Jan Koneffke

 4.1 Sterne bei 11 Bewertungen

Lebenslauf von Jan Koneffke

Jan Koneffke wurde 1960 in Darmstadt geboren und studierte in Berlin. Später lebte er in Rom. Heute pendelt er zwischen Wien, Bukarest und dem Karpatenort Măneciu. Koneffke schreibt neben Romanen auch Lyrik, Kinderbücher und Essays. Außerdem übersetzt er aus dem Italienischen und Rumänischen.

Alle Bücher von Jan Koneffke

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Eine nie vergessene Geschichte

Eine nie vergessene Geschichte

 (7)
Erschienen am 28.11.2017
Die Schlittenfahrt

Die Schlittenfahrt

 (1)
Erschienen am 01.08.2005
Die sieben Leben des Felix Kannmacher

Die sieben Leben des Felix Kannmacher

 (1)
Erschienen am 18.08.2011
Abschiedsnovelle

Abschiedsnovelle

 (1)
Erschienen am 03.03.2006
Paul Schatz im Uhrenkasten

Paul Schatz im Uhrenkasten

 (1)
Erschienen am 01.10.2010
Was rauchte ich Schwaden zum Mond

Was rauchte ich Schwaden zum Mond

 (0)
Erschienen am 06.09.2001
Gulliver in Bulgarien

Gulliver in Bulgarien

 (0)
Erschienen am 01.01.1999
Eine Liebe am Tiber

Eine Liebe am Tiber

 (0)
Erschienen am 24.08.2004

Neue Rezensionen zu Jan Koneffke

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ElkeKs avatar

Rezension zu "Eine nie vergessene Geschichte" von Jan Koneffke

Rezension zu "Eine nie vergessene Geschichte"
ElkeKvor 2 Monaten

Inhaltsangabe:

Ausgehendes 19. Jahrhundert: Felix Kannmacher wächst an der pommerschen Ostsee auf, mit einer psychisch erkrankten Mutter und drei Brüdern, die ihn immer wieder spüren lassen, dass er nicht zu ihnen gehört. Denn die Mutter hat ihn stets als Schlangenkind bezeichnet. Sein Vater, Schulmeister und Anhänger von Kant, gibt sein Bestes, um aus allen gute junge Männer zu erziehen.

Einzig die Liebe zum Klavier hält Felix aufrecht und so erlebt er eine Odyssee an schicksalhaften Begegnungen, die ihn aus Freiwalde hinausführt und über halb Europa geleitet, während die politischen Ereignisse auch ihn und seine Lieben prägen.

Mein Fazit:

Eine Rezension zu dieser Geschichte zu verfassen ist für mich äußerst schwierig. Denn auf den 320 Seiten wird viel erzählt, fast schon in Stammtischmanier und doch ist alles nicht richtig greifbar!

Viele Menschen nehmen Raum ein, die Felix‘ Leben mit bestimmen. Zwar erzählt das Buch die Geschichte der gesamten Kannmacher Familie, aber eigentlich wird ganz Freiwalde erwähnt. Ein kleines Örtchen an der Ostsee, das dem kulturliebenden Menschen kaum etwa bietet. Fast nach dörflicher Manier kennt hier jeder jeden.

Der Erzählstil ist so, als würde mein Opa bei Kaffeetisch die abstrusen und haarsträubenden Anekdoten zum Besten geben. Kaum Dialoge begleiten den Leser. Ich hatte damit so meine liebe Mühe, lockert Dialoge doch die langen und ausschweifenden Sätze auf.

Der Autor beweist große Erzählkunst, die ich so jedoch nicht richtig genießen kann. Daher vergebe ich drei Sterne und eine klare Lese-Empfehlung für diejenigen, die mit dieser Art des Erzählens keine Probleme haben.

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Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Eine nie vergessene Geschichte" von Jan Koneffke

Familiengeschichte
Buecherschmausvor 4 Jahren


Eine Familienchronik von 1898 bis ins Heute, angesiedelt in einem kleinen Ostseedorf nahe Stettin im Pommerschen. 

Erzählanlass ist der Unfalltod der Großeltern und der nun zum ersten Mal erwähnte Großonkel Felix, der irgendwann in den Zwanziger Jahren kurz vor der geplanten Doppelhochzeit Braut und Bruder sitzenließ und für immer verschwand. Eine Kränkung, die die Familie nie vergaß und ihn fürderhin aus den Familienannalen strich. Die Neugier des Enkels, unseres Erzählers ist geweckt und er spürt der Geschichte nach.

Keine wirklich neue Erzählsituation. Und doch macht Jan Koneffke daraus etwas ganz Eigenes, höchst Lesenswertes.

Großvater Leopold Kannmacher ist Gymnasiallehrer und holt sich seine Braut Clara aus der Stadt Stettin aufs Land. Er wird ihr in lebenslanger tiefer Liebe verbunden sein, aber seine Frau kommt in der provinziellen enge nur schwer zurecht. Vier Söhne wird sie zur Welt bringen. Der kleine Julius wird schon als Kind im Eis ertrinken, der geliebte Friedrich im Ersten Weltkrieg sein Leben verlieren. Spätestens ab da verfällt sie zunehmend dem Wahnsinn, verliert den Bezug zur Realität und besonders zu ihren beiden verbleibenden Söhnen. Der Vater hingegen zieht sich immer mehr zu seinen Studien der "Reinen Vernunft" seines geliebten Kant zurück.
Kein einfaches Umfeld für die Jungen um Erwachsen zu werden. Felix verliert sich darum zunehmend in der Welt der Musik, seinem Rückzugsort.

"Und sie kicherte nicht, als er sagte, wenn er am Klavier sitze, herrsche kein Krieg - und sein Bruder Friedrich sei nicht an der Front und Julius nie in der Wipper versunken und Mutter vertrage sich wieder mit Vater und es regne Kartoffeln und Buttermilch, Eier und Zimtstangen und Pudding vom Himmel."

Emilie Sielaff ist das von beiden Brüdern angehimmelte Mädchen. Als sie sich für Ludwig entscheidet, lässt sich Felix zunächst auf eine Verlobung mit ihrer resoluten Schwester Alma ein, um dann aber mit einem rumänischen Pianisten nach Rom zu verschwinden. Seine Rolle als schwarzes Schaf der Familie ist besiegelt.
Wir begleiten weiterhin wechselseitig Familie und Felix auf ihren Wegen durch die Zeitläufte, bis sich Felix Spur verliert.

Jan Koneffke widmet das Buch seinem verstorbenen Vater und sicher ist auch einiges aus der eigenen Familiengeschichte in diesen prallen, annekdotenreichen Roman eingeflossen. 

Die Charaktere sind liebevoll und genau geschildert, so manch ein charakteristischer Spruch zieht sich durchs ganze Buch, so z.B. der Ausspruch der Magd Mathilde  "Wir kommen ja nicht aus der Walachei" oder ihr  "Wenn das kein Fehler ist, heiße ich Josefin Baaker" oder Vater Leopolds pessimistischer Satz "Aus diesem wurmstichigen Holz, das sich Menschheit nennt, wird man nie etwas Rechtes schnitzen!". 
Die Gegend ist rau und archaisch, es gibt die die Zukunft in Erbsen oder auch Tiereingeweiden vorhersagende Korbmacherwitwe und den die Dinge erriechenden Schafhirten. Eine ganze Reihe eigenwilliger Charaktere, die durch die detailreiche, mit leiser Ironie durchzogene Schilderung nie zum bloßen Kuriositätenkabinett verkommen. 
Die zeitgeschichtlichen Entwicklungen fließen ein, nehmen aber nie Überhand.

Am Ende beschließt der Erzähler-Enkel "Ich werde sein Leben erfinden", das des verschollenen Großonkels nämlich. Und vom Vater gefragt, warum, mutmaßt er: "... um mir darüber klarer zu werden, ob wir eine Krankheit sind oder ein Zufall. (...)Oder zu keinem anderen Zweck, als den Staub zu ehren." Und darum geht es in allen gelungenen Familien- und Erinnerungsbüchern.

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Pongokaters avatar

Rezension zu "Die sieben Leben des Felix Kannmacher" von Jan Koneffke

Schelmenroman über den Balkan im 20. Jahrhundert
Pongokatervor 5 Jahren

Eine Art Schelmenroman liefert Koneffke mit seinem zweiten Kannmacher-Buch. Eine Art, weil nicht der Ich-Erzähler der größe Schelm ist, sondern die Figuren der Bukarester Gesellschaft diesen um einiges übertreffen. Die Tiefpunkte der Geschichte des 20. Jahrhundert, Faschismus, Weltkrieg und Stalinismus, die Kannmacher miterlebt, sind die Kontrapunkte zum Schelmentum. Insbesondere am Schluss vergaloppiert sich Koneffke aus meiner Sicht häufiger. Dennoch: Ein spannend zu lesendes Erinnern an einen in Deutschland wenig präsenten Teil Europas, den Balkan im Allgemeinen und Rumänien im Besonderen, ist der Roman auf jeden Fall.

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