Jan Drees Letzte Tage, jetzt

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Inhaltsangabe zu „Letzte Tage, jetzt“ von Jan Drees

"Wäre Jan Drees eine Band, ich würde in der ersten Reihe stehen und seine Lieder laut mitsingen." Mathias Hielscher, Virginia Jetzt! "Ich glaube nicht mehr an uns. Es geht mir (jetzt, bloß) darum, ein Leben zu bekommen, irgendeines. Ich will vergessen und wünsche mir gleichzeitig doch, dass alles ein bisschen wie früher wird, dass alles wie früher werden kann. Wie damals, als es anfing. Im April, Mai, Juni. Wir waren schrecklich jung und flüsterten nachts von Springbrunnenrändern im Park über Zitronenkerzen hinweg. Inzwischen geht alles vorbei, im Junimond. Ich weiß, dass wir uns nicht mehr wirklich lieben können, wenn draußen kein Sommer werden will und drinnen kein bisschen Wärme, wenn wir insgeheim fragen, was in drei langen Jahren alles verlernt werden kann." Jan Drees' melancholischer Roman über die große Liebe ist das ernüchternde Psychogramm einer Generation, die Utopie suchend in den Tag hinein lebt, dabei aber unfähig ist, wenigstens ein kleines Glück festzuhalten.

Wunderschön geschrieben. Leider kein Spannungsbogen.

— furchtlos

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  • Bitter Lemon statt Rhabarberschorle

    Letzte Tage, jetzt

    BluevanMeer

    26. December 2013 um 23:29

    Kinder, wie die Zeit vergeht! Zeit loszugehen. Keine Zeit, keine Zeit - das wusste schon das weiße Kaninchen. Alice ist trotzdem hinterhergelaufen, landete bei einer Teeparty eines Irren und experimentierte mit Drogen, die sie kleiner und größer werden ließen. Im Nachhinein betrachtet: eine verrückte Zeit. Im Nachhinein, wie immer bei diesem Phänomen. Erst im Nachhinein enstehen Momente, Erinnerungen, erst im Nachhinein entsteht das, was wir Zeit nennen. Erst im Nachhinein können wir sie fassen - auch wenn wir ständig glauben, sie gar nicht erst zu haben. Dabei sind uns die grauen Herren nicht einmal auf den Fersen. Wenn Tocotronic feststellt „Im Blick zurück entstehen die Dinge“, kann die Protagonistin in Letzte Tage, jetzt nur zustimmen. Sie versucht gerade, „ein Leben zu bekommen, irgendeines“, denn ihre Beziehung zu Nebil ist fast zuende, von den höchsten Höhen nichts mehr zu spüren. Dabei fing alles so überraschend an, so wie Himbeerbonbons und Schokokekse und das an einem Tag. Eine Verkettung glücklicher Umstände. Zeit spielte am Anfang noch keine Rolle, denn Zeit wird neu gemessen. Zeit ist „Einmal Nightlife von den Pet Shop Boys“. Erst jetzt, im Nachhinein, rekonstruiert sie die Momente der Beziehung mit Nebil, die Zeit der „Melonenviertel“ und „Südfruchtprosa“, den Anfang, dem noch ein Zauber innewohnte - bis hin zu den Momenten des Schweigens und des Streitens. Da hilft auch kein weißes Kaninchen mehr und der Absturz in seinen Bau ist mehr als schmerzhaft. Denn es ist nicht einfach mit NEBIEL, es ist nicht einfach zu LIEBEN. In Letzte Tage, jetzt entwirft Jan Drees eine Sammlung von Beziehungsmomenten, die immer flüchtig sind, aber nie bedeutungslos. Und die doch dem Mantra des „Die beste Zeit unseres Lebens ist jetzt“ widersprechen. Denn über allem schwebt die Sehnsucht nach der perfekten Zeit, Sehnsucht, die auch nicht mit Adam Green, Virginia Jetzt! oder Niklas Luhmann gestillt werden kann. Sie möchte in einer Band singen und atmet vor dem Spiegel, damit es endlich wie früher ist - er denkt an ein Baby. Und da fangen sie an, die feinen Risse, die Liebe und Küsse nur noch zu ritualisierten Momenten werden lassen. „Klar, irgendwann ist die Brille nicht mehr rosarot, aber was ist mit den verdammten Himbeerbonbons? Die waren doch auch rosa“, will man einwerfen, rosa wie das Cover, das zuckrig-klebrige Rhabarberschorle verspricht und dir am Ende BitterLemon eingießt. Und nein, damit wirst du nicht rechnen. Die Entwicklung der Beziehung tut fast ein bisschen weh während des Lesens. Aber das was weh tut, braucht eben Zeit. Zeit zu heilen. Zeit, die über diese 138 zärtlichtraurigen Seiten hinausgeht. Aber wer hat schon behauptet, dass die Geschichte der Protagonisten am Ende des Buches aufhört?

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  • Rezension zu "Letzte Tage, jetzt" von Jan Drees

    Letzte Tage, jetzt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. November 2006 um 12:21

    Dünnes Büchlein, nette Abwechslung für Zwischendurch, etwas gewöhnungsbedürftiger Schreibstil

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