Jan Wagner Der verschlossene Raum

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Inhaltsangabe zu „Der verschlossene Raum“ von Jan Wagner

Wüsste man nichts von Jan Wagners lyrischem Werk, man würde überhaupt nur noch Essays von ihm lesen wollen. Ob er über Bibliotheken, Buchhandlungen, Lyrik oder Kunst schreibt, ob er literarische Postkarten aus Rom oder Los Angeles sendet oder die Epiphanie eines Rosmarins im schwäbischen Garten feiert – man glaubt diesem charmanten Geschichtenerzähler alles. Es bleibt kaum Zeit, die rhetorische Fingerfertigkeit zu bewundern, mit der da zwischen souveräner Gelehrsamkeit unerwartet die nächste Anekdote aus dem Ärmel gezogen wird, und man kann nicht anders als staunen über die Trouvaillen, die Jan Wagner von seinen Entdeckungsreisen quer durch Epochen und Kontinente mitbringt.
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  • Ein Dichter über das Dichten

    Der verschlossene Raum
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    02. May 2017 um 15:15

    Ein Dichter über das DichtenEs ist keine Lyrik, die der Poet Jan Wagner mit seinem neuen Werk vorlegt, sondern eine Sammlung von Essays, Kurzgeschichten. Dennoch und unverkennbare, der filigrane Umgang mit der Sprache und der ebenso erkennbare, poetische Fluss der vielfachen und von mehreren Seiten her je das Dichten in den Blick nehmen verweist auf den poetischen Hintergrund des Autors.„Das Gedicht ist ein Raum, der aus flüchtigen Materialien erbaut ist, aus bloßen Lauten nämlich, und der doch stabil wirkt und zu überdauern vermag“.Weil eben die Sprache des Gedichtes „gebunden ist, hochkonzentriert und vor allem memorierbar, einprägsam, unvergesslich“.Wenn Wagener dann das Gedicht noch mit einem „Sprachkämmerchen“ vergleicht, dann ist klar, dass hier einer schreibt, dem das Dichten im Blut, die Lyrik auch Leidenschaft ist.Aber auch neben den expliziten Texten über das Wesen, die Gestalt von Gedichten und das dem Leser vor Augen führen, „wie man dichtet“, auch Erfahrungen, kleine Erlebnisse werden von Wagner verarbeitet und sprachlich wunderbar, teils wie Sentenzen, vorgelegt.„Man muss die Momente der Heiterkeit eben nutzen, geht doch alles so schnell und wenig erquicklich vorbei, und ehe wir´s uns versehen, irren wir selbst nur noch als Stimme durch den Raum der Nachgeborenen“.So schaut und sinniert Wagner den Dingen zunächst einmal nach, bevor er sich an Erklärungen hier und da versucht. Bietet Postkarten (die ziemlich eng beschrieben gewesen sein müssen, nimmt man die Texte im Buch eins zu eins als damalige Postkartensendung.Und fügt in solche „Reisegrüße“ gerne auch Dante mit ein, wenn er auf ein Kaufhaus verweist, das einmal „bessere Tage gesehen haben könnte, aber nicht muss“.Oder, wenn er im titelgebenden Essay die Poesie als „verschlossenen Raum“ dem Hörer erschließt und dabei zunächst die Parallelen zum Kriminalroman luzid aufzeigt, die semantische Nähe von „Lösung und Erlösung“ in den Raum wirft, und in Edgar Allen Poe das zentrale, verbindende Element beider Gattungen anführt, einer der Mitbegründer der modernen Lyrik.Munter sprudelt es nur so heraus aus Jan Wagner. Das Nachdenken über Gedichte, die Hinweise auf eigene, prägende Erfahrungen, Postkarten aus Rom oder Neukölln und dass es, vielleicht ganz allgemein, oft nur „eine Tür herein, viele aber heraus“ gibt.Sprachlich wunderbar zu lesen, bildkräftig und im steten Fluss, lässt man sich als Leser gerne ein auf dieses „unpopulärste Genre“ der Literatur, dass doch Werke hervorgebracht hat, die über Jahrhunderte inzwischen erinnert, teils immer noch rezitiert werden,

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