Jan Jacobs

 4,5 Sterne bei 93 Bewertungen
Autor*in von Mord auf Vlieland, Die Tote in der Gracht und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jan Jacobs (©Privat)

Lebenslauf

Jan Jacobs (*1975) ist in den Niederlanden aufgewachsen und hat dort studiert. Er arbeitete als Journalist und betreute als Verlagslektor Kriminalromane und Thriller, bevor er sich als Schriftsteller selbständig machte. Privat ist er von Gesetzeshütern umgeben, seine Schwägerin und sein Nachbar sind Polizisten. Familienurlaube führen ihn fast immer an die Strände oder auf die Inseln seiner zweiten Heimat Holland. In seiner Freizeit segelt er am liebsten auf dem Ijsselmeer.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jan Jacobs

Neue Rezensionen zu Jan Jacobs

Cover des Buches Mord auf Vlieland (ISBN: 9783426524893)
Calypso19s avatar

Rezension zu "Mord auf Vlieland" von Jan Jacobs

Krimi mit Atmosphäre
Calypso19vor 2 Monaten

Für seinen ersten Krimi um die Protagonistin Griet Gerritsen, eine eigenwillige Kommissarin mit recht sperriger Persönlichkeit, mit der sie sich nur allzu oft selber im Wege steht, hat sich der Autor einen Ort ausgesucht, den man zunächst einmal nicht in Verbindung bringt mit düsteren Kriminalfällen: die – wie es der Titel bereits verrät – holländische Insel Vlieland, die zweitkleinste der fünf bewohnten Westfriesischen Inseln mitten im Wattenmeer, ein Paradies für Naturliebhaber mit einer ausgedehnten Dünenlandschaft, dem Vliehors, auch „Sahara des Nordens“ genannt, sowie einer für die nur zwölf Kilometer lange Insel beachtlichen Waldfläche.

Dass die vordergründig idyllische Insel Rätsel, gar dunkle Geheimnisse birgt, wird der Ermittlerin „auf Bewährung“, deren neuer Chef nur auf einen – erneuten! - Fehler ihrerseits wartet, um sie endgültig kaltzustellen, schnell klar, nachdem sie mit ihrem Team, dem sympathischen und äußerst gelassenen Kollegen Pieter und der jungen Noemi, die mit ihrem Übereifer und ihrer eigenmächtigen Unbedachtheit – darin Griet nicht unähnlich – ein potentielles Risiko darstellt, auf der Insel angekommen ist, um den Tod des augenscheinlich höchst geachteten Vlieland-Bürgers und Hoteliers Vincent Bakker zu untersuchen.

Niemand allerdings möchte so richtig trauern um den feinen Herrn, dem da so unzeitig der Garaus gemacht wurde – was nur allzu verständlich ist, wie Griet und ihre ungewöhnlich kleine Ermittlereinheit sehr bald feststellen. Der Ermordete war nämlich alles andere als ein Ehrenmann und nicht wenige hätten Grund genug gehabt, ihn ins Jenseits zu befördern!

Es ist nicht leicht, Licht ins Dunkel zu bringen, aber Griet ist nicht nur unkonventionell-eigensinnig, sondern auch zäh und furchtlos und außerdem, wie der Leser sich im Laufe der Handlung überzeugen kann, eine sehr fähige Kriminalistin mit glasklarem Verstand und beträchtlichen deduktiven Fähigkeiten. Dass sie nach all den persönlichen Unbillen in ihrem Leben, über die der Leser ansatzweise in Kenntnis gesetzt wird, immer noch so hervorragend funktioniert, nimmt fast wunder!

Nach einigen Rückschlägen und einer falschen Fährte kommt ihr schließlich Freund Zufall oder das kleine Quäntchen Glück, für das auch die gewieftesten Kommissare dankbar sind, zu Hilfe und sie beginnt, das Geflecht aus Geheimnissen, Halbwahrheiten und ganz offensichtlichen Lügen zu durchschauen und am Ende den Mord an dem, wie man ihr zu Anfang glauben machen wollte, geachteten Hotelbesitzer aufzuklären, dessen Wurzeln, so viel darf verraten werden, weit in die Vergangenheit zurückreichen....

Die Lösung des Falles, der im Mittelpunkt des spannenden Krimis steht, bei dem auch die menschliche Komponente nicht zu kurz kommt und der zu meiner Genugtuung wunderbar ohne detailliert beschriebene blutige Szenen, die ich ohnedies grundsätzlich für überflüssig halte, auskommt, war letztendlich nicht unbedingt überraschend. Sie zeichnete sich ganz allmählich ab, so wie sich der gesamte Kriminalroman allmählich und gemächlich und ohne Knalleffekte ( auch überflüssig! ) entwickelte. Was aber die Kommissarin mit ihrem Wissen machte, das ist wirklich ungewöhnlich, das ist etwas, das nicht zu erwarten war, aber sehr stimmig ist, haargenau passt zu ihrer nicht alltäglichen, keinerlei Stereotypen entsprechenden Persönlichkeit. Und damit geht sie tatsächlich einmal konform mit dem, was unausgesprochen von ihr erwartet wird – und dies von oberster Stelle!

Griets Handlungsweise befriedigt also am Ende doch noch - auch wenn man sie vielleicht nicht durchgängig verstehen kann - wie das die gesamte Geschichte tut. Nicht nur überzeugt der Fall an sich, der so logisch und mit Bedacht aufgebaut ist, und in dem der Autor eine Reihe von Akteuren auftreten lässt, die authentisch sind, denen man auch im wirklichen Leben ohne weiteres begegnen könnte, die sich so verhalten, wie das normale Menschen nun einmal tun, sondern er passt sich darüber hinaus harmonisch - wenn man diesen Begriff bei einem Krimi überhaupt verwenden kann -  ein in die vom Autor so ansprechend-intensiv geschilderte Watteninsel, wobei er den Leser gleichsam mitnimmt, ohne dass diese durch die geschilderten Ereignisse ihren Zauber verliert und zu einem Ort wird, den man am liebsten meiden möchte. Sie bleibt seltsam unberührt, unbefleckt von all dem Unguten, das auf ihr geschehen ist!

Alles passt an diesem Kriminalroman, nichts stört die Harmonie seiner Komposition. Und wenn der Autor sich obendrein noch immer wieder der holländischen Sprache bedient, indem er Wörter oder ganze Sätze einflicht, über deren Bedeutung man nicht lange zu rätseln braucht – dann ist das sozusagen das Tüpfelchen auf dem „i“, dann hat man mitunter schon das Gefühl, etwas mehr zu sein als nur Leser oder Zuschauer, sondern vielmehr ein winzig kleiner Teil der Handlung selbst - und der schönen Insel in der rauen Nordsee natürlich auch!

Cover des Buches Die Tote in der Gracht (ISBN: 9783426524909)
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Rezension zu "Die Tote in der Gracht" von Jan Jacobs

Der traditionelle "Elfstedentocht"
Melanie-Schultzvor 3 Jahren

DIE TOTE IN DER GRACHT von Jan Jacobs ist im Oktober 2020 im KNAUR Verlag erschienen. 

Wir erwarten 363 Seiten voller Lesespannung. 

Es ist bereits der 2. Fall für die Commissaris Griet Gerritsen, der aber auch wunderbar ohne Vorkenntnisse des 1. Teils gelesen werden kann. 

Der zuletzt vor 20 Jahren (1997) statt gefundene "Elfstedentocht" (das härteste und längste Schlittschuhrennen in Hollend) soll bzw. kann durch die anhaltende Kälte wohl dieses Jahr wieder durchgeführt werden. Doch dann wird die Leiche einer jungen Journalistin aus einer zugefrorenen Gracht geborgen. Was zunächst als Unfall oder Selbstmord abgetan wird, lässt den Ermittlern keine Ruhe.

Das Team um Griet Gerritsen und Pieter de Vries, sowie die später hinzugekommene Noemi ermitteln in dem Fall und einem 20 Jahre zurück liegenden "Fall", der nie geklärt werden konnte. 

Der Spannungsbogen, beginnend beim Prolog im Jahr 1997 zieht sich durch das ganze Buch hinweg. Wenn man meint dem Fall auf der Spur zu sein, wird man immer wieder eines besseren belehrt. Nichts ist so wie es scheint. Der Fall wird wirklich erst ziemlich am Ende aufgelöst. So sollte ein guter Krimi auch sein !

Die Protagonisten werden sehr gut beschrieben und man kann sich in manche Handlungen gut hineinversetzen. 

Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig und in einen Bann ziehend. Auch erfährt man hin und wieder etwas über die "friesische" Kultur und die Schauplätze. 

Alles in allem ein wirklich zu empfehlender Holland Krimi, dem ich sehr gerne 5 STERNE gebe. 


Cover des Buches Die Tote in der Gracht (ISBN: 9783426524909)
ruheichleses avatar

Rezension zu "Die Tote in der Gracht" von Jan Jacobs

Die Tote in der Gracht von Jan Jacobs
ruheichlesevor 3 Jahren

Winter in Holland, die Gewässer sind überzogen von Eis, so dick, dass alles daran gesetzt wird, nach über 20 Jahren endlich eine Neuauflage des traditionellen Eisrennens "Elfstedentocht" durchzuführen.

Dann wird die Leiche einer jungen Reporterin aus einer Gracht gezogen. Der Fund unter einer Steinbrücke lässt nicht ausschließen, dass es eine Verkettung unglücklicher Umstände war. Doch das gilt es für das Ermittlerteam um Griet Gerritsen genauestens zu prüfen.

Die Geschichte bringt einem die niederländische Provinz Friesland mit vielen authentisch beschriebenen Schauplätzen zur kältesten Jahreszeit direkt nach Hause. Man möchte eigentlich noch viel lieber sofort einen Koffer packen und sich für ein Wochenende persönlich vor Ort umschauen. Mit zahlreichen interessant beschriebenen kulturellen Hintergründen über den Handlungsort Leeuwarden gelingt es nämlich völlig mühelos, sich ganz dem winterlichen Flair in diesem Buch hinzugeben.

Raffiniert gestrickte Verbindungen, glaubwürdig beschriebene Charaktere und absolutes Mitfiebern sind einem sicher, sobald man dieses Buch erstmals aufschlägt.

Spannende Observierung, mehrere gehütete Geheimnisse und die
Aufregung rundum ein mögliches Stattfinden des traditionellen rund
200 Kilometer-Schlittschuhrennens über Kanäle und andere Gewässer
versprechen Nervenkitzel, wie es sich für einen Krimi
gehört.


Wie erwartet, lebt auch dieser zweite Fall der spannenden Holland-Krimireihe von Jan Jacobs zusätzlich ganz besonders von den eingestreuten originellen niederländischen Begriffen und Redewendungen, sodass man u.a. bereits auf Seite 12 zum ersten Mal überraschend Heißhunger auf eine Portion friet oder poffertjes verspürt. Und wo wir schon bei typisch niederländischen Leckereien sind: Ich empfehle, vor dem Lesen auch dringend einen ordentlichen Vorrat an Lakritz einzuplanen, denn dieses Buch will man einfach nicht wieder aus der Hand legen, bevor der Fall gelöst ist.

Die Tote in der Gracht wartete schon viel zu lange auf meiner Lesewunschliste und doch habe ich dieses Buch zum perfekten Zeitpunkt nun endlich mit großer Begeisterung gelesen, während es draußen passenderweise eisige Temperaturen und Schnee gab. Ich fieberte in diesem zweiten Band wieder so sehr mit, dass ich schon während des Lesens sehnsüchtig auf eine Fortsetzung der Reihe um die sympathische Griet Gerritsen und ihre Kollegen hoffte. Zum Zeitpunkt dieser Rezension fand ich hierüber noch keine Informationen. Fest steht: Ich bleibe auf jeden Fall dran. Und sicher ist auch, dass ich Leeuwarden angesichts der sehenswerten Beschreibungen in diesem Buch unbedingt mal besuchen werde. Vielleicht ja bereits im nächsten Winter...


Die Tote in der Gracht ist erhältlich als Taschenbuch, eBook und Hörbuch. 

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