Jan Weiler Drachensaat

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Inhaltsangabe zu „Drachensaat“ von Jan Weiler

Postbote. Busfahrer. Rentner. Sachbearbeiterin. Architekt. Fünf Menschen, in deren Leben irgendwann mal was richtig schiefgegangen ist. Fünf ganz normale Verrückte und ihr ehrgeiziger Arzt. Dem die Behandlung langsam aus dem Ruder läuft. Bis die fünf eines Tages ausbrechen und sich an der Gesellschaft rächen ...

7/10

— Dealer666
Dealer666

Ich durfte Jan Weiler schon kennen lernen! Sagenhaft genial! Lieblingsbuch-Niveau!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Jan Weiler ganz anders

    Drachensaat
    Ingrid-Konrad

    Ingrid-Konrad

    29. April 2015 um 12:13

    Wie immer gut geschrieben, keine Frage. Es gibt eine echte Handlung mit Anspruch und Sozialkritik. Auch das ist gut. Trotzdem habe ich etwas vermisst. Hätte das Buch jemand anderes geschrieben, hätte ich es cool gefunden und mit Top bewertet. Aber da dieses Buch von Jan Weiler ist, habe ich seinen vertrauten Humor vermisst. Ich weiß, ich will ihn in eine Schublade stecken. Aber diese seine besondere Gabe macht die Geschichten einfach so viel schöner. Wie wenn an einem Regentag die Wolken aufreißen, und die Sonne die Welt mit Wärme flutet. Bitte, bitte wieder Humorfluten, lieber Jan Weiler. Ich bin Junkie und schrecklich süchtig!

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    BadPageTurner

    BadPageTurner

    13. November 2012 um 22:20

    Heftig! Ein ganz anderer Weiler, zwar mit kurzem Verweis auf Antonio, sonst sehr heftig und spannend bis zum Schluss.

  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    thursdaynext

    thursdaynext

    24. May 2012 um 14:07

    Notleidende Nonkonformisten Drachensaat ist eine anfangs überraschend perfide Gesellschafts - und Systemkritik mit bedauernswert witzigen Figuren jenseits der Gesellschaft. Kommt am schwachen Ende aber nicht weit über bloße Unterhaltung hinaus. Jan Weiler setzt den Roman stilistisch gekonnt in Szene und führt den Leser in die Irre und unter "Irre", deren Verhalten nachvollziehbar und sympatisch beschrieben wird. Besonders der disskussionswütige Ünal Yilmaz mit seiner erlesenen Ausdrucksweise und dem fehlgeleitet, überzogenen Gerichtigkeitsdenken sorgte bei mir für Amüsement. Eineinhalb Sterne Abzug gibt es leider für das letzte Romandrittel. Die Medien werden zwar sehr gekonnt karikiert, doch irgendwann entnervt der zweite, oder dritte Bericht aus der Bildzeitung oder Spiegel Online, und die TV Schelte.Die traurige Wahrheit über unsere Mediengesellschaft schmerzt mehr als sie unterhält. (TAZ kann der Autor übrigens nicht!) Nachtrag : Das beste gefundene Wort war : Inkompetenzkompensationskompetenz ;)

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    stephi

    stephi

    06. December 2011 um 14:54

    Endlich wieder ein Buch, das nicht so vorhersehbar ist wie 90 Prozent von dem, was sonst so auf dem Markt ist. Auf den ersten Blick scheinbar groteske Charaktere mit ungewöhnlichen Geschichten, bei denen schnell klar wird, dass sie einfach nur verdammt recht haben. Herrlich, wie Weiler die Medien aufs Korn nimmt. Ein unterhaltsamer, ungewöhnlicher Roman mit mehr als einem Funken Wahrheit.

  • Frage zu "Schwarze Schwestern" von Chika Unigwe

    Schwarze Schwestern
    Mandel

    Mandel

    "Schwarze Schwestern" von Chika Unigwe ist ein bewegendes Buch, dass von vier Niagerianerinnen berichtet, die ihr Heimatland Afrika verlassen haben, um ein besseres, ein neues Leben zu beginnen. Schlimme Schicksale liegen hinter ihnen und nun prostituieren sie sich, nur um es irgendwann besser zu haben. Kennt Ihr ebenfalls solch ein bewegendes Buch? Mit Schicksalen, die einem tief im Herzen berühren oder schockieren? Bücher, die man unbedingt gelesen haben sollte?

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    laurana

    laurana

    22. April 2011 um 22:24

    das hatte was- bis zum schluss fragt man sich, wer hier eigentlich wirklich "verrückt" ist und wer "normal"
    eine interessante story und erstaunliche charaktere!

  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    Alienor

    Alienor

    Einfach herrlich! Viele mögen diese Art von Humor zu krass finden, mir hat es sehr gut gefallen. Bernhard Schade, ein ehemals erfolgreicher Architekt, hat sich sein Leben ganz schön versaut: Sein einziger Sohn leidet an Trisomie 21, womit er nicht klarkommt. Nachdem er den Jungen an seinem 18. Geburtstag aus Rache in den Puff führt trennt sich seine Frau von ihm und zerstört sein Leben, er verliert seinen Job und der eigene Sohn springt vom Dach eines Hochhauses, irregeführt von einer harmlos gemeinten Bemerkung Schades über Engel. Er beschließt, selbst seinem Leben ein Ende zu setzen und tut dies während der Bayreuther Festspiele, bedroht unmittelbar vor seinem Selbstmordversuch noch mehr oder weniger aus Versehen einen hochrangigen Minister, weswegen er im Folgenden als versuchter Attentäter gehandelt wird. Der mysteriöse Doktor Zens gibt ihm die Chance auf eine neuartige Therapie-gemeinsam mit der Radio-im-Kopf-hörenden und Essen-aus-der-Luft-essenden Rita, dem prozesswütigen Gerechtigkeitsfanatiker und Busentführer Ünal, dem übermäßig ängstlichen Briefträger Arnold, der Tonnen von Briefen bei sich zu Hause gelagert hat und dem total desinteressierten Benno, der neun Jahre lang mit der Leiche der eigenen Mutter in seinem Haus gelebt hat sollen sie im Hause Unruh zurück in die Gesellschaft finden. Zens sieht in seinen Kandidaten die Opfer einer von ihm neu entdeckten Zivilisationskrankheit, dem Zens-Syndrom. Seine Therapie: Der große Handlungsexzess. Die Teilnehmer, die sich von ihren Mitmenschen unverstanden und ignoriert fühlen, sollen Gelegenheit erhalten, sich endlich der Gesellschaft mitzuteilen. Natürlich nur rein theoretisch. Doch wie vorauszusehen war kommt alles anders und das Experiment gerät außer Kontrolle... Das Buch ist in drei große Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Teil schildert Bernhard aus eigener Sicht sein Leben, seine Ankunft im Hause Unruh und die schrägen Lebensgeschichten seiner Mitinsassen bis hin zur gemeinsamen Planung des Handlungsexzesses. Im zweiten Teil beschreibt der Starbanker Dr. Martin Barghausen, der unfreiwillig zum Mittelpunkt der Gruppe wird, seine Zeit mit der "Drachensaat", wie sich die fünf fortan nennen. Im letzten Teil wird die Geschichte von diversen fiktiven Pressemeldungen abgerundet, die auch über den Ausgang berichten. Bei allem gebotenen Ernst im Umgang mit Themen wie psychische Erkrankungen, Kapitalismus und Verrohung der Medien-Weiler zieht hier alles gnadenlos durch den Kaokao und schreckt vor keiner politischen Unkorrektheit zurück. Ob es nun die fast hassartigen Gefühle Bernhards seinem behinderten Sohn gegenüber sind oder der schwule Türke Ümil, der ganz deutscher Pedant ist-keine Klischee ist hier mehr sicher. Ganz besonders gefallen hat mir die Karikatur der Medienlandschaft mit den fiktiven Pressemeldungen am Ende des Buches. Dabei besitzt die "Drachensaat" einen durchaus ernsten Hintergrund und das Ende stimmt nachdenklich. An manchen Tagen hilft einem jedoch nur noch ein resigniertes, zynisches Lachen, um über die Missstände in unserer Welt hinwegzukommen. Das hier ist ein Buch für genau diese Stunden!

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    Archibald Pynchon-Light

    Archibald Pynchon-Light

    31. December 2010 um 11:30

    Ein Architekt, der versucht hat, sich während einer Wagner-Aufführung in Bayreuth zu erschießen und fortan als politischer Attentäter gilt, weil sich der Innenminister im Publikum befand. Ein Busfahrer, der seinen Linienbus mit 41 Fahrgästen entführt hat und immer weiter gefahren ist, bis ihm das Benzin ausging. Ein Briefträger, der 3,4 Tonnen Post unterschlagen hat, um sie in seiner Wohnung zu archivieren. Ein Mann, der neun Jahre mit der Leiche seiner Mutter zusammengelebt hat. Eine Frau, die im Internet für ihre Fettleibigkeit berühmt geworden ist und plötzlich entdeckt hat, dass sie in ihrem Kopf Radiofrequenzen empfangen – und essen kann. Diese exzentrische Truppe lädt der Therapeut Dr. Zens in sein Sanatorium Haus Unruh im Schwarzwald, um sie von einer neuen Zivilisationskrankheit zu heilen, die er entdeckt und nach sich selbst benannt hat. Die ersten Therapiemaßnahmen sind noch verhältnismäßig harmlos und beziehen sich auf die jeweiligen Probleme der Patienten. Doch schon als nächstes sieht Dr. Zens vor, den berüchtigten Bankmanager Dr. Martin Barghausen zu entführen und ihn in einer TV-Sendung wegen der wachsenden sozialen Ungerechtigkeit zur Rede zu stellen. Die Ausstrahlung wird bei einem Privatsender erzwungen - gegen äußerst geringen Widerstand – und erzielt traumhafte Einschaltquoten. Barghausen schildert seine Sicht der Zustände im Land und entpuppt sich nicht als der skrupelose Manager, den alle erwartet haben. Dieses Buch hat sich sehr für die Umsetzung als Hörspiel geeignet und es wurde aus dem Vollen schöpft. Die Sprecher sind ausnahmslos hervorragend, selbst kleinste Nebenrollen wurden ausgezeichnet besetzt: Der herrlich hilflose Polizeisprecher, der sich bemüht, hochdeutsch zu reden, die gespielte Betroffenheit der Nachrichtensprecher, die Merkel-Imitatorin, der Single-Hit a la Stefan Raab usw. Dazu gibt es schöne akustische Gimmicks, wie Jingles und ironische Musikeinspielungen. Im letzten Teil der Geschichte wird ein Sammelsurium aus Onlineartikeln, Fernsehsendungen und Zeitungsberichten von BILD, Bunte bis Cosmopolitan eingespielt und Weiler trifft den Tonfall des jeweiligen Mediums punktgenau und brüllend komisch. Er zeigt aber auch, wie ein ernsthaftes Anliegen in einer medialisierten Welt der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Und zwar – im Gegensatz zur Realität - sehr kurzweilig und extrem unterhaltsam.

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    Jari

    Jari

    13. October 2010 um 15:22

    Inhalt: Ein Architekt, der angeblich ein Attentat geplant hat, obwohl er sich nur das Leben nehmen wollte. Eine Frau, die sich von Luft ernährt. Ein Busfahrer, der einen Bus mitsamt Fahrgästen entführt. Ein Postbote, der Angst hat, Briefe zuzustellen. Ein Mann, der neun Jahre lang mit seiner toten Mutter gelebt hat. Diese fünf Menschen verschlägt es in das Haus Unruh, auf Geheiss von Herrn Doktor Zens hin. Der Arzt untersucht angeblich eine neue Zivilisationskrankheit: Das Zens-Syndrom. Diese fünf Personen leiden demnach an eben dieser Krankheit. Und um diese zu heilen sind sie nun im Haus Unruh. Noch sind sie alle Aussenseiter unserer Gesellschaft, Verlierer auf ganzer Linie. Von niemandem gebraucht, aus dem Kreis herausgefallen. Doch irgendwann beschliesst die "Drachensaat", wie Zens seine Patienten nennt, sich wieder in den Kreis hineinzumanövrieren. Sie wollen eine neue Gesellschaft aufbauen, die auf gegenseitigem Respekt und Höflichkeit beruht. Aber wie erreicht man ein ganzes Land, vor allem, wenn es so gross ist wie Deutschland? Ganz einfach: Man muss ins Fernsehen. Damit das auch klappt, schmieden die Fünf einen waghalsigen Plan, der nicht nur ihr Leben gründlich auf den Kopf stellen wird. Meine Meinung: Mit "Drachensaat" hat Jan Weiler einen unterhaltsamen aber dennoch kritischen Roman verfasst. Im Zentrum stehen die Verlierer unserer Gesellschaft. Alle fünf Personen haben ihre eigene Geschichte zu erzählen und ihre eigenen Gründe, weshalb sie so sind, wie sie sind. Dabei heraus kommt ein durchwegs sympatischer Haufen Verrückter, die man als Leser sofort ins Herz schliesst. Die in diesem Buch agierenden Charaktere sind derart einzigartig, dass man einfach nicht anders kann, als sie und ihre seltsamen Schrullen zu mögen. Weiler erzählt flüssig und obwohl das Ganze eigentlich eine gesellschaftliche Tragödie ist, liest sich das Buch wunderbar leicht und unterhaltsam, sodass das Buch beinahe schon eine tragische Komödie ist. Interessant ist, dass das Buch, das in drei Teile aufgeteilt ist, auch in drei unterschiedlichen Sprachstilen geschrieben ist. Der erste Teil des Buches ist aus der Sicht von Bernhard Schade erzählt, der zweite Teil ist ein verfasstes Protokoll und der letzte Teil befasst sich mit unterschiedlichen Zeitungsartikeln und Fernsehsendungen zum Thema "Drachensaat". Somit beweist Autor Weiler ein unglaubliches Talent, sich in die sprachlichen Feinheiten seiner Charaktere einzufühlen und diese so dem Leser nahe zu bringen. Man kann das Buch als einfachen Roman lesen, jedoch bietet es sehr viel Diskussions- sowie Denkstoff, behandelt es doch nicht nur unser heutiges Leben, sondern auch die Wirtschaft und die Gesellschaft, die wir aufgebaut haben. Es werden Fragen aufgeworfen und nicht beantwortet. Denn wer weiss schon, wie eine perfekte Gesellschaft aussieht? Und wer weiss schon, wie man diese perfekte Gesellschaft aufbauen soll... Fazit: Ein wahnsinnig tolles Buch, das zwar etwas wenig Spannung aufweist, jedoch von der ersten bis zur letzten Seite packend ist, Fragen stellt und uns unterhält. Für Gesellschaftskritiker ebenso geeignet, wie für jene, die einfach mal etwas Ruhiges und Lustiges lesen wollen. Für Denker empfehlenswert ebenso für eine Sonntagnachmittagslektüre.

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. September 2010 um 17:45

    Abgebrochen

  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    Kirsten1896

    Kirsten1896

    08. September 2010 um 17:01

    5 menschen, die alle am rande der gesellschaft stehen ziehen in ein haus, abgeschnitten von der außenwelt, um von dr. zens geheilt zu werden und dabei nicht merken (können) was eigentlich mit ihnen geplant ist. ich war überrascht von dem stil dieses buches, denn ich hatte etwas in der art wie "maria ihm schmeckts nicht" erwartet. Doch auch "dieser jan weiler" hat mir sehr gut gefallen, die liebevolle beschreibung der einzelnen charaktere genau so wie die verschiedenen sichtweisen der erzählenden personen.

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    jedigirl

    jedigirl

    01. August 2010 um 09:55

    Ein Roman, der mit einer Beschreibung eines Selbstmordversuch beginnt ist sicherlich keine leichte Kost. Fünf Menschen finden sich zu einer Therapie im Sanatorium des ominösen Doktor Zens ein. Sie haben eines gemeinsam: sie alle sind Aussenseiter der Gesellschaft und haben in irgendeiner Form die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gelenkt. Dr. Zens hat es sich zur Aufgabe gemacht diese Menschen zu heilen, sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Doch, soviel sei verraten, sein Plan geht nicht auf und die Sache läuft gefährlich aus dem Ruder. Soviel zum Plot. Jan Weiler schafft es den Leser dazu zu bringen, Mitgefühl mit diesen wirklich seltsamen Typen zu haben. Sein Schreibstil ist klar und einfallsreich, man liest das Buch ohne vom Autor irritiert oder unterbrochen zu werden. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine großen Ansprüche mehr an deutschsprachige Autoren stelle seit ich David Safiers künstlich anmutende und Witze-erklärende Schreibweise habe über mich ergehen lassen, aber Jan Weiler kann schreiben! Eine Besonderheit dieses Romans ist das er aus drei Teilen besteht. Der erste Teil ist aus der Sicht eines der "Bewohner" des Sanatoriums erzählt. Der Leser erhält einen Einblick in das Innenleben der fünf "Verrückten" und beginnt sie zu verstehen. Der zweite Teil ist eine Aussage für die Ermittlungen der Polizei. Von wem diese Aussage stammt sei hier nicht verraten um der GEschichte ihre Spannung zu lassen. Der dritte Teil setzt sich aus verschiedenen Medienberichten zusammen, imitiert die BILD-Zeitung oder die Süddeutsche und zeigt den Umgang der Medien mit kriminellen Ereignissen. Auch wenn Teil 2 und 3 an manchen Stellen etwas zäh zu lesen sind hat Weiler mit diesem Erzählstil ein gelungenes Werk erschaffen. Es handelt sich bei diesem Roman sicherlich um mehr als nur eine Geschichte über ein paar Verrückte. "Drachensaat" ist Medien- und Gesellschaftskritik.

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    Julli

    Julli

    09. July 2010 um 13:55

    Dieses Buch habe ich mir durch Zufall am Bahnhof gekauft, der Klappentext hatte mich neugierig gemacht. "Drachensaat" ist in drei Abschnitte unterteilt, im ersten Abschnitt erzählt Bernhard Schade, ein ehemaliger Architekt, wie er durch den Tod seines behinderten Sohnes zuerst seine Frau verliert, und schließlich versucht sich durch einen Kopfschuss umzubringen. Er landet im "Haus Unruh", einer privaten psychologischen Klinik unter der Leitung eines gewissen Heiner Zens. Vier weitere Patienten kommen hinzu und alle erfahren, dass sie am sogenannten "Zens-Syndrom" erkrankt sind und nun geheilt werden sollen. Der "große Handlungsexzess", der laut Zens zur endgültigen Heilung führen soll, besteht darin ein Fernsehinterview mit einem mächtigen Mann der Wirtschaft zu führen, der all das verkörpert was die 5 Patienten nicht sind. Allerdings ist dieses Interview nur gespielt, Zens übernimmt die Rolle des Dr. Martin Barghausen. Doch damit wollen sich die Patienten nicht abfinden, sie überwältigen Zens und entführen Barghausen auf eigene Faust. Abschnitt zwei des Buches stellt die schriftliche Aussage Dr. Barghausens dar, unterteilt in die einzelnen Tage der Entführung. Der dritte Abschnitt dient dazu, die Geschichte abzuschließen und zu entwirren, dies geschieht auf sehr originelle Weise, der Autor benutzt hierzu fiktive Artikel aus Zeitungen,Internetportalen und Fernsehberichte. Das Buch hat mir überaus gut gefallen, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Die Personen sind originell und und zum allergrößten Teil Sympathieträger, außerdem wird die Spannung auf das Ende des Buches, die "Auflösung" sozusagen, gesteigert indem Bernhard Schade durch kleine Kommentare im ersten Teil des Buches neugierig macht auf die folgende Handlung. "Drachensaat" regt auch zum Nachdenken an, es kritisiert die Gesellschaft und auch die Medienwelt. Ein lustiges Buch für Zwischendurch, es lohnt sich auf jeden Fall.

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    Lupus

    Lupus

    20. July 2009 um 18:37

    Fünf verkrachte Existenzen unterziehen sich freiwillig einem Therapieexperiment. Der Psychiater Dr. Heiner Zens möchte, dass die "gesellschaftlichen Verlierer" ein Gruppengespräch mit "Gewinner-Typen" führen, das zur besten Sendezeit im Fernsehen ausgestrahlt wird. Ein entsprechender Gesprächspartner soll durch Entführung gewonnen, der Programmvorschlag durch Erpressung der Sendeanstalt realisiert werden. Natürlich rein fiktiv! Begeistert nehmen sich die Probanten des Projekts "Drachensaat" an, das alsbald der Kontrolle des Psychiaters entgleitet. Wieder einmal ist dem Autoren von "Maria ihm schmeckts nicht" und "Antonio im Wunderland" ein phantasievoller, lustiger und gesellschaftskritischer Roman gelungen!

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  • Rezension zu "Drachensaat" von Jan Weiler

    Drachensaat
    Sarlascht

    Sarlascht

    30. June 2009 um 13:28

    Habe das Buch auch vor einiger Zeit gelesen und war positiv überrascht. Vorher hatte ich von dem Autor schon "Maria - ihm schmeckts nicht" gelesen, was ich naja so mittelmäßig fand, aber Drachensaat hat mich nun wirklich vom Stuhl gehauen. Die Sprache ist präzise und der Autor verfügt über eine wunderbare Fantasie. Detailreich erzählt er die traurige Geschichte von jedem Einzelnen, auf so lockere und lustige Weise, dass man mit den Personen leidet, aber auch lacht. Einziger Minuspunkt: Das Ende fand ich nicht gut, hätte mir anstatt kurzer Berichte, lieber eine genauere Beschreibung der Vorgänge gewünscht.

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