Jan Ilhan Kizilhan

 4,5 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor*in von Der Kreis, Das Lied der endlosen Trockenheit und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan gilt als international anerkannter Experte der Transkulturellen Psychiatrie und Traumatologie. Er ist Orientalist und Psychologe, leitet das Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und ist Dekan des Instituts für Psychotherapie und Psychotraumatologie an der Universität Duhok (Autonome Region Kurdistan im Irak). Er kümmert sich seit Jahren um Opfer von Krieg und Terror und bildet Fachkräfte in vielen Ländern der Welt aus. Für sein außerordentliches Engagement im Bereich Menschenrechte wurde er mit dem Women’s Rights Award 2016 und dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. 2017 erhielt er vom American Jewish Committee (AJC) den Ramer Award for Courage in the Defense of Democracy für sein Engagement zugunsten jesidischer IS-Opfer.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jan Ilhan Kizilhan

Cover des Buches Der Kreis (ISBN: 9783958905320)

Der Kreis

 (10)
Erschienen am 01.12.2022
Cover des Buches Das Lied der endlosen Trockenheit (ISBN: 9783958901308)

Das Lied der endlosen Trockenheit

 (1)
Erschienen am 20.02.2017
Cover des Buches Die Psychologie des IS (ISBN: 9783958900462)

Die Psychologie des IS

 (0)
Erschienen am 10.10.2016
Cover des Buches Die Psychologie des IS (ISBN: 9783958901162)

Die Psychologie des IS

 (0)
Erschienen am 10.10.2016
Cover des Buches Dilan - Ein Wimpernschlag für die Ewigkeit (ISBN: 9783990648162)

Dilan - Ein Wimpernschlag für die Ewigkeit

 (0)
Erschienen am 30.01.2020
Cover des Buches Gewalt im Namen der Ehre (ISBN: 9783958906303)

Gewalt im Namen der Ehre

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Erscheint am 26.09.2024
Cover des Buches Nachtfahrt der Seele (ISBN: 9783958904187)

Nachtfahrt der Seele

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Erscheint am 26.09.2024

Neue Rezensionen zu Jan Ilhan Kizilhan

Cover des Buches Der Kreis (ISBN: 9783958905320)
L

Rezension zu "Der Kreis" von Jan Ilhan Kizilhan

Nicht die Religion ist böse, sondern die Menschen.
leseleuchtvor einem Jahr

Der Lebensweg der Jesidin Aziza ist mehr als beschwerlich. Geboren in einer Familie der Heiler, muss sie mit ansehen, wie ihre ganze Familie zum Islam konvertiert in einer Zeit, in der politische und religiöse Unruhen ihr Land bedrohen, in dem sie als Jesiden in der Minderheit wohnen. Von außen drängen die Franzosen und Engländer, dagegen wollen die einen einen religionslosen türkischen Staat errichten, die anderen fürchten um ihren Einfluss als religiöse Führer muslimischer Sekten. Ventil für Aggression und Zukunftsangst sind die religiösen Minderheiten. Aziza selbst wird von einem Sektenführer entführt, der viele Frauen in seine Dienste zu Prostituierten und gedungenen Mörderinnen zwingt. Doch mit Aziza hat er großes vor, hat sie doch Gaben, die ihm nutzbar sein könnten in seiner Taktiererei mit den Anführern der türkischen Bewegung und den äußeren Feinden aus Frankreich…

Der Roman beginnt als großer Abenteuerroman, spannend, atmosphärisch wie ein Hollywood-Blockbuster. Der Mittelteil dagegen entwickelt sich eher zäh. Die Romanhandlung weist einige logische Schwächen bzw. Sprünge auf. Historische und religiöse Hintergründe bleiben sehr allgemein und vage. Die Figuren sind eher statisch und holzschnitthaft. Jeder scheint nur nach seinem Vorteil zu trachten, um Ideale oder auch um Glauben geht es wenig. Religion dient nur der Stabilisierung oder Vergrößerung des eignen Einflusses, als politisches Instrument oder als reine Überlebensstrategie, wenn man an die konvertierten Jesiden denkt. Einzig die Frauen im Dienste des Sektenführers erscheinen als religiöse Fanatikerinnen, die im Namen der Religion ihren Körper verkaufen und hinterhältige Mordanschläge ausführen im Glauben an das Gute der Sache. Der Sektenführer selber ist ein bösartiger, berechnender, abstoßender Fettsack, der keine Werte kennt, nur den eigenen Vorteil. Aziza könnte da ein großes Gegenbild sein, aber ihre Figur gerät im Mittelteil sehr in den Hintergrund. Sie wiederholt lediglich immer an ihrem Glauben festhalten zu wollen, trotz aller gegenteiligen Erfahrung. Woher sie diese Stärke im Glauben nimmt, ist mir nicht wirklich deutlich geworden. Ihre Visionen sind mir allerdings auch zu fremd, um mich dort einfühlen zu können.

Der Schlussteil versöhnt wieder mit dem Buch. Hier schildert der Autor, was ich mir eigentlich mehr von dem Buch erwartet hätte: das Leben der Heilerin Aziza als religiöser Außenseiterin. Trotz aller Mühsal ihres Lebens – oder wegen? - hat die Schilderung ihres Todes am Ende etwas Befreiendes und Hoffnungsvolles.

Das Buch zeigt deutlich, wie der Mensch Religion zu seinem Zweck aufs Schändlichste missbraucht. Deutlicher hätte für mich werden können, dass dies im Wesen des Menschen begründet liegt, nicht in der Religion. Dazu wäre es für den Laien hilfreich gewesen, mehr über die politischen, historischen und religiösen Zusammenhänge – insbesondere auch über die Jesiden und die vielen im Buch nur genannten religiösen Gruppierungen – zu erfahren.

Cover des Buches Der Kreis (ISBN: 9783958905320)
Raywens avatar

Rezension zu "Der Kreis" von Jan Ilhan Kizilhan

Ein Kreis ist vollkommen
Raywenvor einem Jahr

Grober Inhalt:

Es geht um eine junge Jesidin namens Aziza die nicht stärker in ihrem Glauben sein könnte. 

Eine junge Frau die von einer fanatischen muslimischen Sekte in den Harem des Scheichs verschleppt und zwangsislamisiert werden soll. 

In der Geschichte wird dargelegt wie Aziza diese schwere Zeit durchsteht, für welche Zwecke sie missbraucht wird und wie sehr sie an ihrem Glauben festhält. 


Interessant in dieser Geschichte sind die Fakten über die Jesiden. An was sie glauben, wie sie ihren Glauben ausleben, deren Rituale/Gebete und Traditionen. 


Das Buch muss man extrem unvoreingenommen lesen. Hier wird über eine Minderheit erzählt und man darf gewisse Aussagen nicht auf sich selbst projizieren. 


Aus diesem Buch kann man auch sehr stark raus interpretieren, dass nicht der Islam unbedingt das Problem ist, sondern die Menschen Religion als Grund ausnutzen um Kriege zu führen oder zu töten. 


>>Du bist nicht der größte Feind der Jesiden, sondern der größte Feind des Islam, weil du in seinem Namen mordest, vergewaltigst und versklavst. Du bist eine Schande für deinen Glauben und für alle Menschen!<<  Zitat S.

361


»Du weißt nicht, was du sagst. Ich komme in den Himmel.

Denn ich habe viele Jesiden und Christen zu Muslimen gemacht und die, die es nicht werden wollten, getötet. Dafür winkt mir das Paradies so steht es geschrieben…<<


In diesem Buch wird die Radikale, brutale Seite des Islams gezeigt. In jeder dieser Art von Zitaten, sieht man die Fehlleitung und Misinterpretation des Korans.

Religion sollte friedlich sein und nicht das sein was diese muslimische Sekte auslebt. 


Diese Geschichte beruht auf wahre Begebenheiten.

Cover des Buches Der Kreis (ISBN: 9783958905320)
Yernayas avatar

Rezension zu "Der Kreis" von Jan Ilhan Kizilhan

Ein Buch über die Unterdrückung einer Religion
Yernayavor einem Jahr

Die Jesiden sind eine ethnisch-religiöse Gruppe, die ursprünglich im nördlichen Irak, im nördlichen Syrien und in der südöstlichen Türkei lebten. Die Geschichte dieser Ethnie ist eine Geschichte der Unterdrückung und Verfolgung. Dies setzt sich bis heute fort - zuletzt durch den sogenannten Islamischen Staat (IS), der die Versklavung und Ermordung der Jesiden mit dem Ziel ihrer Auslöschung propagiert hat. 

Der Autor Jan Ilhan Kizilhan, Orientalist und Psychologe, hat sich auf den Schwerpunkt Traumatologie spezialisiert. Er beschäftigt sich hauptberuflich mit den Opfern der Terrormiliz IS und hat neben diversen Fachbüchern auch populärwissenschaftliche Bücher und Romane veröffentlicht In "Der Kreis" (einem symbolhaften Titel, deessen Bedeutung ich hier nicht auflösen möchte) bleibt der Thematik der religiösen und ethnischen Verfolgung aber auch hier treu. Nach dem Vorbild der jesidischen Heiligen Begê Samur (1894-1956) hat er seine Hauptfigur, die Heilerin Aziza erschaffen. Die Geschichte ist fiktiv und Kizilhan wechselt in einer interessanten Mischung zwischen der sachlichen Beschreibung der historischen und politischen Spannungslage zum Ende des Osmanischen Reiches und der manchmal fast märchenhaften tiefenpsychologischen Erzählung von Azizas Visionen hin und her. Das Buch ist anspruchsvoll und dennoch sehr gut zu lesen. Die Lesenden erfahren die Hintergründe der bis heute währenden Konflikte innerhalb des türkischen Staates. Nicht leicht zu verkraften sind die Beschreibungen der sexualisierten Gewalt gegen Frauen. 

Ein großes Thema ist die Zwangsislamisierung der jesidischen Dörfer gegen Ende des Osmanischen Reiches. Aziza bleibt trotz aller Verlockungen und Widrigkeiten dem jesidischen Glauben treu. Hier beginnt für mich die schwierige Gratwanderung, denn auch der jesidische Glaube ist monotheistisch und weist strenge Regeln auf, die - nicht nur - Frauen bis heute unterdrücken. Aus diesem Grund bin ich bis zum Ende des Buches mit der Protagonistin Aziza nicht warm geworden. Auch sie ist nicht frei von Intoleranz, und bricht aus religiösen Gründen mit ihrer eigenen Familie. Auch ihre Visionen waren für mich eher befremdlich. 

Insgesamt ist die Beschreibung der Wirren und der Gewalt in dieser historischen Umbruchphase zugleich lehrreich als auch dystopisch. Auf 366 Seiten beschreibt Kizilhan, was Menschen einander antun können, und wie die Religionen dazu missbraucht werden, dieses Handeln zu rechtfertigen. Keine leichte Unterhaltungslektüre, aber eine lesenswerte und verständliche Einführung in eine schwierige Thematik.

Gespräche aus der Community

Das Osmanische Reich ist zusammengebrochen, die Menschen werden gefangen genommen und zwangsislamisiert - darunter auch die junge Aziza, die in einen Harem verschleppt wird. Doch nach ihrer Flucht wird sie zu einer Legende ... Ein Roman inspiriert von einer wahren Geschichte.

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