Jan Zweyer Franzosenliebchen

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Inhaltsangabe zu „Franzosenliebchen“ von Jan Zweyer

Weimarer Republik, Januar 1923: Keine zwei Wochen ist es her, dass die Franzosen wegen ausstehender Reparationsleistungen das Ruhrgebiet besetzt haben, da wird die Deutsche Agnes Treppmann ermordet. In unmittelbarer Nähe der Leiche findet sich ein französisches Armeekoppel. Für die Herner Nachbarschaft der Toten und die Polizei ist damit klar, französische Soldaten haben die junge Frau erwürgt. Doch die Gerichtsbarkeit steht unter Aufsicht der Besatzer und das Militärgericht spricht die in Verdacht geratenen Männer frei. In Berlin will man das nicht auf sich sitzen lassen. Die oberste Polizeibehörde schickt Peter Goldstein, der fließend Französisch spricht, an die Ruhr, damit er die Mörder überführt. Kein ungefährlicher Auftrag, denn sowohl die Besatzer als auch die heimlichen Widerstandskämpfer werden auf Goldstein aufmerksam.

Zeitgeschichte 1923 mit Kriminalanteilen.

— Arun
Arun

Schönes Porträt von Herne und dem Ruhrgebiet während der Französischen Besetzung.

— Sakuko
Sakuko

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  • Ruhrgebiet 1923

    Franzosenliebchen
    Arun

    Arun

    Franzosenliebchen von Jan Zweyer Eine kurze Inhaltsangabe mit eigenen Worten. Mit diesem historischen Kriminalroman tauchen wir in das Herz des Ruhrgebiets ein. Wir schreiben das Jahr 1923 und die Ruhrbesetzung durch die französische und belgische Armee infolge nicht geleisteter Reparationszahlungen ist aktuell. In diesem vergifteten Klima zwischen den Einwohnern und der Besatzungsmacht wird ein junges Mädchen ermordet. Zwei verdächtige junge französische Soldaten werden nach kurzer Zeit vom Militärgericht freigesprochen. Dieses bringt noch mehr Brisanz in das Verhältnis zwischen den Besatzern und der einheimischen Bevölkerung. Der passive Widerstand der deutschen Bevölkerung gleitet zuweilen schon mal ins Aktive um, welches dann neue Repressalien nach sich zieht. Nun kommt die große Politik ins Spiel, von Berlin aus wird Peter Goldstein ein Sonderermittler, inkognito in Richtung Ruhrgebiet entsandt. Dieser soll versuchen Licht in das Dunkel des Todesfalles der jungen Frau zu bringen, nach Vorgaben im Sinne der Deutschnationalen. Wir begleiten den eigenwilligen Ermittler auf dem Weg von Berlin ins Ruhrgebiet und haben Anteil an seiner Arbeit und seinem Leben. Meine Meinung. Ein gut lesbarer Roman, der uns mitnimmt in die Zeit der Weimarer Republik.Geboten wird ein guter Querschnitt durch die Bevölkerung, der von Politikern, Industriellen, Großkaufleuten, Angestellten, Arbeitern, Dienstboten und Arbeitslosen reicht.Mit viel Lokalkolorit wird das Leben im Pott dargestellt. Zeitgemäß passend werden die Anklänge der Inflation, des Antisemitismus, das Erstarken des Nationalsozialismus, die Revanchegedanken gegen die Nutznießer des Versailler Vertrages und die gesellschaftlichen Probleme beschrieben und in die Handlung eingebaut. Für mich eine gelungene Mischung aus Kriminalroman und geschichtlichem Hintergrund.

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  • Historischer Lokalkrimi

    Franzosenliebchen
    Sakuko

    Sakuko

    02. February 2016 um 21:50

    Der junge Polizist Peter Goldstein wird wegen seiner Französischkenntnisse ins besetzte Ruhrgebiet geschickt, wo in Herne eine junges Mädchen erwürgt wurde. Die Bevölkerung machte französische Soldaten für die Tat verantwortlich, diese wurden aber kurzerhand von dem eigenen Militärgericht freigesprochen. Peter Goldstein soll inkognito ermitteln, ob die Franzosen die Täter stillschweigend laufen lassen haben. Peter Goldmann ist ein sehr realistischer Hauptcharakter. Gezeichnet durch seinen Dienst im 1sten Weltkrieg ist er gleichermaßen pragmatisch wie idealistisch. Auch wenn man ihn nicht bis in die Tiefe seiner Gefühle kennenlernt so ist der doch trotz aller Fehler ein sympathischer, nachvollziehbarer Mann. Das Buch zeichnet ein sehr interessantes und tiefgreifendes Bild der Zeit der französischen Besetzung des Ruhrgebiets. Die Beschreibung der Lokalitäten und die Mundart ist sehr gut, wie es sich für einen einheimischen Autor gehört, aber auch die historischen Fakten scheinen mir stimmig und gut recherchiert (ich bin aber kein Historiker). Allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass das Buch eigentlich nur in 2ter Instanz ein Krimi ist. Die Beschreibung der Stimmung und der Zustände zu der Zeit nimmt die erste Geige ein. Der Widerstand wird beschrieben, Intrigen, Sabotagen, Politisches wird gründlich dargestellt und beleuchtet. Der Kriminalfall ist aber an sich stimmig und auch bis zum Ende spannend.

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  • Krieg im Frieden

    Franzosenliebchen
    Stefan83

    Stefan83

    04. January 2016 um 16:28

    Ganz ehrlich: Ohne die ausdrückliche Empfehlung meines Booknerds-Kollegen Jochen König wäre Jan Zweyers „Franzosenliebchen“ wohl unter meinem Radar geflogen, was weniger an dem Inhalt oder dem Titel liegt, als vielmehr an der (etwas beschämenden) Tatsache, dass ich den Grafit-Verlag – vor allem aufgrund seines Schwerpunkts auf Regio-Krimis – zumeist nicht in dem Maße auf den Schirm habe. Umso mehr bin ich Jochen deshalb zum Dank verpflichtet, gehört der Auftakt der so genannten „Goldstein“-Trilogie mit Sicherheit zu den Höhepunkten meines vergangenen Lesejahres, wenngleich das unter der Bezeichnung „historischer Kriminalroman“ beworbene Buch in erster Linie auf geschichtlicher Ebene zu punkten weiß und einen Großteil der Suspense eher aus den damaligen Ereignissen bezieht – und weniger aus einem sich in die Höhe schraubenden Spannungsbogen. Zweyer, der selbst seit Jahren in Herne lebt, nimmt zwar auf die regionalen Begebenheiten Bezug, verbaut damit aber auch Nicht-Westfalen nicht den Zugang zu der Lektüre. Und wählt dabei eine Thematik, die, obwohl mitentscheidend für die spätere Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, in der breiten Bevölkerung von heute doch etwas in Vergessenheit geraten ist. Kurz zur Handlung: Januar 1923. Französische und belgische Truppen besetzen zunächst Essen und dann große Teile des Ruhrgebiets, um die rückständigen Reparationen und Sachleistungen (vor allem Kohlelieferungen) einzutreiben, zu denen sich die Weimarer Republik etwa vier Jahre zuvor durch den Versailler Vertrag verpflichtet hat. In der Folge kommt es, aufgerufen durch die Regierung in Berlin, zu einem weitreichenden passiven Widerstand seitens der deutschen Bevölkerung. Die Bergleute in den Zechen streiken, Flugblätter rufen zu Sabotageaktionen gegen die Besatzer auf und deutschnationale Untergrundbewegungen rechnen gnadenlos mit so genannten Verrätern ab. In dieser aufgeheizten Stimmung wird die junge Agnes Treppmann, Dienstmädchen bei dem reichen jüdischen Kaufhausbesitzer Abraham Schafenbrinck, spät abends auf dem Heimweg ermordet. Die deutsche Polizei beginnt zu ermitteln, bekommt den Fall aber sogleich entzogen, da eine am Tatort gefundene Koppel zwei französische Soldaten belastet, die zum besagten Zeitpunkt in der Gegend Dienst taten. Der französischen Militärgerichtsbarkeit unterstellt, werden beide Soldaten nach einem kurzen und oberflächlichen Prozess freigesprochen. Und Agnes Treppmann für alle militanten Aktivisten damit zur Märtyrerin. In der obersten Polizeibehörde von Berlin sieht man in dem Urteil der Franzosen nun eine Chance, deren politische Rolle als Besatzungsmacht zu untergraben. Peter Goldstein, ein junger Kriminalassistent, wird inkognito ins Ruhrgebiet gesandt, um im Geheimen Nachforschungen im Fall Treppmann anzustellen und belastendes Beweismaterial zu sammeln. Goldstein, der finanziell am Existenzminimum lebt und wie viele andere unter der fortschreitenden Inflation leidet, nimmt den Auftrag nur wegen einer in Aussicht gestellten Beförderung und mit wenig Begeisterung an, da ihn bei einer Enttarnung eine Verurteilung als Spion und damit die Hinrichtung droht. Gegen alle Widerstände schafft er es dennoch neue Indizien zu finden, die allerdings Zweifel an einer Beteiligung französischer Soldaten aufkommen lassen. Ein Ergebnis, das Berlin genauso missfällt wie der örtlichen Bevölkerung, in deren Mitte immer mehr Elemente auf Rache sinnen. Kann Goldstein die Wahrheit ans Licht bringen? Und will die überhaupt jemand hören? Vorneweg: Jan Zweyer hat in „Franzosenliebchen“ zweifellos seine Hausaufgaben sorgfältig erledigt. Der im typischen Stil eines Whodunits aufgebaute Fall ist nicht nur ausreichend verzwickt und nebulös, sondern wird am Ende auch schlüssig und mit überraschendem Element aufgelöst. Alles so weit so gut, nur – wirklich in den Vordergrund kann sich der Mord an Agnes Treppmann beim Leser nie richtig spielen, da es gerade die kleinen Details am Rande des Weges sind, welche unsere – zumeist ungeteilte – Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Zweyer versteht es hervorragend die Kulisse der 20er Jahre wiederauferstehen zu lassen und die Balance zwischen Lokalkolorit und dem größeren politischen Gesamtkontext zu halten. Für die komplette Distanz von knapp 350 Seiten tauchen wir in das Ruhrgebiet des Jahres 1923 ein, dessen Atmosphäre der Autor wirklich en detail einfängt und damit einen näheren Blick auf den Nährboden erlaubt, von dem die NSDAP nicht allzu viele Jahre später ihre „Ernte“ einholen wird. Dass der „Schandfrieden“ von Versailles letztlich bereits den Weg für Hitlers Machtergreifung geebnet und den Grundstein für den Zweiten Weltkrieg gelegt hat, wissen in heutiger Zeit wohl noch die meisten. Was der Vertrag aber im einzelnen für die Weimarer Republik bedeutet und wie er sich auf das alltägliche Leben ausgewirkt hat – davon können sich wohl heute nur noch wenige ein Bild machen. Nach der Besetzung des Ruhrgebiets wurde dieses über Monate zum Schauplatz erbitterter Auseinandersetzungen, die von beiden Seiten in einer Art Mimikry als Fortsetzung des Ersten Weltkriegs mit anderen Mitteln geführt wurde. Der „Ruhrkampf“ als „Krieg im Frieden“ brachte die Schrecken von 1914 bis 1918 wieder in das Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit. Und zum ersten Mal war durch die Präsenz der Besatzer der Feind auch für die zivile Bevölkerung sichtbar. Daraus resultierten vielerlei Probleme. So empfanden viele Deutsche die Okkupation als ungerecht, wohingegen Franzosen und Belgier dies als natürliche Revanche für die wenige Jahre zuvor erlittene Kriegsbesetzung durch die Deutschen verstanden. Als Folge dessen agierten sowohl Besatzer als auch Widerstandskämpfer skrupellos, wenn es in ihren Augen darum ging, das jeweilige Vaterland zu verteidigen. Kollaboration wurde auf beiden Seiten hart bestraft, was auch deutsche Frauen erfahren mussten, die sich mit französischen Soldaten einließen. Gewaltsam von den „Scherenclubs“ kahlgeschoren, wurden sie öffentlich als „Franzosenliebchen“ gebrandmarkt. Im schlimmsten Fall drohte gar die Feme. Zweyer beweist hier ein unheimlich sicheres Händchen, wenn es darum geht, die verschiedenen Parteien zu beleuchten, ohne irgendeinem dabei die moralische Hoheit einzugestehen, was sich vor allem in der Wahl der Hauptfigur Peter Goldstein widerspiegelt. Entgegen den üblichen Sympathieträgern oder Raufbolden mit Charme, welche einem sonst in Krimis begegnen, ist er das Paradebeispiel des durchschnittlichen Opportunisten. Als Soldat vor Verdun rettete er sich aus einem mit Gas gefüllten Granattrichter, indem er auf den Kopf eines schwer verwundeten Kameraden stieg. Und nach dem Krieg war er gar ein Mitglied des am Kapp-Putsch beteiligten Freikorps. Kein Charakter also, dem man von Beginn an wohlgesonnen sein kann und will. Und das ändert sich auch im weiteren Verlauf nicht, wo er quasi vor seinen Augen einen Fememord geschehen lässt und der Rechtfertigung des Täters Saborski, er habe lediglich seine Pflicht als Soldat getan, mit Verständnis begegnet. (Dass wir Peter Goldstein und Saborski im zweiten Teil der Trilogie, „Goldfasan“, als Mitglieder der SS wiedersehen werden, ist da fast folgerichtig) So unbequem Goldstein daherkommt, ist er doch ein glaubhafter Vertreter seiner Zeit und Bindeglied zwischen dem Leser und diesem Stück deutscher Geschichte. Eine Epoche, in der sich keine Seite mit Ruhm bekleckert hat und Weichen gestellt wurden, welche für viele Millionen Menschen in den Tod führen sollten. Freunden von Page-Turnern und rasanten Plot-Achterbahnfahrten – sie werden hier kaum auf ihre Kosten kommen. Allen geschichtsinteressierten Lesern, die Wert auf eine gründliche Recherche und eine glaubwürdige Kulisse legen, sei „Franzosenliebchen“ jedoch unbedingt ans Herz gelegt. Ich freue mich auf die Fortsetzung und die Rückkehr ins Kohlerevier. Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt ...

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  • Rezension zu "Franzosenliebchen" von Jan Zweyer

    Franzosenliebchen
    PaulTemple

    PaulTemple

    Die Ruhrbesetzung im Jahr 1923, als Frankreich nach unzureichenden Reperationszahlungen der Deutschen das Rheinland besetzte und die deutsche Reichsregierung darauf hin zu passivem Widerstand aufrief, bildet den zeitlichen Rahmen dieses famosen Krimis. Nachdem eine junge deutsche Frau grausam ermordet wurde, fällt der Verdacht sogleich auf die gehassten französischen Besatzer, die ein französisches Militärgericht jedoch alsbald von den Vorwürfen freispricht. Daraufhin wird der Berliner Polizist Goldstein - fließend Französisch sprechend - in das besetzte Rheinland geschickt, um die Vorgänge genau zu untersuchen. Ständig in Gefahr entweder von den Deutschen als Franzosenfreund oder als Spoion von den franzosen enttarnt zu werden, begibt sich Goldstein auf eine heikle Mission... Mit viel historischem Kontext versehen, entführt dieser sehr gute Krimi den Leser mitten hinein in eine chaotische und gefährliche Zeit, als Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg wieder am rand eines erneuten Kriegs mit Frankreich stand. Für Geschichtsinteressierte sehr empfehlenswert!

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    • 2
  • 1923 im Ruhrgebiet

    Franzosenliebchen
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 13:16

    Noch nicht einmal zwei Wochen ist es her als das Ruhrgebiet von französischen Truppen besetzt wurde. Agnes Treppmann hatte ein Anstellung als Dienstmädchen. Erst sehr spät kann sie ihre Arbeitsstelle verlassen. Zu Hause kommt sie nie an. Als man ihre Leiche entdeckt, liegt daneben ein Koppel einer französischen Uniform. Für die deutsche Polizei ist der Fall schnell klar. Aber die Besatzer übernehmen den Fall, umgehend kommt es zum Gerichtsverfahren, in dem die beiden verdächtigen französischen Soldaten freigesprochen werden. In der Berliner Polizeizentrale schenkt man den Untersuchungen kein Vertrauen und schickt den Kriminalkommissar Peter Goldstein ins Ruhrgebiet. Er ist für diesen Auftrag aufgrund seiner Zweisprachigkeit prädestiniert und soll dort verdeckt ermitteln. Das ist ein nicht ungefährlicher Auftrag. Denn nicht nur von Seiten der Besatzer gehen für ihn Gefahren aus. "Franzosenliebchen" ist ein Kriminalroman, dessen Handlung in einer Zeit angesiedelt ist, über die man nicht so häufig liest. Dem Roman ist deutlich anzumerken, wie intensiv sich der Autor mit dieser noch relativ jungen Geschichte auseinandergesetzt hat. Überzeugend weiß er vom Widerstand der Bergleute zu berichten, ebenso von der Behandlung der Frauen, die den Besatzern zu freundlich gesinnt waren. So schafft er es, ein authentisch wirkenden Bild der Bergarbeiterkolonie Teutoburgia zu zeichnen. Seine Charaktere sind Menschen, die mit ihren Moral- und Wertvorstellungen wunderbar in das damalige Zeitbild passen. So tritt die kriminalistische Handlung zeitweise zu Gunsten der historischen Handlung in den Hintergrund. Das ist der Geschichte aber keinesfalls abträglich. Der Roman wirkt authentisch und der Spannungsbogen ist fast durchgehend erhalten. Die kleinen Längen innerhalb des Kriminalfalles werden aber durch die Realitätsnähe der Handlung voll kompensiert.

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  • Rezension zu "Franzosenliebchen" von Jan Zweyer

    Franzosenliebchen
    Karr

    Karr

    17. September 2011 um 20:29

    Zeitgeschichtlich gut geschilderter Krimi aus einer fats in Vergessenheit geratenen Phase der deutschen Geschichte. Dazu viel Lokalkolorit - das macht die Mischung zum richtigen Lesevegrnügen. Das Ruhrgebiet, 1923. Die Franzosne haben das Ruhrgebeit besetzt - wegen ausstehender Reparationszahlungen aus dem Versailler Vertrag. Der Plan ist, mit Material und Kohle die "Schulden" des Reiches zu begleichen. In Herne wird eine junge Frau ermordet, ein Dienstmädchen, das nachts auf dem Heimweg war. Wer als Täter in Frage kommt, ist für die Herner schnell klar - in der Nähe des Tatorts wurde ein französisches Armeekoppel gefunden- was liegt also näher als die Tat der Besatzungsmacht in die Schuhe zu schieben? Das Verfahren der französischen Militärs ist knapp und mit eindeutigem Ausgang: die beiden verdächtigen Soldaten werden freigesprochen. In Berlin möchte man Klarheit über die Virgänge und schickt deshalb den Kommissar Peter Goldstein nach Herne: undercover, denn die Franzosen würden eine "offizielle" neue Untersuchung des Mordes nicht dulden. Zeitgeschichtlich gut geschilderter Krimi aus einer fats in Vergessenheit geratenen Phase der deutschen Geschichte. Dazu viel Lokalkolorit - das macht die Mischung zum richtigen Lesevegrnügen.

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  • Rezension zu "Franzosenliebchen" von Jan Zweyer

    Franzosenliebchen
    Winterzauber

    Winterzauber

    08. November 2010 um 00:05

    1923, das Ruhrgebiet ist durch Franzosen besetzt. Die Franzosen sind bei den Einheimischen total verhasst. Auf dem Nachhauseweg von ihrer Arbeitsstelle wird die junge Agnes Treppmann ermordet. 2 Franzosen werden verdächtigt, aber durch das Militärgericht freigesprochen, was natürlich gerade für Agnes Eltern unerträglich ist. Der junge Polizist Peter Goldstein, der durch seine französiche Mutter, die Sprache perfekt beherrscht, wird von Berlin ins Ruhrgebiet geschicht, um unter falscher Identität den wahren Mörder zu finden. Dies war mein erstes Buch von Jan Zweyer und es hat mir sehr gut gefallen. Gut und flüssig geschrieben, bekommt man einen guten Einblick über die Menschen und die politische Situation zur Zeit von 1923. Den nächsten Teil der Triologie - Goldfasan - werde ich auf jeden Fall auch lesen.

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