Jan Kuhlbrodt

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Autor von Das Modell, Das Stockholmsyndrom und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jan Kuhlbrodt

Jan KuhlbrodtDas Modell
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Das Modell
Das Modell
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Erschienen am 24.08.2016
Jan KuhlbrodtKaiseralbum
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Kaiseralbum
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Erschienen am 09.03.2015
Jan KuhlbrodtGeschichte
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Geschichte
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Erschienen am 20.09.2013
Jan KuhlbrodtDas Elster-Experiment: Sieben Tage Genesis
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Das Elster-Experiment: Sieben Tage Genesis
Das Elster-Experiment: Sieben Tage Genesis
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Erschienen am 28.08.2013
Jan KuhlbrodtDas Stockholmsyndrom
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Das Stockholmsyndrom
Das Stockholmsyndrom
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Erschienen am 26.02.2018
Jan KuhlbrodtVor der Schrift
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Vor der Schrift
Vor der Schrift
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Erschienen am 16.03.2010
Jan KuhlbrodtStötzers Lied.
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Stötzers Lied.
Stötzers Lied.
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Erschienen am 12.03.2013
Jan KuhlbrodtSchneckenparadies
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Schneckenparadies
Schneckenparadies
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Erschienen am 11.03.2008

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J

Rezension zu "Das Modell" von Jan Kuhlbrodt

Das Wasserhäuschen als Trinkhalle
jamal_tuschickvor 2 Jahren

Der Erzähler erinnert an Gestalten der Siebziger. Sie schoben ihre Fahrräder, die einfallslos als Fahrzeuge des alternativen Gegenverkehrs markiert waren. Sie fuselten und rochen wie Schwarzer Krauser, gerade so als würden sie im Tabakbeutel übernachten. Als bekennende Soziallethargiker strebten sie Plätzen der Entschleunigung entgegen. Nie in Gang gekommen, wurde ihnen schnell alles zu viel und zu bunt.
Kuhlbrodts Modellathlet verpatzter Starts heißt Schroth. Er trägt sich immer noch so wie damals als er mit Thilo aus der aufgelassenen DDR nach Frankfurt am Main kam und aus den Aufmunterungen des gestaltungskräftigen Freundes auch da keine Profite schlagen konnte.
Schroth blieb in der Bewunderung des anderen so wie in einem Studium stecken. Sein Metier wurde das Fensterputzen. In der Galerie der Unzulänglichkeitsempfindungen verödet Schroth als Stuhl, auf den sich keiner setzen will. Noch nicht mal das. Noch nicht mal “Inventar, eingewachsen” in stützende, das mühsame Überleben des Indolenten garantierende Verhältnisse, wie sie jeder Parasit sucht. Die Wirte sehen dem Desaster der negativen Selektion mit zunehmender Verunglimpfslust und -wut zu. Das wird schön herausgespielt in bloßen Anspielungen: das zunächst und lange Pendelnde und dann sich Aufschaukelnde, bevor die Furien durchstarten und dem Elend ein Ende bereiten in erbitterten Schlussakten.
Thilo hatte in Amerika als Künstler Karriere gemacht, er war zurückgekehrt, um sich in Deutschland feiern zu lassen - und wurde erschlagen von einer Skulptur aus eigener Werkstatt, aufgestellt in einem Freilichtmuseum der Industriemoderne, dem Frankfurter Osthafen. Schroth hatte an Schrauben gedreht und so seiner Bedeutungslosigkeit das Verhängnis einer Schuld zugesetzt.
Jetzt lebt Schroth wieder bei der Mutter in Chemnitz, vormals Karl-Marx-Stadt. Er memoriert seine Vergangenheit und spricht auch über die Gegenwart, in der Schroth schon lange sämtliche “Bojen abhanden gekommen (sind), die auf dem Fluss des Lebens Orientierung geboten hätten. Alles fließt, Erinnerungen, Lebensmodelle, defekte Muster.”
Schroths Frankfurt wirkt wie von Laien geschnitzt. Ein paar meiner Lieblingsorte tauchen in Kuhlbrodts Mikroskopie des lieblos addierten Belanglosen förmlich unter. Während für die (gelegentlich zu einem Vergleich herangezogenen) schwachbrüstigen Helden von Wilhelm Genazino der Anblick einer versehrten Plastikgabel in der elementaren Gegenwart einer Kotkugel und eines Taubenkadavers zum bewusstseinserweiternden Ensemble und glücklichen Fund werden kann, verflüchtigen sich Schroths Beobachtungsgewinne wie zum tristen Hohn. Schroth glaubt, dass Kioske in Frankfurt Trinkhallen heißen, so weit weg von jeder Ankunft war der Fremde.

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