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SunFlowerGirl

vor 10 Monaten

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Ein herzliches Hallo an alle,
hiermit möchte ich gerne zur Leserunde für mein Ebook Occido einladen, einen Jugendroman, der im Jahr 2049 spielt und eine mögliche Zukunftsentwicklung des Kinofilms porträtiert.

Für Charms ist es eine große Ehre, die Hauptrolle in einem sogenannten Reality Movie übernehmen zu dürfen: Einem Film ohne Schauspiel, in dem alles echt ist und niemand nach Drehbuch handelt. Seine Begeisterung für das Filmprojekt, das er lange für eine Dokumentation seines Lebens hält, schlägt jedoch um, als er feststellt, dass es am Set nicht mit rechten Dingen zugeht und die Filmhandlung zunehmend von der Realität abdriftet.

Für die Leserunde werden 20 Exemplare von Occido bis 17.11.2017 verlost. Die Gewinner/innen geben bitte einfach Bescheid, in welchem Format sie das Ebook benötigen und es wird ihnen zugesendet. Erhältlich ist Occido auf Amazon, Thalia, Weltbild, Google Play, iBooks Store und Kobo, denn selbstverständlich soll jeder, der interessiert ist, sehr gerne bei der Leserunde mitmischen dürfen.

Am Schluss möchte ich noch eine kurze Leseprobe anhängen und freue mich ansonsten, Occido schon bald mit euch diskutieren zu dürfen.



Leseprobe

Liebes Tagesbuch,

was für eine dämliche Anrede, nicht wahr? Ich schreibe dir im Grunde nur, weil Onkel Joe es von mir verlangt hat.

Es ist jetzt drei Tage her, seit sie Peter in dieses Heim für Schwererziehbare gesteckt haben. Seither war Onkel Joe ununterbrochen hier. Um Mam zu unterstützen, wie er sagt. Er meint, es wären schwere Zeiten und da müsse die Familie näher zusammenrücken, obwohl er eigentlich gar keine richtige Familie von uns ist, aber Onkel Joe bleibt Onkel Joe und ich habe ihn wirklich gern. Na ja, vielleicht fange ich einfach ganz von vorne an, wie Onkel Joe es gesagt hat: Mein Name ist Charms Krystofiak und ich bin zehn Jahre alt. Ja, ich heiße wirklich Charms und kann nicht mehr zählen, wie oft Leute mich das in meinem Leben gefragt haben. Ich wohne in Siggs, einer Stadt, in der nie irgendwas Spannendes passiert. Mit meiner Mam und meinem Bruder Peter lebe ich in einem grauen Haus mit Garten am Stadtrand. Zumindest war das so bis vor drei Tagen: Peter ist zwölf und leider macht er ständig Ärger, weswegen Mam immer sehr traurig ist. Sie sagt dann immer, wie froh sie ist, dass ich anders bin, denn leider haben wir keinen Papa mehr, der dafür sorgen könnte, dass Peter sich benimmt. Er ist ziemlich früh bei einem Motorradunfall gestorben. Für Mam war das schlimm, aber ich erinnere mich nicht an ihn, weil ich zu dem Zeitpunkt noch zu klein war. Na ja, aber es gibt ja noch Onkel Joe.

Und Onkel Joe sorgt dafür, dass wir uns auf unsere Bestimmung konzentrieren. Es ist eine ganz besondere Aufgabe, und wir, Peter und ich, können stolz sein, dass wir für sie ausgesucht wurden. Wenn wir groß sind, werden wir nämlich Teil eines riesigen Filmprojekts sein! Die Handlung ist streng geheim, aber wenn mal alles fertig ist, bekommen wir dafür Geld und können uns alles kaufen, was wir wollen. Onkel Joe sagt immer, der Film wird unser Leben dokumentieren. Das klingt ziemlich öde, denn so viel passiert darin, ehrlich gesagt, nicht. Das Drehbuch, hat er mir erklärt, umfasst einen Rahmen, in dem wir uns bewegen und improvisieren. Improvisieren bedeutet übrigens: Tun, was uns gerade einfällt. Onkel Joe sagt, es wird ein großes Experiment und wir sind die Stars darin. Ich hoffe nur, im Heim machen sie Peter bis dahin wieder gesund. Es wäre blöd, wenn ich alleine ans Set müsste, auch wenn ich bis dahin erwachsen sein werde. Einmal habe ich Onkel Joe gefragt, warum die mit dem Film so lange auf uns warten. Bis wir erwachsen sind, meine ich, und er hat gesagt, weil wir eben etwas Besonderes sind.

 

Mir fällt gerade nicht mehr ein, was ich über mein Leben erzählen könnte. Außer, dass ich ziemlich gut in der Schule bin. Letzte Woche hatte ich eine Eins auf meine Mathearbeit.

Ich werde dieses Tagebuch ab jetzt jeden Tag bis zum Dreh führen, wie Onkel Joe es verlangt hat. Keine Ahnung, warum, er möchte die Einträge gerne lesen, wodurch es eigentlich kein Tagebuch mehr ist. Aber das macht mir nichts aus, Onkel Joe darf ruhig wissen, was bei mir so ansteht.

Gut, das wäre dann mein erster Eintrag.

 

Charms

 

Part 1 Aktion – Im Eighty‘s

 

Platsch. Platsch. Platsch.

Der Regen zersplitterte in winzige Tropfen und sprudelte die Regenrinnen hinab, um von der Erde gierig aufgesogen zu werden.

Charms hockte am Küchenfenster, hatte die Arme über dem Fensterbrett verschränkt, das Kinn darauf gestützt und den Blick auf das trübsinnige Bild hinter der beschlagenen Scheibe gerichtet. Hin und wieder drang das monotone Geplapper des Fernsehers zu ihm durch, doch überwiegend hing er seinen Gedanken nach, die Regentropfen um Regentropfen sinnentleerender zu werden schienen. Perfekte Prokrastination – eigentlich sollte er sich mit der Studienlektüre über Strafrecht auseinandersetzen, die aufgeschlagen vor ihm bei Tisch lag. Die Prüfung im September würde entsprechend umfangreich werden, doch aus irgendeinem Grund schien sein Kopf heute in den Streik getreten zu sein.

Seufzend weckte er sich aus seiner handgeschaffenen Trance, beschloss, das Wetter Wetter und das Lernen Lernen sein zu lassen und sich stattdessen mit einem Glas Orangensaft und einem gekühlten Schinken-Käse-Sandwich vor den Fernseher zu knallen, der ohnehin bereits seit Stunden um Aufmerksamkeit buhlte. Soeben wurde über einen Handballspieler berichtet, der offenbar unter Doping-Verdacht stand. Nichts Weltbewegendes und somit genau das Richtige für seinen abdriftenden Verstand.

Charms hatte sein Sandwich gut zur Hälfte gegessen, als sein Handy, das er am Fensterbrett zurückgelassen hatte, lautstark auf sich aufmerksam machte. Ächzend erhob er sich aus seiner entspannten Haltung, um dem ohrenzwickenden Geräusch ein Ende zu bereiten. Kostjas Name flimmerte über das Display. Kostja war einer seiner Studienkollegen, und hatte scheinbar gähnende Langeweile, denn er erkundigte sich, ob Charms nicht Lust hätte, das Eighty’s zu besuchen, eine der wenigen annehmbaren Bars im Univiertel; andere Mitglieder ihrer Lerngruppe hätten auch zugesagt.

Charms erster Blick ging auf die kleine Wanduhr über der Tür, die ihm halb elf Uhr abends zeigte. Der zweite ging aus dem Fenster in den strömenden Regen. Das Univiertel lag gut fünf Gehminuten entfernt. Kurzerhand sagte er zu, ehe er sich zu sehr an dem Regen stoßen konnte. Immerhin hatte er den restlichen Abend nichts weiter zu tun, außer sich in abnorm langweiligen Schriftsätzen zu verlieren, denen sein Kopf stur den Eintritt verweigerte.

Mit einem Schirm gegen die triefende Nässe ausgestattet, machte er sich auf den Weg. Unterwegs kamen ihm nur wenige entgegen, die sich bei dem Wetter vor die Tür getraut hatten. Der Regen schien den Dreck von Siggs im Glanz des nie erlöschenden Lichterchaos aus Straßenlernen, Leuchtreklamen und Autoscheinwerfer regelrecht hinfort zu spülen. 

Kostja erwartete ihn bereits vor dem Eingang zum Eighty’s, eine wenig geschmackvolle dunkelgrüne Sportjacke über die Schultern geworfen und unaufhörlich in sein Handy plappernd, das er ans Ohr gedrückt hielt. Als Charms dazu trat, beendet Kostja prompt das Gespräch.

„Die sind alle schon drin“, informierte er ohne Umschweife. „Nina hat eben angerufen, du weißt schon. Die aus dem Kurs vom Sozialrecht. Lass uns reingehen, es ist echt mies hier draußen.“

Die Stimmung im Blitzlicht des Clubs war gut, aber beduselt. Die Musik tönte ohrenbetäubend aus den Boxen und die Luft atmete sich abgestanden und viel zu warm. Kostja deutete Charms, ihm zu folgen, denn scheinbar hatte er unter den im Flimmerlicht untergehenden Gästen bekannte Gesichter ausfindig gemacht. Charms dackelte guten Willens hinterher und wünschte sich jetzt schon zurück vor seinen Fernseher, in die besonnene Stille seiner vier Wände, als sich jäh ein Paar zierlicher, nackter Arme um seinen Hals kettete.

„Hey, Charms, lange nicht gesehen!“, rief Daria mit strahlender Miene aus; sie trug ein schwarzes, trägerloses Paillettenkleid, das sich hart von ihrem dunkelroten Haar abhob. Obwohl ihr anzusehen war, dass sie bereits einiges an Alkohol intus hatte, tat dies ihrer Schönheit keinen Abbruch. Sie sah wie immer umwerfend aus.

 „Hey“, gab Charms mit tüchtigem Lächeln zurück. „Alles gut bei dir, Daria? Wo ist Peter?“

Er versuchte, seine Gedanken von dem Stich wegzulenken, mit dem der Name seines älteren Bruders ihm zwischen die Rippen fuhr.

Beiläufig winkte Daria ab. „Ach, nicht da. Läuft gerade nicht so toll mit uns.“ Auf Zehenspitzen spähte sie über seine Schulter, sodass Charms selbst verwundert herumfuhr. Daria lachte. „Nicht doch, nicht doch. Ich wollte mich nur vergewissern, ob du in Begleitung bist.“

„Ich bin mit ein paar Leuten von der Uni da.“

Doch etwas anderes, das Charms im sprunghaften Lichtertanz nicht ausmachen konnte, schien Darias Interesse geweckt zu haben, denn mit zwei kurzen Wangenküsschen verabschiedete sie sich übereilt von ihm und war schneller in dem nächtlichen Treiben verschwunden, als Charms schalten konnte. Ihr eiliges Verschwinden rührte seinen Magen auf.

Rasch hielt er Ausschau nach Kostja und dem Rest der Uni-Truppe, und wurde nahe der Bar fündig, wo sie gemeinschaftlich zur Musik wippten. Obwohl er sich sicher war, einige von ihnen noch nie gesehen zu haben, nickten ihm alle freundlich zu. Kostja drückte ihm einen Drink in die Hand und Charms entschlüsselte es rasch als Cola Rum.

„Du in einem Club, Charms?“, brüllte Robert,  einer von Charms‘ Kommilitonen, der angesichts der überdrehten Geräuschkulisse zu laut und eindeutig zu spuckend sprach. „Wie kommt man zu der Ehre?“

„Ferien“, gab Charms zurück. „Strafrecht war heute reine Zeitverschwendung.“

„Sowas kann auch nur von dir kommen.“ Versöhnlich klatschte  Robert ihm auf die Schulter und ließ seine halbvolle Flasche Bier gegen Charms‘Cola Rum krachen. „Schön, dass du dich von deinem Strebertum zumindest in den Ferienwochen lösen und mit uns einen trinken gehen konntest!“

Pflichtbewusst bediente sich Charms seines Drinks und ließ den Blick ziellos über die Kulisse gleiten, um sich aus etwaigen weiteren Gesprächen ausklinken zu können. So schnell wie er Daria mit ihrer dunkelroten Mähne vorhin verloren hatte, hatte er sie auch schon wieder gefunden: Sie unterhielt sich auf sehr anschauliche Weise scheinbar blendend mit einem riesenhaften Typen, den Charms nicht kannte, der aber eindeutig nicht sein Bruder Peter war. Trotzdem hatte der Unbekannte beide Hände rechts und links an Darias Hüfte gelegt und versuchte, sie näher an sich heranzuziehen. Sie zierte sich halbherzig und kicherte dabei unablässig vor sich hin. Charms beobachtete einen schnellen, unübersichtlichen Wortwechsel zwischen den beiden, dann hatte Daria auch schon die Arme um den Stiernacken gelegt, wie sie es nur Minute zuvor bei Charms getan hatte.

Peter. Es war Peter, der ihm durch den Kopf hätte gehen sollen. Zeig Missbilligung. Wende dich ab. Das ist deine Aufgabe. Reiß dich zusammen!

Ehe er sich selbst davon abhalten konnte, drückte Charms sein Glas wortlos Kostja in die Hand und drängte sich durch die tanzenden, lachenden, streitenden, zu laut schwadronierenden Leiber Richtung Daria und ihrer fragwürdigen Bekanntschaft. Als diese auf sämtliche akustische Zeichen seinerseits nicht reagierte, packte Charms sie schließlich an der Schulter und wirbelte sie zu sich herum. Daria sah erschrocken aus.

„Was soll denn das werden?“, fuhr er sie an.

„Charms…“

„Nichts, Charms! Was soll das?“

Sie starrte ihn an, öffnete den Mund, um etwas zu sagen, ihr wurde jedoch von einem heftigen: „Cut! Schluss, Schluss, Schluss!“ das Wort abgeschnitten.

Cut

 

Tanz und Musik fielen in sich zusammen wie ein missglückter Kuchen. Das Kamerateam, die Statisten wichen zurück, einige wirkten verärgert, viele irritiert. Mit herrischer Geste winkte Joe, der die Regie über das Filmprojekt überhatte, Charms zu sich, um ihn sich zur Brust zu nehmen. Seine hängenden Backen strafften sich in zuckender Spannung.

„Was ist los, Charms? Ist dir dein Platz in der Szene nicht klar?“

Mit in die Hüfte gestemmten Armen sah sich Charms nach Daria um. Der Stiernacken, dieser übergroße Idiot, stand hinter ihr und schaute tumb aus der Wäsche, während Daria selbst peinlich berührt den Blick durch die Clubkulisse schweifen ließ.

Ungeduldig schnipste Joe vor Charms‘ Gesicht, um ihn zur Aufmerksamkeit zu mahnen.

„Was gehst du Daria so an? Ich dachte, es wäre klar, dass du sie erst später zur Rede stellst, vor dem Club, bevor du deinen Arsch nach Hause bewegst. Was soll das jetzt also?“

Nach und nach glaubte Charms, das Set wieder in schärferen Umrissen zu sehen. Zwar pochte der Ärger immer noch in ihm und verlangte nach irgendeiner Form der Entschädigung, doch das größte Übel war verraucht. Was hatte ihn nur geritten? Ausgerechnet in der ersten Szene! Es war ein Film, Daria hatte geschauspielert. Kein Grund für ihn, so aus der Haut zu fahren, sich so gehen zu lassen.

„Tut mir leid, Joe. Drehen wir die Szene noch einmal.“

„Das will ich auch meinen!“ Das halbe Kamerateam hatte sich inzwischen um sie versammelt und lauschte mit schadenfreudiger Andacht, wie Charms zur Schnecke gemacht wurde. Joe nahm die Dreharbeiten sehr ernst und das war gut so. „Es ist spät und die Einstellungen haben uns Stunden gekostet, vom Make-up ganz zu schweigen. Wir machen eine kurze Pause, in der du dir deinen Auftritt genauer durchlesen wirst, Charms. Sowas will ich nicht noch mal sehen!“

Charms nickte, während sich das schlechte Gewissen um ihn bettete. Sein Blick tastete vorsichtig über die schaulustige Zuschauertribüne, die sich um sie gebildet hatte. Keiner von ihnen war erfreut über seinen Patzer. Zornesrot und wild mit den Händen gestikulierend stürmte Joe aus der selbsterschaffenen Manege, wobei er eine halbstündige Drehpause ausrief.

Als Charms geknickt aus dem Kreis der Schmach treten wollte, der sich nur allmählich verdünnte, kam Daria auf ihn zu, nahm ihn sanft an der Hand und zog ihn vor die Tür an die frische Luft. Der Regen plätscherte stetig durch die Straßen.

Verlegen strich sich Daria das rote Haar aus dem Gesicht. „Joe wollte, dass ich es tue“, sagte sie und eine kleine Falte bildete sich zwischen ihren Brauen. „Dass ich das Michelin Männchen da drin anquatsche. Er hat drauf bestanden und es dezidiert im Drehbuch erwähnt. Komisch, oder? Ein Film über uns, in dem wir nicht handeln dürfen wie wir es würden.“

Sie versuchte zu lachen, was gehörig misslang. Wenige Wochen vor Drehbeginn war Darias Beziehung mit Peter, Charms‘ Bruder, zerbrochen, genauer gesagt, hatte der Mistkerl sie nach gut vier Jahren ohne weitere Erklärung fallen lassen. Angesichts ihrer Trauer hatte Charms sie wieder aufgerichtet, wobei sich mehr zwischen ihnen entwickelt hatte als es das Drehbuch verlangte, nach welchem sie sich die nächsten drei Wochen ausrichten sollten. Dieses war auf eine Liebesgeschichte zwischen Peter und Daria ausgelegt und sollte das Leben seiner Akteure widerspiegeln. Unpraktisch, dass sich das wahre Leben so schnell ändern konnte. Beim Anblick Darias mit einem anderen waren Charms sämtliche Drähte der Vernunft in Sekundenschnelle durchgebrannt. Gefühle, die seine Filmfigur nicht haben durfte. Die er nicht haben durfte.

Daria trat auf ihn zu, strich ihm über die Wange und lehnte die Stirn an seine. Ihre Lippen berührten einander. Es war ein inniger, leuchtender Moment, der von einem aus dem Club trabenden Joe jäh zerrissen wurde. Sein Blick lag finster auf Charms und Daria, die verlegen voneinander abtraten.

„Du sollst dich mit deiner Szene befassen und nicht der Freundin deines Bruders die Zunge in den Hals stecken!“, fauchte Joe und deutete mit anklagendem, feisten Finger auf Charms. Sein Gesicht war gerötet. „Kann nicht sein, dass der gesamte Dreh aufgehalten wird, nur weil Daria plötzlich meint, vom einem Bruder zum anderen hüpfen zu müssen…“

Zornig trat Daria an Charms vorbei und baute sich vor Joe auf. Wie zwei kampflustige Hähne standen sie einander gegenüber. Charms hob an: „Hört mal…“, doch er hatte keine Chance. Mit seinem Vorwurf hatte Joe einen empfindlichen Punkt bei Daria getroffen.

„Weiß du, Joe, vielleicht meint Daria auch ebenso plötzlich, keine Lust mehr auf den Laden zu haben, den du für ihren Freitagabend ausgewählt hast!“, äffte sie seine Wortwahl gehässig nach. Der Alkohol hallte aus ihrer Stimme. Sie hatte sich an diesem Abend mit dem Trinken eindeutig übernommen. „Ja, vielleicht hat Daria keine Lust, sich in verschwitzter Atmosphäre mit wenig anregenden Muskelbergen zu unterhalten und würde lieber weiter in die Stadt ziehen. Wie würde dir das gefallen?“

Einige Gesichter des Kamerateams waren inzwischen aus dem Eighty’s getreten und hielten neugierig angesichts des hitzigen Schlagabtauschs inne, in den sie soeben unverhofft geplatzt waren.

„Du kannst deine Szene selbst zu Ende drehen!“, sagte Daria fuchsig zu Joe. „Vielleicht setzt du dir eine rote Perücke auf und tingelst im Kleinen Schwarzen ein bisschen durch die Menge auf der Suche nach potenziellen Schmachtobjekten. Man sieht sich!“

„Daria …“, warf Charms ein, doch da war sie bereits herumgewirbelt und mit großen Schritten in der Dunkelheit verschwunden. Schnaufend wie ein abgehetzter Stier starrte Joe ihr hinterher. Wenn er ihr nicht wie ein Wahnsinniger hinterher wetzen wollte, hatte er die Schlacht soeben verloren. Und das würde er nicht: Joe war starker Raucher und obendrein figurtechnisch nicht das, was man gemeinhin als elfengleich bezeichnen würde.

„Ausgezeichnet!“ Er holte sich eine Marlboro aus der Hosentasche, steckte sie sich an und musterte Charms mit finsterem Gesicht. Die Kameraleute sahen angestrengt in alle möglichen Richtungen wie verstellte Scheinwerferköpfe, um Joes Ärger keine Zielscheibe zu bieten. Das mussten sie nicht, denn es war Charms, auf den sich sein Groll richtete. „Weg ist sie! Ist es das, was du wolltest?“

„Nein, ich…“

„Wir brechen ab, das hat so keinen Sinn! Geh mir aus den Augen, Charms! Und lies dir den Auftrag deiner Szenen noch mal durch, bevor du heute schlafen gehst, um Himmelswillen! So eine Scheiße wie heute will ich nicht noch mal erleben, klar?“

Das hatte Charms ohnehin vorgehabt. Ein Fehler wie heute durfte ihm nicht mehr unterlaufen. Er war vollkommen aus seiner Rolle gefallen, weil er die neuen Gefühle, die seit wenigen Wochen in ihm gediehen, nicht zu beherrschen gewusst hatte. Aber das würde nicht noch einmal passieren. Ab morgen würde er wieder konzentriert bei der Sache sein und einwandfrei funktionieren, wie er es immer tat. Joe würde zufrieden mit ihm sein, das wusste er, als dieser stinkwütend zurück ins Eighty’s torkelte, um den Drehtag notgedrungen für beendet zu erklären. Das Kamerateam folgte ihm ängstlich. Charms blieb allein zurück und bekämpfte die auflodernde Scham und das beklemmende Gefühl, das Darias Abgang in ihm ausgelöst hatte. Niemand sollte ihm vorwerfen können, dass er unprofessionell oder gar zu gefühlsgeleitet war, um die größte Chance seines Lebens wahrzunehmen. Fehlplatzierte Gefühlsregungen waren ein Manko, das er sich nicht leisten konnte. Im Grunde brauchte er ja nur er selbst sein wie er vor gut einem Monat noch gewesen war, und dann würde alles perfekt laufen. Seine Gefühle für Daria musste er für die nächsten Wochen hintanstellen.

 

Am nächsten Tag kam Charms erst um die Mittagszeit aus dem Bett. Zu lange hatte er sich mit der Performance beschäftigt, die er heute Abend zum Besten geben musste, fehlerlos, ohne Tadel, damit Joe nicht länger sauer auf ihn war. Und noch viel länger hatte er über Daria gewälzt, wie es ihr ging, wo sie sich hin geflüchtet hatte und wie um alles in der Welt er abstellen konnte, was in ihm hochkam, jedes Mal, wenn sie in seiner Nähe war.  Dabei war er nach langem Grübeln zu dem Schluss gekommen, die nächsten drei Wochen durchzubeißen und anschließend gemeinsam mit Daria zu vergessen, was sich am Set zugetragen hatte.

Die Kantine war gut besucht, als er eintrat, doch von Daria war nichts zu sehen. Kameraleute, Visagisten und Darsteller rauften sich um die magere Ausbeute des Mittagsmenüs: Nudelauflauf, Chicken Wings, die aussahen, als hätte jemand McDonalds bestochen, seine Reste zum halben Preis zu verschenken, und ein schlampig abgemachter Tomatensalat, den bislang noch niemand angerührt hatte. Lange musste Charms nicht überlegen: Der Nudelauflauf schien das kleinste Übel und am wenigstens verdächtig, ihm einen verdorbenen Magen zu bescheren. Mit vollem Teller ließ er sich an einem der freien Plätze am Rande der Kantine nieder, möglichst weit weg von den tummelnden Plätzen, wo ihm der Verdruss über den gestrigen Patzer wie fauliger Gestank entgegenschlagen würde, denn natürlich war niemand sonderlich glücklich über den verlorenen Drehtag gewesen.

Mit zusammengepressten Lippen und angestrengt gesenktem Blick stocherte Charms in seinem Auflauf, als sich jemand auf dem freien Platz gegenüber niederließ, ein Tablett grauer Chicken Wings vor ihm abstellte, getränkt in einer abstoßenden Soßenkombi aus  Ketchup und Mayo.

„Mahlzeit“, sagte sein Bruder Peter grinsend. Alarmiert sah Charms umher, doch niemand schien sie zu beachten.

„Wir sollen hier nicht miteinander reden!“, zischte er seinem Bruder zu, der belustigt die Brauen hob; tatsächlich war Peter und ihm von den Studios eine Art Kontaktverbot vier Wochen vor Drehbeginn und während des gesamten Drehs ausgesprochen worden. Ausnahmen waren Szenen, die ihr gemeinsames Auftreten erforderten. Nicht, dass diese Auflage unter normalen Umständen besonders schwer einzuhalten gewesen wäre, denn der Kontakt zwischen den beiden Brüdern gestaltete sich bereits seit Jahren porös. Aber normalerweise löste Daria ja auch keine Eifersuchtstobfälle in ihm aus. Und vor gut drei Wochen hatte Peter gegen das Kontaktverbot verstoßen, als er Charms zum ersten Mal überhaupt in dessen Wohnung aufgesucht hatte. Der Grund dafür war Daria gewesen, um deren Wohl sich sein scheinheiliger Bruder gesorgt hatte.

„Und außerdem sollen wir das Set nicht verlassen“, erwiderte Peter gelassen auf Charms‘ Einwand und bediente sich seiner soßendurchweichten Chicken Wings. „Trotzdem ist Daria gestern abgehauen und hat damit den Dreh ins Stocken gebracht. Am ersten Abend! Gutes Mädchen, ich habe gleich einen Kurzen auf sie getrunken, als ich davon erfahren habe.“

Charms horchte auf. „Du warst gestern saufen? Peter, wir dürfen nicht vom Set…“

„Anordnung von Joe“, unterbrach Peter ihn schulterzuckend. „Frag nicht, es war sowieso ziemlich seltsam: Keine Kameras, aber ein ganzes Aufpasser-Team, das sich in einem Club westlich der Stadt geradezu auffällig unauffällig um mich herumdrückte. Bescheuert.“

Joe hatte gewollt, dass Peter das Set verließ? Das fiel Charms schwer zu glauben, sowie er sich sonst immer über Peters Eskapaden echauffierte. „Verstehe ich nicht. Wozu das alles, wenn nicht gedreht wird?“

 Nachdenklich blies Peter die Wangen zu Ballons auf, die er anschließend geräuschvoll zerploppen ließ. „Nun, offiziell hätte ich heute zu drehen begonnen. Eine absolut hirnrissige Erstszene, ich wache darin verkatert bei einem Kumpel auf und rede dann am Telefon mit Daria über unsere Beziehungsprobleme.“ Letzteres setzte Peter in übertrieben akzentuierte Anführungszeichen. Die Trennung von Daria war vor wenigen Wochen auf seine Initiative hin erfolgt und schien ihn nicht im Geringsten mitgenommen zu haben. Von Beginn an hatte Charms dies für merkwürdig befunden, war er doch der Ansicht gewesen, dass Peters Freundin immer einen überaus wichtigen Part in dessen Leben eingenommen hatte. Ein Irrtum, wie es schien, denn selbst die wunderbar unerwartete Entfaltung zwischen Charms und Daria hatte er bislang in keiner Weise kommentiert.

Achtlos riss Peter mit den Fingern ein Stückchen von einem seiner Chicken Wings und warf sich dieses wie ein ausgehungerter Bär in den Schlund, ehe er sich die fettbeschmierten Finger der Reihe nach mit der Zunge säuberte. „Wer weiß schon, was dieses Trocken-Clubbing zu bedeuten hatte. Vielleicht soll ich mir vorsorglich den Kopf wegsprengen, weil Joe befürchtet, ich würde in meiner Debutszene ohne intensive Vorbereitung zu gut aussehen.“

Er zwinkerte Charms zu, doch dieser sah demonstrativ weg; Peters aufgeblasener Spott über das Filmprojekt ging ihm auf die Nerven. Er wusste ja, dass sein Bruder diesem Moment nie mit so freudiger Erwartung entgegengefiebert hatte wie er selbst, nichtsdestotrotz handelte es sich dabei um eine einmalige Chance zur finanziellen Absicherung, die gerade Peter sich bei Gott nicht leisten konnte zu vermasseln. Soweit er wusste, hatte dieser kürzlich mal wieder seinen Job verloren. Ein Grund mehr, dem Projekt eine dankbare Haltung darzubringen, doch Peter schien das anders zu sehen. Ungeachtet Charms‘ abweisender Haltung fuhr er mit vollem Mund fort: „Wir haben nach Darias Abgang abgebrochen. Keine Ahnung, was das Theater soll: Ich sehe umso beschissener aus, wenn sie mich zwei Tage in Folge durch die Saufmühle treten. Genau das, was sie haben wollen.“

Er lehnte sich auf seinem Sitzplatz zurück und verzog das Gesicht beim Anblick des offensichtlichen essenstechnischen Malheurs auf seinem Teller, das ihn aber nicht davon abhielt, es zeitgleich in Massen zu verzehren. „Scheint ja mit dem Dreh nicht ganz so zu laufen, wie sie es sich vorstellen.“

Zum ersten Mal seit Beginn ihrer deplatzierten Konversation sah Charms seinen Bruder direkt ins Gesicht. Wie er selbst war Peter groß und dunkelhaarig, doch im Gegensatz zu Charms hatte er vor Jahren begonnen, sich literweise Tinte unter die Haut pumpen zu lassen und sich das Gesicht mit Steckern und Ringen zu ornamentieren. Heute trug er kleine Tunnel an beiden Ohrläppchen, zwei Ringe in der linken Augenbraue und einen in der Unterlippe zusätzlich zu einem schwarzen Ring zwischen den Nasenlöchern, den er seiner stetig wachsenden Gesichtsblechsammlung erst vor Kurzem hatte hinzukommen lassen. Eine seiner Tätowierungen entblößte ein wohlbekanntes Frauengesicht, von Rosenblüten umschmeichelt, auf seinem rechten Unterarm. Darüber stand Darias Name in verschnörkelten Buchstaben. Wie schnell er sich doch seiner einstigen Muse entledigt hatte.

„Es ist ein Reality Movie“, sagte Charms auf Peters Bemerkung hin. „Es läuft genauso wie wir es darbieten. Das gestern war meine Schuld, wir mussten abbrechen, weil ich nicht damit umgehen konnte, dass Daria…“ Er unterbrach sich selbst. Peter war für das, was geschehen war, nicht der richtige Ansprechpartner. Doch wie es schien, hatte er bereits genug gesagt, damit dieser sich einen Reim auf die Geschichte machen konnte. Manchmal war sein Bruder tatsächlich gar nicht so kurzsichtig wie man vermuten würde.

„Mit Reality hat das nichts zu tun, wenn wir abbrechen müssen, weil du nicht damit klarkommst, dass Daria sich einem anderen an den Hals wirft. Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber real wäre eine angepisste Reaktion darauf, oder? Aber nein, die passt ja nicht ins Konzept.“ Eine tiefe Falte bildete sich auf Peters Stirn. Er kaute grob an seinem Lippenring, während er zu überlegen schien. „Ich für meinen Teil finde diese Vorgaben der Szenen idiotisch. Warum soll ich mir sagen lassen, wie mein Leben aussieht, wenn die Kameras eben dieses porträtieren wollen?“

Angewidert schob er sowohl das Thema als auch die wenig gourmetwürdige Pampe auf seinem Teller von sich. „Was für ein widerlicher Fraß! Wie wär’s zur Abwechslung mal mit was, von dem man nicht entweder Dünnpfiff oder das Kotzen kriegt?“

Im nächsten Atemzug war Peter auf den Beinen, hatte das billige Plastiktablett in den Händen und ein laues Grinsen zu seinem bescheuerten Ring auf die Lippen getackert. „Ich spiele jetzt eine Runde Basketball, vielleicht macht wer aus dem Team mit. Einen guten Drehtag, wünsche ich dir!“

Damit schlenderte er davon. Charms beobachtete, wie Peter unterwegs seinen Pappteller voll ertrunkener Chicken Wings in den Müll kippte und ohne einen Blick zurück aus der Kantine verschwand.

Aktion, Klappe die Zweite – Im Eighty‘s

 

… Charms beobachtete einen schnellen, unübersichtlichen Wortwechsel, dann hatte Daria auch schon ihre Hände im Stiernacken des Typen vergraben und es ihm erlaubt, sich zu ihr herabzubeugen. Kostja johlte ein albernes „Uuuuhu!“ und wartete auf Charms‘ Reaktion, doch die kam nur in Form eines spöttischen „Tz“, ehe er sich von dem Geschehen ab- und sich den Unterhaltungen in der Runde seiner Kommilitonen zuwandte.

Irgendwann im Laufe des Abends nahm Charms eine Prügelei im Eingangsbereich zur Kenntnis. Besoffene Idioten. Auf halbem Weg zur Toilette konnte er eben noch mitverfolgen, wie ein klapperdürrer, ungesund wirkender Kerl in seinem Alter von den Securities nach draußen bugsiert wurde, wobei er sich gebärdete wie ein rotsichtiger Stier und wüste Kraftausdrücke von sich gab.

Erst spätnachts, als die Gesellschaft der Juristen sich nach und nach auflöste, sollten sich die Wege von Charms und Daria wieder kreuzen, nämlich an der Eingangstür zum Eighty’s. Daria lehnte mit dem Rücken an der Wand. Sie sah mitgenommen aus, unter ihren Augen schmierte ihr Make-up, das rote Haar stand ihr ins Gesicht. Trotz des geistesabwesenden Eindrucks, den sie vermittelte, ließ Charms es sich nicht nehmen, ihr ein Wort zum Nachdenken mit auf den Weg zu geben.

„Denk ein bisschen über dich selbst nach, Daria, über dich und Peter, oder ob ihr beide überhaupt noch Bestand haben solltet.“

„Oh, willst du bei ihm petzen, oder was?“, erwiderte sie giftig. „Als ob! Ihr habt seit Jahren kein Wort miteinander gesprochen!“

„Ich misch mich da nicht ein“, gab Charms zurück. „Ich wollte es dir nur gesagt haben, vielleicht schämst du dich dann zumindest ein bisschen vor dir selbst. Man sieht sich.“
Damit wandte er sich ab und spazierte in der Morgendämmerung zur Tür des Eighty’s hinaus.

 

„Cut!“

 


Autor: Jana Bacher
Buch: Occido

maria61

vor 10 Monaten

Alle Bewerbungen

Hallo Jana, gerne würde ich dieses Buch lesen. Das Cover ist eher schlicht finde ich, aber die Leseprobe hat mich doch überzeugt. Sie klingt interessant und spannend.
Für ein Epub springe ich in den Lostopf.

Armor-Psyche

vor 10 Monaten

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Auch ich würde gerne an der Leserunde teilnehmen, vor allem da ich als Deutschlehrerin immer auf der Suche nach interessanten Jugendromanen deutscher Autoren bin und das Thema Zukunft der Unterhaltungsmedien für mich sehr interessant erscheint. Also versuche ich mein Glück einmal im Lostopf.

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JohannaStoeckl

vor 10 Monaten

Kapitel 34-35: Debut - Abspann
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Puh. Tief durchatmen. Vielleicht schreibe ich auch noch etwas zu den vorherigen Abschnitten, aber jetzt mal zum Ende, weil ich das Buch nicht aus der Hand gelegt und bis zum Schluss durchgelesen habe. Wie soll ich sagen? Ich weiß nicht, ob ich das Buch lieben oder hassen soll. Lieben, weil es verdammt gut geschrieben ist und eine echt gute Story erzählt, die in sich auch völlig schlüssig ist. Hassen, weil ich eigentlich Geschichten, die derart schlecht und fatal enden, eigentlich nicht mag. Charms war mir im Lauf der Geschichte nie wirklich sympathisch; eigentlich gar niemand außer Daria. Peter und sogar Sam haben mir gegen Schluss immer mehr leid getan; das war auch keine Sympathie sondern eher Mitleid. Das Ende, in dem sie alle sterben und nur Charms und Theo überleben, ist so was von düster, frustrierend, schockierend ... schwer zu verdauen. Aber ja: Alles andere wäre wahrscheinlich kitschig und unrealistisch gewesen. Zumindest wäre es ein ganz anderes Buch gewesen. Zwei Kleinigkeiten, die ich noch als Anregung einbringen möchte (vielleicht fällt mir noch mehr ein, wenn ich das Ganze mal überschlafen habe): 1.) Nachdem du ja auch das englische Wort "Part" für die Abschnitte des Buches und den Begriff "Cut" verwendest, würde ich auch "Action" statt "Aktion" schreiben. Das ist ja das in der Filmbranche übliche Kommando am Beginn einer Szene; ich sehe keine Notwendigkeit, das einzudeutschen. 2.) Ich bleibe bei meiner Meinung, dass das Jahr 2049 im Klappentext falsche Erwartungen weckt. Ich würde alle Jahreszahlen (kommen eh nur an ganz wenigen Stellen vor, soweit ich mich erinnern kann) komplett weglassen und das Buch nicht nur in einer fiktiven Stadt, sondern auch zu einer nicht definierten Zeit spielen lassen. Das würde beim Leser noch zusätzlich das unangenehme Gefühl hinterlassen, dass solche Auswüchse der Filmbranche vielleicht schneller kommen, als man denken würde, und womöglich heute schon irgendwo heimlich Kinder heranwachsen, die einmal die Stars eines Reality-Movies werden sollen. 3.) Beim Cover gebe ich dir allerdings recht, jetzt, wo ich die Geschichte fertig gelesen habe. Aber auch da gilt: Es passt noch besser, wenn man sich nicht auf das Jahr 2049 festlegt, sondern einfach offen lässt, wann das Ganze spielt.

SunFlowerGirl

vor 10 Monaten

Kapitel 34-35: Debut - Abspann
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@JohannaStoeckl

Hui du warst aber flott beim Lesen :-) Ja der Ausgang der Geschichte ist alles andere als zuckerig und sicher nicht Jedermanns Sache. Ich für meinen Fall habe ja eine kleine Schwäche für Geschichten mit tragischem Ausgang und das hat sich wahrscheinlich in gewisser Weise auf "Occido" übertragen. Würde mich natürlich sehr freuen, wenn du noch die Zeit und Muse findest, was zu den anderen Kapiteln zu schreiben, finde den Austausch dazu wirklich interessant und hilfreich. Zu Punkt 1) Gute Anmerkung, danke! Es stimmt, ein einheitliches Bild in Bezug auf die "Cuts" etc. wäre sicher schöner. 2) Habe die letzten Tage viel über den zeitlichen Rahmen der Geschichte nachgedacht und werde ihn wahrscheinlich auf die Gegenwart verlegen. Die Jahreszahlen komplett wegzulassen wäre auch eine Alternative. 3) Im Hinblick auf das Ende macht das Cover mehr Sinn, freut mich, dass du das auch so siehst. Werde aber dennoch ein Cover erwägen, das mehr mit der Geschichte - nicht nur mit dem Ende - gemein hat.

JohannaStoeckl

vor 10 Monaten

Kapitel 34-35: Debut - Abspann
@SunFlowerGirl

Ich schreibe sicher noch was zu den anderen Abschnitten, aber erstens hoffe ich, dass auch von den anderen beiden Teilnehmern mal jemand was beiträgt, zweitens muss ich für morgen noch meine Lesung vorbereiten und drittens habe ich zu Monatsende einen Abgabetermin für ein Manuskript bei einem Verlag - da bin ich etwas im Stress. Nachdem ich davon ausgehe, dass die anderen nicht ganz so schnell lesen wie ich, werde ich jetzt mal etwas warten, bevor ich noch mehr schreibe, vor allem, weil ich durchaus auch gerne ausführlicheres Feedback gebe. Soll Occido eigentlich nur als E-Book erscheinen, oder willst du es auch als Print herausgeben?

SunFlowerGirl

vor 10 Monaten

Kapitel 34-35: Debut - Abspann
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@JohannaStoeckl

Hui, da bist du ja gut beschäftigt! Toll, dass du trotzdem die Zeit zum Lesen gefunden hast. Bis jetzt ist es nur als E-Book geplant, aber mal sehen was noch kommt :-)

Armor-Psyche

vor 9 Monaten

Plauderecke

Hallo auch von mir. Verzeiht meine lange Stille. Mein Kindl hat sich vor zwei Wochen selbst getötet. Ab dieser Woche habe ich einen Ersatz und endlich auch die Möglichkeit den Roman zu lesen. Ich freue mich schon sehr darauf. Um mich auch einmal vorzustellen: Mein Name ist Elena, ich bin 31 Jahre alt und Lehrerin für Deutsch, Latein und Ethik. Ich lese fast alles, was mir begegnet.

SunFlowerGirl

vor 9 Monaten

Plauderecke
@Armor-Psyche

Hallo und herzlich Willkommen, liebe Elena!
Schön, nach doch längerer Zeit von dir zu hören:-)
Viel Spaß beim Lesen, ich bin gespannt auf deine Meinung.
LG

JohannaStoeckl

vor 9 Monaten

Plauderecke

Hurra, ich bin nicht die Einzige, die das Buch gelesen hat. Und ja - ich bin noch da und folge der Leserunde noch immer. Ich habe ja versprochen, noch was zu den Unterthemen zu schreiben, zu denen ich mich noch nicht geäußert hatte, aber irgendwie habe ich die ganze Zeit abgewartet und gehofft, jemand anderer würde noch was schreiben.

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