Jan Guillou Die Brüder

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Inhaltsangabe zu „Die Brüder“ von Jan Guillou

Das große JAHRHUNDERTABENTEUER geht weiter Der Verrat an seinen Brüdern wiegt schwer, doch Sverre, der jüngste der drei Brückenbauer, wird ihnen nicht nach Norwegen folgen. So sehr er sich auch wünscht, am ehrgeizigsten Ingenieursprojekt des Landes mitzuwirken, die Liebe ist stärker. Sverre folgt seinem Studienkollegen Albert nach England. Hier führen die beiden das wilde Leben der Boheme. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer.

Furchtbar langwierig, der schlechteste Teil der Reihe

— wunderbar79

Nur von Sverre, viele Ereignisse googeln

— carlinda

Hätte eher "Der Bruder" heißen sollen. Und kann ein wenig mehr Schwung vertragen ...

— derMichi

Der dritte Bruder lebt ein interessantes Leben, aber es ist für mich einfach zu einfach, das alle so reibungslos funktioniert.

— Kerst

langweilig und überhaupt nicht mit dem ersten Teil zu vergleichen

— silbereule

reicht meiner Meinung nach nicht an den ersten Teil ("Die Brückenbauer") heran, aber trotzdem durchaus lesenswert

— saia

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Sehr schön geschrieben,machte sehr viel Freude zu lesen und in die Zeit ein zu tauchen!

Katzenmicha

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  • Die Brüder

    Die Brüder

    vormi

    20. May 2017 um 13:01

    Band 2 von der Brückenbauer-ReiheDer Verrat an seinen Brüdern wiegt schwer, doch Sverre, der jüngste der drei Brückenbauer, wird ihnen nicht nach Norwegen folgen. So sehr er sich auch wünscht, am ehrgeizigsten Ingenieursprojekt des Landes mitzuwirken, die Liebe ist stärker. Sverre folgt seinem Studienkollegen Albert nach England. Hier führen die beiden das wilde Leben der Boheme. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer.Inhaltsangabe auf amazonMich hat schon der 1. Teil sehr begeistert, dies ist ein würdiger Nachfolger.Ich finde diese 3 Brüder einfach fazinierend. Jeder ist sowas von unterschiedlich zu seinem Bruder, wie im richtigen Leben eben.Ich konnte schon in "Die Brückenbauer" gut eintauchen, und das ist mir auch hier wieder gelungen.Sympathische Protagonisten mit denen man so richtig schön mitfiebern konnte - so mag ich das.Realistische Situationen, man hatte nie das Gefühl, die Handlung ist zusammenkonstruiert.

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  • Sag mir, wo die Brüder sind ...

    Die Brüder

    derMichi

    31. October 2015 um 09:34

    ACHTUNG: Diese Rezension enthält möglicherweise Spoiler zum ersten Teil der Reihe - "Die Brückenbauer". Dieser Band ist der zweite in Jan Guillous Brückenbauer-Saga. Das erste Buch von Jan Guillous Romanreihe hatte bereits fast achthundert Seiten. Die waren gut gefüllt, haben aber dennoch eines offen gelassen - das Schicksal des jüngsten Lauritzen-Bruders. Es wurde zwar manches angedeutet, im Wesentlichen konzentrierte sich die Handlung jedoch auf Oscar und Lauritz, die sich nach ihrem Ingenieursabschluss auf zwei unterschiedlichen Kontinenten wiederfanden. Grund genug, dem verschwundenen Sverre Lauritzen nun seinen eigenen Roman zu widmen. Nach seinem überstürzten Aufbruch aus Dresden findet der sich mit seinem Geliebten Albie auf der Reise nach England wieder. Erst dort wird ihm richtig bewusst, dass sein bester Freund und Liebhaber ein echter englischer Lord ist, während Sverre aus einer einfachen norwegischen Fischerfamilie stammt. Einige Missverständnisse später ist er jedoch einigermaßen in Albies noble Familie integriert. Die beiden Herren leben diskret in einer Villa nahe des Familienschlosses und träumen davon, mithilfe der Ingenieurskunst die Welt zu verändern. Doch auch die "richtige" Kunstszene fasziniert Sverre, der sich bald mit Albie und dessen Schwester der Londoner Bohéme anschließt. Ein nicht ganz ungefährliches Vorhaben, denn unter den Vorzeichen des drohenden Ersten Weltkriegs wittert man überall Verrat, erst recht unter den "Alternativen"... Jetzt erhalten wir also Einblicke in eine ganz andere Welt. Während Oscar und Lauritz mit ihrer Hände Arbeit um ihr Überleben kämpfen, lässt es sich der jüngere Bruder Sverre im direkten Vergleich erst einmal gut gehen. Doch auch auf ihn warten Herausforderungen. Die Beziehung zu einem Mann steht zu dieser Zeit in England unter Strafe und junge Künstler sind für die herrschenden konservativen Kräfte auch nicht sonderlich gern gesehen. Eine Menge Stoff für Konflikte also. Leider wird das nur wenig genutzt. Dafür beschreibt Jan Guillou die Szene, in der sich die Hauptprotagonisten bewegen, mit einer Anschaulichkeit, wie man sie sich schon lange gewünscht hat. Wer schon immer einmal wissen wollte, warum Oscar Wilde, der heutige als klassischer Schriftsteller gilt, einst so skandalös war, der ist hier genau richtig. Als Geschichtsbuch taugt Die Brüder damit sogar in gewisser Weise. Insgesamt verfällt der Autor jedoch immer wieder in den breiten ausführlichen Erzählstil, der schon seinen eigentlich sehr interessanten Historienroman Der Kreuzritter - Aufbruch etwas schwierig gemacht hat. Der Informationsgehalt und die faszinierende Einsicht in diese Epoche sind ohne Frage hervorragend recherchiert und üppig wie nie. Einem Roman ist das allerdings nicht immer zuträglich. Dialoge kommen zuweilen vor, man lernt die Charaktere aber eher indirekt über das kennen, was über sie erzählt wird. Das Konfliktpotential homosexueller Beziehungen zu Anfang des Jahrhunderts wird gleichfalls kaum ausgespielt. Ja, es gibt Reibereien, aber selbst Fernsehserien wie Downton Abbey waren da deutlicher. Die Stärken liegen hier eindeutig in den Geschichtskenntnissen des Autors. Hat man sich erstmal durch diese hindurchgelesen, kann der Stoff interessierten Lesern durchaus taugen. Allerdings führt auch der Titel in die Irre: Um die Brüder (Lauritzen) geht es hier nur in wenigen Zeilen. Originaltitel: Dandy Seitenzahl: 448 Format: 12 x 19 cm, Taschenbuch Verlag: Heyne

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  • Die Brüder

    Die Brüder

    Kerst

    14. May 2015 um 12:17

    Klappentext: Aus den drei Fischerjungen Lauritz, Oscar und Sverre sind die besten Brückenbauer des Landes geworden. Doch Sverre, der Jüngste, wird seinen Brüdern nicht nach Norwegen folgen. So sehr er sich auch wünscht, am ehrgeizigsten Ingenieursprojekt des Landes - dem Bau einer Eisenbahnverbindung zwischen Bergen und Oslo - mitzuwirken, die Gefühle sind stärker. In einer Nacht- und Nebelaktion folgt Sverre seiner großen Liebe nach England. Unbeschwerte Monate folgen. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Meine Meinung: Da ich die Geschichten von Lauritz und Oskar sehr interessant fand, wollte ich auch unbedingt wissen wie es ihrem Bruder Sverre erging. Leider konnte mich dieses Buch nicht so sehr fesseln wie sein Vorgänger. Sverre ist mir zwar sympathisch und auch Albie macht eine gute Figur, doch konnte ich mit der Handlung an sich nicht so viel anfangen. Hier wird die Thematik der Homosexuallität behandelt und auch sehr gut wiedergegeben, dennoch hat es mich erstaunt wie "frei" sie dieser Liebe nachgehen konnten. Natürlich musste man in aller Öffentlichkeit vorsichtiger sein, aber dennoch war es am Anfang relativ unkompliziert. Auch erstaunt hat es mich wie viele Männer in ihren Kreisen diese Neigung hatten und auch das so viele Frauen einer Scheinehe zustimmten. Ein weiterer Punkt der mich störte waren die teilweisen großen Zeitsprünge, besonders gegen Ende,wodurch viel Handlung, die viel hätte erklären können, verloren ging. Dennoch war auch Sverres Geschichte interessant und eben unter einem vollkommen anderen Aspekt erzählt, wie die seiner Brüder. Schön fand ich seine Reise nach Norwegen, da man so auch seine innere Zerrissenheit gut zu spüren bekam, aber dennoch auch wie sehr er seine Mutter liebt, und sein Geschenk fand ich sehr schön. Bewegt hat mich auch das Ende des Buches und trotz der Schwachstellen dieses Buches, freue ich mich auf den dritten Band. Ich kann leider nur 3/5 Punkten vergeben, da ich manches sehr seltsam fand und das Buch auch seine Längen hatte, durch die ich mich manchmal durchquälte.

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  • Auch das ist England

    Die Brüder

    walli007

    Der Jüngste der drei Lauritzen-Brüder, Sverre, folgt nach dem Studium in Dresden seiner Liebe. Nicht ahnend, dass es sich bei seinem Liebsten Albie um einen englischen Lord und Titelanwärter handelt. Unbeschreiblich der Moment als Sverre zum ersten Mal das Herrenhaus der Manninghams sieht. Nach außen hin treten Albie und Sverre als Kollegen auf, die gemeinsam ein Ingenieurbüro führen, und so können sie auch eine gemeinsame Wohnung beziehen. Was unter dem Mäntelchen der Verschwiegenheit verdeckt wird, wird geduldet, wenn auch nicht unbedingt gut geheißen. Schließlich ist es Albies Pflicht, irgendwann für einen Nachfolger auf den Titel zu sorgen. Doch zunächst genießen er und Sverre eine unbeschwerte Zeit. Bei diesem zweiten Band um die Erlebnisse der Lauritzen-Brüder aus Norwegen wird das Leben des jüngsten Bruders Sverre beschrieben. Parallel zu den Ereignissen um Lauritz und Oscar, von deren Wegen sich Sverre nach dem Studium getrennt hat, werden ungefähr die ersten zwanzig Jahre nach Abschluss der Ausbildung beschrieben. In der Zeit zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die Homosexuellen als Sodomiten bezeichnet. Das Gerichtsverfahren gegen Oscar Wilde war ein Anlass für Albies Vater, den Sohn zum Studium der Ingenieurwissenschaften nach Dresden zu schicken. Bei der Rückkehr nach England haben sich die Verhältnisse nicht wesentlich gebessert. Dennoch beginnt eine Zeit der relativen Freiheit und des Aufbruchs. Albie und Sverre erlangen etliche Fortschritte im landwirtschaftlichen Betrieb des Gutes, sie bewegen sich in Künstlerkreisen und Sverre kann sich als Maler entwickeln. Doch je näher der erste Weltkrieg heranrückt, desto größer werden die Repressionen. In meist sehr beschreibender Form lässt der Autor das Leben seiner Protagonisten durch die unwirtliche Gesellschaft gleiten. Ihr kleines Glück wird in einigen Zeiten so gerade toleriert und in dem Moment, wo die Möglichkeit besteht, sogar angegriffen. Die gemeinsamen Erlebnisse und Reisen verblassen zu Erinnerungen. Ihre Bohemien-Kreise können letztlich keine Hilfe sein, ihr Unwille, sich der Konvention zu beugen, ist zwar bewundernswert, führt aber leider nicht zur Befreiung. Leider beinhaltet dieses Buch nicht die Lebensfülle des ersten Bandes. Dennoch handelt es sich gerade wegen der aufgegriffenen Thematik der Homosexualität und wie ihr zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts begegnet wurde um ein lesenswertes Buch. Auch wenn die heutige Situation in weiten Bereichen glücklicher ist, gibt es sicher noch viel zu verbessern. 3,5 Sterne

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    • 2

    parden

    12. April 2015 um 08:20
  • Hatte mehr erwartet ...

    Die Brüder

    Koriko

    11. August 2014 um 19:55

    Story:  Obwohl es Sverre schwer fällt und er sich wie ein Verräter vorkommt, folgt er nach seinem Studium in Dresden seiner großen Liebe – Albert Manningham – nach England, anstatt an der Seite seiner Brüder Lauritz und Oscar am größten Brückenbauprojekt Norwegens mitzuwirken. Dort entpuppt sich Albie allerdings nicht als kleiner Landadeliger, sondern als Earl, dem ei großen Anwesen gehört und der als Stammhalter der Familie gilt. Nichtsdestotrotz findet er sich schnell in seinem neuen Leben zurecht, findet Freunde (u.a. Alberts Schwester Margie) und entdeckt die Malerei für sich. An Alberts Seite, der ihn zumeist als Kompagnon ausgibt, um einen Skandal abzuwenden, vertieft er sich in die Malerei, lernt weitere Künstler und Freidenker kennen und schließt sogar mit seiner Vergangenheit Frieden, als er seine Heimat besucht. Doch die Vorboten des ersten Weltkriegs werfen ihren Schatten voraus und plötzlich steht für Albie und Sverre mehr auf dem Spiel als ihre geheime Liebe zueinander … Eigene Meinung:  „Die Brüder“, der in Schweden unter dem Titel „Dandy“ erschien, ist der zweite Roman der „Großen Jahrhundert“ Reihe des Autoren Jan Guillou. Während der Leser im ersten Band („Die Brückenbauer“) Sverres ältere Brüder Lauritz und Oscar kennenlernte und ihren Weg durch das beginnende 20. Jahrhundert mitverfolgen konnte, erfährt man in „Die Brüder“ endlich, was aus dem dritten Bruder wurde. Trotz der Zusammengehörigkeit zu „Die Brückenbauer“ kann man den vorliegenden Roman auch separat lesen, da keinerlei größeren Vorkenntnisse vonnöten sind, um der Handlung zu folgen. Um alle Hinweise und Zusammenhänge zu verstehen, empfiehlt es sich jedoch den ersten Band zu lesen. Inhaltlich bewegt sich Jan Guillou in denselben Bahnen wie bei „Die Brückenbauer“. Es werden rund 20 Jahre (1900 – 1919) beleuchtet, konzentriert auf Sverres Leben und seine Sichtweise. Hin und wieder spielt auch Alberts Blickwinkel mit hinein, doch dies ist auf den Anfang beschränkt, wenn der Autor die Hintergründe der Beziehung zwischen Sverre und Albert erklärt. Spätestens nach dem ersten Drittel geht dem Roman jedoch spürbar die Luft aus. Während man bei „Die Brückenbauer“ von dem anstrengenden Brückenbau im hohen Norden und dem gefährlichen, wilden Leben in Afrika mitgerissen wurde, plätschert die Handlung in „Die Brüder“ ein wenig unmotiviert vor sich hin. Hier ein längerer Ausblick in die englische Gesellschaft, da eine ausufernde Auseinandersetzung mit der Kunst, der sich Sverre mehr und mehr verschreibt. Dementsprechend bleiben die technischen Beschreibungen und die Hintergründe des Fortschritts weitestgehend auf der Strecke, was dem Buch einen Großteil seiner Würze nimmt. Hätte sich Jan Guillou stärker auf die Beziehung zwischen Albert und Sverre konzentriert, auf die Probleme und Schwierigkeiten, die ihre Liebe in den Jahren nach der Oscar Wilde Affäre mit sich bringt, wäre „Die Brüder“ durchweg spannenden und interessanter gewesen. Leider geht der Autor kaum auf die vielen Punkte ein, die inhaltlich genug Stoff Spannung, Gesellschaftskritik und einen wirklichen Handlungsbogen liefern. Nahezu alle Passagen, die tiefer gehen und auch den Figuren mehr Leben einhauchen könnten, werden eher mittels Rückblenden erzählt (z.B. Alberts Affäre mit einem anderen Mann) oder im Nebensatz erwähnt. Dadurch nimmt Jan Guillou seinem Roman leider einiges an Fahrt. Leider wirken auch die Charaktere blasser und aufgesetzter, als Oscar, Lauritz und Ingeborg in „Die Brückenbauer“. Das liegt vorwiegend daran, dass sich Jan Guillou davor scheut die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten tiefgängiger darzustellen und ihnen den passenden Rahmen zu geben. Egal wie viele Künstler und Freidenker mit Sverre und Albert befreundet sind und wie viele Gespräche es hinsichtlich freier Liebe gibt, die Beziehung zwischen Sverre und Albert wirkt nicht greifbar und kommt zumeist unglaubwürdig daher. Das liegt vor allem daran, dass sich der Autor davor scheut, die Liebe zwischen den Protagonisten und die daraus resultierenden Konflikte aktiv darzustellen. So kommen Szenen, in denen Albert und Sverre allein agieren müssen, sehr selten vor, so dass man als Leser nicht einmal das Gefühl einer verbotenen Liebe oder Beziehung zu haben. Sverre und Albert wirken eher wie enge Freunde, als wie Liebhaber. Dafür können die Nebencharaktere durchaus punkten – allen voran Margie, die eine sehr starke, ungewöhnliche junge Frau ist und in ihrem Charakter stark an Ingeborg erinnert. Jan Guillou scheint eine Schwäche für derart starke Protagonistinnen zu haben, was dem Buch gut tut, denn Margie sorgt für ein bisschen Würze und Feuer. Auch der Freundeskreis um die beiden Hauptfiguren bietet dem Leser einige interessante Charaktere, teils sogar historische Persönlichkeiten, die jedoch nur am Rande erwähnt werden. Stilistisch bleibt sich Jan Guillou treu und bietet gewohnt solide, aber auch nüchterne Kost, die auf allzu viele Schnörkel verzichtet. Sicherlich geht er hier und da ins Detail und lässt das beginnenden 20. Jahrhundert sehr authentisch und lebendig vor den Augen des Lesers auferstehen, doch es mangelt an Tiefgang. Das merkt man auch bei der sprachlichen Umsetzung des Romans, der sich zu oft an Kleinigkeiten aufhält und auf Dialoge verzichtet. Sicherlich merkt man wie umfangreich der Autor recherchiert hat und wie historisch genau „Die Brüder“ geworden ist, doch das ersetzt leider nicht die mangelnde Charakternähe und die fehlende Spannung. Es ist schade, dass sich Jan Guillou wenig mit seinen homosexuellen Hauptfiguren beschäftigt hat, wo er den historischen Hintergründen und Ereignisse solch große Beachtung geschenkt hat. Fazit: Mit „Die Brüder“ setzt Jan Guillou seine Trilogie „Das große Jahrhundert“ fort und beleuchtet den Weg, den der jüngste Bruder der Lauritzen Familie eingeschlagen hat. Leider gelingt es ihm bei weitem nicht die Geschichte um Sverre und dessen Liebhaber Albert überzeugend und tiefgründig darzustellen und „Die Brückenbauer“ in derselben Qualität fortzuführen, wie man als Fan des ersten Bandes gehofft hat. Dafür bleiben sowohl die Figuren als auch die Handlung zu oberflächlich und verlieren sich zu häufig in nichtssagenden Episoden und unwichtigem Beiwerk. Schade – hier hätte man mehr herausholen können, denn allein die (für diese Zeit) problematisch Beziehung bietet genügend Platz für Spannung und Dynamik. Wer wissen will, was im ersten Band er Trilogie verschwiegen wurde, sprich wie es Sverre ergangen ist, wird um „Die Brüder“ nicht herumkommen – ein solch gelungenes, historisches Werk wie „Die Brückenbauer“ darf man jedoch nicht erwarten.

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  • Themen-Challenge 2014 - übersetzte Bücher, aber nicht aus dem Englischen oder Französischen

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 15 austauschen!

    • 67
  • Gesellschaftsroman

    Die Brüder

    michael_lehmann-pape

    16. October 2013 um 14:08

      Ein wenig vorsichtig mit Voreindrücken ob des Klappentextes sollte man als Leser sein, wenn man sich diesem neuen historischen Roman von Jan Guillou zuwendet.   Flüchtig könnte nämlich zunächst der Eindruck entstehen, eine spannungsgeladene „Brudergeschichte“ stände im Mittelpunkt des Romans und, zudem, eine „technische“ Geschichte über gewaltige Ingenieursleistungen zu Anfang des 20. Jahrhunderts. All dies spielt durchaus schon auch eine Rolle im Roman, allerdings weitestgehend sehr, sehr nebengeordnet oder im Hintergrund. Das eigentliche Thema ist die homosexuelle Liebe der beiden Hauptpersonen, Sverre Lauritzen aus Norwegen und Graf Albert Manningham (“Albie“) aus England, die sich zu Zeiten strikter, gesellschaftlicher Reglementierung ein gemeinsames Leben aufbauen, das sich in vielem im Buch wie eine, von materiellen Sorgen nicht behelligte, feingeistige Ehe darstellt.   Beide lernen sich im Studium des Ingenieurswesens in Dresden kennen. Albie, der bereits eine „Geschichte“ hinter sich hat, zum engeren Kreis Oscar Wildes in London gehörte und mit verstrickt war in den Skandal um Oscar Wilde, wird auf Anraten seines Vaters in Dresden einige Jahre verbringen, bis die Wogen sich geglättet haben.   Beide sind hoch sensibel für die „schönen Künste“, beide auf ihre Weise hochbegabt (Albie, was das Schreiben, Sverre, was das Malen angeht) und beide gehen nun in England ihren gemeinsamen Weg im von Albie für sie beide errichteten Haus auf dem Familiengrund.   Und so erzählt Guillou durchaus munter und frisch von einer „Liebe, die man nicht nennen darf“ (Oscar Wilde), von zwei hochbegabten Ingenieuren,  die Maschinen beginnen, zu verbessern, von Sverre, dem meisterhaften Maler, von der Kunst in Paris, dem Ergehen der Brüder in Norwegen, der Verbindung Sverres zu Albies Familie (vor allem zu einer Schwester Albies, Margie), vom Aufziehen der Kriegswolken, von der Löwenjagd in Afrika und dem Drama um die beiden liebenden Männer zum Ende des Buches hin.   Ein wenig bedauerlich ist es schon, dass Guillou zwar hier und da sehr breit die technischen Fortschritte schildert und auch den beiden Protagonisten versucht, eine Beteiligung daran anzudichten, diese spannende Darstellung aber doch immer wieder verlässt, um in die doch oberflächlichen Gefilde gesellschaftlichen Lebens (oft und oft werden Diner und Speisenfolgen geschildert) oder tief versonnener Betrachtungen in Werke der bilden Kunst (vor allem Sverre ist schwer begeistert von den Bildern, die er selber malt) einzutauchen. Das alles kratzt über lange Strecken des Buches eher nur an der Oberfläche der Darstellung.   Auch die Protagonisten selbst wirken ein stückweit künstlich als (fast) „vollendete“ Ingenieure, aber auch Künstler mit herausragenden Talenten. Wie oft trifft man meisterhaft malende Ingenieure (da Vinci mal ausgenommen)? Und das eben alles gelingt, was die beiden angehen?   Ebenso zu  oberflächlich verbleibt die Darstellung der Beziehung beider Männer. Im erotischen Bereich harmlos und ein wenig verschämt dargestellt, in der inneren Dynamik kaum mit überraschenden Entwicklungen. Zwei schöne Körper, die gerne „in der Badewanne einander halten“ (und sonst nichts?).   Daneben gelingt es Guillou dennoch, die moralische Enge der Zeit und das allgemeine Leben atmosphärisch wieder zu geben. Die Vorsicht, die walten gelassen werden muss und die Bedrängungen, die sich ergeben werden.   Insgesamt unterhaltsam zu lesen, aber mit wenig Tiefe gerade an den möglichen Spannungsfeldern innerhalb der Beziehungen (warum Albie meint, ein „böser Junge“ gewesen zu sein, erschließt sich aus seinen Aufzeichnungen heraus zumindest eigentlich in keiner Weise). Ein über weite Strecken unterhaltsames, aber deutlich zu harmloses Leseerlebnis mit zu wenig differenziert dargestelltem „Personal“.

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