Jan Guillou Die Brückenbauer

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Inhaltsangabe zu „Die Brückenbauer“ von Jan Guillou

Packend, atmosphärisch, farbenprächtig - das große Jahrhundertabenteuer
Als ihr Vater vom Fischfang nicht zurückkehrt, werden Lauritz, Oscar und Sverre zu Halbwaisen. Sie sind noch Kinder, trotzdem schickt ihre Mutter sie zu einer Lehre fort in die Stadt. Die drei Jungen nehmen ihr Schicksal klaglos an. Mehr noch. Begierig und gelehrig saugen sie das Wissen in sich auf. Zwanzig Jahre später beenden sie ihr Studium mit Auszeichnung. Aus den drei Fischerjungen sind die besten Brückenbauer des Landes geworden. Doch nur einer scheint seine Bestimmung zu finden.

Intensiv, spannend und einfach gut!

— Callso

das war leider nichts für mich

— Pat82

Ein gewaltiges Buch, angereichert mit Geschichte aus verschiedenen Perspektiven

— Charlea

superspannend und sehr realistisch

— carlinda

Tolle Familielsaga :)

— Dirk1974

Wow! Ein großartiges Lesevergnügen!!

— Bibsi

Sehr interessantes Buch über Brückenbau&technische Entwicklung Anfang 20. Jahrhunderts.

— schattenluchs

Ein historischer Wälzer, der sich mit dem Bahn- und Brückenbau beschäftigt. Interessante Familiengeschichte um die Jahrhundertwende.

— tinstamp

einfach nur gut - ein starker Roman, den ich kaum aus der Hand legen mag.

— silbereule

Historischer Roman, der einen interessanten Teil der norwegischen Geschichte mit der deutschen verknüpft. Spannend und lehrreich zugleich.

— himmelspirat

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Ein gelungener Roman, bei dem man allerdings gleich Band 2 zur Hand haben sollte, denn Band Eins hört mitten im Geschehen auf....ärgerlich!

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  • Stark erschaffen - ein ganz großes Stück Zeitgeschichte

    Die Brückenbauer

    Callso

    26. August 2017 um 05:52

    Wenn man 780 Seiten in nahezu Rekordtempo wegliest, dann muss das Buch bestimmte Qualitäten haben. "Die Brückenbauer" ist ein feines Buch und eine echte Leseempfehlung. Eine starke Abentuergeschichte, ein bewegendes Zeitdokument, eine Familienstory - einfach ein wundervolles Buch um einzutauchen und bestens zu schmöckern...Drei Brüder aus Norwegen verlieren früh ihren Vater. Doch die begabten Jungs werden gefördert und erhalten ein Art Stipendium, so dass sie in Dresden Ingenieurswesen studieren können. Sie sollen als Brückenbauer später in Norwegen fungieren, Doch nur Lauritz wird erfolgreicher Brückenbauer in Norwegen. Oscar wandert frühzeitig nach Afrika aus, um dort Brücken zu bauen und regelmäßig auf die Jagd zu gehen. Das Buch spielt im Jahr 1910 und schildert eindrucksvoll die damalige (beschwerliche) Zeit. Die Widrigkeiten im heißen Afrika werden intensiv geschildert, aber auch der Schnee, die Kälte und  die harte körperliche Arbeit  im europäischen Norden finden sehr, sehr viel Platz.Es kommen die Kriegsjahre, die die beiden Brüder unterschiedlich ereilt, zudem treffen die beiden Brüder ihre große Liebe...Ein bewegendes Stück Zeitgeschichte, ein starkes Stück Literatur - und der Start einer längeren Buchserie - ich freue mich auf die Fortsetzung...

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  • Ein gewaltiges Buch, angereichert mit Geschichte aus verschiedenen Perspektiven

    Die Brückenbauer

    Charlea

    15. April 2017 um 17:16

    Cover / Artwork / Aufbau des RomansDas Cover ist schlicht gehalten und dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, passt es ausgesprochen gut zum Roman. Das Schriftbild der Taschenbuchausgabe lässt sich sehr gut lesen und aufgrund des flüssigen Schreibstils des Autors, hat man den knapp 800 Seiten dicken Roman in kürzester Zeit gelesen.InhaltDer Roman startet in Norwegen zu Beginn des 20. Jahrhundert. Drei Brüder aus eher einfachen Verhältnissen wird die Ausbildung zu Ingenieuren ermöglicht. Lauritz, Oscar und Sverre nutzen diese Chance und so führt sie ihr Weg nach Dresden. Fern ihrer Heimat lassen sie sich ausbilden, Ziel soll sein, wieder zurück nach Norwegen zu kehren, um dort als Gegenleistung für ihre Ausbildung Brücken zu bauen. Doch nachdem das Studium abgeschlossen ist, entwickelt sich alles anders, als für die ungleichen Brüder geplant.FazitDer Auftakt zur Reihe "Die Brückenbauer" beginnt mit dem gleichnamigen Roman "Die Brückenbauer". Doch wer hier seitenlange technische Erläuterungen von Brücken- oder Straßenbauten erwartet, wird eines Besseren belehrt. Die drei Brüder folgen ihrem Herzen - ich denke, dass es das ist, was die drei trotz ihrer verschiedenen Charaktere von einander unterscheidet. Der Beginn des 20. Jahrhunderts ist, vor allem wenn wir zeitlich das Jahr 1914 überschreiten, kaum von den Geschehnissen des Ersten Weltkrieges zu trennen und auch in diesem historischen Roman findet dieser Krieg eine große Bedeutung. Doch besonders ist dieser Roman, da er aus verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde. Der Roman führt den Leser durch die heißen Steppen Tansanias in Ostafrikas bis zu den bitterkalten Wintern in Osteroya/Norwegen. Thematisch beschäftigen wir uns sowohl mit afrikanischen Stammeskämpfen, als auch mit europäischer Emanzipation. Kurz, es hat Gründe, warum dieser Roman knapp 800 Seiten umfasst, es gab einfach unglaublich viel zu erzählen und ich bin froh, dass der Autor uns auf diese Reise genommen hat.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Spannendes Epochenpanorama.

    Die Brückenbauer

    derMichi

    19. August 2015 um 17:42

    Ist Jan Guillou der neue Ken Follett? Einige Parallelen sind nicht zu übersehen. Beide Autoren wurden vor allem mit historischen Romanen und Thrillern bekannt, die teils auch mit ordentlichem Erfolg verfilmt wurden. Jetzt versuchen sich beide an ihrer eigenen Jahrhundert-Saga, die das Schicksal von Familien zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nachzeichnen. Allerdings muss sich Guillous Version schon aufgrund ihrer ganz eigenen Thematik keineswegs irgendwelche Plagiatsvorwürfe gefallen lassen - im Gegenteil. Die Handlung dreht sich um die Brüder Lauritzen, die auf einer unscheinbaren norwegischen Insel aufwachsen. Ihre große Liebe zum Segeln und eine besondere Begabung für das Erbauen von Modellen machen einige reiche Gönner auf sie aufmerksam, die ihnen daraufhin das Studium an der renommierten Technischen Hochschule Dresden in Deutschland ermöglichen. Einige Jahre später bestehen sie ihr Examen mit Auszeichung. Der Weg in die Welt des Ingenieurswesen scheint ihnen grenzenlos offenzustehen, doch ihre Wege trennen sich unverhofft. Der jüngste Bruder Sverre verschwindet aus sehr persönlichen Gründen, vermutlich nach Großbritannien. Oscar wird schändlich betrogen und flieht aus Scham nach Afrika. Nur Lauritz kehrt als einziger nach Norwegen zurück, um die Schuld einzulösen, der er sich verpflichtet fühlt und hilft beim Bau einer Eisenbahnstrecke nach Bergen. Doch es gilt nicht nur Schluchten und Berge zu bezwingen, denn seine große Liebe befindet sich noch in Deutschland. Ihr adliger Vater will sie nicht einem einfachen Ingenieur anvertrauen, der noch nichts vorzuweisen hat und so arbeitet Lauritz wie besessen an Brücken und Tunnels. Beinahe dasselbe tut sein Bruder Oscar auf dem schwarzen Kontinent. Nicht mehr lange, und es geht für beide Brüder um Leben oder Tod. Ich habe mich ja lange Zeit mit dem Vorurteil rumgeschlagen, dass die Zeitgeschichte kein allzu spannendes Material für einen "historischen Roman" liefert. Vermutlich hängt es aber vom Autor ab. Jan Guillou erzählt drauflos und ehe man sich so richtig versieht, ist man bereits mitten in der Handlung drin. Tatsächlich bietet das beginnende Zwanzigste Jahrhundert mit seinem Aufbruch in eine nicht nur aufgeklärte sondern auch technisch immer mehr erschlossene Welt eine Menge Stoff für Verwicklungen und Wendungen aller Art. Auch der im Laufe der Handlung ausbrechende Erste Weltkrieg beeinflusst das Schicksal der Figuren auf eine Art, die nachhaltige Spuren hinterlässt. Das und die regelmäßigen aber nicht allzu vorhersehbaren Schauplatzwechsel sorgen dafür, dass keine Langeweile ankommt. Im Gegensatz zu Guillous "Der Kreuzritter" ist das Buch sehr leicht zugänglich und weiß zu unterhalten. Historische Fakten und Erläuterungen zum Ingenieurwesen der damaligen Zeit fehlen nicht, werden aber nie unnötig ausgeführt. Alles in allem ein spannendes Panorama einer unterschätzten Epoche. Die fast achthundert Seiten sind schneller durch, als man denkt. Mittlerweile sind zwei weitere Bände erschienen, die an dieser Stelle ebenfalls noch besprochen werden. Seitenzahl: 784 Format: 14,6 x 22,1 cm, gebunden (mittlerweile vom selben Verlag auch als Taschenbuch erhältlich) Verlag: Heyne michiseiler.blogspot.de

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  • Die Brückenbauer

    Die Brückenbauer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. June 2015 um 21:10

    Ganz starkes Buch

  • Sieben Brücken musst du bauen

    Die Brückenbauer

    walli007

    Den drei Fischersöhnen Lauritz, Oscar und Sverre stirbt der Vater auf See. Ende des 19. Jahrhunderts ist dies ein besonders tragisches Ereignis, da ihre Mutter kaum die Möglichkeit hat, den Lebensunterhalt zu sichern. Sie schickt ihre Söhne zu ihrem Onkel nach Bergen, wo sie eine Seilerlehre beginnen sollen. Die Jungen erweisen sich als geschickte Handwerker, mit größerem Forschergeist als eigentlich erwünscht. Als sie heimlich ein Schiffsmodell bauen und dafür Material und Werkzeuge borgen, werden sie mit Schimpf und Schande nach hause geschickt. Für die Drei ergibt sich jedoch eine glückliche Wendung, denn ein Mitglied einer wohltätigen Organisation erkennt das große Talent der Jungen und ermöglicht ihnen eine schulische Ausbildung und ein Ingenieurstudium in Dresden. Im Jahr 1901 bestehen sie ihre Prüfungen, doch nicht wie geplant alle drei gehen nach Norwegen zurück, um eine Bahnlinie zu erbauen. Nur Lauritz macht sich auf den Weg, während Oscar in Afrika landet und es Sverre nach England verschlägt. Angewandte Ingenieurskunst im kalten Norwegen und im heißen Afrika, genau das wird zu einer spannenden und historisch interessanten Geschichte um hauptsächlich zwei der drei Brüder verwoben. Die industrielle Revolution, die langsam auch in den abgelegensten Gegenden ankommt und nicht immer offen und mit Freude in Empfang genommen wird. Standesdünkel drohen so manche Entwicklung zu verhindern. Mit ihrer großen Hartnäckigkeit schaffen sich die Brüder Lauritzen jedoch ganz unterschiedliche Existenzen, die in Anbetracht ihrer ärmlichen Herkunft eine wahrhaft herausragende Leistung darstellen. Ihre Entwicklung auf beruflicher Ebene fesselt und ihr Schicksal im privaten Bereich berührt. Zum Ende jedoch überstürzen sich die Ereignisse, was den Eindruck erweckt als könnte einiges zu kurz gekommen sein. Ein packender historischer Roman, der zunächst eher durch eine den Blick einfangende Covergestaltung auffällt, aber beim Lesen dann auch vom Inhalt her herausragende Unterhaltung bietet. Der Autor manchen vielleicht eher als Kriminalschriftsteller bekannt zeigt sich hier sehr eloquent von einer anderen Seite. Erwähnt werden sollte wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Roman um den ersten Band einer Trilogie handelt. 

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    • 2
  • Interessante Familiengeschichte mit kleinen Längen

    Die Brückenbauer

    tinstamp

    27. December 2014 um 18:16

    Dieser Wälzer, Band 1 einer Trilogie um drei Brüder, war schon länger auf meiner Wunschliste. Lange habe ich gezögert es von der Bücherei mitzunehmen, doch beim letzten Besuch ging es dann mit. Gleich zu Beginn des Romans ist man sofort mitten im Geschehen. Die Nachricht, dass ein Fischerboot verschollen ist, macht drei norwegische Jungen zu Halbwaisen. Lauritz, Oscar und Sverre werden daraufhin im Alter von zwölf, elf und zehn Jahren in die Lehre zu einem Seilmacher nach Bergen geschickt, da ihre Mutter alleine nicht für den Lebensunterhalt aufkommen kann. Bald entdeckt man, dass die drei Fischersöhne sehr intelligent sind. Durch den Bau eines Modellschiffs im exakten Maßstab, nur anhand eines Fotos und mit einfachsten Mitteln, zeigen sie ihre außergewöhnliche Gabe und Geschicklichkeit. Durch einen Gönner, der ihr Talent erkennt, wird ihnen mit Hilfe einer Wohltätigkeitsorganisation ihre Schulausbildung und bald darauf ein Studium in der Stadt Dresden finanziert. Durch diese Förderung binden sich die Brüder allerdings auch an die Aufgabe nach Beendung des Studiums in Norwegen eine heiß umstrittene Bahnlinie durch die Berge zu bauen und diese mit Brücken zu verbinden. Was noch keiner geschafft hat, sollen Lauritz, Oscar und Sverre nun fertig bringen. Nach Ende des Studiums kehrt allerdings nur einer der Brüder nach Norwegen zurück und hält sein Versprechen: Lauritz. Während er in den Bergen und im Schnee gegen die Natur kämpft, versucht er diese Bahnlinie und all die Brücken zu errichten. Außerdem benötigt er Geld um seine adelige Freundin Ingeborg heiraten zu können. Oscar, der auf die Machenschaften einer Prostituierten hereinfällt, flüchtet aus lauter Scham nach Ostafrika. Auch er  widmet sich den Brückenbau und nebenbei der Jagd. Sverre, der Jüngste,  verliebt sich in einen Engländer und wird daraufhin von seiner Familie totgeschwiegen. Der Wälzer lässt sich, bis auf einen etwas langatmigeren Mittelteil, hervorragend lesen. Abwechselnd erzählt der Autor die Geschichte von Lauritz in Norwegen und die von Oscar in Afrika. Während Lauritz zwar Anerkennung findet, ist er arm und ohne Vermögen. Oscar widmet sich der Jagd auf das Elfenbein, kennt keine Vorurteile gegen die Einwohner des schwarzen Kontinents und gründet später eine Firma, die ihn reich macht. Dann bricht der erste Weltkrieg über die beiden Brüder herein.... Sehr gut beschrieben wird der technische Aufschwung zur Jahrhundertwende und die Änderung des Lebens durch den ersten Weltkrieg. In Ostarfika erhält der Leser sehr viel Einblick in die afrikanischen Traditionen und die Ausbeutung der Tierwelt, aber auch der Menschen. Auch die aufkommende Frauenbewegung beschreibt der Autor durch die Feministin Ingeborg. Nicht so gefallen hat mir die Typisierung einzelner Nationen. Die Belgier werden hier z. Bsp. nur beschimpft, die Engländer kommen ebenfalls ziemlich schlecht weg, während die Norweger und Deutschen durchwegs Gutmenschen sind. Der schwedische Autor hat sich hier sehr  an Klischees bedient. Gefehlt hat mir allerdings der dritte Bruder, der nach Ende des Studiums nicht mehr erwähnt wird. Ich hoffe in den beiden Nachfolgebänden wieder etwas über ihn lesen zu können. Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr flüssig, auch wenn mir manche Stellen zu technisch waren. Der Autor liebt es über Bahnmessungen, Tunnelbau und segeln genauestens zu berichten. Dabei bleiben die Charaktere manchmal ein bisschen farblos und distanziert. Sowohl Lauritz als auch Oscar waren für mich keine Sympathieträger. Fazit: Ein historischer Wälzer, der sich mit dem Bahn- und Brückenbau beschäftigt. Anspruchsvoll und vollbepackt mit den technischen Aufschwung des Jahrhundertwechsels durchlebt der Leser diese Zeitepoche über mehrere Jahre hinweg. Die Charaktere bleiben teilweise etwas zu distanziert und in der Mitte gibt es einige Längen. Trotzdem eine sehr interessante Familiengeschichte, die ich weiter verfolgen werde. Band 2 und 3 sind bereits erschienen.

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  • "Die Brückenbauer" von Jan Guillou

    Die Brückenbauer

    -nicole-

    Norwegen: Die drei Brüder Lauritz, Oscar und Sverre müssen schon früh in ihrem Leben einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen: Ihr Vater kehrt eines Tages vom Fischfang nicht zurück. Ihre Mutter macht sich Sorgen um dessen Zukunft und schickt die drei Halbwaisen schon früh zu einer Lehre in die Stadt. Lauritz und seine jüngeren Brüder zeigen schnell viel Interesse an neuen Dingen und saugen das neue Wissen förmlich auf. Durch eine glückliche Fügung wird den dreien ein angesehenes Ingenieursstudium in Deutschland ermöglicht . So werden aus den kleinen Fischerjungen die besten Brückenbauer des Landes. Nach dem Studium sollten Lauritz, Oscar und Sverre an dem größten Ingenieursprojekt Norwegens mitwirken: Den Bau verschiedener Brücken einer geplanten Eisenbahnlinie. Doch vieles kommt anders und so geht jeder seinen Weg. Freud und Leid erfährt jeder von ihnen auf eigene Weise. Auch die Liebe spielt eine Rolle. Werden am Ende alle drei glücklich? Ein packender und dramatischer Roman, der überwiegend am Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. Viele Städte sind im Umbruch, der technische Fortschritt ist spürbar. Überall werden neue Brücken und Eisenbahnlstrecken gebaut. So auch in Norwegen, wohin Lauritz nach seinem Studium zurückkehrt. Dieser erste Teil des Jahrhundertabenteuers ist gut gelungen. Nur an einigen Stellen manchmal etwas langatmig, daher ziehe ich einen Stern ab. Ansonsten lesenswert!

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    • 2

    Arun

    12. July 2014 um 18:08
  • Themen-Challenge 2014 - übersetzte Bücher, aber nicht aus dem Englischen oder Französischen

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 15 austauschen!

    • 67
  • Geschichtlich brilliant aber belletristisch langatmig

    Die Brückenbauer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. June 2013 um 13:30

    784 Seiten das sind schon Herausforderungen, denen ich mich gerne stellen wollte. Das Thema war geschichtlich interessant als auch belletristisch auf den ersten Eindruck hin verlockend. Die Jahrhundertwende mit ihren Sonnen- aber auch sicherlich Schattenseiten. Letzteres sollte sich im Verlaufe der schon erwähnten Anzahl von Seiten temporär als langatmig darstellen. Jan Guillou ist ja dafür bekannt den Dingen Raum und Zeit zu lassen aber manches Mal hat man als Leser da schon die eine oder andere Wendung vermisst. Richtig gefesselt und gepackt haben mich nur wenige Szenen. Die Personen sind alle durch die Bank weg authentisch und wecken Emotionen. Ich glaube ohne das wäre es kaum möglich der Geschichte zu folgen. Ich habe das Buch Passagenweise gelesen da ich mir die langatmigen Strecken gerade abends sehr schwer fielen. So brauchte ich natürlich auch eine lange Zeit dieses Buch zu lesen aber allein aus geschichtlichem Interesse hat es sich gelohnt. Der Leser erfährt eine Menge aus dieser Zeit und den Menschen die in ihr lebten. FAZIT: Wer Interesse an geschichtlichen Zusammenhängen und der Lebensweise der Menschen hat ist mit diesem dicken Wälzer sicher gut bedient. Bei allen anderen dürfte es eher persönlicher Geschmack sein ob ihnen die Geschichte gefällt.

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  • Ein Roman mit Stärken und Schwächen

    Die Brückenbauer

    HeikeM

    22. April 2013 um 10:19

    Norwegen, Ende des 19. Jahrhunderts. Als sowohl der Vater als auch der Onkel von Lauritz, Oscar und Sverre Lauritzen vom Fischfang nicht zurückkehrten, waren die Jungen gezwungen, in einer Seilerei zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Aber das Schicksal meinte es gut mit ihnen, ihr Geschick und Technikverständnis fiel auf und sie wurden von der Stiftung 'Die gute Absicht' gefördert. So wurde ihnen zunächst der Besuch eines Polytechnikums ermöglicht, danach wurden sie zum Studium der Ingenieurswissenschaften an die damals führenden Universität nach Dresden geschickt. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums erwarteten die Stiftungsmitglieder, dass die jungen Diplomingenieure ihre Schuld beim Eisenbahn- und Brückenbau in der Umgebung von Bergen abtragen. Aber nur Lauritz kehrte zurück, Oscar flüchtete nach einer Enttäuschung nach Deutsch-Ostafrika und Sverre setzte sich nach England ab und verschwand damit gänzlich aus dem Blickfeld des Lesers. Jan Guillou war mir als Autor bisher unbekannt, der Klappentext des Romans versprach ein packendes, atmosphärisches, farbenprächtiges und großes Jahrhundertabenteuer. Das machte mich neugierig, obwohl ich diese Ankündigung schon als sehr vollmundig empfand. 'Die Brückenbauer' ist in einer einfachen, aber gefälligen Sprache geschrieben, dadurch war das Buch für mich sehr flüssig zu lesen und die knapp 800 Seiten erschienen nicht zu umfangreich. Die technischen Abhandlungen über den Eisenbahn- und Brückenbau fand ich sehr gelungen. Sie langweilten mich nicht, im Gegenteil, sie regten mich an, selbst nachzulesen und weitergehende Informationen zu sammeln. Besonders gefielen mir die Ausführungen zu den sehr unterschiedlichen Bedingungen des Baus in Afrika und Norwegen. Beide Extreme wurden vom Autor gut beschrieben und sehr glaubhaft dargestellt und ich konnte mir ein gutes Bild über die damaligen Arbeitsweisen und den Stand der Technik verschaffen. Auch die Stimmung des anbrechenden 20. Jahrhunderts als Zeit des Auf- und Umbruchs hat der Autor gut eingefangen und den Zeitgeist sowie die historischen Hintergründe gut beschrieben. Allerdings blieben mir die Figuren ein wenig zu farblos. Die Brüder Lauritz und Oscar waren kaum voneinander zu unterscheiden, nur der Handlungsort und die damit verbundenen geänderten Lebensumstände sorgten für eine Abwechslung. Auch ihr Leben verlief mir ein wenig zu geradlinig, insbesondere deshalb, weil es außer in ihren Liebesangelegenheiten nur unterschwellig Probleme in ihrem Leben gab. Sverre, der dritte Bruder, verschwand bereits im ersten Drittel des Romans aus dem Blickfeld des Lesers. Da kann man nur auf die weiteren geplanten Teile hoffen. Die Liebesgeschichten der Protagonisten empfand ich als sehr konstruiert. Als dann auch noch gegen Ende mehrere Kapitel nur auf Ingeborg ausgerichtet waren und auch sie in Norwegen fast ohne Stolpersteine durchs Leben schritt, war ich ein wenig enttäuscht. Bei der Beschreibung der Eigentümlichkeiten der verschiedenen Nationen, bedient der Autor alle denkbaren Klischees. So gab es die guten Deutschen, die bösen und brutalen Engländer und, was mich am meisten ärgerte, die kannibalisch veranlagten Ureinwohner. Der Szene in der Missionsstation wurde für meine Begriffe zu viel Raum gegeben. Solche effekthaschende Darstellungen gingen leider zu Lasten der Charakterisierung der Personen. Dieser Roman ist eine interessante Familiengeschichte, deren Potential jedoch nicht vollständig ausgereizt wurde. Aber immerhin wurde mein Interesse an weiteren Romanen des Autors geweckt und wenn ich auch kein Serienleser bin, freue ich mich auf die in Aussicht gestellten folgenden Teile mit diesen Protagonisten, zumal ja die Hoffnung besteht, den in diesem Band aus den Augen verlorenen Sverre doch noch einmal zu treffen.

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  • Rezension zu "Die Brückenbauer" von Jan Guillou

    Die Brückenbauer

    gst

    30. October 2012 um 18:05

    Dieser 'Wälzer' spielt vor allem in den ersten Jahren des 20.Jahrhunderts. Nicht nur einmal wird erwähnt, dass das ein Jahrhundert der großen Entwicklungen war, ein Jahrhundert, in dem die Menschen bis zum Mond vordringen sollten. Um dieses Buch zu schreiben, hat der Autor viel gelesen und Tatsachenberichte hinzugezogen. So gelingt es ihm, den Leser unmittelbar an den Schwierigkeiten, die Ingenieure zur damaligen Zeit überwinden mussten, teilhaben zu lassen. Aber von vorn: Drei norwegische Jungs verlieren ihren Vater an das Meer. Die Mutter muss sie fortschicken, damit sie in einer Seilerei ausgebildet werden können. Sie sind schlau und nutzen das vom Vater erworbenen Wissen, um in der Freizeit ein Wikingerschiff im Kleinformat zu bauen. Das Material dazu organisieren sie sich aus Abfällen. Als ihr Werk entdeckt wird, schickt man sie mit Schimpf und Schande nach Hause. Erst der reiche Firmenspross entdeckt, wieviel in diesen Jungs steckt und ermöglicht ihnen eine gute Schulbildung sowie ein Ingenieursstudium an der damals besten Hochschule in Dresden. Zum Dank sollten sie anschließend bei der Bergenbahn hoch im Norden ihr Wissen einbringen. Doch nur einer der drei hält das Versprechen. Ein Bruder verschwindet ganz von der Bildfläche und ein anderer landet in Afrika. Als Leser begleiten wir abwechslend Lauritz durch die norwegischen Berge und Oscar durch Afrika. Beide bauen Eisenbahnbrücken, doch ihr Werdegang könnte nicht unterschiedlicher sein. Während der eine gegen Kälte, Schnee und Eis kämpft, schwitzt sich der andere fast zu Tode. Während der eine um sein finanzielles Auskommen kämpft, damit er endlich seine geliebte, sich der beginnenden Emanzipation hingegebenen Adelstochter heiraten kann, bereichert sich der andere an Elefantenstoßzähnen und Mahagoni. Oscars kometenhafter Aufstieg liest sich wie ein modernes Märchen. '"Es gab drei Gründe für die Anwesenheit der Europäer in Afrika: Christentum, Kultur und Kommerz. Damit sollte Afrika aus der Armut, dem Aberglauben, den Stammeskriegen, den Krankheiten und anderem Elend geführt werden und auf das Niveau der weißen Welt gehoben werden"', steht im XVIII. Kapitel. Doch die Ureinwohner wehren sich, Kannibalen treten auf, die fremde Kultur zeigt sich auch im Matriarchat. Oscar verliebt sich, wird Vater, doch trotz seines Reichtums beherrscht er niemals die Mutter seiner Kinder. Auch Lauritz' Leben besteht nicht nur aus Liebe zum Beruf. Neben all den gelungenen Naturbeschreibungen darf der Leser ins Herz des Brückenbauers schauen und die Bemühungen für das private Glück mitverfolgen. Wir erleben die Kieler Woche zu Kaisers Zeiten und sehen so ein umfassendes Bild der Gesellschaft zu jener Zeit. Erst zum Ende des Buches, als das Toben des ersten Weltkrieges in Afrika ausführlich beschrieben wird, ließ meine Aufmerksamkeit nach. Ich hasse Kriege und würde am liebsten nichts davon wissen. Doch, wenn ich ehrlich bin, rundet diese Zeit das Gesamtbild ab. So viel mühsam Aufgebautes wurde wieder zerstört und hinterlässt bei mir als Leserin eine gewisse Leere, obwohl die Hoffnung der Menschen am Ende des Krieges spürbar ist. Fazit: Jan Guillou ist ein begabter Erzähler und den Übersetzern Lotta Rüegger und Holger Wolandt kann man nur danken, dass sie ihn auch für Deutsche lesbar machten! Ein Buch, das nicht nur Brückenbauer und Technikbegeisterte in seinen Bann zieht, sondern auch die internationale Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts beleuchtet.

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  • Rezension zu "Die Brückenbauer" von Jan Guillou

    Die Brückenbauer

    Nina2401

    01. September 2012 um 19:03

    Drei kleine Jungen verlieren ihren Vater und das ist gleichzeitig ihre Chance. Die Wohltätigkeitsloge „Gute Absicht“ erkennt ihr Talent und verschafft ihnen die bestmögliche Ausbildung. Aber nur einer der 3 Brüder kehrt nach Norwegen zurück, um Brücken zu bauen. Anfangs hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der sehr angenehme Schreibstil ließ mich schnell warm werden mit der Geschichte. Aber dann waren die Brüder erwachsen, ihre Wege trennten sich. Ein Bruder – Sverre – taucht im Verlauf des Romans gar nicht mehr auf, was ich sehr schade finde, denn gerade sein Lebensweg hätte mich interessiert. Von den beiden anderen Brüdern wird dann in 2 Strängen abwechselnd erzählt. Oscar geht nach Afrika und Lauritz zurück nach Norwegen. Der krasse Gegensatz von der Hitze in Afrika und der Kälte in Norwegen wird sehr gut beschrieben … erstmal. Denn Guillou erzählt sehr ausschweifend und beschreibt fast jede einzelne Schneeflocke … Mir war das streckenweise zu langatmig und zu ausführlich. Auch der Brückenbau sowohl in Norwegen als auch Afrika wird sehr detailliert beschrieben in guter Tom Clancy Manier. Ich lese nicht so gerne so viele technische Details, das ist mir zu trocken. Dazu kommt noch, dass Guillou sehr selten direkte Rede verwendet. Auch das geht auf Kosten der Lebendigkeit, die ich in diesem Buch sehr vermisse. Der Roman ist sehr informativ, aber stellenweise hatte ich das Gefühl, ein Geschichtsbuch zu lesen und nicht einen historischen Roman. Manches verläuft auch einfach so zwischen den Zeilen wie z. B. die Schönheit der Mutter, die zwar immer mal wieder angepriesen wurde, aber weiter passierte nichts. Die Personen bleiben leider alle etwas blass, da hätte ich mir etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Guillou beschreibt seine Figuren sehr distanziert und gibt ihnen leider keine Tiefe. All das sind die Gründe, warum mich dieses Buch nicht durchgehend fesseln konnte. Es gab immer wieder Abschnitte, die mir gut gefallen haben, aber genau so viele, die ich langweilig fand. Ich bin die Lebendigkeit von Follett – Romanen gewöhnt und die sucht der Leser hier vergeblich. Der Ansatz war gut, die Thematik auch, aber hier wäre ein bisschen weniger viel mehr gewesen!

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  • Rezension zu "Die Brückenbauer: Roman" von Jan Guillou

    Die Brückenbauer

    michael_lehmann-pape

    22. August 2012 um 13:15

    Begabung, Karriere und Liebe „Worte des Trostes fand der Pastor keine. Was hätte er auch sagen sollen?“. Die Menschen an der Küste in der Nähe von Bergen am Ende des 19. Jahrhunderts leben mit den Risiken und Gefahren des Meeres. Gefahren, denen nun auch der Vater und der Onkel von Lauritz, Oskar und Sverre zum Opfer gefallen waren. Tode, die weitreichende Folgen für die Brüder haben, denn nun gilt es, irgendwo den Lebensunterhalt zu verdienen, irgendwie sich selber durch das Leben zu schlagen. Glück haben die drei schon, das sich überhaupt eine Möglichkeit zunächst bietet, eine Ausbildung in der Stadt möglich ist. Doch noch viel mehr Möglichkeiten werden sich eröffnen in dieser Zeit der beginnenden technischen Möglichkeiten, des Fortschritts, des industriellen Aufbaus. Vor allem, wenn es um solch technisch begabte Menschen geht, wie es alle drei Brüder sind und diese Begabungen entdeckt und gefördert werden. Ein Gönner findet sich, eine hervorragende Ausbildung werden die drei absolvieren um dann sich dem Mammutprojekt Norwegens zur Verfügung zu stellen, dem Bau einer Eisenbahnlinie als Hauptverkehrsader das damaligen Norwegens. Begabung und Ausbildung sind reichlich vorhanden, doch das menschlich-allzumenschliche Gefühl der Liebe droht, dem allen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Stehen die Brüder vor der Entscheidung, entweder ihren Begabungen zu folgen (und damit auch die Kosten der Ausbildungen zurück zu zahlen) oder sich der Liebe hinzugeben oder wird sich all dies vereinen und untereinander klären lassen? Und das je an ihren eigenen Orten, an die es sie im Lauf der Zeit verschlagen wird? Geglückte Liebe in anderer Form (Sverre), enttäuschte Liebe (Oscar) und die „Liebe zum Projekt“ (Lauritz), werden den weitern Weg der Brüder entscheidend beeinflussen. Vornehmlich skizziert Guillou auf dem weitaus größten Teil der in epischer Breite vorliegenden gut 780 Seiten im Folgenden den Lebensweg der Brüder Lauritz und Oskar, Sverre spielt nach dem einführenden Kapiteln des Buches keine weiter zu erwähnende Rolle mehr, nachdem er seine Liebe gefunden hat und sich für diese entscheidet. Anhand der wechselnden Perspektiven zwischen den beiden Ingenieursbrüdern aber gelingt Guillou nicht nur die breite und tiefe Darstellung zweier exemplarischer Persönlichkeiten der Zeit, sondern auch ein breiter Blick auf die Atmosphäre jener Jahre, auf den Aufbruch, die technischen Wagnisse, Herausforderungen, auf die Riesenschritte des technischen Fortschritts, die zu jener Zeit allüberall vollzogen wurden. Und dies setzt er überzeugend, gerade in der Geschichte, die um Oscar kreist, in Vernehmen mit den tradierten Lebensformen vor allem in Afrika, mit Traditionen, mit den dunklen Seiten jener Modernisierung auch, mit den politischen Machtspielen jener Zeit. Aus der Perspektive des Lauritz heraus wendet sich Guillou demgegenüber der eher technischen Seite zu, den Herausforderungen, des Kampfes um den Fortschritt. Bildreich und packend gelingt es Guillou, den Leser mit hinein zu nehmen in den Arbeit und den Kampf der Pioniere der Modernisierung und Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Bild der Zeit, der technischen Herausforderungen, der Reibungen zwischen „alter“ Lebensweise und dem „Fortschritt“, all dies legt Guillou überzeugend als Geschichte in epischer Breite vor.

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  • Rezension zu "Die Brückenbauer: Roman" von Jan Guillou

    Die Brückenbauer

    Zebrafink

    18. August 2012 um 06:42

    Drei sehr talentierte Brüder am Anfang des 20.ten Jahrhunderts. Lauritz, Oscar und Sverre verlieren sehr früh ihren Vater und sollen nun als Seiler in der großen Stadt Bergen ausgebildet werden. Dabei wird ihr Talent zur Architektur entdeckt und sie werden nach Dresden auf die Universität geschickt. Zum Ausgleich sollen sie nach dem Studium die komplezierten Brücken und Tunnel der zukünftigen Bergenbahn bauen. Aber nur Lauritz wird diese Pflicht übernehmen. Oscar rennt vor seinem Unglück, eine betrogene Liebe, nach Afrika davon uind Sverre verliebt sich in einen Mann und geht nach England. Somit bauen Oscar und Lauritz Brücken. Oscar glaubt damit Frieden und Wohlstand damit nach Afrika zu bringen und Lauritz begleicht die Schuld der dreien in Norwegen. Aber dann bricht der erste Weltkrieg aus, und was so schön aufgebaut wurde, bricht zusammen. Sehr gut und eindringlich geschrieben. Historisch spielt der Roman von ca 1904 bis 1917.

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