Jan Brandt Tod in Turin

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Inhaltsangabe zu „Tod in Turin“ von Jan Brandt

Jan Brandt verbringt ein Wochenende auf der Turiner Buchmesse. Im Gepäck die italienische Übersetzung seines Romans Gegen die Welt . In drei Tagen erlebt er mehr als sonst in einem Monat. Das Ergebnis: dieses Buch. "Ich bin im Himmel gewesen. Ich habe von oben die Alpen gesehen, die schneebedeckten Gipfel. Ich bin in Deutschland gestartet und in einer anderen Welt gelandet. Ich bin meinem Alter Ego begegnet. Ich bin ein anderer. Ich habe mich auf eine Pilgerreise begeben und mein Ziel um ein Jahr verfehlt. Ich habe überm Abgrund geschwebt und den entscheidenden Schritt nach vorn dann doch nicht getan. Ich habe unverschämt leicht bekleidete Frauen gesehen, aber nur im Fernsehen. Ich habe Nackte fotografiert und einen Alarm ausgelöst. Ich weiß jetzt, was unfickbar bedeutet, und seither wünschte ich, ich wüsste es nicht. Ich habe, wenn auch nur kurz, vor Glück geweint. Und jetzt, da ich wieder zurück bin, erscheint mir alles, was ich erlebt habe, wie ein Traum." Jan Brandt

Top Titel, wunderbar ironisch

— MBeyel

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  • Italienische Reise

    Tod in Turin

    serendipity3012

    27. November 2016 um 20:34

    Italienische Reise „Roman“ steht nicht drauf. „Tod in Turn“ von Jan Brandt trägt gar keine Gattungsbezeichnung, lediglich der Titel prangt auf dem Buchumschlag. Das Taschenbuch, das ich gelesen habe, besteht aus einem herausklappbaren Innenumschlag, der sich so weit auseinanderfalten lässt, dass neben einem Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, auf dem „Goethe in der römischen Campagna“ zu sehen ist, ein noch größeres Bild sichtbar wird, das der Comiczeichner (und Grundschullehrer, wie zu lesen ist) Tom Smith gezeichnet hat: Jan Brandt in ähnlicher Pose wie Goethe, vor den Toren der Fiatstadt Turin.Dieser Tom Smith tritt in Brandts Bericht (oder was auch immer es ist, was wir hier lesen) selbst in Erscheinung, als Mitbewohner des Autors, zu der Zeit, zu der dieser sich in London aufhält. Brandt stand mit seinem Debütroman „Gegen die Welt“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2011, der Preis ging damals an den Wenderoman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge. „Tod in Turin“ setzt danach ein. Nachdem es nach der Preisverleihung wieder ruhiger wird und Brandt vor dem Problem steht, nicht recht zu wissen, was nun kommen soll, er Probleme damit hat, weiter zu schreiben, erreicht ihn eine Einladung zur Buchmesse in Turin, wo er sein Buch vorstellen soll, das auf Italienisch herauskommen wird. „Tod in Turin“ liest sich hauptsächlich als Tagebuch dieser Tage in Turin, wobei nie so ganz klar ist, wie viel von dem, was wir da lesen, so passiert ist. Ist am Ende alles oder fast alles erfunden? Oder hat sich das Meiste so zugetragen? Vielleicht ist die Frage gar nicht so wichtig, da man viel über den Literaturbetrieb, vor allem über den italienischen, erfährt, über das Leben eines Schriftstellers, aber auch über ganz andere, profane Dinge. Brandt hat akribisch recherchiert und ist ganz offenbar ein Liebhaber von teilweise sehr ausführlichen Fußnoten, in denen dann kaum eine Frage offen bleibt. Die Lektüre dieser Fußnoten voll von mal mehr, mal weniger nützlichem Wissen, Fußnoten, die das, was gerade Thema ist, immer noch weiter ausschmücken, ihm immer noch eine weitere Nuance geben, habe ich sehr genossen.So geht es einerseits um italienische Verlage, Schriftsteller, Mitarbeiter des Verlagswesens, dann aber schreibt Brandt in aller Ausführlichkeit zum Beispiel über ein italienisches Einkaufsparadies namens Eataly, über Fahrstuhlfahrten, die der Autor immer weiter auszudehnen sich gezwungen sieht, bis er die „10 Gebote“ des Hotelkonzerns alle gelesen und verinnerlicht hat. Jan Brandt ist offenbar ein Pedant, beißt sich fest in Kleinigkeiten, will es ganz genau wissen. Fast immer sind seine Ausführungen dabei unterhaltsam und interessant. Brandts Selbstironie trägt dazu bei, dass man mit ihm zusammen über ihn lachen oder zumindest schmunzeln kann. Einige wenige Stellen waren mir zu ausufernd, ein paar Witze zu gewollt, dies ist aber zu vernachlässigen.Vielleicht stimmt es ja, wie gegen Ende zu lesen ist, dass nur oder sogar (je nach Betrachtungsweise) ungefähr die Hälfte dessen, was Brandt uns erzählt, der Wahrheit entspricht. Dass wir es nicht wissen, macht denn auch einen gewissen Reiz aus. „Tod in Turin“ ist etwas ganz anderes als es „Gegen die Welt“ war, sein Debütroman, auf den auch in diesem Buch immer wieder Bezug genommen wird. Brandts Erzählungen „Stadt ohne Engel“ sind gerade erschienen und nach „Tod in Turin“ freue ich mich auf sie nun umso mehr. Und auf alles, was da noch kommen mag von Jan Brandt, der seine Schreibblockade nun hoffentlich überwunden hat.

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  • Eines der Highlights 2015!

    Tod in Turin

    Kerstin2505

    06. August 2015 um 08:37

    Eines der bisherigen Highlights dieses Jahr ist für mich „Tod in Turin“ von Jan Brandt. Es genügte, kurz in der Buchhandlung Daumenkino durchs Buch zu machen, und schon war es gekauft. Denn was alleine gestalterisch zwischen den Buchdeckeln abläuft, ist schon klasse: Illustrationen, Fußnoten, geschwärzte Stellen, eine Tabelle mit Suizidfällen großer Autoren... Es ist wirklich etwas komplett anderes als man sonst überwiegend geboten bekommt. Kurz zur Handlung: wie die meisten von euch wissen werden, stand Jan Brandt 2011 mit seinem Roman "Gegen die Welt" auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Im Anschluss daran begann, wie er es nennt, eine Zeit des permanenten Ausnahmezustandes: Lesungen in allen Winkeln Deutschlands, ca. 60 innerhalb von acht Monaten, dazu Interviews und das ganze Pipapo, das man als "Beinahepreisträger" zu absolviere hat. Und schließlich der mehrtägige Besuch der Turiner Buchmesse, wiederum mit Lesungen, Interviews, Einladungen, bla bla. Genau über diese Zeit berichtet Brandt, und was dabei herausgekommen ist, lässt sich nicht so ganz benennen: ein Roman über den Literaturbetrieb? Eine Reisereportage? Eine Ansammlung von Alltagsbetrachtungen? Künstlerroman? Im Endeffekt ist das aber auch völlig unerheblich, denn wichtig ist nur: "Tod in Turin" ist ungemein unterhaltsam! Wenn man auf (selbst)ironische Erzähler steht, sich für die Mechanismen von Literatur und Literaturbetrieb interessiert, kluge Betrachtungen und auch mal einen kleinen philosophischen Ausflug mag, der sollte unbedingt zugreifen. Ganz klare Leseempfehlung!

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  • Witzig und klug

    Tod in Turin

    Gospelsinger

    23. March 2015 um 20:37

    Jan Brandt hat es 2011 mit seinem BRD-Untergangsroman „Gegen die Welt“ bis auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Damit begann für ihn eine „Zeit des permanenten Ausnahmezustandes“, in der er ständig unterwegs war und in acht Monaten sechzig Lesungstermine in ganz Deutschland absolvierte. Plötzlich interessierten sich alle für ihn, und kurz vor der Frankfurter Buchmesse bekam der Verlag ein Angebot für die italienischen Weltrechte. Jan Brandt sah das als Auftakt einer weltweiten Karriere, aber es kam anders. Der Buchpreis ging an Eugen Ruge für dessen DDR-Untergangsroman, und um Jan Brandt wurde es still. Lediglich der Vertrag mit dem italienischen Verlag blieb bestehen, und so kam es, dass Jan Brandt zur Buchmesse nach Turin eingeladen wurde. „Alle deutschsprachigen Schriftsteller von Weltrang haben über ihre italienische Reise geschrieben“, nun also auch Jan Brandt. Herausgekommen ist ein ungewöhnliches, kluges und witziges Buch, das man auch dann genießen kann, wenn man, wie ich, „Gegen die Welt“ nicht gelesen hat. Noch nicht gelesen hat, denn „Tod in Turin“ macht Appetit auf mehr. Neben schrägen Betrachtungen über Aufzüge („Welches Beförderungsmittel ist sargartiger?“) und den Feinkostsupermarkt Eataly („Humanistische Erlebnisgastronomie, ein begehbarer kulinarischer Bildungsroman“) werden beispielsweise auf sechs Seiten die Suizidmethoden und –orte von etlichen Schriftstellern beschrieben und ein „Wüstenfuchsprogramm“ gegen Rassisten entwickelt: Man setzt sie in einem Krisengebiet aus und beobachtet, ob sie die Flucht nach Deutschland schaffen. (Ich bin gespannt, welcher Fernsehsender daraus ein Format macht…) Das Buch erinnerte mich stellenweise an „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace . Brandt hat nicht nur einen ähnlich schrägen Humor, sondern auch eine annähernd gleiche Vorliebe für ellenlange Fußnoten. Ich hatte viel Spaß bei der Lektüre.

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