Jana Thiele

 4 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor*in von Wander-Woman, Gebrauchsanweisung für den Harz und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Jana Thiele, 1970 geboren, stammt aus Leipzig und studierte in Berlin. Nach langjährigen Stationen im Berliner Kultur- und Literaturbetrieb wandte sie sich selbst dem Schreiben zu. 2013 erschien ihr erstes Buch Wander-Woman. (»Jana Thiele wandert mit Sprachwitz und einer gehörigen Portion Selbstironie. Dieses humorvolle Buch ist Anstoß für alle Couch-Potatoes, es endlich zu tun: Loslaufen.« ALPIN) Ihrer Leidenschaft für das Wandern frönt Jana Thiele am liebsten im Harz, wo sie mit zwei Freunden eine Hütte nahe Quedlinburg besitzt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jana Thiele

Cover des Buches Wander-Woman (ISBN: 9783548375519)

Wander-Woman

(11)
Erschienen am 09.05.2014
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für den Harz (ISBN: 9783492276221)

Gebrauchsanweisung für den Harz

(2)
Erschienen am 10.03.2014

Neue Rezensionen zu Jana Thiele

Cover des Buches Wander-Woman (ISBN: 9783548375519)
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Rezension zu "Wander-Woman" von Jana Thiele

Lesezeichenfee
Ein Buch für dich und mich!

In diesem Buch beschreibt Jana Thiele, wie sie von der Couch-Potato zum laufen kam. Rücken war das Problem und Laufen schien die Lösung. 

 Das Buch ist wahrlich nichts spektakuläres oder gar sensationelles. Wer das braucht, sollte sich lieber an Christine Thürmer halten. Es ist einfach ein ganz normales Buch für dich und mich. Und gerade das ist das was mir – persönlich – sehr gut gefällt. Die Aussage ist klar: Jeder kann es schaffen, wenn er möchte (mal ausgenommen, Menschen mit Depressionen, das ist ein ganz anderes Thema!), man muss sich aufraffen! Und zwar in kleinen Schritten, nichts großes, nur mal um die Stadt rum, ein bisschen Natur sehen. Wenn das dann klappt, dann fährt man auch mal weiter und kann dort wandern, bis nach Bayern, von Berlin aus gesehen. 

 Am Besten gefallen mir die beiden Geschichten mit dem Boofen und der Hohlraumverordnung (Seite 154). Da kann man sich echt wundern und scheggich lachen. Dazu kommt dann noch die Geschichte mit Opa eingebüßt und den Magic Mushrooms. Ey, ich wusste gar nicht, dass das in Deutschland auch passiert. Aber irgendwie witzig ist es allemal. 

 Auf Seite 172 wird von der Brunnsteinhütte (1560 m) erzählt. Eine einfache Wanderung, auch für Kinder geeignet. Aber eine Leistungsgrenze für Jana und ganz sicher auch für mich! Die 600 m bis zur Brunnsteinspitze sind außerhalb ihres Universums und sicher auch außerhalb meines Universums. Wie man merkt, ich hab mitgefiebert und bin „geistig“ mitgelaufen. Seite 176 gefiel mir auch: Campen das outdoor ohne outdoor ist, also quasi indoor-outdoor gefällt mir sicher auch sehr. Lustig wird’s dann wieder auf Seite 177 mit dem Alter von Heidi und Heinz. 

 Mein – Lesezeichenfees – Fazit:

Ich muss keine Hochleistungsbücher lesen, um mich gut unterhalten zu fühlen. Ein Buch, das auch ich geschrieben haben könnte. Nicht langweilig, witzig, interessant mit dem erwarteten Ende: Dem Rücken geht es besser. Einfach für zwischendurch oder wenn man eh grad Urlaub macht. 5 Sterne und eine Empfehlung von mir. 

Cover des Buches Gebrauchsanweisung für den Harz (ISBN: 9783492276221)
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Rezension zu "Gebrauchsanweisung für den Harz" von Jana Thiele

Dr_M
"Hektiker sind kaum anzutreffen"

Was wäre der Harz ohne seinen höchsten Berg? Alles dreht sich um den Brocken, der mit seinen 1142 Metern Höhe nun nicht gerade zu den schwer erklimmbaren deutschen Gipfeln gehört. Dem Blocksberg wurde aber schon früh ein mystischer Charakter angedichtet. Goethe hat ihn bestiegen, weil er einen Eindruck für seinen "Faust" brauchte. Heute wirbt die Brockenbahn für eine gleichnamige Rockoper, die auf "Deutschlands höchster Bühne" aufgeführt wird. Die liegt gleich neben Deutschlands höchstem Bahnhof, auf dem man ankommt, wenn man für die Hin- und Rückfahrt 37 Euro bezahlt. Ein stattlicher Preis, wenn man bedenkt, dass die Strecke vom Ausgangsbahnhof Wernigerode gerade einmal knapp über 30 Kilometer beträgt, und von Schierke nicht einmal zehn, was aber nichts daran ändert, dass man für die Fahrt von dort genau so viel bezahlen muss.

Man kann übrigens nicht oft genug auf dem Brocken sein. Meistens sieht man nämlich nicht sehr weit, weil er nur etwas mehr als 50 Tage nicht im Nebel liegt. Das erfährt man unter anderem aus dieser Gebrauchsanweisung, die zu den Besseren der Reihe gehört. Zumindest wenn man andere Gebrauchsanweisungen für Gegenden oder Städte in Ostdeutschland zum Vergleich heranzieht. Jana Thiele geht es in ihrem Text tatsächlich um den Harz und nicht um irgendeine Art von Vergangenheitsbewältigung, die den heutigen Reisenden nicht wirklich in erster Linie interessiert. Natürlich bringt die Autorin auch eine persönliche Note in ihr Buch. Das ist bei "Gebrauchsanweisungen" durchaus erwünscht, solange es die Autoren nicht übertreiben. Von Jana Thiele erfährt man, dass sie eine Datsche bei Quedlinburg zusammen mit Freunden besitzt. Von dort aus hat sie sich den Harz für dieses Buch erwandert. Dass sie dabei auch Teile unseres literarischen Erbes einbringt, hängt sicher mit ihrem Wissen und ihrer eigenen Geschichte zusammen. Warum man das als störend empfinden sollte, erschließt sich mir nicht. Immerhin kann man so Eindrücke aus der Vergangenheit gewinnen und manches, was heute seltsam erscheint, besser verstehen. Eine solche Herangehensweise, die einige Leser vielleicht langweilt, ist eher eine Stärke als ein Kritikpunkt, wenn man es nicht überzieht.

Die Autorin besuchte die meisten der offenkundigen Sehenswürdigkeiten des Harzes und seines Vorlandes, aber auch eine Reihe von Orten, auf die man nicht so einfach kommt. Dabei versteht sie es sehr gut, die seltsame Stimmungslage im östlichen Teil dieser Gegend zu vermitteln. Die Autorin vermutet sicher nicht zu unrecht, dass Sachsen-Anhalt sich das "Land der Frühaufsteher" nennt, weil nicht wenige Bewohner weit fahren müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn man sich Wernigerode etwas näher ansieht, dann fallen die gewaltigen Investitionen in die Infrastruktur auf, ebenso das aufgehübschte Zentrum, aber eben auch das etwas andere Aussehen der Randgebiete.

Bei Jana Thiele findet man solche Eindrücke ebenso, aber auch viele lohnswerte Reise- oder Wanderziele, die sie gut beschreibt. Ihr Text liest sich angenehm, vielleicht auch deshalb, weil er klar nach ihren Wanderungen oder Reisen gegliedert ist. Die einzelnen Abschnitte gestaltet sie kurz und prägnant. Natürlich kann man über die eine oder andere Schwerpunktsetzung streiten. Aber ein Buch aus dieser Reihe gibt dem Autor immer das Recht auf einen sehr persönlichen Ansatz. Man sollte ein solches Buch deshalb nicht mit einem Reiseführer verwechseln. Dieses Buch erfüllt seinen eigentlichen Zweck recht gut, weil es eine Sammlung von kurzen und gut geschriebenen Reiseberichten durch den Harz und sein Vorland ist.

Cover des Buches Wander-Woman (ISBN: 9783864930089)

Rezension zu "Wander-Woman" von Jana Thiele

Ein LovelyBooks-Nutzer
Höchst vergnüglich und "wanderfull"

Eigentlich tue ich mich häufig recht schwer mit Selbsterfahrungsliteratur, bleibt doch oft der bittere Nachgeschmack der langgezogenen Nase "Guck, ICH habe es geschafft und du?". Doch Jana Thiele schreibt zwar ihre persönliche Geschichte, die aber so oder ähnlich die ihrer Leser sein könnte und das auf eine sehr spritzige, geistreiche Weise.

Kein Roman für equipmentverliebte Hiker, Rambler, Walker, Wayfarer, Backpacker, Trekker & Co., sondern für mutige Normalos, die ausziehen, das Wandern und die Natur erst einmal vor der eigenen Tür zu entdecken. Erlebnisse, Erfahrungen und Abenteuer sind eben nicht ausrüstungs- oder länderabhängig. Outdoor ist einfach draußen.

Eine äußerst vergnügliche Unterhaltung, deren Reiz sich noch potenziert, wenn man die von der Autorin angesteuerten Ziele zum Teil selber kennt (Brandenburg, Harz, Sächsische Schweiz, Karwendelgebirge). Wurden sie nur erFAHREN, wächst der Wunsch, sie nun auch zu erWANDERN. Auf das unerfreuliche Schlüsselerlebnis eines Bandscheibenvorfalls kann man dabei jedoch getrost verzichten!
(T)

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