Jan Böttcher Y

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Inhaltsangabe zu „Y“ von Jan Böttcher

„Ich versuche ständig, mit der Fremde warm zu werden. So wie ich nicht anders kann, als mit der Wärme zu fremdeln.“

In Deutschland lernen sie sich kennen. Im kriegszerstörten Kosovo können sie nicht zusammenbleiben. Nur ihrem Sohn gelingt es, die alten Grenzen hinter sich zu lassen. Jan Böttcher hat einen großen europäischen Roman geschrieben: die Geschichte einer ungleichen Liebe zwischen Nord und Süd, Heimat und Fremde, Schicksal und Selbstbestimmung.

'Ein Roman, der grenzübergreifend relevant sein wird.' Sasa Stanišić

'So spannend wie erhellend – dieser Roman ist ein Tanz der Lebenslust in Todesnähe. Und eine der traurigsten Liebesgeschichten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe!' Moritz Rinke

Leider etwas hölzerne statt poetische Liebesgeschichte.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Über Zerrissenheit und Zugehörigkeit, über Fremde – über das Suchen? Tolle Sprache und Bilder, dabei etwas zu unklarer Fokus

— StefanieFreigericht

Sehr lesenswerte Geschichte, die sich um das/die Fremde, das Nicht-ankommen und das Leben in Kosovo/Deutschland dreht.

— hannipalanni

Bedrückend und beeindruckend zugleich- eine Auseinandersetzung mit dem Fremden am Beispiel des Kosovo-Krieges.

— leserattebremen

Guter Schreibstil, tolle Prosa, aber leider hat mich die Geschichte selbst nicht überzeugt.

— Nil

Komplexe Geschichte über eine Freundschaft in zwei Welten! Nicht einfach zu lesen!

— mabuerele

Unglaublich vielschichtig und ziemlich komplex, nicht ganz einfach zu lesen. Aber es lohnt sich! Wie das Leben eben...

— Xirxe

Leider hat mich Y nicht erreicht - schade.

— Sikal

hat mich leider nicht überzeugt - auch wenn es Teile gab, die einem zum Nachdenken anregen

— vielleser18

Gute Recherche und interessante Hintergründe werden hier mit einer spannenden Erzählperspektive in ein sehr lesenswertes Buch gepackt.

— TinaLiest

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  • "Y" von Jan Böttcher

    Y

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. January 2017 um 21:43

    Autor: Jan BöttcherTitel: YGattung: Roman, Erzählung, FamiliengeschichteErschienen: 2016Gelesene Ausgabe: aufbau, 2016ISBN: 978-3-351-03640-9Gelesen auf: DeutschGelesen im: Dezember 2016 Zum Buch:Ein in Berlin lebender Autor sieht sich einer neuen Geschichte gegenüber, als der Freund seines Sohnes verschwindet, nämlich der Geschichte von Lekas Eltern. Denn auf der Suche nach ihrem Sohn, trifft er auf Jakob Schütte, erfolgreicher Computerspieldesigner und Vater ohne Sohn. Schnell erfährt er ausführlich von seiner großen, unglücklichen Liebe zu seiner albanischen Schulfreundin Arjeta.  Jahre nach dem Schulabschluss werden sie ein Paar, bis Arjeta mit ihrer Familie zurück nach Albanien geht. Als Jakob ihr nachreist, beginnen sie erneut eine Beziehung aus der Leka entsteht, doch Arjeta will nicht mit dem frisch gebackenen Vater zusammenleben und heiratet erneut. Und Jakob kehrt nach Deutschland zurück. Ihr Sohn ist nur das einzig Zeugnis der Liebe zwischen dem Kosovo und Deutschland. Leider bin ich etwas zwiegespalten, einerseits erzählt Böttcher spannend und anschaulich von "Kosova" - wie es nach dem Krieg weiterhin im Chaos versinkt, nur ein Provisorium bleibt, auch was der Krieg mit Menschen anstellt, auch Generationen später. Andererseits ist die Handlung an sich furchtbar zusammengestoppelt, bemüht und nicht ganz rund. Dennoch ein berührendes Buch über die Grausamkeit der Menschheit und den Folgen eben dieser. Eine der LieblingsstellenZitat: "Klar, ich konnte die Frau zu diesem Zeitpunkt nicht als Künstlerin betrachten, sah sie nur durch Jakob Schüttes Augen, in harten märchenhaften Konturen: die Kindesentzieherin, die Mutter mit Stiefmutterherz."[1] Stil und Sprache: wechselnd Umgangssprachlich und beschreibend poetischZitat: "Rrustem starrte in den Straßenkrater, nach einer Weile sagte er: "Mein Job, weißt du, wir registrieren Waffen" "Ich dachte, für einen Job muss man Leute schmieren."[2] Schlüssigkeit der Handlung: Rekonstruiert aus Gesprächen, die Lebensgeschichten zweier Menschen Das hat mir gefallen: Das Wissen über den Kosovo, das man nebenher mitbekommt.Das hat mir nicht gefallen: Die vielleicht nicht ganz durchdachte und teilweise etwas wirre Geschichte. In One Sentence: Leider etwas hölzerne statt poetische Liebesgeschichte.Sterne: 3   [1] S.137[2] S.111

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Brauch oder Bruch

    Y

    StefanieFreigericht

    25. November 2016 um 11:39

    (Titel nach S. 244) Die Handlung beginnt damit, dass wir von einer Vater-Sohn-Beziehung aus Sicht des Vaters als durchgängiger Ich-Erzähler lesen – Benji ist vierzehn, pubertierend, die Eltern schwanken zwischen Laissez-faire und Regeln, der Sohn schwankt dazwischen, den Vater als peinlich zu empfinden, wie ein Kind vom Vater die Lösung aller Problem zu erwarten, zu trotzen oder sich zu entziehen. Dann wechselt der Fokus (wirklich?) über einen Freund Benjis namens Leka (für „Alexander“), der sich für einige Tage einquartiert, dann verschwindet. Der Vater Benjis begegnet Lekas Vater, Jakob – und macht sich mit Benji auf die Suche. Benjis Mutter ist die Albanerin Arjeta, ursprünglich mit ihrer Familie während des Jugoslawien-Konfliktes nach Deutschland geflüchtet, jetzt wieder wohnhaft in Kosova, das wir meist als Kosovo kennen. Es empfiehlt sich (ganz kurze) Recherche: Kosova hat sich unabhängig erklärt, Serbien versteht das Gebiet weiterhin als Teilregion. Die Bewohner sind zum großen Teil Albaner, natürlich mit regionalen Unterschieden. Jan Böttcher schreibt über Zerrissenheit und Zugehörigkeit, über Fremde – über das Suchen? Die Beziehung zwischen Jakob und Arjeta war von Anfang an nicht geprägt von großer Zukunfts-Hoffnung. Arjetas Leben ist in Deutschland das der Fremden, mit einem Vater, der mehr in der Wahrnehmung des fernen Krieges lebt. Wieder in der Heimat, läuft Arjeta durch die Straßen: „Ihre Kindheit suchte sie und wurde das Gefühl nicht los, dass die Kindheit bis gestern gewartet hatte, aber heute nicht mehr.“ S. 60 Der Ich-Erzähler- Vater von Benji ist Schriftsteller – hier wird eindeutig mit dem Leser aus Autorensicht gespielt, ab S. 47 wird der Leser sogar in unregelmäßigen Abständen direkt angesprochen: „Bitte nicht, rief der Schriftsteller hinter ihm. Ich verwahre die Briefe für dich, rief er.“ Anders als bei einigen anderen Büchern wird hier für mich keine künstliche Distanz aufgebaut, ich empfinde eher ein Gefühl von Authentizität, von Autobiographie-Haftigkeit. Man liest vom Scheitern von Beziehungen, im Kleinen wie im Großen, bei den politischen Provisorien im Kosovo. Böttchers Personal wirkt realistisch – so sein möchte man als Leser trotzdem nicht. Alle handeln wie die Fliege, die dauernd gegen die Glasscheibe fliegt, nur wissen sie im Gegensatz zum Insekt meistens, dass dort kein Durchkommen ist. Jakob schickt dem Vater von Benji ein von ihm geschriebenes Computerspiel, bei dem man wählen kann zwischen dem Weg nach Norden, ohne Hindernisse und ohne Spielhandlung, oder dem Weg nach Süden – mit Spielaktion, aber einem zwingenden Tod der Spielfigur nach exakt je 5 Minuten. „Ja, Jakob hatte mir zeigen wollen, dass man auf dem nördlichen Korridor entlanggehen konnte, aber dass man dann alles verpasste, was Spielen wie Leben ausmachte. Denn erst zwischen Hindernissen begannen wir, an unsere bisherigen Wege zu denken, an Neugier und Ängste, Liebe und Kummer, wir dachten an die Wände, vor die wir gelaufen, und an die Menschen, denen wir noch rechtzeitig ausgewichen waren.“ S. 240 Jan Böttcher hat mit „Y“ so ein Buch geschrieben, das mehrere Bücher in einem ist. Dabei wechselt der Fokus zwischen tragischer Liebesgeschichte, Entwicklungsroman(en) und Einblick in den Kosovo, wobei mir die Haupthandlung das Thema Vater-Sohn-Konflikt/Familiengeschichte(n) zu sein scheint, man bemerkt das nur nicht sofort, weil nach dem Beginn mit Benji und seinem Vater die Handlung dann vermeintlich zu einer anderen (dem Liebesroman) wechselt. Sprachlich war ich angetan vom Buch, das sich zügig lesen lässt, häufig, aber nicht zu oft, bildhaft ist und auch ausreichend Denkansätze bietet; mich störte jedoch dieser mir nicht ausreichend klar erkennbare Fokus, wobei dieses Gefühl erst ab Teil II das erste Mal auftauchte (vorher wähnte ich mich in der Liebesgeschichte mit Fokus auf Jakob), dann wieder abflachte (mit der Konzentration auf die Sicht von Arjeta und die Gegenwart der vierzehnjährigen Söhne – ah, die andere Seite!), sich dann noch verstärkte - mit dem, mit Verlaub, Lamentieren des Autors über die Defizite seines eigenen Heranwachsens. Allerdings ist es für mich ein wenig „zu viel“ in einem Buch. Der Ich-Erzähler meckert über das Elternhaus in seinem Kleinbürgertüm, seiner Selbstgenügsamkeit, Sättigung und Selbstzufriedenheit; ohne Offenheit gegenüber der Fremde und den Fremden mangels Erfahrung. Er kontrastiert hier seine eigene Familiengeschichte mit der Realität der Kosovaren: „Was meine Großeltern hatten erleben dürfen, war der Wiederaufbau ganzer Industrien gewesen, eine Zeit, in der jede antidemokratische Regung von den Amerikanern rigide unterbunden wurde, einfach weil sie ein Interesse daran hatten, eine stabile Demokratie im Zentrum Europas zu schaffen. Kosova 1999 war dagegen realpolitisch nicht mehr als ein Militärstützpunkt gewesen….“ S. 237 Zum Nachsinnen gefielen mir in diesem Zusammenhang die Parallelen zwischen Computerspiel und Leben, ebenso die Gedanken über das „Provisorium“ und den Bezug zum Romantitel, wobei es zwischenzeitig sogar zu einem inneren Frieden beim Vater Benjis kommt , als der seinen Sohn fragt: „Empfindest du einen großen Unterschied zwischen Lekas Zuhause und unserem Zuhause?“ „Nein“ „Dachte ich mir“ „Ist das schlimm?“ „Alles andere als schlimm.“ In gewisser Weise empfand ich „Y“ als eine Art Antithese zu „Vom Ende der Einsamkeit“, weil die Hauptpersonen nach der Erfüllung in den Beziehungen suchen, sie hier aber von dem Gegenteil ausgeht, von der Fremde: „Ich versuche ständig, mit der Fremde warm zu werden. So, wie ich nicht anders kann, als mit der Wärme zu fremdeln.“ S. 246 diese letztendlich aber überall findet „Es gibt nämlich gar kein Defizit an Fremde. …. Weil Fremde immer schon da ist.“ S. 247 Wells Personal hofft immer auf ein halb volles Glas – Böttchers Figuren reiben sich an einem Glas, das einfach immer halb leer sein MUSS.

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  • Leserunde zu "Y" von Jan Böttcher

    Y

    Ginevra

    Hallo, liebe MitleserInnen! In dieser Leserunde sind alle herzlich willkommen, die sich zu dem Buch "Y" von Jan Böttcher austauschen wollen. ACHTUNG: diese Leserunde hat nichts mit dem Verlag zu tun - sie ist also rein freiwillig! Ich bin ein ganz normales LB-Mitglied, keine Administratorin oder Verlagsmitarbeiterin. Es gibt hier keine Regeln oder Verpflichtungen. Die genaue Einteilung der Leseabschnitte gebe ich noch bekannt, sobald das Buch bei mir angekommen ist. Dann freue ich mich schon auf Eure Teilnahme und wünsche uns allen viel Spass beim Leseaustausch! Ginevra

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    • 98
  • Buchverlosung zu "Y" von Jan Böttcher

    Y

    aufbauverlag

    „Ich versuche ständig, mit der Fremde warm zu werden. So wie ich nicht anders kann, als mit der Wärme zu fremdeln.“ In Deutschland lernen sie sich kennen. Im kriegszerstörten Kosovo können sie nicht zusammenbleiben. Nur ihrem Sohn gelingt es, die alten Grenzen hinter sich zu lassen. Jan Böttcher hat einen großen europäischen Roman geschrieben: die Geschichte einer ungleichen Liebe zwischen Nord und Süd, Heimat und Fremde, Schicksal und Selbstbestimmung. »Ein Roman, der grenzübergreifend relevant sein wird.« Saša Stanišić Zur Leseprobe Mehr Informationen zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/y.html und http://www.ypsilon-roman.de Über Jan Böttcher Jan Böttcher, 1973 in Lüneburg geboren, war zunächst als Songtexter und Sänger auf diversen CDs mit der Berliner Band Herr Nilsson zu hören. Seit 2003 hat er vier Romane veröffentlicht. Mit »Nachglühen« gewann er den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, sein Roman »Das Lied vom Tun und Lassen« stand an der Spitze der SWR-Bestenliste. Jan Böttcher lebt in Berlin. Weitere Informationen unter: www.ypsilon-roman.de und www.janboettcher.com.      Teilnahme Was ihr tun müsst? Bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button, indem ihr folgende Frage beantwortet: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen? Viele Grüße euer Team vom Aufbau Verlag * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum zeitnahen Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlich haben. ** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.

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    • 181
  • Vom Ende der Liebe und des Krieges

    Y

    leserattebremen

    27. May 2016 um 11:41

    Arjeta ist noch ein junges Mädchen, als sie mit ihrer Familie aus dem Kosovo nach Deutschland flieht. Sie lebt sich ein, hat eine Beziehung zu dem deutschen Jakob Schütte. Doch nach dem Krieg in Kosova (wie die Albaner Kosovo nennen), geht ihre Familie zurück und sie mit. Der Erzähler trifft sie später, ihr Sohn Leka und sein Sohn Benji haben sich in Deutschland kennengelernt, er fährt mit Benji nach Priština und lernt dort Lekas und damit auch Arjetas Familie kennen. Aber auch die Geschichte von Jakob Schütte, der in Deutschland lebt, Computerspiele entwirft und der Vater von Leka ist, der von ihm entfernt in Priština aufwächst. Jan Böttcher beschreibt in seinem Roman „Y“ die gescheiterte Liebe von Jakob und Arjeta, aber auch das Scheitern einer ganzen Gesellschaft in einem zerstörten Land. Das Chaos von Priština steht fast gleichbedeutend neben der Unfähigkeit von Arjetas Familie, in ihrem Land wieder richtig anzukommen, etwas zu Ende zu bringen. Sie geben den Umständen die Schuld an ihrem Nicht-Weiterkommen, den „Anderen“, nie sich selbst. In Deutschland scheinen sie als Flüchtlinge in eine Opferrolle gefallen zu sein, aus der sich besonders Arjetas Vater nie wieder verabschiedet hat. Arjeta ist anders, sie engagiert sich, ist aktive Künstlerin, schafft das „Provisorium“, die künstlerische Beschreibung der ganzen Gesellschaft in Kosova. Die Geschichte, die Jan Böttcher erzählt ist beeindruckend und ist sehr aktuell. Die Auseinandersetzung mit dem Fremden ist für Jakob Schütte ebenso wie für den Erzähler eine erschütternde, tiefgreifende Erfahrung, wie sie heute auch so viele Menschen haben, die nach Deutschland kommen. Sie sind außen vor, beobachten Arjeta und ihre Familie ohne eine Chance, wirklich dazuzugehören. All dies beschreibt Böttcher in einem sehr gut lesbaren und kompakten Roman, der einen als Leser von Anfang gut mitnimmt. Mir hat die Beschäftigung mit den Themen Krieg, Liebe, Nähe und Fremde in diesem Roman ausgesprochen gut gefallen, auch wenn man sich ein wenig in die Geschichte hineinarbeiten muss. Die Charaktere fliegen einem nicht zu, sie sind etwas sperrig, nicht makellos und lebensbejahend sondern auch in sich gebrochen, zweifelnd und suchend. Für jeden, der von einem Buch mehr als fröhliche Unterhaltung erwartet, ist „Y“ von Jan Böttcher absolut zu empfehlen. 

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  • Eine Geschichte, zwei Erzähler, in Ungleichheit - Verwurzelung schaffend.

    Y

    shlomo-ben-yossi

    26. May 2016 um 23:27

    Eines Tages sitzt Leka neben Benji, dem Sohn eines Schriftstellers, auf dem Balkon in Berlin. Über ihn gelangt unser Berichtender zu der Geschichte seiner Eltern. Eine schicksalhafte Schilderung über die Suche nach der Identität auf einem holprigen Weg kultureller Unterschiede. Jan Böttchers "Y" - kurz, und kryptisch? Nicht mehr nach dem Lesen! Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Deutschland und Kosova. Jakob und Arjeta. Nachkriegszeit und Wiederaufbau. Dargelegt von Benjis Vater. Wie die Arme des Ypsilons aus einem Stamm herausgleiten, so verbindet er die Schilderungen. Welche Herausforderungen Lekas Eltern bestreiten müssen, mit welchen politischen und kulturellen Wirrungen sie konfrontiert werden, wie ihre Leben verliefen ... , erfährt der Leser nach und nach. So unterschiedlich beide vorkommen mögen, so flüchten sie in gleiches. Die Kunst wird Ausdrucksform ihrer Sprachlosigkeit und Therapie ihrer Erlebnisse. Jakob programmiert Videospiele, Arjeta ist Aktionskünstlerin. All die Subjektivitäten fängt der Betrachter ein, fügt sie zusammen und formt daraus mit vielen philosophisch-metaphorischen Bildern die Handlung des Romans. Er selbst nimmt vieles daraus mit und überträgt die so gewonnenen Erkenntnisse. Ebenso der Leser?! Diese Geschichte kam zum Autor, er molk und lässt sie frei - damit sie auf andere wirken kann! Und immer wieder die Symbolik des Ypsilon. Sie zieht sich durchs ganze Buch. Symbolisiert das "Y" den Seperatismus eines Weges in zwei oder vereint es ...

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  • Y - eine europäische Geschichte

    Y

    Nil

    20. May 2016 um 13:36

    Da ist dieser Junge Leka in Berlin unterwegs und trifft auf Benji. Die beiden freunden sich an und Benji gewährt Lenka Asyl daheim, weil Lenka nicht weiß wo er nachts bleiben soll. Benjis Vater sieht sich nicht als Hotelbetrieb und es entbrennt ein Streit zwischen Benji und seinem Vater und Lenka ist weg. Durch diesen Umstand kommen alle handelnden Personen in diesem Roman zueinander und die Geschichte kommt ins Rollen. Es geht um Leka, einen albanischer Kosovare mit deutschem Vater. Es geht um Jakob, den Vater, der keiner sein dürfte, weil die Familie seiner Mutter es nicht wollte. Es geht um Arjeta, Lekas Mutter, die als Kind in Deutschland als Flüchtling wohnte und später wieder nach Kosova ging mit ihrer Familie. Und es geht noch um einige andere Figuren. Wenn ich das hier so schreibe, hört sich der Plot sehr simpel an, aber das ist er gar nicht. Es stecken viele Ebenen in diesem Roman. Zum einen die Beziehungen von Elternteilen zu ihren Kindern, dann die Erfahrungsebenen was ist Heimat und der Zugehörigkeit, dann die Darstellung des Kosovo. Der Roman ist aus der Sicht Benjis Vater geschildert, aus seiner Ich-Perspektive, wie er die Dinge erzählt bekommt mit seiner subjektiven Wahrnehmung. Besonders bemerkenswert ist der Schreibstil von Jan Böttcher. Er schreibt eine feine Prosa für die es sich bereits lohnt diesen Roman zu lesen. Hier drei meiner liebsten Stellen in diesem Roman: Seite 62: Denn so schön die Schatztruhe der kleinen, peinlichen Erinnerungen ist, die man kollektiv teilt, so unschön können die Verhaltensweisen sein, die uns zu Einzelgängern machen. S. 133: Wie viel komplexer war dagegen die Sprache der Vaterschaft aufgebaut, […], auch nach vierzehn Jahren änderten sich immer noch die Regeln. S. 164: Leben kippte permanent in den Tod Fazit: Ich habe den Roman gerne gelesen, weil er sprachlich herausragend ist. Ich habe mich auch intensiver mit dem Kosova beschäftigt und mein Bewusstsein für dieses Thema geschärft, aber leider hat mich die Geschichte, der Plot selbst, nicht überzeugt.

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  • Eine zerbrochene Liebe

    Y

    mabuerele

    „...Die kosovarische Seele ... sei gefangen genommen von der unsensiblen Machtpolitik der Amerikaner, den unrealistischen Vorstellungen der EU und den unproduktiven Maßnahmen der eigenen Regierung..." Der 14jährige Benji bringt seinen Freund Leka mit nach Hause. Er möchte, dass der Junge bei ihnen übernachtet. Kurz nachdem der Vater das Übernachten als Dauerzustand nicht akzeptiert hat, ist Leka verschwunden. Dadurch lernt Benjis Vater Jakob Schütte kennen, den Vater von Leka. Die Geschichte wird von Benjis Vater erzählt, der Schriftsteller ist. Sein Name allerdings taugt nirgendwo im Buch auf. Das gilt auch für Benjis Mutter. Der erste Teil des Buches ist ein Rückblende. Sie führt zurück nach Hamburg in das Jahr 1998. Auf einer Party treffen sich Jakob und Arjeta wieder. Arjeta war vor 13 Jahren mit ihren Eltern aus Kosovo gekommen. Der Vater bekam in Hamburg Arbeit. Arjeta lernte schnell Deutsch und war eine gute Schülerin. Aus Jakob und Arjeta wird ein Paar. Doch das Zusammenleben ist nicht einfach. Als in Kosovo der Krieg ausbricht, gehen Arjetas Brüder freiwillig zurück. Dieser erste Teil des Buches beschreibt bruchstückhaft das Leben von Arjeta und Jakob bis 2007, ihre Probleme und die Gründe der Trennung. Der Erzähler schreibt nieder, was er von Jakob und Arjeta hört. Das können zum einen nur Episoden des Lebens sein, zum anderen sind sie natürlich durch die Erinnerung der sprechenden Person subjektiv gefärbt. Während ich in diesem Teil Arjeta sympathisch fand, schien mir Jakob nie in der Wirklichkeit angekommen. Rücksichtnahme kannte er kaum. Er programmierte Computerspiele und benahm sich oft so, als sei das Leben ein Spiel. Der zweite Teil des Buches handelt im Jahre 2012. Der Vater fährt mit Benji ins Kosovo, um Leka und seine Mutter zu treffen. Hier werden im wesentlichen zwei Ereignisse in den Mittelpunkt gestellt. Zum einen geht es um ein Kunstprojekt, das Arjeta im Kosovo betreut, zum anderen werde ich mit einem Computerspiel vertraut gemacht, dass Jakob entwickelt hat und in dem er den Kosovokrieg nachstellt. Beide Seiten verarbeiten so mit ihrer Arbeit ihren Frust. Arjeta klingt pessimistisch und verbittert. Obiges Zitat stammt von ihr. Das Buch lässt sich nicht einfach lesen. Gut gelungen ist dem Autor die Darstellung der Probleme und Konflikte im Kosovo. Wenn Arjeta von einem Provisorium spricht, wenn Beispiele für Korruption und Schwarzhandel dargestellt werden, dann sind das nur zwei Seiten einer harten Wirklichkeit. Arjetas Worte klingen nicht nach Freiheit, sondern nach Eingesperrtsein . Probleme hatte ich mit dem Computerspiel. Die ausführliche Darstellung ziemlich brutaler Szenen spricht dafür, dass das Spiel nicht in Kinderhand gehört. Leider war dem nicht so. Leka bekam das Spiel von seinem Vater, und auch Benji ließ sich davon mitreißen. Der Sprachstil des Buches ist sehr unterschiedlich. Während Arjetas Rede über ihr Kunstprojekt sehr abgehoben wirkte, gibt es andere Stellen, die fast poetisch wirken. Häufig arbeitet der Autor mit gekonnten Metaphern. Manche Sätze klingen fast philosophisch. Das Cover wirkt eher schlicht. Das Buch spricht viele Fragen an, lässt aber auch viele offen. Die vier Sterne gibt es wegen des Sprachstils, der mich über weite Strecken überzeugt hat. Inhaltlich sollte man ein Fan von ausgefallenen Computerspielen sein und das Spiel als Mittel zum Zweck begreifen, nur dann empfiehlt sich der Griff zum Buch.

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    • 6

    KruemelGizmo

    29. April 2016 um 21:32
    Janna_KeJasBlog schreibt Läuft mir nun vermehrt über den Weg, aber ich bin noch unschlüssig ...

    Geht mir genauso.

  • Ganz schön vielschichtig...

    Y

    Xirxe

    Vordergründig erzählt dieses Buch von einer Liebe, die daran scheitert, dass das Paar in völlig unterschiedlichen Lebensumständen aufwuchs, auch wenn beide eine gewisse Zeit in Lüneburg gemeinsam zur Schule gingen. Während Jakob in einer gutbürgerlichen Familie groß wurde, kam Arjeta zusammen mit ihrer Familie als Flüchtlinge nach Deutschland. Sie verliebten sich, als sie sich einige Jahre nach dem Abitur zufälligerweise wieder trafen und erst zu diesem Zeitpunkt realisierte Jakob den familiären Hintergrund seiner Freundin, der ihr Leben immer noch in großem Maße bestimmte.Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern kommt teilweise verwirrend wie auch vielschichtig daher. Der Ich-Erzähler in der Gegenwart ist ein Mann in Jakobs Alter, der seinen 14jährigen Sohn Benji mit dem ihm bisher unbekannten Freund Leka auf seinem Balkon vorfindet. Der Junge verschwindet ebenso unbemerkt wie er kam, was Benji ziemlich erschüttert, sodass sein Vater sich auf die Suche nach Leka macht. Dabei findet er den Vater des Jungen, Jakob, der ebenfalls auf der Suche nach seinem Sohn ist. Dieser erzählt ihm von seiner Liebe zu Lekas Mutter Arjeta. Nun wechseln Gegenwart, verschiedene Stufen der Vergangenheit wie auch die Perspektiven. Denn irgendwann fliegt der Ich-Erzähler mit seinem Sohn Lekas Spuren nach, wo sie unter anderem auf Arjeta treffen, die ihm ihre Sicht der Ereignisse schildert.Merkt man, wie ich mich schwer tue mit einer Art von Zusammenfassung? Denn ausser der Liebesgeschichte von Jakob (der nebenbei ein erfolgreicher Computernerd und Spieleprogrammierer ist und das Leben eher wie ein Spiel betrachtet) und Arjeta kommen die erbärmlichen Verhältnisse im heutigen Bosnien zur Sprache, die Machtlosigkeit der Bevölkerung gegenüber den mafiosen Strukturen, die Perspektivlosigkeit der Jungen, der Krieg der noch lange nicht vergessen sein wird. Dann das Verhältnis von Leka zu seinen Eltern bzw. umgekehrt, denen ihre Arbeit wichtiger ist als ihr Kind, wobei es ihnen nicht unwichtig ist. Das Wohlstandsgefälle zwischen Deutschland und dem Balkan, die bei uns herrschende Saturiertheit - ach, je mehr ich über das Buch nachdenke, desto mehr fällt mir ein.Und als ob all das nicht schon ausreichen würde, verlangt auch der Sprachstil Jan Böttchers Aufmerksamkeit. Nein nein, es sind keine komplexen Satzgebilde, die einen 'zwingen', dabei zu bleiben. Sondern Bilder für Gefühle und Stimmungen, die der Autor in ungewohnter Weise in Worten zusammenfasst. Ein Beispiel dafür ist der Abend, als Arjeta mit ihrer Familie wieder nach Prishtina zurückkehrt:"Der erste Abend war eine Aufzählung: Großvater Naim, Großmutter Gladiola, Onkel Xherdan...Der erste Abend war eine Abstellkammer. Sie warfen alles hinein, was dort für Jahre noch aufbewahrt werden sollte. Die Erzählung von den Lebenden und Toten, von der albanischen Unbeugsamkeit, von den verschwundenen serbischen Henkern, vom befreienden Einmarsch der Amerikaner....Was der erste Abend auch war: Lammfleisch über dem Feuer, drei Flaschen Raki Rrushi...Der erste Abend war das Fehlen ihres Onkels Jeton, der in der Schweiz geblieben war. Und der linke Unterschenkel von Arjetas jüngstem Bruder, der fehlte auch."Ein ungewöhnliches Buch, ein anstrengendes Buch - aber auch ein Buch, das einem scheinbar weit Entferntes plötzlich nahe bringt.

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    • 3
  • naja..

    Y

    taddy92

    26. April 2016 um 18:58

    „Ich versuche ständig, mit der Fremde warm zu werden. So wie ich nicht anders kann, als mit der Wärme zu fremdeln.“ In Deutschland lernen sie sich kennen. Im kriegszerstörten Kosovo können sie nicht zusammenbleiben. Nur ihrem Sohn gelingt es, die alten Grenzen hinter sich zu lassen. Jan Böttcher hat einen großen europäischen Roman geschrieben: die Geschichte einer ungleichen Liebe zwischen Nord und Süd, Heimat und Fremde, Schicksal und Selbstbestimmung. Die Handlung: Im Großen und Ganzen geht es um Jakob Schütte, Arjeta Neziri und ihren Sohn Leka. Aber auch der Kosovokrieg spielt eine sehr wichtige Rolle. Nicht zu vergessen ist die vorhandene Gaming-Thematik, die das Thema des Kosovokrieges besser verbildlichen soll. Der Schreibstil: Dadurch das es eben von einer 3. Person, in diesem Fall Benjis Vater erzählt wird, bekommt die Handlung meiner Meinung nach ein anderes Gesicht. Außerdem war es oft sehr verwirrend für mich und es fiel mir schwer konzentriert zu bleiben. Fazit: Mir hat das Buch gar nicht zu gesagt, durch den verwirrenden Schreibstil beziehungsweise, dass in der Handlung immer hin und her gesprungen wurde, habe ich nie wirklich in die Geschichte gefunden. Das das Buch aus der Sicht eines 3. geschrieben wurde, aber dieser auch selbst immer wieder in der Geschichte auftaucht, da er selbst mit seinem Sohn in den Kosovo fliegt, fand ich auf der einen Seite ein gute Sache, auf der anderen Seite hat es mich aber nur noch mehr genervt. Ich hatte mir unter dem Buch wirklich mehr eine Liebesgeschichte vorgestellt, die vor der Kulisse dieses Konfliktes statt findet, aber das Ganze blieb ziemlich schnell auf der Strecke. Außerdem waren die Charakter auch nicht wirklich sympathisch und man wusste gar nicht wer eigentlich der schlimmere von beiden ist. Einzig die beiden Jungs Leka und Benji konnten ein paar Pluspunkte sammeln. Diese ganze Gamer-Thematik nimmt auch einen großen Teil des Buches ein, wo es mir dann sehr schwer fiel überhaupt bei der Sache zu bleiben und die Seiten nicht einfach zu lesen. Mich konnte das Buch leider von Anfang an nicht wirklich packen, weshalb ich es auch zu oft und zu lange vernachlässigt habe. Ich vergebe hierfür 2 Sterne, wegen der unsympathischen Charaktere, die für mich verwirrenden Handlungsstränge und Zeitsprünge und der Gaming Aspekt wurde viel zu groß geschrieben. Trotz allem hat das Buch gute Ansätze, das mein Interesse für den Konflikt im Kosovo geweckt hat

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  • Kosovo - Kosava

    Y

    vielleser18

    Ein ungewöhnliches Buch, ein Buch, das einen zum Nachdenken bringt, aber auch in weiten Teilen eher verwirrt, das mich am Anfang eher begeistern konnte als im weiteren Verlauf. Worum geht es ? Das Buch mit dem äußerst kurzem Titel "Y" ( der Titel immerhin wird mehrfach erklärt, in der Interpretation ist der Autor sehr einfallsreich) wird aus einer interessanten Erzählperspektive erzählt. Ein Erzähler, Vater eines 13jährigen Sohnes, lernt den Freund des Sohnes, Leka, kennen lernen und wird neugierig. Woher kommt er ? Wer sind seine Eltern und wo sind diese ? Erst nach und nach kommt die ganze Geschichte der Eltern ans Tageslicht. Der Erzähler erzählt sie uns nach. Er hat mit Mutter Arjeta und Vater Jakob Kontakt aufgenommen. Jakob lebt auch in Berlin, wie der Erzähler, die Mutter Arjeta wohnt im Kosova, wie die Kosovaren ihr Land nennen, in Prishtina. Es ist eine Geschichte, die in Deutschland beginnt, als Jakob und Arjeta noch Jugendliche waren, als sie befreundet waren, ein Liebespaar, dass dennoch nie richtig zusammen gefunden hat. Die Trennung nach der Rückkehr von Arjetas Familie in den Kosovo und Jakobs Versuch die Beziehung aufrecht zu erhalten. Interessant ist dabei, dass wir nur durch den Erzähler die Geschichte erleben. Nur vom "hörensagen" sozusagen. Er selbst ist auf der Spur gewesen, er deutet, er interpretiert. Immer wieder betont er, dass ihm das so erzählt worden ist. Jakob entwickelt Computerspiele und dieses -erst Hobby, dann Beruf und auch Berufung/Leidenschaft - zieht sich wie ein rotes Band durch das ganze Buch. Das ist so gar nicht meine Welt, einerseits fand ich es interessant, wie viel mit einem ganz besonderen Spiel ausgesagt werden konnte, anderseits auch sehr erschreckend. Arjeta hat es in die Künstlerwelt verschlagen - sie hat versucht mit ihren Mitstreitern dadurch einen Weg der Anprangerung, der Umsetzung von politischen Aussagen zu finden. Irgendwie bin ich mit keinem der Figuren warm geworden. Mich haben sie in der Art alle eher abgeschreckt, ihre Art, ihr Leben, ihr Umgang untereinander - besonders im Bezug auf Leka, den Sohn. Mich hat das Buch am Ende nicht mehr gefesselt, schade, obwohl es mir einiges über den Kosovo vermittelt hat, wurde vieles nur am Rande nebenbei durch die Bilder der Akteure, durch das Computerspiel oder auch über die Kunstbrille vermittelt. Für mich, die mit allen Bereichen zu wenig anfangen kann, blieb daher vieles eher im Dunklen. Genau wie die Figuren, die der Autor hier gezeichnet hat.

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    • 6

    KruemelGizmo

    20. April 2016 um 17:13
  • Hat mich leider in den letzten Kapiteln doch noch abgehängt

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    anushka

    10. April 2016 um 21:47

    Als Benji einen fremden Jungen mit nach Hause bringt und fragt, ob er ein paar Tage übernachten kann, ist Benjis Vater nicht begeistert. Doch als dieser Junge, Leka, plötzlich verschwindet, machen sich Benji und sein Vater auf die Suche nach ihm. Dabei begegnen sie Lekas Vater Jakob, einem erfolgreichen Computerspieleentwickler und unternehmen schließlich eine Reise in den Kosovo, immer auf der Spur der Liebe des deutschen Jakob zur kosovarischen Arjeta und ihrem gemeinsamen Sohn Leka.Die Erzählperspektive dieses kleinen Romans ist eine sehr ungewöhnliche. Der Erzähler ist Benjis namenloser Vater, der oft die seinerseits ihm erzählten Handlungen und Entwicklungen berichtet und, hinsichtlich deren Glaubhaftigkeit, kommentiert. Auf diese Weise wird sehr gut deutlich, wie subjektiv jede Geschichte von den einzelnen Beteiligten wahrgenommen wird. Dadurch sind gleichzeitig aber auch beide Parteien dieser "Liebesgeschichte" nicht sonderlich sympathisch. Arjeta flüchtet in jungen Jahren zusammen mit ihrer Familie vor dem Kosovokrieg nach Deutschland. Nach dem Schulabschluss kommt Arjeta mit ihrem ehemaligen Mitschüler Jakob zusammen, doch die Familie akzeptiert ihn nicht und würde Arjeta lieber mit einem Landsmann liiert sehen. Die Liebe zerbricht, doch Jakob folgt Arjeta und ihrer Familie in den Kosovo, ein vom Krieg völlig zerstörtes Land. Jakob lässt nicht locker, obwohl Arjeta ihm deutlich macht, dass es zuende ist. Dadurch und auch durch seine Obsession für die Spieleentwicklung wird Jakob nicht sonderlich mögenswert. Arjeta dagegen wird zu einer kritischen Künstlerin, deren Kunst ziemlich "abgedreht" klingt und für die sie auch schon mal ihr Kind wochenlang allein lässt. Auch sie taugt wenig zur Sympathieträgerin.Benji und sein Vater reisen in den Kosovo, um Leka dort zu suchen und erfahren viel über die persönliche Geschichte der Familie, aber auch einiges über die Versuche des Wiederaufbaus in diesem zerstörten Land und den Krieg.Doch leider für meinen Geschmack zu wenig. Es werden viele Themen angerissen wie das Künstlermilieu, der Krieg, der Wiederaufbau und vieles auch in Metaphern eines Computerspiels verkleidet. Der Krieg hätte aber meiner Meinung nach eine größere Rolle einnehmen können, man bleibt sehr davon distanziert. Auch die kulturellen Konflikte der Beziehung zwischen Jakob und Arjeta hätten umfangreicher eingebunden sein können. Durchsetzt ist die Handlung von Szenen eines Computerspiels, dass die Jungen spielen, bei denen sich mir der Sinn nicht gänzlich erschließt. Auch wenn die Erzählperspektive interessant ist und mehr als eine unzuverlässige Quelle bietet, las sich das Buch für mich insgesamt etwas holprig. Ich habe das Buch zwar mit Interesse an der Handlung gelesen, jedoch immer darauf gewartet, dass noch etwas folgt, noch etwas passiert. Als der Erzähler sich jedoch auf den letzten Seiten in philosophischen Betrachtungen (zu Arjetas Kunst) ergeht und dann noch seine eigene Kindheit betrauert, was an dieser Stelle meiner Meinung nach überhaupt passte, hat mich das Buch dann doch noch "verloren". Das Ende habe ich nur noch als zäh empfunden.

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  • Zwischen Hamburg und Prishtina

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    Sikal

    09. April 2016 um 17:46

    …spielt die Geschichte in dem besonderen Titel „Y“. Der Titel springt auch zuerst gleich mal ins Auge, gemeinsam mit dem fabelhaften Cover. Jakob lernt Arjeta in der Schule kennen, trifft sie nach etlichen Jahren wieder auf einer Party in Hamburg und sie werden zu einem Paar. Als im Kosovo der Krieg ausbricht, verbindet sich Arjeta immer mehr mit ihrer Familie und verfolgt mit ihr gemeinsam die Nachrichten aus der Heimat. Jakobs ganze Leidenschaft gilt neben Arjeta dem Computerspiel, er schafft es auch, seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Als Arjeta nach dem Krieg mit ihrer Familie wieder in den Kosovo geht, folgt ihr Jakob… Der Roman berichtet aus einer interessanten Perspektive – der des Erzählers. Ihm kommt im Buch eine tragende Rolle zu, er lernt die Protagonisten Jakob und Arjeta nacheinander kennen und fügt aus ihren Erzählungen eine Geschichte zusammen. Die Begleitumstände, dass sich der Sohn des Erzählers Benji sowie Leka, der Sohn Jakobs und Arjetas, kennen und Freunde werden, vervollständigen das Bild. Der Erzähler und Benji werden immer tiefer in die Geschichte hineingezogen, kommen schließlich selbst nach Prishtina und lassen sich von Arjeta einen Einblick in das Leben in ihrem Land, die politischen Wirrungen geben. Arjeta hat durch ihr Engagement in künstlerischen Kreisen für sich einen Weg gefunden damit umzugehen – mittels Aktionskunst. Jakob hingegen verwertet seine Einblicke in dieses Land, in dem der Kampf trotz dem Ende des Krieges allgegenwärtig ist – wie könnte es anders sein – in einem PC-Spiel. Der Autor, Jan Böttcher lebt als Sänger und Songtexter in Berlin und hat bereits einige Preise gewonnen. Den Schreibstil habe ich auch als äußerst positiv empfunden, sachlich, beinahe distanziert – dieser Abstand wird auch durch den Erzähler noch verstärkt. Die Geschichte selbst war für meine Begriffe zu fragmentiert, teilweise zu langatmig und vor allem die endlosen Tiraden über PC-Spiele und Aktionskunst konnten mich nicht fesseln. Die Charaktere waren mir – bis auf die beiden Jungs – allesamt unsympathisch, ich konnte mit Jakob ebenso wenig anfangen wie mit Arjeta und ihrer Familie. Der Roman hat durchaus positive Aspekte, wie das Thema Kosovo, das Gefühl der Heimatlosigkeit in einem fremden Land und das Bedürfnis beim Wiederaufbau dabei zu sein. Auch das Gefühl, das Arjeta hatte als sie wieder zurückkam und doch nicht dazugehörte, weil sie den Krieg dort nicht erlebt hat, fand ich berührend. Doch der Schwenk in Richtung virtueller Abrechnung war zu viel des Guten und letztendlich habe ich Absätze überflogen und nicht mehr richtig verfolgt.

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  • Der Kosovo - zwischen Provisorien und Identität

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    Ginevra

    05. April 2016 um 20:15

    Der namenlose Ich-Erzähler dieses Romans ist ein Familienvater eines 16-jährigen Jungen namens Benji. Dieser versteckt eines Tages einen fremden Jungen in der Wohnung - Leka, der aus dem Kosovo nach Hamburg gekommen ist, um seinen leiblichen Vater Jakob zu besuchen. Doch dieser ist ein ambitionierter PC-Spiele-Entwickler und hat zu wenig Zeit für Leka - genau wie seine Mutter Arjeta, eine bekannte Aktionskünstlerin aus "Kosova", wie Einheimische den Kosovo nennen. Immer tiefer verstricken sich Benji und sein Vater in Lekas Geschichte, so dass sie ihm sogar nach Priština folgen. Zunächst schockiert von dem immer noch ziemlich desolaten Zustand der Stadt, bekommen sie durch Arjeta einen tiefen Einblick in die jüngste Geschichte des kriegsgebeutelten Landes. Zwei Völkerstämme kämpfen um die Vorherrschaft, diese wiederum zersplittert in mehrere Untergruppierungen. Wie können die Probleme gelöst werden? Jeder der Beteiligten versucht auf seine Weise, mit dem Unverständlichen fertig zu werden: Jakob entwickelt ein Partisanen-Strategie-Spiel, das Jugendlichen eine vermeintliche Kontrolle über das Kriegsgeschen gibt, und die Möglichkeit, gefahrlos daran teilzunehmen. Arjeta wiederum bezeichnet diesen Umgang mit ihrer Kultur als Ausbeutung, die sie mit komplexen Video-Installationen bekämpfen will. Und der Erzähler schreibt einen Roman darüber, und verknüpft eine alte Weisheit über den Buchstaben "Y" mit der aktuellen Geschichte... Jan Böttcher, geb. 1973, ist ein erfolgreicher, preisgekrönter Autor, Sänger und Texter. In seinem Roman "Y" möchte er die Verantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern thematisieren, besonders in der politisch komplizierten aktuellen europäischen Situation. Mir hat dieser Roman größtenteils gut gefallen, besonders die Passagen über Benji und seinen Vater, die beide eine positive Entwicklung durchlaufen - und immer mehr zueinander finden. Die ausführlichen Beschreibungen von Kunstaktionen und PC-Spielen dagegen fand ich etwas zu lang geraten, dazu fehlte mir vielleicht auch einfach das Vorstellungsvermögen. Trotzdem fand ich es sehr interessant, mehr über "Kosova" zu erfahren, und den Buchstaben "Y" werde ich in Zukunft mit anderen Augen betrachten! Fazit: 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung für jeden, der sich für Vater-Sohn-Beziehungen, Elternschaft und die Balkanpolitik interessiert.

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