Jana Hensel Achtung Zone

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Inhaltsangabe zu „Achtung Zone“ von Jana Hensel

»Zonenkinder« haben Jana Hensel als eine Beobachterin gezeigt, die genauer hinsieht als andere – und dies mit »sprachlicher Lakonie, Leichtigkeit und einer Transparenz, die leuchtet« (Der Spiegel). Hier zeigt sie, warum die Ostdeutschen stolz sein können, anders zu sein.

In diesem Jahr wird allüberall der Geist der Einheit beschworen. Das Land müsse endlich wirklich eins werden, und das heißt vor allem: gleich. Das ist falsch, hält Jana Hensel dagegen: Ostdeutsche und Westdeutsche sind nicht gleich. Sie beschreibt die Ostdeutschen nicht als defizitäre Westdeutsche, als diejenigen, die es noch nicht auf den Standard der übrigen Bundesrepublik geschafft haben. Vielmehr sagt sie: Die Ostdeutschen haben nicht nur vor 1989, sondern auch danach anders gelebt, haben andere Erfahrungen gemacht, eine andere Geschichte gehabt. Daraus haben sie eine eigene Identität gewonnen. Diese Identität gilt es zu beschreiben. Sie ist keine Gefahr für die Einheit, sondern eine Bereicherung Deutschlands.

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  • Rezension zu "Achtung Zone" von Jana Hensel

    Achtung Zone

    Sarah Woodruff

    23. October 2009 um 12:43

    Poetischer Untergang Jana Hensel war im Jahr 2002 eine Art Königin des Ostens. Mit ihren Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend in der DDR, der Zeit der Wende und darüber hinaus gab sie ihrer Generation eine Stimme, ihr Buch ZONENKINDER wurde so etwas wie ein ostdeutsches Manifest. Mit diesem Buch in der Tasche haben die letzten Jahre dann aus Jana Hensel so etwas wie eine Ostbeauftragte in Sachen Mauerfall, Wende und Ostdeutschland gemacht. Kein Radiointerview, keine Podiumsdiskussion, wo sie nicht eingeladen war und etwas zu sagen gehabt haben sollte. In ACHTUNG ZONE erfährt man nun: Sie hat keinen Bock mehr. Weder, dass sie weiter über Erinnerungen reden mag noch kann. Ihre ersten drei Kapitel klingen dementsprechend depressionsverdächtig. „Mein Leben ist zu einer Geraden geworden, die scheinbar endlos und ohne Ziel und oft auch ohne Sinn einfach nur vor sich hin läuft.“ Da ist jemand zu etwas gemacht worden, was er nicht tragen kann. Jana Hensel hat ihre Sprache verloren. Dummerweise: Weil SIE keine mehr hat, meint sie, der ganze Osten hätte keine mehr. Ihre Sprachlosigkeit füllt Jana Hensel nun mit Pathos, mit übergroßen Thesen und Gesten. Am Anfang ihrer Wahrnehmung der Wiedervereinigung stehen eine große erste Lüge und alte Männer, die ihr Lebenswerk zu Ende bringen wollten. Wahrnehmung, mehr ist es nicht. Denn Jana Hensel denkt nicht, sie fühlt. Oder glaubt. Oder stellt sich vor, dass es so gewesen sein könnte. Wieder versucht sie sich im WIR, beschwört den alten ZONENKINDER-Geist. Doch nun heißt es: „Für uns Jüngere ist diese Vorstellung [der Wiedervereinigung] völlig neu gewesen.“ Und: „Warum haben wir dieses Erbe nicht einfach ausgeschlagen?“ Traurig, aber wahr: Jana Hensel, die in ihrem Buch gegen die ostdeutschen Klischees schreiben will, bedient sich des größten Klischees überhaupt: das des rückwärtsgewandten Jammerossis. Weil ihr die Mauerfall-Erinnerungsindustrie, die Erinnerung an die Vergangenheit zu laut und zu mächtig ist, schlußfolgert sie, dass darüber eine Verweigerungshaltung gegenüber der Gegenwart entstanden ist. Damit passiert das, was sie doch eigentlich anprangert: die Ossis landen wieder in der Schublade, wo sie hingehören. Ihr hoffnungsfroher Untertitel „Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten“ bleibt unkommentiert. Oder ist die Aussage „Wie viel lieber hätte ich es gehabt, alles wäre [ohne den Bruch der Wende] im Fluss geblieben“ Jana Hensels Vorschlag zu ostdeutschem Selbstbewusstsein? Ein Buch im Buch, nämlich die Geschichte von Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann, stellt das 4. Kapitel. Reportagenähnliches. Recherchiert hat sie für diese Doppelbiographie in der einschlägigen Presse, nicht etwa bei den Angehörigen selbst. Warum den ernsthaften Journalismus wagen, wenn es auch mit stimmungsvoller Empathie geht? Bei ihrem Telefoninterview mit dem Schauspieler Thomas Thieme hat sie keinen Stift dabei. Nicht weiter schlimm. Schwebend und gefühlig sich nicht festlegen können, Nachtrauern ist Jana Hensels großes Talent. Aus ihrer früheren fein melancholisch gewebten Beobachtungsgabe ist der heilige Ernst einer Missionarin geworden, allerdings ohne wirkliche Meinung, umso mehr mit bedenklicher Klischeehaftigkeit, Gleichmacherei und Ahnungslosigkeit. Ihr neuer Verlag, Piper, kündigt ACHTUNG ZONE als ein Buch an, das in der Flut der Bücher zum Mauerfall herausfallen wird. Es fällt heraus. Es fällt nach unten. Es schlägt den Ostdeutschen ins Gesicht, die das Jahr 89 bis heute als bejubelnswerten Wendepunkt ihres Lebens sehen. Wer in der Unübersichtlichkeit der Nachwendezeit auf der Strecke geblieben ist, dem gibt es weder Mut noch Stimme. Es gab einmal ein Mädchen, das machte mit poetischer Leichtigkeit einer ganzen Generation neuen Mut. Es ließ die (ost-)deutsche Welt an seiner Aufbruchsstimmung teilhaben: „Der Abend ist lau, selbst hier in der Stadt riecht man die Baumblüten. Unter freiem Himmel ein Fußballspiel oder ein Feuerwerk anzugucken, das wäre jetzt das Richtige, und so habe ich keine Tasche mitgenommen, in der der Jeans aber alle meine Sachen verteilt, Hausschlüssel, Zigaretten, Feuerzeug, ein paar Euro, einen Hühnergott.“ Das Mädchen gibt es nicht mehr.

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