendwie eine andere Geschichte erwartet hatte -vor allen Dingen spannender. Für mich war das Buch nichts, weil es zu langweilig und verwirrend war. Schade.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    hemera

    hemera

    21. November 2011 um 23:52

    Als Meret Kugler mit einem Sprung vom Schuldach ihr Leben beendet, bleiben schockierte Mitschüler und ratlose Lehrer zurück. Während Schulleitung und Schulträger BioQuana mit einem Holzkreuz zur Normalität zurückkehren wollen, versuchen Musiklehrer Mausser und sein Musikkurs auf eigene Art mit der Tragödie fertig zu werden. Maussers Bauernhaus wird zum Trauercamp in dem jeder versucht sich seine Trauer und seinen Schmerz von der Seele zu texten und zu singen. Jan Böttchers Roman thematisiert den Freitod eines jungen Mädchen, wobei er dessen Beweggründe nur kurz streift und sich stattdessen besonders mit der Wirkung auf ihre Mitmenschen konzentriert. Aus drei verschiedenen Perspektiven wird von Reaktionen und Ereignisse vor und nach Merets Tod erzählt: Musiklehrer Mausser trauert um seine verstorbene Frau Marianne, Merets Tod schockiert in zusätzlich. Er versucht sein bestes, um seine Schüler beim Trauern zu begleiten. Seine ungewöhnlichen Unterrichtsmethoden stoßen nicht nur beim Schulgutachter Engler auf Skepsis... Eben dieser Johannes Engler soll sich ein Bild vom Schulalltag machen und reist für einige Tage in die Kleinstadt. Um Informationen über den Vorfall zu gewinnen, befragt er Merets Freundin Clarissa. Die Begegnung mündeten in einem Verhältnis, das Engler völlig aus der Bahn zu werfen droht. Und schließlich offenbahrt uns Clarissa ihre (verzerrte) Sicht der Dinge. In einem Internetblog veröffentlicht sie Erlebnisberichte einer umherziehenden (fiktionalen) Folkband, deren Sängerin sie sei. Immer wieder erscheint ihr die geheimnisvolle M(eret), die, geflohen aus einem Krankenhaus, überall dort auftaucht, wo die Gruppe halt macht. Ein ernstes Thema, das aus drei Perspektiven erzählt wird, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während man im ersten Abschnitt das Gefühl hat, ohne Hintergrundinformationen mitten in eine Geschichte hinein geraten zu sein, werden im zweiten Abschnitt die Verhältnisse etwas klarer. Clarissas Sicht der Dinge trägt mehr zu Verwirrung bei, als das sie erhellt, sodass man nach 316 Seiten nicht wirklich weiß, was tatsächlich mit Meret geschehen ist und was sie dazu bewegte. Rein von der Sprache her, ist „Das Lied vom Tun und Lassen“ ein wirklich schön geschriebener Roman, der sich gut lesen lässt und besonders im letzten Abschnitt durchaus unterhaltsam ist. Wie es sich für ein „Lied“ gehört, kommt die Musik nicht zu kurz. Neben ihrer allgegenwärtigen thematischen Präsenz sind im Roman immer wieder Liedtexte eingebaut, deren Vertonung man sich im Internet anhören kann. Insgesamt ein interessanter Roman, der keine leichte Lektüre ist und viel Nachdenkliches bereithält. Allerdings bleibt nach dem letzten Satz ein nachdenklicher Leser mit mehr Fragen als Antworten zurück.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    21. November 2011 um 00:54

    Die Schülerin Meret springt vom Dach der Schule. Wie gehen Schüler und Lehrer damit um? Wie verändert der Tod die Lebenden? Der erste Teil des Buches ist aus der Perspektive des Musiklehrers Immanuel Mauss geschrieben. Er versucht, neue Unterrichtsmethoden einzuführen, und er versucht auch, die Trauer der Schüler zu begleiten. Aber er selbst ist desillusioniert und deprimiert, seitdem seine Frau gestorben ist. Der Schulpsychologe Johannes Engler ist Mittelpunkt des zweiten Buchteils. Er soll die Schülerin Clarissa Winterhoff begutachten, die keinen Umgang mit ihrer Trauer findet. Aber er verliert seine Professionalität und beginnt eine Affäre mit Clarissa. Auch er hat mit Trauer und Verlust zu kämpfen, weil er von seiner Frau und damit auch von seinem Sohn getrennt lebt. Der letzte Teil des Buches ist ein fiktives Tourblog, das Clarissa über ihre Band schreibt. Es handelt sich um ein Unterrichtsprojekt beim Musiklehrer Mauss. In diesem Blog wird deutlich, warum Clarissa solche Probleme hat, den Tod Merets zu verarbeiten. Ich bin mit dem Buch nicht so richtig warm geworden, weder mit den Charakteren, noch mit der Art, die Geschichte zu erzählen. Es gab mir zu viele Zeitsprünge, besonders im letzten Teil. Und vor allem war mir der Schluss nicht rund genug. Zu viele Fragen blieben offen. Aber vom Schreibstil war ich begeistert.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. November 2011 um 15:34

    Schmerz, Verlust und die verschiedenen Arten damit umzugehen * "Ohne sich zu entschuldigen, oder zumindest abzumelden, hatte Clarissa plötzlich Stöpsel im Ohr und hörte Musik. Die Abfüllanlage wurde grade gesäubert. Dann ging es über einen Hof, es regnete jetzt stärker, Clarissa tanzte zur Musik, und ich musste darüber lächeln, dass sie so anwesend war in ihrer Abwesenheit, lächeln über das leicht Irre in ihrer Intelligenz, sah aber Hanser aus dem Augenwinkel mit einer Hand herumfuchteln." * Meret ist vom Dach der Schule gesprungen - sie ist tot. Die Schüler trauern und Musiklehrer Mauss versucht sie mit unkonventionellen Mitteln durch ihre Trauer zu begleiten und sie aufzufangen. Bei fast allen gelingt es, nur Clarissa lässt sich fallen, in die Arme von Schulgutachter Johannes... * Jan Böttcher hat mit "Das Lied vom Tun und Lassen" einen Roman über das Leben, den Tod und die Trauer geschrieben. Einen Roman darüber, wie die Menschen versuchen auf verschiedenen Wegen das Tal des Leides wieder zu verlassen - perspektivisch zeigt er dies an drei Menschen, drei Schicksalen auf. * Drei Menschen, drei Schicksale, drei Abschnitte: * Immanuel Mauss Johannes Engler und Clarissa Winterhoff. * Diese drei Menschen haben ganz verschiedene Dinge in ihrem Leben erlebt, haben ganz unterschiedliche Lebenserfahrungen gesammelt, was teilweise auch am Alter liegt. Böttcher schafft es seinen Schreibstil den verschiedenen Persönlichkeiten und ihren Charakteren, Gefühlen und Stimmungen anzupassen. * Immanuel Mauss, ihr Musik- und Englischlehrer, ist schwermütig und der heiße drückende Sommer spiegelt ihn in seinem Erleben und Fühlen wieder. Er trauert nicht nur um die Schülerin, die in den Tod gesprungen ist - nein, er trauert auch um seine verstorbene Frau. Johannes Engler ist Schulgutachter, der aber eher Clarissa Winterhoff begutachtet und sich in eine Affäre mit ihr verstrickt. Engler ist ein gestandener Mann und Clarissa grade voll jährig. Hier kommt kein mahnender Zeigefinger, nein, denn grade dieses Fallenlassen in Körperlichkeit, eine Art sich wieder spüren zu können, ist denke ich ein Weg der beiden mit Verlust und Schmerz umzugehen. Johannes hat sein Leben mit Frau und Sohn verloren - und vielleicht auch seine Jungendlichkeit, oder besser Vitalität. Bei Clarissa fühlt er sich wieder jung und begehrt. Clarissa wirkt für ihr Alter sehr erwachsen - ihre Art mit dem Verlust Merets umzugehen, hängt mit einem Musikprojekt von Mauss zusammen. Sie schreibt einen Tour-Blog, über eine imaginäre Tour mit ihrer Projektband. Dort schreibt sie von der Tour, lässt ihren Gedanken freien Lauf und immer wieder taucht Meret dort auf - es scheint, als ob Clarissa mit Schuldgefühlen zu kämpfen hat. * Die ersten beiden Teile des Buches konnten mich wirklich überzeugen, während ich mit dem dritten Teil meine Probleme hatte, obwohl ich es immer sehr amüsant und lesenswert finde Blogs in Bücher einzubauen. Ich kann nicht sagen wieso, aber irgendwann kam bei mir Langeweile auf und oftmals verlor ich den Überblick über Fakt und Fiktion. * Trotz einiger Schwächen und einem Kritikpunkt, ein sehr gelungener Roman, der uns dazubringt sich mit diesem Thema und den Charakteren auseinanderzusetzen. Jan Böttcher sollte man auf jeden Fall im Auge behalten - da wird bestimmt noch das ein oder andere schöne Buch folgen.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    Curculio

    Curculio

    18. November 2011 um 14:35

    Die Schülerin Meret Kugler hat sich das Leben genommen. Ihre Mitschüler sind schockiert, doch mithilfe ihres Lehrers Immanuel Mauss, seinen unkonventionellen Lehrmethoden und seiner Unterstützung weit über die Schule hinaus, können sie langsam wieder in ein normales Schulleben zurückfinden. Einzig Clarissa kommt nicht darüber hinweg. Die Selbstvorwürfe und scheinbare Ignoranz der Mitschüler nagen an ihr. Sie versucht den Verlust mithilfe eines fiktiven Band-Blogs zu verarbeiten. Mitten hinein in diese Situation gerät zudem der Schulgutachter Johannes Engler. Sie alle könnten unterschiedlicher nicht sein, doch alle verbindet die Musik. . Der Roman ist in 3 Stränge aufgeteilt, die jeweils aus der Sicht dieser drei Protagonisten erzählt wird. Sie ergänzen sich sehr gut gegenseitig, da sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der alte Musiklehrer, der schon fast mit der Lehre abschließt, jetzt wo seine Lieblingsklasse das Abi in der Tasche hat. Der Gutachter, der dieser Aufgabe gar nicht gewachsen scheint und in der Schule an seine eigene Jugend erinnert wird, der allerdings als Außenstehender wie der Leser eine neutrale Sicht auf den Selbstmord hat. Die sehr widersprüchliche und fordernde Clarissa, die sich schließlich von ihren Freunden abkoppelt und die mit Mauss‘ Hilfe nicht viel anfangen kann. . Es ist ein sehr leises Buch, was durch die hintergründigen Töne glänzt, das fällt schon von der ersten Seite an auf. Es werden Alltagssituationen, Landschaften sehr sinnlich beschrieben, die Gedanken und Gefühle der Protagonisten sind dabei aber immer im Vordergrund, sodass stets eine melancholische und nachdenkliche Stimmung herrscht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es kein richtiges Ende gibt, ebenso wenig wie es einen richtigen Anfang gibt. Die Geschichte stellt einen sehr gelungen Ausschnitt aus dem Leben dreier Menschen dar, die alle mit dem Selbstmord einer Schülerin zu kämpfen haben, jeder auf seine Weise.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    14. November 2011 um 20:06

    Ich wusste nicht so wirklich, was mich bei diesem Buch erwartet. Eine Art Krimi? Ein Jugendbuch über das Erwachsen werden? Ein schön geschriebenes Literaturbuch über die Gesellschaft und deren Fehler? Neugierig fing ich an in diesem etwas dickeren Schulheft zu lesen. Es ist dreigeteilt: der erste Teil geschrieben aus der Sicht eines Lehrers der Schule von deren Dach sich ein halbes Jehr zuvor eine Schülerin in den Freitod stürzte. Der zweite Teil geschrieben aus der Sicht des Gutachters, der etwas begutachten sollte. Man frage mich nicht, was, denn dann werde ich etwas -hmmmm- komisch. Und letztendlich der dritte Teil, ein Tagebuch-Ausschnitt einer Schülerin der Abi-Klasse, die offensichtlich auch die beste Freundin der Selbstmörderin war. Generell eine schöne Idee, auch aussergewöhnlich schön geschrieben, seltsame Atmosphäre und rätselhafte Vorgänge. So weit, so gut. Die 3 Teile stehen auch jeweils für sich, stimmen auch zeitlich nicht unbedingt überein, so dass ich das Gefühle hatte, am Ende angekommen von vorn wieder beginnen zu müssen, weil mir da vieles dann auffallen wird, wenn ich die beiden anderen Teile zuerst gelesen hätte. Ich hab es dann aber doch gelassen, weil mehr nun nicht drinsteckt. Keine wirklichen Erkenntnisse, keine Botschaft, keine Erleuchtung, keine Aufklärung. Eigentlich ein Bericht ohne Anfang und Ende, ohne Spannungsbogen, ohne in sich geschlossene Handlung. Eben Unterhaltung, mehr nicht. Und das finde ich irgendwie aussergewöhnlich, aber doch auch frustrierend. Man liest und liest und es gibt genügend Anhaltspunkte zur Anknüpfung einer sinnvollen Geschichte mit Ende, mit Lösung, mit Vorwärtskommen, aber der Autor nutzt sie nicht, ganz bewusst nicht, denn auch das Leben ist eben nicht Anfang und Ende -wenn man jetzt Geburt und Tod aussen vor lässt-, sondern es geht weiter, mit Höhen und Tiefen und nicht mit Lösungen und Erkenntnissen. Aber will man sowas auch lesen? Ich bemerkte, dass ich frustriert wurde. Dass ich eben durch andere Literatur und Romane, sei es Thriller, Krimis oder Fantasy, eben doch gewohnt bin, beim oder wenigstens nach dem Lesen einen Grund, eine Essenz mitnehmen zu können, eine Art Befriedigung, die mich -glücklich beendet- das Buch in den Schrank stellen liess. Hier ist es jetzt nicht so, dass eine Geschichte "offen gelassen wurde", sie fing in meinen Augen noch gar nicht an zu existieren. Es ist Geplänkel, andererseits so dramatisch und unreif, selbst von den Personnen, oder grade von den Personen, von denen wir eigentlich besondere Ausbildung und auch Reife erwarten, dass ich oft nur kopfschüttelnd und verärgert gelesen habe. Es sind eben keine Helden, sondern Menschen. Und das Leben ist schwer. Auch für sich selbst einen Weg zu finden, alleine schon den Anfang einer Aktion, sei es das Abi, sei es eine Schulaufführung oder ein Ausflug, kann schwer und verschwommen sein. Es ist erschreckend, wie kleingeistig wir Menschen sind, unser eigenes Verhalten so wenig klar strukturieren zu können, so wenig "durchzufinden" durch eigene Belange und oft auch, so hilflos, den richtigen Weg, die richtige Geste und ein nettes und angebrachtes Wort zu finden. Vielleicht sollte ich es doch nochmal von vorn anfangen?

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    13. November 2011 um 14:52

    Eine Schülerin hat sich umgebracht; sie ist vom Schuldach gesprungen. Für ihre Mitschüler und Lehrer muss das Leben weitergehen. Aus drei Perspektiven - die des Musiklehrers, die des Schulgutachters, und die einer Mitschülerin und Freundin - wird diese Geschichte erzählt. * Meine Meinung * Positiv ist auf jeden Fall die Idee, die Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln zu schildern. So erhält der Leser natürlich drei ganz unterschiedliche Sichtweisen, was eigentlich sehr interessant ist. Dennoch kann ich dem Buch leider insgesamt nur einen Stern geben, da mich das Buch fast nur gelangweilt hat. Zunächst hat mir der Schreib- bzw. Erzählstil nicht gefallen, und ich konnte auch im Laufe der Geschichte nicht warm damit werden. Immer wieder kommt es zu langatmigen Abschweifungen, die sich ziehen wie Kaugummi und mir persönlich die Freude am Lesen verdorben haben. Mag sein, dass das Buch tiefgründig sein und Gefühle wecken soll, aber mich hat die Geschichte leider überhaupt nicht ansprechen können.

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  • Rezension zu "Das Lied vom Tun und Lassen" von Jan Böttcher

    Das Lied vom Tun und Lassen
    ***Chrissy***

    ***Chrissy***

    10. November 2011 um 08:18

    Der Roman „Das Lied vom Tun und Lassen“ handelt von drei Personen, die auf verschiedenste Art und Weise durch den Freitod einer Schülerin miteinander verbunden sind. Zum einen wäre da der unkonventionelle Musiklehrer Immanuel Mauss, der sich auch privat viel Zeit für die Schüler nimmt. Der zweite Protagonist ist Johannes Engler, ein Schulgutachter, der sich beruflich ein Bild von Schule und Unterricht machen muss. Doch objektiv kann er nicht lange bleiben, da er sich von eigenen Problemen und einer Schülerin zu stark beeinflussen lässt. Diese Schülerin ist Clarissa, eine Freundin des toten Mädchens, eine weitere Figur im Buch. Die Handlung ist in drei Teile unterteilt. Jeder Abschnitt beschreibt das Geschehen aus der Perspektive einer der drei Figuren. Mauss, Engler und Clarissa erzählen grundsätzlich jeweils ihre eigene Geschichte. Doch manche Szenen kommen doppelt vor, was bedeutet, dass sie aus einer anderen Perspektive wiederholt werden. So werden die unterschiedlichen Sichtweisen der Charaktere nicht nur besonders deutlich, sondern die Handlung geht nach und nach ineinander über. Der zeitliche Ablauf wurde vom Autor auf diese Weise exzellent umgesetzt. Die Charaktere sind gut ausgefeilt. Keiner der Protagonisten ist alltäglich trivial. Jeder für sich ist einzigartig und hat Ecken und Kanten. Das hat mir gut gefallen. Leider schweift die jeweilige Geschichte der einzelnen Figuren häufig ab. Oftmals werden Umstände und Ereignisse aufgegriffen, die wenig mit der Handlung zu tun haben und nicht zur Geschichte beitragen. Manchmal kreist die Handlung in meinen Augen zu sehr ums Wesentliche. Der Schreibstil in diesem Buch ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, hat mir aber relativ gut gefallen. Die Sprache trägt in meinen Augen einen wesentlichen Teil zur Stimmung bei. Die bedrückende und leicht „philosophische“ Atmosphäre wird durch sie sehr gut vermittelt. „Das Lied vom Tun und Lassen“ muss man aufmerksam lesen, denn es ist sehr viel Inhalt zwischen den Zeilen versteckt. Es handelt sich nicht um ein Buch, das man „mal eben zwischendurch“ lesen kann. Die Charaktere haben zahlreiche impulsive Emotionen zu durchleben und verarbeiten. Neben Freundschaft, Liebe und Enttäuschung sind Trauer und ihre Bewältigung die hauptsächlichen Motive. Zusammenfassend betrachte ich das Buch als durchaus lesenswert und ausgefallen. Dennoch blieben bei mir einige Fragen offen. Ich hatte oftmals den Eindruck, dass etwas mehr Tiefe fehlt.

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