Jan Faktor Schornstein

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Inhaltsangabe zu „Schornstein“ von Jan Faktor

Ausgezeichnet mit dem Alfred-Döblin-Preis 2005 In seinem ersten Roman begegnet Jan Faktor todernsten Dingen mit subversivem Witz: Schornstein, der unverdrossene Ich-Erzähler, hat seinen Herzinfarkt verdrängt und sich mit einer seltenen Stoffwechselkrankheit abgefunden. Nicht abfinden kann er sich damit, dass man ihm plötzlich die Bezahlung der Therapie verweigert. Es beginnt Schornsteins Mission für sein Recht und die Gerechtigkeit, in deren Verlauf er in die Mühlen der Wissenschafts- und Gesundheitsbürokratie gerät. Mit detektivischem Spürsinn horcht er Ärzte aus, sammelt Informationen und ermittelt Betroffene. Und mit beängstigender Rasanz gerät sein Alltag aus den Fugen, seine geliebte Frau an den Rand der Verzweiflung und seine Identität ins Wanken. In grotesk-komischen Szenen besinnt sich Schornstein auf seine jüdische Herkunft, belächelt sein Selbstmitleid, kümmert sich um die Penner im Park und die verwahrloste Frau Schwan im Erdgeschoss – und schließlich ist es die Liebe, die ihn rettet. Lakonische Genauigkeit, ein entromantisierender Ton und überraschender Wortwitz in bester tschechischer Erzähltradition prägen diesen Roman und verhelfen selbst körperlichen Entgleisungen zu literarischem Glanz.

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  • Rezension zu "Schornstein" von Jan Faktor

    Schornstein
    walli007

    walli007

    29. May 2011 um 15:34

    Ein fast schon komischer Held Als er vor einigen Jahren, mit knapp über 30, einen Herzinfarkt erleidet, steckt Schornstein das recht locker weg. Dass dabei festgestellt wird, dass er an einer seltenen Stoffwechselkrankheit leidet. Darüber ist Schornstein eher froh, wird doch nun mittels Blutwäsche etwas dagegen unternommen. Doch als nach einigen Jahren die Krankenkasse ablehnt, die Behandlungskosten weiter zu übernehmen, gerät Schornstein außer Fassung. Er beginnt gegen diese Entscheidung zu kämpfen und gerät dabei immer weiter in eine chaotische Verfassung. Eigentlich eine ausweglose Situation, die ein sehr düsteres Buch hervor bringen könnte. Doch genau das Gegenteil hat der Autor gemacht. Er hat ein witziges, humorvolles Buch geschrieben, bei dem das Lesen Spaß macht. Man erfährt Dinge aus dem Krankenalltag, die man eigentlich gar nicht wissen möchte. Man lernt die Nachbarschaft kennen, die man sonst eher ignorieren würde. Schornstein, der Chaot, der sich mit seinem Kampf gegen die Kassenmühlen, ordentlich verzettelt, und seine Frau Anne, die Einzige, die normal zu sein scheint, werden einem beim Lesen doch sehr sympathisch. Auf trockene Art werden hier die widrigsten Umstände geschildert, es grenzt schon an Aberwitz. Doch gerade dadurch gewinnt das Buch einen großen Teil seines Reizes. Lediglich das Ende, dass zwar hoffnungsvoll stimmt, aber doch recht offen ist, war mir persönlich nicht konkret genug. Aber das ist sicher eine Sache, die jeder Leser für sich selbst entscheiden muss. Meine Lese-Empfehlung hat das Buch jedenfalls.

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  • Rezension zu "Schornstein" von Jan Faktor

    Schornstein
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. February 2010 um 13:34

    Schornstein: der Name einer jüdischen Familie und Instrumentarium enes jeden Hauses, vorausgesetzt es besitzt eine Heizung. So ähnlich lässt sich auch dieses buch beschreiben. Schornstein, der vornamenlose Protagonist, Träger einer seltenen Blutkrankheit und Bewohner eines Hauses in Berlin-Pankow, berichtet über einen Zeitraum in seinem Leben. Scheinbar gelangweilt vom tristen Werber-Alltag, macht er Bekanntschaft mit verlorenen Seelen unserer Gesellschaft. Losgetreten durch deren Lebenswandel und die sparsame Krankenkassenärztlichen Vereinigung, gerät er in den Strudel von Depressionen. Immer an seiner Seite seine Frau Anne, deren Ton sich zunehmend verschärft, die aber dennoch nicht die Scheidung fordert. Diese Anne, vielleicht eine Art Heizung, die den Grund für Schornsteins Existenz legt. Jan Faktor schreibt sehr anrührend von der Beziehung zwischen Schornstein und Anne. Aber auch von der nonchalanten Lebenseinstellung eines Mannes um die 40 und der „Gesellschaftskrankheit“ Depression. Das Buch enthält einige Passagen, in denen ich zuweilen laut losgelacht oder leise geschmunzelt habe. Alles kommt recht beschwingt daher. Die Passagen über die Auseinandersetzung mit der KV waren teilweise etwas langatmig, aber nicht weniger interessant. Meine Lieblingsstellen sind das Kapitel „Anne“ und das Gespräch Annes mit den Engeln auf dem Dach. So aus dem Kontext gerissen hört es sich etwas verrückt an, ist aber einfach nur liebenswürdig! Alles in Allem ein unterhaltsames, lesenswertes Buch.

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