Jan Glasenapp Emotionen als Ressourcen

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Inhaltsangabe zu „Emotionen als Ressourcen“ von Jan Glasenapp

Ein ungünstiger Umgang mit den eigenen Emotionen ist oft der Auslöser für psychische Erkrankungen. Das eigene Verhalten in dieser Hinsicht näher zu betrachten, kann dabei helfen, diese zu überwinden. Daher arbeitet auch die Verhaltenstherapie inzwischen deutlich stärker mit den verschiedenen Emotionen. Jan Glasenapp stellt sechs Module zur Emotionsarbeit vor, die sich leicht in das therapeutische Vorgehen integrieren lassen. Ziel ist, Klienten den Zugang zu ihrem eigenen emotionalen Erleben zu erleichtern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Erkennen und Offenlegen vermiedener Emotionen – eine gute und hilfreiche Grundlage für die weitere therapeutische Arbeit an psychischen Problemen.

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  • „Reisebericht“

    Emotionen als Ressourcen

    michael_lehmann-pape

    10. November 2016 um 15:05

    „Reisebericht“Als „Reisebericht“ kennzeichnet Glasenapp in pointierter Weise sein neuestes Werk. Als Reflexion seiner persönlichen Entwicklung als Psychotherapeut mit verhaltenstherapeutischem Hintergrund hin zu seinem heutigen „Stand“ als Therapeut mit „begeisterten Arbeit mit Emotionen“. Was in der Verhaltenstherapie der „klassischen Schule“ nicht unbedingt im Vordergrund stand (wobei sich dies in den letzten Jahren auch allgemein deutlich verändert).Wobei Glasenapp in seinen Grundlegungen jenen Therapierichtungen folgt, die von Beginn an „auf Emotionen setzten“ und Emotionen als „nicht zu bewerten“ klassifiziert.Emotionen sind nicht „positiv“ oder „negativ“, sondern „Emotionen sind“.In der Unterscheidung von „Grundemotionen“ (universelle Emotionen wie Trauer, Freude, Angst, Zorn), „Primäre und sekundäre Emotionen“ (die einen entsprechen weitgehend den Grundemotionen, die anderen sind durch „soziales Lernen“ entstanden und werden in oft komplexer, „verwaschener“ Form gespürt), „Adaptive und maladaptive Emotionen“ (als nicht-bewertende Begrifflichkeit für „gesunde, unmittelbare Gefühle“ gegenüber „kritischen Lernerfahrungen bis hin zu Traumatisierungen“ auf der anderen Seite, „Meta-Emotionen“ als „kognitive Vorstellung der eigenen Emotionen“, ergänzt durch „Gefühl“, „Affekt“ und „Stimmung“.So schafft Glasenapp zunächst eine gut verständlichen „Feinabstimmung“ bevor er sich den therapierelevanten Formen der Emotionen (Aaptiv und maladaptiv) sehr ausführlich beschreibend zuwendet und diesen ersten, theoretischen Teil des Werkes mit der Betrachtung der Veränderung des Umgangs und Stellenwertes der Emotionen in der Psychotherapie zuwendet.Sehr verständlich und eingängig legt Glasenapp in diesem ersten Teil des Werkes die Grundlagen für den zweiten, man könnte sagen, „spannenderen“ Teil, in dem er sich der Praxis und damit seinen eigenen Erfahrungen und Schlüssen aus der eigenen Arbeit zuwendet.Wobei die Leitlinie von Glasenapp klar formuliert wird (und dem Titel des Buches entspricht“.Statt, wie lange Zeit gesetzt, Emotionen unter der „Problemperspektive“ zu sehen und als „zu bearbeiten“ zu klassifizieren, entspricht es Glasenapps Erfahrungen und Reflexion derselben erheblich mehr, Emotionen des Klienten als „Ressourcen“ zu nutzen und zwar in jeder auftretenden Erscheinungsform (damit nähert sich Glasenapp sehr der „lösungsorientierten Ansätze“ in Beratung und Therapie (aus dem systemischen Umfeld entstanden), die grundlegend „Ressourcenorientiert“ (wenn auch nicht nur auf die emotionalen Aspekte beschränkt) sich seit langem bereits ausgerichtet haben.Allerdings ist zu beachten, laut Galsenapp, dass mit Emotionen nicht „gearbeitet“ werden kann im Sinne einer „stetigen Entwicklung“, sondern der Umgang mit Emotionen in der Therapie bedeutet eher, „in jedem Setting und zu jedem Zeitpunkt“ aufs Neue zu reflektieren. Emotionen sind eine wichtige Ressource, die mal stärker oder mal weniger stark in den Fokus der therapeutischen Dynamik gestellt werden. Allgegenwärtig vorhandene Emotionen, die in sich schwankend angelegt sind, sind nicht als Emotion selbst bearbeitbar, sondern bilden in gewissen Momenten des Prozesses „Ressourcen“ für die Arbeit.Dass dies mit dem Verständnis des eigenen, emotionalen Erlebens (und damit der Kognition desselben) einhergeht, das damit auch biografische Bezüge verständlich werden und der „emotionale Stil“ veränderbar ist und somit „neue Potentiale“ aktiviert werden können (unter Hinwirkung auf Verhaltensänderungen), all das legt Glasenapp im Weiteren verständlich, mit vielen Beispielen aus der Praxis illustriert und anregend dar.Ein anregender, weiterer Baustein für die Arbeit mit Emotionen und die Kraft, die aus der konstruktiven Nutzung von Emotionen im therapeutischen Prozess gewonnen werden kann.

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