Jan Grossarth

 3.7 Sterne bei 13 Bewertungen

Alle Bücher von Jan Grossarth

Jan GrossarthVom Aussteigen und Ankommen
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Vom Aussteigen und Ankommen
Vom Aussteigen und Ankommen
 (11)
Erschienen am 26.04.2011
Jan GrossarthVom Land in den Mund
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Vom Land in den Mund
Vom Land in den Mund
 (2)
Erschienen am 22.02.2016

Neue Rezensionen zu Jan Grossarth

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Rezension zu "Vom Land in den Mund" von Jan Grossarth

Ein konservativer Blick auf Zustand und Zukunft der Landwirtschaft
Sokratesvor 2 Jahren

Im Ergebnis: ein enttäuschender Blick auf Zustand und Zukunft der Landwirtschaft. Nicht nur, dass auf sehr simplem Niveau bereits bekannte Misstände ein weiteres Mal erörtert werden, schafft es das Buch zudem auch nicht, real zu erkennen, dass sich die gegenwärtigen Ernährungsgewohnheiten der Industrieländern mit den zukünftigen Möglichkeiten nicht werden halten lassen. So ist bspw. täglicher Fleisch- und Milchkonsum zu revidieren; was nicht von "veganer Totalität" motiviert ist, sondern sich schlicht an der Verfügbarkeit von Bioressourcen orientiert. Gleichwohl durchzieht das Buch eine schlichte Verbraucherromantik, die eine Revision der bestehenden Verhältnisse allein darin erschöpft sieht, dass Lebensmittel besser etikettiert werden oder Tiere nicht mehr im Massenbetrieb "gequält" werden. Mir persönlich ging das Buch nicht weit genug; es versucht nur an wenigen Stellschrauben ein klein bisschen zu drehen. An den Grundfunktionsweisen darf sich nichts ändern, Grundüberzeugungen dürfen nicht in Frage stellt werden. Dies halte ich für die - gerade falsche - systemerhaltende Herangehensweise an gesellschaftliche Grundprobleme, die uns zukünftig nur auf Krisen wird handeln lassen, nicht jedoch souverän und intelligent eine Zukunft bauen lässt.

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Rezension zu "Vom Aussteigen und Ankommen" von Jan Grossarth

Einblicke in andere Lebensweisen
grinselammvor 5 Jahren

Es war das erste Buch, das ich in diesen Jahr gelesen hab. Und jetzt ist es schon Mitte Februar. Mit dieser Rezesion hab ich mir also lange Zeit gelassen :-). Was daher kommt, dass meine Erwartungen an dieses Buch nicht erfüllt wurden.

Jan Grossarth zieht durch deutschsprechende Lande um anderslebende Menschen, solche, die eben Alternativen zum Arbeitsalltag für sich gefunden haben, ein Stück weit kennenzulernen und mit ihnen zusammen zu leben.

Das Buch bestätigt zum Teil Vorurteile, wie z.B. das Ökoklischee, das wohl viele im Kopf haben, die von Aussteigern hören. Es nimmt die Romantik des anders lebens und zeigt auf, dass auch ein Journalist, der weitestgehend objektiv darstellen sollte, in Schubladen steckt. Die Menschen in dem Buch leben zwar nicht “normal”, aber es sind eben auch “nur” Menschen, mit all seinen Streitigkeiten.

Der Autor stellt die Menschen oft so dar: an der Grenze zur Hochnässigkeit, in ihrem Denken auf sich und ihre Ideen fixiert und oft nicht tolerant. Er beschreibt und erlebt von außen. Auch bei diesem Buch, wie so oft bei Sachbüchern, die ein Mann geschrieben hat, fehlt mir das Gefühl (ok, er hat Zahnschmerzen :-)). Es ist mir stellenweise zu trocken.

Es íst dennoch ein interessantes Buch, weil man einen Eindruck von diesen Lebensweisen bekommt. Für alle, die sich dafür interessieren oder mal über den eigenen Tellerrand sehen wollen, ist es sicher lesenswert.

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Rezension zu "Vom Aussteigen und Ankommen" von Jan Grossarth

Vom Aussteigen und Ankommen von Jan Grossarth.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Der Journalist Jan Grossarth nimmt sich eine Auszeit von seinem Job bei einer namhaften deutschen Zeitung, kündigt seine Krankenversicherung trotz Zahnschmerzen und macht sich auf die Suche nach Aussteigern in Deutschland und Europa. Auf seiner Reise besucht er Ökodörfer, Mönchskloster und alternative Glaubensgemeinschaften, aber auch ein paar Einsiedler, die ihr bürgerliches Leben aufgegeben haben, um einem archaischen Ideal entgegen zu streben, auch wenn das mit vielen Entbehrungen verbunden ist.

Ein Buch voller Idealisten und komischer Kauze, verschrobener Kleinstbauern und Waldmenschen, die außer ihrer Schafherde niemanden zum Reden haben. Und mitten unter ihnen der Journalist Jan Grossarth, der mal angetan, mal skeptisch, in der Regel aber ehrlich interessiert am Leben dieser Menschen teilnimmt und darüber schreibt, was es heißt sich im digitalen Zeitalter in eine vor-industrielle Lebensweise zu flüchten und mittels der Begegnungen in diesem Buch veranschaulicht, warum sich ein moderner Mensch zu diesem Lebenswandel berufen fühlen könnte.

Dabei besucht er Aussteiger verschiedenster Couleur, ob nun den klassischen Einsiedler, der aus Frust aus der Stadt geflohen ist und nun jene die dort noch leben für die Wurzel allen Übels auf der Welt hält, über die religiösen Idealisten, die sich im italienischen Piemont eine Parallelgesellschaft aufgebaut haben, komplett mit eigener Währung und Sprache, bis hin zu den ökologischen Aussteigern, für welche die Kompostierung ihrer eigenen Exkremente zu einem Ablassvorgang im Angesicht des Klimawandels geworden ist. Und ich begleite ihn auf seiner Reise und staune, was es nicht alles für Lebensentwürfe gibt, neben denen, die man seit Kindertagen aus der Nachbarschaft, bzw. dem eigenen Elternhaus, kennt.

Jan Grossarth hält dabei mit seiner Meinung, bzw. Einschätzung, der Menschen und Gemeinschaften, die er kennen lernt nicht hinterm Berg. Macht sich zum Beispiel etwas lustig über das Ökodorf “Sieben Linden” in dem sich schon am ersten Abend die Alteingesessenen den Neuankömmlingen spirituell verbunden fühlen und am Folgetag für die unbezahlte Arbeit, die besagte Neuankömmlinge dort verrichten, eine Erwachsenenbildungszulage vom Amt kassieren. Schafft es aber auch mir seine Ergriffenheit einem Kölner Mönchsorden gegenüber zu vermitteln, in dem sowohl junge deutsche als auch französische Männer weltlichen Dingen entsagen, um in der Gemeinschaft mit ihrem Gott ein einfacheres, aber auch erfüllteres Leben zu führen.

Du merkst “Vom Aussteigen und Ankommen” kann vieles sein, mal lehrreich, mal komisch oder auch völlig verschroben. Eines ist es aber auf jeden Fall, ein sorgfältig recherchierter Blick über den Tellerrrand auf eine Welt, die dem Leser manchmal fremd und manchmal befremdlich erscheinen mag, dabei aber ein facettenreiches Panorama erschafft, davon wie eine illustre Mischung aus Menschen ihr Leben fristet, die auch irgendwann mal dort angefangen haben, wo man selbst nun sitzt und liest, und sich dachte, da muss es doch noch etwas anderes geben. So wie ich, als ich mich entschloss dieses Buch in die Hand zu nehmen und dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Gründlich recherchiert und mit viel Humor verfasst, ein Buch für alle, die sich dem Thema Aussteigen schon einmal gedanklich nähern wollten, dafür aber nicht unbedingt in einen Bauwagen oder eine Lehmhütte ziehen möchten.

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