Der Autor erzählt die Geschichte seines Opas Betonherz und seiner Oma Königskobra in der Nachkriegszeit – und auch davon, wie er selbst diese Zeit erlebt hat.
Mich packen solche Geschichten, die mit dem Krieg zu tun haben, immer wieder. So war es auch dieses Mal, auch wenn das Thema nicht ganz so schwer und präsent in der Geschichte liegt, wie ich erwartet hatte. Das liegt vor allem daran, dass der Autor aus seiner jungen Perspektive erzählt und dadurch viel Unschuld, aber auch etwas Witz mit hineinbringt. Sei es durch Streiche oder die liebevollen Bezeichnungen seiner Verwandtschaft – Opa Betonherz ist schon bittersüß.
Zwischen diesen eher unbeschwerten Erzählungen blitzen aber immer wieder sehr tiefgehende Momente auf. Zum Beispiel, wenn sich Opas Bruder offenbart oder der Hof des Großvaters enteignet wird und plötzlich der ehemalige Stallknecht das Sagen hat.
Der Schreibstil war es, der mich gut im Buch gehalten und immer weiterlesen lassen hat. Von kleinen Anekdoten geht es nach und nach zu einer zusammenhängenden Geschichte, die zwischendurch auch einmal abschweift, aber gekonnt zum roten Faden zurückfindet.
Man erfährt viel über die Familie. Nicht alle werden gleich stark gewichtet, aber interessant genug, um neugierig zu bleiben und sich nach und nach ein Bild von ihnen zu machen.
Besonders gelungen fand ich den Bezug zum Titel, der mich schon vorher neugierig gemacht hat und rückblickend umso herzergreifender ist. Der Enkel, der ohne über die Konsequenzen nachzudenken für seinen Opa eintritt – ein Liebesbeweis, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat.






