Anne Elliot

von Jane Austen 
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Anne Elliot
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puppetgirls avatar

Als Jane Austen Fan ein muss und dennoch ist es eben wieder ein bisschen anders. Ich liebe diese Zeit einfach so sehr. Ein Lesegenuss.

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Eine sehr herzliche, berührende Geschichte

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Inhaltsangabe zu "Anne Elliot"

Der Geheimtipp unter Austen-Fans!

Geheimtipp unter Austen-Fans: Weder der stolze Vater noch die kaltherzigen Schwestern können Anne Elliot in ihrem Kummer um den verlorenen Geliebten Captain Wentworth Trost spenden. Doch zufällig kreuzen sich Annes und Wentworths Wege erneut.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423145282
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:14.10.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.11.2007 bei Diderot Media erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Eliza_s avatar
    Eliza_vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine sehr herzliche, berührende Geschichte
    Berührende, herzliche Geschichte

    Erster Satz im Buch:
    Sir Walter Elliot auf Kellynch Hall in Somersetshire nahm zu seiner eigenen Unterhaltung nie ein anderes Buch als den Adelsmanach zur Hand.

    Inhalt:
    Die lebensfrohe und kluge Anne Elliot beging den Fehler ihres Lebens. Vor Jahren ließ sie sich von ihrer selbstsüchtigen Familie dazu überreden, den Heiratsantrag des mittelosen Frederick Wentworth auszuschlagen. Überwunden hat sie den Verlust ihrer großen Liebe allerdings nie.
    Als sie eines Tages dem inzwischen erfolgreichen und geachteten Captain Wentworth wieder gegenübersteht, sind ihre Gefühle stärker denn je, doch gibt es für ihre Liebe eine zweite Chance?

    Meine Meinung:
    Bisher habe ich mich von Jane Austen Romane ferngehalten, weiß der Teufel warum. Anne Elliot war also mein erster Jane Austen Roman. Eine so berührende Geschichte habe ich selten gelesen. Der Erzählstil war am Anfang für mich etwas sonderbar und gewöhnungsbedürftig zu lesen, ich kam aber sehr schnell damit klar und wollte garnicht mehr aufhören bis ich wusste wie die Geschichte endet. :)
    Mir schwirrte allerdings irgendwann der Kopf zwecks sovielen Personen die alle ähnlich hießen und der ganzen Verwandschaft die da auf einen zu kam. Ich musste mir öfter überlegen wer jetzt diese Person noch mal sei...
    Die Schwestern von Anne sind etwas sonderbar beschrieben und in meinen Augen sehr unsympatisch. Ich wäre schon längst durch die Decke gegangen wenn ich solche Geschwister hätte. Auch der Vater ist sehr kaltherzig und in meinen Augen unausstehlich. Anne nimmt das aber aber mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit hin die ich sehr bemerkenswert finde.

    Eine sehr liebenswerte, berührende, lebensbejahende Geschichte. So hatte ich einen Jane Austen Roman nicht erwartet. Auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegen noch ein paar Bücher von Jane Austen und ich hoffe die sind mindestens genauso gut geschrieben wie dieser.



    Kommentare: 1
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    msmedlocks avatar
    msmedlockvor 7 Monaten
    oder Überredung

    Ich bin momentan wieder total im Jane Austen-Fieber. Inzwischen fehlen mir nur mehr „Mansfield Park“ und „Emma“ und ein paar der kleineren Geschichten, um meine Wissenslücken bezüglich Jane Austen zu füllen.
    Ich weiß gar nicht recht, wo ich anfangen soll. Das Buch hat mir viele Emotionen entlockt und sich recht schnell zu einem meiner Lieblingsbücher von Jane Austen gemausert. Gegen Ende des Buches war mir jede Störung unwillkommen und jede freie Minute recht, um bei dieser Geschichte weiterzukommen.

    Anne ist mit ihren 27 Jahren um einiges älter als andere Austen-Heldinnen und gilt nach Regency-Standard schon fast als alte Jungfer. Sie wird in ihrem Aussehen als „verblüht“ beschrieben und ist ganz anders im Vergleich zu ihren Schwestern und ihrem Vater. Während die ältere Schwester Elizabeth und der Baron vorwiegend als eitel und statusbedacht dargestellt werden, ist Anne vernünftig, besonnen und klug. Weiters würde ich sie als zurückhaltend und liebenswert beschreiben. Sie ist älter und damit auch reifer als zum Beispiel Elizabeth Bennet oder Emma Woodhouse und weniger lautstark. Sie ist sehr auf die Gefühle anderer bedacht und scheint eine gute Intuition bezüglich den Absichten anderer Menschen zu haben. Kurz, sie war mir sehr, sehr, sehr sympathisch.

    Traurigerweise kann ich das für die meisten anderen Figuren in diesem Buch nicht sagen. Elizabeth und der Baron sind eingebildet und hochnäsig, lassen sich durch Schmeicheleien schnell beeindrucken und handeln teilweise auf eine Art, dass ich mir beim Lesen einfach nur an den Kopf greifen musste. Die jüngere Schwester Mary zeigt deutliche Anzeichen von Hypochondrie, fürchtet dauernd zu kurz zu kommen, sucht überall Aufmerksamkeit und flüchtet sich in ihre „Krankheiten“ sofern irgendwelche Probleme auftauchen.
    Alle scheinen auf Anne herumzutrampeln, was diese mit unendlicher Geduld geschehen lässt oder aber sogar willkommen heißt, um aus etwaigen sozialen Verpflichtungen herauszukommen. Ich denke, dass alle einfach schon so sehr daran gewöhnt sind, dass Anne da ist, dass sich niemand mehr dafür interessiert oder darauf achtet, wie es ihr geht oder was ihre Wünsche sind. Hierbei stellt sich mir außerdem die Frage, ob die nähere Verwandtschaft deshalb als so unsympatisch beschrieben wurde, um Annes Ruhe und leise Vorzüge mehr hervorzuheben. Die wenigen Nebenfiguren sind Anne sehr viel mehr zugetan und schätzen ihre Weitsicht und ihren zuweilen Pragmatismus. Man wünscht sich für Anne zweifellos recht rasch einen anderen Ort, eine Umgebung und Familie, die sie liebt und achtet und weiß, was sie an ihr hat.

    Der Großteil des Romans rankt sich um die Liebesgeschichte zwischen Anne und Captain Wentworth, mit dem Anne acht Jahre zuvor verlobt war, bevor sie von anderen davon überzeugt wurde, dass diese Verbindung nicht vorteilhaft wäre. Annes Versuch ihre Gefühle für Wentworth abzuschalten, logisch zu betrachten und Verständnis für seine Abneigung und Gleichgültigkeit ihr gegenüber zu finden, waren in einem geringen Maße frustrierend für mich, machten aber auch Sinn und füllten mich mit Mitleid für Anne. Ihm zuzusehen, wie er den jungen Schwägerinnen von Mary den Hof machte, war trotz all der Logik und des Verständnises schwierig. Dabei muss ich gestehen, dass beide Seiten für mich einen Sinn ergeben und ich mir schwer tue mich auf eine der beiden Seiten zu stellen. Captain Wentworth war tief verletzt, dass Anne, die er so geliebt hat, sich davon überzeugen ließ, die Verlobung zu lösen. Wer wäre das nicht gewesen? Auf der anderen Seite Anne, die damals erst 19 Jahre alt war und einen Vater hatte, der mehr auf Status und Ansehen setzte als irgendwer sonst. Natürlich hat sie in diesem Fall auf den Rat ihrer Patentante gehört, die ihr immer mit Wärme und Liebe entgegenkam. Es ist eine verzwickte Sache.

    Nun, letztendlich löst sich ja zum Glück alles in Wohlgefallen auf. Ich empfehle an diesem Punkt übrigens gerne die 2007-BBC-Verfilmung des Buches anzuschauen. Sie ist meisterhaft geschauspielert und man hat sogar eine wunderbare Szene eingebaut, die Jane Austen damals geschrieben, aber dann doch gegen die ersetzt hat, die heute in den Büchern zu finden ist. Wentworths „Misinformed….utterly“ rührt mich jedesmal. Aber das nur am Rande.

    Mit all der Logik, den Versuchen seiner Gefühle Herr zu werden und dem Scheitern daran; damit wie Annes Gefühle für den Captain nach so langer Zeit mit ihrer eigenen Reife sogar noch ernsthafter und tiefer geworden sind und dem langsamen Annähern, nach dem Verlust ihrer beider Liebe – damit hat mich das Buch gefangen genommen. Jane Austen hat sogar noch einen Unfall und andere Geheimnisse mit in den Topf geworfen. Ich habe mitgefiebert und mich in Austens Welt fallen lassen und bin dem Buch absolut verfallen. Es ist nach „Verstand und Gefühl“ definitiv zu meinem liebsten Austen-Werk geworden.

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor einem Jahr
    Kurzmeinung: ein weiterer Klassiker von Jane Austen
    Die Kunst der Überredung

    Anne Elliot oder "Die Kunst der Überredung" (im Original "Persuasion") erzählt die Geschichte der Familie Elliot, insbesondere der mittleren Tochter Anne, und ihrer unglücklichen Liebe zu Captain Wentworth. Anne hatte die Verlobung gelöst, da ihr Vater, die Schwester und die mütterliche Vertraute Lady Russell ihr aufgrund des geringeren Status dringend davon abrieten. Nach einigen Jahren trifft sie den gutaussehenden Captain wieder und muss feststellen, dass sie immer noch starke Gefühle für ihn hegt und niemals einen anderen heiraten könnte. Ist es für die Liebe zu spät? Kann Captain Wentworth ihr die vormalige Zurückweisung jemals verzeihen?


    Jane Austens Romane berühren und zeichnen gleichzeitig ein Bild des gesellschaftlichen Lebens im England des 18. Jahrhunderts. Die Person der Anne Elliot beugt sich den gesellschaftlichen Regeln und Normen und löst deswegen ihre Verlobung zu Captain Wentworth, was sie viele Jahre bereut. Die Protagonistin, aber auch ihre beiden Schwestern, Lady Russell und viele andere werden charakterlich so gut beschrieben, dass man die Beweggründe und das Handeln durchaus nachvollziehen kann, auch wenn man nicht der gleichen Meinung ist. Wie immer in Jane Austens Romanen gibt es eine missgünstige Person (die ältere Schwester), eine dümmliche Person (die jüngere Schwester), eine reif denkende und gut reflektierte (Anne selbst) sowie einen mahnenden Aufpasser (Lady Russell). 


    Fazit: 
    Wer Jane Austens Stil und ihre Geschichten mag, wird auch hier nicht enttäuscht werden. Ich habe noch nicht alles von ihr gelesen, fand es aber beispielsweise besser als Emma.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Ein Muss !


    Wundervolles Buch ! :)
    Sollte man gelesen haben.. ^^

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    Mrs-Jasmines avatar
    Mrs-Jasminevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Hat mir sehr gut gefallen, vor allem die Sprache!
    Ich kenne Stolz und Vorurteil noch nicht,...

    Mein absolutes Lieblingsbuch von Jane Austen!

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    littleowls avatar
    littleowlvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ganz klar einer der besten und reifsten Romane von Jane Austen!
    Anne Elliot

    Meine Meinung

    „Anne Elliot“ war für mich bereits der vierte Roman von Jane Austen und ich habe mich sehr darauf gefreut, endlich mal wieder ein paar Stunden in der Welt der Gentlemen, Abendgesellschaften, Kutschfahrten und Landpartien zu verbringen. Der Spott der Autorin über die Heucheleien und Eitelkeiten ihrer Zeitgenossen ist in diesem Spätwerk nicht mehr ganz so beißend wie in früheren Romanen, aber der typische Austen-Humor konnte mich auch diesmal wieder so manches Mal zum Schmunzeln bringen. Besonders die Beschreibungen von Annes eitlem Vater und ihrer Schwester Mary, die in der ständigen Angst lebt, bei irgendetwas zu kurz zu kommen, fand ich wirklich herrlich. Wunderbar waren natürlich auch die Beschreibungen der malerischen englischen Landschaft, die bei mir prompt Fernweh geweckt haben. Insgesamt ist der Text sehr angenehm zu lesen, das ist sicher auch der Übersetzung zu verdanken.

    Bisher konnten alle Bücher von Jane Austen mein Romantikerinnenherz begeistern, aber die Liebesgeschichte von Anne und Captain Wentworth gehört neben „Stolz und Vorurteil“ ganz klar zu meinen persönlichen Favoriten. Den Ratschlägen ihrer Freunde und Verwandte folgend lehnt Anne als Jugendliche den Heiratsantrag des mittellosen Wentworth ab, obwohl die beiden schon damals unsterblich ineinander verliebt sind. Eine Entscheidung, die sie schon bald bereut - nicht nur, weil Wentworth in kurzer Zeit zu einem vermögenden Mann aufsteigt, sondern auch, weil die Sehnsucht nach ihm sie nie ganz verlässt. Tapfer redet sich Anne ein, über ihre große Liebe hinweg zu sein, doch als sie Wentworth Jahre später wiedertrifft, flammen die alten Gefühle erneut auf.

    Ich fand die Romanze gerade deshalb so berührend und glaubhaft, weil es darum geht, aus den eigenen Fehlern zu lernen und mutig seinem Herzen zu folgen. Damit ist Jane Austens letzter Roman in jeder Hinsicht ihr reifstes Werk – und auf jeden Fall eines ihrer besten. Ich habe mitgefiebert und die Daumen gedrückt, dass Captain Wentworth Anne noch eine Chance gibt und die beiden ihr Happy End bekommen. Wer nach einer rasanten, dramatischen Liebesgeschichte sucht, wird hier allerdings enttäuscht werden, denn Austens Stärke liegt gerade darin, dass sie mit ruhigen, dezenten Zwischentönen unglaublich viel Gefühl vermittelt.

    Von allen Austen – Heldinnen, über die ich bisher gelesen habe, war mir Anne Elliot vielleicht die liebste. Ihre Verwandten machen einen großen Fehler, indem sie sie übersehen und keinen Wert auf ihre Meinung legen. Schon bevor schlechte Ratschläge sie von ihrer großen Liebe trennen, ist Anne gutherzig, taktvoll und intelligent, aber in den Jahren danach macht sie nochmal eine beeindruckende Entwicklung durch. Als sie Wentworth wiedertrifft, nimmt sie mutig und besonnen ihr Schicksal in die Hand und ist entschlossen, ihn von ihrer Standfestigkeit zu überzeugen. Mit ihrer Stärke und Unabhängigkeit ist Anne sicher keine typische Frau des 19. Jahrhunderts, doch sie ist auf jeden Fall eine liebenswerte Protagonistin.

    Fazit

    „Anne Elliot“ ist Jane Austens letzter Roman und sicherlich einer ihrer besten! Die Liebesgeschichte von Anne und Captain Wentworth ist einfach herzerwärmend und auch heute noch eine Ermunterung dazu, dem eigenen Herzen zu folgen und sich nicht von der Meinung anderer beirren zu lassen. Eine starke Protagonistin und Austens herrlicher Humor machen das Lesevergnügen perfekt.

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    Buchbloggerins avatar
    Buchbloggerinvor 2 Jahren
    Ein sehr schöner Roman mit einer tollen Atmosphäre

    Endlich habe auch ich einen Roman von Jane Austen gelesen! Vor einigen Tagen habe ich mich ganz spontan für Überredung entschieden und ich bereue es nicht, denn wenn das Lesen auch anders war als erwartet, hat es mir auf jeden Fall gefallen.

    Vor acht Jahren schlug Anne Elliot auf Anraten ihres Vaters den Heiratsantrag des jungen Heißsporns Frederick Wentworth aus und entschied sich für ein ruhiges Leben auf dem Familiengut. Doch fad schmeckt der Alltag in den Kreisen des Landadels, der in leerem Standesdünkel verharrt. Als sie dem inzwischen gereiften Frederick überraschend wiederbegegnet, bahnt sich nur zögerlich eine zarte Romanze an. Jane Austens letzter Roman (1818) zeigt eine Heldin, die ihr Schicksal schließlich unmissverständlich in die eigenen Hände nimmt.

    Jane Austens letzter vollständiger Roman ist schließlich mein erster Roman von ihr geworden. Schon als ich die BBC-Verfilmung zum ersten Mal gesehen habe, war mir klar, dass Überredung von nun an definitiv zu meinen Lieblingen gehören wird. So geht’s mir nun auch mit dem Roman. Er ist so ganz anders geschrieben, als ich es erwartet oder einfach nur gewohnt bin, denn er ist vor beinahe zweihundert Jahren erschienen, weswegen man sich darüber also nicht wundern sollte. Doch dieser so ganz andere Schreibstil hatte etwas erfrischendes an sich, dass er mir doch irgendwie ganz gut gefallen hat.

    Die Protagonistin Anne Elliot ist, wie man im Nachwort lesen oder aber selbst vielleicht entdecken kann, keine typische Frau für das neunzehnte Jahrhundert – typisch im Sinne von in Ohnmacht fallen u. Ä. Sie ist eine kluge und eigenständige Frau, Ende dreißig, und dass sie ihren Verstand benutzt hat, um das Verhalten anderer, aber vor allem auch das eigene, zu analysieren und richitge Schlüsse daraus zu ziehen, hat mir sehr imponiert. Außerdem war sie sehr liebenswürdig und ließ sich nicht von Illusionen oder Wunschdenken verführen. Man merkt zudem, dass sie ihre Klugheit einsetzt, um aus ihren eigenen Fehlern zu lernen.
    Es war für mich sehr interessant zu lesen, wie sie den Kontakt mit „guten“ Menschen zu schätzen wusste, während sie versuchte, egoistischen und oberflächlichen Leuten, zu denen leider auch ihr Vater und ihre älteste Schwester zählten, zu vermeiden.

    Dieser Roman hilft einem, sich vorstellen zu können, wie es in der damaligen Zeit überhaupt zugegangen ist. Freunde und gute Bekannte, sogar Verlobte, haben sich gesietzt und so gut wie alles lief sehr förmlich ab. Außerdem war den Menschen sehr wichtig, wie sie vor der Gesellschaft dastanden (am besten natürlich im besten Licht), wobei sich das im Vergleich zu Heute nicht so sehr verändert hat, der Drang dazu ist nur etwas schwächer geworden.

    Über diesen schönen Roman lässt sich vieles schreiben, doch ich komme an dieser Stelle langsam zum Ende. Ich habe das Lesen sehr genossen, es hat mir gefallen, in das, wenn auch fiktive, Leben der Anne Elliot abzutauchen und mich in sie hineinzuversetzen, denn ich konnte Einiges für mich selbst mitnehmen bzw. lernen, was ich hoffentlich nicht vergessen werde.
    Von mir gibt es 4-5 Sterne.

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    Miamous avatar
    Miamouvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: "Stolz und Vorurteil" bekommt mit "Überredung" mächtig Konkurrenz.
    Jane Austen's "Persuasion"...

    Bei meinem momentanen Jane – Austen – Fieber kam ich auch an „Überredung“ nicht vorbei. Ihrem letzten Werk, deren Veröffentlichung sie noch miterlebt hat. Und um es gleich einmal vorweg zu nehmen, „Stolz und Vorurteil“ hat mit „Überredung“ für meine persönliche Wertung einen ordentlichen Konkurrenten bekommen :-)

    Die Ermutigung zum Lesen des Buches habe ich durch die BBC – Verfilmung von 2007 gefunden, die von einigen Jane Austen Fans sehr verrissen wurde (nach dem Lesen des Buches für mich aber ein wenig zu Unrecht – aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden). Ich persönlich finde es ja nämlich immer spannend, wie solche großen Literaturvorlagen filmisch umgesetzt werden.

    Unser Hauptcharakter in „Überredung“ ist Anne Elliot, deren Familie einen finanziellen Ruin hinnehmen und deswegen ihr Herrenhaus Kellynch zur Miete freigeben muss. Wie es der Zufall so will, übernehmen die Crofts diese Mieteraufgabe. Pikant deshalb, weil Mr. Croft niemand geringerer als der Schwager von Captain Wentworth ist, mit dem Anne vor acht Jahren verlobt war, von dem sie sich aber, aufgrund der Überzeugungsarbeit ihrer Patentante, wieder getrennt hat, weil Captain Wentworth keine „standesgemäße“ Partie war. So treffen sich die beiden nach acht Jahren wieder und sehr schnell wird klar, dass sie einander nie vergessen haben. Aber bis zum Happy End müssen die beiden noch viele Hürden überwinden.

    Auffällig ist, dass in „Überredung“ der weibliche Hauptcharakter mit ihren 27 Jahren bedeutend älter ist, als es zum Beispiel bei Elizabeth Bennet oder Emma der Fall ist. Anne wirkt dadurch auch schon um einiges reifer und nicht mehr so flatterhaft. Meiner Meinung nach, macht es sie genau deswegen zu einem sehr sympathischen und sehr liebenswerten Charakter. Sie ist mit ihren Jahren schon sehr gewachsen und bis zum Auftauchen von Captain Wentworth bringt sie auch nicht wirklich viel aus der Fassung, wobei sie bei ihrer Familie durchaus Grund dafür hätte. Ihre Mutter ist bereits in jungen Jahren gestorben und hat drei Töchter hinterlassen. Die Älteste, Elizabeth, ist der ganze Stolz ihres Vaters und die Jüngste, Mary, ist eine Mitläuferin, die aber wenigstens verheiratet ist. Anne steht sehr zwischen den Stühlen. Sie wird eigentlich mehr geduldet und man braucht sie eigentlich nur, wenn es um Arbeit geht. Ihr Vater und ihre Schwestern strotzen nur so vor Standesdünkel, weswegen Anne als „Einzige in der Familie Elliot mit Verstand“ bezeichnet wird.

    Captain Wentworth hat es durch seinem Beruf auf der See im Krieg zu einem hohen Vermögen gebracht. Und wie immer in Jane Austen Romanen, bleibt dem Leser die „männliche“ Sicht zur Gänze verborgen. Erst am Schluss wird die gesamte Handlung auch aus seiner Sicht erzählt. Zu Beginn kommt er (gleich wie Mr. Darcy) sehr gefühlskalt gegenüber Anne herüber. Trotzdem erkennt man an ihm aber auch gleich sehr schnell liebenswürdige Züge, wenn man liest wie nett er sich um Louisa (Marys Schwägerin) kümmert und auch, wie er sich gegenüber seiner Schwester, Mrs. Croft, verhält.

    Da es um in dem Buch um den „Liebesschmerz“ der beiden Hauptcharaktere dreht, hat die Handlung an sich, etwas sehr Melancholisches. Trotzdem schafft Austen aber immer wieder den Spagat, ihre klassischen sarkastischen Spitzen einzubauen, die den typisch englischen, sehr feinen Humor ausmachen. Zudem muss ich gestehen, dass ich so schnell in die Geschichte hineingefunden habe, wie in keinem Austen Roman zuvor. Man merkt also auch, dass die Autorin die Jahre hinüber um Einiges gereift ist und auch ihren Sprach – und Schreibstil perfektioniert hat.

    Wunderschön in „Überredung“ das Ende, das wohl die größte Liebeserklärung aller Zeiten darstellt (ja…da kann Mr. Darcy dann tatsächlich nicht mehr mithalten :-)). Und sehr interessant, dass Jane Austen das eigentliche Ende nochmals umgeschrieben hat, wobei ich sagen muss, dass beide einfach sehr schön sind (in meiner Ausgabe waren beide gedruckt)…und die BBC – Verfilmung hat es sogar geschafft beide zu inszenieren.

    Kurzum: Ein Austen Roman, den ich wirklich jeden ans Herz lege, der ihre Bücher gerne liest. Stilistisch top – ich fand, dass es keine einzige Länge gab. Und von der Handlung und den Charakteren her, sehr viel anders als man Austen kennt. Wer sie also mal von einer anderen Seite kennenlernen mag, ist mit „Überredung“ gut bedient.

    Kommentare: 6
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    AlexandraKs avatar
    AlexandraKvor 2 Jahren
    Typisch Jane Austen

    Ich glaube dieses Buch wird eines meiner Lieblingsbücher von Jane Austen. Die Geschichte der Anne Elliot hat mich sehr fasziniert. Ihre Einsamkeit hat mich fast schon etwas traurig gemacht, denn sie wurde allein von ihrer Intelligenz und ihrem "unglücklichen" Umfeld verschuldet. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und bleibt standhaft. Auch wenn ihre Gesellschaften anfangs nicht sehr unterhaltsam sind, so wendet sich doch durch einen Besuch bei Ihrer Schwester das Blatt und sie fühlt sich zum ersten Mal wohl und geliebt. 
    Ihre innere Entwicklung finde ich wahnsinnig faszinierend. Sie reflektiert sich selbst und lernt aus ihrer Vergangenheit. Sie lässt sich nun nicht mehr beeinflussen und findet durch ihre Standhaftigkeit ihr Liebesglück, welches schon längst verloren schien. Anne Elliot ist ein typischer Frauencharakter á la Jane Austen. Stark, Unabhängig und Klug. Es ist eine wahre Freude dieses Buch zu lesen.

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    Damarels avatar
    Damarelvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine leise Liebesgeschichte mit menschlichen Protagonisten über zweite Chancen, Charakterschwächen und die Fähigkeit aus Fehlern zu lernen
    In der Stille liegt die Kraft

    Anne Elliot ist der Inbegriff der verblühten, alten Jungfer im England des 19. Jahrhunderts. Sie hat ihre Jugend hinter sich, sieht dementsprechend verbraucht aus, ihre Fähigkeiten und Bemühungen werden von der Familie nicht gewertschätzt und wenn man kann, dann schiebt man sie zu den Verwandten ab.
    Und Anne hat sich das alles selbst zuzuschreiben. Hätte sie doch vor Jahren nicht die Verlobung mit dem charmanten Cpt. Wentworth gelöst, der nur einen Makel hatte. Als Marineoffizier war er für ihre Familie nicht gut genug. Und so hat Anne sich damals überzeugen lassen, eine Entscheidung zu treffen, die für alle besser war, nur für sie nicht. Doch man sieht sich immer zwei Mal im Leben... Aber macht man auch zwei Mal dieselben Fehler?

    Jane Austens Schreibstil mag für heutige Zeiten natürlich antiquiert wirken, aber der feine Humor, die spitzfindigen Gesellschaftsbeobachtungen und die teilweise herrlich schrägen Nebencharaktere haben ihren Reiz auch heute noch nicht verloren.
    "Überredung" ist eines der späteren Werke von Jane Austen und wer nach einer rasanten Liebesgeschichte sucht, ist hier nicht gut beraten. Es handelt sich um eine ruhige Liebesgeschichte, die mit leisen Zwischentönen spielt und dabei doch so schön die nur allzu realistischen und menschlichen Macken (auch und gerade der Hauptfiguren) zeigt. Genauso wie Anne Elliot zieht die Geschichte ihre innere Kraft aus ihrer ruhigen, stillen Art, um einen dann zu überraschen.
    Hier und dort gibt es natürlich auch das ein oder andere Drama, um die Handlung voranzutreiben, aber gerade das schätze ich so an Jane Austens Büchern: Es wird nie auf die Spitze getrieben und bleibt somit immer nachvollziehbar und realistisch.
    Ich glaube, Wentworths Liebesbrief ist eine der schönsten Liebeserklärungen, die ich in der Literatur je gelesen habe.
    Am Rande ein Wort zur Übersetzung: So man nicht die englische Ausgabe liest, würde ich tunlichst zu der Übersetzung der Grawes raten. Sie treffen den historischen Schreibstil von Jane Austen meiner Meinung nach bei Weitem am besten ohne den eigentlichen Sinn verloren gehen zu lassen.

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