Jan Zweyer Goldfasan

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Inhaltsangabe zu „Goldfasan“ von Jan Zweyer

Hauptkommissar Peter Goldstein arrangiert sich mit den Nazis: Schon sehr frühzeitig verkürzt er seinen Namen auf Golsten und tritt nicht nur der Partei bei, sondern um der Karriere willen sogar der SS. Aktuell hat Golsten den Auftrag, sich den Haushalt von Walter Munder, dem stellvertretenden Kreisleiter der NSDAP in Herne, anzusehen. Dessen polnische Haushaltshilfe ist verschwunden, was erst mit zwei Tagen Verzögerung gemeldet worden ist. Ohne es zu ahnen, sticht Golsten mit seinen Befragungen in ein Wespennest. Denn zum einen plant Munder einen Betrug an Volk und Vaterland im großen Stil, zum andern steht der Kreisleiter schon längst auf der Abschussliste von SS-Sturmbahnführer Saborski. Und noch etwas ahnt Golsten nicht: Sein eigener Schwiegervater bietet in dem gemeinsamen Wohnhaus einem Juden Schutz vor den Nazis …

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  • Ein Kommissar im Dilemma

    Goldfasan
    PaulTemple

    PaulTemple

    Der zweite Fall des Herner Kommissars spielt im Jahr 1943. Als Kriminalbeamter ist Herr Golsten nun dem Reichssicherheitshauptamt zugehörig, aus Karrieregründen zudem der SS beigetreten. Zunächst strikt den Befehlen folgend, wird ihm im Laufe der Ermittlungen, bei denen polnische Zwangsarbeiter und gar politisch andersdenkende Jugendliche ihr Leben lassen müssen, immer mehr gewahr, was für ein Terrorregime er offiziell vertritt. Personen verschwinden, Beweise werden manipuliert und schließlich ist auch der Kommissar und seine Familie auf der Abschussliste des Regimes. Die innermenschlichen Zerreißproben, die gesellschaftlichen Spannungen und Ungerechtigkeiten im NS-Regime werden dem Leser auf kurzweilige und interessante Art näher gebracht, so dass ich den Krimi geschichtsinteressierten Lesern definitiv empfehlen kann. 

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    • 3
  • Rezension zu "Goldfasan" von Jan Zweyer

    Goldfasan
    RalfderPreusse

    RalfderPreusse

    Der zweite Teil der Goldstein-Trilogie, eine Reihe historischer Kriminalromane um den in Ruhrstadt ermittelnden Peter Goldstein. Nach dem in den frühern Zwanzigern des 20. Jahrhunderts während der Ruhrbesetzung spielenden "Franzosenliebchen" ermittelt Peter Goldstein, der sich jetzt Goldsten nennt, im Herne des Jahres 1943. Peter Goldsten ist kein Held, sondern ein opportunistischer Mitläufer mit Gewissensbissen. Als Kriminalpolizist ist Golsten jetzt Mitarbeiter des Reichssicherheitshauptamtes und SS-Offizier. Er ermittelt in Sachen einer verschwundenen polnischen Zwangsarbeiterein und deckt dabei Mord und Korruption in Parteikreisen auf. Er kommt in Berührung mit dem kommunistischen Widerstand und den Edelweißpiraten, verbleibt aber letztlich in seiner Rolle als Mitläufer Ein spannendes, faktenreiches Buch über die Zeit des zweiten Weltkrieges in Ruhrstadt. Und ein Protagonist, der kein Held ist, sondern jemand, der sich trotz Unbehagens mit dem System arrangiert hat und den Opfern hilflos gegenübersteht. Seinen Schwiegervater, der einen untergetauchten jüdischen Kommunisten versteckt, kann Goldsten nicht verstehen. Immerhin deckt er voller Angst den Schwiegervater, schickt den Juden aber fort und damit in den Tod. Lesenswert!

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    • 2
    alasca

    alasca

    12. November 2015 um 13:35
  • Gelungene Fortsetzung

    Goldfasan
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 13:15

    1943 im Ruhrgebiet. Der Kriminalkommissar Peter Goldstein, bekannt aus dem Krimi "Franzosenliebchen" hat in Anbetracht der Zeiten seinen Nachnamen in Golsten geändert und ist inzwischen Mitglied der NSDAP und der SS. Das alles natürlich nur, weil er Karriere machen will, Kriminalrat zu werden, ist sein ehrgeiziges Ziel. Der stellvertretende Kreisleiter Walter Munder, aufgrund der Farbe seiner Uniform der Goldfasan genannt, meldet das Verschwinden seiner polnischen Fremdarbeiterin mit zwei Tagen Verspätung. Golsten übernimmt den Fall und stößt bei seinen Ermittlungen schon bald auf Ungereimtheiten und Widersprüche. Die Vermisstensache Maria Slowacki ist alles andere als ein Routinefall. War mir der Kommissar Peter Goldstein in "Franzosenliebchen" sehr sympathisch, so hegte ich für Peter Golsten deutlich weniger Sympathien. Hat er sich doch zu einem ausgemachten Opportunisten gemausert, der für die Karriere auch bereit ist, Überzeugungen aufzugeben. Mit dieser Figur hat der Autor einen recht häufig in der damaligen Zeit vorkommenden Zeitgenossen in Szene gesetzt. In seiner Familie stößt Peter Golsten mit seinem Handeln nicht auf Gegenliebe, denn sein Schwiegervater ist aktiv im Widerstand tätig, er versteckt einen Juden. Sehr gut hat der Autor gezeigt, wie die Nazibonzen sich gegenseitig aus der Patsche helfen, eine Hand wäscht schließlich die andere und so hat es der eifrige Ermittler, für die Nazigrößen ist er schon zu dienstbeflissen, schwer. Aber er hat auch beschrieben, was geschieht, wenn Parteigenossen unbequem werden. Auch "Goldfasan" ist ein sehr gut recherchierter Kriminalroman, der sich leicht und flüssig liest. Die Kriminalhandlung ist wie auch im Vorgängerroman unaufdringlich in die Schilderung der Zeit und des Lebens im Nationalsozialismus in Herne eingebettet. Besonders haben mir die Charaktere gefallen, die Jan Zweyer regelrecht mit Leben erfüllt. Sie haben in meiner Fantasie alle ein Gesicht und ein menschliches Wesen bekommen. Aber Zweyer wertet oder moralisiert nicht. Und so bekommt man als Leser den Eindruck, an einer realen Geschichte teilhaben zu dürfen. Sein Kriminalroman ist einer der ruhigeren Art, ohne wilde Verfolgungsjagden und großes Blutvergießen. Mein Fazit: "Goldfasan" ist die gelungene Fortsetzung der Peter-Goldstein(Golsten)-Reihe. Ich freue mich schon auf den hoffentlich bald erscheinenden dritten Teil.

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  • Rezension zu "Goldfasan" von Jan Zweyer

    Goldfasan
    Karr

    Karr

    23. June 2011 um 17:20

    Ein spannendes Ruhrgebietsportrait aus dem vorletzten Jahr des Zweiten Weltkrieges. Herne im Ruhrgebiet, 1943. Es ist Krieg und außer den Hardlinern unter den Nationalsozialisten glaubt keiner mehr so richtig an den "Endsieg". Lebensmittel sind rationiert, die Zeitungen sind voller Todesanzeigen gefallener Soldaten, nachts muss verdunkelt werden, bisher ist Herne weitgehend von den Angriffen der britischen Bomber verschont geblieben. Bei der Kripo arbeitet hier Peter Golsten, sein Dienstrang Hauptkommissar, sein SS-Rang ist "Hauptsturmführer". Golsten arbeitet für das Reichssicherheitshauptamt in Berlin, für das er Jahre zuvor als undercover-Agent nach Herne geschickt wurde: diese Geschichte wurde in "Franzosenliebchen" von Jan Zweyer erzählt. Damals hieß Golsten auch noch GOLDSTEIN, den Namen hat er arisiert, um garnicht erst den Verdacht einer jüdischen Herkunft aufkommen zu lassen. Ein Parteigänger der Nationalsozialisten ist dieser Golsten nicht, sagt er, und das glaubt man ihm einigermaßen. Er ist ein Mitläufer, einer der sich angepasst hat und sich aus den Machenschaften und Intrigen von Partei und Sicherheitsdienst herauszuhalten versucht. Aber was würde er tun, wenn er wüsste, dass sein Schwiegervater einen untergtauchten Kommunisten im Kaninchenstall versteckt? Man weiß es nicht. Heraushalten kann Golsten sich nicht mehr, als er den Fall der verschwundenen polnischen "Fremdarbeiterin" zugeteilt bekommt, die als Hausmädchen bei stellvertretenden NSDAP-Kreisleiter Wunder in Herne arbeitete. Schon bald wird ihm klar, dass er hier dabei helfen soll, etwas zu vertuschen. Geschäfte die der Kreisleiter und Golsten Vorgesetzte mit geraubtem Wertgegenständen aus dem Osten machen. Zugleich macht Golstens Chef Jagd auf ein paar jugendliche "Edelweißpiraten" und zu allem Unglück erfährt er dann noch von dem untergtauchten Flüchtling, den sein Schwiegervater versteckt. Ein spannendes Ruhrgebietsportrait aus dem vorletzten Jahr des Zweiten Weltkrieges.

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  • Rezension zu "Goldfasan" von Jan Zweyer

    Goldfasan
    Winterzauber

    Winterzauber

    11. November 2010 um 07:51

    Goldfasan hat mir noch um einiges besser gefallen als Franzosenliebchen. Bücher über das dritte Reich lese ich eigentlich nicht, aber hier habe ich mal ene Ausnahme gemacht und es nicht bereut. Peter Goldstein, mußte sich wegen seines jüdischen Namens auf Anraten der Polizeibehörde umbennen Golsten, Er wohnt mit seiner Frau Lisbeth und seinem Schwiegervater in Herne. Seiner neuester Fall handelt um eine polnische Zwangsarbeiterin, die spurlos verschwunden ist. Peter Goldsten beginnt mit den Ermittlungen bei der Familie Munder, in der die verschwundene Polin gelebt hat. Walter Munder ist der stellvertretende Kreisleiter von Herne und fühlt sich schnell durch die Ermittlungen belästigt. Peter Golsten stößt auf Gleichgültigkeit, schließlich handelt es sich ja nur um eine Zwangsarbeiterin. Durch einen anonymen Hinweis wird im Wald eine Babyleiche gefunden, ebenso wird die Leiche der Polin aus dem Fluß gezogen. Peter Golsten befindet sich mitten im Sumpf aus Lügen, Intrigen und Vertuschungen. Es wird schnell ein Schuldiger gefunden, ein junger Mann, in dessen Wohnung die Tatwaffe gefunden wird. Peter Golsten ist nach einiger Zeit klar, dass es sich hier nicht um den Täter handelt, außerdem hat sich jemand an den Beweismitteln zu schaffen gemacht. Sein Schwiegervater gibt ohne sein Wissen einem Juden im Schuppen Obdach. Spannend bis zum Schluß, deprimierend und realistisch. Tolles Buch.

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