Das Licht und die Geräusche

von Jan Schomburg 
3,1 Sterne bei69 Bewertungen
Das Licht und die Geräusche
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (24):
Alina97s avatar

Absolut lesenswert!

Kritisch (19):
DamlaBuluts avatar

Manchmal ist weniger mehr

Alle 69 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Das Licht und die Geräusche"

»In den letzten Jahren hat mich kein Buch über junge Erwachsene so begeistert wie Jan Schomburgs ›Das Licht und die Geräusche‹.« Denis Scheck

Johanna versteht einfach nicht, warum Boris und sie kein Paar sind. Klar, eigentlich ist Boris mit Ana-Clara zusammen, aber die ist weit weg in Portugal, während Johanna und Boris jede freie Minute miteinander verbringen und über alles reden, außer darüber, warum sie sich noch nicht geküsst haben. Und dann ist Boris nach dieser großen Nacht am See auch noch plötzlich verschwunden. In Island, auf der Suche nach Boris, findet Johanna einiges heraus – auch, dass viele Dinge ihr Wesen verändern, je länger man sie betrachtet. Pointiert und mit zartem Witz erzählt Jan Schomburg von drei jungen Menschen und ihren Versuchen zu erkennen, wie das eigentlich überhaupt gehen soll: leben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423146722
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:20.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.03.2017 bei Der Audio Verlag erschienen.

Videos zum Buch

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,1 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne8
  • 4 Sterne16
  • 3 Sterne26
  • 2 Sterne15
  • 1 Stern4
  • Sortieren:
    DamlaBuluts avatar
    DamlaBulutvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Manchmal ist weniger mehr
    Die Botschaft kommt nicht wirklich an

    Inhalt
    Es ist Johanna schleierhaft, warum sie und Boris kein Paar sind. Klar, eigentlich ist Boris mit Ana-Clara zusammen, aber die ist weit weg in Portugal, während Johanna und Boris jede freie Minute miteinander verbringen und über alles reden, außer darüber, warum sie sich noch nicht geküsst haben. Johanna versteht das nicht, und das nervt sie. Und sie will auch verstehen, warum Marcel sich auf der Klassenfahrt nach Barcelona einen Mitschüler wie einen Knecht hält, warum Boris die ganze Zeit kichern muss, während ihn vier Typen auf der Tanzfläche eines Clubs zusammenschlagen wollen, und warum er nach dieser Nacht am See plötzlich verschwunden ist. Gemeinsam mit Ana-Clara und Boris’ Eltern sucht Johanna in Island nach Boris und findet heraus, dass viele Dinge ihr Wesen verändern, je länger man sie betrachtet. Und dass Ana-Claras Augen doch nicht so ausdruckslos sind, wie sie immer gedacht hat.

    Man folgt Johanna und ihrer unverstellt ehrlichen Sicht auf sich und ihre Umwelt voller Empathie und Zuneigung. Pointiert, mit zartem Witz und dem sicheren Gespür für die Leichtigkeit in schweren Themen erzählt Jan Schomburg von drei jungen Menschen und ihren Versuchen zu erkennen, wie das eigentlich überhaupt gehen soll: leben.

    Meinung
    Der Autor versucht viele Themen aufzugreigen. Wichtige Themen wie Suizid. Mobbing und Homosexualität.
    Jedoch kommen diese Themen bei dem Leser nicht so wirklich an, weil sie zwischen vielen unnötigen Themen- und Zeitsprüngen völlig untergehen.

    Fazit
    Ich denke, ich weiß, worauf der Autor hinaus will aber der Versuch, seine oder eine Botschaft zu vermitteln, ist ihm leider nicht gelungen
    Manchmal ist weniger mehr.

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Frage bleibt am Ende: Und jetzt?
    Gedankenwirrwarr

    Johanna ist in ihren besten Freund Boris verliebt. Doch der hat eigentlich schon eine Freundin, Ana-Clara. Sie lebt in Portugal, wo Boris mit seinen Eltern vor der Rückkehr nach Deutschland gewohnt hat. Aber was Boris an Ana-Clara eigentlich findet, kann Johanna nicht verstehen. Mehrmals wären sie sich schon fast näher gekommen, aber irgendwie hat es nicht geklappt. Nach einem Discobesuch, wo Boris verprügelt wird, verbringen sie die Nacht am See und gehen baden. Als Johanna morgens aufwacht, ist Boris verschwunden. Einige Tage später erhält sie einen Brief und begibt sich gemeinsam mit Boris Eltern und Ana-Clara auf die Suche in Island.


    Aus meiner Sicht sollte das Grundthema dieses Romans die Ursache für Boris Verschwinden sein. Das hätte der Autor meiner Meinung nach stärker ausarbeiten müssen - insbesondere, wenn dies ein Roman auch für Jugendliche sein soll (zumindest ist die Sprache so gehalten). Man macht sich beim Lesen sicherlich seine Gedanken und zieht Schlüsse aus den Geschehnissen, wenn es schon die geschilderte Sicht der jungen Protagonistin nicht tut, aber es fällt mir schwer zu glauben, dass Jugendliche auch nur eine Moral aus diesem Buch ziehen können, da der Autor sich zu dem von ihm gewählten Grund für Boris Verschwinden überhaupt nicht positioniert. Die Sache an sich fand ich glaubwürdig und auch ich bin mit diesem Thema wegen eines Klassenkameraden in Berührung gekommen. Umso wichtiger wäre doch, die seelischen Hintergründe, Hilfsmöglichkeiten und Perspektiven aufzuzeigen. So bleibt es Johannas beschreibende Sicht, die zwar offenbar Angst um ihren besten Freund hat, aber (zumindest nicht nieder geschrieben) nie seine Beweggründe infrage stellt (worüber man als Leser aufgrund der Ich-Perspektive also auch rein gar nichts erfährt). Am Ende des Buches stellt sie sogar eher fest, dass sie ihn vielleicht doch nicht lieben kann. Für mich in diesem Zusammenhang der völlig falsche Schluss und nahezu eine gefährliche Botschaft. Nach ihrer anfänglichen Abneigung gegenüber Ana-Clara fand ich die Aktion in Island absolut unglaubwürdig, unnötig und super merkwürdig. Trotz der seitenweise Darstellung ihrer Gedankengänge konnte ich kein Verständnis für Johanna entwickeln und hätte mir stattdessen mehr Informationen über Boris gewünscht. Vielleicht wären Kapitel abwechselnd aus der Sicht der beiden besser gewesen als die alleinige Perspektive von Johanna.


    Fazit:
    Es gibt ein paar nette Zitate im Buch, die Umsetzung der sicherlich grundsätzlich guten Idee für diesen Roman fand ich zu schwach. Johannas Ich-Perspektive ist ausschweifend, detailverloren und ablenkend von den eigentlich wichtigen Themen im Buch - was durchaus auch so gewollt sein kann, schließlich ist sie ein Teenager. Aber auch mit dieser Information im Hinterkopf konnte es mich nicht überzeugen. Die Rezension und Bewertung fällt mir schwer, aber insbesondere im Vergleich zu anderen Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, fällt es eher durch.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    SteffiSteffs avatar
    SteffiSteffvor einem Jahr
    Jung, Anders, Verrückt.. Interessanter Lesestoff

    Worum geht’s:

    Jan Schomburg erzählt in seinem Roman von der jungen Johanna, einer Jugendlichen in der wohl aufwühlendsten und verwirrendsten Zeit des Lebens. Eines Tages bekommt sie einen Abschiedsbrief von ihrem besten Freund Boris aus Island. Kurzentschlossen fliegt sie mit den Eltern von Boris und seiner Freundin nach Island um ihn zu finden und ihn hoffentlich vom angekündigten Selbstmord abzuhalten. Es geht um Liebe, Freundschaft, Gewalt, Gruppenzwang und noch vieles mehr; kurzum um das Leben selbst.  

    Titel und Cover:

    Das Licht und die Geräusche. Ein Titel der zuerst nichts über den Inhalt des Buches verrät. Und auch das Cover gibt keine weiteren Hinweise. Ehrlich gesagt hat mich das Buch auf den ersten Blick nicht wirklich angesprochen und ich hätte es wohl nie gelesen, wenn man es nicht im Lovelybooks‘ Literatursalon vorgestellt hätte. Jetzt nach dem Lesen jedoch finde ich Titel und Cover wirklich gut gewählt. Für mich ist nun der Bezug zum Hauptthema des Buches, das Leben, klar hergestellt. Warum leben wir? Welche Gründe gibt es weiterzumachen auch wenn einen alles zum Verzweifeln ringt? Es sind eben das Licht und die Geräusche; das Spüren, Fühlen, Wahrnehmen. Die zusammengebundenen Haare auf dem Cover sind für mich ein sehr starkes Bild dafür, als Erweiterung des Nervensystems.

    Stil und Genre:

    Der Text ist aus der Sicht von Johanna geschrieben und der Leser kann dabei genau ihren Gedanken und Gefühlen folgen. Dabei werden auch Geschichten erzählt, die nicht direkt im Zusammenhang mit Boris und seinem Verschwinden zu tun haben. Anfangs wirkte das auf mich etwas verwirrend und der Handlung wirkte etwas sprunghaft und unzusammenhängend. Doch genau so ist ja im echten Leben auch. Jedes Leben steckt voller einzelner Geschichten, die vordergründig nicht unbedingt zusammengehören. Am Ende jedoch gehört alles irgendwie zusammen und jede Erfahrung beeinflusst unsre zukünftigen Handlungen.

    Fazit:

    Ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen. Jung, anders, verrückt und sicherlich viel Stoff zum Nachdenken.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Etwas zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur

    Johanna ist in Boris verliebt und versteht nicht wieso sie sich noch nicht geküsst haben. Okay, eigentlich ist Boris ja auch vergeben und mit dieser merkwürdigen Ana-Clara zusammen. Aber erstens ist das nur eine Fernbeziehung und zweitens würden sie und Boris so viel besser zusammen passen. Als Boris verschwindet, stellt Johanna fest, dass sie und Ana-Clara mehr verbindet, als das sie den gleichen Jungen lieben.

    Wer jetzt einen kitschigen Liebesroman erwartet, hat weit gefehlt. Denn es geht meiner Meinung nach um so viel mehr. Als Leser taucht man in die Gedankenwelt einer Jugendlichen ab. Johannas Welt liegt irgendwo zwischen naiv und erwachsen. Manches wirkt verwirrend und kindisch und manchmal erstaunlich tiefsinnig. Ihre Gedanken sind oft assoziativ, was bedeutet, dass sich Johanna plötzlich an Ereignisse aus der Vergangenheit erinnert. Das heißt die Geschichte wird nicht linear erzählt, sondern mit vielen Zeitsprüngen.

    An einigen Stellen hat mich das Buch "Tschick" von Wolfgang Herrndorf erinnert, was wohl dem Schreibstil geschuldet ist. Die Sprache ist den Jugendlichen angepasst, wodurch die Geschichte für mich authentischer wirkte. Generell muss ich sagen, dass mir der Schreibstil von Jan Schomburg sehr zusagte. Obwohl der Schreibstil wegen der jugendlichen Sprache anfangs etwas flapsig wirkt, findet der Autor sehr schöne Formulierungen. Hier und da brachte mich die Geschichte auch zum Schmunzeln. Ich war tatsächlich so begeistert, dass ich schnell nach einem Bleistift suchte und mir viele Stellen im Buch markierte, was ich wirklich sehr selten mache. Für mich war "Das Licht und die Geräusche" somit ein Lesegenuss!

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Schwarzkirsches avatar
    Schwarzkirschevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Worum geht's?
    Worum geht's?

    Ich bin froh, dass ich dieses Buch nur aus der Bücherei ausgeliehen und nicht gekauft habe, denn bei Seite 119 von 255 ist Ende für mich. Die Hoffnung, dass da noch irgendwas interessantes passiert habe ich aufgegeben. 


    In dem Buch geht es um.... äh ... Johanna, Boris und Ana-Clara - zumindest laut Klappentext. Aber eigentlich liest man nur einzelne Gedankengänge von Johanna. Johanna ist in Boris verliebt, Boris ist mit Ana-Clara zusammen und Ana-Clara lebt in Portugal. Und ansonsten erfährt man ein bisschen was über den Schulalltag und andere Episoden aus Johannas Leben. Mal geht es um einen Klassenkameraden, der ignoriert wird, eine Fahrt per Anhalter oder Gespräche im Unterricht.
    Das Buch besteht quasi aus einer Ansammlung von Kurzgeschichten aus Johannas Leben. Das Problem dabei ist, dass die Kurzgeschichten nicht spannend sind, sondern einfach nur alltägliche Kleinigkeiten beschreiben. Es ist so als ob man ein Buch über das Leben eines absolut durchschnittlichen Schulmädchens lesen würde - mit allen unnötigen Details. 


    Ich habe das Gefühl, das Buch soll philosophisch wirken, aber die Charaktere sind alle flach und detaillierte Beschreibungen von Alltagsereignissen wecken bei mir nicht den inneren Philosophen, sondern nur Langeweile. 

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    ClaraOswalds avatar
    ClaraOswaldvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Anders. Authentisch, verwirrend, seltsam..& auch ein wenig witzig.
    Im Gedankenlabyrinth.

    Der Titel von Jan Schomburgs Roman hat mir sehr gut gefallen, vermutlich war er einer der Gründe, warum ich das Buch zur Hand nahm. Und auch die Bedeutung des Titels hat mir gut gefallen.
    Allerdings hatte mich auch die Beschreibung angesprochen: Drei Jugendliche, ein Roadtrip und die Suche nach sich selbst. Und da wurde ich irgendwie enttäuscht.

    Die Freundschaft zwischen Boris und Johanna ist tief, vielleicht empfinden beide etwas mehr füreinander, können es aber nicht zugeben. Und dann ist da noch Ana-Clara, die alles ein wenig komplizierter macht.
    Einige Szenen im Buch fand ich sehr schön, zum Beispiel, zu Beginn, als Boris, Ana-Clara und Johanna fünf Kilometer durch den frühen Morgen nach Hause laufen, und Ana-Clara Johannas Hand nimmt.
    Die Szene davor wiederum war so seltsam; warum lässt sich Johanna fast auf einen älteren Mann ein? Während sie beobachtet wird? Warum lässt sie sich überhaupt von ihm einladen?
    Johanna wirkt anders, aber doch authentisch und spannend. Boris findet sie seltsam.
    "Du bist so jemand, die sich das so anguckt, wie alle im ersten WK begeistert gegen Frankreich in den Krieg ziehen und rumgrölen & davon faseln [...] und dann sagst du plötzlich: 'Aber die Franzosen machen doch ganz guten Käse'" (S. 41), so ist Johanna. Ihre Gedanken sind so verwirrend und fließen so schnell, dass kaum jemand mitkommt, deshalb sagt sie manchmal unpassende Dinge. 

    Auch die Erzählweise ist schwierig; es gab einige Fehler in der Grammatik, aber ich schätze, das war gewollt, weil wegen Jugendsprache. Dann findet in jedem Absatz etwas anderes statt; die aktuelle Situation, dann Johannas Gedanken und Erlebnisse, auch anachronistisch, daran musste ich mich erst gewöhnen.
    Boris war mir nicht wirklich sympathisch, Ana-Clara blieb eher blass, eindruckslos und Johanna war eine ganz interessante Protagonistin.
    Einige Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen, die Eltern hat Schomburg zu klischeehaft dargestellt. Obwohl mir Vater Köhlers Interaktion und Johannas Gedanken dazu schon gefallen haben.
    Die Geschichte als solche ist nichts Besonderes, keine über die man nachdenkt und sie hatte für mich auch keinen Wert. Keine Spannung, keine herausragenden Schauplätze und die Charaktere scheinen sich auch nicht stark verändert zu haben. Das Ende wirkt eher offen, unbeholfen und plötzlich.
    Schade, eigentlich.

    Kommentieren0
    23
    Teilen
    Talathiels avatar
    Talathielvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das war wohl nichts....
    Auf der Suche nach dem roten Faden

    Es ist Johanna schleierhaft, warum sie und Boris kein Paar sind. Klar, eigentlich ist Boris mit Ana-Clara zusammen, aber die ist weit weg in Portugal, während Johanna und Boris jede freie Minute miteinander verbringen und über alles reden, außer darüber, warum sie sich noch nicht geküsst haben. Johanna versteht das nicht, und das nervt sie. Und sie will auch verstehen, warum Marcel sich auf der Klassenfahrt nach Barcelona einen Mitschüler wie einen Knecht hält, warum Boris die ganze Zeit kichern muss, während ihn vier Typen auf der Tanzfläche eines Clubs zusammenschlagen wollen, und warum er nach dieser Nacht am See plötzlich verschwunden ist. Gemeinsam mit Ana-Clara und Boris’ Eltern sucht Johanna in Island nach Boris und findet heraus, dass viele Dinge ihr Wesen verändern, je länger man sie betrachtet. Und dass Ana-Claras Augen doch nicht so ausdruckslos sind, wie sie immer gedacht hat. (Klappentext)

    Was sich im Klappentext durchaus interessant anhört, entpuppt sich beim Lesen leider als völlige Zeitverschwendung. Es kam mir zumeist so vor, als ob der Autor hier sehr gerne unheimlich viel erzählen möchte. Doch leider fasst das Buch nur 256 Seiten, wodurch er bei seinen vielen Erzählungen nicht in der Lage ist, in die Tiefe zu gehen, und man fragt sich, warum schneidet er nun dieses Thema an, wenn er doch gleich wieder erledigt ist? So habe ich mich leider die meiste Zeit gefühlt, auf der Suche nach dem „warum?“. Manchmal war ich aber auch auf der Suche, in welcher Zeit ich mich befinde, denn manchmal springen die Erzählstränge bzw. die Gedanken von Johanna nur so, was es manchmal schwierig macht, der Geschichte zu folgen. Vermutlich soll die Geschichte darauf hinaus, dass Jugendliche Erwachsen werden, aber den sprichwörtliche rote Faden konnte ich nicht finden.
    Auch die drei Protagonisten blieben für mich eher blass und ich konnte keine Beziehung aufbauen. Wenn ich sie wenigstens noch unsympathisch hätte finden können, wäre so wenigstens eine Gefühlsregung meinerseits aufgekommen, aber die drei waren mir einfach egal und man hätte sie durch einen anderen Charakter wohl beliebig ersetzen können. Während man Johanna als Erzählerin wenigstens etwas mehr erfährt, blieben Boris und Ana-Clara trotz ihrer scheinbar vorgesehen Bedeutung wohl eher unbedeutend. Aber auch bei Johanna blieb mir ihr Handeln manchmal schleierhaft und einige Szenen wirkten auf mich auch eher befremdlich.

    Leider kann ich dieses Buch nicht empfehlen, da es für mich eine Verschwendung an wertvoller Lesezeit ist. Die Themen hatten Potential, wurden aber leider meist nur angerissen, sodass man sich eher nach dem Sinn und Zweck dieses Buches fragt.

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    Naburas avatar
    Naburavor einem Jahr
    Viele Themen, wenig Antworten

    Boris ist neu in Johannas Kurs, und die beiden werden schnell enge Freunde. Wenn es nach Johanna geht, dann dürfte zwischen den beiden auch mehr sein. Doch Boris hat eine Freundin in Portugal, die Johanna ein Rätsel ist. Ein Vorfall während der Kursfahrt bringt sie ebenso ins Grübeln wie Boris‘ Verhalten. Und dann ist Boris plötzlich verschwunden…

    Der Titel des Buches hat mich neugierig gemacht und basierend auf der Buchbeschreibung erwartete ich einen Roman über das Erwachsenwerden. Im ersten Kapitel habe ich mich schwer getan, in die Geschichte hineinzufinden, denn sie springt hin und her und ich brauchte eine Weile, um alles gedanklich zu sortieren.

    Johannas Handeln und ihre Motivation war fürm ich zu Beginn nicht nachvollziehbar. Sie steht in der Wohnung eines wildfremden älteren Mannes und überlegt, ob sie mit ihm schlafen soll, während der betrunkene Boris und seine schweigsame Freundin im Nebenzimmer sitzen. Erst im Laufe der Zeit konnte ich etwas besser verstehen, was in ihr vorgeht. Sie grübelt viel über das Erlebte nach und macht dabei viele Gedankensprünge, wodurch die Geschichte unruhig blieb.

    Der Leser erlebt Johanna in einer bunten Mischung ganz verschiedener Situationen rund ums Thema Erwachsenwerden. Dabei werden sehr viele Themen angerissen, aber kaum eins vertieft. Gerade bei sensiblen Themen habe ich das nötige Fingerspitzengefühl vermisst. Gleichzeitig fehlten mir Einblicke in die Handlungsmotivation der Personen. Insbesondere Thema Suizid kam für mich zum einen aus heiterem Himmel und wurde zum anderen nicht wirklich aufgearbeitet.

    „Das Licht und die Geräusche“ kann mit seinem Schreibstil punkten, doch durch den unstrukturierten Aufbau konnte ich nicht so recht in die Geschichte hineinfinden. Zudem fand ich es schade, dass Themen dem Leser vorgesetzt, aber kaum vertieft werden. Insgesamt lässt mich das Buch vor allem ratlos zurück. Um es mit Johannas Worten zu sagen: „Aber dann denke ich, dass man vielleicht auch nicht immer alles verstehen muss.“ (S. 29)

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    BluevanMeers avatar
    BluevanMeervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Solide, aber nicht so überzeugend wie erwartet.
    Das Licht und die Geräusche

    "Hallig Hooge ist doch scheiße! Können wir nicht nach Barcelona?" (S.33)

    In Das Licht und die Geräusche geht um drei Jugendliche. Boris, der aus Portugal nach Deutschland gezogen ist, Anna-Clara und Johanna, die Ich-Erzählerin. Johanna ist heimlich in Boris verliebt und Anna-Clara ist die zurückgelassene Freundin, die zunächst noch weit weg in Portugal ist. Aber es geht nicht nur um den Freundschafts-Verliebtheits-Eiertanz den Johanna regelmäßig um Boris herum aufführt. Sie muss sich eben mit der Situation des fünften Rad am Wagens abfinden, denn Boris liebt sie nicht und das ist für das Mädchen sehr schwer auszuhalten.

    "Wenn ich Ana-Clara lieben kann, wenn ich etwas Liebenswertes an ihr entdecken kann, dann kann ich Boris weiter lieben. Wenn ich nichts finde, was sich lieben lässt, kann ich Boris nicht mehr lieben. So einfach ist das, sage ich mir." (S.16)

    Es geht auch um eine gemeinsame Klassenfahrt nach Barcelona, auf der ein Mitschüler gemobbt wird. Johanna versucht die Situation zu verstehen, versucht zu verstehen, wer Opfer und wer Täter ist und gerät dabei in eine ziemlich ausweglose Situation. Immer wenn Johanna nicht weiter weiß, diskutiert sie mit Boris, denn der junge Mann scheint mehr Plan von den großen und wichtigen Themen zu haben. Der Roman bewegt sich recht sprunghaft hin und her, aber spätestens als Boris in angeheitertem Zustand auf einer Party in "irgendeinem Reihenhauskeller" mit Johanna ernsthaft versucht zu diskutieren, was denn nun Gründe sind, die gegen einen Suizid sprechen und Johanna spontan nichts tiefsinnigeres als "Das Licht und die Geräusche" einfällt, gewinnt die Handlung Kontur.

    Kurz darauf ist Boris verschwunden. Ein Abschiedsbrief, in dem Boris andeutet, dass er nicht mehr in der Lage ist, "das Licht und die Geräusche" wahrzunehmen, versetzt Johanna, Anna-Clara und die Eltern des Jungen in Aufruhe. Gemeinsam macht sich das Quartett auf, Boris auf Island wiederzufinden.

    Der Stil des Romans ist filmisch. Es geht um kurze Szenen, sequenzartige Eindrücke, das, was Johanna als "Licht und Geräusche" beschreibt. Auch wenn der Stil irgendwie unterhaltsam artifiziell daherkommt, frage ich mich, ob Jugendliche wirklich eine so minimal funktionierende Aufmerksamkeitsspanne haben. Gleichzeitig gibt es diese Momente im Roman, die einfach nicht aufgelöst werden. Ein Mann gräbt Johanna auf der Straße an, sie ist allein, die Situation potenziell gefährlich, das gleiche wiederholt sich, als die Jugendlichen mit einem Auto per Anhalter fahren - aber Johanna scheint die Gefahr nicht zu erkennen. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur mir so geht, aber an manchen Stellen kann ich nicht glauben, dass sich Jan Schomburg viele Gedanken darüber gemacht hat, dass seine Hauptprotagonistin eben eine junge Frau ist und kein Holden Caulfield. Gleichzeitig werden viele Themen sehr sensibel verhandelt. Mobbing, Homosexualität, Machtdemonstrationen.

    „Ich kann nur verlieren, wenn ich jetzt etwas sage. Und das liegt daran, dass ich eigentlich verstehen müsste, was gerade passiert. Zumindest habe ich das Gefühl, dass Boris voraussetzt, dass ich Bescheid weiß. Und obwohl ich überhaupt nicht Bescheid weiß, sage ich lieber nichts, damit wenigstens die Möglichkeit bestehen bleibt, ich würde es wissen. Aber ich habe echt keine Ahnung, was gerade in Boris vorgeht." (S. 134)

    Für mich funktioniert der Roman am besten, wenn es um die gemeinsame Klassenfahrt nach Barcelona geht und die Erfahrungen, die Johanna macht, als sie Zeugin von Misshandlungen eines Klassenkameraden wird. Es scheint ohnehin eher um psychologische Gefüge zu gehen und aktuelle Befindlichkeiten, als um eine tatsächlich kohärent voranschreitende Handlung. So bleiben auch die Motive der Figuren im Dunkeln. Was zu Boris' Zusammenbruch führt, wird nicht geklärt, genau so wenig, wie und warum sich das Verhältnis zwischen Anna-Clara und Johanna entwickelt. Das sorgt zumindest für Überraschungen und unerwartete Szenen am Ende.

    „Das ist so die Art von Zufall, die zu wenig Sinn ergibt, um die Dinge irgendwie klarer zu machen, und aber gleichzeitig auch zu viel Sinn, als dass man es komplett ignorieren könnte.“ (S.162)

    Jan Schomburg ist Regisseur ("Über uns das All"), Das Licht und die Geräusche  sein Romandebüt, das für mich nicht ganz rund wird, dafür aber sprachlich überzeugen kann.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    MrsFrasers avatar
    MrsFraservor einem Jahr
    Kurzmeinung: Jugendliches Blabla. Ja, mit ernstem Thema, aber zu wenig Tiefgang.
    Was Mädchen denken (aus Männersicht)

    Ich glaube, entweder findet man Jan Schomburgs 'Das Licht und die Geräusche' toll, oder man kann damit nichts anfangen.

    Ich gehöre leider zur letzten Kategorie. Ich bin aber auch mal wieder total auf einen irreführenden Klappentext reingefallen. Ich habe mich vor allem von dem Wörtchen 'Island' anlocken lassen und dachte, mich erwartet ein Abenteuere voller Mythen, Natur und Nordlichter, dabei Jugendliche, die zu sich (selbst) finden. Letzteres gab's zum Teil, aber Island spielt überhaupt keine Rolle, ist nur für die letzten ca. 40 Seiten austauschbarer Schauplatz.

    Das Buch ist ein großes Selbstgespräch/Tagebuch von Annika, die in Boris verliebt ist, sich aber nicht wagt, in der Richtung einen Schritt zu unternehmen, weil er eine Freundin in Portugal hat. Es geht aber nicht nur um ihre Verliebtheit, Annika beobachtet auch Mobbing/Mißhandlungen unter ihren Mitschülern, hinterfragt deren Verhalten und versucht, wenn auch zögerlich, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu äußern.

    Das Buch gibt eigentlich sehr gut die inneren Monologe einer heranwachsenden Frau wieder. Worüber frau sich so alles Gedanken macht, mag mann ja manchmal gar nicht glauben. Annika macht sich ziemlich viele Gedanken, die auch durchaus differenziert sind und von einer gewissen Intelligenz und Fähigkeit zum reflektierten Kritisieren zeugen. Eigentlich. Leider nur will Jan Schomburg zu viel. Annikas Gedankengänge sind zuweilen so detailliert und selbsterklärend, dass sie schon fast etwas dümmlich wirkt. Man ist immer wieder versucht, die Augen zu verdrehen und denkt 'Jaha - ist ja gut.'

    Ein bisschen sehe ich hier die Problematik, die ich auch manchmal erkenne, wenn deutschsprachige Autoren/Autorinnen den Schauplatz ihrer Handlung nach Amerika verlegen und man trotzdem immer den Eindruck hat, das Buch spielt in einem deutschen Dorf. Jan Schomburg ist ein Mann - warum schreibt er nicht aus der Sicht eines Mannes/Jungens? Er KANN schlichtweg nicht wirklich wissen, wie Frauen/Mädchen ticken und wenn er sein ganzes Buch darauf stützt, dass es die innere Gedankenwelt einer Heranwachsenden wiedergibt, muss es da irgendwie Unstimmigkeiten geben. Bei Kristina Pfister's kürzlich gelesener 'Die Kunst einen Dinosaurier zu falten' hatte ich diesen Eindruck zum Beispiel überhaupt nicht. Schade. Aus der Sicht von Boris wäre das Buch glaube ich viel spannender gewesen. Schließlich gibt es auch noch einige offene Fragen bezüglich seines Verhaltens, die der Roman nicht beantwortet hat.

    Kommentieren0
    32
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Marina_Nordbrezes avatar

    "Wenn ich Ana-Clara lieben kann, wenn ich etwas Liebenswertes an ihr entdecken kann, dann kann ich Boris weiter lieben. Wenn ich nichts finde, was sich lieben lässt, kann ich Boris nicht mehr lieben. So einfach ist das, sage ich mir."

    Johanna und Boris sind enge Freunde und doch ist da viel mehr als nur das. Findet jedenfalls Johanna. Warum Boris aber stattdessen mit Ana-Clara zusammen ist, warum die Klassenfahrt nach Barcelona außer Kontrolle gerät, warum Boris einfach verschwindet, all das kann Johanna nicht verstehen. Johanna sucht nach Antworten und nach Boris, doch wird das Ergebnis das richtige sein? 
    "Das Licht und die Geräusche" von Jan Schomburg ist ein erstklassiger Road-Trip zu sich selbst und zu den großen Gefühlen, die man manchmal lieber ignorieren möchte. 

    Wenn ihr Fans anspruchsvoller Literatur seid, dann dürft ihr diese Leserunde zu Jan Schomburgs Roman auf keinen Fall verpassen! 
    Wir freuen uns sehr, euch mit "Das Licht und die Geräusche" einen weiteren Titel im LovelyBooks Literatursalon vorstellen zu dürfen, in dem euch literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben erwarten. 

    Zum Inhalt 
    Es ist Johanna schleierhaft, warum sie und Boris kein Paar sind. Klar, eigentlich ist Boris mit Ana-Clara zusammen, aber die ist weit weg in Portugal, während Johanna und Boris jede freie Minute miteinander verbringen und über alles reden, außer darüber, warum sie sich noch nicht geküsst haben. Johanna versteht das nicht, und das nervt sie. Und sie will auch verstehen, warum Marcel sich auf der Klassenfahrt nach Barcelona einen Mitschüler wie einen Knecht hält, warum Boris die ganze Zeit kichern muss, während ihn vier Typen auf der Tanzfläche eines Clubs zusammenschlagen wollen, und warum er nach dieser Nacht am See plötzlich verschwunden ist. Gemeinsam mit Ana-Clara und Boris’ Eltern sucht Johanna in Island nach Boris und findet heraus, dass viele Dinge ihr Wesen verändern, je länger man sie betrachtet. Und dass Ana-Claras Augen doch nicht so ausdruckslos sind, wie sie immer gedacht hat. Man folgt Johanna und ihrer unverstellt ehrlichen Sicht auf sich und ihre Umwelt voller Empathie und Zuneigung. Pointiert, mit zartem Witz und dem sicheren Gespür für die Leichtigkeit in schweren Themen erzählt Jan Schomburg von drei jungen Menschen und ihren Versuchen zu erkennen, wie das eigentlich überhaupt gehen soll: leben.

    Hier geht es zur Leseprobe!

    Noch mehr Infos zum Buch findet ihr in diesem Special

    Zum Autor 
    Jan Schomburg wurde am 23. Februar 1976 in Aachen geboren. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und der Audiovisuellen Medien an der Kunsthochschule für Medien in Köln, widmete er sich seiner zweiten Leidenschaft: Drehbücher schreiben. Dafür studierte er 2007 in der Drehbuchwerkstatt München und erhielt 2008 sogar ein Stipendium der Warschauer Master School of Directing. Sein erster Film als Filmregisseur war "Über uns das All", der 2011 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin aufgeführt wurde. Für den Film "Vor der Morgenröte" (2016) schrieb er das Drehbuch gemeinsam mit Maria Schrader. "Das Licht und die Geräusche" ist sein Debütroman, der 2017 erscheinen wird.

    Zusammen mit dtv verlosen wir 30 Exemplare von "Das Licht und die Geräusche" unter allen, die sich über diesen besonderen Roman im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Seid ihr neugierig? Dann bewerbt euch * über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 26.03. und antwortet auf folgende Frage: 

    An welche vergangene Klassenfahrt könnt ihr euch noch besonders gut erinnern und warum ist euch gerade diese im Gedächtnis geblieben?

    Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück

    Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier

    * Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks