Jan Walther

 4,8 Sterne bei 10 Bewertungen

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Cover des Buches Im Zimmer wird es still (ISBN: 9783867871846)

Im Zimmer wird es still

(10)
Erschienen am 01.10.2011

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Cover des Buches Im Zimmer wird es still (ISBN: 9783867871846)
J

Rezension zu "Im Zimmer wird es still" von Jan Walther

Julius86
Ein leises Buch das bleibt

Im Zimmer wird es still berührt durch seine Ruhe und seine Genauigkeit. Jan Walther erzählt mit großer Zartheit von Nähe, Abschied und den Momenten, in denen Worte fehlen. Nichts wirkt überhöht oder erklärt, alles darf stehen und nachwirken.

Gerade diese Zurückhaltung verleiht dem Buch seine Tiefe. Es schenkt den kleinen Gesten und stillen Gefühlen Raum und entfaltet dabei eine große emotionale Kraft. Ein Buch, das nicht laut sein muss, um tief zu treffen und das man lange in sich trägt.

Cover des Buches Im Zimmer wird es still (ISBN: 9783867871846)
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Rezension zu "Im Zimmer wird es still" von Jan Walther

Little_Kunoichi
Ein außergewöhnliches Kleinod voller Klarheit und Essenz.

Es gibt Bücher, die nehmen einen sofort gefangen. Sie verströmen eine Aura, der man sich nicht entziehen kann. Jana Walthers Roman ist eines dieser Bücher. Schon rein optisch ist dieses Werk herausragend. Selten schafft es ein Cover die Stimmung einer Geschichte derart präzise und feinfühlig zu visualisieren. Ein großes Kompliment an den Bruno Gmünder Verlag.

“Im Zimmer …” ist ein zartes, intensives Stück Literatur über die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Metaphysik der Liebe; über Achtsamkeit und Respekt; über die Stürme und Flauten des Miteinanders; über persönliche Grenzen; Herausforderungen, und die Möglichkeit an ihnen zu wachsen.

Es ist eine Geschichte über das Sterben, aber viel mehr noch ist es eine Geschichte über das Wachsen und Reifen. Die Autorin zeigt uns den Herbst. Die winterliche Tristesse ist bereits greifbar. Das Ersterben unausweichlich. Und doch ist es genau diese Jahreszeit, die uns so reich beschenkt. Von der Blüte bis zur Ernte ist es ein langer Weg. Die pralle reife Frucht ist das letzte Stadium des Wachstums. Sie bezieht ihre Kraft aus den Wurzeln eines Baumes, der in ihr zu seiner Vollendung findet.

“Im Zimmer …” ist ein leises unaufgeregtes Buch. Ein Buch über die Alltäglichkeiten die uns formen, oder auch aus der Form bringen. Ein Aufdecken dessen, was aus Beziehungen erwachsen kann – mit der ganzen Wucht der Zweifelhaftigkeit.

Jana Walther konfrontiert ihre Protagonisten mit einer Diagnose die sie aus dem prallen Leben herauskatapultiert, hinein in einen Mikrokosmos des Stillstands. Eine Welt die sich nicht artikulieren lässt. Und so lebt dieses Buch auch nicht von den Dialogen, sondern von der ungeheuren Intensität der Szenen und Bilder. Die Autorin vermeidet jede Effekthascherei. Nichts wird überhöht, verklärt oder dramatisiert. Es sind nicht die überladenen Liebesschwüre, die die Messlatte für die Gefühle legen, sondern der äußerst feinsinnige und exakt beobachtende Blick einer Schriftstellerin, die die Kunst der Verdichtung beherrscht.

Andreas und Peter, zwei Menschen die mit der plötzlich aufgezwungenen Bürde der Passivität zurechtkommen müssen. Sie befinden sich in einem Schwebezustand des Unausgesprochenen. Die Stille, die einst Zeugnis für den Gleichklang war, hat sich zu einer Mauer des Schweigens entwickelt. “Im Zimmer …” erzählt auf wunderbare Weise davon, welch unglaublicher Anstrengung es bedarf diese Mauer zu überwinden. Eine Mauer die alles in Frage stellt. Die Prioritäten radikal verändert. Die einen dazu zwingt sich an die Routine des Alltags zu klammern, um den Alltag zu überstehen.

Jana Walther webt ein sehr feines und komplexes Beziehungsgeflecht. Jeder der beiden Erzähler hat sich in seiner eigenen Welt verschanzt um den Partner zu schonen. Die Gegenwart erscheint nicht greifbar und so tanzt die Fiebrigkeit des Sehnens mit der Fiktion und umarmt die Erinnerung.

“Im Zimmer …”  ist ein tieftrauriges Buch über eine elementare menschliche Erfahrung. Ein Erleben das in unserer heutigen Gesellschaft gerne ausgeklammert und institutionalisiert wird. Dabei kommen wir gerade im Betrachten des Sterbens auf das, was unser Leben so außergewöhnlich macht – die Liebe. Wenn es um den Tod geht, dann geht es immer auch um das Leben. Um das Leben in seiner Ganzheit. Um Dankbarkeit und Wertschätzung. Und so lang und schmerzhaft dieser Weg auch ist, am Ende steht ein neuer Zugang zum Leben. Es ist ein großer Verdienst der Autorin, dass sie Momente artikuliert die wir sonst kaum wahrnehmen. Sie schenkt sie uns, indem sie sie benennt.

Jana Walther stößt den Leser in einen tiefen Abgrund, doch sie lässt ihn nicht dort liegen. Sie hüllt ihn in eine wärmende Decke aus Worten und Gedanken. Und so ist auch der zutiefst berührende Schluss dieser Geschichte letztendlich wunderschön.

Ein außergewöhnliches Kleinod voller Klarheit und Essenz. Ein Herzensbuch!

Cover des Buches Im Zimmer wird es still (ISBN: 9783867871846)

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Ein LovelyBooks-Nutzer
Abschied

Peter ist todkrank, er wird sterben. An dieser Gewissheit müssen sich Peter und Andreas festhalten, obwohl sie keinen Halt bietet, ganz im Gegenteil. Sie steht zwischen ihnen, gewaltig, mächtig und sie saugt, so scheint es, alle Worte auf. Wir erleben Peter und Andreas in ihrem Alltag, gefangen in der Gleichzeitigkeit von Liebe und Hilflosigkeit. Ohne Pathos oder Melodramatik vermittelt die Autorin mit ihrer klaren Schreibweise eine Realität, die in ihrer stillen Eindringlichkeit zutiefst berührt. 

Wir erleben Andreas, der seinen kranken Partner pflegt und es doch nicht so tun kann, wie er meint es müsse getan werden. Wie Angst ihn hemmt, wie Einsamkeit ihn überfordert und an seinen Kräften zehrt. 

Wir erleben Peter, der so unglaublich tapfer mit seiner Krankheit und seinen Schmerzen umgeht. Und der dennoch zu glauben scheint, die Rechte des Lebenden bereits verloren zu haben. Er schweigt und nimmt das, was er bekommen kann. 

Wir erleben, dass Liebe nicht das Allheilmittel für alles ist, dass sie nicht über alle Unzulänglichkeiten hinweghilft. Und doch ist es die Liebe, die alles zusammenhält. Peter und Andreas erinnern sich an früher. Jeder für sich. Der Leser erfährt von ihrem Kennenlernen und auch schon damals ihrer Schwierigkeit, offen miteinander zu reden. Und dennoch, sie zeigen das, was eine wahre Partnerschaft ausmacht. Sie kümmern sich umeinander. Uns wird keine Schönwetter-Liebe gezeigt, die keinem Sturm standhält, sondern eine Liebe, die nicht zu Ende ist, wenn die Romantik geht. 

Ich habe diese Buchbesprechung lange hinausgezögert und auch jetzt ist es mir schwer gefallen, die richtigen Worte zu finden. Es ist ein Buch, das mich sehr bewegt hat, das im Grunde genommen traurig ist, das mich aber trotzdem getröstet hat und mich nicht melancholisch zurücklässt. So ist das Leben, könnte man es zusammenfassen. Ein großartiges Buch.

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