Lebenslinien

von Jan Holmes 
4,5 Sterne bei34 Bewertungen
Lebenslinien
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„Mal was anderes“, wenn man sonst gerne Krimis, historische Romane und „die Klassiker“ liest.

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Ein sehr aktuelles Buch mit wichtigen Fragen. Toll geschrieben.

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Inhaltsangabe zu "Lebenslinien"

Weißt Du noch, was Du gestern Abend gegessen hast?
Erinnerst Du Dich, wie das Wetter an Deinem Geburtstag vor fünf Jahren war?
Kannst Du sagen, wer in der letzten Reihe saß, als Du in der ersten Klasse warst?
Bist du sicher?
Wirklich?
Wenn Dein Leben ein offenes Buch ist, stelle sicher, dass Du weißt, wer es geschrieben hat ...

Eine Gruppe von Freunden versucht, ein neuartiges Computerspiel auf den Markt zu bringen, in dem es um Biografien von Menschen und deren Erinnerungen geht. Mit der Übernahme ihrer Firma durch einen internationalen Konzern verlieren sie jedoch zunehmend die Kontrolle über ihr Produkt. Erst als einer der Freunde verschwindet, merken sie, dass sie selbst schon Teil eines Spiels sind. Bevor sie die Auswirkungen begreifen können, ist bereits ihr Leben in Gefahr - oder das, was sie dafür halten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783745005745
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:412 Seiten
Verlag:epubli
Erscheinungsdatum:23.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    anna_mvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: „Mal was anderes“, wenn man sonst gerne Krimis, historische Romane und „die Klassiker“ liest.
    „Schafe in der Armee von Kläusen“

    „Schafe in der Armee von Kläusen“


    Spannend und humorvoll beginnt der Roman „Lebenslinien“ von Jan Holmes, in dem es um die jungen Softwareentwickler Clemens und Ferdi geht – und natürlich um ihr Softwareprojekt „Exil“. Die zwei haben es geschafft, den Dachboden der Eltern zu verlassen, ihre Ideen voranzutreiben, zu finanzieren und eine Firma zu gründen. Dabei gleitet ihnen das Projekt jedoch zunehmend aus den Händen.

    Während Ferdi sich dem Big Business der Branche anzupassen versucht, kämpft Clemens, der Kopf hinter dem Computerspiel, als eigenbrötlerischer Entwickler mit seiner wachsenden Abneigung gegenüber den Geldgebern, die mittlerweile die Entscheidungen treffen. So wird „Exil“ zum Beispiel umgetauft und soll unter dem Namen „Lifelines“ auf den Markt kommen. Theo, ein Freund aus Studienzeiten, arbeitet erst in seiner Freizeit als Softwaretester für das Projekt, wird dann aber fest angestellt und macht Karriere bei Finally Development. Die Firma seiner Freunde ist allerdings eine verhängnisvolle, wenn auch notwendige Partnerschaft mit dem Unternehmen Inter-View eingegangen, das sich „um alles kümmert, wo wir keine Lust drauf oder keine Ahnung von haben“, wie Ferdi erklärt.

    Ohne viel Branchenjargon stellt Holmes die drei Freunde vor, deren Ideale und Privatleben durch ihre Arbeit auf die Probe gestellt werden. Dabei beweist er sein stilistisches Können und lässt seine Protagonisten auch wunderbar naturgetreu so sprechen, wie es die „Nerds“ der Computerbranche eben tun.

    Nach und nach lernt der Leser mehr über das Privatleben der drei Freunde kennen. Spieletester Theo steht im Mittelpunkt. Spätestens, als neue Updates im Spiel anfangen, nach persönlichen Vorlieben, Erlebnissen, Ängsten etc. zu fragen, wird der Leser argwöhnisch. Was ist das für ein geheimnisvolles Puzzlespiel rund um erfundene Biografien, an dem da programmiert? Tester Theo beantwortet diese Fragen der Einfachheit halber wahrheitsgetreu, um weiterspielen zu können, was den Leser unweigerlich über die eigene Nutzungsweise von sozialen Netzwerken und Co nachdenken lässt, wenn auch nur am Rande. Die gesellschaftskritische Frage nach dem Umgang mit unseren persönlichen Daten taucht hin und wieder auf, aber im Mittelpunkt stehen die Gründer und deren geringer Einfluss auf ihr Herzensprojekt, sowie die moderne Arbeitswelt. Wie geht der Mensch damit um? Welcher Platz bleibt für den Einzelnen und sein persönliches Schicksal? Hin und wieder werden diese Themen von den Protagonisten mit einer Prise „Nerdhumor“ kommentiert.

    Die Spannung wird unter anderem dadurch gehalten, dass der Leser nicht weiß, was sich mit „Lifelines“ anbahnt. Ein Spiel, um sich in eine virtuelle Welt zu flüchten? Ein Spiel, das sensible Daten über das Leben der Spieler sammelt und sie analysiert? Zu statistischen Zwecken? Um Vorhersagen zu treffen? Eine Goldgrube für die Archäologen der Zukunft? Von einem Schicksalsschlag getroffen und etwas niedergeschlagen philosophiert Theo: „Wird der Mensch nicht nur durch seine Erinnerungen bestimmt, sondern auch durch seine Familie, deren Geschichte und die Geschichte aller Vorfahren bzw. der Menschheit? […] Dann würde das Wissen um die Geschichte den Unterschied machen, nicht der Umstand, dass die Geschichte passiert ist. […] Sein letzter Gedanke war: „Schade, bei „Lifelines“ wüsste ich, was zu tun wäre.“ Dann brach er in hysterisches Gelächter aus.“ (S. 207)

    Clemens Mistrauen mündet schließlich in einen Streit mit den Leuten von Inter-View. Er scheint unter Paranoia zu leiden. Dann verschwindet er plötzlich, zum Erstaunen und Entsetzen seiner Freunde. Theo und Ferdi müssen sich fragen, in wie fern sie vielleicht für das Verschwinden ihres überarbeiteten Freundes verantwortlich sind, was sie für ihn tun können und in wie weit sie sich schuldig fühlen.

    Und dann müssen sie auch noch entdecken, was wirklich aus ihrem Computerspiel geworden ist…

    Hier geht es um Freundschaft, Partnerschaft, ein wenig Datenschutz und das harte Business in der PC-Spiele-Branche. Und George Orwell lässt grüßen.

    Der Roman hat mich äußerst gut unterhalten, auch weil ich dank des willentlichen Aussetzens der Ungläubigkeit beim Lesen über einige ungeklärte Punkte hinwegsehen kann. Es muss nicht immer eine Antwort auf alles geben. Und gerade weil die Geschichte zeitlich und räumlich nicht festgelegt ist – man weiß z.B. nicht um welche Städte es sich handelt – muss es auch nicht auf jedes Wenn und Aber eine Antwort geben. Allein, all die Fragen, die sich die Protagonisten am Ende Stellen, bringen in etwa auf den Punkt, was ich vor dem Lesen vom Buch erwartet hatte. Eine Dystopie, die genau diese Auswirkungen beschreibt, über die Theo und Ferdi sich den Kopf zerbrechen.

    Die Lektüre von „Lebenslinien“ kann ich nur weiterempfehlen. Es ist ein Buch, das länger im Kopf bleibt. „Mal was anderes“, wenn man sonst gerne Krimis, historische Romane und „die Klassiker“ liest.

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    SteinmannMvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sehr aktuelles Buch mit wichtigen Fragen. Toll geschrieben.
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    NBiermannvor einem Jahr
    Kurzmeinung: überraschend, hat mir sehr gut gefallen
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    J
    JanineRvor einem Jahr
    Kurzmeinung: aktuell und philosophisch, ein wichtiges Buch
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    G
    garglkargvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr gut, macht nachdenklich.
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    CameraObscuravor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wow! Die anderen Bücher von Jan Holmes sind schon bestellt.
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    KlausSchirmherrs avatar
    KlausSchirmherrvor einem Jahr
    Kurzmeinung: überraschend, spannend, aktuell
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    MichaelaDierkesvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Besser als "Der Circle"
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    H
    HLangosvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für mich bisher das beste Buch 2017
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    BilboBeutlin79s avatar
    BilboBeutlin79vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Literarischer Technik-Thriller der Sonderklasse!
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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    JanHolmess avatar
    "Wenn Dein Leben ein offenes Buch ist, stelle sicher, dass Du weißt, wer es geschrieben hat ..."

    Hallo zusammen,

    hiermit möchte ich zu meiner Leserunde zu meinem Roman "Lebenslinien" einladen, der im Juli diesen Jahres erschienen ist.

    Ich stelle insgesamt 15 eBooks zur Verfügung (EPUB, MOBI o. PDF).


    Klappentext:
    Eine Gruppe von Freunden versucht, ein neuartiges Computerspiel auf den Markt zu bringen, in dem es um Biografien von Menschen und deren Erinnerungen geht. Mit der Übernahme ihrer Firma durch einen internationalen Konzern verlieren sie jedoch zunehmend die Kontrolle über ihr Produkt.Erst als einer der Freunde verschwindet, merken sie, dass sie selbst schon Teil eines Spiels sind. Bevor sie die Auswirkungen begreifen können, ist bereits ihr Leben in Gefahr - oder das, was sie dafür halten.


    Die Geschichte basiert auf tatsächlichen, technischen Möglichkeiten, die uns bereits heute (be)drohen, fokussiert aber auf die Menschen und wie diese mit den Möglichkeiten umgehen bzw. was diese mit ihnen machen.

    In die ersten Kapitel kann man bei amazon reinsehen.

    Zum mir:
    Jahrgang 1972, Autor von spannenden, herausfordernden Büchern, in denen die Protagonisten an ihre Grenzen gehen (und teilweise darüber hinaus).
    2014 erschien mein Debut "Kains Königsweg", 2016 "Unmenschen", 2017 "Lebenslinien". Weitere Romane sind in Arbeit.


    Ich werde an der Leserunde teilnehmen, freue mich auf Bewerbungen, Fragen und Feedback und bin gespannt auf eure Meinungen und einen netten Austausch!

    Bitte beachtet die Teilnahmerichtlinien.
    JanHolmess avatar
    Letzter Beitrag von  JanHolmesvor 10 Monaten
    Vielen Dank!
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