Walter Gropius kennt wahrscheinlich jeder, der sich ein wenig für Kunst und Architektur interessiert. Die Frau an seiner Seite, die ihn und die Bauhaus-Idee zusammen hielt, Ise Bauhaus, wahrscheinlich wenige. Ich kannte sie vor der Lektüre dieses Romans zumindest nicht. Ise ist eine starke, emanzipierte Frau. Dennoch ordnet sie ihr Leben ihrem Mann und seiner alles beherrschenden Idee vom Bauhaus unter. Doch es ist kein passives Abfinden sondern ein aktives Annehmen, ein Gestalten. Ise prägt das Bauhaus mit, ist unabdingbar für den Erfolg der Schule, für den Umzug nach Dessau und letztlich in die Welt. Doch nicht nur Ise und Walter Gropius spielen in diesem sehr fundiert recherchiertem Roman eine wichtige Rolle. Auch viele weitere Architektur- und Kulturgrößen der 20er und 30er Jahre prägen die Handlung. Besonders berührt mich Ises Verhältnis zu Ingrid, ihrer Freundin, zu der eine sehr starke Bindung besteht. Aber auch die Beziehung zur Jugendfreundin Gussie, der Frau Konrad Adenauers, wird erwähnt. So setzt sich nach und nach das Bild und die Geschichte einer Frau, aber auch einer ganzen Bewegung und Architekturidee zusammen. Toll geschrieben, bewegend, ohne zu gefühlsduselig zu sein und sehr inspirierend. Lediglich das recht liebliche Cover passt nicht so recht zu der starken Frau, die hier im Mittelpunkt steht. Ein sehr interessantes und lehrreiches Buch.
Jana Revedin

Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
Venedig
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Die Gärtnerin von Venedig
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Gärten in Kärnten
Neue Rezensionen zu Jana Revedin
Jana Revedin kann sich nicht entscheiden, ob sie einen Roman über Venedig, eine Liebesgeschichte oder doch eine Geschichte einer jungen, Arbeitssuchenden Frau, die mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen hat, schreiben möchte.
Darin liegt das ganze Dilemma: Venedig nimmt mit seinen zauberhaften Plätzen und seinen Inseln einen großen Raum ein, den die Liebhaber:innen dieser Stadt zu schätzen wissen, es kommt einem vieles bekannt vor.
Die Protagonistiin Eri findet einen Job in der Gärtnerin Casin, freundet sich mit der Inselbevölkerung an und wird mit EU Projekten zur Renaturierung des Lido konfrontiert. Sie schafft es den kontrollieren Ispettore von der Machbarkeit eine Projektes zu überzeugen und so en passant verliebt sie sich. Was ihre eigene Tante mit ihrer Arbeiit und den Menschen, die Eri lieb gewonnen hat, zu tun hat, klärt sich erst ganz zum Schluss.
Jana Revelin hat zwar ausgezeichnet über Venedig, EU- Projekte und über Pflanzen recherchiert, vermag aber ihrer Geschichte keinen Schwing zu geben, das sie sich viel zu viel in Details verliert: die Beschreibung der Menschen und ihrer Beziehungen zueinander erfolgt so langatmig und ausführlich, dass man leicht den roten Faden verliert.
Ach diese Stadt, die Schönste der Schönen. Jana Revedin nimmt uns mit auf eine Reise in das winterliche Venedig, durch die Gassen, entlang der Kanäle, bis in die Lagune. Durch die Augen der jungen Gärtnerin Eri sehen wir die Schönheit und die Fragilität der Lagunenstadt. Bei passiert nicht viel und doch das Leben. Ein Projekt zur Bepflanzung der Lagune, das im Sumpf von Korruption zu versinken droht. Doch Eri lässt sich nicht beirren. Wie es ihr gelingt, ohne Italienischkenntnis in die verschworene Gemeinschaft echter Venezianer aufgenommen zu werden, erscheint mir fast wie ein Traum. Doch die ganze Geschichte scheint wie ein Blick in eine vergangene Welt. Es treten viele Figuren auf und ab, das macht es manchmal etwas schwierig zu folgen. Auch die vielen Zitate aus Büchern und Gedichten verwirren von Zeit zu Zeit. Dennoch ist dieses Buch eine betörende Reise in die Serenissima und die zauberhafte Welt der Lagune und der Inseln rund um den Lido. Das Kitzeln, die Lust auf eine Reise nach Venedig setzt sofort wieder ein. Dazu die äußerst anregende Beschreibung kulinarischer Leckerbissen aus dem Meer und die sehr detaillierte Schilderung der Architektur, Straßen und Häuser - eine Reise für die Sinne.
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