Kühn hat Ärger

von Jan Weiler 
4,3 Sterne bei12 Bewertungen
Kühn hat Ärger
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djojos avatar

Jan Weiler zeigt seine dunkle Seite. Und das macht er kurzweilig, gesellschaftskritisch und vor allem unterhaltsam.

Buecherwurm1973s avatar

Kein Krimi, eher ein gesellschaftskritischer Roman gebettet in einem Kriminalfall. Mir gefällt Jan Weilers Blick auf die Gesellschaft.

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Inhaltsangabe zu "Kühn hat Ärger"

Kühn hat überlebt: Das haben sich alle Hörer gewünscht.
Martin Kühn lebt. Und er hat immer noch viel zu tun. Denn wenn das Leben weitergeht, dann wachsen auch die Aufgaben. Nicht nur, dass er sein Haus auf giftigem Boden gebaut und weder seine Karriere noch seinen Sohn unter Kontrolle hat. Nun verhält sich auch noch seine Frau seltsam, in der Nachbarschaft geht ein Erpresser um und Martin Kühn begeht einen schweren amourösen Fehler. Nebenbei muss er den Mörder eines jungen Mannes finden, der im reichen Grünwald an einer Bushaltestelle tot aufgefunden wurde. Seine Reise in die Welt der Reichen und Wohltätigen setzt ihm, dem einfachen Polizisten und Berufspendler, mehr zu, als er sich eingestehen will. Und er fragt sich: Gibt es überhaupt einen Ort, an dem er in diesem Leben richtig ist?
Gelesen vom Autor.
(1 mp3-CD, Laufzeit: 11h 13)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783844525540
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Sonstiges Audio-Format
Umfang:0 Seiten
Verlag:Der Hörverlag
Erscheinungsdatum:12.03.2018
Das aktuelle Buch ist am 01.03.2018 bei Piper erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    djojos avatar
    djojovor einem Monat
    Kurzmeinung: Jan Weiler zeigt seine dunkle Seite. Und das macht er kurzweilig, gesellschaftskritisch und vor allem unterhaltsam.
    Jan Weiler zeigt seine dunkle Seite.

    Hauptkommissar Kühn hatte zu tun. Er hatte viel zu tun. Viel zu viel. Deshalb ist er nach seinem letzten Fall auch in einer Burn-Out-Reha gelandet. Nachdem er diese Übung erfolgreich absolviert hatte ist er wieder in den aktiven Dienst zurückgekehrt. Auch im Familienleben hatte sich vieles zum Positiven entwickelt. Und so mit sich und seinem Körper im Reinen kommt auch gleich wieder alles ins Wanken. Es wurde nämlich eine brutal zugerichtete Leiche eines Jugendlichen gefunden und gleichzeitig erpresst auch noch jemand den lokalen Supermarkt bei ihm um die Ecke.


    Amir ist siebzehn, kommt aus Neuperlach und ist cool. Zumindest dachte er das, wenn er mit seinen Kumpels durch die Straßen zog, andere anpöbelte oder hin und wieder etwas im Supermarkt klaute. Doch dann hat er sich schlagartig in ein Mädchen aus dem wohlbetuchten Grünwald verliebt. Julia van Hauten, Tochter des Besitzers einer großen Patentanwalts-Kanzlei, hatte er bei einer Veranstaltung des „Münchner Sternenhimmels“ kennengelernt. Der „Münchner Sternenhimmel“ hat es sich zur Aufgabe gemacht Migration zu fördern und durch Programme, Aktionen und Information Gewalt und Kriminalität bei Jugendlichen zu senken. Auf der einen Seite erfolgreich handelt es sich auf der andere Seite bei den Mitgliedern des „Münchner Sternenhimmels“ ausnahmslos um reiche und bekannte Persönlichkeiten aus München. Bei den Veranstaltungen des „Münchner Sternenhimmels“ wird ausschließlich „Haute Cuisine“ serviert und Champagner gekostet. Beides sehen die eigentlichen Zielpersonen des „Münchner Sternenhimmels“ äußerst selten.

    Und auf einmal führen ihn die Ermittlungen um den ermordeten Jugendlichen in ganz andere Welten als sein bekanntes Viertel auf der Weberhöhe. Er lernt Neuperlach kennen und muss erleben wie sich Familien schon früh entzweien, aus Armut und Angst um die Zukunft. Aber auch im feinen Grünwald fühlt er sich zwischen teuren Autos, Austern und riesigen Villen nicht sonderlich wohl. Und dann muss er sich zusätzlich noch im internen Wettbewerb um eine Beförderung beweisen. Und das ausgerechnet gegen seinen Untergebenen Steierer, mit dem er manchmal einfach nicht klarkommt.

    Jan Weiler schrieb schon in seinem ersten Roman um Hauptkommissar Kühn kurzweilig und im bekannten humoristischen Stil. Dabei lässt er keine auch noch so komische Situation aus. Und trotz aller Komik kommen uns immer wieder kleine Sticheleien so bekannt vor, dass man sich stets aufs Neue ertappt fühlt. Das ist Jan Weilers Art an unserer Gesellschaft Kritik zu üben. Manchmal allzu offensichtlich, manchmal gut versteckt zwischen zwei Zeilen.

    Das Verhalten des Mitvierzigers Martin Kühn und auch das seiner Familie vermittelt den Eindruck, dass Jan Weiler vieles aus seinen Büchern schon selbst erlebt hat. Schließlich hat er ja auch erst vor einigen Jahren mit dem Pubertier einen großen Hit gelandet. Und nun ist zumindest Martin Kühns Ältester aus dem Gröbsten raus. Er nähert sich seinem Vater Martin Kühn wieder an, aber eher von Mann zu Mann als von Sohn zu Vater. Und so nimmt auch dieser zweite Roman um Martin Kühn immer wieder überraschende Wendungen, lässt einen leichten Bogen Spannung entstehen und unterhält auf gute Art und Weise. Die Lesung vom Autor macht Spaß, zumal er mit seiner Stimme die Charakter der einzelnen Protagonisten hervorragend unterstreicht.

    Überrascht hat mich die düstere Seite, die Jan Weiler dieses Mal gezeigt hat: einige Szenen waren mit einer ordentlichen Portion Brutalität gewürzt und hinterließen zumindest bei mir ein wenig Verwunderung. Damit hatte ich nicht gerechnet. Andere Szenen dafür lassen einen schallend mitlachen. Manche Kapitel des Hörbuchs sind vielleicht nicht für jeden dazu geeignet eine längere Dienstfahrt mit einer jüngeren Kollegin zu verkürzen, aber unterhaltsam war das Werk definitiv. Ich kann auch dieses Hörbuch auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen.

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    mareike91s avatar
    mareike91vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Zu viel drumherum, das vom eigentlichen Fall ablenkt. Dennoch spannend und unterhaltsam
    Ein Toter in Grünwald

    Inhalt:
    An einer Bushaltestelle in Grünwald wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Er wurde misshandelt und zu Tode geprügelt. Zunächst deutet alles auf eine Tat mit rechtsradikalem Hintergrund hin, denn der Tote ist ein aus ärmlichen Verhältnissen stammender, vorbestrafter Ausländer. Doch Kühn glaubt nicht an diese Theorie und sucht den Täter stattdessen im Umkreis der Freundin des Opfers aus reichem Hause.

    Als wäre das nicht schon genug, muss sich Kühn nebenbei aber auch noch mit einem Erpresser in seiner Nachbarschaft und allerhand privater Probleme rumärgern...

    Meine Meinung:
    "Kühn hat Ärger" ist der zweite Fall für den sympathischen Kommissar Martin Kühn, den man auch ohne Vorkenntnisse gut lesen/hören kann. Der Schreibstil ist angenehm, an der einen oder anderen Stelle aber sehr geschwollen und metaphorisch. Die Erörterung beispielsweise verschiedener Parkettsorten oder allgemein der innenarchitektonischen Gestaltung hätte es für meinen Geschmack nicht gebraucht.

    Der Plot ist zwar spannend, besitzt aber auch ein paar Längen. Zu Beginn dauert es einige Zeit, bis wirklich etwas passiert. Dort heißt es für den Leser ersteinmal dranzubleiben und sich in Geduld zu üben. Zudem gibt es diverse Nebenschauplätze, sei es die Erpressung des Supermarktes oder die privaten Probleme im Hause Kühn, die zwar unterhalten, aber den eigentlichen Fall des toten Ausländers zeitweilig in den Hintergrund rücken lassen.
    Gerade zum Ende hin nimmt die Handlung dann jedoch an Fahrt auf und das spannende Ende bzw die überraschende Auflösung sind gelungen und machen die vorherigen Längen wieder wett.

    Gelesen wird das Hörbuch von Autor selbst, der mit als Sprecher sehr gut gefallen hat. Er schafft es, den Leser zu fesseln und auch bei weniger spannenden Abschnitten bei der Stange zu halten.

    Fazit:
    Für meinen Geschmack zu viel drumherum, was vom eigentlichen Fall ablenkt. Dennoch spannend und unterhaltsam anzuhören, nicht zuletzt, da das Hörbuch von Autor selbst gelesen wird.

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 4 Monaten
    Kühn hat Ärger

    "Kühn hat Ärger" von Jan Weiler, gesprochen vom Autor selbst. Das kann er  zum Glück sehr gut. 

    Martin Kühn ist eigentlich ein guter Polizist. Nachdem er aus seiner Reha zurück ist,  hat er sich versucht in das Familienleben wieder zu integrieren. So ganz funktioniert  es zu Hause allerdings nicht. Susanne, seine Frau geht irgendwie eigene Wege und  so richtige Gespräche finden auch keine statt. Bei der Arbeit ist dann auch plötzlich  sehr viel los. Zum Ausruhen keine Zeit, denn ein Mord ist geschehen.

    Bei Jan Weiler hat es immer eine lange Vorgeschichte, eh die Geschichte so richtig  in Gang kommt. Manchmal gibt es dann auch parallel einen anderen Fall, der dann  involviert ist im Roman. So eine Erpressung am Reweka Markt auf der Weberhöhe,
    wo Kühn ein Haus besitzt, was allerdings mit Schadstoffen aus dem Krieg belastet  ist und für die sich niemand verantwortlich fühlt. Die gesamte Siedlung ist  kontaminiert. Viele Nachbarn sind verzweifelt.

    Soziale Projekte wie der "Münchner Sternenhimmel" sind der Ausgang dieser  sozialkritischen Geschichte oder auch die Integration von Flüchtlingen und sozialen  Unterschichten. Da gibt es den Jugendlichen Amir, dessen Familie aus dem  Libanon stammt. Schulschwänzer, kriminell, hängt mit Gleichgesinnten rum,  weil er es anders nicht kennt. Bis er zufällig auf Julia van Hauten und deren Mutter  trifft. Von nun an ändert sich sein Leben schlagartig. Amir bekommt Einblick in das  Leben von sehr reichen Leuten und ist von Julia total fasziniert. 

    Stellenweise ist es aber auch wieder recht amüsant zu hören. Die Gedanken von Martin  Kühn, was er gerne sagen würde, aber es dann doch für sich behält. Aber dann  auch mal sagt, was er denkt. Sehr authentisch und mit einigen Pointen bringt er das  sehr gut rüber. Ich höre immer wieder gerne Geschichten von Jan Weiler. Mir  hat die Fortsetzung recht gut gefallen, obwohl sie stellenweise auch mal zu  ausgeschmückt war. Der Mord und deren Aufdeckung hat bei mir aber auch so 
    einige Beklemmungen ausgelöst. Warum? Weil es sehr nah an der Realität war.

    Es schreit nun förmlich nach einem weiteren Fall für Martin Kühn und wir wollen  wissen, ob er noch lange auf der Ikea-Couch schlafen muss. 

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    Zsadistas avatar
    Zsadistavor 5 Monaten
    Rezension zu "Kühn hat Ärger"

    Kühn wird zu einem Mord gerufen.

    Zwei Jugendliche, die verschiedener nicht sein können verlieben sich.

    Kühn ist auf dem Weg zum Mord.

    „Kühn hat Ärger – HB“ ist ein Buch, Krimi, Drama, keine Ahnung aus der Feder des Autors Jan Weiler.

    Gehört habe ich das Buch als Hörbuch. Gelesen wurde das Ganze vom Autor selbst.

    Normal fange ich meine Rezension mit einer kurzen Inhaltsangabe an, hier war mir das nicht möglich. Ich habe das Hörbuch 3 Stunden von 11 Stunden und 13 Minuten gehört und dann völlig entnervt aufgegeben.

    Ich habe schon öfters mal geschrieben, dass Autoren ihre Werke besser nicht selbst vorlesen sollten. Man mag damit mit Sicherheit eine Menge Geld einsparen, jedoch sind die wenigsten Autoren auch gute Sprecher. Herr Jan Weiler ist leider alles andere, als ein guter Sprecher. Hier wären ein paar Euro mehr, für einen guten Sprecher sicher gut angelegt gewesen.

    Die Story selbst kam in den drei Stunden nicht wesentlich weiter, als ich oben in drei Sätzen geschrieben habe.

    Es kam bis dahin absolut keine Spannung auf. Nicht mal mein Interesse wurde leicht geweckt. Gut, Bücher brauchen einen Anlauf, das ist schon klar. Aber ein Viertel des Buches ist definitiv zu viel des Guten. Dazu das tonlose, singsangmäßige, emotionslose Vorgelese ist wirklich nicht mein Ding.

    Es gibt bestimmt viele Leser und Hörer, die total begeistert von dem Werk sind. Ich bin es keinesfalls und kann es auch nicht weiter empfehlen.

    Ich hatte auf jeden Fall keine Lust, meine Zeit weiter mit dem Werk zu verschwenden.

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    Galladans avatar
    Galladanvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Mein erster Kühn, aber sicher nicht mein letzter. Spannend, gut gelesen und regt zum Nachdenken an.
    Gesellschaftsroman oder Krimi?

    Kühn hat Ärger (Kühn Band 2) von Jan Weiler, erschienen im der Hörverlag als unkekürzte Ausgabe am 12.03.2018

    Kühn kehr nach krankheitsbedingter Abwesenheit an seinen Arbeitsplatz zurück. In plagen viele Sorgen: sein Haus steht auf dem verseuchten Boden eine Munitionsfabrik und wie den Meisten in der Tetris-Siedlung fehlt ihm das Geld um die Schadstoffe los zu werden dabei sinkt der Wert der Häuser beträchtlich. Gleichzeitig ist seine Frau seltsam, ein Erpresser vergiftet Joghurts im Supermarkt und ein junger Mann wird tot an einer Haltestelle im vornehmen Grünwald aufgefunden.

    Jan Weiler schreibt nicht nur gut, er kann auch sehr gut vorlesen. So wird aus dem Hörbuch ein Hörvergnügen wo der Leser lange Zeit nicht weiß, worauf die Geschichte hinausläuft. Ein Intensivstraftäter mit Immigrationshintergrund wird tot an einer Haltestelle aufgefunden gerade als er begonnen hat sich von seinen Freunden zu lösen und bei einer reichen Familie, die sich sehr für die Gestrauchelten engagiert die erste Liebe seines Lebens gefunden hat und versucht sich dort ein zu passen. Kühns Gedankenwellt ist interessant und der Krimi ist gleichzeitig ein Gesellschaftsroman wo zwei Welten aufeinander prallen die Beide mit jedem Klischee bespielt werden, welches man sich nur vorstellen kann. Falls der Autor mal nicht mehr schreiben mag, er kann mir gerne vorlesen. Klare Kaufempfehlung.

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    brenda_wolfs avatar
    brenda_wolfvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Das Hörbuch bietet neben Spannung auch großes Vergnügen. Ein absolutes Highlight.
    Münchens Gegensätze


    Bisher habe ich von Jan Weiler zwar einiges an Humorvollem gelesen, jedoch noch keinen Krimi. Zuletzt habe ich das Hörspiel „Eingeschlossene Gesellschaft“ mit viel Vergnügen gehört. Und nun diesen Krimi mit gesellschaftskritischen Untertönen um den Münchner Kriminalkommissar Martin Kühn. Gelesen vom Autor.  Das Hörbuch "Kühn hat Ärger" hat mich auf meinen Laufrunden begleitet und mich Kilometer um Kilometer fressen lassen, ohne dass ich es bemerkte.

    Klappentext:

    Martin Kühn lebt. Und er hat immer noch viel zu tun. Denn wenn das Leben weitergeht, dann wachsen auch die Aufgaben. Nicht nur, dass er sein Haus auf giftigem Boden gebaut und weder seine Karriere noch seinen Sohn unter Kontrolle hat. Nun verhält sich auch noch seine Frau seltsam, in der Nachbarschaft geht ein Erpresser um und Martin Kühn begeht einen schweren amourösen Fehler. Nebenbei muss er den Mörder eines jungen Mannes finden, der im reichen Grünwald an einer Bushaltestelle tot aufgefunden wurde. Seine Reise in die Welt der Reichen und Wohltätigen setzt ihm, dem einfachen Polizisten und Berufspendler, mehr zu, als er sich eingestehen will. Und er fragt sich: Gibt es überhaupt einen Ort, an dem er in diesem Leben richtig ist?

    Meine Meinung:

    Zum Autor: Jan Weiler hat eine wunderbare Lesestimme. Es ist ein Genuss ihm zuzuhören. Für mich war Jan Weiler Martin Kühn.

    Die Handlung ist stimmig. Die Schauplätze gut dargestellt. Die Ermittlungen führen in die Münchener Schickeria. Die Millionärsfamilie van Houten lebt das perfekte Familienidyll mit Wohlfühlfaktor für Außenstehende. Okay, jetzt weiß ich auch was ein Bonsai-Parkett ist.  Köstlich, beschrieben. Frau van Houten engagiert sich maßgelblich beim Münchner Verein „Sternenhimmel“ ,  einem Projekt, das sich für die Integration von Flüchtlingen stark macht. Die Van Houtens sind ja so sozial, dass sie auch gar nichts gegen Julias neuen Freund, dem Libanesen Amir, einzuwenden haben. Im Gegenteil, er wird herzlich in der Familie aufgenommen. Leider ist Amir das spätere Opfer, das fürchterlich zugerichtet an einer Bushaltestelle tot aufgefunden wird. Man vermutet rechtsradikalen Hintergrund.  Denn in diesem Hörbuch geht es auch um diese Gruppe. Außerdem um Bausünden und verseuchtem Boden  und Vertuschungen.

    Kühn ist ein guter Beobachter, er lässt den Hörer an seiner Gedankenwelt teilhaben. Das gefiel mir gut. Mit seinem Kollegen Steirer, liefert er sich einen kleinen Machtkampf. Aber auch seine Gefühlslage ist in Aufruhr. Betrügt ihn seine Frau? Außerdem ist das Ergebnis beim Amtsarzt niederschmetternd. Sehr humorvoll beschreibt er die Bettszene. Überhaupt kommt der Humor in vielen Szenen sehr gut rüber.

    Mir hat das Hörbuch neben der Spannung auch großes Vergnügen bereitet. Ein absolutes Highlight.

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    Satansbratenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Mein erster "Kühn", sehr empfehlenswert!
    Kühn hat Ärger, und zwar jede Menge!

    Und irgendwie ist das auch gut so, nur so kommt die leicht schrullige, etwas verschrobene Figur wirklich gut "rüber"! Das Hörbuch macht Spaß, der Stil, der lakonische Ton, der vorlesende Autor, sehr authentisch! Amir wurde ermordet, böse zugerichtet. Bis er Julia traf, war Amir ein Kleinkrimineller, der lieber seine Macht ausprobierte und Schwächere schikanierte, statt in die Schule zu gehen. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, der Vater längst über alle Berge, die Mutter hält die Familie mit Jobs im Supermarkt soeben über Wasser, der kleine Bruder, vernachlässigt, einsam. Dann lernt Amir Julia kennen, und plötzlich macht es Sinn für ihn, sich anzustrengen, zu lernen, alle sind sich aufzusaugen! Daneben lebt Kühn auf der Weberhöhe, einem Neubaugebiet, das leider auf vergiftetem Untergrund steht. Und natürlich, keiner ist schuld, aber dennoch, das Problem, die stinkenden Keller, die verunreinigten Böden, sie sind da! Und der Erpresser, der im Supermarkt vergifteten Jogurt verteilt! Eine vielschichtige, vielseitige Geschichte, die neben den Ermittlungen rund um Amir Tod mit einer Menge zusätzlicher Handlungsstränge aufwartet, was sie aufwertet ohne zu verwirren! Sehr hörenswert, ein reines Vergnügen!

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    Soerens avatar
    Soerenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Interessanter und humorvoller Krimi über den lakonischen und leicht neben der Spur laufenden Hauptkommissar Kühn.
    Interessanter und humorvoller Krimi

    Drei Jahre nach „Kühn hat zu tun“ beschenkt uns Jan Weiler mit einem zweiten Roman über den lakonischen und leicht neben der Spur laufenden Hauptkommissar Kühn. Die neue Geschichte setzt zwar einige Monate nach Band Eins an, greift aber trotzdem sämtliche vorherigen Handlungsfäden wieder auf. Sämtliche Sorgen und Nöte werden fortgeführt bzw. gehen in die nächste Runde. Lediglich der Kriminalfall ist ein ganz neuer. Diesmal wurde der Jugendliche Amir ermordet, der polizeilich weiß Gott kein unbeschriebenes Blatt ist, sich in den letzten Monaten jedoch um 180 Grad gedreht hat. Außerdem geht es am Rande um einen Giftmischer, der einen Supermarkt auf der Weberhöhe mit einem präparierten Joghurt erpressen möchte.
    Kühns Ermittlungen dazu sind interessant, clever und humorvoll, sodass man den Hauptkommissar bereitwillig überall hinbegleitet. Ich fühlte mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten. Lediglich den Schluss fand ich etwas unbefriedigend. Ich hoffe, es dauert nicht allzu lang, bevor der Autor den dritten Kühn-Band veröffentlicht.
    Sehr empfehlenswert ist die vom Autor selbst gelesene (und Gott sei Dank ungekürzte) Hörbuchfassung. Jan Weiler lässt keinen Zweifel daran, dass er ganz genau weiß, welchen Ton er wann und wo in der Geschichte zu treffen hat.

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    Wedmas avatar
    Wedmavor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderbar! Spannend, humorig-ironisch nimmt der Autor heutige Gesellschaftsverhältnisse aufs Korn. 👍 Sehr gern gehört!
    Ein toller, spannender Roman, bei dem das Lustige und Ernste eng bei einander liegen.

    „Kühn hat Ärger“ hat mir schon sehr gut gefallen, habe viel Spaß damit gehabt.


    Wer einen Aktionskrimi nach Schema F sucht, der kann gern weitersuchen.


    Hier wird der Gesellschaft der Spiegel vors Gesicht gehalten, auf eine ironisch-humorige und zuweilen auch ernste Art übers Leben und das, was dazu gehört philosophiert. Hier findet man Charakterstudien, v.a. beim Kühn und zum Schluss dem Täter& Co.


    Kühn ist zwar ein Held, wie es für Protagonisten typisch ist, hat aber auch seine dunkleren Seiten. Er grübelt gern und oft, und steigert sich irgendwann dermaßen in seine Fantastereien, dass er sie dann problemlos als Grundlage für einen Seitensprung verwenden kann, wobei er eigentlich kein Typ zu solchen Allüren ist. Das Ganze ist mit guter Prise Humor dargeboten, sodass man es schmunzelnd wahrnimmt und dabei an Sketche von Loriot denkt. Die obligatorische Sexszene fehlt natürlich auch nicht, aber da kann man sich schieflachen. Sehr gekonnt dargestellt.


    Man sieht auch deutlich, dass dieser Roman von einem Mann geschrieben wurde, denn diese Weltanschauung des Mannes, Beamten im Polizeidienst, Familienvaters mit zwei Kindern, all die typischen Eheprobleme, Ärger bei der Arbeit mit dem besten Kollegen und daheim beim Gift im Keller, etc. pp. ist plastisch wie hautnah vor Augen der Leser geführt worden und gewährt tiefe Einblicke in die Psychologie des Mannes.


    Auch wie er sich an seinem Platz im Leben irgendwo im unteren Segment der Mitte, wo oben die Schönen und Reichen sind, die sich alles leisten können und unten die ganz Armen ohne jeder Hoffnung oder bessere Aussichten, eingerichtet hat und wie es ihm dabei geht, wie er sich dabei fühlt, wird im Laufe der Erzählung deutlich und regt sehr zum Nachdenken an.


    Diese wachsende Kluft zwischen Arm/hoffnungslos und Reich/zweckoptimistisch/für alles bereit steht einem zum Greifen nah vor Augen und kommt recht realistisch rüber. Realistisch ist auch diese allgegenwärtige Gefahr des Abrutschens der Mittelschicht ins Mittellose, wenn man die Probleme im Keller des Kühnschen Hauses in Betracht zieht und welche Rolle dabei die Banken& Co. gespielt haben. Bis zum Verbrechen aus Verzweiflung, wie man es bei manchen Nebenfiguren sieht, ist da nicht weit.


    Jan Weiler hat sein Werk selbst gelesen. Das ist ihm sehr gut gelungen. Alle Figuren haben ihre eigene Stimme, ihre eigene Art zu sprechen, was man auch deutlich heraushört. Weiler hat seine eigene Art vorzutragen und ist daran prima wiedererkennbar. Mir hat seine Darbietung sehr zugesagt. Ich höre gerne auch seine weiteren Hörbücher.


    Fazit: Ein toller, spannender Roman, bei dem das Lustige und Ernste eng bei einander liegen, sehr gekonnt geschrieben, den ich sehr gern gehört habe, der mich köstlich amüsiert und zum Nachdenken angeregt hat. Es war mein erster Kühn, aber bestimmt nicht der letzte. Ich verbleibe auf die Fortsetzung gespannt und vergebe gern die 5 wohl verdienten Sterne und eine Hörempfehlung.

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    Buecherwurm1973s avatar
    Buecherwurm1973vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Kein Krimi, eher ein gesellschaftskritischer Roman gebettet in einem Kriminalfall. Mir gefällt Jan Weilers Blick auf die Gesellschaft.
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Frühling beim Sound der Bücher

    Hörbücher-Fans aufgepasst! Der Frühling zieht ein beim Sound der Bücher!
    Im April gehen wir mit Random House Audio und dem Hörverlag auf Mördersuche: in der Gegenwart mit Jan Weiler und im Mittelalter mit Minette Walters.

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    Bei unserer Aktion zum Sound der Bücher erwarten euch jeden Monat viele spannende, lustige und romantische Aktionen zu Hörbüchern!

    Mix it "Kühn hat Ärger" von Jan Weiler
    Martin Kühn lebt. Und er hat immer noch viel zu tun. Denn wenn das Leben weitergeht, dann wachsen auch die Aufgaben. Nicht nur, dass er sein Haus auf giftigem Boden gebaut und weder seine Karriere noch seinen Sohn unter Kontrolle hat. Nun verhält sich auch noch seine Frau seltsam, in der Nachbarschaft geht ein Erpresser um und Martin Kühn begeht einen schweren amourösen Fehler. Nebenbei muss er den Mörder eines jungen Mannes finden, der im reichen Grünwald an einer Bushaltestelle tot aufgefunden wurde. Seine Reise in die Welt der Reichen und Wohltätigen setzt ihm, dem einfachen Polizisten und Berufspendler, mehr zu, als er sich eingestehen will. Und er fragt sich: Gibt es überhaupt einen Ort, an dem er in diesem Leben richtig ist?

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    Mix it "Die letzte Stunde" von Minette Walters
    Juni 1348: In England bricht die Pest aus. Binnen kürzester Zeit werden ganze Landstriche entvölkert, Angst und Panik regieren. Allein Lady Anne, die Burgherrin von Develish, bleibt ruhig. Als die Pest auch ihr Gebiet erreicht, bringt sie kurzentschlossen all ihre Schutzbefohlenen in der Burg in Sicherheit und lässt die Zugbrücke verbrennen. Nicht einmal ihren Ehemann, der von einer Reise zurückkehrt, lässt sie ein. In ihrem kleinen Reich zählen nicht mehr gesellschaftliche Konvention und Rang, sondern Einsatz für die Gemeinschaft. Als neuen Verwalter setzt Anne Thaddeus ein, den niedrigsten, aber intelligentesten ihrer Diener. Doch können sich die Burgleute gegen die Krankheit behaupten, die vor ihren Toren tobt? Gegen die Verzweifelten und Raffgierigen, die Develish angreifen? Werden die Vorräte reichen? Dann geschieht ein Mord und droht die Burggesellschaft endgültig zu zerreißen...

    Mit warmer Stimme fesselnd vorgelesen von Gabriele Blum.


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    Wir vergeben je 15 Exemplare der beiden Hörbücher. Bewerbt euch dafür einfach über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage:

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    Spielregeln:
    Für eure Bewerbung erhaltet ihr 10 Hörminuten gutgeschrieben. Für eure Rezension gibt es 20 Hörminuten (bitte beachtet, dass es im Vergleich zum letzten Jahr keine Sonderhörminuten für die Rezension eines Aktions-Hörbuches gibt).
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