Jan Off

 3.8 Sterne bei 52 Bewertungen
Autor von 200 Gramm Punkrock, Vorkriegsjugend und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Unzucht

Neu erschienen am 06.12.2018 als Buch bei Ventil Verlag.

Alle Bücher von Jan Off

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200 Gramm Punkrock

200 Gramm Punkrock

 (16)
Erschienen am 01.12.2008
Vorkriegsjugend

Vorkriegsjugend

 (14)
Erschienen am 01.09.2004
Angsterhaltende Massnahmen

Angsterhaltende Massnahmen

 (7)
Erschienen am 01.10.2006
Unzucht

Unzucht

 (7)
Erschienen am 13.03.2009
Weisswasser

Weisswasser

 (2)
Erschienen am 15.03.2006
Offenbarungseid

Offenbarungseid

 (2)
Erschienen am 01.03.2010
Happy Endstadium

Happy Endstadium

 (1)
Erschienen am 01.03.2012
Ausschuss

Ausschuss

 (1)
Erschienen am 01.01.2008

Neue Rezensionen zu Jan Off

Neu
GetReadys avatar

Rezension zu "Die Helligkeit der letzten Tage" von Jan Off

Weltuntergang nach Art "The Purge"
GetReadyvor 2 Jahren

Ich bin großer Jan Off Fan, denn er schreibt prägnant, witzig und meinungsstark, polarisierend.  Vor allem seine Kurzgeschichten und Blogeinträge haben es mir angetan. Leider hatte ich ihn aus dem Sinn verloren,
Die lange Buchnacht in Kreuzberg holte ihn mir mit einer phantastischen Lesung wieder ins Bewusstsein.
Obwohl er nur Kurzes vortrug, nahm ich  seinen letzten Roman mit.

Grundprämisse des Romans: Was passiert mit den einzelnen Menschen, wenn sie  denken, die Welt gehe in X Tagen unter.

Das hätte ich mir gerne im typische Off´schen Stil rein gezogen.
Doch leider versucht er das Thema ernster zu bearbeiten, der Humor und seine Prägnanz kommen zu kurz.

Obwohl er mit seinen Ideen sicher dicht an der Realität liegt, fand ich das Buch eher lau.
Wenn nicht richtig überspitzt schwarzhumorig, dann hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.
  Ich warfroh, dass der Roman so kurz war. Vielleicht wäre er eine bessere Kurzgeschichte.
Ich hatte das Gefühl Off musste einen Roman schreiben, es fehlte an Inspiration und irgendeine krude Mischung zwischen einem Endzeit-"Purge" ( habe ich nicht gesehen, dafür aber reichlich Vorschauen) und einem Roman von Boris Vian, dessen Titel ich nicht mehr weiß, weil mein Ex und ich die gesammelten Werke aufgeteilt haben und den ich überraschenderweise auch nicht besonders mochte, kam dabei heraus.

Leider kann ich für diesen Roman nur einen Stern geben.

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thursdaynexts avatar

Rezension zu "200 Gramm Punkrock" von Jan Off

Punk is dead (und das ist auch gut so!)
thursdaynextvor 2 Jahren

Jan Off schreibt hervorrragend. Witzig, derb, realitätsnah und mit viel augenzwinkernder Kenntnis der damaligen Zeit, kein Wunder entstammt er doch dieser Generation.

So lasen sich die ersten Kapitel über adoleszierende Punk - Jungs in den Achtzigern denn auch mit hohem Wiedererkennungswert, viel Schmunzeln und etlichen lauten Lachern.

Doch nach einigen Seiten traten während des Lesens, allen poitierten Formulierungen und dem innewohnenden Esprit zum Trotz, Ermüdungserscheinungen bei der Leserin auf. Komik und Wiedererkennungswert nutzten sich ab. Interessenflaute. Die Erinnerung an längst vergangene Zeiten, das Vokabular und die ewige Sauf/Kotzerei gingen mir (damals eher Hippiefraktion und Free Bikerszene) nachträglich erneut auf die Nerven. Ja , Jan Off schreibt so authentisch, dass einem der ganze Sch... wieder hochkommt. Die Zeiten als „unser Jugendhaus“ von den Punks unterwandert wurde. Aus dem Musikbunker nur noch Dumpfes Gebrüll und sauschlecht gespielte Instrumente ans empfindliche Ohr drangen. Der Müll überhand nahm und alles vollgekotzt war. Und die pseudocoolen PunkTussen Tränen wegen verstorbener Ratten vergossen. Ratten die zuvor mit jedem Dreck gefüttert wurden und hr dadurch sicher stark verkürztes Leben dann auf ihnen, also ihrer Heimstatt aushauchten. Schwoofen war nur noch möglich wenn man den dicken Harro anbehielt und bei sich näherkommenden Pogo Suffköppen mit hartem Ellbogeneinsatz arbeitete. Ein Kumpel von mir wechselte die Fraktionen und begann Sid Vicious & Nancy Spungen zu verehren. Einen Typen der schrottige Mucke gemacht und sich selbst für den Darwin Award mehr als qualifiziert hat. So begann die Vertreibung aus dem juvenilen Paradies. Wir haben den Punks erst das Haus und dann auch noch das Lagerfeuer überlassen und wurden soweit es uns möglich war erwachsen, an besseren Orten...

So kommt es, dass die Leserin es nur bis zur Hälfte dieses wunderbar ausformulierten an Detailfülle überreichen Zeitdokuments geschafft hat. Zu eklig riecht die Erinnerung, zuviel der Authentik.

Wer’s mag, gerne in Erinnerung schwelgen möchte, oder sich über die damalige Jugend“kultur“ informieren der möge beherzt zugreifen. Ich breche nach der Hälfte ab, behalte aber den Autor angetan im Auge. Schreiben kann er. Amüsant und mit viel Insiderwissen.

 

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ralluss avatar

Rezension zu "Happy Endstadium" von Jan Off

Es ist ganz schön schwer linksradikal zu sein
rallusvor 3 Jahren

Eigentlich müsste jeder Autor zumindestens einmal an einem Poetry Slam Wettbewerb teilnehmen, wenn auch nur als Zuschauer, bevor er nur eine Zeile schreibt. Das würde manche Bücher wortwitziger, klarer und direkter machen. So wie bei Jan off, der 2001 deutscher Meister bei den Poetry-Slam Meisterschaften in Düsseldorf wurde.
Buchtitel wie: 'Getrockneter Samen im Haar Eurer Mutter' oder 'Bei uns kommt der Hass aus der Leitung: Wichsvorlagen für Scheintote' zeigen uns deutliche Bilder und auch, wo der Autor wegen seiner ungezügelten Sprache hingehört, leider in die Trash- Punk- und Indieecke.

Leider weil er so einer großen Masse unbekannt bleibt. Dabei sollten solche erfrischenden Bücher auch vermehrt in Buchhandlungen und großen Verlagen aufgelegt werden. Man will die Massen aber nicht erschrecken, wo kämen wir da hin!

Doch so ganz erschreckend, ist das hier vorliegende Buch, mit dem herrlichen Namen 'Happy Endstadium' nun gar nicht. Klare Erzählstruktur, schräge aber authentische Charaktere, wie man sie in der Szene auch so antrifft und öfters was zum Lachen. Mehr will ich doch gar nicht.

Die Frage die sich jedem Revoluzzer stellt: wie soll eine zukünftige gerechte Gesellschaft aussehen und wer trägt dafür Sorge? Nun vor allen Dingen erstmal der Revoluzzer selber, das ist hier die Hauptperson, der Biertrinkende Ich-Erzähler der sich in Julia verliebt und schwanzgesteuert in deren linke WG einzieht. Damit er das Herz seiner Angebeteten bekommt, muss er dazugehören. Politisch und natürlich höchst subversiv aktiv! Doch Jan Off fährt hier den Stinkefinger in alle Richtungen aus! Was ist links, was sind Arbeiter, wer ist der Feind, wo stehen wir in der Frage Israel oder Palästinenser?

"Stattdessen hatte ich mich auf diese völlig hirnrissige Diskussion über zwei Nationen eingelassen, die auch noch nach Jahrzehnten noch nicht begriffen hatten, dass jedwede Aggression früher oder später immer auf den Aggressor selbst zurückfällt. Beim Scheitan, dieses unsägliche Spektakel aus dem Nahen Osten lief schon im TV, als ich noch nicht mal taschengeldberechtigt war."

So langsam schwant ihm, dass einfach nur dagegen sein, völlig hirnrissig ist, das Leben besteht ja nicht nur aus Null oder Eins:

"...fühlten sich diese neunmalklugen Tröpfe im Krisen- oder Kriegsfall sogleich bemüßigt, Partei zu ergreifen und uns anderen ungebeten mitzuteilen, wer diesmal die Cowboys und wer die Indianer waren. Zur Hölle mit diesen geistigen Einzellern. Soweit ich das bisher mitbekommen hatte, war die Welt an normalen Tagen nicht schwarz oder weiß sondern grau gestrichen, und die meisten dieser althergebrachten Auseinandersetzungen derart verworren, dass man schon ein rechter Dummbeutel sein musste, um ohne den Hauch eines Zweifels eine Unterscheidung in gut oder böse vorzunehmen."

Auch den fortgesetzten Drogeneskapaden seiner Mitbewohner, fühlt er sich nicht gewachsen, er trinkt lieber Bier, Tag und Nacht, ein Konterbier, ein Aufwachbier, ein Gute-Nachtbier und sowieso zwischendurch...aber an seine Julia kommt er dadurch nicht ran, die anderen Mitbewohner haben andere Methoden dem grauen Alltag zu entfliehen:

"Ich nippte an meinem Cola-Rum. Mein Körper reagierte, indem er einen Schwall Magensäure Richtung Kehle pumpte. Wie hieß es doch so schön? Richtig: Koksen, Kotzen, Kommunismus. Was das Kotzen betraf: Ich war bereit!"

Am Schluss gibt es dann doch noch den genialen Plan, den Plan der alles beinhaltet und einen großen Schlussstrich unter alle Feinde setzt.

Happy Endstadium ist herrlicher, literarischer hochwertiger Undergroundtrash. Es macht wirklich Spaß dem kruden linken WG-Alltag und den vergeblichen Versuchen der sinnvollen linken Agitation zu folgen.

Leute unterstützt den Ventil Verlag in Mainz, kauft Jan Off Bücher!


 

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