Jan Off

 3,9 Sterne bei 63 Bewertungen
Autor*in von Vorkriegsjugend, 200 Gramm Punkrock und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Jan Off war mal irgendwo und hat dort flüchtig jemanden kennengelernt, der beinahe was erlebt hätte. Dieses Ereignis wirkt bis heute nach. Zuletzt erschienen die Romane »Nichts wird sich niemals nirgendwo ändern« (2020) und »Klara« (2018, gemeinsam mit Dirk Bernemann und Jörkk Mechenbier).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jan Off

Cover des Buches Vorkriegsjugend (ISBN: 9783955756000)

Vorkriegsjugend

 (16)
Erschienen am 25.01.2019
Cover des Buches 200 Gramm Punkrock (ISBN: 9783453406155)

200 Gramm Punkrock

 (16)
Erschienen am 01.12.2008
Cover des Buches Angsterhaltende Massnahmen (ISBN: 9783931555849)

Angsterhaltende Massnahmen

 (7)
Erschienen am 01.10.2006
Cover des Buches Unzucht (ISBN: 9783955751067)

Unzucht

 (7)
Erschienen am 06.12.2018
Cover des Buches Happy Endstadium (ISBN: 9783955756048)

Happy Endstadium

 (3)
Erschienen am 24.01.2019
Cover des Buches Die Helligkeit der letzten Tage (ISBN: 9783957910547)

Die Helligkeit der letzten Tage

 (3)
Erschienen am 28.03.2016
Cover des Buches Weisswasser (ISBN: 9783936281071)

Weisswasser

 (2)
Erschienen am 15.03.2006
Cover des Buches Nichts wird sich niemals nirgendwo ändern (ISBN: 9783955751364)

Nichts wird sich niemals nirgendwo ändern

 (2)
Erschienen am 01.11.2020

Neue Rezensionen zu Jan Off

Cover des Buches Vorkriegsjugend (ISBN: 9783955756000)

Rezension zu "Vorkriegsjugend" von Jan Off

150 Seiten trashig-rebellische Jugendreminiszenz
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Monaten

Ich bin erst über Jan Offs neuesten Roman (Nichts wird sich niemals nirgendwo ändern) auf den Autor aufmerksam geworden. Und da mir dieser ausgezeichnet gefallen hat, dacht ich mir ich schaue mir auch mal seine anderen Werke an.

Eins gleich vorab, Jan Off ist mit den Jahren ein besserer Schriftsteller geworden. Vorkriegsjugend ist im Vergleich doch um einiges schwächer. Nichtsdestotrotz ist es äußerst unterhaltsam - wenn man männlich ist. Denn Jan Offs Geschichten sind doch arg testosterongeschwängert. Das kann man einerseits kritisieren, andererseits ist es natürlich auch äußerst authentisch, wenn auch manchmal recht cringe. Aber so war das damals eben. Als Teen denkt man jetzt auch nicht unbedingt allzu weit.

Die knapp 150 Seiten Episodenerzählungen sind trashig-rebellische Jugendreminiszenz, die durchweg Spaß macht. Leider hatte ich gehofft Jan Off wäre rechtzeitig in Hannover gewesen, um noch die Chaostage würdig einzuflechten. Dem ist aber leider nicht so und so fehlt auch irgendwie der Höhepunkt. Das Leben als Dorfrevoluzzer war halt nicht immer rosig.

Cover des Buches Happy Endstadium (ISBN: 9783955756048)

Rezension zu "Happy Endstadium" von Jan Off

Absurd, schräg, witzig
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Monaten

Happy Endstadium ist ja irgendwie die Fortsetzung von Vorkriegsjugend. Wenn auch nicht im wortwörtlichen Sinne, so doch im autobiografischen Sinne des Autors sowie vermutlich vieler Leser*innen. Aus der versoffenen Rebellion der Jugend in die kampfeslustige, martialische Phase der späten Adoleszenz. Autonome = Jugendliche über 30, oder so ähnlich. Ihr kennt es.

Off schreibt auch weiterhin stur oder konsequent aus einer männlichen Perspektive. Was bei Vorkriegsjugend manchmal durchaus cringe war, ist hier weitaus besser verarbeitet. Off wird eben auch als Autor reifer. Zur Selbstironie kommt nun auch echte kritische Selbstreflexion hinzu. Wie es sich in linken Subkulturen eben gehört.

Und auch insgesamt nimmt Off so ziemlich alle Stereotype der Szene aufs Korn. Das mag manchmal etwas platt wirken, am Ende erkennt man dann aber den ein oder die andere, aus dem persönlichen Bekanntenkreis. Zumindest wenn man mal in klandestinen oder möchtegern-klandestinen linken Gruppierungen unterwegs war.

Da wird diskutiert, argumentiert und geschmollt bis der Arzt kommt. Es gibt einen Wettbewerb im Links-Cool-Sein, ohne dass das jemals jemand eingestehen würde. Es wird dogmatisiert, veganisiert und alles, was der eigenen Überzeugung zuwiderläuft, erbarmungslos abgewertet. Progressiv am Arsch. Da darf natürlich auch die allseits beliebte Positionierung im Nahostkonflikt nicht fehlen. Gruß geht raus an alle Antideutschen und Anti-Imps.

Man liest Jan Off, wenn man Spaß haben möchte. Der Humor ist besser geworden. Selbstkritik und Selbstironie stärken die Geschichte. Wer allerdings eine möglichst realistische Erzählung aus dem autonomen Milieu sucht, sollte hier weitergehen, hier gibt es davon nichts zu sehen. Naja, zumindest wenig. Es ist Unterhaltung, nicht Dokumentation. Nicht alles landet auf dem Punkt, nicht jede Pointe sitzt. Aber die Mischung macht es hier. Absurd, schräg, witzig und immer auch eine ordentliche Portion Fremdschämen über sein eigenen altes Ich.

Cover des Buches Liebe, Glaube, Hohngelächter (ISBN: 9783955751609)

Rezension zu "Liebe, Glaube, Hohngelächter" von Jan Off

Jan Off Connaisseure sind dringend angehalten auch hier wieder eine Pause im Hamsterrad des Lebens einzulegen und Offs Kurzweil zu genießen.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Monaten

Ich bin ja erst recht spät auf Jan Off aufmerksam geworden und quasi aus Versehen über sein „Nichts wird sich niemals nirgendwo ändern“ gestolpert. Dabei hatte ich dann allerdings viel Freude. Und wenn mir Autor*innen gefallen, dann will ich auch wissen, was die noch so geschrieben haben. Ganz besonders bei Jan Off, der mir ein gewisses schaurig schönes Nostalgiegefühl vermittelt hat. Also habe ich mir noch einige seiner älteren Bücher gekauft (Vorkriegsjugend und Happy Endstadium) und hatte auch damit weitestgehend großen Spaß und gute Unterhaltung. Offs Geschichten und Schreibstil sind allerdings recht, nun ja – speziell.

Mich kann die süffisante Art amüsieren, auch wenn sie einstweilen meine Grenzen des guten Geschmacks sprengt. So hat das Süffisante doch aber zugleich auch etwas Süffiges und allem voran ist es authentisch. Aber klar, das gefällt nicht allen. Ganz gewiss sollte man auch eine ordentliche Portion kritische Selbstreflexion aushalten und sich dabei auch nicht allzu wichtig nehmen. Mit „Liebe, Glaube, Hohngelächter“ legt Jan Off eine Kurzgeschichtensammlung vor, die alles das bietet, was man an ihm mag oder weshalb man ihn eben nicht liest. Humor, Provokation, Altjugendliche Post-Midlife-Crisis Erinnerungen an die guten alten Zeiten (Liebe), die nie gut waren (Glaube) und sich doch so schön in Reminiszenzen verklären lassen (Hohngelächter).

Ist das noch Punk-Rock?

Der Ventil Verlag wächst mir gerade unter anderem mit Jan Off ans Herz. Neben dem ganzen Mainstream Spiegel-Bestseller Schrott, der den Büchermarkt flutet, gibt es eben doch noch die kleinen, unabhängigen Verlage, die unkonventionelle Geschichten und Autor*innen publizieren (und in diesem Fall auch noch ein grandioses Sachbuch-Programm haben). Und unkonventionell ist ja wohl das mindeste Adjektiv, was sich Jan Off verdient hat. Mittlerweile benutze ich für diese Art der Erzählungen den Begriff der Szene-Literatur. Denn nur wer irgendwie, und sei es auch nur marginal, Kontakt mit der entsprechenden Szene hatte, wird die Geschichten, die Protagonist*innen und den speziellen Humor verstehen. Dazu erübrigt sich dann auch jede weitere Einordnung zu Titeln wie „Allzu Couragierte Arier Bluten – Eine Geschichte von exakt 1312 Wörtern Länge“.

Off verarbeitet in seinen Texten alle was ihm in die Quere kommt. Ganz der Autor eben. Das kann dann auch schon mal das Leid der Homeoffice-Geplagten sein. Natürlich literarisch verdichtet oder von einem dichten Literaten – wahrscheinlich beides. Da finden sich Beobachtungen aus dem alltagsdeutschen Protofaschismus vollkommen unkenntlich gemachter ehemaliger Gewerkschaftsfunktionäre, autobiografische Niederungen aus der niedersächsischen Provinz, infantiles delirieren und ein leider zu kurz geratenes Highlight. Nämlich die Fortsetzung von Vorkriegsjugend. Die war bisher nur gesprochen von Robert Stadlober auf Vinyl erhältlich. „Im Schatten der Chaostage“ ist die Fortsetzung der ohnmächtigen Gewaltfantasien spätpubertierender Altpunks und damit genau der wilde Ritt auf den man manchmal einfach Bock hat.

Peter Punk

Und gerade wenn man denkt, ach, das ist doch alles nur Fun-Punk, dann kommt Jan Off mit überraschend ernsten Tönen daher. So vor allem der Mini-Essay zur sogenannten Isolationshaft. Ungewohnt ernste aber notwendige Töne. Das ist der Vorteil und die Qualität von Kurzgeschichtensammlungen. Man kann alles zusammenpacken, was einem gefällt. Brüche und Gegensätze stören nicht.

Jan Off lesen ist immer wie nach Hause kommen. Man sehnt sich nach den guten alten Zeiten, wähnt sich eine Zeitlang im Wohlbehagen und wird dann abrupt immer wieder zurückgeworfen und daran erinnert, warum man eben nicht mehr zuhause wohnt. Jan Off ist der Kumpel mit dem man an der Theke auf die beste Zeit des Lebens anstößt, in dem Wissen, dass man anschließend mittlerweile eine dreitägigen Kater auskurieren wird. Aber man macht es trotzdem.


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