Jan Kjaerstad

 3,8 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Der Verführer, Der Entdecker und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jan Kjaerstad

Einer der wichtigsten zetgenössischen Autoren Norwegens: Jan Kjaerstad, geboren am 6. März 1953 in Oslo, ist ein norwegischer Schriftsteller. Er studierte an der privaten Hochschule in Oslo Theologie.

 Nach seinem Abschluss wurde er bekannt als Schriftsteller von zahlreichen Romanen, Essays, Kurzgeschichten, Bilderbüchern und Artikeln. Außerdem arbeitete er bereits als Redakteur für renommierte Zeitschriften wie Vinduet. 

Seinen Durchbruch schaffte er mit dem Roman „Homo Falsus“, der als der erste postmoderne Roman Norwegens bezeichnet wird. Einige Forscher bezeichneten es sogar als eines der wichtigsten Romane der Postmoderne überhaupt. 

Für seine herausragenden Arbeiten wurde er bereits mit dem Aschehoug-Preis, dem Henrik-Steffens-Preis, dem Doblougpreis, dem Literaturpreis des Nordischen Rates und dem Preis der Norwegischen Akademie ausgezeichnet.

Heute wird er als einer der wichtigsten Zeitgenössischen Autoren Norwegens bezeichnet.

Alle Bücher von Jan Kjaerstad

Cover des Buches Der Verführer (ISBN: 9783462401394)

Der Verführer

 (5)
Erschienen am 20.11.2017
Cover des Buches Der Entdecker (ISBN: 9783548605685)

Der Entdecker

 (4)
Erschienen am 01.04.2006
Cover des Buches Der Eroberer (ISBN: 9783462401400)

Der Eroberer

 (3)
Erschienen am 20.11.2017
Cover des Buches Femina erecta (ISBN: 9783902711922)

Femina erecta

 (2)
Erschienen am 02.10.2020
Cover des Buches Das Norman-Areal (ISBN: 9783902711656)

Das Norman-Areal

 (2)
Erschienen am 14.08.2017
Cover des Buches Rand (ISBN: 9783821841106)

Rand

 (3)
Erschienen am 01.10.1998
Cover des Buches Berge (ISBN: 9783902711847)

Berge

 (2)
Erschienen am 23.09.2019
Cover des Buches Der König von Europa (ISBN: 9783902711496)

Der König von Europa

 (1)
Erschienen am 18.07.2016

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Jan Kjaerstad

Cover des Buches Femina erecta (ISBN: 9783902711922)Christian1977s avatar

Rezension zu "Femina erecta" von Jan Kjaerstad

Meisterlich, klug und berührend - "Femina Erecta" hat das Zeug zum Klassiker
Christian1977vor 2 Monaten

Wir befinden uns im Jahr Y-1040. Mehr als 1.000 Jahre nach dem Zusammenbruch jeglicher Zivilisation im 22. Jahrhundert - dem Punkt Y - machen sich drei chinesische Wissenschaftlerinnen auf, die Geschichte des alten Europa zu erzählen. Im Fokus: Norwegen, denn die Wurzeln der in der Chinesischen Föderation herrschenden Long-Dynastie liegen ganz im Norden des untergegangenen Kontinents.

Im Mittelpunkt des Interesses steht Rita Bohre, eine jener Urahninnen, und deren Familie. Rita ist Paläontologin und alleinerziehende Mutter dreier Kinder. Und je länger die Aufzeichnungen der Wissenschaftlerinnen andauern, umso deutlicher setzt sich ein Bild dieser vielfältigen Familie zusammen - ein Bild, das vor bunten Geschichten, vor berührenden Schicksalen und vor Erfolgen und Tragödien nur so strotzt...

Es ist ein mutiger und überraschender Erzählansatz, den Jan Kjaerstad in seinem neuesten Roman "Femina Erecta", erschienen im Septime Verlag, gewählt hat. Und er landet damit einen Volltreffer. Was man zunächst als dystopische Spielerei abtun könnte, als eine Erzählstruktur, deren Notwendigkeit sich nicht gleich auf den ersten Blick erschließt, ermöglicht dem Autoren in Wahrheit viel mehr. Mit dem Abstand von rund 2.000 Jahren zur Gegenwart kann er nicht nur einen fiktiven Zeigefinger erheben und vor dem Abgrund warnen, auf den sich die Menschheit zubewegt, wenn sich die ökologischen und ökonomischen Gegebenheiten nicht ändern sollten. Nein, Kjaerstad kann auch zu seinen Figuren eine zeitliche Distanz wahren, denn ansonsten drohte leicht eine emotionale Überwältigung.

Auf fast 830 Seiten entsteht so ein Familienepos, das gleichzeitig Bildungs- und Historienroman ist und das äußerst geschickt Fiktion und Realität miteinander verwebt. So trifft Rita Bohre auf Fridtjof Nansen, Ritas Enkel "Blue Norwegian" lernt mal eben Joni Mitchell kennen. Immer wieder tauchen Fakten aus Norwegens Politik, Kunst, Kultur und Natur auf, und Kjaerstad spielt mit ihnen und mit den Erwartungen der LeserInnen. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, Informationen zu bestimmten Charakteren herauszusuchen, da ich mir nicht immer sicher war, wer nun fiktiv ist und wer wirklich existierte. 

Die Sprache ist gewaltig, emotional und bisweilen mit feinsinnigem Humor angereichert. Jan Kjaerstad zeigt einerseits nämlich die Schönheit seines Landes auf - sowohl in der Natur, als auch in der Kultur - scheut sich aber auch nicht vor deutlicher Kritik an seinen Landsleuten, insbesondere den Männern. Denn "Femina Erecta", so übrigens der Titel des von Rita Bohre geplanten Buches, ist zutiefst feministisch und drückt den Respekt des Autoren vor den Frauen bewegend aus. 

Und auch dass diese emanzipatorischen Frauen selbst noch Nachholbedarf in Fragen der Gleichberechtigung haben, fällt in diesem Roman nicht unter den Tisch. Ausgedrückt in der Figur "Dagny", der treuen Haushälterin Ritas, die im kompletten Roman wohl nur einen Satz sagen darf und ansonsten ausschließlich assistiert und das Essen reicht.

Marcus Bohre, eine Nebenfigur, der ein außerordentlich bewegendes Kapitel gewidmet ist, sagt in diesem Roman: "Ich habe ein neues Beurteilungskriterium gefunden, das sich alle Literaturinteressierten hinter die Ohren schreiben sollten: Welche Erzählung, welcher Roman spendet am meisten Trost?" Und tatsächlich ist "Femina Erecta" ein hoffnungsvoller und trostspendender Roman, ein Lichtblick an Menschlichkeit, ein kluges und liebenswertes Buch. Für mich hat der Roman das Potenzial zu einem Klassiker der Literatur, den man auch in 20 oder 50 Jahren noch lesen kann  und der immer wieder neue Aspekte bietet - vielleicht ja auch den Menschen im Jahr Y-1040. Ein Meisterwerk!

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Cover des Buches Femina erecta (ISBN: 9783902711922)SalihJamals avatar

Rezension zu "Femina erecta" von Jan Kjaerstad

Weltliteratur
SalihJamalvor 5 Monaten

832 Seiten. Das ist der Umfang einer Familiensaga. Franzens Korrekturen hat ein ähnliches Format. Aber die Dinge liegen anders. Während Franzen eine Generation porträtiert, geht Kjærstad aufs Ganze. Wer Norwegen kennenlernen will, wer es wirklich kennenlernen will, der sollte - nein der musss - Jan Kjærstads Femina Erecta lesen. 2019 war Norwegen Gastland der Frankfurter Buchmesse. Schade, dass der grandiose Septime Verlag nicht zum Stichtag dieses Buch vorgelegt hat. Es wäre DAS Buch der Messe geworden. Aber 832 Seiten wollen übersetzt werden. Ebenso grandios gelungen von Bernhard Strobel.

 Zuerst war ich etwas irritiert. Warum spielt das Buch in einer sehr fernen Zukunft? Und so zog mich die Neugierde hinein. Die Idee eine Familiensage aus dem Blick der Zukunft zu schreiben ist brillant. Besonders wenn man vom anfangenden 20. Jahrhundert, über den 2. Weltkrieg, die 60er und 70er bis zum Jahrtausendwechsel einen Bogen spannt, der die tatsächliche Geschichte, wie bei Forrest Gump, mit einwebt.

 Aber zurück:

 Im 22. Jahrtausend ist die gesamte westliche Zivilisation zusammengebrochen. Es gab Krisen, Kriege, Epidemien, Zusammenbrüche der Umwelt, Überbevölkerung, Nahrungsmittelknappheit und alles andere, worüber wir uns heute Sorgen machen. Alle gespeicherten Daten und Informationen gingen während einer Katastrophe vor tausend Jahren verloren und nun soll durch das Geschichtenerzählen die Vergangenheit rekonstruiert werden, da man glaubt, dass vieles auf das Land Norwegen zurückgeht. Und so lernen wir die Familie Bohre kennen.

 Die Hauptrolle spielt die faszinierende Rita Bohre, deren Vater einst verschwunden ist. Ihre Mutter Agnes hatte ihn auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela kennengelernt. Die Schwiegertochter Maud zieht es in den Kongo. Sie ist auch auf der Suche nach ihrem Freund und findet ihn aber erst, als sie wieder nach Hause kommt. Bei den verlorenen Gepäckstücken am Flughafen. Später wird sie Radiomoderatorin. Ritas Tochter, die zerbrechliche Bjorg schreibt Gedichte und landet in der Psychiatrie. Wir lernen ihre Tochter Laila kennen, die als Kind wegen ihrer Mutter gemobbt wurde, und doch beinahe Prinzessin geworden wäre, aber dann auf einem Schiff abreist, um nach Amerika zu kommen, weil sie Miles Davis´ Musik erleben möchte.

Viele Figuren begegnen uns, und viele wunderbare Geschichten werden wie auf einer riesigen Leinwand ausgebreitet.

Da sind Ritas Söhne, die im Krieg sterben. Oder ihr Bruder Albert, der mit Walfang ein Vermögen gemacht hat, bis er bei einem Ereignis bei den Olympischen Spielen sein Leben überdenkt. Immer wieder fließen Ereignisse und Namen der norwegischen Geschichte ein. Kultur, Literatur, Politik, Wirtschaft. Kjærstad webt alles ein und bald ergibt sich ein Bild von Norwegen, in dessen Mitte die Frauen der Familie Bohre zu sein scheinen. Die Menschen verlieben und verlieren sich und sie begegnen sich erneut. Es sind so viele faszinierende Leben und es sind die Reisen, die diese Menschen um die Welt unternehmen. Jede hat eine großartige Geschichte zu erzählen. Mit Widersprüchen und eigenen Gedanken, die dieses Werk so aufregend und lebendig machen.

 Im Zentrum jedoch steht Ritas Lebenswerk "Femina erecta", das Buch an dem sie schreibt und das ein Lebensziel wurde. Es geht um Feminismus. Ein Hauptmotiv des Romans ist dieser Kampf der Frauen um die Unabhängigkeit. Der Kampf als Frau aufrecht durchs Leben zu gehen. Dies gilt für alle Frauen der Familie Bohre, die sich teilweise auch mit den falschen Männern eingelassen haben.

 "Vielleicht ist das Bewusstsein, das Frauen im 20. Jahrhundert gewinnen, eines der wichtigsten Ereignisse sowohl auf der Welt als auch nicht zuletzt in Norwegen." So hat es Kjærstad gesagt.

Als alte Frau sitzt Rita schließlich unter einem Baum und denkt über all das nach. Über das Leben und über den Tod. Vor allem aber, was unser Leben wirklich prägt. Die Entscheidungen, die wir treffen. Sowie alle Entscheidungen, die wir nicht treffen. Sie weiß, dass es nicht mit dem Tod endet, dass es mit Hoffnung endet.

 Fazit:

Kjærstads „Femina Erecta“ steht in einer Linie Franzens „Korrekturen“ oder Eugenides "Middlesex". Solche Bücher kommen wohl nur alle 10 Jahre ans Licht der Welt. Es ist die Vielfalt, die tief beeindruckt, dessen Geschichten berühren, weil es neben den philosophischen Betrachtungen auch ein Bildungsroman ist. Man sollte sich in dieser schnelllebigen Zeit die Muse dafür nehmen. Unbedingt. Das Buch  zahlt es zurück. Weltliteratur!

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Cover des Buches Berge (ISBN: 9783902711847)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Berge" von Jan Kjaerstad

Drei verschiedene Sichten
Gwhynwhyfarvor 6 Monaten

Der Anfang: «Es sollte sich als ein Verbrechen herausstellen, das jedes Begriffsvermögen überstieg. Ein Wanderer hatte bei der Zeitung angerufen. Mehrere Menschen lagen ermordet in einer Hütte irgendwo tief in den Wäldern der Nordmarka. Abgeschlachtet, wie der Hinweisgeber sagte. Auf bestialische Weise. Unter den Toten befanden sich angeblich berühmte Personen. Sehr berühmte.

Terror, durchfährt es mich. Schließlich ist er auch hier angelangt.»


Zu Beginn der Geschichte steht der Mord an dem bedeutenden norwegischen Politiker Arve Storefjeld und an seiner Familie 2008 in einem Wochenendhaus am See Blankvann im Norden von Oslo – allen fünf Opfern wurden die Kehlen durchgeschnitten. Ganz Norwegen hält den Atem an, ist der Terror nun auch in ihrem Land angekommen? Die Welt schaut auf das einst so friedliche Land. Erzählt wird die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven, in der Reihenfolge als drei Kapitel. Die brillante Journalistin Ine Wang, einst eine gefragte Journalistin, heute unbedeutend, bringt ihre gerade fertiggestellte Biografie von Arve Storefjeld im Sog nach oben an die Öffentlichkeit. Amtsrichter Peter Malm liebt sein zurückgezogenes, gemütliches Leben, mit ausgiebigen Spaziergängen durch die Stadt und beschaulichen Stunden in der Bar des Grand Hotel. Mit dem Prozess wird auch er in die Öffentlichkeit katapultiert. Am Ende kommt Nicolai Berge zu Wort, der dieser Tat beschuldigt wird. Er war eine Zeitlang mit Gry liiert, der Tochter Arve Storefjelds, die zu den Toten gehört. 


«Deshalb sehe ich in Ulriks Nachricht einen Rettungsanker, eine Chance, von hier wegzukommen. Diese Morde. Zahlreiche Menschen getötet im Wald. Ich wittere etwas, wittere einen gottgegebenen Stoff.»


Die Journalistin Ine Wang steckt in einer persönlichen Identitätskrise. Früher galt sie als die Beste in ihrem Land, doch heute ist der Journalismus effekthascherisch und oberflächlich, ihre gut recherchierten Artikel ziehen nicht mehr. Ihr Mann und Kollege hatte sich von ihr scheiden lassen, sie wechselt die Zeitung und er folgt: als ihr Chefredakteur. Da sie viele Interviews mit Arve Storefjeld gemacht hatte, kommt sie auf die Idee, eine Biografie über den Vorsitzenden der norwegischen Arbeiterpartei zu schreiben, ein Buch, das gerade in der Endphase steckt. Der Mordfall kommt ihr und dem Verlag gelegen, denn der Umsatz ist nun gesichert. Ine Wang gelangt wieder in den Mittelpunkt der Medien, die Maschinerie der Vermarktung rennt auf vollen Touren. In diesem Kapitel wird sich sehr mit journalistischer Arbeit und Sensationslust auseinandergesetzt. Ist der internationale Terrorismus auch in Norwegen angekommen? Die Bevölkerung fällt in Angststarre. Auch für die Zeitung ist Wang plötzlich wieder attraktiv, aber sie will anders sein als der Rest der Journalisten, die sich auf einen Terroranschlag eingeschworen haben, kommt auf die Idee, Nicolai Berge zu interviewen, der eine Zeitlang mit der Tochter von Storefjeld zusammen war. Er kennt die Familie, zumal er auch eng in die Partei eingebunden ist. Ine Wang ist fasziniert von der Ausstrahlung des erfolglosen Schriftstellers, dessen Kurzgeschichten von der Fachwelt zerrissen wurden. Eine verkrachte Existenz als Autor und Blogger. Beim zweiten Interview haben beide eine sexuelle Begegnung und am Ende des Kapitels ist sie schwanger von ihm und macht eine grausige Entdeckung.


«Wenn die Jahre im Gericht mich eins gelehrt haben, dann dass die Menschen hurten und betrogen, einander verrieten und töteten wie nie zuvor. Vom Richtertisch aus, nicht zuletzt in Strafsachen, sah und hörte ich wie lügenhaft und unheimlich brutal die Menschen sein konnten. An einem Tag umarmst du jemanden, am nächsten Tag schlägst du ihn zu Boden. Aber ist das das Böse?»


Amtsrichter Peter Malm wirkt wie aus dem letzten Jahrhundert entnommen, in Habitus und Sprache, in seiner Langsamkeit, wie übrigens auch Berge. Der Leser geht mit ihm spazieren, trinkt Long Island Icetea mit ihm, schaut mit ihm Dokumentarserien der BBC aus den 1960er Jahren. Und schon wieder ein Autor! Der hier schreibt gerade an einem Buch über Recht und  Gerechtigkeit. Er bekommt den Fall Berge zugewiesen und steht nun in der Öffentlichkeit, die er scheut wie der Teufel das Weihwasser. Er fühlt sich überfordert mit diesem Fall, insbesondere, da der Angeklagte stoisch schweigt. Malm ist ein langweiliger Protagonist und genauso gestaltet sich für mich das Kapitel mit ewigen Beschreibungen – ich habe mich durchgeknabbert.


Im dritten Kapitel kommt der Angeklagte Nicolai Berge selbst zu Wort. Wir erfahren viel über seine Kindheit und die Partei und seine Beziehung Gry Storefjeld. Berge, der Sohn eines Millionärs, der für die Arbeiterpartei kämpfte – Dinge, die für Berges Familie nicht im Widerspruch stehen, wohl aber für die Öffentlichkeit. Er fragt sich, wieso er angeklagt werden konnte, ist nicht bereit, auf die Fragen des Gerichts zu antworten. Seine damals von der Fachwelt als untalentiert bezeichneten Werke werden plötzlich zu Massen verkauft, neue Auflagen werden gedruckt. Er schreibt, weil er schreiben muss – und lebt vom Familienerbe.


Drei Autoren: Ine Wang schreibt, weil es ihr Beruf ist und sie gern mit ihrer Arbeit Erfolg haben möchte. Peter Malm schreibt, um die Probleme der Rechtssprechung dazustellen, eine wissenschaftliche Arbeit. Berge sieht sich als Schriftsteller, schreibt aus dem Inneren heraus. Das erste Kapitel zieht sich mit langen Beschreibungen, Innenansichten, Rückblenden, Beschreibungen der Außenwelt. Man muss Geduld mitbringen. Trotzdem wohnt dem Kapitel eine gewisse Hektik inne, eine Handlung folgt der nächsten, es gibt eine Grundspannung. Das Kapitel um Peter Malm war mir schlicht zu trocken, zu ereignislos, zu beschreibend. Ich war kurz davor, das Buch wegzulegen. Bei Berge wird es wieder interessanter, doch letztlich habe ich mich auch hier eher durchgehangelt. Natürlich thematisiert Kjærstads hier andeutungsweise den Fall Anders Behring Breivik. Mit der Zeitangabe 2008 legt er den Fall auf die Zeit davor. Sensationspresse ist das Thema. Jan Kjærstad kann wunderschön jede Einzelheit beschreiben auch tief ins Innere der Protagonisten versinken. Mir persönlich war der Roman insgesamt zu detailliert, ich hätte mir mehr Handlung, mehr Spannung gewünscht. Man kann das Buch als Gerichtskrimi einordnen – oder schlicht wie der Verlag, als Roman.


Jan Kjærstad zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Norwegens. Der 1953 in Oslo geborene Schriftsteller studierte Theologie, war Pastor und Jazzpianist, später Redakteur der norwegischen Literaturzeitschrift Vinduet. Er lebt in Oslo. Er erhielt die wichtigsten literarischen Auszeichnung Skandinaviens, wie den »Literaturpreises des Nordischen Rates«.

 https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/berge-von-jan-kjrstad-rezension.html


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Jan Kjaerstad wurde am 06. März 1953 in Oslo geboren.

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