Jana Döhring Stasiratte

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(0)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Stasiratte“ von Jana Döhring

Als die junge Jana Mitte der Achtzigerjahre in Ostberlin in einem Devisenhotel eine Anstellung findet, geht für sie ein Traum in Erfüllung. Neben internationalen Geschäftsleuten bevölkern das Hotel aber auch dubiose Gestalten und Glücksritter. Wie sie lernt auch Jana bald, die unter dem SED-Regime existierende Mangelwirtschaft geschickt zu nutzen. … Sie muss jedoch erkennen, dass Privilegien in der DDR nicht umsonst zu haben sind, und arrangiert sich mit dem Staat. Fünfzehn Jahre nach der Wende wird Jana von ihrer Vergangenheit in Gestalt eines guten Freundes und ehemaligen Kollegen eingeholt. Als Zeitzeugin erzählt Jana Döhring eine spannende Geschichte von Leichtsinn, Schuld, Verdrängung und dem Auferstehen und Aufarbeiten der Vergangenheit. Sie schreibt eine DDR-Geschichte, wie sie so oder ähnlich vielen ergangen sein mag. Dabei rundet sie die Erzählung immer wieder mit interessanten Geschichten über die Verhältnisse im real existierenden Sozialismus ab. Und auch bisher Unbekanntes gibt es zu berichten: z. B. wie das Spreehotel in Ostberlin zum Aufmarsch- und Rückzugsgebiet arabischer Terroristen werden konnte.   Ein starkes Stück DDR-Literatur, das es so bisher noch nicht gegeben hat!

Stöbern in Romane

Drei Tage und ein Leben

Ein beklemmendes Buch, stellenweise schwer zu verdauen. Negativ: unerträglicher Protagonist.

Lovely_Lila

Zeit der Schwalben

Eine spannende und berührende Familiengeschichte

SarahV

Die Schlange von Essex

Von der Handlung her hätte ich mir gern mehr Tiefe gewünscht, aber von der Versinnbildlichung bin ich mehr als begeistert.

herrzett

Mein dunkles Herz

Super schönes Cover, aber vom Inhalt bin ich leider nicht überzeugt.

Janinezachariae

Töte mich

großártig wieder eine echte nothomb

mirin

In einem anderen Licht

Wie viel gutes muss man tun, um Vergangenes wieder gut zu machen? - Eine bewegende Geschichte über Verrat und Trauer

lillylena

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein Stasispitzel erzählt

    Stasiratte
    Liebes_Buch

    Liebes_Buch

    27. July 2013 um 23:17

    Dieses Buch hat mich überrascht. Als Wessi hatte ich das Vorurteil, dass die Stasi-Spitzel aus Angst und Bedrängnis gegen ihren eigentlichen Willen mitgemacht hätten. In dem Buch "Stasiratte" räumt Jana Döhring mit diesem Klischee auf. Siebeschreibt wie sie mit 23 von der Stasi angeworben wurde und fortan Freunde und Fremde bespitzelte. Als abenteuerhungrige und schöne Frau erscheint sie erstaunlich praktisch. Ihre Gedanken kreisen hauptsächlich darum, wer ihr nützlich sein könnte. Auch in einer Diktatur will man ja Spass haben. So wird sie wegen der guten Bezahlung in der DDR Kellnerin und arbeitet in einem Hotel, in dem auch Ausländer absteigen und es Westgeld gibt. Sie geniesst erotische Abenteuer, heiratet jedoch einen Schwarzhändler, der z. B. Tiere schächtet, obwohl es verboten ist, und Polizeikontrollen über den Haufen fährt. Als die Stasi sie anspricht, fühlt sie sich geschmeichelt und wittert ein neues Abenteuer. Über viele Leute schreibt sie angeblich positiv, manchen schadet sie aber bewusst. So schwärzt sie aus Neid eine Kollegin an, die schöner ist als sie und deren Name, Chiara, ihr nicht gefällt. Nach der Wende heiratet sie einen westdeutschen Anwalt und lebt in Köln. Doch plötzlich wird ihre Erfolgsgeschichte gestört. Ihr Freund und Kollege Gerry, den sie bespitzelt hatte, schreibt ihr monatlich Postkarten. Mit dem Stalking-Gesetz bringt sie ihn vor Gericht, das ihm das Schreiben der Karten untersagt. Der Richter erklärt, er wüsste nicht, ob er sich selber in der DDR nicht ebenso verhalten hätte wie Jana Döhring! Hier kommt das typische Vorurteil zum Tragen, dass wir alle denken, die Stasi-Spitzel hätten aus einer Notlage heraus mitgemacht und sich gefürchtet. Aus diesem Grund halte ich dieses Buch für empfehlenswert, weil es Wessis die Augen öffnen könnte. Viele Ostdeutsche waren mutig, anständig und tapfer. Trotzdem hat sich in unseren Köpfen die Idee eingenistet, die Stasi-Spitzel wären Opfer gewesen. "Stasiratte" offenbart, dass das durchaus nicht so war. Jana Döhring schreibt ihre Lebensbeichte distanziert, zynisch und mit einer gewissen Koketterie. Sie macht sich sogar darüber lustig, dass keine Zeitung einen Bericht über die Geschichte ihres Opfers drucken würde, weil die Opfergeschichten gewöhnlich sind. Auch nach dem Ende der DDR hat die Autorin sich nicht geändert. Ein hässliches Zeitzeugnis, das Wessis die Naivität nehmen könnte. Obwohl bzw. weil dieses Buch so negativ ist, halte ich es für empfehlenswert- allerdings muss man beim Lesen selber denken. Jana Döhring sagte in einem Interview, sie würde die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches spenden.

    Mehr