Jan Brandt Gegen die Welt

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Inhaltsangabe zu „Gegen die Welt“ von Jan Brandt

Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen. In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Kuper beginnt einen Kampf gegen das Dorf und seine Bewohner. Sie sind es, gegen die er aufbegehrt, und sie sind es, gegen die er am Ende verliert. ›Gegen die Welt‹ ist ein großer deutscher Roman: über die Wende in Westdeutschland, über Popkultur in der Provinz und über Freundschaften, die nie zu Ende gehen. 'Ein tollkühner Roman über Freundschaft und Verrat. Rebellisch und bewegend, wahnsinnig und witzig. Großes Kino.' Sönke Wortmann

Trotz seines Umfangs sehr gut und schnell lesbar. Plus außergewöhnliche Gestaltung! Toll!

— SchattenImLicht
SchattenImLicht

Wahrlich großer Roman

— ralf_boldt
ralf_boldt

Langatmiges Experimentieren. Nach 400 Seiten schließlich abgebrochen.

— sandie81
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    Gegen die Welt
    ralf_boldt

    ralf_boldt

    17. October 2014 um 09:17

    Daniel Kuper, Sohn eines Drogisten, wohnt in dem scheinbar beschaulichen (fiktiven) ostfriesischen Dorf Jericho. Doch der Name ist Programm: wie in der biblischen Geschichte wird die Idylle des Dorfes zwar nicht durch Posaunen, doch durch Heavy Metal, Kornkreise und Hakenkreuze massiv gestört. Der Roman ist ein Heimatroman; das Lokalkolorit wird so dargestellt, dass ein Ostfriese sich sofort zurechtfindet. Sonntags gibt es Snirtjebraten mit Rotkohl, der Bekleidungshändler ist ein Plünnenrieter" (Lumpenreißer), der Lebensmittelhändler ist ein Kluntjeknieper (Kandiskneifer) und der Postbote heißt Postlooper" (Postläufer). Für Nicht-Ostfriesen ist es halt reine Exotik. Im Dorf scheint alles seinen bedächtigen Gang zu gehen. Wie schon hunderte Jahre zuvor gibt es gepflegte Traditionen. Der Männergesangverein und der Skatclub sind die kulturellen Highlights. Sonntags trifft man sich vormittags zum Frühschoppen und nachmittags zum Tee. Jeder spielt in diesem Dorftheater die Rolle, in die er hineingeboren worden ist. Doch im Dorf ist nichts so wie es scheint. Hinter der ländlichen Fassade brodelt es gewaltig. Der Drogist legt alles flach, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Der Bauunternehmer macht seine eigene Politik. Geschäfte müssen wegen der Konkurrenz der Ketten schließen. Die Beschaulichkeit beginnt zu bröckeln und hinter den Masken zeigen sich die wahren Gesichter. Die meisten Menschen sind nicht auf die neue Zeit vorbereitet. Wie sollten sie auch, es hat ihnen niemand beigebracht. Und so versuchen alle, so lange wir irgend möglich, das Alte zu bewahren. In diesen Umbruch wird Daniel hineingeboren. Schon bald bemerkt er, dass die Dorfbewohner zwar gegen den Wechsel ankämpfen, diesen aber nicht aufhalten können. Er selbst hat es mit seiner überbordenden Phantasie schwer, seinen Platz in der Gemeinschaft zu finden. Daniel ist Science Fiction-Fan. Die Abenteuer von PERRY RHODAN animieren ihn zu Tagträumen, in denen er der Superheld mit der Strahlenpistole ist. Als kosmischer Agent muss er an schwierigen Missionen teilnehmen. Mit einigen Gleichaltrigen entdeckt er den Heavy Metal und tritt sogar mit einer Band auf, die sich nach dem ersten Gig in der Schule sogleich wieder auflöst, da das Publikum in Jericho keinerlei Verständnis für diese Art von Musik zeigen möchte. In Jericho kommt es zu einer Reihe von unerklärlichen Ereignissen. Daniel Kuper kommt blutüberströmt nach der Schule nach Hause und kann sich an nichts erinnern. Er ist in einem Kornkreis wieder zu Bewusstsein gekommen. Dieser Vorfall wird zu einem großen Presserummel. Ein Freund wird vom Zug erfasst und überall im Dorf tauchen Hakenkreuze an den Wänden auf, die trotz Entfernung mit Nitroverdünnung nachts wieder zu leuchten beginnen. Dadurch wird Jericho zum Wallfahrtsort für Neonazis. In all die Geschehnisse schient Daniel verwickelt zu sein. Die Dorfbewohner sehen in ihm den Schuldigen und beginnen auch seine Familie zu ächten. Seine Mutter kommt damit noch gut zurecht, doch sein Vater scheint innerlich zu zerbrechen. Auch Daniel muss schließlich seinen Kampf gegen das Dorf und deren Bewohner verlieren. Das Buch ist nicht nur wegen seines Umfangs von über 900 Seiten ein gewaltiges Stück Literatur. Der Autor weiß zu erzählen, wo erzählt werden muss und setzt brillante Dialoge ein, wo die Figuren miteinander sprechen müssen. Auch bei längeren Zwiegesprächen kommt er dennoch immer auf den Punkt. Vor dem Auge des Lesers erwachen die Personen zum Leben. Die Charakterisierung ist messerscharf. Auch formal weißt das Buch eine Füller von innovativen Ideen auf. Schon der Buchdeckelt ist eine Collage der Popkultur: Hunderte von Begriffen aus dem Roman sind auf dem rot-braunen Einband abgedruckt. Der Roman beginnt mit einem Faksimile (Maschine mit handschriftlichen Anmerkungen) eines Schreibens an Gerhard Schröder, in dem vor der Weltübernahme der außerirdischen Plutonier" am 09.09. 1999 gewarnt wird. Wobei die Plutonier nicht vom Planeten Pluto kommen, sondern zufällig diese Bezeichnung tragen. Ab Seite 214 teilt sich die Handlung für gut 150 Seiten. Dies auch optisch. Zwei Geschichten werden parallel erzählt. Die Seite wird durch einen Doppelstrich in eine obere und untere Hälfte getrennt. Beeindruckend sind auch die Passagen, wo Daniel aus einer Bewusstlosigkeit erwacht: Hier ist der Druck zunächst schwach, fast nicht zu lesen und wird immer schwärzer, bis ein normales Druckbild entsteht. Der Roman ist ein Heimatroman und doch keiner. Er beschreibt den Weg eines Dorfes in die Neuzeit. Dieser Umbruch fand überall in Deutschland statt, nicht nur in Ostfriesland. Manchen Menschen ist es gelungen, ihn zu mitzugehen, manche scheitern und der Zug ist für diese abgefahren (Züge spielen übrigens auch eine große Rolle im Roman). Als Erstlingswerk überrascht Gegen die Welt". Der Roman nimmt den Leser auf der ersten Seite gefangenen und entlässt ihn erst wieder auf der letzten Seite in die Freiheit. Gegen die Welt" hat trotz der Länge keine Längen und das will in der heutigen Literatur schon etwas heißen. Neun Jahre soll der Autor an dem Werk geschrieben haben. Es hat sich gelohnt, denn nun dürfen wir den Roman lesen, was jeder - wirklich jeder - sich vornehmen sollte.

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  • Gegen die Welt

    Gegen die Welt
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 10:55

    Jan Brandt erzählt in seinem beachtenswerten Debütroman die Geschichte des im fiktiven ostfriesischen Jericho lebenden Daniel Kuper. Der Leser begleitet Daniel rund 20 Jahre lang. Er sieht ihn aufwachsen, beobachtet ihn bei Jungenstreichen und begleitet ihn durch seinen Alltag. Durch häufige Perspektivwechsel ermöglicht es Jan Brandt dem Leser, das gesamte Umfeld des Jungen kennenzulernen und zu erfahren, wie er auf andere Menschen wirkt. Eigentlich ist er ein ganz normales Kind - mit ein bisschen viel Fantasie und nur wenigen Möglichkeiten, diese in die richtigen Bahnen zu lenken. So werden ihm von den Bewohnern Jericho's schnell alle möglichen sonderbaren Ereignisse zur Last gelegt, Nazischmierereien, Schneefall im Sommer, Kornkreise. Je mehr er versucht, seine Unschuld zu beweisen, umso mehr zieht er die Verdachtsmomente auf sich. Er wird zum Außenseiter und wirkt schon wie ein junger Don Quichote, der einen Kampf gegen Windmühlenflügel oder auch gegen die Welt aufgenommen hat. Mit großer Liebe zum Detail, man kann es auch fast schon als Detailversessenheit nennen, beschreibt der Autor das Leben in der Kleinstadt, charakterisiert die Bewohner, bis man schlussendlich glaubt, man kenne die Gegend, ihre Menschen und wäre den Weg vom Bahnhof zur Drogerie Kuper selbst schon x-mal gegangen. Das mag einerseits ein Vorteil sein, denn es schafft Nähe, andererseits entstehen durch die Ausführlichkeit unweigerlich Längen, die den Lesefluss hemmen. Besonders die schier endlosen und im ganzen Roman vorkommenden Aufzählungen haben meinen guten Gesamteindruck doch etwas getrübt. Ungewohnt, weil unüblich, ist auch das Layout des Romans. Er beginnt und endet mit jeweils 6 unbedruckten Seiten. Andere Seiten sind nur zum Teil mit Text gefüllt. In einer ganzen Passage existieren in einem oberen und einem unteren Teil unterschiedliche Handlungsstränge. Dann wieder verblasst das Druckbild. Ungezählte Male gibt es Verweise auf Musik, Bücher und Filme der damaligen Zeit. Das lässt das Buch authentisch wirken, denn der Leser begibt sich in Gedanken auf die gleiche Zeitebene wie die Protagonisten. Für mich ist "Gegen die Welt" ein unkonventionelles, mutiges Buch, das die Experimentierfreudigkeit eines jungen Autors belegt, der zum Teil mit Althergebrachtem und literarischem Einerlei bricht. Trotz meiner Kritik wird Jan Brandt bei mir nicht in Vergessenheit geraten. Auf einen neuen Romanen von ihm bin ich sehr gespannt.

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  • Rezension zu "Gegen die Welt" von Jan Brandt

    Gegen die Welt
    stephi

    stephi

    03. March 2013 um 10:55

    Das erste, was mir nach der Lektüre dieses Buches einfällt: Ich bin froh, dass es vorbei ist. Selten hat mich ein Buch so deprmiert wie Gegen die Welt. Keine der Figuren waren mir in irgendeiner Weise sympathisch. Das grau des Umschlages passt zu dem grau des Inhaltes. Warum ich es zu Ende gelesen habe, weiß ich selbst nicht so genau, wahrscheinlich dachte ich, dass es irgendwann doch noch gut wird. Außerdem hat der Autor recht kurzweilig geschrieben, empfehlen kann ich das Buch höchstens denjenigen, die in der gleichen Zeit groß geworden sind, und manche Dinge wiederfinden. Das Buch bleibt mir ein Rätsel.

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  • Rezension zu "Gegen die Welt" von Jan Brandt

    Gegen die Welt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. November 2012 um 19:52

    Alles, was Daniel Kuper auch in seinem Leben tut, ist "gegen die Welt". Ob er angeblich von Außerirdischen entführt und wieder im Kornfeld freigelassen wird, ob er angeblich Hakenkreuze an die Wände seines westdeutschen Heimatdorfes Jericho pinselt, ob er angeblich verantwortlich ist für den Freitod auf den Schienen eines Klassenkameraden. So jedenfalls sehen es seine werten Dorfmitbewohner. Und selbst seine Eltern glauben ihm nicht, dass er immer wieder in Situationen gerät, an denen er weder Schuld ist, noch das getan hat, was ihm unterstellt wird. Und dies nur, weil er irgendwie dazu gehören will. Eigentlich ist das Buch ein Sammelsurium skurriler Geschichten. Hard - Daniels Vater - zum Beispiel, liebt seine Frau, hat aber einige Affairen gleichzeitig und wie er diese händelt, ist allemal ein Schmunzeln wert. Oder Daniels Freund Onno, der Musikenthusiast, der sich ausgerechnet die Bühne wählt für seinen spektakulären Abtritt. Oder Stefan, der sich verfolgt fühlt von Außerirdischen, die seiner Ansicht nach die Welt erobern, indem sie sich den Menschen als Wirt bemächtigen. Im Laufe des Romans fragt man sich als Leser, wohin uns die Geschichte führen will, was ist die Essenz. Aber sie lebt wie jeder großer Roman von der Schilderung alltäglicher Ereignisse, die ein Porträt einer Zeit sind. In diesem Fall die Zeit kurz vor und nach der Wiedervereinigung. Welche Auswirkungen die Einheit für die westdeutschen Provinzler hat, wie sie zu den zugezogenen Ostdeutschen im kurzerhand umgetauften "Kumponistenviertel" stehen. Wie schwer der Kampf der kleinen Läden gegen die sich geschwürartig ausbreitenden Filialisten wurde. Wie sich die Wahl der Schulform auf das gesellschaftliche Umfeld der Jugendlichen auswirkt. Am Ende bleibt es dem Leser überlassen, ob er an eine Verkettung vieler seltsamer Umstände glaubt oder an den Einfluss der Außerirdischen an den gesammelten Absurditäten von Jericho (welch bezeichnender Name!). Ich selbst war geneigt, dem letzten Glauben zu schenken. Mich amüsiert dieser Gedanke. Brandt bedient sich außerdem mit gewisser Freude drucktechnischer Stilmittel, die dem Buch einen gewissen Kick geben. So wird beispielsweise für ca. 150 Seiten das Buch zweigeteilt und zwei Erzählperspektiven parallel geführt. Solche Spielereien gibt es noch weitere: Briefe haben eine Schreibmaschinenschrift mit handschriflichen Einschüben. Die Vernebelung des Geistes aufgrund von Alkohol oder Ohnmacht verblasst auch im Schriftbild. "Gegen die Welt" ist ein wirklich lesenswerter Roman. Zur absoluten Begeisterung fehlte mir noch die große Klammer, die alles (wirklich schlüssig) zusammenhält. Dennoch war der Roman in meinen Augen zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2011. Eine Empfehlung!

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  • Rezension zu "Gegen die Welt" von Jan Brandt

    Gegen die Welt
    Boris

    Boris

    Ja...es ist völlig überflüssig jedes auftauchende Auto mit Herstellungsdatum und PS-Zahl vorzustellen. Ja...es gibt Aufzählungen, z.B. die Anwesenden einer Wahlveranstaltung, die völlig überflüssig sind. Ja...die geteilten Seiten, ein Handlungsstrang oben, ein anderer unten: muß "man" nicht machen. Ja...über 900 Seiten, muß das sein? Nein, für mich hätten es auch mehr sein können. Ich komme nicht aus Ostfriesland, bin auch "etwas" älter als die Protagonisten des Romans. Trotzdem hat mich Jan Brandt gepackt. Als Leser bin ich sofort im Dorf. Das Zeitkollorit paßt genau - Dallas, Perry Rhodan, die Heavy Metal-Szene - und doch erschöpft sich der Roman nicht in "Name-Dropping". Die Figuren, natürlich besonders der "tragische" Held Daniel Kuper, berühren. Wer kennt nicht das Gefühl alles richtig machen zu wollen und eine Spur des Versagens zu hinterlassen. Aber auch Figuren wie den Lokführer in der "geteilten"Episode, werde ich nicht so schnell vergessen. Tolles Buch!

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  • Rezension zu "Gegen die Welt" von Jan Brandt

    Gegen die Welt
    awogfli

    awogfli

    Was ist eigentlich in letzter Zeit mit mir und den von renommierten Kritikern so hochgelobten aktuellen Büchern los? Entweder bin ich verrückt, oder die Kritiker haben sich blenden lassen. Jan Brandt hat also den grossen deutschen Roman geschrieben. Erkenntnis der letzten beiden Wochen: Mittlerweile muss ich nicht nur vor dem großen amerikanischen Roman auf der Hut sein, sondern vor allen "grossen Romanen" auch wenn es deutsche sind. Warum? Das ist einfach erklärt. In diesem grossen deutschen Roman passiert zuerst auf 213 Seiten fast gar nix, zwar sprachlich wunderbar arrangiert, aber kaum ein Ereignis, keine Geschichte, keine Substanz, wirklich ein Nichts aber qualitativ hochwertig episch extrabreit aufbereitet - ein sprachliches Luxus-Nichts. Damit dem Leser danach auch nicht fad wird, muss er anschliessend ordentlich gequält, die Seite in zwei Teile oben und unten geteilt werden und in beiden Bereichen laufen unabhängig voneinander zwei Geschichten ab, die ständig durch vor- und zurückblättern qualvoll rezipiert werden müssen. Leute ich lese ein Buch sequentiell ( Hallooo!!! Das ist Sinn und Zweck vom traditionellen Medium Buch), ansonsten würde ich mir eine Website mit Hypertext-Links vornehmen. Das ist so, wie wenn man eine total langweilige Frau ganz krass und augenzerfetzend schreiend schminken würde, damit man vertuscht, wie flach und substanzlos sie ist. Bei Männern hinkt der Vergleich nur, weil man sie nicht schminken würde, aber setzen wir einen solchen Langweiler einen Mehlwurm.... in einen total grässlichen dottergelben Lamborghini, da vergisst man ob des grässlichen Autos schon mal darauf, sich den Menschen hinter dem Volant anzusehen. Weiters existieren bei diesem gefallsüchtigen geteilen Rezeptions-Arrangement noch dazu mehrere gravierende Umbruchsfehler (S. 266, 267f unten)- was in dieser Konstellation extrem verwerflich ist. Weil ich mich von niemandem gerne für nicht vorhandene Qulität und Inhalt quälen lasse, breche ich nun auf Seite 275 sehr genervt ab und lese jetzt was gscheites, eine einfache Geschichte, die Seite für Seite spannend etwas erzählen möchte, so wie dies Aufgabe eines Buches ist. Fazit - grässlich, grausam, fürchterlich, selbstverständlich sprachlich super - aber cui bono?

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  • Rezension zu "Gegen die Welt" von Jan Brandt

    Gegen die Welt
    walli007

    walli007

    27. December 2011 um 09:06

    Jugendspiele Eine Kindheit und Jugend in der norddeutschen Provinz, das erlebt Daniel. Dabei ist er ein etwas seltsamer Junge, doch ist er seltsamer als seine Kumpel. In der Schule geht es eher schlecht als recht. Je älter er und seine (vermeintlichen) Freunde werden, desto wirrer werden ihre Gedanken und Aktionen. Und die Erwachsenen sind auch weder Vorbild noch Stütze. Das Ganze vor dem Hintergrund des norddeutschen Kleinstadtmiefs. Angesichts der guten Besprechungen war ich sehr gespannt auf das Buch. So habe ich es mir gleich geschnappt als es bei den neuen in der Bücherei rumstand. Einen Bezug zur Thematik des Buches hatte ich, stamme ich doch selbst aus der norddeutschen Provinz. So hatte ich auch hin und wieder einen Wiedererkennungseffekt. Allerdings war ein Schmunzeln hier und da auch das einzige Positive, das mir das Buch entlocken konnte. Mir fehlte der Zusammenhang, irgendwie scheint mir die Dorfjugend in Jericho nur aus Irren zu bestehen, die vor der Zeit austicken, zu Tode kommen oder überhaupt von sämtlichen Bahnen abkommen, die das Leben so bietet. Dabei gibt es kaum Erklärungen. Und eine solche Zusammenballung von Ausnahmen im negativen Sinne macht die Handlung, die über hunderte von Seiten ausgewalzt wird, irgendwie unglaubwürdig. Dann noch das Rätselraten, wer gerade berichtet, oder von wem die Rede ist. Und jeder scheitert für sich selbst. Vielleicht sieht mancher Leser hierin gerade eine große Leistung, für mich jedoch war es nichts.

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  • Rezension zu "Gegen die Welt" von Jan Brandt

    Gegen die Welt
    Tialda

    Tialda

    11. November 2011 um 15:32

    x Autor: Jan Brandt x Titel: Gegen die Welt x Genre: Roman x Erscheinungsdatum: 01. August 2011 x 927 Seiten x Dumont Buchverlag x ISBN: 3832196285 x Erste Worte: Sehr geehrter Herr Schröder, ich habe Sie im Fernsehen gesehen. Seit der Wahl habe ich alle Ihre Reden aufgenommen und die Bänder in Slowmo abgespielt, teilweise sogar Bild für Bild. Ich habe Sie genau beobachtet und nichts Ungewöhnliches feststellen können. Sie haben nicht den Blick. Sie sind sauber. Und ich bin es auch. Aber von Männern wie uns, wahren Männern, gibt es nicht mehr viele. Und deshalb müssen wir uns verbünden. Klappentext: Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Thujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen. In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen Möglichkeiten, diese auszuleben. Bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für vieles wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich. Daniel Kuper beginnt einen Kampf gegen das Dorf und seine Bewohner. Sie sind es, gegen die er aufbegehrt, und sie sind es, gegen die er am Ende verliert. Rezension: Als ich Jan Brandts „Gegen die Welt“ das erste Mal aufschlug, befürchtete ich, angesichts der rund 930 Seiten auf relativ dünnem Papier, an diesem Buch wohl ewig zu lesen – was aber dann aufgrund des flüssigen Schreibstils doch nicht so war. Der Autor erzählt über ein Dorf in Ostfriesland, wobei Daniel Kuper die Hauptrolle spielt. Die Geschichte startet in seiner frühen Kindheit, Mitte der 70er Jahre und zieht sich bis ins neue Jahrtausend hinein. Eine klare Handlung ist nicht zu erkennen und am Ende fragte ich mich sogar nach dem Sinn oder der Botschaft des Buches, das mitten im Satz endet. Dafür ist aber die Aufmachung des Werkes sehr interessant. Wenn man den Schutzumschlag abnimmt, findet man die braunen Buchdeckel mit fortlaufend weißen Stichworten versehen, die alle irgendwo im Roman auftauchen und erst einen Sinn ergeben, wenn man das Buch gelesen hat. Die Geschichte an sich ist in drei grobe Abschnitte aufgeteilt und darin wiederum in Kapitel. Ungewöhnlich ist ein Abschnitt im Buch, bei dem jeweils in der Mitte der Seite eine horizontale Trennlinie verläuft und bei dem oberhalb der Linie von Daniel und seinen Freunden erzählt wird und unterhalb von einem Lokführer. Am Ende diesen Abschnitts haben die beiden verschiedenen Handlungsstränge aber dann doch miteinander zu tun – sie laufen zu einem Thema zusammen. Diese Aufteilung ist allerdings sehr anstrengend zu lesen. Es geht aber nicht nur um Daniel, von dem immer in der 3. Person erzählt wird. Zweimal gibt es Passagen, die in der Ich-Perspektive von anderen Personen handeln und man erfährt auch ganz genau was mit Daniels Freunden im Lauf der Jahre passiert. Gelesen werden kann „Gegen die Welt“ eigentlich von jedem, der sich gerne berieseln lässt und verschiedene Themen wie erwachsen werden, Politik und Freundschaft in einem Buch vereint haben möchte. Fazit: Zwar ohne eindeutige Handlung aber dafür sehr gut geschrieben und interessant aufgemacht.

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  • Rezension zu "Gegen die Welt" von Jan Brandt

    Gegen die Welt
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    06. October 2011 um 16:30

    „Wäre die Bibel ein Roman, würde ein Lektor ihn um die Hälfte kürzen.“ Warum hat das bei diesem Roman niemand getan? Zu lang – das ist das Erste was mir nach dem Lesen durch den Kopf ging. Viel zu lang. Über 900 Seiten. Daniel Kuper, Sohn einer Drogeristen-Dynastie, wächst mehr oder weniger behütet in Jericho, einem kleinen Ort im Norden Deutschlands auf. So behütet wie man in den 80er Jahren eben aufwachsen kann. Er ist der Protagonist in Jan Brandts Debütroman, aber dann auch wieder nur einer unter vielen, die hier zu Wort kommen. Seine Eltern, seine Freunde und auch vollkommen Fremde erzählen ebenfalls. Vom Leben in den 80ern, Eheproblemen, Elternproblemen, Problemen an sich – mir sind das zu viele Personen, zu viele Probleme. Kein roter Faden, keine einheitliche Linie. Zu viele Versuche, etwas Unkonventionelles und Experimentelles im Roman unterzubringen. Es gelingt nicht. Was schade ist, denn mir gefällt, wie Jan Brandt erzählt. Nicht unbedingt das Was, sondern das Wie. Dieser ruhige, abgeklärte Ton – norddeutsch fällt mir dazu ein. Eher spröde als emotional. Schnörkellos. Im Zwiespalt. Was macht man mit einem Roman, der einen so ins Grübeln bringt. Mag ich ihn oder nicht? Es gibt diese Momente, in denen ich dieses Buch liebe. Momente des Erkennens, des Wiedererkennens – auch ich bin ein Kind der 80er und Ja, so war es! Nostalgie macht sich in mir breit – ein schönes Gefühl, wenn ein Roman so ans eigene Leben anknüpft und dort Gemeinsamkeiten findet. Wenn man sich dem Protagonisten auf einmal ganz nahe fühlt. Und wenn er sich dann wieder entfernt – schade. Mag ich Gegen die Welt? Ich kann auf die einfache Frage keine Antwort geben, keine Beurteilung abgeben. 1 Stern oder 5 Sterne. Jede Antwort wäre in irgendeiner Weise gerechtfertigt – und dann doch wieder nicht. Ich verzichte auf die Sterne.

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  • Rezension zu "Gegen die Welt" von Jan Brandt

    Gegen die Welt
    marion_gallus

    marion_gallus

    04. October 2011 um 21:18

    „Gegen die Welt“ erzählt die Geschichte von Daniel Kuper, der in der kleinen Ortschaft Jericho in Ostfriesland aufwächst. Daniel (Sohn des nicht wenig einflussreichen Drogisten Hard Kuper) gilt schon immer als seltsames Kind, mit einer extremen Fantasie. Als im Dorf seltsame Dinge geschehen, werden sie zum grossen Teil Daniel zugeschrieben. Da gibt es beispielsweise Schneefall im Spätsommer oder einen plötzlich auftauchenden Kornkreis im Maisfeld. Als Daniel dort schwer verletzt wird, sollen ihn angeblich Außerirdische entführt, untersucht und wieder abgesetzt haben. Dann werden die Häuserfassaden des Dorfes mit Hakenkreuzen verunstaltet und als Daniel diese entfernen will, weil er sie einfach unmöglich findet, wird er erwischt und auch dies wird ihm in die Schuhe geschoben. Ist es Daniel möglich unter diesen Voraussetzungen eine normale Kindheit und Jugend zu verbringen? Daniel versucht sein Bestes um normale Freunde zu haben und später ein einfacher, stinknormaler Teenager zu sein. Ob das gelingt … Weiterlesen: http://buchwelten.wordpress.com/2011/10/04/gegen-die-welt-von-jan-brandt-35/ © Buchwelten 2011

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