Jan Kilman Heldenflucht

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Inhaltsangabe zu „Heldenflucht“ von Jan Kilman

1918 – Deutschland nach dem großen Krieg … Das Land wird von Hungersnöten geplagt, die Daheimgebliebenen warten sehnsüchtig auf die Kriegsrückkehrer. In dieser düsteren Zeit begibt sich die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen in die Eifel, in ihr Heimatdorf, das von den Wunden des Krieges heimgesucht wird, wie sich bald zeigt. Als die Bewohner einen stummen französischen Soldaten stellen, kommt eine Spirale der Gewalt in Gang. Menschen verschwinden spurlos, und in den Wäldern wird eine Leiche gefunden. Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen …

Fesselnd geschrieben und historisch perfekt nachvollzogen ist dieser wirklich lesenswerte Roman.

— Sigismund

Ein sehr interessantes Buch, mit tollen Einblicken in diese Zeit.

— Vanessa_Noemi

Ganz anders als erwartet, aber trotzdem lesenswert

— Pergamentfalter

Überraschend und ehrlich erschreckend

— Purzel2204

Ein guter Auftakt... Ich hoffe es folgen weitere Romane über Agnes Papen

— Frau-Aragorn

Vermittelt ein realistisches Bild der Nachkriegszeit

— SillyT

Eine spannende Geschichte, die vor allem auch viel aus dem Alltag in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg erzählt.

— Jashrin

Gerade weil dieses Buch einfach den Alltag kurz nach dem ersten Weltkrieg beschreibt, ist es so eindringlich, kein Thriller ein Drama.

— Buchmaniac

der Autor gewährt einen sehr lebendigen und schockierende Einblick in die Nachkriegsjahre

— Buchmagie

Konnte mich nicht richtig fesseln weil mir die Protagonisten zum Teil nicht „lebendig“ genug waren.

— OmaInge

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  • Die Kriegszeit war echt schlimm

    Heldenflucht

    kidcat283

    04. November 2017 um 11:40

    Wir befinden uns im Krieg, das heißt, kurz bevor der Krieg beendet ist. Die Kirchbacher Männer sind alle im Krieg und es wird auf die Rückkehr gewartet. Leider werden viele nicht wiederkehren. Es ist auch eine Zeit in der alles knapp ist. Die Vorräte an Lebensmitteln vor allem. Viele Söhne, die in den Familien am Hof gebraucht werden mussten in den Krieg ziehen, so dass die Frauen allein für das Geld sorgen müssen. An viel Schlaf ist da nicht zu denken. Jeder ist ausgelaugt, krank oder hat Schmerzen. Agnes Papen, eine der Protagonisten kehrt zu ihrem Onkel nach Kirchbach zurück, um sich um ihn zu kümmern, da ihre Eltern tot sind. Ihr Onkel ist krank und sie sucht den örtlichen Arzt auf, der aber gar kein Arzt sein möchte, bzw. betrunken ist, um seine Erlebnisse im Krieg zu vergessen. Franz, der Sohn eines Vaters, der auch im Krieg ist, muss nun in der Fabrik arbeiten, in der seine Mutter geschafft hat, die aber durch eine Verletzung nicht mehr brauchbar ist. Ruben Lieberstock bewirtschaftet einen Laden in denen die Leute im Dorf Lebensmittel einkaufen können. Er ist nicht nur ein guter Geschäftsmann, sondern hat auch ganz viel Herz, was er beweist, als er einen Mann, der plötzlich im Dorf auftaucht und sein Gedächtnis und seine Sprache verlor bei sich aufnimmt. Aber es ist nicht nur die Art von Not, die in Kirchbach eingezogen ist, sondern auch die Sache, dass Menschen verschwinden und irgendwann der Fund einer Leiche zum Thema wird. Was ist passiert? Meine Meinung: Das Cover dieses Buches zeigt schon, dass es in einer Zeit spielt, wo es noch Schwarz-weiß Photographien gab und es erst der Beginn der Telefonie war. Eben 1918, Kriegszeit, Armut und eine Zeit wo die Leute damals noch nicht an PC´s, digitale Photographie, Handys oder aber Fernseher gedacht hatten. Es war eine schlimme Zeit. Die Männer wurden in den Krieg geschickt und wurden nur so scharenweise abgeschlachtet. Dieses Buch zeigt genau die Seite der Welt, die es damals war. Diese Menschen mussten ums Überleben kämpfen. Es gab Menschen, die haben sich mit dem abgefunden, was sie waren...Tagelöhner oder Mägde. Andere hatten eine andere Berufswahl im Sinn, die schon etwas moderner war. Der Leser begleitet Ruben Lieberstock, ein alter Mann, der einen Lebensmittelladen hat, Franz, ein 15-jähriger Junge, der für seine Familie das Geld verdienen muss, Agnes Papen, ein junges Mädchen und Wiebke, eine Magd. Bei Kapitelwechsel ist immer ein anderer dran. Allerdings muss ich sagen, dass diese Geschichte mit Krimi nicht viel am Hut hat. Es ist zu 80 % ein Buch das eine Geschichte nach der Nachkriegszeit erzählt. Es war aber trotzdem sehr fesselnd, vor allem die letzten 100 Seiten waren richtig richtig spannend, fast ein bisschen skrupellos und pervers. Im Großen und Ganzen hat es mir sehr gut gefallen, und der Schmetterlin Abzug ist nur, weil ich dachte ich hätte einen Krimi vor mir, was ich nicht so empfand.

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  • Kein Krimi und der Plot hat mich nicht ganz überzeugt

    Heldenflucht

    Gwhynwhyfar

    21. August 2017 um 12:51

    Der Anfang: »Er war fünfzehn Jahre alt, als er seinen ersten Toten sah. Franz hockte sich vor die Leiche. Sie stank trotz der Kälte.«Das Buch hat mich ratlos hinterlassen, auf mehreren Ebenen. Wie fange ich an? Der Roman an sich ist, oberflächlich formuliert, spannend. Beginnen wir mit der Verlagsinformation: » Jan Kilman ist das Pseudonym eines bekannten deutschen Spannungsautors. Für seinen historischen Krimi »Heldenflucht« recherchierte Kilman intensiv über die Themen Kriegstraumata und Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, begab sich an Kriegsschauplätze und las unzählige Feldpostbriefe dieser Zeit.« Und dann registrierte ich die Tage zufällig, der Name Kilman sei so entstanden: »Der Nachname sollte zu einem Thrillerautor passen, somit setzte ich »Kill« und »Mann« zu Kilman zusammen.« …Ein Krimi? Wo bitteschön? Historischer Roman? Na ja. Ich versuche, die Essenz in einen Satz zu bekommen: Es geht um schreckliche Erlebnisse von Soldaten des 1. Weltkriegs, die bei ihnen heftigste Kriegstraumata hinterlassen haben, mit drastischen Folgen. Jeder dieser Soldaten lebt das Trauma anders aus und drumherum wurde eine Geschichte konstruiert. Dazu kommt die Not in allen Lebenslagen im Nachkriegsgeschehen, Beschaffungsschwierigkeit des täglichen Lebens. Wer ist der Hauptprotagonist? Keine Ahnung. Laut Klappentext soll es Agnes sein, für mich eher eine unbedeutende Randfigur. In der Chefetage tummet sich viel Personal herum, das halbe Dorf, jeder ist gleich wichtig oder ziemlich wichtig. Das Ganze führt natürlich dazu, dass die Protagonisten extrem unausgegoren und flach daherkommen.»›Du Taugenichts bist eine Schande für das ganze Dorf‹, keifte sie. … ›Sehr wohl, gnädige Frau‹, sagte er, weil ihm nichts besseres einfiel und Lieberstock ihm geraten hatte, nicht zu widersprechen. ›Die Menschen wollen recht behalten‹, hatte er Franz erklärt …«Franz war für mich tragend, aber ich konnte ihn nicht fassen. Er wird für den Dorfdeppen gehalten, weil er komisch redet. Er interessiert sich für eine Leiche, stochert drin herum, möchte den Verwesungsprozess beobachten. Er gibt komische merkwürdige Antworten, scheint nicht ganz dumm zu sein. Für einen Autisten war zu interessiert an den Menschen. Es gibt eine »Krankheit«, bei der Menschen an Empathielosigkeit leiden. Das passte am Anfang. Plötzlich benahm sich Franz aber wie ein normaler Junge, zeigte viel Angst, Mitleid, wollte helfen, mischte sich ein, sogar so etwas wie Verliebtheit kam durch. Zwischendurch fiel er immer wieder in kurze Empathielosigkeit. Ich wurde nicht schlau daraus. Zum Ende wird er auch noch … verrate ich nicht – passt für mich gar nicht. Agnes Papen, eine Frau in Hosen, was nicht jedem gefällt. Franz bietet ihr mitleidig an, bei anderen Frauen nachzufragen, ob eine einen Rock überhätte. Käme ein Empathieloser darauf? Agnes arbeitete an der Front als Kriegsberichterstatterin und nun erhält die Journalistin keinen Job mehr, weil sie eine Frau ist, nicht mal als Sekretärin kommt sie unter. Sie zieht in ihr Heimatdorf, nähe Cöln, um den Onkel zu pflegen. Ziemlich bald bekommt die taffe Frau ein Angebot aus Cöln, bei einer Wochenzeitung zu arbeiten, eine neue Art des Journalismus, Reisen, Reportagen. Sie ist begeistert, denn sie will arbeiten, Karriere machen, liebt den Beruf, konnte sich an der Front bei den Männern durchsetzen. Und diese Frau lässt beim ersten Anflug des Verliebtseins die Karriere sausen um Hausfrau und Mutter in einem Dorf zu werden, benimmt sich die ganze Geschichte über wie eine brave, untertänige Frau? Und genau DIESE Protagonistin soll die Hauptperson sein? Sie kommt kaum vor, trägt nichts zur Sache bei (welche eigentlich?), und am Ende benimmt sie sich wie eine zittrige Greisin: Null Gegenwehr, Null Nachdenken, denn sie ist ja angeblich schlau, Null Gefühl für psychologische Feinheiten und natürlich muss sie gerettet werden. Irgendwann ist der taffe Charakter zum Baubernweib mutiert; obwohl, eine solche hätte mit dem Schürhaken zugeschlagen, anstatt ihn sich wegnehmen zu lassen. - Du liest und staunst, welch merkwürdige Verwandlungen in den Protagonisten vor sich gehen.Ich will nicht alle detailliert aufzählen, aber die Protagonisten sind fast alle nicht stimmig. Ruben Lieberstock ist der empathische Kaufmann im Dorf, der sich um alles und jeden kümmert, er ist immer dabei, ihm vertrauen alle, er hat eine Hauptrolle. »Wiebke wich dem Klaps des alten Müllers aus, der ihrem Hinterteil gegolten hatte.«Wiebke, tragend, ist eine kräftige Magd, fleißig, unermüdlich und unglücklich. Der alte Müller, Dorfvorsteher, grabscht alles an, was bei drei nicht auf den Bäumen ist und seine Frau ist ein launisches Biest (tragende Protagonistin), scheucht das Personal 20 Stunden am Tag. Der Sohn Heinrich ist ein Tüftler, baut per Mühlrad Elektrizität für das Dorf, träumt vom Bau eines Flugzeugs. Es gibt eine weitere Magd, sie bekommt einen Jungen vom Müller.»Der Staat musste nach den immensen Kriegsausgaben insolvent sein. Jeder Kaufmann konnte das im Kopf überschlagen. Nein, sich auf den Staat zu verlassen war keine Idee heutzutage.«Herrmann der Arzt, gehört zu den Hauptpersonen. Er ist einer der Kriegsveteranen. Seine Liebesgeschichte klingt für mich klischeehaft konstruiert. Alle Kriegsheimkehrer sind psychisch am Ende. Zu ihnen gehört auch Paul, der anfänglich für einen Franzosen gehalten wird und anfangs stumm ist, unter einer Teilamnesie leidet, gehört auch zu den tragenden Protagonisten. Es gäbe noch einige halbtragende, wichtige Protagonisten.Der Inhalt ist schwer zusammenzufassen: Das Dorfgeschehen nach dem Krieg. Die anfänglich beschriebene Leiche wird von den Dorfbewohnern erst auf den letzten Seiten gefunden, identifiziert. Wer der Mörder ist, erfährt man nicht. Eine Person verlässt sein Heim, auch das wird nicht aufgeklärt, weder warum, noch wohin. Oder habe ich das nicht kapiert? Landet er in einem Keller? War er das? Am Ende des Romans gibt es ein riesiges Massaker. Minikapitel, ein Cliffhanger jagt den nächsten, es war mir derer zuviel, ebenso zuviel Gemetzel, das war unglaubwürdig, sehr konstruiert. Der Roman beginnt historisch, beschreibt die Schwierigkeiten, an wichtige Dinge des Lebens zu kommen, Steckrüben mag keiner mehr sehen. Der Briefträger verteilt Todesnachrichten, jeder hofft, der Kelch möge an ihm gehen. Der ein oder andere Mann kehrt aus dem Krieg zurück. Wir schreiben das Jahr 1918. Etwas verwirrend sind die Briefe aus dem Feld, von 1916 usw. die zwischen die Kapitel gelegt werden. Ich habe mich bis zum Ende gefragt, was diese Briefe, die nicht von oder an Protagonisten der Handlung gesendet werden, mit der Story zu tun haben. Damit man etwas über den Krieg erfährt? Dann hätte das Buch anders geschrieben werden müssen. Die ist ein Geschichtskrimi, der nichts mit einem Krimi zu tun hat, es wird ja auch nicht ermittelt. Diverse Verbrechen tauchen erst in den letzten Seiten auf. Die anfängliche Leiche kennen nur Franz und die Leser. Dieser Roman entwickelt sich im Verlauf nicht passend dem Genre, denn im letzten Viertel mutiert er zum absurden Thriller. Ab dieser Stelle mochte ich das Buch nicht mehr, das mich zuvor noch angesprochen hatte. Der Plot wird unmöglich: Massaker. Irgendwie fühlte ich mich wie hineingeworfen vom Historischen in einen Fitzek: unglaubwürdig, effekthaschend, blutrünstig. Hier brach der Spannungsautor durch. Und dann passierten üble Schnitzer. Jemand schneidet mit einem Skalpell fachgerecht die Bauchdecke auf, paar Seiten später sind es nur Kratzer. Ein Psychotiker ist von einer Sekunde zu anderen normal, weiß, was er gerade angestellt hat. Wie geht das? Am Ende passiert viel in Hetze, und die massigen Stränge (müssen mehr als 10 sein) lösten sich nicht auf. Es folgt ein Epilog. Hier werden fast alle Rätsel gelöst, im Galopp. Unverständlich, die Top-Journalistin Agnes hat das schreckliche Dorf sofort verlassen und kehrt nach Monaten kurz zurück. Erst jetzt will sie wissen, wie die Geschichte für die Bösewichte endete? Wer soll das glauben? Der Abgabetermin drückte den Autoren, und die Lösung wurde auf drei Seiten schnell zusammenzimmert? So erschien es mir der Epilog. Dabei sind ein paar Stränge vergessen worden und zwei lauteten lapidar: Keiner weiß, wo er ist, bzw. sein Mörder wurde nie gefunden. Ein sogenannter Krimi, prima abgesch(l)ossen! Nach dem Mörder wird nicht gesucht und er wird deshalb auch nicht gefunden, logisch. Gleiches gilt für einen anderen schrecklichen Verbrecher, der halt verschwunden ist. Ein weiterer Protagonist ist tot. Und weiter? Einer Weiterer ist verschwunden. Und? Der Vergewaltiger, was passiert mit dem? Ich war ziemlich enttäuscht.Alle Kriegsheimkehrer sind stark psychisch gestört, viele gemeingefährlich, ein bisschen dick aufgetragen. Genau hier vermisse ich die Ernsthaftigkeit zur Realität und die psychologische Auseinandersetzung mit Kriegstraumata, die einem historischen Roman gebühren. So hätten die Protagonisten auch Charakter bekommen. Man kann es sich auch einfach machen: Massaker. »Sie machte große Augen. ›Wirklich?‹«Sprachlich einfach gestrickt, für meinen Geschmack an manchen Stellen zu einfach. Bis Dreiviertel fand ich das Buch ok., spannend. Und dann war ich nur noch genervt. Die eingeschobenen Feldbriefe gaben am Ende für mich keinen Sinn, sie hatten nichts mit der Handlung zu tun. Wieder eine Frage nicht beantwortet. Wer sich für Geschichte, kombiniert mit abstrusen Gemetzel interessiert und nicht auf Einzelheiten achtet, der mag Gefallen an dem Buch finden. Spannend ist es an sich und die Nachkriegszeit wird gut dargestellt. Für mich war der Roman oberflächlich, weder Fisch noch Fleisch.Noch ein Wort zu Klappentext und Cover, dazu äußere ich mich selten. Lieber Verlag, meine Zensur: setzen, Thema verfehlt! Cover: Ein Großstadtbild. Die Geschichte spielt in einem kleinen, schlammigen Dorf! Klappentext: Von welchem Buch reden wir hier? »Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen.« Sie sucht einen Mann, mehr nicht, sucht nicht mal nach ihrem verschollenen Onkel, knutscht lieber. Und welche Wahrheit soll sie finden? Es gibt im Grunde zig Einzelgeschichten, die gar nicht zusammenhängen, nicht eine Wahrheit, sondern eine ganze Reihe. Und die Journalistin interessiert sich rein gar nicht dafür. Beschreibung: historischer Krimi. Dazu müsste es einen Kriminalfall geben und einen Ermittler. Im Laufe der Geschichte geschehen diverse Verbrechen. Aber eins hat mit dem anderen nichts zu tun und niemand ermittelt.Wenn ich zwischen den Sternen schwanke, nehme ich die höhere Bewertung. Drum mit blauem Auge 3 *

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  • Fesselnd geschrieben und historisch perfekt

    Heldenflucht

    Sigismund

    17. August 2017 um 17:14

    Absolut FESSELND geschrieben und historisch PERFEKT nachempfunden ist der im März 2017 im Heyne-Verlag veröffentlichte Roman "Heldenflucht" von Jan Kilman, Pseudonym eines "deutschen Spannungsautors". Es geht um die ersten Tage nach dem Ersten Weltkrieg in einem fiktiven Dorf in der Eifel. Es ist Dezember 1918, seit November ist Waffenstillstand. Deutschland befindet sich in einem Vakuum zwischen Krieg und Frieden, in einer Zeit des gesellschaftlichen und technischen Umbruchs - im Eifeldorf leuchten erstmals Glühbirnen in den Häusern, Autos gibt es keine im Dorf. Die ersten Kriegsheimkehrer treffen ein. "Die große Kunst des Erzählens liegt darin, auszusparen und fortzulassen", beginnt der Autor sein Nachwort. Trotzdem ist es ihm ausgezeichnet gelungen, die verschiedenen Aspekte des ersten industriellen Krieges mit seinen Vernichtungswaffen und den entsetzlichen Folgen an Leib und Seele der Kriegsheimkehrer in seinem Roman nacherlebbar zu machen. "Heldenflucht" ist in meinen Augen keineswegs ein Kriminalroman, wie es Klappentext und Cover vermuten lassen, sondern ein sehr seriöser Nach-/Kriegsroman - auch wenn Mordfälle eher zufällig aufgedeckt werden. Es geht im Roman nicht um die Morde, sondern um den Weltkrieg und seine Folgen für die Menschen - ganz ausgezeichnet geschilderte Charaktere von der Großbäuerin bis zum jüdischen Händler - in einem kleinen Dorf im deutschen Irgendwo. Dieser Roman ist unbedingt EMPFEHLENSWERT.

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  • Da ist noch Luft nach oben

    Heldenflucht

    Nirena

    30. July 2017 um 18:33

    "Heldenflucht" ist der erste historische Roman aus der Feder des Autoren. Da er bisher Krimis und Thriller der Gegenwart geschrieben hat, hat er das Pseudonym gewählt, um seine Leserschaft nicht zu verwirren. Ich habe mich gefragt, ob es meine Meinung zum Buch beeinflusst hat, dass ich das weiß, aber ich bin mir sicher, dass meine Wahrnehmung ansonsten ebenso gewesen wäre.Als erstes möchte ich festhalten, dass nach dem Lesen des Buches einmal mehr deutlich wird, dass man Klappentexten nicht immer trauen darf. Zuerst einmal ist das Dorf des Geschehens nicht Agnes' Heimatdorf, sie hat in ihrer Kindheit dort oft die Ferien bei ihrem Onkel verbracht. Weniger spitzfindig ist die Feststellung, dass Agnes sich mitnichten auf die "Suche nach der Wahrheit" macht. Dies impliziert, dass wir es hier mit einer Miss Marple oder einer Agatha Raisin zu tun bekommen. Richtig ist aber, dass sich Agnes ganz gegen Ende des Buches auf den Weg zu einem Bekannten macht, weil ihr etwas Ungereimtes aufgefallen ist. Weder sucht sie nach verschwundenen Personen, noch versucht sie, die Identität von Leichen zu klären...Aber weg vom Klappentext, hin zum eigentlich Buch: Ich ziehe meinen Hut vor der Rechercheleistung des Autors! Denn dass er viel Zeit, Sorgfalt und Mühe auf die zeitliche und inhaltliche Authentizität verwandt hat, wird im ganzen Buch deutlich.Allerdings führt wohl auch genau dieser Wille zur Authentizität dazu, dass es ins Übertriebene abdriftet. Nicht die immer wieder eingestreuten Briefe der Kriegsteilnehmer des Dorfes, die in den einzelnen Schlachten gefallen sind - diese erzeugen eine Menge Atmosphäre. Aber dass die Handvoll Rückkehrer derart viele ausgeprägte Kriegstraumata auf sich vereint, war nicht wirklich glaubwürdig.Der eigentlichen Handlung um Agnes, Herrmann und den anderen fehlte es mitunter an Drive. Nicht, dass es langweilig wurde, aber man hatte in weiten Teilen den Eindruck, ein wenig auf der Stelle zu treten. Die einzelnen Handlungsstränge wirkten mitunter als nebeneinander laufend, statt zusammen, mir fehlte eine gewisse Homogenität, ein Zusammenspiel.Auf den letzten 50 Seiten kommt dann der Thrillerautor durch, es geht hoch her im beschaulichen Dörfchen, mit greifbarer Spannung und Gänsehaut.Insgesamt kann der Autor auch im historischen Bereich bestehen, es ist allerdings noch Luft nach oben.

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  • Heldenflucht

    Heldenflucht

    Vanessa_Noemi

    27. July 2017 um 12:19

    Inhalt:1918 - Deutschland nach dem großen Krieg ... Das Land wird von Hungersnöten geplagt, die Daheimgebliebenen warten sehnsüchtig auf die Kriegsrückkehrer. In dieser düsteren Zeit begibt sich die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen in die Eifel, in ihr Heimatdorf, das von den Wunden des Krieges heimgesucht wird, wie sich bald zeigt. Als die Bewohner einen stummen französischen Soldaten stellen, kommt eine Spirale der Gewalt in Gang. Menschen verschwinden spurlos, und in den Wäldern wird eine Leiche gefunden. Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen ...Meine Meinung:Das Buch hat mich sofort angesprochen und interessiert. Ich lese sehr gerne Geschichten, die in der Vergangenheit spielen und daher auch erzählen, wie das Leben damals war. Dieses Buch ist jedoch der Beweis, dass man den Klappentexten manchmal nicht so ganz glauben kann. Das Buch spielt nach dem Krieg und erzählt hauptsächlich die Geschichte von verschiedenen Protagonisten und wie diese in einer so schwierigen Zeit leben. Zwischendurch sind auch Briefe abgebildet, die von Männern an der Front verfasst worden sind und an die Familie geschickt wurden. Es wird zwar eine Leiche gefunden, jedoch ist die Aufklärung lange überhaupt kein Thema und wird die Thriller Elemente werden erst gegen Schluss des Buches erkennbar. Die Protagonisten sind hauptsächlich sehr sympathisch. Es werden die Leben von ganz verschiedenen Menschen beleuchtet. Jung, Alt, Mann, Frau und die Jobs sind auch ganz unterschiedlich. So hat der Leser viele verschiedene Perspektiven und Sichtweisen. Natürlich ist es für uns heutzutage schwierig sich in die Lage von diesen Personen zu versetzen. Ich habe den Krieg und die Lebensweise, die dadurch entstanden ist, nie miterlebt und daher kann ich auch nicht verstehen, wie schlimm das wohl gewesen sein muss. Die Geschichte vermittelt jedoch dies sehr gut und ich konnte mir ein sehr gutes Bild davon machen, wie es wohl gewesen ist. Das fand ich wirklich unglaublich toll. Gegen den Schluss wurde das Buch wahnsinnig spannend und konnte es fast nicht mehr zur Seite legen. Bis zu Schluss hatte ich überhaupt keine Ahnung, wer wohl der Mörder sein könnte und daher war ich auch sehr überrascht, als dann herauskam, wer es getan hat und warum das alles passiert ist. Die Auflösung ist dem Autor super gelungen und für mich war dies absolut nicht vorhersehbar.Mein Fazit:Obwohl ich mir gewünscht hätte, dass es mehr Thriller Elemente gegeben hätte, fand ich die Geschichte doch sehr interessant und ich kann sie allen, die sich gerne mit historischen Themen befassen, nur empfehlen.

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  • Kauf- und Leseempfehlung...

    Heldenflucht

    unclethom

    09. July 2017 um 15:40

    Mit Heldenflucht legt der Autor ein sehr beeindruckendes Debüt nun auch im historischen Genre vor. Bislang veröffentlichte er als Rudi Jagusch recht erfolgreich mehrere Kriminalromane die in seiner Heimat der Eifel spielen, diese sind bei Emons erschienen. Dazu noch zwei Thriller die beide im Heyne Verlag erschienen sind.Dezember 1918, der große Krieg (1. Weltkrieg) ist seit wenigen Wochen beendet und die Versorgungslage ist nach wie vor schlecht. Viele Soldaten sind noch nicht nach Hause zurückgekehrt.Vor diesem Hintergrund spielt dieser historische Kriminalroman.Es gelingt Jan Kilman aufs Beste die düstere Stimmung der ersten Wochen nach dem Ende des Krieges einzufangen. Die Verzweiflung der Menschen aber auch die Hoffnung dass es nun besser werden wird.Für mich ein besonderes Highlight die vom Autor erdachten „Feldpostbriefe“ an die lieben zuhause und ihr Schicksal.Figuren und Schauplätze, des in mehreren Handlungsebenen spielenden Romans, wirken durchweg sehr gut durchdacht und authentisch. Die Hauptebene spielt direkt nach Kriegsende in einem Dörfchen in der Eifel. Weitere Ebenen spielen im Krieg an der Westfront in Frankreich. Die Handlungsebene im Dorf spiegelt auch sehr gut den Hass wider der kurz nach Kriegsende auf den Kriegsgegner Frankreich noch immer in den Herzen der Menschen wütet.Sehr interessante Dialoge lassen die ganze Geschichte noch interessanter wirken Dank der sehr schönen Schreibweise erscheint es einem so als wenn man kein Buch Lesen würde sondern eher einen farbenfrohen Film sehen würde. Die Schreibweise des Autors lässt das Kopfkino schnell in Gang kommen.Besonders die Szenen an der Westfront erinnern gefühlsmäßig an den Klassiker „In Westen Nichts neues“. Das ist ganz großes Kino und ich wurde aufs beste unterhalten.Für das historische Debüt von Jan Kilman vergebe ich glasklare 5 von 5 Sternen, sowie eine Kauf- und Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Heldenflucht"

    Heldenflucht

    Pergamentfalter

    21. June 2017 um 16:26

    Deutschland 1918: Der Erste Weltkrieg ist vorbei. Während die Daheimgebliebenen im aufkommenden Winter um das tägliche Überleben kämpfen, kehren erste Soldaten von der Front zurück. Eines Tages findet ein Junge in einem Wald nahe dem Dorf Kirchbach in der Eifel eine Leiche. Kurz darauf ist sie verschwunden. Als wenig später ein stummer französischer Soldat in Kirchbach auftaucht, kocht die Stimmung hoch ... Erst einmal vorweg: "Heldenfluch" ist ein klassisches Beispiel dafür, dass man dem Klappentext nicht immer trauen sollte. Teile der Handlung, die dort erwähnt werden, finden erst im letzten Viertel des Buches statt - und dann auch nicht so, wie dort angeteasert wird. Auch dem Cover sollte man nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken: Es sieht gut aus, hat aber weder mit der Handlung, noch dem Handlungsort etwas zu tun. Die Geschichte selbst hat zunächst einmal wenig mit einem historischen Krimi zu tun. Ich gehöre zu den Klappentext-Lesern. Daher bin ich von vornherein mit einer gewissen Erwartung an das Buch herangegangen - und wurde nach dem Prolog enttäuscht. "Heldenfluch" ist eher ein historischer Roman. Um die Aufklärung eines Todesfalls geht es nur ab und an am Rande. Zentrum der Handlung ist etwas ganz anderes: Das Leben der Menschen. Wie gingen die Daheimgebliebenen mit der Situation um? Wie lebten die Menschen auf dem Land, als die Industrialisierung langsam Einzug in ihr Leben hielt? Welche Sorgen, Nöte und Ängste beherrschten das Leben? Und wie erging es den Kriegsrückkehrern, die zum Teil mit Problemen zu kämpfen hatten, von denen die Medizin bis dato noch nicht einmal etwas gewusst hatte? Diese und weitere Fragen bestimmen die Geschichte, die aus der Sicht verschiedener Personen erzählt wird. Die Protagonistin ist Agnes Papen, die es zwar zur Kriegsberichterstatterin gebracht hat, nun aber arbeitslos ist, weil ihr als Frau nichts zugetraut wird. Neben ihr kommen eine ganze Reihe weiterer Figuren zu Wort, die an ihrem Schicksal teilhaben lassen und es mir ermöglichten, ein umfangreiches Bild von der Situation in Kirchbach zu entwickeln. Die meisten Figuren waren mir schnell sympathisch und ich habe gern ihre Geschichte verfolgt - trotz falscher Erwartungen. Der erzählerische Teil wird einerseits ergänzt von Feldbriefen, die von der Situation an der Front berichten und in ihrer Art echter Feldpost nachempfunden sind. Sie haben mir manches Mal eine Gänsehaut beschert und den Blick für das Grauen des Krieges noch weiter geschärft. Andererseits gibt es zu jedem Tag, der erzählerisch behandelt wird, eine Übersicht wichtiger Ereignisse im Nachkriegsdeutschland. Sie ermöglichten zwar eine interessante historische Einordnung, hatten aber, im Vergleich zu den Briefen, nichts mit der Handlung zu tun. Dadurch wirkten sie auf mich wie nettes, aber überflüssiges Beiwerk.  Ansätze eines Krimis, wie ich ihn erwartet hatte, habe ich schlussendlich im letzten Viertel gefunden. Während die Geschichte zuvor, interessant aber meist eher ruhig verlief, zog hier die Spannung deutlich an. Auf wenigen Seiten passierte - gefühlt - mehr als im ganzen bisherigen Buch. Tatsächlich konnte ich dann auch verstehen, was mit der Gewaltspirale im Klappentext gemeint war, auch wenn sie so plötzlich da war, dass sie mir zu gekünstelt erschien. Mehr Andeutungen im Vorfeld oder eine langsamere Steigerung der Dramatik hin zum Finale hätten mir besser gefallen. Fazit: Krimi gesucht - Nachkriegsroman gefunden. Wer sich einmal vom Klappentext verabschiedet (oder ihn gar nicht erst gelesen) hat, findet in "Heldenfluch" eine spannende, menschennahe Geschichte aus einer Zeit, die im Allgemeinen wenig thematisiert wird. Dennoch mangelte es mir zum einen an der Umsetzung. Zum anderen fand ich das Ende nicht ganz gelungen.

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  • Kein klassischer Krimi, aber überzeugend und gut lesbar ...

    Heldenflucht

    Die-wein

    15. June 2017 um 23:08

    Die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen verbringt einige Wochen bei ihrem kranken Onkel in einem kleinen Eifeldorf. Die Region ist gezeichnet vom Krieg, Nahrungsmittel sind nur schwer zu bekommen und in der ansässigen Tuchfabrik wird jede anpackende Hand gebraucht. Die Einwohner sind dabei, als das elektrische Licht beginnt in den Häusern für Helligkeit zu sorgen, sorgen sich jedoch gleichzeitig vor dem nächsten Winter, da sämtliche Vorräte längst aufgebraucht sind. Als plötzlich ein stummer französischer Soldat im Dorf auftaucht, möchten die Einwohner ihn am liebsten so schnell wie möglich vertreiben, doch Agnes schafft es ihn gemeinsam mit dem Händler Lieberstock, dem Arzt Hermann Brosch sowie dem jungen Franz in Sicherheit zu bringen. Doch nachdem im Dorf immer mehr Gewalttaten passieren, steht für die Einwohner der Täter sofort fest.Da ich seit Langem schon neugierig bin auf historische Krimis, wollte ich diesen Roman, welcher im Jahre 1918 handelt, unbedingt lesen und war auch bereits nach wenigen Seiten gefesselt. Dennoch dauerte es etwas, bis mich die Geschichte richtig packen konnte, da die vielen Perspektivwechsel anfangs eher störten und auch vom Aufbau her, war dieses Buch nicht vergleichbar mit typischen Krimis.Erzählt wird die Handlung aus sehr vielen verschiedenen Sichten, sodass man die Einwohner zwar schnell kennenlernt, aber als Leser fand ich Agnes Papen schlichtweg am interessantesten, weshalb mich die anderen Charaktere zuerst mal kaum interessierten. Schnell wurde jedoch klar, dass auch diese eine wichtige Rolle einnehmen und je mehr man nach und nach über sie erfuhr, desto spannender wurde auch dieses Buch und desto mehr konnte man auch die bedrückende Stimmung der damaligen Zeit nachempfinden. Die abgedruckten Feldpostbriefe am Ende jeden Kapitels taten ihr Übriges dazu.Den ruhigen sowie bildhaften Schreibstil fand ich sehr angenehm. Man konnte sich sowohl dieses kleine Dorf, als auch die beschriebenen Charaktere allesamt gut vorstellen und nachdem ich mich durch die ersten etwas zähen Kapitel erstmal durchgearbeitet hatte, begann mich die Story auch richtig zu packen. Dennoch würde ich das Buch nicht unbedingt als Kriminalroman einordnen, da es vordergründig um die verschiedenen Schicksale der Bewohner geht und erst zum Ende hin, nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung ein, die mich erstmal sprachlos zurückließ. Ich hatte mit diesem Schluss so gar nicht gerechnet, fand ihn jedoch heftig und hätte mir auch in den vorherigen Kapiteln im Nachhinein etwas mehr Nervenkitzel in dieser Form gewünscht.Mein Fazit:Jan Kilmans "Heldenflucht" konnte mich begeistern und durch die vielen eingearbeiteten geschichtlichen Details absolut überzeugen. Trotzdem sollte man bei diesem Buch keinen klassischen Krimi erwarten, denn im Vordergrund stehen eher die Schwierigkeiten der Protagonisten in der damaligen Zeit sowie die Nachwirkungen eines schrecklichen Krieges.

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  • Rezension zu "Heldenflucht"

    Heldenflucht

    Zsadista

    06. June 2017 um 13:23

    Deutschland 1918. Der erste Weltkrieg ist vorbei und das Elend der Bevölkerung kommt so richtig heraus. Agnes Papen, ihres Berufes wegen Kriegsberichterstatterin, kommt in ihr Heimatdorf in die Eifel zurück. Sie hat es als Frau in ihrem Beruf schon nicht leicht. Aber das Elend, das sie in dem Dorf erwartet ist noch extremer. Als dann auch noch ein französischer Soldat aufgegriffen wird, eskaliert das Ganze. Richtig aufgepeitscht wird dann alles als der kranke Onkel von Agnes verschwindet. Die Gewaltspirale fängt an sich zu drehen. Elend, Hunger, Dreck und der Hass auf die Fremden tun ihr letztes und verwandeln so manch ehemals freundlichen Menschen in ein Monster. „Heldenflucht“ ist ein Roman aus der Feder des Autors Jan Kilman. Vom Inhalt her könnte man einen Krimi vermuten, was mir auch so passierte. Jedoch ist das Buch wirklich als Roman anzusehen. Es passieren zwar Dinge, die man gut und gerne einem Krimi zuordnen könnte, jedoch ist das Buch eher in Richtung der Menschen und ihrer Lebensumstände einzuordnen. Ich sehe es als Buch an, dass mir die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg näher bringt und nebenbei noch mit ein paar Leichen aufzuwarten hat. Der Schreibstil an sich hat mir gut gefallen. Das Buch lässt sich recht schnell und gut lesen. Mit den Briefen zwischendurch konnte ich im Bezug zu der Geschichte wenig anfangen. Sie zeigen aber auch, was die Menschen in der Zeit in etwa dachten oder fühlten. Daher fand ich die Briefe zwischendurch schon sehr interessant, spannend und nahe gehend. Die Story selbst war für mich auch nicht so einfach, wie manch anderes Buch. Ich fand, dass es sehr gut das Nachkriegselend herüber brachte. Das Cover fand ich zum Inhalt nicht sehr passend. Das Bild zeigt eher eine Stadt, als dieses kleine Eifeldorf mit seinem Elend. Das Cover hätte man wirklich besser und aussagekräftiger wählen können. Trotzdem, alles in allem ein recht gutes Buch, dass einem nachdenklich zurück lässt. Da kann man immer wieder froh sein, keine Kriege und keine Nachkriegszeit mitmachen zu müssen. 

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  • Grausam ehrlich

    Heldenflucht

    Purzel2204

    30. May 2017 um 08:51

    Ein wirklich gelungenes Buch, welches uns noch immer wach rütteln kann, für Geschehnisse, die ein Jahrhundert entfernt liegen. Obwohl jeder vieles über die vergangenen Kriege gelesen, gehört und gesehen hat, war ich dennoch überrascht, das man hier noch neue Details erfahren hat. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da der Autor die Spannung die ganze Zeit über erhalten hat. Die Charaktere waren sehr gut gewählt und man fühlte sich immer mitten im Geschehen. Ich konnte sowohl die Personen, wie auch die Orte, jederzeit genau vor mir sehen. Die Geschichte beginn mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Heimkehr der Soldaten, als plötzlich ein fremder und stummer, scheinbar französischer, Mann auftaucht. Es ist schreckend, wie eingefahren in ihrer Denkweise die Dorfbewohner doch sind und so bringt dieser Fremde viel Unruhe in das Dorfleben. Mein Fazit ist jedoch sehr gut. Ich würde dieses Buch jederzeit weiterempfehlen und auch noch einmal lesen.

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  • Ein Einblick in die Nachkriegszeit

    Heldenflucht

    Frau-Aragorn

    27. May 2017 um 11:05

    Als einer der glücklichen Gewinner der Buchverlosung hatte ich das große Vergnügen einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte dieses Romans zu erhalten.  Dementsprechend ging ich mit ziemlich großer Erwartungshaltung heran und wurde nicht enttäuscht.  Jan Kilmann schafft es trotz der Sichtweise mehrerer Protagonisten, oder vielleicht auch gerade deshalb, jeden Charakter klar zu zeichnen und Seelenleben einzuverleiben. Mein Lieblingscharakter ganz klar, der höchstsymphatische Krämer Lieberstock. Wobei es mir der schäle Otto Dank seines tollen Namens fast noch mehr angetan hatte.  Und das, obwohl er nur Statist ist. In jedem Fall erhalten alle Figuren nach und nach, auch mit Hilfe der abgedruckten Briefe, ihre Historie und Seele. Eigentlich bin ich kein wahnsinnig großer Fan von mehreren Protagonisten in einem Roman, aber ich fand es in diesem Fall ein tolles Stilmittel um zu verdeutlichen, dass es in der Nachkriegszeit wichtig und unumgänglich ist, dass alle Mitglieder einer Gemeinde sich kennen, zusammenhelfen müssen und miteinander verwoben sind. In der heutigen Zeit des urbanen Insellebens vergisst man das nur allzu leicht. Die verschiedenen Protagonisten,  die selbst bis hin zur Nebenfigur mit Seele und Biographie versehen waren, machen Neugier und Lust auf mehr.  Wenn ich es zu entscheiden hätte,  würde ich gerne mehrere Geschichten in dieser Reihe lesen.  Sie müssten nicht unbedingt nur auf die Geschichte von Agnes Papen fokussiert sein. Warum nicht hören wie es mit Heinrichs Segelflugprojekt weitergeht, oder eine Geschichte von Franz Ausbildung in Berlin? Natürlich würde mich auch interessieren wie es mit Paul weitergeht und ob es Wiebke gelingt ihren Weg zu finden. Allein diese Gedanken zeigen schon,  dass dieser Roman ein eigenes Seelenleben entwickelt, was immer ein gutes Zeichen für eine tolle Geschichte ist. Ein kleines Wort auch noch zu Schreibstil und Aufbau: man muss sich einlassen auf diese Epoche,  die vielen von uns so unbekannt ist. Ich finde Jan Kilmann hat das getan und den Schrecken,  aber auch die Möglichkeiten dieser Zeit eingefangen. Untermalt mit einem immer wieder leicht lustigen Unterton kan man das Buch gut und leicht durchlesen, ohne das Gefühl zu haben von der Schwere dieser Zeit erdrückt zu werden. Immerhin ist es ein Roman. Fazit: Jan Kilmann hat hier ein gutes Buch geschrieben,  das ich jedem empfehlen kann zu lesen. Bitte mehr davon! 

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  • Gelungener Einblick in die Vergangenheit

    Heldenflucht

    SillyT

    26. May 2017 um 10:50

    Der erste Weltkrieg ist zu Ende, die Menschen leiden unter Hungersnöten und warten sehnsüchtig auf die Kriegsheimkehrer. Auch in dem kleinen Ort Kirchbach, mitten in der malerischen Eifel, gibt es immer weniger Lebensmittel für die Menschen und auch sonst werden die Nöte größer. Agnes Papen, einst Kriegsberichterstatterin, ist zu Besuch bei ihrem Onkel. Als dieser erkrankt, sucht sie verzweifelt Hilfe, zuletzt bei dem aus dem Krieg heimgekehrten Arzt Hermann Brosch, der seitdem als äußerst verschroben gilt. Wider Erwarten gelingt es Agnes, den Arzt zur Hilfe zu überzeugen und ihr Onkel beginnt zu genesen. Doch irgendetwas scheint in dem kleinen Dorf nicht zu stimmen, der junge Franz findet mitten im Wald eine Leiche, Agnes Onkel verschwindet spurlos und ein stummer französischer Soldat taucht auf. Hat er etwas mit den Vorkommnissen zu tun?Meine Meinung:Der Einstieg beginnt recht spannend und dem Autor gelingt es sehr schnell, mit seiner Geschichte zu fesseln. Der Schreibstil ist leicht, sehr flüssig und leicht verständlich, da es sprachlich schnörkellos bleibt. Auch sonst war es hier recht unvorhersehbar und die Geschichte durchaus spannend. Allerdings muss ich zugeben, dass hier das Cover und auch der Klappentext ein wenig irreführend sind, denn auf den ersten Blick wirkt das Buch wie ein Krimi aus den zwanziger Jahren und auch der Klappentext lässt an ein Buch in Richtung Krimi denken. Doch es ist eher ein Roman, der sehr gut das Leben der Menschen nach dem ersten Weltkrieg widerspiegelt und das auch gelungen und glaubhaft, es verschwinden hier Menschen und auch sonst passiert so einiges.Das Setting, das kleine Eifeldorf, wurde recht lebendig und allein dadurch, dass es gar nicht so weit von mir entfernt ist, konnte ich es mir schnell vorstellen. Interessant fand ich die Idee der Briefe und der Ausschnitte zum aktuellen Zeitgeschehen, die das Buch noch ein wenig realistischer werden ließ. Zumal der Autor seine Briefe an reale Sodatenbriefe anlehnt. Diese konnten mich oft berühren und zeigten einmal mehr, wie unnötig, grausam und brutal Kriege sind.  Was mir nicht ganz so gut gefiel, waren die vielen unterschiedlichen Perspektiven des Buches, denn der Autor beschränkt sich nicht nur auf ein oder zwei Protagonisten, sondern verteilt diese Rolle gleich auf diverse Dorfbewohner. Mit dem personellen Erzähler in der dritten Person springen wir hier kapitelweise mit wechselnden Charakteren durch das Geschehen. Mal erleben wir den Krämer, mal eine Magd, dann wieder Agnes oder den Arzt, aber auch Franz, der junge Mann aus dem Dorf kommt zur Sprache und plötzlich taucht noch eine Person aus, von der wir nicht wissen, wer es ist und nur dessen verwirrende Gedanken kennenlernen, zwischendurch dann noch die Briefe und Zeitungsausschnitte. Mir war das einfach ein wenig zu viel und zu schnell, denn die Kapitel sind teilweise recht kurz gehalten und kaum hatte man sich auf eine Perspektive eingelassen, gab es schon wieder eine neue. Hier hätte es mir viel besser gefallen, wenn der Fokus auf weniger Personen gefallen wäre, denn es machte dadurch ein etwas zu gut gemeinten und überladenen Eindruck. Doch tatsächlich gelingt es dem Autor, das ganze Geschehen sinnvoll aufzulösen und fast alle offenen Fragen zu beantworten.Die Charaktere waren mir, allerdings auch auf Grund der Vielzahl, einfach mit zu wenig Tiefgang ausgestattet und ich hatte, bis auf Franz, von keinem den Eindruck, ihn oder sie näher kennenzulernen. Dementsprechend konnte ich auch nur wenig Mitgefühl aufbringen und fühlte mich hier mehr wie ein Beobachter der Bewohner. Einzig Franz, der hier als ein wenig zurückgeblieben beschrieben wird, machte auf mich einen guten Eindruck, denn hinter diesem Jungen steckte so einiges mehr und er schien mir hier fast noch der cleverste Dorfbewohner zu sein.Mein Fazit:Ein Buch, dass die Zeit nach dem Weltkrieg durchaus gelungen spiegelt, man merkt durchaus, dass der Autor gut recherchiert hat und sich viel Mühe mit den damals aktuellen Ereignisse und die Einbindung dieser in seinem Roman gegeben hat. Es war wirklich sehr gut geschrieben und sorgte für eine spannende Unterhaltung. Lediglich die Vielzahl der Charaktere und der damit fehlende Tiefgang dieser haben mich ein wenig gestört. So blieben die meisten der Personen eher blass und oberflächlich und ich blieb hier mehr Beobachter der Situation. Wer einen historischen Roman mit viel Spannung sucht, ist allerdings hier gut aufgehoben.

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  • Fragefreitag mit Jan Kilman zu "Heldenflucht"

    Heldenflucht

    hallolisa

    Fragefreitag mit Jan Kilman Deutschland in der Nachkriegszeit, eine Leiche und die verzweifelte spannungsgeladene Suche nach der Hoffnung und der Wahrheit – all das und noch viel mehr erwartet euch in Jan Kilmans neuem historischen Roman "Heldenflucht"!Interessiert es euch, wie der Autor auf seine Ideen kam? Dann stellt Jan Kilman im Rahmen dieses Fragefreitags einfach eure Fragen und gewinnt eines von 5 Exemplaren von "Heldenflucht"! Mehr über das Buch: 1918 – Deutschland nach dem großen Krieg … Das Land wird von Hungersnöten geplagt, die Daheimgebliebenen warten sehnsüchtig auf die Kriegsrückkehrer. In dieser düsteren Zeit begibt sich die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen in die Eifel, in ihr Heimatdorf, das von den Wunden des Krieges heimgesucht wird, wie sich bald zeigt. Als die Bewohner einen stummen französischen Soldaten stellen, kommt eine Spirale der Gewalt in Gang. Menschen verschwinden spurlos, und in den Wäldern wird eine Leiche gefunden. Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen … >> Hier geht's zur Leseprobe! Mehr über den Autor: Jan Kilman ist ein Pseudonym eines deutschen Spannungsautors, der mit historischen Krimis eine neue Seite von sich veröffentlichen möchte. Für "Heldenflucht", das Mitte März 2017 erschienen ist, recherchierte Kilman an den Original-Kriegsschauplätzen, las Feldpostbriefe und brachte alles in Erfahrung, was mit Kriegstraumata und Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg zu tun hat. Jan Kilman ist verheiratet, hat Kinder und liest für sein Leben gern.Gemeinsam mit Heyne vergeben wir unter allen Fragestellern 5x "Heldenflucht" von Jan Kilman. Stellt dem Autor einfach am 12.05.2017 direkt unter diesem Beitrag eure Fragen zum Buch, seinem Leben und Schreiben. Ich wünsche euch viel Spaß und Glück!

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    • 167

    Pergamentfalter

    15. May 2017 um 20:35
  • Spannung in der Nachkriegszeit

    Heldenflucht

    Jashrin

    28. April 2017 um 22:00

    Der erste Weltkrieg ist vorbei und das Land und seine Bewohner sind von den letzten Jahren stark gezeichnet. Viele wissen immer noch nicht, ob ihre Liebsten zurückkehren werden und Hunger und Armut sind leider für weite Teile der Bevölkerung Alltag. Agnes Papen, die als Kriegsberichterstatterin gearbeitet hat, zieht vorrübergehend zurück in ihren Heimatort Kirchbach zu ihrem Onkel. Auch in dem kleinen, beschaulichen Eifeldorf ist die Lage nicht entspannt. Außer beim Ortsvorsteher sind Lebensmittel und sonstigen Vorräte knapp, viele Frauen müssen bis zum Umfallen arbeiten, da ihre Männer und Söhne noch nicht zurückgekehrt sind, und so sind Streitigkeiten und Neid regelrecht vorprogrammiert. Nur in einem Punkt sind sich fast alle umgehend einig: Der junge, stumme Soldat in französischer Uniform, der eines Tages im Dorf steht, wird am besten direkt am nächsten Baum gehängt. Als es nach einem Übergriff dann auch noch zu einem tragischen Unfall kommt und rings um den Ort Menschen verschwinden, sind die Nerven zum Zerreißen gespannt. Wer steckt hinter alledem? Der Autor Jan Kilman hat einen düsteren und spannenden Roman geschrieben, der seine Leser leicht in den Bann zieht. Seine Charaktere sind schnell vor meinem geistigen Auge erwacht und ich hatte stets ein genaues Bild nicht nur von ihnen, auch vom gesamten Ort im Kopf. Die Stimmung im Buch ist größtenteils düster, ein wenig geheimnisvoll und immer wieder herrscht eine bedrohliche Atmosphäre, die beinahe greifbar ist. Auch wenn bereits der Prolog mit dem Fund einer Leiche beginnt, so war der Krimi für mich in diesem Roman eher nebensächlich. Es ging vielmehr um die Einzelschicksale der Charaktere und ihr miteinander in solch schwierigen Zeiten. Dennoch war es nicht langweilig. Der Fall ist gut konstruiert und wird am Ende logisch aufgeklärt. Wer genau liest, kann zwar schon früh einen Verdacht hinsichtlich des Täters haben, aber mich hat das in keiner Weise gestört. Unterbrochen wird die Geschichte regelmäßig durch Feldpost, die gefallene Soldaten aus Kirchbach kurz vor ihrem Tod noch in die Heimat geschickt haben. Durch diese Briefe wird nochmals deutlich, wie hoch der Verlust einzelner Familien und die Wunden des gesamten Dorfes sind und welch große Diskrepanz teils zwischen der anfänglichen Kriegsbegeisterung und der Ernüchterung nach Kriegsende herrscht. Auf die Briefe folgt jeweils eine Seite mit einem Datum und einigen historischen Fakten zu diesem Tag. Dies ist zum einen für die geschichtliche Einordnung interessant und durchaus informativ, zum anderen erfährt der Leser aber auch genau, welcher Tag für die Protagonisten gerade ist. Mein Fazit:  Mir hat die Aufmachung des Buches gut gefallen und auch wenn ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht hätte, so war die Geschichte gut durchdacht und vor allem die Stimmung im Dorf war sehr gut eingefangen. Ein schöner Roman, der einen kurzen geschichtlichen Einblick in die Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges gibt und der mir einige spannende Lesestunden beschert hat.

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  • Rezension Heldenflucht

    Heldenflucht

    Buchmaniac

    24. April 2017 um 13:24

    Deutschland 1918, der erste Weltkrieg ist gerade beendet. Agnes von Papen ist Journalistin, sprich Kriegsberichterstatterin. Sehr ungewöhnlich für eine Frau in diesen Zeiten. Doch in der Welt nach dem Krieg ist für sie in der Redaktion einer Zeitung kein Platz mehr. Enttäuscht zieht sie sich in ihr Heimatdorf, in der Eifel zurück. Dort wartet man sehnsüchtig auf die Heimkehrer. Doch die Zeiten sind dunkel geworden. Während viele gar nicht mehr heimkehren, zeigt sich, das an den überlebenden Soldaten die Grausamkeiten des Krieges nicht spurlos vorübergegangen sind. Genauso wenig, wie an den Zurückgebliebenen. Als im Dorf ein stummer Soldat in französischer Uniform aufgefunden wird, fällt er fast dem wütenden Mob zum Opfer. Der Kriegsheimkehrer Gerold ist besessen von der Tochter des örtlichen Fabrikanten, seinem Wahn fallen fast Hunderte von Menschen zum Opfer. Überhaupt verschwinden immer wieder Menschen, im Wald findet der junge Franz eine Leiche. Agnes von Papen verliebt sich in den ehemaligen Frontarzt Heinrich Brosch, mit ihm und einigen Freunden, versucht sie Licht in die seltsamen Ereignisse zu bringen. Doch als sie auf die Wahrheit stößt, droht diese sie zu verschlingen.   Fazit: Heldenflucht wird als historischer Krimi angekündigt. Doch dieser Roman ist mehr, er ist ein Drama, so wie es eigentlich jeder gute Kriminalroman, gleich welcher Art sein soll. Dem Autor Jan Kilman ist es hier gelungen, ein Stück Zeitgeschichte in eine düstere, fesselnde Geschichte zu packen. Er versteht es Leiden und Paranoia der traumatisierten Kriegsheimkehrer und deren manchmal entsetzliche Folgen zu beschreiben. Die Charaktere der Geschichten sind plastisch und nachvollziehbar. Ich habe mit ihnen gezittert, gelitten und war empört. Interessant – zu Beginn jeden Kapitels quasi den Feldpostbrief eines gefallenen Soldaten voranzuschicken, dessen Name immer etwas mit dem folgenden Geschehen zu tun hatte.Das Einzige was mir aufgefallen ist, das Agnes von Papen als Hauptprotagonistin neben den anderen Figuren, manchmal etwas blass und naiv auf mich wirkte. Aber die Spannung der Geschichte leidet darunter auf keinen Fall. Deswegen auch eine absolute Leseempfehlung!

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