Jan Grossarth Vom Aussteigen und Ankommen

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Inhaltsangabe zu „Vom Aussteigen und Ankommen“ von Jan Grossarth

»Es war die erste Nacht in meinem Leben, die ich mit einem bayerischen Filzhut auf dem Kopf verbrachte. Das Auto stand auf Laub und Schafkot ein paar Meter vom Bauwagen den Hang herab. Unten im Dorf leuchteten Straßenlichter, von oben blökten abwechselnd ein Lamm in Engelstönen und ein altes Schaf, das klang wie eine Motorsäge. Es war das erste Mutter-Kind-Gespräch nach der Geburt.« Einfach leben, unabhängig werden. Das wünschen sich viele Menschen. Einen Sommer lang hat Jan Grossarth, Redakteur der F.A.Z., Aussteiger besucht und ihren Alltag geteilt. Bewundernd und verwundert beschreibt er seine Reise von Vorpommern bis Norditalien. Sie führt in ein streng geregeltes Öko-Dorf, zu einem freien Waldmenschen, zu Jesuiten und einem Informatiker, der sich von Abfällen ernährt. Jenseits der bürgerlichen Welt scheint manches sonderbar – nicht zuletzt die bürgerliche Welt selbst.

kurze Darstellungen von Lebensweisen abseits des bekannten geregelten Leben.

— himmelspirat
himmelspirat

Mein Respekt für all die Menschen die es schaffen und den Mut aufbringen aus unserem System auszusteigen und neue Sichtweisen aufzeigen

— Hexchen123
Hexchen123

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    Vom Aussteigen und Ankommen
    grinselamm

    grinselamm

    23. February 2014 um 20:46

    Es war das erste Buch, das ich in diesen Jahr gelesen hab. Und jetzt ist es schon Mitte Februar. Mit dieser Rezesion hab ich mir also lange Zeit gelassen :-). Was daher kommt, dass meine Erwartungen an dieses Buch nicht erfüllt wurden. Jan Grossarth zieht durch deutschsprechende Lande um anderslebende Menschen, solche, die eben Alternativen zum Arbeitsalltag für sich gefunden haben, ein Stück weit kennenzulernen und mit ihnen zusammen zu leben. Das Buch bestätigt zum Teil Vorurteile, wie z.B. das Ökoklischee, das wohl viele im Kopf haben, die von Aussteigern hören. Es nimmt die Romantik des anders lebens und zeigt auf, dass auch ein Journalist, der weitestgehend objektiv darstellen sollte, in Schubladen steckt. Die Menschen in dem Buch leben zwar nicht “normal”, aber es sind eben auch “nur” Menschen, mit all seinen Streitigkeiten. Der Autor stellt die Menschen oft so dar: an der Grenze zur Hochnässigkeit, in ihrem Denken auf sich und ihre Ideen fixiert und oft nicht tolerant. Er beschreibt und erlebt von außen. Auch bei diesem Buch, wie so oft bei Sachbüchern, die ein Mann geschrieben hat, fehlt mir das Gefühl (ok, er hat Zahnschmerzen :-)). Es ist mir stellenweise zu trocken. Es íst dennoch ein interessantes Buch, weil man einen Eindruck von diesen Lebensweisen bekommt. Für alle, die sich dafür interessieren oder mal über den eigenen Tellerrand sehen wollen, ist es sicher lesenswert.

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  • Vom Aussteigen und Ankommen von Jan Grossarth.

    Vom Aussteigen und Ankommen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. April 2013 um 08:47

    Der Journalist Jan Grossarth nimmt sich eine Auszeit von seinem Job bei einer namhaften deutschen Zeitung, kündigt seine Krankenversicherung trotz Zahnschmerzen und macht sich auf die Suche nach Aussteigern in Deutschland und Europa. Auf seiner Reise besucht er Ökodörfer, Mönchskloster und alternative Glaubensgemeinschaften, aber auch ein paar Einsiedler, die ihr bürgerliches Leben aufgegeben haben, um einem archaischen Ideal entgegen zu streben, auch wenn das mit vielen Entbehrungen verbunden ist. Ein Buch voller Idealisten und komischer Kauze, verschrobener Kleinstbauern und Waldmenschen, die außer ihrer Schafherde niemanden zum Reden haben. Und mitten unter ihnen der Journalist Jan Grossarth, der mal angetan, mal skeptisch, in der Regel aber ehrlich interessiert am Leben dieser Menschen teilnimmt und darüber schreibt, was es heißt sich im digitalen Zeitalter in eine vor-industrielle Lebensweise zu flüchten und mittels der Begegnungen in diesem Buch veranschaulicht, warum sich ein moderner Mensch zu diesem Lebenswandel berufen fühlen könnte. Dabei besucht er Aussteiger verschiedenster Couleur, ob nun den klassischen Einsiedler, der aus Frust aus der Stadt geflohen ist und nun jene die dort noch leben für die Wurzel allen Übels auf der Welt hält, über die religiösen Idealisten, die sich im italienischen Piemont eine Parallelgesellschaft aufgebaut haben, komplett mit eigener Währung und Sprache, bis hin zu den ökologischen Aussteigern, für welche die Kompostierung ihrer eigenen Exkremente zu einem Ablassvorgang im Angesicht des Klimawandels geworden ist. Und ich begleite ihn auf seiner Reise und staune, was es nicht alles für Lebensentwürfe gibt, neben denen, die man seit Kindertagen aus der Nachbarschaft, bzw. dem eigenen Elternhaus, kennt. Jan Grossarth hält dabei mit seiner Meinung, bzw. Einschätzung, der Menschen und Gemeinschaften, die er kennen lernt nicht hinterm Berg. Macht sich zum Beispiel etwas lustig über das Ökodorf “Sieben Linden” in dem sich schon am ersten Abend die Alteingesessenen den Neuankömmlingen spirituell verbunden fühlen und am Folgetag für die unbezahlte Arbeit, die besagte Neuankömmlinge dort verrichten, eine Erwachsenenbildungszulage vom Amt kassieren. Schafft es aber auch mir seine Ergriffenheit einem Kölner Mönchsorden gegenüber zu vermitteln, in dem sowohl junge deutsche als auch französische Männer weltlichen Dingen entsagen, um in der Gemeinschaft mit ihrem Gott ein einfacheres, aber auch erfüllteres Leben zu führen. Du merkst “Vom Aussteigen und Ankommen” kann vieles sein, mal lehrreich, mal komisch oder auch völlig verschroben. Eines ist es aber auf jeden Fall, ein sorgfältig recherchierter Blick über den Tellerrrand auf eine Welt, die dem Leser manchmal fremd und manchmal befremdlich erscheinen mag, dabei aber ein facettenreiches Panorama erschafft, davon wie eine illustre Mischung aus Menschen ihr Leben fristet, die auch irgendwann mal dort angefangen haben, wo man selbst nun sitzt und liest, und sich dachte, da muss es doch noch etwas anderes geben. So wie ich, als ich mich entschloss dieses Buch in die Hand zu nehmen und dieser Frage auf den Grund zu gehen. Gründlich recherchiert und mit viel Humor verfasst, ein Buch für alle, die sich dem Thema Aussteigen schon einmal gedanklich nähern wollten, dafür aber nicht unbedingt in einen Bauwagen oder eine Lehmhütte ziehen möchten.

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  • Rezension zu "Vom Aussteigen und Ankommen" von Jan Grossarth

    Vom Aussteigen und Ankommen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    10. May 2011 um 15:42

    Anders Leben Jeder hat sicherlich so seine Vorstellungen von der Lebensweise jener Menschen, die man gemeinhin „Aussteiger“ nennt. Interessanterweise, im Groben zumindest, werden jene Vorstellungen durchaus erhärtet durch das Buch von Jan Grossarth, wenn auch manche Feinheiten hinzutreten, die ein differenzierteres Bild entfalten als die gängigen, pauschalen Vorurteile vom sogenannten „einfachen Leben“ nund den „weltfremden Spinnern“, die es führen. Jan Grossarth hat sich auf Spurensuche jener begeben, die (übrigens in manchen Fällen gar nicht leicht zu finden), andere, alternative Lebenswege für sich in den Raum stellen. Unterschiedlichste Konzepte sucht und findet er auf diesem Weg. Von zurückgezogen lebenden „Selbstversorgern“ über ganze alternative Dörfer und religiöse Gemeinschaften bis hin zum ehemaligen Investmentbanker, der nun ein Restaurant auf einer Berghütte eröffnet. Wohltuend darstellend und nur sachte wertend stellt Grossarth Menschen, Konzepte, Lebensumfelder vor, die bei aller Unterschiedlichkeit geeint sind in ihrer Lebensform jenseits bürgerlicher Normen, geprägt oft von großer Einfachheit und Nähe zur Natur. Eine der stärksten Stellen des Buches drückt dies eher indirekt hervorragend aus. In Köln, als Grossarth einige Tage bei der Communite de Jerusalem in Groß St. Martin verbringt und nach zwei Tagen intensiven Erlebens der Klausur das Wohnhaus der Gemeinschaft verlässt und durch die Altstadt Kölns flaniert. Seine einfache, präzise und nicht wertende Darstellung seiner Beobachtung des bunten Menschengewimmels und die spürbare Irritation über dieses hektische, bunte, laute Gewusel nach nur zwei Tagen „Entrückung“ desselben bringt genau auf den Punkt, wie massiv sich die Welten der „Aussteiger“ von der „normalen“ Welt unterscheiden und dass durchaus von „Aussteigerseite“ her einiges ganz zurecht hinterfragt wird, was das „moderne“ Leben an Verhaltensweisen und Moden täglich für normal hält. Hier kann aus der inneren Haltung der Ordensleute genauso kritisch die moderne Welt angefragt werden, wie aus der „Tauschringhaltung“ einer Gemeinschaft in der Uckermark her. Einfache Lebenskonzepte, aber auch exotische Sichtweisen hinter diesen Lebenswelten finden sich im Buch. Aussteiger, die in ihrer Selbstdarstellung, die Grossarth im Buch minutiös aufnimmt und wiedergibt, reinweg als „spinnert“ zu titulieren wären (der „Waldmensch im Westerwald“, die „esoterische Gemeinschaft im Piermont“), aber auch durchaus im Kern unsympathische und überhebliche Arroganz und Geschäftstüchtigkeit mit Umgangsformen auf Kindergartenniveau (das „politische Ökodorf Sieben Linden mitsamt seinen hohen Kosten für „Gäste“ und einer „ulkigen Ute“, einem „grünen Gisi“ oder dem „dollen Dieter“). Solches wechselt ab mit entspannten und nicht unbedingt die Welt verbessern wollender Haltungen wie bei Jörg Remus auf seinem kleinen Hausboot in Köln. Exotische Lebensformen und in weiten Teilen, tatsächlich „weltfremd“ anmutende persönliche Ausprägungen stellt Jan Grossarth fundiert und selbst erlebt vor. Zu einfach wäre es (auch das ein Verdienst des Autors), am Ende der Lektüre jene „Aussteiger“ einfach als „nicht lebensfähig in der realen Welt“ zu kennzeichnen. Bei einigen trifft dies durchaus zu, vielfach aber finden sich Gedanken und Ansätze zu einem anderen Leben, die ganz zurecht sich weg entschieden haben von dem, was in der modernen Welt als „normal“ gilt. Eine Lektüre, die sich lohnt. Die ein buntes Bild einer anderen Lebensform wiedergibt und die durchaus zur Reflektion des eigenen, gewohnten Lebensstils anhält. Und ein Buch, das zeigt, dass „Ankommen“ eine der schwersten Übungen des Lebens ist, egal, welche Wege man einschlägt. Denn „Angekommen“ wirken noch lange nicht alle, die Grossarth besucht, aufsucht und deren Weg er im Buch darstellt.

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