Jan Faber

 3,8 Sterne bei 44 Bewertungen
Autor*in von Kalte Macht, Der Lobbyist und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Jan Faber war in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten beratend und strategisch für mehrere hochrangige Regierungsmitglieder sowie für weitere bedeutende Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft tätig. Er pflegt Kontakte in alle politischen Lager und hat in diversen deutschen Leitmedien publiziert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jan Faber

Cover des Buches Kalte Macht (ISBN: 9783961487110)

Kalte Macht

(31)
Erschienen am 19.11.2018
Cover des Buches Der Lobbyist (ISBN: 9783442484270)

Der Lobbyist

(9)
Erschienen am 18.07.2016
Cover des Buches Der Lobbyist: Thriller (ISBN: B07TTD22W8)

Der Lobbyist: Thriller

(0)
Erschienen am 02.07.2019
Cover des Buches Kalte Macht (ISBN: 9783844512823)

Kalte Macht

(2)
Erschienen am 15.07.2013

Neue Rezensionen zu Jan Faber

Cover des Buches Der Lobbyist (ISBN: 9783442484270)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Der Lobbyist" von Jan Faber

Hubertus_Feldmann
Von bleibender Aktualität

Deutschland vor der Wahl, mit einem kompetenten wie virilen Wirtschaftsminister als Hauptzugpferd der regierenden Partei, der sowohl offen wie verdeckt im Hintergrund seinen eigenen machtpolitischen Vorstellungen, zum größtmöglichen eigenen Nutzen nachgeht – auf der einen Seite. Auf der anderen Seite spielt Russland mit diversen Akteuren ein Spiel, in dem Menschen nur nach der „Summe seiner Nützlichkeiten und Fähigkeiten“ betrachtet werden – koste es was es wolle. Ohnehin spielt hier das Leben eines Einzelnen keine große Rolle, was in diesem herausragenden Thriller von Jan Faber (Pseudonym) äußerst anschaulich (man könnte auch sagen brutal) dargestellt wird. Mittendrin oder, bildlich gesprochen, zwischendurch die zu bauenden Erdgaspipelines von Russland nach Deutschland und den damit verbundenen Macht- und Geldinteressen, in denen skrupellos manipuliert, lobbyiert, sabotiert wird. Beteiligte: Politiker, Firmenkonsortien, Banken und Börsen und als Protagonisten der Geschichte: ein Spin Doctor (zwischen den Fronten), eine sowohl junge wie schöne Russin als zunächst willfährige persönliche Assistentin eines deutschen Firmenbosses etc. pp.

Aus diesen Ingredienzien ist ein außerordentlich lesenswertes Buch geworden, in der auch die eine oder andere reale Begebenheit sichtbar wird, auch wenn hier der russische Präsident Ludin heißt und nicht Putin. Nichtsdestoweniger werden hier bereits (erzählte Zeit: 2012) die größeren Parameter der Energiewende wie auch das politische Agieren des russischen Präsidenten sichtbar: „Alle im Raum wussten, das West-Way [statt Nord-Stream], ja, dass die ganze Kreml-Connection für den Chef [Bundeswirtschaftsminister] heilig war […] Schließlich wussten alle, mit welchen Methoden Ludin sein Riesenreich regierte. Mancher hielt ihn für einen Wiedergänger Stalins […].“ 

Auch wenn inzwischen die Hintergründe der Story überholt bzw. übertroffen wurden, so ist die „Story dahinter“ immer noch sehr aktuell und als Nachbetrachtung gut geeignet – unabhängig von der Rasanz der eigentlichen Story.

Cover des Buches Kalte Macht (ISBN: 9783442481460)
Duffys avatar

Rezension zu "Kalte Macht" von Jan Faber

Duffy
Zwiespältig

Natürlich hat dieses Buch alles, was ein Bestseller braucht. Einen Autoren, der unter Pseudonym schreibt (dessen richtigen Namen noch nicht mal der Verlag kennt, was eine sehr zweifelhafte Werbeaussage ist), ein Thema, das dem Volk sehr nahe geht, unzählige Möglichkeiten, auf diesem weiten Feld zu operieren und tatsächlich auch noch die Grenzen zwischen Fiktion und Relalität verschwimmen zu lassen. Dennoch funktioniert der Roman nicht richtig, oder vielleicht gerade deswegen.
Die Geschichte der jungen Staatssekretärin Eusterbeck, die unvorbereitet eine Arbeit übernehmen soll, die ihr von der Kanzlerin höchstpersönlich übertragen wird. Sie soll im Gewirr des Politbetriebes die Seilschaften aufstöbern, Querverbindungen und Netzwerke durchleuchten und die sich gegenseitig an den Karren fahrenden Interessengruppen identifizieren. Kurz: Sie soll das Kanzleramt nach Subjekten und Objekten durchleuchten, die der Macht der Kanzlerin gefährlich werden können. Dabei stößt sie auf einen Komplott, der gut dafür ist, ein komplettes Land und sein System in den Grundfesten zu erschüttern.
Der Autor, der sich Jan Faber nennt, spielt sein Insiderwissen aus, doch das ist beileibe nicht so viel, dass es ein Pseudonym verlangt. Die Verknüpfungen von Staat und RAF-Terrorismus ist ja beileibe kein Geheimnis mehr und hier nun einer Kanzlerin das Strippenziehen von damals unterstützen und ausnutzen zu lassen, ist dann schon sehr fiktiv.
Wie so vieles hier in einer Sackgasse endet, weil Faber kein richtiges Verhältnis von Realität und Fiktion zustande bringt. Entweder verzichtet er auf den Plot, wenn der zu unwahrscheinlich ist, oder er schreibt gleich einen Tatsachenbericht. Trotz aller Kenntnis des Politbetriebes würden dafür aber die Fakten fehlen. So taumelt das Buch zwischen halbgaren Tatsachen, die in die Romanhandlung eingebaut werden und den fiktiven Räuberpistolen des Thrillergenres (eine Vergewaltigung unter Drogen, Schwangerschaft durch den Geheimdienst ist ein wenig zu heftig des Guten), so richtig haften bleibt dann nur der Eindruck: "Seht ihr, ich habe das doch gleich gewusst, alle Politiker sind Schweine".
Es ist gut, wenn ein Insider seine Erkenntnisse nach außen trägt, wenn sie helfen, Straftaten und Missstände aufzudecken. Dieser Faber wird auch seine Quellen haben. Er berichtet aber nichts Neues, nichts, was man nicht schon weiß oder vermutet. Und nur für einen Thriller ist das Ergebnis zu mager. Erstens ist das Buch zu lang und zweitens die Handlung manchmal zu weit hergeholt. Dass der Autor schreiben kann ist unbestritten, aber dieses Buch kann man nur dem ganz Neugierigen empfehlen, der mit gesunder Distanz lesen sollte. Und Frau Merkel vielleicht gar nicht.

Cover des Buches Der Lobbyist (ISBN: 9783442204434)
S

Rezension zu "Der Lobbyist" von Jan Faber

StefanSchweizer
Pageturner mit Realitätsnähe

Bei Jan Fabers "Der Lobbyist" handelt es sich eigentlich um einen Wirtschaftskrimi. Das mag nicht jedermanns Sache sein. "Der Lobbyist" hingegen ist ein Reißer, der jeden von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Es werden unglaubliche Szenarien aus der Wirtschafts- und Energiepolitik als Panoptikum vor dem Auge des Lesers entfaltet, die einem sprichwörtlich den Atem verschlagen. Die unlauteren Vernetzungen zwischen Wirtschaft und Politik treten dabei offen zu Tage und doch wird alles stets mit einem hohen Maß an Plausibilität und Wahrscheinlichkeit geschildert. Dass die jugendlichen Protagonisten Matthew Meyer und Tatjana Lossow zwar für die gegnerische Seite arbeiten, aber sich dennoch unsterblich ineinander verlieben, ist zwar etwas kitschig, tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Sehr realistisch hingegen sind die geschilderten Mittel, die die russische Politik gegen Tatjanas Familie einsetzt. Ihr Vater wird als unliebsamer Kritiker und Oppositioneller verhaftet und ihr Bruder wird verstümmelt, sodass er auf seine Musiker-Karriere fortan verzichten muss. Aber auch die deutsche Wirtschaft und Politik bedienen sich bestimmter Mittel und Wege, von denen man nicht gerade behaupten kann, dass sie mit dem Begriff "die Samthandschuhe anziehen" am besten umschrieben werden können.
Dass der Autor jemand ist, der sich auf den Fluren der Macht auskennt, ist mit jeder Seite zu spüren. Dass er eine mitunter schwierige und diffizile Materie auf so spannende Weise zu Papier bringt, ist hohe Kunst. Lese-Empfehlung!

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