Jan Küveler Theater hassen: Eine dramatische Beziehung

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Inhaltsangabe zu „Theater hassen: Eine dramatische Beziehung“ von Jan Küveler

Damit das Theater bleiben kann, was es war, muss es sich ändern. »Theater hassen« ist eine Streitschrift gegen und für das Theater, eine Totenrede und ein Liebesbrief, eben Ausdruck einer dramatischen Beziehung. Fahle Gespenster schleichen über die Bretter, die früher die Welt bedeuteten, heute aber nur mehr morsch knarzen. Das Theater verrennt sich in einer Nische, die niemanden interessiert. Verzweifelt holt es Flüchtlinge auf die Bühne oder zwingt die Zuschauer zum Mitmachen. So verkommt es zum Kabarett und zum Kindergarten. Außerdem ist es enorm unpraktisch: abhängig von Subventionen, trotzdem teuer, unverwandt elitär, nur heuchlerischer als früher, unbequem – weder kann man Popcorn essen noch auf die Toilette gehen. Es gibt jede Menge Gründe, das Theater zu hassen. Man ist es ihm sogar schuldig, besonders, wenn man es liebt.

Detailreich,aber nie ermüdend...

— Vielhaber_Juergen

Überraschend witzig, wahnsinnig interessant und kein bisschen langweilig! Diesem Buch sollte man unbedingt eine Chance geben.. Toll! :)

— Nepomurks
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  • das schwere Los der Kritiker

    Theater hassen: Eine dramatische Beziehung

    Vielhaber_Juergen

    23. February 2017 um 15:18

    Ein durchaus provokanter Titel,den Küveler bereits im bereits im Untertitel relativiert. Im Prolog stellt der Leiter des Theaterressorts bei der WELT klar,das er sowohl ängstliches,feiges aber auch selbstgefälliges und arrogantes Theater hasse,vor allem,weil er Thater liebt. Und so kritisiert er kenntnisreich einenhistorischen Bogen spannend, das"immer die gleichen Regisseure über die großen,deutschen Bühnen gejagt werden". So fasst er die Gründe zusammen,die ihn so denken lassen: eine halbtote Vergangenheit werde in einem künstlichen Koma gehalten. Theater habe einen Minderwetigkeitskomplex und leide gleichzeitig an Größenwahn. Zur Untermauerung dieser These bezieht er sich auf die Kult-TV-Serie Monaco Franze aus 1983. Mit einem angenhm witzigen Unterton seziert erkenntnisreich den eigenen Berufsstand,kommt zur Diagnose: hass und Selbsthass,gemischt.Was ihn am aktuellen Theater besonders nervt,stellt er an Beispielen wie Andrea Breth und Jelinek heraus. das es aber auch ganz anders geht,zeigt ihm das Beispiel Milo Rau. Ein Gespräch mit dem gerade sehr angesagten Ersan Mondtag,interessante Rückblicke auf Neuenfels-,Fassbinder-und lawinsky-Skandale vervollständigen dieses kurzweilige Buch. Sehr lesenswet auch für Theaterlaien....  

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  • Alles nur Theater? Oder doch viel mehr?! Ein kluges, witziges und wahnsinnig interessantes Buch...

    Theater hassen: Eine dramatische Beziehung

    Nepomurks

    26. January 2017 um 00:06

    Was kann man zu Jan Küveler‘s Titel „Theater hassen“ sagen oder gar schreiben? Vielleicht, dass es ein überraschend kluges, heiteres und zudem unglaublich gutes Buch ist! Man kann sich womöglich nichts Konkretes unter diesem Titel vorstellen (..so erging es zumindest mir). Deshalb sollte man dem Buch wohl zunächst einmal eine Chance geben. Denn es entfaltet schon auf den ersten Seiten einen ganz eigenen Charme mit viel Wortwitz, Raffinesse und seltenen Einblicken! Natürlich handelt das Buch in erster Linie vom Theater mit all seinen Facetten, Intentionen und diversen Darstellern. Deshalb könnte man vielleicht sogar vermuten, dem Buch mangelte es an interessanten Inhalten.. Aber ganz im Gegenteil! Das Buch sprüht nur so vor Frechheit, urkomischen Kommentaren und bissiger Analyse. Und das Gesamtpaket liefert ein durchweg unterhaltsames wie aufschlussreiches Programm: Sprachlich gut lesbar und einem guten Schmöker ähnlich, wirft das Buch inhaltlich einen immerzu abwechslungsreichen, aber ungeschminkten Blick hinter die Kulissen des Theaters in seiner ganzen Vielfalt. Es gibt einige Themen-Schwerpunkte, die Jan Küveler recht übersichtlich in einzelne Kapitel verpackt hat. Ob nun ein kurzer Blick auf die Geschichte des Theaters, oder ein Abwiegen der einzelnen Schauspielhäuser und dem „Sponsoring“ wie auch auf die unterschiedlichsten „Darsteller-Gattungen“. Der Autor hat hier kaum einen Aspekt ausgelassen und schafft es wohl auch deshalb, einen ungewohnten Einblick, bzw. eine ganz unerwartete Perspektive auf das Gesamtgeschehen „Theater“ zu geben. Wie eingangs bereits erwähnt mit einem peppigen, unterhaltsamen und stellenweise unglaublich witzigen Erzählstil, der mir von Anfang an wahnsinnig gut gefiel. Das Buch liest sich sehr flüssig und wirkt (trotz der erwartet schweren Kost) leicht und "beschwingt". Mich hat das Buch völlig unerwartet, aber dafür umso mehr überzeugen können und ich würde es definitiv weiterempfehlen. Man sollte sich wohl einfach an das Buch heranwagen, einen Blick hineinwerfen und sich dann selbst überraschen lassen. Ich fand es wirklich toll, deshalb 5 Sterne.

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