Jana Revedin

 3.8 Sterne bei 11 Bewertungen
Autorin von Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus, Frau hinter Hecken und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jana Revedin (© privat / Quelle: Styria Books)

Lebenslauf von Jana Revedin

Jana Revedin, geboren 1965 in Konstanz, ist Architektin und Schriftstellerin. Die Verfasserin von Standardwerken der Architekturtheorie hat sich auf die Reformarchitektur der Moderne spezialisiert. Nach ihrem Studium in Buenos Aires, Princeton und Mailand promovierte und habilitierte sie an der Universität Venedig. Heute ist sie ordentliche Professorin für Architektur und Städtebau an der Ecole spéciale d’architecture Paris. Sie lebt in Venedig und in Wernberg, Kärnten. www.revedin.com

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus

 (9)
Erscheint am 07.04.2020 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag.

Alle Bücher von Jana Revedin

Cover des Buches Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus (ISBN:9783832165369)

Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus

 (9)
Erscheint am 07.04.2020
Cover des Buches Frau hinter Hecken (ISBN:9783222134418)

Frau hinter Hecken

 (1)
Erschienen am 08.01.2014
Cover des Buches Den Haselweg hinauf (ISBN:9783222133978)

Den Haselweg hinauf

 (1)
Erschienen am 15.01.2013
Cover des Buches Isabel (ISBN:9783902878724)

Isabel

 (0)
Erschienen am 15.03.2016
Cover des Buches Gärten in Kärnten (ISBN:9783853667507)

Gärten in Kärnten

 (0)
Erschienen am 01.01.1995

Neue Rezensionen zu Jana Revedin

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Rezension zu "Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus" von Jana Revedin

Die Idee des Bauhauses lebt ..
Bellis-Perennisvor 6 Monaten

Ilse „Ise“ Frank ist 26 Jahre alt als sie den Architekten und Gründer des „Bauhauses“ Walter Gropius im München der frühen 1920er Jahre kennenlernt.

Sie lässt München und ihre Karriere als Buchhändlerin und Rezensentin hinter sich und heiratet 1923 Gropius.

Aufgrund ihrer journalistischen Erfahrungen hat sie maßgeblichen Anteil an der Bekanntheit der Bauhaus-Architektur. Die Weisheit des Volksmundes, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine Frau stünde, passt hier perfekt. Mehr noch, Ise steht nicht nur hinter Gropius sondern auch vor oder neben ihm.  

Heute ist ihr Name nur mehr Insidern bekannt. Zum aktuellen 100-Jahre-Bauhaus-Jubiläum wird Ise Gropius wieder aus der Versenkung geholt. 

Meine Meinung: 

Jana Revedin, im Brotberuf selbst Architektin, hat eine eher spröde Biografie verfasst. Sie selbst bezeichnet ihr Buch als „biografischen Roman“ - dazu fehlt ihm aber das romanhafte, die Leichtigkeit. Grundsätzlich mag ich ja straighte Biografien. Doch hier weiß ich nicht ganz, woran ich bin - weder Fisch noch Fleisch. Vor allem, werden nur die Jahre 1923-1927 intensiv beleuchtet. Dazwischen gibt es Rückblicke und Einblicke in die Leben der Protagonisten.   

Allerdings ist die Beziehung zwischen Ise und Walter auch nicht romantisch. Sie ist von Geldsorgen, Intrigen und dem Nationalsozialismus überschattet, der letztlich zum Verbot des sachlichen Baustils führen wird. Viele der Häuser wirken auch heute noch seltsam modern.  

Die große Begabung der Ise Gropius liegt im Netzwerken. So kennt sie Gussie Adenauer, deren Mann Konrad Oberbürgermeister von Köln ist. Beinahe wäre das Bauhaus dorthin gezogen, wenn Kandinsky, Feininger und Gropius nicht Dessau bevorzugt hätten. 

Interessant finde ich, dass Ise selbst an Entwürfen gearbeitet hat. Auch davon ist heute fast nicht mehr bekannt, da Margarethe Schütte-Lihotzky alle anderen mit ihrer „Frankfurter Küche“ (Vorläufer der modernen Einbauküche) überholt hat.  

Ise Gropius Vision vom technisiertes, ergonomischen Haushalt findet sich in der von Bruno Taut entworfenen Inneneinrichtung im „Haus der emanzipierten Frau“: Hier gibt es (nach amerikanischem Vorbild) „elektrisch betriebenen Service-Maschinen, der Eier-, Kaffee- und Teekocher, der Tellerwärmer, der Heißluftspüler, der Toaster, der Tischgrill“ (S. 253) Die Zeitungen spöttelten über die ausklappbaren Tische, Teleskoplampen oder Spülmaschinen als „Haushaltslabor der modernen Frau“ (S.255) 

Ob Ise wirklich ein Verhältnis mit Irene Bayer-Hecht hatte, wie Revedin beschreibt oder nicht, ist wie vieles andere unklar. 

Hier fehlt mir ein bisschen die Erklärung was Fakt und was Fiktion ist. Wahrscheinlich wäre Ise Gropius mit ihren Beziehungen die erste Direktorin des Bauhauses geworden, hätte sie, als Jüdin nicht Deutschland verlassen müssen. Sowohl in London als auch in Amerika hat man ihr nicht die Aufmerksamkeit gezollt, die sie vermutlich verdient hat. 

Fazit: 

Dieses Buch lässt mich ein wenig enttäuscht zurück. Für mich ist es weder Biografie und noch biografischer Roman. Daher kann ich nur 3 Sterne vergeben.

 


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Rezension zu "Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus" von Jana Revedin

Ise Frank und das Bauhaus
Sonnenschein12vor 8 Monaten

100 Jahre Bauhaus – es ist schwer, 2019 an diesem Jubiläum vorbeizukommen, zahlreiche Artikel und Publikationen sind veröffentlicht...

Aber mich interessierte auch die Geschichte HINTER dem Bauhaus, da fiel mir durch Zufall dieses Buch über Ise Frank in die Hand... Die Autorin Jana Revedin ist selbst Architektin, hat sich auf die Reformarchitektur der Moderne spezialisiert und arbeitet als Professorin in Paris und Lyon.

„Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus“ ist ein biografischer Roman, „deshalb können alle Gespräche und Begegnungen (…) so, aber auch anders verlaufen sein.“ (Vorwort, S.10) Die Autorin fragte sich, wer diese Frau war, dies es wagte, das erste „Haus der emanzipierten Frau“ umzusetzen? Auch ich fand diese Frage spannend...

Ise Frank war die Ehefrau von Walter Gropius, eigentlich arbeitete sie als Buchhändlerin und Rezensentin, sagte aber später: „Die Bauhaus-Idee wurde zu meinem zweiten Ich.“ (Cover, hinten)

Das Buch beginnt mit dem 28.5.1923, dem Tag, an dem Ise Walter Gropius (den sie immer nur Gropius nennt, genau wie dessen Mutter, Manon Gropius) kennenlernt. Zwischendurch erfahren wir in kurzen Rückblenden einiges über Ises Vorgeschichte.

Ises beste Freundin aus Kindertagen ist Gussie, die Ehefrau von Konrad Adenauer, der damals schon Oberbürgermeister von Köln war – so ist es nicht verwunderlich, dass das Bauhaus nach Weimar FAST nach Köln gezogen wäre, Ise hatte dort schon alle Wege geebnet. Aber Kandinsky, Schlemmer, Feininger und Gropius selbst bevorzugten eine Stadt in der Nähe von Berlin – so fiel die Entscheidung für Dessau...

Neben der Geschichte des Bauhauses, seinen Problemen, den Erfolgen und Misserfolgen, den Ideen und Visionen erfahren wir Leser einiges über die Beziehung zwischen Ise und Gropius (ganz vorsichtig ausgedrückt: nicht unkompliziert!). Aber wir lernen Ise Frank auch als couragierte und visionäre Frau kennen, die das schon erwähnte „Haus der emanzipierten Frau“ mit der von Bruno Taut entworfenen Inneneinrichtung nach der aus Amerika importierten Ergonomie-Lehre umsetzt. Mich haben die diversen „elektrisch betriebenen Service-Maschinen, der Eier-, Kaffee- und Teekocher, der Tellerwärmer, der Heißluftspüler, der Toaster, der Tischgrill“ (S. 253) besonders fasziniert. Auch ausklappbare Schreibtische, Teleskoplampen, vollautomatische Spülmaschinen gehörten zur Ausstattung. „Kurz, Ise hatte in ihrem Meisterhaus, wie die Zeitungen titelten, das 'Haushaltslabor der modernen Frau' erschaffen.“ (S.255)

Aber der Nationalsozialismus wirft bereits Schatten, das Bauhaus wird immer häufiger als „Judenbande“ denunziert, erste Gedanken an Auswanderung tauchen auf - und Gropius trifft eine falsche Personalentscheidung...

Mit Erreichen der absoluten Mehrheit im Dessauer Stadtsenat wurde das Bauhaus aufgelöst und Mies van der Rohe musste gemeinsam mit den Studenten nach Berlin fliehen. Ise und Gropius setzen sich 1934 zuerst nach England, 1937 in die USA ab.

Jana Revedin schreibt in einem etwas reservierten und kühlen Stil, an manchen Stellen hätte ich mir mehr Emotionen gewünscht – aber vielleicht hat sie diesen Stil auch bewusst zu der wohl teils temperamentvollen und leidenschaftlichen Umgehensweise am Bauhaus gewählt? Man benötigt schon etwas Konzentration für dieses Buch, aber meine Erwartungen wurden erfüllt und ich habe viel Neues erfahren. Allen, die sich für das Leben am, um und im Bauhaus interessieren, kann ich es nur empfehlen und eine klare Leseempfehlung für diesen biografischen Roman aussprechen!

Kommentare: 3
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Rezension zu "Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus" von Jana Revedin

Ise Frank BAUHAUS
HEIDIZvor 10 Monaten

Wenn man weiß, dass es sich hier um einen Roman handelt, dann kann man das Buch mit Genuss lesen. Mich hat es wunderbar unterhalten, ich lese auf Grund des Jubiläums gerade viel rund um das Baushaus und derer, die damit im Zusammenhang standen und stehen, ob Sachbuch oder Roman, klar, hier spielt auch die Fantasie eine Rolle, aber es muss ja nicht immer nur strickt sachlich zugehen. Es handelt sich um einen Unterhaltungsroman, der mir vom Stil sehr gut gefallen hat. Das Bauhaus kommt in seiner Art lebendig und authentisch rüber, das ist mir aufgefallen, außerdem hat die Autorin die Charaktere sehr lebendig dargestellt und die Kapitel sind nicht zu lang, gliedern und strukturieren die Biografie nachvollziehbar. Die Autorin schreibt lebendig, sie hat mich sofort in die Handlung hineingezogen, hat mir gut gefallen.

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