Jana Thiele Gebrauchsanweisung für den Harz

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Gebrauchsanweisung für den Harz“ von Jana Thiele

Der Harz ist die Heimat romanischer Meisterwerke und mittelalterlicher Fachwerkfassaden. Er darf sich des Schlosses und der Stiftskirche von Quedlinburg, der Goslaer Altstadt, historischer Bergwerke und anderer UNESCO-Weltkulturerbestätten rühmen. Was Uneingeweihten wie ein willkürliches Sammelsurium erscheint, zeigt in Wahrheit die Vielfalt der Sehens- und Merkwürdigkeiten. Dazu kommt der Nationalpark, der wie ein grünes Herz in Deutschlands Mitte sitzt - und dessen Naturreichtum am einstigen Grenzstreifen man heute auf dem Grünen Band wandernd entdecken kann. Jana Thiele berichtet von Harzgrafen, Klöstern und Burgruinen, von Schmalspurbahnen und Thermen. Und von Harzer Roller, Schierker Feuerstein und weiteren Spezialitäten der Region.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • "Hektiker sind kaum anzutreffen"

    Gebrauchsanweisung für den Harz

    R_Manthey

    26. November 2015 um 10:41

    Was wäre der Harz ohne seinen höchsten Berg? Alles dreht sich um den Brocken, der mit seinen 1142 Metern Höhe nun nicht gerade zu den schwer erklimmbaren deutschen Gipfeln gehört. Dem Blocksberg wurde aber schon früh ein mystischer Charakter angedichtet. Goethe hat ihn bestiegen, weil er einen Eindruck für seinen "Faust" brauchte. Heute wirbt die Brockenbahn für eine gleichnamige Rockoper, die auf "Deutschlands höchster Bühne" aufgeführt wird. Die liegt gleich neben Deutschlands höchstem Bahnhof, auf dem man ankommt, wenn man für die Hin- und Rückfahrt 37 Euro bezahlt. Ein stattlicher Preis, wenn man bedenkt, dass die Strecke vom Ausgangsbahnhof Wernigerode gerade einmal knapp über 30 Kilometer beträgt, und von Schierke nicht einmal zehn, was aber nichts daran ändert, dass man für die Fahrt von dort genau so viel bezahlen muss. Man kann übrigens nicht oft genug auf dem Brocken sein. Meistens sieht man nämlich nicht sehr weit, weil er nur etwas mehr als 50 Tage nicht im Nebel liegt. Das erfährt man unter anderem aus dieser Gebrauchsanweisung, die zu den Besseren der Reihe gehört. Zumindest wenn man andere Gebrauchsanweisungen für Gegenden oder Städte in Ostdeutschland zum Vergleich heranzieht. Jana Thiele geht es in ihrem Text tatsächlich um den Harz und nicht um irgendeine Art von Vergangenheitsbewältigung, die den heutigen Reisenden nicht wirklich in erster Linie interessiert. Natürlich bringt die Autorin auch eine persönliche Note in ihr Buch. Das ist bei "Gebrauchsanweisungen" durchaus erwünscht, solange es die Autoren nicht übertreiben. Von Jana Thiele erfährt man, dass sie eine Datsche bei Quedlinburg zusammen mit Freunden besitzt. Von dort aus hat sie sich den Harz für dieses Buch erwandert. Dass sie dabei auch Teile unseres literarischen Erbes einbringt, hängt sicher mit ihrem Wissen und ihrer eigenen Geschichte zusammen. Warum man das als störend empfinden sollte, erschließt sich mir nicht. Immerhin kann man so Eindrücke aus der Vergangenheit gewinnen und manches, was heute seltsam erscheint, besser verstehen. Eine solche Herangehensweise, die einige Leser vielleicht langweilt, ist eher eine Stärke als ein Kritikpunkt, wenn man es nicht überzieht. Die Autorin besuchte die meisten der offenkundigen Sehenswürdigkeiten des Harzes und seines Vorlandes, aber auch eine Reihe von Orten, auf die man nicht so einfach kommt. Dabei versteht sie es sehr gut, die seltsame Stimmungslage im östlichen Teil dieser Gegend zu vermitteln. Die Autorin vermutet sicher nicht zu unrecht, dass Sachsen-Anhalt sich das "Land der Frühaufsteher" nennt, weil nicht wenige Bewohner weit fahren müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn man sich Wernigerode etwas näher ansieht, dann fallen die gewaltigen Investitionen in die Infrastruktur auf, ebenso das aufgehübschte Zentrum, aber eben auch das etwas andere Aussehen der Randgebiete. Bei Jana Thiele findet man solche Eindrücke ebenso, aber auch viele lohnswerte Reise- oder Wanderziele, die sie gut beschreibt. Ihr Text liest sich angenehm, vielleicht auch deshalb, weil er klar nach ihren Wanderungen oder Reisen gegliedert ist. Die einzelnen Abschnitte gestaltet sie kurz und prägnant. Natürlich kann man über die eine oder andere Schwerpunktsetzung streiten. Aber ein Buch aus dieser Reihe gibt dem Autor immer das Recht auf einen sehr persönlichen Ansatz. Man sollte ein solches Buch deshalb nicht mit einem Reiseführer verwechseln. Dieses Buch erfüllt seinen eigentlichen Zweck recht gut, weil es eine Sammlung von kurzen und gut geschriebenen Reiseberichten durch den Harz und sein Vorland ist.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks