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Kopf-Kino

vor 1 Jahr

Hallo zusammen,

ab dem 10. April findet hier eine Leserunde mit eigenen Exemplaren statt, bei der jeder Interessierte herzlich willkommen ist.
Dank der Gruppe "Entdecker der verborgene Schätze 2017" entstand bei einer Handvoll LeserInnen der Wunsch, Austens Klassiker gemeinsam zu lesen und in den Austausch zu gehen. Ein Einstieg ist somit jederzeit möglich.

Ich freue mich bereits auf unsere Leseeindrücke!

PS: Ich verlose keine Ausgabe zu Jane Austens 'Mansfield Park'.

Autor: Jane Austen
Buch: Mansfield Park

Kopf-Kino

vor 1 Jahr

Unsere Ausgaben

Ich werde beim Lesen die wunderschöne Ausgabe (mit Nachwort, yay) aus dem Reclam-Schuber in Händen halten. Die Übersetzung ist hierbei Ursula & Christian Grawe zu verdanken.

Sagt mir bitte bescheid, ob die Kapiteleinteilung für euch in Ordnung ist bzw. mit eurer Ausgabe d'accord geht.

Buchgespenst

vor 1 Jahr

Unsere Ausgaben

Ich bin - Überraschung - mit der dtv-Ausgabe von 2002 dabei. Die Übersetzung ist von Helga Schulz. Auf einen Anmerkungsteil wurde in der Version leider verzichtet.

Bei mir kommt die Kapiteleinteilung hin.

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Buchgespenst

vor 1 Jahr

Kapitel 7 - 12
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Die Crawfords sind die einzigen Charaktere, die mir lebendig vorkommen. Fanny bleibt blass und Edmond ist so in sich selbst gefangen, dass er gar keine Chance hat, irgendwas außerhalb wahrzunehmen. Sympathie kann ich für die beiden nicht aufbringen.

Buchgespenst

vor 1 Jahr

Kapitel 13 - 18
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@HarIequin

Mir kam er vor als sei er zwischen dem, was er will und dem was er und die Gesellschaft von ihm erwarten gefangen ist - ein Dilemma, dass sich nur lösen lässt, in dem er einen Punkt verrät. Er hat sich für den Selbstverrat entschieden und damit wird seine Figur demontiert. Er ist für mich unglaubwürdig geworden. Außerdem ist damit seine Beziehung zu Mary excellent gespiegelt! Dass die beiden eine Zukunft haben, kann ich nicht mehr glauben, denn er müsste sich selbst verraten, um sie zu halten.

Buchgespenst

vor 1 Jahr

Kapitel 19 - 24
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Henry und Fanny - das wird witzig! Der lebendigste Charakter trifft den passivsten. Für mich hat Fanny keinerlei Persönlichkeit, kein Leben - sie hockt wie eine Puppe in der Ecke und wartet auf ihr Stichwort für Zustimmungsbekundungen oder Handreichungen. Hat Jane Austen hier absichtlich das Ideal ihrer Zeit auf die Spitze getrieben? Lebloses Salonpüüpchen, nur Spiegel des männlichen Egos? Selbst als Handlungsmittelpunkt finde ich Fanny noch sehr substanzlos. Wie ein Hologramm.

Buchgespenst

vor 1 Jahr

Kapitel 25 - 30
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@HarIequin

Danke, dass das noch jemand so empfindet :) Ich mag Henry auch. Ich mag auch Mary, doch sehe ich für sie und Edmund keine Chance. Sie erwarten zu verschiedene Dinge vom Leben auch wenn bei beiden echte Gefühle im Spiel sein sollten.

Ich wünschte mir, dass Henry durch Fanny geläutert wird und ihr sein Lebnsglück findet, doch so wie die Geschichte aufgezogen ist, ist Fanny dafür zu statisch. Von Anfang an auf Edmund festgelegt, würde sie eherin einer staubigen Ecke vertrocknen als sich neuen Herausforderungen zu stellen. So wenig ich Julia und Maria mag, sie hatten doch mehr Charakter als Fanny.

Buchgespenst

vor 1 Jahr

Kapitel 31 - 36
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HarIequin schreibt:
Der geht mir momentan ein wenig auf die Nerven, muss ich zugeben. Dieses dauernde Hin und Her zwischen ihm und Mary, ohne dass er mal zu einem Entschluss kommt und dazu steht. Und ja, das Gespräch kam für mich auch so rüber und das ist genau das, was mich so an ihm stört - vordergründig ist er Fannys Freund und total nett etc., aber eigentlich denkt er doch viel mehr an sich selbst und bekommt von Fannys Gefühlen kaum etwas mit (oder interessiert sich nicht richtig dafür). Keine Ahnung wann ich so eine Antipathie zu ihm gefasst habe, wahrscheinlich tue ich dem armen Kerl Unrecht :D

Ja, Edmund ging mir mit seinem Gehabe auch auf den Keks. Ein egoistischer Esel, blind für alle Bedürfnisse außer seiner eigenen. Ja, er ist nett zu Fanny und auf ihrer Seite, doch hat er sin in ihr im Grunde ein Spiegel für sein Ego herangezogen. Wenn er Zustimmung braucht, ein bestätigendes Wort für seine Geschichten oder Trost, weil die Welt ach so böse und gemein zu ihm ist, ist Fanny gut genug. Er gab ihr Lektüre, um im Zweifel jjemanden zu haben, mit dem er sich unterhalten kann. Selbst in Gesprächen geht er nie auf Fanny ein. Wenn sie etwas eigenes sagt, demontiert er es sofort. Der Mops seiner Mutter könnte denselben Dienst erweisen. Hand lecken und treu gucken. Ich mag es zu drastisch sehen, aber er ist mir im Laufe der geschichte immer unsympathischer geworden.

Bei allen negativen Seiten, die Henry hat, er fragt nach Fannys Meinung und hört ihr zu. Er erkennt die Bedürfnisse und Wünsche und kümmert sich drum - in dem Licht, sehe ich auch seinen Einsatz für ihren Bruder. Er will ihr eine Freude machen und gleichzeitig zeigen, dass er ein netter Kerl ist, ihrer wüdig, auf dass sie ihn in einem neuen Licht sieht. Ich habe das als die einzige Berechnung gesehen.

Buchgespenst

vor 1 Jahr

Kapitel 37 - 42
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Ich fand es erschreckend wie blass Fanny selbst in ihrer eigenen Familie blieb. Sie ist der Mittelpunkt der Handlung und alles, was zu ihr zu sagen ist, bleibt auf ihren Schrecken vor fehlender Ruhe und Ordnung beschränkt. Ein Armutszeugnis für eine Protagonistin.

Austen hat hier zwei sehr krasse Gegensätze konstruiert. Die laute arme Familie ohne Ordnung und Zukunft, aber voller Leben und Möglichkeiten und die ruhige, fast in Konventionen erstarrte, wohlhabende Familie mit einer statischen Zukunft ohne Aussicht auf Individualität und Chance des Entkommens. Eine verdrehte Art Kritik zu üben oder interpretiere ich zuviel hinein?

Edmunds Schweigen finde ich auch bezeichnend. Er kommt ohne Fanny aus. Gar keine Frage. Er braucht sie nicht. Wenn sie nicht da ist, ist ihr Wohlbefinden unwichtig.

Buchgespenst

vor 1 Jahr

Kapitel 43 - 48
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Das Ende war auch gar nicht nach meinem Geschmack.

Erstmal: wie krass, dass die einzigen, die sich um Fanny Sorgen machen Mary und Henry sind! SIE bieten ihr an, sie jederzeit abzuholen. SIE machen sich Gedanken, um ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit und wann und wie sie wieder nach Hause kommt. Der Rest ist mit sich beschäftigt und hätte sie dort ewig sitzen lassen!

Dann fand ich den "Fall" von Henry und Mary konstruiert. Gut, dass Henry mit Maria geflirtet hat, war nicht überraschend. Sein Ego hätte die Zurückweisung einer Frau nie verkraftet. Dass er sich dann in seiner eigenen Falle gefangen hat, war aber zuviel des Guten. Ich hätte ihn für klüger gehalten. Und Mary - was erwartet man von einer liebenden Schwester? Natürlich waren ihre Ansichten nicht zeitgemäß, zugegeben. Aber ihre fast unverhohlene Art auf Vermögen und Vergnügen als Pastorenfrau zuspekulieren, fand ich ehrlich gesagt heftiger. Trotzdem wirkte auch der Bruch zwischen ihr und Edmund sehr gewollt. Wie mühelos er die so gefühlvoll Angebetete dann durch Fanny ersetzte, macht das blasse, kalte Ideal-Pärchen am Schluss dann sehr unbefriedigend. Edmund hätte sich auch einen Hund anschaffen können, so mechanisch läuft das ab. Alle Gefühlswelten in dieser Geschichte brechen in sich zusammen. Übrig bleibt das gesittete, statische, kalte Kalkül. Schade.

Die Pointe der Geschichte steckt für mich allerdings in Susan. "Ihr unerschrockeneres Naturell und ihre größere Energie machten ihr alles leicht. Da sie die Gemütsart derer, mit denen sie zu tun hatte, rasch erkannte und sie keine angeborene Zaghaftigkeit besaß, den Wünschen der anderen Schranken zu setzen, war sie bald allen willkommen und von Nutzen; und nach Fanny Fortgang folgte sie ihr so selbstverständlich in ihrem Bemühen um das ständige Wohlbefinden der Tante, daß sie allmählich vielleicht sogar die beliebtere von beiden wurde."

Susan ist die bessere Fanny, weil sie mit Selbstbewusstsein und Stärke fürsich selbst eintritt und damit nützlicher wird. Hiermit ist Fanny als idealer Charakter vom Sockel geholt. Es gibt eine bessere Version des Zeitideals - eine gut versteckte Pointe, in ihrer Beiläufigkeit absolut genial. Das tröstet mich über den Schluss etwas hinweg, denn um Henry und Mary tut es mir wirklich leid.

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