Jan Seghers

 4.1 Sterne bei 605 Bewertungen
Autor von Ein allzu schönes Mädchen, Die Braut im Schnee und weiteren Büchern.
Jan Seghers

Lebenslauf von Jan Seghers

Jan Seghers ist das Pseudonym von Matthias Altenburg und ist inspiriert durch den Tour-de-France Gewinner. Er studierte Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte in Göttingen. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Lektor bevor er selbst sein Talent für das Schreiben entdeckte. Bekannt ist Seghers unter anderem für seine Krimireihe rund um die Ermittlungen von Kommissar Marthaler. Für seine literarischen Leistungen erhielt der Autor mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Offenbacher Literaturpreis.

Alle Bücher von Jan Seghers

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Ein allzu schönes Mädchen

Ein allzu schönes Mädchen

 (160)
Erschienen am 01.02.2010
Die Braut im Schnee

Die Braut im Schnee

 (128)
Erschienen am 01.10.2007
Partitur des Todes

Partitur des Todes

 (109)
Erschienen am 01.08.2009
Die Akte Rosenherz

Die Akte Rosenherz

 (88)
Erschienen am 01.09.2011
Die Sterntaler-Verschwörung

Die Sterntaler-Verschwörung

 (38)
Erschienen am 24.06.2016
Der Tod hat 24 Türchen

Der Tod hat 24 Türchen

 (30)
Erschienen am 01.11.2008
Menschenfischer

Menschenfischer

 (16)
Erschienen am 07.11.2017
Partitur des Todes

Partitur des Todes

 (13)
Erschienen am 28.01.2008

Interview mit Jan Seghers

Interview mit LovelyBooks im April 2011

1) Wie lange schreiben Sie schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Ihres ersten Buches?

Als Kind war ich oft krank, und weil erst spät ein Fernseher ins Haus kam, war ich darauf angewiesen zu lesen, um mir die Zeit zu vertreiben. Nur, dass bald aus dem Zeitvertreib eine Sucht wurde. Ich las alles, was mir in die Hände kam: die Bibel, Karl May, Mark Twains Huckleberry Finn, Stevensons Schatzinsel, Enid Blyton, gleichzeitig auch schon Sartre, Borchert, Böll, Hesse, viele Comics, Kommissar X und Jerry Cotton. Kraut und Rüben, eine Anleitung gab mir niemand. Es konnte nicht ausbleiben, dass ich irgendwann Spaß daran hatte, selbst meine ersten Schreibversuche zu wagen: schreckliche Gedichte und stümperhafte Geschichten. Gottlob habe ich bis zu meinem dreißigsten Lebensjahr alles weggeworfen. Dann aber war mir, fast unter der Hand, ein kleiner Roman gelungen: "Die Liebe der Menschenfresser", der 1992 erschien.

2) Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Sie selbst?

Bei einem bleibt es nicht in einem intensiven Leseleben. Am wichtigsten waren mir wohl, der Lektüre-Reihenfolge nach: Mark Twain, Robert Louis Stevenson, Albert Camus, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Louis-Ferdinand Céline, James Joyce, Gustave Flaubert, Anton Tschechov, Marcel Proust und immer wieder Hermann Peter Piwitt.

3) Woher bekommen Sie die Ideen für Ihre Bücher?

Besser als erfinden, ist: finden. Man muss aufmerksam sein, wach, neugierig. Luftgeborene Bücher taugen selten etwas. Aber wenn man schaut und hört und riecht und liest, dann hält die Welt viele Geschichten und Figuren parat.

4) Wie halten Sie Kontakt zu Ihren Lesern?

Da ich jedes Jahr sehr oft und lange auf Lesereise bin, stellt sich das Gespräch mit den Lesern von selbst her. Da wird man als Autor kritisiert, gelobt und korrigiert. Nicht immer, aber oft sind das freundliche, bereichernde Begegnungen.

5) Wann und was lesen Sie selbst?

Ich bin ein Buchstaben-Junkie geblieben; die Antwort lautet also: Immer und alles.

Neue Rezensionen zu Jan Seghers

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Rezension zu "Menschenfischer" von Jan Seghers

Spannendes Buch rund um eine wahre Begebenheit
Buchwurm05vor 6 Monaten

"Menschenfischer" basiert auf den realen Geschehnissen rund um den Mord an Tristan Brübach im Jahr 1998 in Frankfurt-Höchst. Anders als der reale Fall klärt Jan Seghers seinen Fall aber auf. 

2013: Kommissar Marthaler wird von seinem ehemaligen Kollegen Rudi Ferres nach Frankreich gerufen. Er möchte ihm neue Erkenntnisse im Fall Tobias Brüning, der vor 20 Jahren ermordet wurde, mitteilen. Marthaler fährt hin, obwohl in der Frankfurter Innenstadt gerade ein Anschlag verübt wurde und jeder Mann gebraucht wird. In diesem 1. Teil erfährt der Leser die damals ermittelten Erkenntnisse zum Mord am 13-jährigen Tobias. Das war recht interessant. Ich hatte jedoch ein paar Eingewöhnungsschwierigkeiten, da man auch mit einigen unwichtigen Details konfrontiert wurde. Ab Seite 141 wurde es jedoch spannend. Während Marthaler in Frankfurt neuen Hinweisen nachgeht, verschwinden in der Nähe der Loreley 2 Roma Jungen spurlos....
Jan Seghers hat gut gezeichnete Charaktere geschaffen, die auch ihre Eigenarten haben. Dabei denke ich z.B. an den Pathologen Carlos für den Profiler zur Abteilung Spekulatius gehören. Nach und nach bekommt man das ganze Ausmaß zu spüren, dass der Fall nach sich zieht. Etwas schockiert hat mich das Ganze zurück gelassen. Auch wenn ich mir gedacht habe in welche Richtung es geht. Der Roman ist Marthaler's 6. Fall, den man auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände lesen kann. Von mir ein klare Leseempfehlung.

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meisterlampes avatar

Rezension zu "Menschenfischer" von Jan Seghers

Menschenfischer
meisterlampevor 10 Monaten

Klappentext:
1998: Man hatte dem Jungen die Kehle durchgeschnitten, ein Stück Fleisch aus dem Oberschenkel entnommen, die Hoden abgetrennt. Spielende Kinder entdecken die Leiche. Der Mord an Tobias Brüning löst eine der größten Polizeiaktionen der Nachkriegsgeschichte aus. Obwohl es ein Phantombild gibt, wird der Täter nie gefasst. 
2013: Kommissar Marthaler erreicht aus der französischen Kleinstadt Marseillan der Hilferuf seines alten Kollegen Rudi Ferres. Angeblich sind neue Spuren im Fall Brüning aufgetaucht. Marthaler fährt ans Mittelmeer, um Akten und Fall zu übernehmen. Schon bald gibt es einen neuen Hinweis. Und endlich auch einen Namen. 
Die Spur führt in ein finsteres Tal am Rhein, nicht weit von der Loreley. Dort sind gerade zwei Roma-Jungen spurlos verschwunden. Kommissarin Kizzy Winterstein, selbst eine Romni, befürchtet das Schlimmste. Und tatsächlich findet man die beiden Kinder tot. 
Erst wenig glücklich über die Ermittlungen des Frankfurter Kollegen auf ihrem Gebiet, begreifen Marthaler und Winterstein bald, dass sie am selben Fall arbeiten. Und es mit einer Bande brutaler Menschenhändler zu tun haben.

Meine Meinung:
Kommissar Marthalers sechster Fall ist in 3 Teile aufgeteilt, um die Erzählstränge besser darstellen zu können. Im ersten Teil nimmt sich Robert Marthaler mehr oder weniger freiwillig der Akten seines ehemaligen Kollegen Rudi Ferres an. Dieser war jahrelang dem Mörder des Frankfurter Jungen Tobias Brüning auf der Spur; leider blieb die Suche erfolglos, daran zerbrach seine Familie, seine Ehe, sein Job, alles. Ein letztes Aufbegehren aus Frankreich läßt Marthaler zu Rudi fahren und die Akten übernehmen. Leider hat man es auf ihn abgesehen und ein Anschlag endet "nur" mit einer Verletzung. Im Nachhinein fällt mir auf, dass Robert anfangs über Schmerzen und seine Verletzung klagt, aber im Laufe der Ermittlungen ist dann gar nicht mehr die Rede davon.

Im zweiten Teil entdeckt die Bäuerin Louise Manderscheid in der Nähe ihres rheinland-pfälzischen Hofes zwei Roma-Jungen, die sie bei sich aufnimmt. Als die beiden am nächsten Morgen verschwunden sind, ist ihr das nicht geheuer - die Jungen fand sie irgendwie merkwürdig im Verhalten. Mit Hilfe des befreundeten Friedrich Neubert und seines Hundes findet sie die beiden Jungs - allerdings ganz anders als erwartet. Kizzy Winterstein bekommt den Fall zugeteilt und trifft dort auf Robert Marthaler; die beiden tauschen sich aus und stellen fest, dass sie trotz verschiedener Bundesländer und des großen Zeitabstandes vermutlich den gleichen Täter jagen. Interessant zu lesen, wie sich die einzelnen Puzzleteile zu einem großen Bild fügen, auch wenn keiner der Ermittler ahnt, was sie wirklich aufdecken werden.

Im dritten Teil ermitteln Marthaler und Kizzy Winterstein nun zusammen; am Fall "Tobias", der beiden Roma-Jungen, parallel dazu eine Schießerei im Frankfurter "Wintergarten" - gibt es da Verbindungen? Man glaubt es nicht, welche Art von Personen und Persönlichkeiten hier noch verstrickt sind. Kizzy ist wirklich ein schräger Vogel, optisch und auch durch ihr Verhalten! Warum sie allerdings ihren erwachsenen (!) Kollegen Tauber immer "Täubchen" nennen muß, verstehe ich nicht; das ist doch ein Name für Jugendliche ... Ihn scheint es nicht zu stören, er findet sie wunderbar.

Etwas ungewohnt war es, dass nicht das komplette Team um Marthaler die ganze Zeit dabei war, sondern erst am Schluß. Marthalers eigenwillige Art und seine Reise nach Frankreich hatte ihm schon das Mißfallen der Kollegen eingebracht; letztendlich finden sich doch alle zusammen, um die letzten Stücke zusammenzufügen. Ungewöhnlich fand ich auch, dass Kizzy Winterstein und Elvira, zwei Frauen, die sich gerade erst kennenlernen, sofort per Du sind und sich scheinbar gut verstehen. Und die direkte Nähe zwischen Robert und Kizzy ist mir zu schnell passiert; klingt eher nach einer privaten Annäherung als einer beruflichen. Dafür finde ich Terezas Entscheidung sehr schade, obwohl es sich schon im letzten Band rauskristallisiert hat und es nur noch eine Frage der Zeit war - ich mochte Tereza!

So grausam und brutal das Vergehen an den Jungen und somit das Vorgehen der Täter auch ist, Jan Seghers beschreibt die Taten sachlich, nicht übertrieben oder reisserisch. Ich kenne Bücher, da wird keine Kleinigkeit, kein Detail ausgelassen, immer nochmal auf die Art und Weise der "Verletzungen" hinzuweisen. Das empfinde ich hier nicht so. Die Beamten erwecken nicht den Eindruck, dass sie keine Fährte haben oder komplett im Dunkeln tappen, auch wenn es kompliziert ist; es kommen immer wieder Hinweise, mit denen sich arbeiten läßt - und zum Schluß wird es nochmal richtig spannend!


Leider gibt es immer wieder Personen, die meinen, sie müßten ihre vermeintliche Machtposition ausnutzen, um Schwächere, Benachteiligte damit auszubeuten und für sich selbst noch mehr Ansehen und Gewinn zu erzielen und dafür noch Lob einzukassieren. Und gerade in höheren Positionen ist das wohl gang und gäbe, wie mir scheint...

Für diesen Marthaler-Krimi, der auf realen Geschehnissen aufgebaut ist und diesmal nicht nur in Frankfurt spielt, vergebe ich 4 Sterne.


---
Mir sind Schreibfehler aufgefallen, wie kann man diese an den Verlag zur Korrektur weitergeben?
S.330, Zeile 11  "Weil mir sowohl den vorname als auch dein Nachname gut gefallen ..."  - vorname ist hier klein geschrieben, es müßte groß geschrieben werden: Vorname
S.330, Zeile 14 "Robert Marthaler, wir müssen und beeilen..." -  statt des "und" müßte es "uns" heißen.

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Haverss avatar

Rezension zu "Menschenfischer" von Jan Seghers

Am Puls der Zeit
Haversvor einem Jahr

Robert Marthaler ist zurück. Der Frankfurter Kommissar löst in „Menschenfischer“, dem sechstem Band der Reihe, gleich zwei Fälle. Zum einen geht es um einen ungelösten Mordfall an einem männlichen Jugendlichen, der in das Jahr 1998 zurückdatiert, zum anderen um zwei Roma-Jungen, die verschleppt und in einem stillgelegten Bergwerksstollen unterhalb der Loreley ermordet aufgefunden werden.

Jan Seghers, Pseudonym von Matthias Altenburg, Journalist und Schriftsteller aus Frankfurt, greift hier einen ungelösten Mordfall auf, der Ende der neunziger Jahre im Frankfurter Großraum für Furore sorgt: In Frankfurt-Höchst wird der verstümmelte Leichnam eines Jungen gefunden und trotz Zeugenaussagen und Phantombild verlaufen alle Ermittlungen im Sande. Bis heute ist/sind der/die Täter noch immer nicht gefasst.

Was wäre wenn…? Diese Frage mag sich Seghers gestellt haben, als er den Mordfall Tristan B. seinem aktuellen Kriminalroman mit Kommissar Marthaler als Ausgangspunkt zugrunde legt und eine Geschichte drum herum konstruiert, die so oder so ähnlich tatsächlich passiert sein könnte. An Brisanz gewinnt diese Annahme natürlich auch dadurch, dass sich Vergleiche mit unserer aktuellen bundesrepublikanischen Wirklichkeit aufdrängen, denn an Stelle der beiden Roma-Jungen aus dieser Story könnten das hier und heute auch unbegleitete Flüchtlingskinder sein.

Die Marthaler-Krimis zeichnen sich zwar durchgängig durch ihren Realitätsbezug aus, wirken aber trotz der detaillierten Beschreibungen der Polizeiarbeit nie trocken oder langatmig. Das liegt vor allem daran, dass Seghers seinem Protagonisten immer interessante „Typen“ zur Seite stellt. In diesem Fall sind es neben seinem Freund Carlos (Pathologe mit Hang zur Völlerei und den Lesern bereits aus den Vorgängern bekannt) auch noch ein ehemaliger Kollege, Rudi Ferres, mittlerweile im Ruhestand und ins sonnige Südfrankreich abgewandert, wo er die Tage zwischen Suff und privaten Nachforschungen in dem Mordfall aus 1998 verbringt und Marthaler einen entscheidenden Hinweis liefert. Und dann wäre da noch Kizzy Winterstein, die unkonventionelle Kommissarin aus Wiesbaden mit jüdischen und Roma-Wurzeln, die nach den beiden aktuell verschwundenen Jungen sucht und sich im Laufe der Ermittlungen mit Marthaler zusammenschließt, um die für die Morde Verantwortlichen dingfest zu machen. Eine fruchtbare Zusammenarbeit, die für die Zukunft hoffen lässt.

Spannend wie immer und am Puls der Zeit – sehr empfehlenswert!

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Gespräche aus der Community

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L
Das Buch "Die Akte Rosenherz" von Jan Seghers, gibt es ja auch als Hörbuch. Kennt ihr das? Wenn ja ist es empfehlenswert? Bin in Versuchung es mir zuzulegen ;)))
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