Jan Novák

 4,5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor*in von Stierkampf in Böhmen, Tschechenkrieg und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Jan Novák, 1953 in Kolín geboren, ist ein tschechisch-amerikanischer Schriftsteller, Übersetzer und Dokumentarfilmer. 1969 emigrierte er mit seinen Eltern über Österreich in die USA, studierte in Chicago und begann dort seine literarische Laufbahn; heute lebt er wieder in Prag. Sein Debüt, ein Erzählband über tschechoslowakische Emigranten in Amerika, machte ihn früh bekannt. Seine Werke wer-den häufig mit denen von Josef Škvorecký verglichen.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Stierkampf in Böhmen (ISBN: 9783949749384)

Stierkampf in Böhmen

(1)
Neu erschienen am 31.08.2026 als Taschenbuch bei Morio.

Alle Bücher von Jan Novák

Cover des Buches Tschechenkrieg (ISBN: 9783863912253)

Tschechenkrieg

(1)
Erschienen am 15.03.2019
Cover des Buches Stierkampf in Böhmen (ISBN: 9783949749384)

Stierkampf in Böhmen

(1)
Erschienen am 31.08.2026
Cover des Buches Cáslavská (ISBN: 9783899087987)

Cáslavská

(0)
Erschienen am 06.06.2023

Neue Rezensionen zu Jan Novák

Cover des Buches Stierkampf in Böhmen (ISBN: 9783949749384)
shizu_readss avatar

Rezension zu "Stierkampf in Böhmen" von Jan Novák

shizu_reads
😼📚 Bittersüß und überraschend leicht.

Der Autor erzählt die Geschichte seines Opas Betonherz und seiner Oma Königskobra in der Nachkriegszeit – und auch davon, wie er selbst diese Zeit erlebt hat.

Mich packen solche Geschichten, die mit dem Krieg zu tun haben, immer wieder. So war es auch dieses Mal, auch wenn das Thema nicht ganz so schwer und präsent in der Geschichte liegt, wie ich erwartet hatte. Das liegt vor allem daran, dass der Autor aus seiner jungen Perspektive erzählt und dadurch viel Unschuld, aber auch etwas Witz mit hineinbringt. Sei es durch Streiche oder die liebevollen Bezeichnungen seiner Verwandtschaft – Opa Betonherz ist schon bittersüß.

Zwischen diesen eher unbeschwerten Erzählungen blitzen aber immer wieder sehr tiefgehende Momente auf. Zum Beispiel, wenn sich Opas Bruder offenbart oder der Hof des Großvaters enteignet wird und plötzlich der ehemalige Stallknecht das Sagen hat.

Der Schreibstil war es, der mich gut im Buch gehalten und immer weiterlesen lassen hat. Von kleinen Anekdoten geht es nach und nach zu einer zusammenhängenden Geschichte, die zwischendurch auch einmal abschweift, aber gekonnt zum roten Faden zurückfindet.

Man erfährt viel über die Familie. Nicht alle werden gleich stark gewichtet, aber interessant genug, um neugierig zu bleiben und sich nach und nach ein Bild von ihnen zu machen.

Besonders gelungen fand ich den Bezug zum Titel, der mich schon vorher neugierig gemacht hat und rückblickend umso herzergreifender ist. Der Enkel, der ohne über die Konsequenzen nachzudenken für seinen Opa eintritt – ein Liebesbeweis, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat.

Cover des Buches Tschechenkrieg (ISBN: 9783863912253)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Tschechenkrieg" von Jan Novák

sabatayn76
Die deutschen Beteiligten nannten die Großfahndung Uckro ‚Tschechenkrieg‘.

>>‚Die Suche nach der Widerstandsgruppe wuchs sich zu einer massiven militärischen Operation aus, an der auch sowjetische Einheiten mitwirkten. Die deutschen Beteiligten nannten die Großfahndung Uckro ‚Tschechenkrieg‘.<< (Seite 179)

Ich bin in der Nähe der deutsch-tschechischen Grenze aufgewachsen, aber ich weiß erschreckend wenig über Tschechien, seine Geschichte und seine Politik, was sicherlich zum Teil darin begründet liegt, dass in der DDR nur bestimmte Informationen unter die Leute gebracht und viele Ereignisse, Geschehnisse und Entwicklungen verschwiegen wurden. Mit dem Tschechenkrieg hatte ich mich bislang nicht beschäftigt, wusste nicht einmal, worum es sich bei dem Begriff handelt.

Die Graphic Novel versetzt den Leser in die 1950er Jahre, als die Brüder Josef und Ctirad Mašín gegen das kommunistische Regime in der Tschechoslowakei kämpfen und beschließen, das Land zu verlassen.

Jan Novák und Jaromír 99 erzählen dabei von der spektakulären Großfahndung nach den beiden Brüdern, aber auch von Gefängnis, Folter und Verhörmethoden, Zwangsarbeit im Uranbergwerk und Widerstand gegen das Regime.

‚Tschechenkrieg‘ ist eine unheilvolle Graphic Novel, die Einblicke in eine (mir) unbekannte Geschichte bietet sowie hervorragend gezeichnet und verständlich aufbereitet wurde. So ermöglicht es das Buch, eine komplexe Geschichte in aller Knappheit kennenzulernen, und macht neugierig darauf, sich intensiver mit tschechischer Geschichte sowie mit den deutsch-tschechischen und den tschechisch-sowjetischen Beziehungen auseinanderzusetzen.

Die düstere, oft beinahe gespenstische Optik des Buches passt dabei perfekt zur Geschichte selbst und zur Stimmung im Prag der 1950er Jahre. Ich empfand ‚Tschechenkrieg‘ als sehr packend erzählt und als sehr bewegend, vor allem auch deshalb, weil die Kurzbiografien der Hauptfiguren, die auf den letzten Seiten der Graphic Novel zu finden sind, auf eindringliche Weise zeigen, dass man es hier mit realer Geschichte und nicht mit Fiktion zu tun hat.

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