Jan Seghers

 4.1 Sterne bei 640 Bewertungen
Autor von Ein allzu schönes Mädchen, Die Braut im Schnee und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jan Seghers (© by Wonge Bergmann)

Lebenslauf von Jan Seghers

Jan Seghers ist das Pseudonym von Matthias Altenburg und ist inspiriert durch den Tour-de-France Gewinner. Er studierte Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte in Göttingen. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Lektor bevor er selbst sein Talent für das Schreiben entdeckte. Bekannt ist Seghers unter anderem für seine Krimireihe rund um die Ermittlungen von Kommissar Marthaler. Für seine literarischen Leistungen erhielt der Autor mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Offenbacher Literaturpreis.

Alle Bücher von Jan Seghers

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Cover des Buches Ein allzu schönes Mädchen (ISBN: 9783499332784)

Ein allzu schönes Mädchen

 (165)
Erschienen am 01.02.2010
Cover des Buches Die Braut im Schnee (ISBN: 9783499247002)

Die Braut im Schnee

 (130)
Erschienen am 01.10.2007
Cover des Buches Partitur des Todes (ISBN: 9783499245350)

Partitur des Todes

 (113)
Erschienen am 01.08.2009
Cover des Buches Die Akte Rosenherz (ISBN: 9783499246722)

Die Akte Rosenherz

 (94)
Erschienen am 01.09.2011
Cover des Buches Die Sterntaler-Verschwörung (ISBN: 9783499255755)

Die Sterntaler-Verschwörung

 (42)
Erschienen am 24.06.2016
Cover des Buches Menschenfischer (ISBN: 9783499272028)

Menschenfischer

 (28)
Erschienen am 20.08.2019
Cover des Buches Der Tod hat 24 Türchen (ISBN: 9783499248641)

Der Tod hat 24 Türchen

 (31)
Erschienen am 01.11.2008
Cover des Buches Der Solist (ISBN: 9783498058487)

Der Solist

 (0)
Erscheint am 26.01.2021

Interview mit Jan Seghers

Interview mit LovelyBooks im April 2011

1) Wie lange schreiben Sie schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Ihres ersten Buches?

Als Kind war ich oft krank, und weil erst spät ein Fernseher ins Haus kam, war ich darauf angewiesen zu lesen, um mir die Zeit zu vertreiben. Nur, dass bald aus dem Zeitvertreib eine Sucht wurde. Ich las alles, was mir in die Hände kam: die Bibel, Karl May, Mark Twains Huckleberry Finn, Stevensons Schatzinsel, Enid Blyton, gleichzeitig auch schon Sartre, Borchert, Böll, Hesse, viele Comics, Kommissar X und Jerry Cotton. Kraut und Rüben, eine Anleitung gab mir niemand. Es konnte nicht ausbleiben, dass ich irgendwann Spaß daran hatte, selbst meine ersten Schreibversuche zu wagen: schreckliche Gedichte und stümperhafte Geschichten. Gottlob habe ich bis zu meinem dreißigsten Lebensjahr alles weggeworfen. Dann aber war mir, fast unter der Hand, ein kleiner Roman gelungen: "Die Liebe der Menschenfresser", der 1992 erschien.

2) Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Sie selbst?

Bei einem bleibt es nicht in einem intensiven Leseleben. Am wichtigsten waren mir wohl, der Lektüre-Reihenfolge nach: Mark Twain, Robert Louis Stevenson, Albert Camus, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Louis-Ferdinand Céline, James Joyce, Gustave Flaubert, Anton Tschechov, Marcel Proust und immer wieder Hermann Peter Piwitt.

3) Woher bekommen Sie die Ideen für Ihre Bücher?

Besser als erfinden, ist: finden. Man muss aufmerksam sein, wach, neugierig. Luftgeborene Bücher taugen selten etwas. Aber wenn man schaut und hört und riecht und liest, dann hält die Welt viele Geschichten und Figuren parat.

4) Wie halten Sie Kontakt zu Ihren Lesern?

Da ich jedes Jahr sehr oft und lange auf Lesereise bin, stellt sich das Gespräch mit den Lesern von selbst her. Da wird man als Autor kritisiert, gelobt und korrigiert. Nicht immer, aber oft sind das freundliche, bereichernde Begegnungen.

5) Wann und was lesen Sie selbst?

Ich bin ein Buchstaben-Junkie geblieben; die Antwort lautet also: Immer und alles.

Neue Rezensionen zu Jan Seghers

Neu

Rezension zu "Menschenfischer" von Jan Seghers

Keine Verjährung
walli007vor 6 Monaten

Der Mord aus dem Jahr 1998 an dem 13jährigen Tobias Brüning wurde nie aufgeklärt. Der leitende Kommissar Rudi Ferres ist darüber in Rente gegen und nie hat ihn der Fall losgelassen. Immer wieder hat er seine Notizen studiert und nun 15 Jahre später scheint es eine neue Spur zu geben. Er ruft seinen ehemaligen Kollegen Robert Marthaler aus Frankfurt nach Südfrankreich, um    das, was er herausgefunden hat, weiterzugeben. Marthaler verspricht, sich den Fall nochmals vorzunehmen. Zurück in Frankfurt haben allerdings die Untersuchungen zu einem Anschlag auf ein bekanntes Lokal Vorrang. Dies ändert sich erst, als in der Umgebung zwei Kinder als vermisst gemeldet werden.


In seinem sechsten Fall hat Robert Marthaler sich zwar noch nicht mit der Trennung von seiner Langzeitfreundin Tereza abgefunden, doch irgendwie hat er sich arrangiert. Die Fahrt nach Frankreich kommt ihm gerade recht. Zwar kann Marthaler nicht so recht glauben, dass sich nach so langer Zeit etwas Neues ergeben kann, aber einen Versuch ist es alle Mal wert. Doch tatsächlich ergeben sich Ansätze, die nachgeprüft werden können. Hinzu kommt, dass Marthaler in Frankreich angegriffen wird. Handelt es einfach, um einen Überfall auf einen unbedarften Touristen oder hat da etwas jemand etwas dagegen, dass der alte Fall wieder aufgerollt wird.


Wie der Autor hier die verschiedenen Handlungsstränge verknüpft, ist schon eine Klasse für sich. Nichts ahnend befasst man sich mit einem alten Fall, bei dem man kaum noch auf Aufklärung hoffen kann und dann hat man auf einmal ein Konglomerat von Ansätzen, die den Mord damals in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Wie die Dimension der Sache nach und nach offengelegt wird, ist herausragend. Nur hin und wieder werden Zufälle bemüht, die ein wenig bemüht wirken. Doch diese Kleinigkeit hindert einen nicht, in diesem fesselnden Kriminalroman einzutauchen und sich nach der Lektüre noch weitere Gedanken über das brisante Thema zu machen, das der Autor mit seinem Buch behandelt. Im Übrigen fußt der Roman auf einer wahren Begebenheit, bei dieser konnte der Mord bis heute leider nicht aufgeklärt werden.

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Rezension zu "Menschenfischer" von Jan Seghers

Stimmig, komplex, Seghers in Topform
Ignovor einem Jahr

Im Frühjahr 1998 wird im Frankfurter Stadtteil Gallus der 13-jährige Tobias Brüning getötet und grausam verstümmelt. Die Ermittlungen, obwohl langwierig und umfassend, verlaufen im Sand, die Tat kann nicht aufgeklärt werden.
2013 kontaktiert Rudi Ferres, damals Leiter der SoKo »Tunnel« Marthaler und bittet ihn, ihn in Frankreich zu besuchen. Es gebe neue Erkenntnisse im Fall Tobias Brüning. Während die Mordkommission total überlastet ist, weil es im Vorfeld eines Besuches Barack Obamas zu einem Anschlag auf ein Restaurant gekommen ist, reist Marthaler dem alten Fall hinterher.
Als im Grenzgebiet zwischen Rheinland Pfalz und Hessen wenig später die Leichen zweier ebenfalls grausam verstümmelter Jungen gefunden werden, nimmt der alte Fall wieder Fahrt auf.

Menschenfischer erschien 2017 als sechster und aktuell jüngster Band in Jan Seghers Reihe Kommissar Marthaler ermittelt. Das Buch umfasst 432 Seiten und wird bei Rowohlt unter dem Imprint Kindler verlegt.

Die Geschichte spielt im Jahr 2013, zwischen dieser und der des vorhergehenden Bandes liegen also etwa fünf Jahre. Im ersten Teil nehmen Rückblenden auf den Mordfall Tobias Brüning in 1998 einen erheblichen Raum ein. Der Fall ist stark angelehnt an den Mordfall Tristan Brübach, der damals weit über Frankfurt hinaus Aufsehen erregte und bis heute ungeklärt ist. Die Geschichte, die Seghers darauf aufbaut, ist allerdings wie gewohnt fiktiv.

In der Rahmengeschichte hat sich in den fünf Jahren wenig getan. Marthaler ist weiterhin mit Tereza zusammen, die aber noch einen Partner in Prag hat. Mit diesem erwartet sie nun ein Kind, weshalb sie ihn nun heiraten will und die Beziehung mit Marthaler beendet. Der stürzt sich, wie gewohnt, in die Arbeit. Hier ist er weiterhin Leiter der zweiten Mordkommission, hauptsächlich aber einziger Mitarbeiter der Cold-Case-Unit, wodurch die restlichen Mitarbeiter auch in diesem Buch eher Nebenrollen spielen. Sabato ist zwar noch recht präsent und im Rahmen der Ermittlungen zu den zwei aktuellen Fällen wird auch die MK1 wieder tätig, daneben aber auch Ermittler aus Wiesbaden und St. Goarshausen, so dass für die früheren Hauptcharaktere weit weniger Raum bleibt. Das ist ein bisschen schade, aber gerade mit Rudi Ferres, dem früheren SoKo-Leiter, und Kizzy Winterstein vom Polizeipräsidium Wiesbaden füllt Seghers diese Lücke mit sehr sympathischen Charakteren.

Und auch der Fall ist Seghers wieder sehr rund gelungen, obwohl er wirklich umfangreich ist. Ein bisschen schade fand ich, dass ihm am Ende gefühlt ein wenig die Seiten ausgingen. Nachdem die Fälle bis über die Mitte des Buches hinaus wirklich sehr detailreich und liebevoll aufgebaut werden, entwickelt sich die Geschichte danach doch eher zum Spurt – gerade am Ende. Da hätten ein paar Seiten mehr nicht geschadet. Allerdings geht nichts relevantes verloren; die Geschichte bleibt stimmig und nachvollziehbar, es geht halt einfach nur ein bisschen schnell. Mit hineinspielen mag da, dass Seghers, bis die Fälle fertig aufgebaut sind, drei Handlungsstränge und dazu die Rückblende führen muss, das nimmt natürlich Platz.

Trotzdem ist Menschenfischer, gerade wegen des komplexen Fallgebildes, wieder ein toller Hessenkrimi, dem eine erhebliche Recherchearbeit zugrunde liegt. Auch deshalb kann ich ihn nur empfehlen und freue mich auf weitere Bände in der Reihe.

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Rezension zu "Die Akte Rosenherz" von Jan Seghers

Marthaler auf den Spuren von Helga Matura
Ignovor einem Jahr

Frankfurt im Jahr 1966. In ihrer Wohnung wird die Edelprostituierte Karin Rosenherz brutal abgeschlachtet aufgefunden. Das Verbrechen macht Schlagzeilen, nur neun Jahre stand Frankfurt mit durch den Mord an Rosemarie Nitribitt im Rampenlicht. Und ebenso wie im Fall Nitribitt kann kein Mörder überführt werden.
2005 wird Kommissar Marthaler auf den Fall aufmerksam gemacht. Ein Kunstraub, bei dem Tereza schwer verletzt wird, scheint im Zusammenhang mit dem Fall Rosenherz zu stehen. Marthaler macht sich daran, mit der Vergangenheit aufzuräumen.

Die Akte Rosenherz erscheint seit 2010 bei Rowohlt und umfasst 480 Seiten. Das Buch ist der vierte Band in Seghers Reihe Kommissar Marthaler ermittelt.

Marthalers vierter Fall spielt zeitlich etwa 4 Monate nach Partitur des Todes, also im Jahr 2005. Tereza ist schwanger, Marthaler hat daher die neugegründete Cold-Case-Unit der Frankfurter Mordkommission übernommen, um mehr Zeit für Tereza und in Zukunft ihr Kind zu haben. Als Tereza ein Gemälde des Städels überstellen soll, wird der Transport überfallen und sie angeschossen und schwer verletzt. Durch Arne Grüter, den Chefreporter des City-Express‘, wird Marthaler auf eine Verbindung mit dem lange zurückliegenden Mord an Karin Rosenherz gebracht. Widerwillig lässt er sich auf einen Handel mit Grüter ein.

Als die junge Journalistenschülerin Anna Buchwald auf die Wiederaufnahme der Ermittlungen im Fall Rosenherz aufmerksam wird, fährt sie kurzerhand nach Frankfurt, um sich an die Ermittler zu hängen. Für ihre Aufnahme an der Journalistenschule hat sie ein vielgelobtes Dossier über den Fall geschrieben und nie mit ihm abgeschlossen. Da das einzige verbliebene Exemplar der Rosenherz-Akte in Annas Händen ist, sieht sich Marthaler gezwungen, mit ihr zusammen zu arbeiten.

Als historische Vorlage dient Seghers der Fall Helga Matura, aus der er Karin Rosenherz gemacht hat. Verweise zum Fall Rosemarie Nitribitt, dem anderen großen Prostituiertenmord in Frankfurt, finden sich ebenfalls im Buch. Die historischen Hintergründe zum Fall Matura sind zwar korrekt, die Geschichte, die Seghers um den Mord konstruiert, ist aber Fiktion.

Die Akte Rosenherz ist in einiger Hinsicht anders als die bisherigen Fälle Marthalers. Sein Team von der MK1 kommt weitgehend nicht vor und wird auch nicht weiterentwickelt, da Marthaler durch den Wechsel in die Cold-Case-Unit sowieso nicht mehr an aktuellen Fällen arbeiten soll und seine Ermittlungen in diesem speziellen Fall weitgehend an den Behörden vorbei stattfinden. Verantwortlich dafür ist auch, dass er mit Arne Grüter kooperiert, was mir tatsächlich schwer zu glauben fiel. Die Geschichte der beiden ist so stark von Ablehnung geprägt und Grüter hat Marthaler in der Vergangenheit mehr als ein Mal übel mitgespielt. Dass Grüter ihn für eine Story ansprechen würde, wenn er ihn braucht, das würde ich nie bestreiten. Dass Marthaler sich aber darauf einlässt, das wollte mir wirklich nicht ganz in den Kopf.

Demzufolge finde ich es auch etwas schade, dass Seghers seine Medienkritik hier etwas abgeschwächt hat. Grüter, der bisher das Inbild unethischen Journalismusses war, wird ein gutes Stück reingewaschen und sympathisch gemacht. Das passiert in der Realität leider auch zu oft, wie das große Tagesblatt mit den vier Buchstaben immer wieder beweist, und dass es funktioniert, finde ich grundlegend falsch. Daher bin ich nicht allzu glücklich, wenn es in der Literatur auch noch gespiegelt wird.

Abseits dieser Kritik bleibt Die Akte Rosenherz aber ein spannender Hessenkrimi. Der Fall ist dieses Mal nicht so lange undurchsichtig, wie es in den vergangenen Bänden der Fall war. Trotzdem ist er spannend aufgebaut und durch die Vorlage auch mit einigen Fakten gespickt, über die man sonst wohl eher selten stolpert. Mit der Figur Anna Buchwald führt Seghers einen neuen Charakter ein, sie wird in Die Sterntaler-Verschwörung wieder eine Rolle spielen. Auch Hans-Dieter Herrmann, der geschasste Ex-Leiter der Mordkommissionen hat wieder eine Rolle.

Die Leseempfehlung bleibt, wie bei allen Marthaler-Bänden. Jan Seghers schreibt tolle Hessenkrimis, da steht auch Die Akte Rosenherz in nichts nach. Meine Kritikpunkte verbuche ich eher unter Geschmackssache.

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Gespräche aus der Community

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L
Das Buch "Die Akte Rosenherz" von Jan Seghers, gibt es ja auch als Hörbuch. Kennt ihr das? Wenn ja ist es empfehlenswert? Bin in Versuchung es mir zuzulegen ;)))
1 Beiträge
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