Jan Christophersen Schneetage

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Inhaltsangabe zu „Schneetage“ von Jan Christophersen

Vor der Kulisse der großen norddeutschen Schneekatastrophe um die Jahreswende 1978/79 erzählt Jan Christophersen eine packende Familiengeschichte. Darin schafft er unvergessliche Figuren und entwirft das beeindruckende Bild einer rauen Gegend voller Wasser, Sand und Schnee. Er erzählt von der Suche nach Identität in einer Familie, in der das Schweigen den Weg zueinander zu einer langen Reise werden lässt - atmosphärisch dicht, mit leisem Witz und einer kraftvollen, suggestiven Sprache.

Ausgezeichnet mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses und nominiert für den Franz-Tumler-Preis

Hatte eindrucksvolle Schneeschilderungen erwartet, aber das Schneechaos war sehr nebensächlich. Schade

— hexhex

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  • norddeutsche Familiengeschichte

    Schneetage

    PaulTemple

    Ausgehend vom norddeutschen Schneechaos 1978/79 spiegelt der Protagonist Jannis, Sohn eines britischen Soldaten und aufgewachsen bei seinen Zieheltern, das Familienleben wieder. Umgeben von karger Landschaft und schroffem Meer an der deutsch dänischen Grenze, gibt sich auch die Familie eher schweigsam, lässt Dinge im Dunkeln und geht Konflikten aus dem Weg. Nach und nach stellt sich Jannis jedoch offen seiner Historie. Sprachlich vor allem durch den nüchteren, wortkargen, nordisch-kühlen Stil überzeugend! 

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    • 2

    kleinegrauewolke

    06. May 2015 um 15:46
  • Rezension zu "Schneetage" von Jan Christophersen

    Schneetage

    Golondrina

    10. October 2011 um 10:33

    Die Rahmenhandlung - Schneechaos im Winter 1978/79 wirkt für mich konstruiert, nicht erkennbar, warum der Autor diese einfügt, zumal er es für mich nicht schafft, die Atmosphäre stimmig zu beschreiben... Tja und ansonsten? Es wird viel geschwiegen und abgewartet und nicht gesagt und auf später verschoben; das mag für diesen Landstrich - Nordfriesland - typisch sein aber der Autor gibt mir nichts darüber hinaus in die Hand, alles ist verwaschen, nur angedeutet, verschwommen wie der Horizont im Winter im Watt - Schnee, Deich, Himmel, alles grau, unscharf. Genauso die Figuren. Vater, Mutter, Sohn, Tochter und der Ziehsohn - stehen alle mit dem Rücken zueinander. Entweder redet man nicht miteinander oder man wählt die persönliche Flucht. Dialoge finden fast nicht statt und so bleiben die Taten der Hauptpersonen auch nur ihnen selbst verständlich, wahrscheinlich haben sie in langen inneren Monologen mit sich und dem Leben gerungen - der Leser guckt von aussen zu und wartet auf den großen Showdown. Oder auf irgend einen Hauch von Emotionen. Das Buch ist wie 2 Tage im Grenzkrug gesessen, nicht richtig warm geworden und bis auf ein "tja" nix von den Einheimischen gehört.

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  • Rezension zu "Schneetage" von Jan Christophersen

    Schneetage

    squirrel03

    16. May 2011 um 21:40

    Die Geschichte spielt im Winter 1978/1979 in einem kleinen Dorf an der dänischen Grenze. Jannis, der "Ziehsohn" der Familie Tamm lässt seine Kindheit Revue passieren als sein Stiefvater Paul schwer krank mit dem Notarzt abgeholt wird. Der Leser erfährt wie schwierig es war, den Grenzkrug (eine Gaststätte mit Fremdenzimmern) aufzubauen, den die Familie Tamm betreibt. Es geht um Pauls Leidenschaft, im Watt, nach Ueberresten der versunkenen Stadt Rungholt zu suchen. Und wie nebenbei tauchen immer wieder kleine Puzzleteile auf, die Hinweise über Jannis Herkunft geben. Und dann ist da noch dieser strenge Winter. Berge von Schnee. Und am Schluss findet Jannis endlich zu sich selbst und geht seine eigenen Wege. Die Handlung an sich ist wenig spektakulär. Dennoch ist der Roman sehr spannend. Ich war fasziniert von Rungholt, Halligen und dem Watt. Mir ist diese Welt sehr fremd. Auch die angelegten Persönlichkeitsstrukturen von Paul und Jannis sind sehr überzeugend. Mir hat dieses Buch sehr gefallen und ich habe beim Lesen sogar noch was gelernt.

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  • Rezension zu "Schneetage" von Jan Christophersen

    Schneetage

    Gospelsinger

    Ich kann mich noch sehr gut an den Winter 1978/79 erinnern, den ich in Norddeutschland erlebt habe. Was jetzt gerade als „Schneechaos“ bezeichnet wird, ist gar nichts im Vergleich zu damals. Es war nicht einmal möglich, in das nächste Dorf zu fahren, es gab schulfrei, und die Bundeswehr tat endlich einmal etwas Sinnvolles, nämlich Schnee schippen. Der norddeutsche Schneewinter von 1978/79 bildet den Hintergrund des Debütromans von Jan Christophersen. Paul Tamm, Betreiber der Gaststätte „Grenzkrug“ im Dorf Vidtorft, direkt an der dänischen Grenze, bricht zusammen. Gerade noch rechtzeitig kann er ins Krankenhaus gebracht werden, dann reißt der Kontakt zur Außenwelt ab. Das Telefon ist tot, und nicht einmal mehr Schneepflüge kommen durch. Jannis, der Ziehsohn der Familie, lässt in der Ruhe des Eingeschneitseins die Geschichte der Familie Revue passieren, angefangen mit Paul Tamms Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft. Es war harte Arbeit, den „Grenzkrug“ aufzubauen und für den Fremdenverkehr attraktiv zu machen. Direkt nach dem Krieg mussten erst einmal Flüchtlinge aufgenommen werden. Das war im Zusammenleben nicht immer einfach, aber solidarisches Handeln war damals wesentlich selbstverständlicher als heute. Nach und nach wurden die Zeiten besser und es entwickelte sich der Tourismus an der Nordsee, selbst in dem gar nicht mondänen Grenzörtchen. Der „Grenzkrug“ florierte. Aber dann verliert Paul Tamm das Interesse am Gasthof. Ihn hat das Mysterium um den versunkenen Ort Rungholt gepackt. Jede Minute und leider auch viel zu viel Geld steckt er in sein Projekt und verliert dabei seine Familie und die Bedürfnisse seiner Frau und Kinder völlig aus den Augen. Nur Jannis begleitet ihn. Und findet dabei noch etwas ganz anderes als Hinweise auf Rungholt. Die Erzählweise dieses Buches hat mich völlig begeistert. Der Vergleich mit Siegfried Lenz passt wirklich – wie schön, dass hier ein Nachfolger eines meiner Lieblingsautoren heranwächst. Urwüchsig norddeutsch ist dieses Buch, langsam und ruhig, tiefgründig und nachdenklich. Die norddeutsche Landschaft, die tiefen Charaktere, die Wetterbeschreibungen, die Rückblenden, all das wird vereinigt zu großer Literatur. „Schneetage“ erhält einen Platz in meinem Lieblingsbücher-Regal.

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  • Rezension zu "Schneetage" von Jan Christophersen

    Schneetage

    emeraldeye

    14. October 2010 um 18:01

    "Schneetage" ist ein ruhiger, unaufgeregter Roman, in dem die Veränderung einer Familie im Laufe von Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg beschrieben wird. Gemächlich, aber nie langatmig oder gar langweilig beschreibt Jan Christophersen das Leben in der norddeutschen Provinz nahe der deutsch-dänischen Grenze. Selbst in Norddeutschland aufgewachsen war das Lesen dieses Romans für mich auch ein wenig eine Rückkkehr in meine eigens Kindheit. Die Schneekatastrophe 1978/79 habe auch ich bis heute nicht vergessen. Meterhohe Schneewehen am Rande der Hauptstraßen, Mannschaftswagen voller winkender Soldaten, díe zum Schneeräumen abkommandiert waren, 2 Wochen schulfrei, Hamsterkäufe beim Dorfkrämer, Konservenstapel im Keller, endlose weisse Weiten und vor allem-Stillle- eine unfassbare großartige Stille. Nach den stundenlangen Spaziergänge auf den leeren Straßen sehne ich mich bis heute..... So habe ich mich in Christophersens Beschreibung dieser Tage sofort heimisch gefühlt, ebenso im Panorama des Lebens der Familie Tamm. Man merkt dem Roman an, dass der Autor weiß, worüber er schreibt und das gibt der Geschichte eine Dichte und Authentizität, die ich bisher nur selten in Romanen gefunden habe. Dankenswerterweise verfällt er nicht in die üblichen Klischees vom rauen, gleichförmigen, wort-und gefühlskargen, von widrigem Wetter geprägten Leben im Norden. Es passiert viel in "Schneetage". Es gibt schmerzliche Geheimnisse, Lügen Selbstbetrug, überraschende Geständnisse. Aber nichts davon kann das tiefe Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Familienmitgliedern wirklich erschüttern. Nicht Pauls Flucht in den Traum von einer versunkenen Stadt, nicht Nils Verschwinden in ein anderes Land. Diese Fluchtversuche sind niemals endgültig. Eine Rückkehr ist immer möglich. Wenn sie geschieht, dann wird sie akzeptiert und das Leben geht weiter. Vielleicht ist dies die einzige Art von Glück, die es für Menschen geben kann: Das Bewußtsein, niemals verlassen zu sein und immer sicher zu wissen, wo die eigenen Wurzeln sind. Dieses Bewußtsein gibt Jannis, Pauls Ziehsohn die Kraft und den Mut, sich auf den Weg ins Unbekannte zu machen. "Schneetage" ist ein Heimatroman im allerbesten Sinn!

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  • Frage zu "Todeswatt" von Sandra Dünschede

    Todeswatt

    sunlight

    Ich liebe die Nordsee! Brandung, Sonne, Wind, salzige Luft, Möwengekreische...........und um diese Empfindungen auch zu Hause zu haben, suche ich Bücher, die an der Nordsee oder besser noch, auf einer Insel spielen. Wer von euch hat da schon richtig gute Lektüre verschlungen? Einige kenne ich vielleicht schon, sie stehen in meinem Nordseeregal.

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  • Rezension zu "Schneetage" von Jan Christophersen

    Schneetage

    goldfisch

    22. November 2009 um 18:10

    Jan Christophersen hat eine wahrlich eindrucksvolle Familiengeschichte geschrieben. Norddeutschland zur Jahreswende 1978/1979. Schnee fällt und fällt,der Wind rüttelt an den Fenstern des Gasthofes. Im Haus sitzt Jannis und erinnert sich. Er erinnert sich an Paul, seinen "Ziehvater". Paul ist schwer erkrankt und lieg im Hospital.Was verbindet Paul mit Jannis? Wie ist Paul an die deutsch-dänische Grenze geraten? Viele Geheimnisse. Paul hat sich in die Wirtin verliebt.Sie bekommen ein Kind,Nils. Eines Tages kommt Jannis dazu, dessen Mutter verstorben ist.Paul nimmt ihn auf. Der Gasthof nimmt viele Menschen auf.Am Anfang sind es Flüchtlinge,Vertriebene,dann Feriengäste und dann in der Schneekatastrophe "Steckengebliebene". Für alle Gestrandeten findet sich immer ein Bett. Paul und Jannis verbindet die Suche nach Rungholt. Wie kann Pauls Frau damit leben? Wie fühlt sich Pauls Sohn Nils? Schliesslich kommt auch noch eine kleine Schwester dazu.Die Jahre vergehen und Paul ist immer auf der Suche.Auch Jannis sucht nach etwas. Sie alle leben dort am Meer,eng zusammen und doch getrennt.Jannis erkennt fast viel zu spät, dass in dieser Schneekatastophe nicht nur das Leben von Paul in Gefahr ist. Dieses Buch ist ein kleines Meisterwerk,gelingt es doch dem Autoren die Menschen mit ihren Sehnsüchten hervorragend zu beschreiben und der Landschaft immer neue Gesichter zu geben. Ich habe beim Lesen Seite um Seite immer wieder Sehnsucht nach dem Meer bekommen. Dieses Buch ist absolut lesenswert, auch wenn der Schnee noch auf sich warten läßt. Dieses Buch gehört unter jeden guten Weihnachtsbaum !

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  • Rezension zu "Schneetage" von Jan Christophersen

    Schneetage

    Die Buchprüferin

    06. August 2009 um 13:02

    „Nicht sie hatten sich gemeldet, sondern er rief eines Nachmittags bei ihnen an. Ein Donnerstag war es, der letzte in diesem kalten Jahr. Schnee war vorausgesagt worden ...“ So unspektakulär beginnt „Schneetage“, das zwischen Gegenwartsabschnitten im schneereichen Winter 1978/79 immer wieder in die Vergangenheit hinein ausholt. Ruhig ist dieses Buch, so still, dass man selbst mitten im heißen August die Flocken fallen und die weißen Wehen sich türmen sehen kann. Jannis, Ziehsohn von Paul, erinnert sich an seine Jahre im „Grenzkrug“, der letzten Wirtschaft vor der dänischen Grenze, wo er bis heute lebt und arbeitet. Nach dem Krieg wurde er hier aufgenommen und hat mit Paul seither nach dem Verbleib von Rungholt, der geheimnisvollen versunkenen Insel, geforscht. Paul, der gleich zu Anfang des Buches einen Herzinfarkt erleidet und es glücklicherweise noch ins Krankenhaus schafft, bevor unter dem Schnee alles zusammenbricht, ist von Rungholt besessen. Was für Auswirkungen diese Besessenheit auf seine Ehe mit der „Chefin“, der Wirtin des Grenzkrugs, und seine ganze Familie inklusive Jannis hat, wird in den Rückblenden, die den Hauptteil des Buches einnehmen, geschildert. Nein, das klingt wirklich nicht besonders aufregend. Aber das macht nichts. Überhaupt nichts. Denn die Spannung erzeugt sich unter der Oberfläche, unter der Schneeschicht. So wird die Okarina, die Jannis als kleiner Junge von Paul geschenkt bekommt, zum roten Faden, der ihm letztlich ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Elemente wie das kleine Toninstrument, ebenfalls ein Fund aus dem Watt, halten den gesamten Roman zusammen, auf ganz sachte Weise, ohne ihn zwischen sich zu zerdrücken. In ihnen bildet sich seine eigentliche Geschichte ab; wie ein archäologisches Puzzle aus vielen Fragmenten zusammengesetzt ist, so ist auch die Story aufgebaut: aus der jüngsten Vergangenheit, Jannis’ Vergangenheit. Obwohl anfangs alles gut und heil aussieht, offenbaren sich allmählich die Risse zwischen den einzelnen Menschen, in der Ehe von Paul, zwischen den Eltern und dem leiblichen Sohn. Kleine Geheimnisse, großes Schweigen, ein Brodeln im unsichtbaren Bereich. Aus diesem Buch muss man sich am Ende behutsam heraustasten, damit man nicht stolpert auf dem Weg zu schnellerer Lektüre. Denn es ist ein vorsichtiges Buch, und es ähnelt seiner Hauptfigur Jannis: der nicht viel sagt, sondern lange zögert. Und von dem erst am Schluss wirklich klar wird, welche Entschlusskraft in ihm schlummert.

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  • Rezension zu "Schneetage" von Jan Christophersen

    Schneetage

    stories!

    12. March 2009 um 15:39

    Ein Buch für Watt-Wasser-Horizont Liebende, für Nordlichter und für die letzten kalten Abende bevor der Frühling kommt … vor der Kulisse der großen norddeutschen Schneekatastrophe erzählt Jan Christophersen in seinem Debüt sehr still und atmosphärisch dicht eine Familiengeschichte der Nachkriegsjahre.

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