Jana Hensel

 3.3 Sterne bei 137 Bewertungen
Autorin von Zonenkinder, Neue deutsche Mädchen und weiteren Büchern.
Jana Hensel

Lebenslauf von Jana Hensel

Jana Hensel, geboren am 3. Juli 1976 in Leipzig, studierte Romanistik und Neuere Deutsche Literatur in ihrer Geburtsstadt, Marseille, Berlin und Paris. Ihr Debütroman "Zonenkinder" wurde ein Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt. Sie verarbeitet darin ihre Erfahrungen mit der Deutschen Wiedervereinigung. Hensel war als Journalistin für die Zeit, den Spiegel und die Welt tätig. Heute lebt Hensel in Berlin und hat einen Sohn.

Alle Bücher von Jana Hensel

Jana HenselZonenkinder
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Zonenkinder
Zonenkinder
 (118)
Erschienen am 01.06.2004
Jana HenselNeue deutsche Mädchen
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Neue deutsche Mädchen
Neue deutsche Mädchen
 (12)
Erschienen am 02.06.2009
Jana HenselKeinland
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Keinland
Keinland
 (3)
Erschienen am 31.07.2017
Jana HenselAchtung Zone
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Achtung Zone
Achtung Zone
 (3)
Erschienen am 09.10.2009
Jana HenselZonenkinder
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Zonenkinder
Jana HenselNeue deutsche Mädchen
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Neue deutsche Mädchen
Neue deutsche Mädchen
 (0)
Erschienen am 01.07.2008
Jana HenselAfter The Wall
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After The Wall
After The Wall
 (0)
Erschienen am 26.10.2004

Neue Rezensionen zu Jana Hensel

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LolitaBuettners avatar

Rezension zu "Keinland" von Jana Hensel

Gedankenreich
LolitaBuettnervor 7 Monaten

Jana Hensels Liebesroman KEINLAND ist ein schmales Buch, welches von einer komplizierten Liebe erzählt.

Die Ich-Erzählerin Nadja aus Berlin liebt Martin, einen jüdischen Unternehmer aus Frankfurt, der aber inzwischen in Tel Aviv lebt. Beide fühlen sich zueinander hingezogen und dennoch trennt das Paar so vieles.

Martin entzieht sich immer wieder Nadja. Für die beiden scheint es keinen richtigen Ort zu geben, an welchem sie ihr Glück leben können. Nicht Berlin. Nicht Tel Aviv. Nicht Israel. Nicht Deutschland. KEIN LAND eben. Die beiden treffen sich nur selten, haben sporadischen Kontakt. Nicht besonders innig. Manchmal befremdlich.

Der Liebesroman ist nicht schnulzig, aber auch nicht rührend. Es wird einfach von einer gescheiterten Beziehung erzählt. Obwohl die Sprache der Autorin sehr persönlich ist, wirkt das Erzählte kühl - vielleicht weil die Beziehung der Protagonisten ebenso kühl ist. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, ich neheme an Dialogen teil. Einmal unterhält sich Nadja mit Martin - wenn auch nie stattgefunden, sondern von ihr vorgestellt, mit ihrer Freundin Bettie, Kollegen oder Freunden. Nadja wirkt traurig und zuversichtlich zu gleich.

Die Kapitel flatterten an mir vorbei. In der Mitte des Buches verlor ich ein bisschen das Interesse, weil die Autorin weniger von der Beziehung erzählte. Es ging um die Aufarbeitung der Judenverfolgung, die Erkundung von Erinnerungsstätten in Israel, eine andere Liebschaft ...

Ich hatte mir von dem Buch mehr erwartet, weiß aber nicht so recht, was dieses "mehr" sein könnte. Im Ganzen war die Geschichte mir zu zäh, zu traurig, zu einsam und auch irgendwie verwunschen. Nadja ist eine Träumerin, die mit großen Phrasen fern der Realität die Liebe zu halten versucht.

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Keinland" von Jana Hensel

Jana Hensel - Keinland
miss_mesmerizedvor einem Jahr

Nadja und Martin, eine ungewöhnliche Beziehung in einem nirgendwo, in Keinland. Nadja will den Unternehmer Martin Stern eigentlich nur für ihre Zeitung interviewen, doch schnell merken beide, dass da mehr ist zwischen ihnen. Aber sie sind beide nicht frei von dem, was sie als Erbe und Erfahrung mit sich tragen., Martin wächst als Kind von Holocaustüberlebenden im Feindesland in Frankfurt auf und hasst es. Als Erwachsener flüchtet er ins gelobte Land. Auch Nadja hadert mit ihrem Land, das es schon gar nicht ehr gibt. In Ostberlin groß geworden hat sie den Niedergang der DDR erlebt und findet sich nun in einem anderen Land wieder, das irgendwie nie ihres wird. Martin will nicht nach Deutschland kommen, dafür zeigt er Nadja sein geliebtes Israel. Immer wieder treffen sie sich, aber sie kommen nicht zusammen, zu viel trennt sie, trennt jeden einzelnen davon, irgendwo richtig anzukommen und bei sich selbst zu sein.


Jana Hensels Buch wird als Liebesroman kategorisiert, aber ist er das wirklich? Für mich war die Liebesgeschichte zwischen Nadja und Martin nicht wirklich greifbar, denn sie entsteht nicht wirklich. Es gibt Zuneigung und Anziehung, doch viel mehr stecken die beiden Figuren in den Fragen ihrer eigenen Definition und Orientierung fest, als dass es ihnen möglich wäre, sich aufeinander einzulassen. Zwischen ihnen steht vor allem auch die Schuld der Deutschen, die nicht nur ein Volk, sondern auch dessen Geschichte versuchten auszulöschen:

„Ich komme aus dem Nichts, Nadja. Das ist eigentlich ganz einfach. Vielleicht zeige ich dir eines Tages, wo das ist. Vielleicht auch nicht. Das weiß ich noch nicht. Ich weiß, du findest, deine Leute laufen herum und sehen unter der neuen Farbe wie Tote aus. Aber das ist mir egal. Meine Leute sind wirklich tot. Sie laufen nirgends mehr herum.”

Martins Eltern mussten nach dem Krieg als Displaced Persons in Deutschland leben, wenigstens ihrem Sohn wollten aber sie eine Zukunft ermöglichen und dies führte für diesen jedoch zum Identitätsverlust:

„Meine Eltern haben mir nach dem Krieg den Namen Martin gegeben, damit man mich nicht erkennt. Sie wollten, dass ich genauso heiße wie ein richtiger Deutscher. Aber ich werde nie ein richtiger Deutscher. Ich weiß nicht, wer ich bin.”

Er bemüht sich nicht aufzufallen und dazuzugehören, aber jemand wie Nadja kann sofort erkennen, wenn jemand am falschen Ort, im falschen Land ist. Richtig ist für ihn jedoch Israel, seine neue Heimat, die er wie eine Geliebte verehrt. Eine Liebe, die Nadja nicht kennt, denn sie liebt ihr neues Land nicht, dies bleibt für sie immer das falsche:

„mein Land ist wirklich untergegangen, und ich glaube manchmal, ich mit ihm. Vielleicht weil ich damals so jung war, habe ich nicht verstanden, was passierte. Martin, verstehst du, vielleicht bin ich ja mit diesem Land untergegangen. Man kann auch mit falschen Ländern untergehen.”

Da es auf der Welt kein Land für sie beide gibt, müssen sie nach Nadjas Vorstellung eine neue Enklave für sich schaffen, eine eigene Welt, in der sie leben können und die ihnen die Freiheit und Sicherheit gibt, nach der sie sich sehnen:

„wir haben ein Land gegründet. Eine ganze Weile schon tun wir das, seit mehr als einem Jahr tun wir das, wenn du es ganz genau wissen willst. Ein Land für dich, ein Land für mich und nun auch noch ein Land für unser Kind. Meinland, Deinland, Keinland, unser Land vielleicht. Für das Kind in mir.“

Nadja und Martin sind im permanenten Kräftemessen, wessen historisches Erbe ist schlimmer, wer ist verlorener und in diesem Tauziehen finden sie sich immer wieder. Aber ihre Liebe ist fragil, sie setzt voraus, dass beide einen Schritt weitergehen, die Vergangenheit hinter sich lassen und nach vorne blicken. Die Last abwerfen, die sie mit sich tragen, die sie sich selbst gegeben haben.

Eine Liebe vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Ein Roman, der weit über seine Figuren hinaus wirkt, nicht nur wegen der Tragweite des Rahmens, sondern auch wegen der treffenden Formulierungen Jana Hensels, die genau den richtigen Ton für ihre Figuren gefunden hat.

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MyriamErichs avatar

Rezension zu "Zonenkinder" von Jana Hensel

Das Leben in der "Schwebe zwischen Ost und West"
MyriamErichvor 3 Jahren

Berlin 1989. Jana Hensel war 13, als die Berliner Mauer fiel. In ihrem Essay "Zonenkinder" beschreibt sie ihr Leben, wie es einmal war und welche Veränderungen die Wende mit sich brachten. Dabei geht sie besonders auf ihre Kindheitserinnerungen ein, die sie als verloren erachtet.

Ich musste das Buch für die Schule lesen und fand es auf den ersten Blick recht interessant, das Leben eines Zeitzeugen nachverfolgen zu können. Doch bald stellte ich meine anfängliche Euphorie ein. Viel zu viel Selbstmitleid und krampfhafte Erinnerungsversuche. Langatmig und an manchen Stellen sehr nervig. Auf der einen Seite konnte ich ihre Sichtweise ganz gut nachvollziehen, aber die meiste Zeit wird der Osten nur glorifiziert und als "bunt" doziert. Irgendwann hat man einfach das Gefühl, die Autorin wüsste selbst nicht so genau, was sie eigentlich will und wie sie ihre Sichtweise klar formulieren soll. Die ganze Geschichte kam mir ein wenig flatterhaft und chaotisch vor ohne jegliche Stringenz, weil Hensel von einem Thema zum nächsten springt.

Fazit: Für die Schule hat es mir geholfen, als Freizeitlektüre eignet sich allerdings weniger. Das mag bedingt auch daran liegen, dass ich nie in diesem Land gelebt habe und mich somit nicht wirklich in ihre Situation hineinversetzen kann.

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Jana Hensel wurde am 03. Juli 1976 in Leipzig (Deutschland) geboren.

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