Jan Karski

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Mein Bericht an die Welt

Mein Bericht an die Welt

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Erschienen am 16.07.2012
The Great Powers and Poland 1919-1945

The Great Powers and Poland 1919-1945

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Erschienen am 01.05.1985

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Rezension zu "Mein Bericht an die Welt" von Jan Karski

Rezension zu "Mein Bericht an die Welt" von Jan Karski
lokoschadevor 7 Jahren

•Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
•Verlag: Kunstmann, A (22. Februar 2011)
•ISBN-13: 978-3888977053
•Originaltitel: Story of a Secret State

Kurzbeschreibung

Dass Jan Karski, eine der zentralen Figuren des polnischen Widerstands, die Alliierten schon 1942/43 mit der Realität des Holocaust konfrontierte, hat ihm in Israel einen Platz unter den »Gerechten« eingetragen. Sein Lebensbericht »Story of a Secret State«, 1944 unmittelbar unter dem Eindruck der Ereignisse geschrieben, wurde in den USA zu einem Sensationserfolg. Danach schienen Autor und Buch verschollen, bis Claude Lanzmann den herausragenden Zeitzeugen für seinen Film »Shoah« interviewte. Heute wird Jan Karski neu entdeckt, und erstmals liegen seine außergewöhnlichen Memoiren auf Deutsch vor ein Dokument allerersten Ranges, Zeitgeschichte, die sich wie ein Kriminalroman liest. Als Hitler Polen überfällt, flieht der junge Offizier mit der zerschlagenen Armee gen Osten und läuft den Sowjets in die Arme, die ihn an die Deutschen ausliefern. Damit beginnt die abenteuerliche Odyssee Karskis durch ein Europa in Krieg und Aufruhr. In tollkühner Flucht schlägt er sich zur polnischen Untergrundbewegung durch, wird rasch mit wichtigen Missionen betraut. Jüdische Partisanen schleusen ihn heimlich ins Warschauer Ghetto und ein Konzentrationslager, wo er Augenzeuge der Judenvernichtung wird. Karski gerät in die Fänge der Gestapo, wird gefoltert, flieht erneut. Seine wichtigste Mission als Kurier für den Widerstand führt ihn schließlich 1942 quer durch Nazi-Deutschland nach England und Amerika, um Anthony Eden und Roosevelt persönlich Bericht zu erstatten. Jan Karski, »Botschafter des Holocaust aus eigener Anschauung« (Spiegel) und ein mitreißender Erzähler, legt Zeugnis ab »ein wertvolles, tief erschütterndes historisches Dokument« (Arte), »ein außerordentlicher Schicksalsbericht, der nichts von seiner Kraft eingebüßt hat« (Le Figaro littéraire).

Mein Eindruck:

"Dieses Buch will nur eine persönliche Geschichte erzählen, meine Geschichte! Ich habe versucht, mich an alles zu erinnern, was ich erlebt habe, und von den Taten all derer zu erzählen, denen ich damals begegnet bin."

Dieses Zitat stammt aus dem letzten Kapitel "Postskriptum" welches Jan Karski an seine Erlebnisse angehängt hat.

Auf den vorangegangenen 542 Seiten erzählt er von seiner Untergrundarbeit die er für die polnische Exilregierung in England geleistet hat.

Als Polen 1939 von Hitler überfallen wird, gerät Karski in russische Gefangenschaft, kann sich aber mit anderen Häftlingen während einer Zugfahrt befreien.

Da er nicht weiß wohin er gehen soll, sucht er in Warschau seine Schwester auf. Entsetzt muss er feststellen dass sein Schwager wenige Wochen zuvor verhaftet und erschossen wurde.
Verzweifelt und ratlos besucht er einen früheren Freund, zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnend, daß dies sein Einstieg in den polnischen Untergrund ist.

Während eines Einsatzes fällt er der Gestapo in die Hände und muss während seiner Gefangennahme schlimmste Folter ertragen. Während einer "Sitzung" und einem weiteren Schlag auf den Kopf täuscht er vor ohnmächtig zu werden.

"Solche schauspielerischen Einlagen nützen ihnen überhaupt nichts...Diese Schläge hinter die Ohren wurden von unseren besten Medizinern entwickelt. Sie tun zwar höllisch weh, aber man kann dadurch keinesfalls das Bewusstsein verlieren. Theatralisches Getue kann gegen wissenschaftliche Tatsachen nichts ausrichten."

Nachdem die Foltermethoden immer unerträglicher werden schneidet sich Jan Karski mit Rasierklingen die Pulsadern auf. Ein Wärter findet ihn und er wird in zweifacher Hinsicht gerettet, einmal sein Leben und dann gelingt es der Organisation ihn aus dem Krankenhaus zu schleusen.

Erst 1986 erfährt Karski wieviele Menschenleben seine Flucht gekostet hat.

Anfang Oktober 1942 trifft Karski mit zwei "Vertretern" des Warschauer Gettos zusammen und erfährt von der Deportation und Ermordung von 300.000 Menschen.

Unter allergrößten Schwierigkeiten und Lebensgefahr läßt Karski sich sowohl in das Warschauer Getto als auch in das Vernichtungslager nahe der Stadt Belzec einschleusen....und in seinem Bericht schildert er davon schon 1942 - wie es weiterging wissen wir alle!

Man kann noch so viele Bücher über diese Zeit lesen, begreifbarer wird es nicht und wird es nie werden.

Unbedingte Leseempfehlung!

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Rezension zu "Mein Bericht an die Welt" von Jan Karski

Rezension zu "Mein Bericht an die Welt" von Jan Karski
Monsignorevor 8 Jahren

Nein, das Wort "Held" mag ich überhaupt nicht. - Bis ich von Jan Karski erfuhr. Auf alten Fotos sieht der junge Karski wie ein Hollywood-James Bond aus. Auf dem Buchcover ist sein Gesicht von tiefen Narben gezeichnet, sie stammen von Gestapo-Folter. Er konnte - wie so oft - fliehen und seinen Auftrag ausführen. Er war nämlich ein Geheimdienstler in höchst gefährlicher Mission, mehrfach in seinem Leben. Karski ließ sich ins Warschauer Ghetto einschmuggeln, auch in ein Vernichtsungslager, und dokumentierte den Völkermord. In Brillenbügeln versteckte Mikrofilme brachte er quer durch Feindesland nach England und in die USA - doch man glaubte ihm nicht. Gegen Kriegsende schrieb er sein Buch "Mein Bericht an die Welt", es wurde ab 1948 ein Bestseller in den USA, in England und Frankreich. In seiner Originalsprache Polnisch erschien es erst 1999, in deutscher Übersetzung erst jetzt. - Das Buch ist pure Zeitgeschichte, spannend wie ein Kriminalroman. Karski ist kein Romancier, kein Geschichtenerzähler, sein Stil ist sachlich, nüchtern, ohne Schnörkel. Ein erschütterndes Buch von einem echten Helden.

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