Jana Koch-Krawczak Du verreckst schon nicht!

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Inhaltsangabe zu „Du verreckst schon nicht!“ von Jana Koch-Krawczak

Mit 12 Jahren begeht Jana ihren ersten Selbstmordversuch. Ihre Eltern sind Alkoholiker und haben für ihre Tochter nichts übrig außer Beschimpfungen, Schlägen und Tritten. Oft muss sie nachts vor der Wohnung auf der Fußmatte schlafen wie ein Hund. Jana schließt sich einer kriminellen Jugendgang an und liefert das erbeutete Diebesgut regelmäßig bei der Mutter ab, deren Respekt sie sich so zu erkämpfen versucht. Aus Sehnsucht nach Liebe beginnt Jana mit 15 ein Verhältnis mit einem Mann, der ihr Vertrauen missbraucht und sie an einen befreundeten Bordellbetreiber vermittelt. Weiterhin liefert sie einen Großteil ihrer Einnahmen bei der Mutter ab, die ihr mit der Polizei droht, wenn das Geld ausbleiben sollte. Als sie ihr Leben nur noch im Alkohol- und Drogenrausch ertragen kann und sich immer weiter auf den Abgrund zubewegt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Es hat Jahre gedauert, bis Jana die Kraft fand, ihr Trauma zu überwinden und anderen von ihrem Leben zu erzählen. Dieses Buch ist der erschütternde Schicksalsbericht eines Kindes auf der verzweifelten Suche nach Liebe.

Jana, eine bewundernswerte tapfere Frau . Grossen Respekt !

— Ein LovelyBooks-Nutzer
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Ein erschütternder Lebensbericht

— Monika58097
Monika58097

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    Du verreckst schon nicht!
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    03. October 2016 um 09:53

    Mit 12 Jahren begeht Jana ihren ersten Selbstmordversuch. Ihre Eltern sind Alkoholiker und haben für ihre Tochter nichts übrig außer Beschimpfungen, Schlägen und Tritten Oft muss sie nachts vor der Wohnung auf der Fußmatte schlafen wie ein Hund. Jana schließt sich einer kriminellen Jugendgang an und liefert das erbeutete Diebesgut regelmäßig bei der Mutter ab, deren Respekt sie sich so zu erkämpfen versucht....... Der Titel des Buches verrät schon wie hart der Inhalt des Buches werden wird. So grausam wie es auch ist ,Danke an Jana, für den Glauben an sich selbst, eine bessere Zukunft, die Liebe und für den Mut, uns ihre Geschichte zu erzählen.

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  • ein ehrliches und sehr mutiges Buch

    Du verreckst schon nicht!
    robbylesegern

    robbylesegern

    18. December 2013 um 17:45

    Eine junge Frau, geboren und aufgewachsen in Polen, z.T. in der Zeit nach der Wende, die für viele Familien Geldnot und Alkoholismus bedeutete. Jana erzählt ihre Geschichte schonungslos. Von den Erlebnissen mit ihren Eltern, die beide Alkoholiker sind. Der Alltag ist gekennzeichnet durch Schlägereien und gegenseitigen Beschimpfungen des Ehepaares. Jana wird entweder gar nicht wahrgenommen oder misshandelt. Schläge, kein Essen, Demütigungen. Erst als sie zu ihrer Großmutter flüchtet erlebt sie ein geregeltes Leben, Zuneigung und Verständnis. Doch als ihre Großmutter an einem Herzinfarkt stirbt, fängt das Grauen wieder von vorne an. Ihre Mutter hat einen neuen Mann und als ihre Stiefschwester geboren wird, erlebt Jana wieder Ignoranz, Vernachlässigung und Brutalität . Erst als sie sich einer Jugendgang anschließt und später als Prostituierte Geld verdient und dieses zum größten Teil ihrer Mutter gibt ,in der Hoffnung auf Anerkennung, sieht sie ein Lächeln auf dem Gesicht ihrer Mutter, dass aber mehr dem Geld gilt , als ihr. Wie überlebt man ein solches Leben und bleibt dabei noch Mensch ? Diese Frage ist mir des öfteren durch den Kopf gegangen und die Frage, wieso das Jugendamt in solchen Fällen nicht eingreift. Haben Kinder keine Lobby ,weil sie noch zu naiv sind und glauben, dass sie selbst schuld daran sind , wenn die Eltern sie nicht mögen ? Ich finde es sehr mutig von Jana ihre Geschichte hier aufzuschreiben und ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch vielleicht auch Frauen lesen, die ähnliches erlebt haben und vielleicht ein bisschen Auftrieb bekommen, weil sie merken, sie sind nicht allein. Das Lesen dieses Buch kostet Kraft, wahrscheinlich genauso wie das Schreiben. Das was man liest ,lässt sich nicht so schnell verdauen und hallt lange nach. Ich habe ich es an einem Tag durchgelesen, weil ich wissen wollte, wie Janas Geschichte endet und habe mich sehr über das Ende gefreut. Ich habe volle Hochachtung vor dieser Frau, die ihr schweres Schicksal meisterte und trotzdem noch den Weg ins " normale " Leben zurück gefunden hat. Ich wünsche Ihnen Jana und ihrer Familie alles erdenklich Gute .

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  • Geschichte berührt, Stil eher nicht

    Du verreckst schon nicht!
    anushka

    anushka

    20. October 2013 um 21:43

    Jana hat eine sehr schwierige Kindheit mit einer Mutter (und manchmal auch einem Vater), die sie vernachlässigt, körperlich misshandelt und psychisch fertig macht. Von klein auf wünscht sich Jana nichts mehr als Liebe und Geborgenheit, die sie eine Zeit lang von ihrer Großmutter erhält, sie danach aber wieder bei ihrer Mutter suchen muss. Da Jana ihrer Mutter nichts recht machen kann und es nur eines gibt, das sie zufriedenstellen würde - nämlich Geld - gleitet Jana erst in die Kriminalität und dann in die Prostitution ab. Der vorliegende Lebensbericht ist erschütternd und zeigt auf, was das Verhalten der Eltern mit einem Kind anrichten kann. Dementsprechend nimmt die Beschreibung der seelischen Grausamkeiten und der Kindheit im Allgemeinen auch den größten Teil der rund 200 Seiten ein. Klappentext und Beschreibungen im Internet versprechen etwas mehr, doch erst rund 50 Seiten vor Ende des Buches gerät Jana in die Prostitution. Und ob man sie so richtig als Zwangsprostitution bezeichnen kann? Auf jeden Fall ist sie es nicht im klassischen Sinn, denn Jana tut es, um ihre Mutter mit dem Geld zufriedenzustellen. Leider vertraut sich die jugendliche Jana ihrer Mutter auf der verzweifelten Suche nach Mitgefühl an. Mit diesem Wissen wird sie dann jedoch im Gegenzug von ihrer Mutter erpresst und weiter zur Geldbeschaffung gezwungen. Die Zuhälter scheinen Jana jedoch den Umständen entsprechend ordentlich zu behandeln, zumindest schildert Jana nichts Gegenteiliges. Es ist immer schwierig, eine Biographie zu beurteilen, möchte man über das Buch, aber nicht den Lebensstil oder die Entscheidungen der jeweiligen Person urteilen, in deren (Extrem-)Situation man sich meist gar nicht hineinversetzen kann. Ich versuche also, mehr den Stil und das Formelle und weniger den Inhalt zu beurteilen. Das Buch reiht sich in zahllose ähnliche Berichte über (Zwangs-)Prostitution aus Sicht der Betroffenen ein, denen immer auch ein Eindruck von Voyeurismus seitens der Leserschaft anhaftet. Dahingehend macht dieses Buch einen Bogen um Details, was einerseits recht angenehm ist. Andererseits wird dieser Teil von Janas Leben wirklich sehr kurz - im Vergleich zur Buchbeschreibung - abgehandelt. Auch hatte ich den Eindruck, dass der Stil mit zunehmender Seitenzahl immer oberflächlicher und einfacher wurde. Auch die Flucht nach Deutschland ist sehr knapp abgehandelt. Kausalitäten und Gedanken werden immer eindimensionaler dargestellt und bei mir kam das Gefühl auf, dass das Interesse der Autorin (Ghostwriterin?) zum Ende hin schwand. So konnte mich das Buch insgesamt nicht 100%ig überzeugen, wenn auch die Darstellung der psychischen Auswirkungen in der Kindheit gut gelungen sind. Insgesamt ein Buch, das nicht ganz hält, was es verspricht und das die ernsten Thematiken hätte detaillierter und tiefgehender aufgreifen können. So aber blieb mir das Buch vom Stil her zu oberflächlich.

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  • Ein erschütternder Lebensbericht

    Du verreckst schon nicht!
    Monika58097

    Monika58097

    15. October 2013 um 18:39

    Jana Koch-Krawczak "Du verreckst schon nicht!" Ein erschütternder Lebensbericht Wie viel Leid kann ein Kind ertragen? Diese Frage habe ich mir ständig beim Lesen dieses Buches gestellt. Jana ritzt sich mit erst 12 Jahren die Pulsadern auf. Es ist der Hilfeschrei eines Mädchens. Sie tut dies in der Hoffnung, dass sich ihre Mutter dann endlich um sie kümmern wird. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ihre Eltern sind Alkoholiker. Sie leben am untersten Limit. Jana wird geschlagen. Sie wird gedemütigt. Täglich. Immer wieder. Janas Eltern lassen sich scheiden. Der Vater stirbt mit nur 45 Jahren. Der Alkohol hat ihn los gelassen. Janas Mutter geht eine neue Beziehung ein. Das Kind fühlt sich zum ersten Mal geborgen. Der Stiefvater spielt mit ihr, etwas, das die Kleine bisher nicht kannte. Doch dann kommt sein erstes leibliches Kind auf die Welt und für Jana beginnt die Hölle auf Erden. Trotz eisiger Kälte muss Jana oft die ganze Nacht zusammen gerollt auf der Fussmatte vor der Wohnungstür ausharren. Sie wird ausgesperrt. Die eigene Mutter behandelt sie wie Dreck. Jana schliesst sich einer Jugendgang an. Zum ersten Mal zollt man ihr Respekt, doch die Jungs sind kriminell. Ihren Anteil der Beutezüge, der Einbrüche, gibt Jana regelmässig bei ihrer Mutter ab. Trotz aller Erniedrigungen versucht sie immer wieder, sich auf diese Weise die Aufmerksamkeit ihrer Mutter zu erkämpfen. Die Mutter nimmt die Beute, nimmt ddas Geld, doch Liebe erfährt Jana keine. Schliesslich wird Janas Vertrauen von einem Mann missbraucht. Sie landet in einem Bordell und muss anschaffen. Trotz aller Erniedrigungen und Ausbeutungen liefert sie weiterhin den Grossteil ihres Geldes an die Mutter ab, noch immer voller Hoffnung, doch noch irgendwann ein kleines bisschen anerkannt und geliebt zu werden. Jana flüchtet aus Polen nach Deutschland und gerät auch hier an einen Zuhälter. Doch hier lernt sie einen Mann kennen und die Zuneigung besteht auf Gegenseitigkeit. Sie fühlt sich geborgen. Die beiden heiraten, doch die Ehe besteht gerade mal 3 Jahre. Heute ist Jana wieder verheiratet, mit einem Mann, der sie liebt und bei dem sie so sein darf, wie sie möchte. Er ist ihre grosse Liebe. Ein Buch, ein Lebensbericht, so erschütternd, dass man kaum glauben mag, dass sich so ein Schicksal tatsächlich ereignet hat. Wie grausam kann eine Mutter sein, die ihr eigenes Kind so fürchterlich misshandelt? Das traumatisierte Kind Jana, das sich nichts sehnlicher gewünscht hat als ein kleines bisschen Zuneigung der eigenen Mutter. "Du verreckst schon nicht!" ist ein aufwühlendes Buch, ein Buch über eine schreckliche Kindheit. Es ist aber auch das Buch über eine junge Frau, die es geschafft hat, aus diesem Sumpf aus Erniedrigung, Verrat und Misshandlung heraus zu kommen.

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