Jan Neumann

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Interview mit Jan Neumann

Interview mit den Autoren der Reihe „Dramatiker erzählen für Kinder“, Juni 2011

1. Was hat Sie an der Reihe „Dramatiker erzählen für Kinder“ besonders gereizt? Was hat Sie dazu bewegt, erstmals einen Prosatext für Kinder zu schreiben?

Das Erzählen für Kinder ist essentielles Erzählen, nicht nur, da Kinder unverstellter auf Geschichten reagieren, sondern auch, da das, was man als Kind hört und liest, das Verständnis von Welt nachhaltig prägen kann. Das bedeutet eine gewisse Verantwortung, die die eigentliche Herausforderung beim Erzählen ist: ein Stück der Welt beschreiben, ein Stück ihrer Unerklärbarkeit und ihrer Grausamkeit, ein Stück ihrer Komik und Schönheit.

2. Inwiefern ist es anders, für eine Zielgruppe ab 6 Jahren zu schreiben?

Eine wirklich spannende oder berührende Geschichte funktioniert bei Erwachsenen und Kindern gleichermaßen. Lediglich formal mag es Unterschiede geben, in der Kompliziertheit des Satzbaues, in der Wortwahl, wobei ich wichtig finde, die Balancierung zwischen Anspruch und so genannter „kindgerechter“ Sprache eher zu Gunsten des Anspruches ausfallen zu lassen. Mich haben als Kind neue Worte, die ich nicht kannte, besonders interessiert.

3. Können Sie sich vorstellen, noch einmal einen Roman oder auch ein Theaterstück für Kinder zu schreiben?

Auf jeden Fall! Nachdem ich mit dem Buch fertig war, fielen mir lauter andere Geschichten ein, die ich stattdessen hätte schreiben wollen ...

4. Der mixtvision Verlag hat die neue Reihe „Dramatiker erzählen für Kinder“ begründet, um die ganz eigene Sprache von Dramatikern für das Kinderbuch zu nutzen und Theaterautoren ein spannendes, neues literarisches Feld zu eröffnen. Wie empfinden Sie das in Ihrem Fall?

Das Ungewöhnliche für jemanden, der sonst fürs Theater schreibt, das in der Regel ja aus Dialogen besteht, ist schon die Form der Prosa. Die Möglichkeit der Prosa, in wenigen Sätzen ganze Leben zu skizzieren, gleicht aber der Möglichkeit des Dramas, in wenigen Dialogsätzen ganze Charaktere zum Ausdruck zu bringen. Mir hat das Arbeiten mit oder in Prosa großes Vergnügen bereitet. Am liebsten hätte ich hundert Seiten mehr geschrieben, die Geschichte weiter ausgebaut.

5. Können Sie uns verraten, an welchem literarischen Projekt Sie aktuell arbeiten?

Im Moment bereite ich zwei Theatertexte vor, einen, den ich als Auftrag am Schreibtisch allein schreibe, und einen, den ich mit Schauspielern im gemeinsamen Entwicklungsprozess am Theater erarbeiten und dann schreiben werde.