Northanger Abbey

von Jane Austen 
4,1 Sterne bei515 Bewertungen
Northanger Abbey
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Absolutes Highlight der Austen-Romane! Glaubhafte Charaktere, subtiler Humor; so liebt man die gute Jane.

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Ein Muss für jeden Jane Austen Fan!

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Inhaltsangabe zu "Northanger Abbey"

Ein finsteres Familiengeheimnis oder doch nur blühende Phantasie?
Catherine Morland liest gerne Schauerromane. Als ihr gebildeter Verehrer sie seiner Familie vorstellt, ist diese not amused. Die Aura des alten Landsitzes ›Northanger Abbey‹ beflügelt Catherines Phantasie so sehr, dass sie bald glaubt, einem Familiengeheimnis auf der Spur zu sein.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423145305
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:14.10.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 22.09.2008 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Filzblumes avatar
    Filzblumevor 10 Tagen
    Das Gesellschaftskarussell dreht sich

    Der früh verfaßte, nachträglich durch ihren Bruder veröffentlichte Roman Northanger Abbey nimmt eine Sonderstellung unter ihren Werken ein. Zuerst wird die Geschichte auf den Kurort Bath, am Fluß Avon verlegt. Dort wird unsere Protagonistin, Catherine, geisteswach, jung, ohne Vorurteile, mit der wohlhabenden Familie Allen zum Kuraufenthalt nach Bath reisen. Dort wird der Leser in die Welt der englischen Gesellschaft katapultiert, mit dem britischen Heiratsmarkt konfrontiert und der Welt der Galanterie, Schmeichelei, Täuschung und Liebesgeschichten. Erst ab der 2. Hälfte des Romans folgen wir der titelgebende Romanze um die Abtei Northanger in Gloucestershire. „Northanger war nicht einfach ein Haus, ein Herrenhaus, Gehöft, Anwesen oder Cottage – was ja alles viel wahrscheinlicher gewesen wäre -, sondern entpuppte sich als alte Abtei, und sie durfte darin wohnen! Tagtäglich würde sie Zugang haben zu den langen, modrigen Korridoren, den engen Zellen und der verfallenen Kapelle, und sie vermochte auch die Hoffnung auf alte Sagen und schauriges Gedenken an eine zu Unrecht verurteilte, unglückliche Nonne nicht ganz zu unterdrücken.“ Miss Morland wird dorthin eingeladen, erlebt dort auch schauerliches, ganz so wie sie es aus ihren Romanen, die sie ständig liest, und die sie auf die Wirklichkeit projiziert. Sie reift in ihrem Charakter durch ihre Erlebnisse und durch die Menschen, die sie umgeben. Was mir an diesem Roman, der so anders ist, als zum Beispiel „Stolz und Vorurteil“ —, ist der witzige Erzählstil und die Protagonistin ist selbst keine Heldin im Voraus. Wir erfahren in den Roman wenig von den damaligen politischen und sozialen Konflikten, es geht hierher um Herzensangelegenheiten, die zeitlos wirken. Mir hat der Roman unglaublich Spaß gemacht, er war nicht langweilig und hatte mir mit viel Schmunzeln angenehme Lesestunden beschert. Mein Lieblingszitat: „Miss Morland, ich habe eine hohe Meinung vom Verstand der Frauen in aller Welt, insbesondere jener Frauen, in deren Gesellschaft ich mich gerade befinde. »-«Das reicht nicht. Jetzt mal im Ernst!»-«Miss Morland, niemand könnte vor dem Verstand der Frauen mehr Respekt haben als ich. Ich finde, die Natur hat ihnen so viel davon mitgegeben, daß sie es nie für nötig befinden, mehr als die Hälfte zu benutzen.“

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    Ambermoons avatar
    Ambermoonvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht der beste Roman aus Jane Austens Feder, aber definitiv der humorvollste, voller Satire und wohl auch ihr persönlichster.
    Northanger Abbey oder Satire eines Schauerromans

    Catherine Morland ist jung und tugendhaft, jedoch weder ausnehmend schön noch besonders elegant, und als Tochter eines Geistlichen keine sonderlich gute Partie. Ihre Leidenschaft gilt Büchern und deren Figuren und entsprechend naiv verhält sie sich im realen Leben. Doch als sie sich in den gebildeten, wohlerzogenen Henry Tilney verliebt, lernt sie, auf ihre Gefühle zu hören.
    Eine Einladung auf den Landsitz seiner Familie scheint wie die Erfüllung eines Traums. Doch die Aura des alten Anwesens Northanger Abbey beflügelt Catherines Phantasie: Sie glaubt, einem düsteren Familiengeheimnis auf der Spur zu sein…
    (Klappentext)

    ✾✾✾✾✾

    „Kein Mensch, der Catherine Morland in ihrer Kindheit gekannt hatte, wäre auf die Idee gekommen, sie könnte zur Romanheldin geboren sein.“ (S. 9 – Anfang)

    Obwohl dies nicht Jane Austens bester Roman ist, so ist er doch der humorvollste und voller Satire. Hier wird der Schauerroman, welcher sich damals großer Beliebtheit erfreute, ordentlich auf die Schippe genommen.

    Catherine, die Hauptprotagonistin, beginnt zusehends die Realität mit einem Schauerroman zu verwechseln. Nach der Ankunft in Northanger Abbey ist Catherine zunächst mehr als nur enttäuscht, hat sie sich doch eine dunkle, furchteinflößende Abtei vorgestellt und keinen modernisierten Bau mit all dem Schnickschnack.

    „…was immer Geld und Geschmack leisten konnten, um einem Raum Eleganz und Komfort zu verleihen, war hier geleistet worden, und da sie in den letzten fünf Jahren ein gerichtet worden waren, hatten sie alles, was gemeinhin Gefallen erregen musste, und nichts was Catherine gefiel.“ (S. 204)

    Catherine ist jedoch davon überzeugt, dass sich hier ein Geheimnis verbergen MUSS. Es wird daher gestöbert, spekuliert und als nichts etwas hergab musste der Hausherr, General Tilney, herhalten. Bereits nach kurzer Zeit sieht sie in ihm einen wahren Schurken wie aus „Udolphos Geheimnisse“ und solche Schurken hüten ja immer ein allzu fürchterliches Geheimnis, wie jeder weiß.

    Bis man als Leser mit der Romanheldin nach Northanger Abbey reisen darf, muss man sich jedoch gedulden, denn diese Reise tritt Catherine erst in der 2. Hälfte des Buches an. Bis dahin erwartet einem ein Sittenporträt in bissigem Ton und in der typischen Jane Austen-Manier, obwohl…nein, stimmt nicht. Hier ist Jane Austen weitaus bissiger, sarkastischer und vor allem humorvoller, wie folgender Satz beweist:

    „Seinen beiden jüngeren Schwestern ließ er sodann ihr verdientes Maß an brüderlicher Zärtlichkeit angedeihen, indem er sie beide fragte, wie es ihnen gehe, und feststellte, dass sie beide sehr häßlich aussehen.“ (S. 52)

    Die Beschreibung der Charaktere ist ebenso spitzzüngig wie auch amüsant. Doch man bekommt auch einen tiefen Einblick in Austens Gedankenwelt, da sie hier die Stellung des Romans verteidigt, welcher dazumal eher einen bescheidenen Ruf hatte. Dies führte sie mit einem ordentlichen Seitenhieb gegenüber Presse und männlicher Autoren durch.

    „Und während tausend Federn das Verdienst des Mannes besingen, der als Neunhundertster eine ‚Geschichte Englands‘ kompiliert oder in einem Bändchen ein paar Dutzend Zeilen von Milton, Pose und Prior versammelt und sie mit einem Artikel aus dem ‚Spectator‘ und einem Kapitel von Sterne herausgibt, scheinen sich nahezu alle einig in dem Wunsch, die Fähigkeiten des Romanschreibens in Abrede zu stellen, seine Leistungen unterzubewerten und generell jene Werke geringzuschätzen, die sich durch nichts hervortun als durch Talent, Geist und Geschmack.“ (S. 37)

    Die vorliegende Ausgabe aus dem dtv-Verlag ist von der Übersetzung her top und enthält am Ende Anmerkungen zu den Fußzeilen, sowie „Daten zu Leben und Werk“. Beides ist äußerst interessant zu lesen.

    Fazit:
    Auch wenn Jane Austen hier meine geliebten Gothic Novels auf die Schippe nimmt, musste ich mehrmals schmunzeln und lachen.
    Die erste Hälfte ist zwar durchaus interessant zu lesen, enthält aber doch ein paar langatmige Stellen. Der Roman selbst gewinnt im Grunde erst ab der 2. Hälfte an Tempo. Daher ist es nicht mein absoluter Favorit unter den Jane Austen-Romanen, aber dennoch lesenswert, da man hier auch in die Persönlichkeit von Jane Austen blicken kann und das auf sehr humorvolle, sowie auch scharfsinnige Art und Weise.

    © Pink Anemone (Mit Bildern und kleiner Buchbesprechung)

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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Leider mit einigen Längen und vorhersehbarer Handlung nicht Austens Glanzstück. Dafür viel ironischer Witz und eine süße Hauptcharakterin.
    Nicht ihr Glanzstück

    Nicht ihr Glanzstück

    Mit meinem dritten Roman von Jane Austen habe ich mich jetzt doch ein bisschen schwer getan. Zwar fährt Austen hier alles an feinem ironisch-bösem Humor auf, was sie zu bieten hat, dafür fand ich die Handlung ein wenig vorhersehbar und stellenweise zog es sich etwas. Seltsam schien schon der Start der Geschichte, in der Austen es sich nicht nehmen lässt, die kindliche Plumpheit und den fehlenden Lerneifer ihrer Hauptdarstellerin Catherine zu betonen. Dass sie dann mit 17 plötzlich ob ihrer großen Schönheit gelobt wird, war mir etwas unverständlich.

    Die Charaktere waren generell ganz unterhaltsam, aber leider recht durchschaubar. Dass die endlos plappernde und oberflächliche Isabella und ihr selbstbezogener und angeberischer Bruder John nicht der beste Umgang für unsere naive und moralisch untadelige Catherine sind, konnte man sich denken. Die Sorgen darum, einen geeigneten Tanzpartner zu finden und wann bzw warum es vertretbar ist, eine Verabredung abzusagen nahmen Anfangs zu viel Platz ein. Erst ab etwa der Hälfte wurde es spannender. Viel der „Handlung“ aus der ersten Hälfte hätte man sich einfach sparen können.

    Auch wenn sich das alles jetzt ziemlich negativ anhört, las sich die Geschichte bis auf die Längen gewohnt flüssig. Der Teil, der in Northanger Abbey spielt, konnte mit ausreichend Unterhaltung und „Drama“ überzeugen. Es war schön zu sehen, wie Catherine immer mehr auf ihr eigenes Urteil vertraut. Und dass am Ende der „Richtige“ geheiratet wird, ist bei Austen ja eh klar:

    "...so fürchte ich, meine Leser ungerührt zu lassen, die der verräterischen Gedrängtheit der verbleibenden Seiten schon entnehmen können, daß wir alle miteinander im Sturmschritt der vollkommenen Glückseligkeit zueilen."
    S. 277

    Insgesamt ist die Geschichte wohl eher etwas für Fans von Jane Austen und zu Recht relativ unbekannt. Zu viele erzähltechnische Schwächen kommen hier zusammen, obwohl die Grundidee durchaus Potential hat. Der Griff zu Stolz und Vorurteil oder Verstand und Gefühl ist aber wesentlich lohnenswerter.

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    nscho-tschis avatar
    nscho-tschivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein weiterer entzückender Austen-Roman
    Ein weiterer entzückender Austen-Roman

        In diesem postum veröffentlichen Werk von Jane Austen wird das Leben der Catherine Morland geschildert. Um unter Leute ihres gleichen zu kommen, wird die junge Heldin von ihren Nachbarn in den Vergnügungsort Bath eingeladen. Auf Bällen und Spaziergängen lernt sie neue Freundschaften schätzen und kennen. Während ihr Geist lernt, mit den Gepflogenheiten der Welt - die den in Catherines oft gelesenen Romanen kaum ähnelt - umzugehen, hat Catherines Herz schon für einen jungen Mann zu schlagen begonnen....

        "Die Abtei von Northanger" zählt zu den Frühwerken von Jane Austen, in dem auch manche Bemerkungen der Autorin miteinfließen. Natürlich liegt das Hauptaugenmerk auf der jungen und liebevollen Protagonistin, doch findet sich auch immer wieder ein ironischer Schwerpunkt auf die damalige Gesellschaft. Interessant sind auch die Bemerkungen zu anderen Büchern, insbesondere zu Schauerromanen, die auffallend gerne fallengelassen werden.
        Wer andere Austen-Romane kennt, dem wird wohl hier das Fehlen der Aktion auffallen. Nichtsdestotrotz fand ich das Buch beim Lesen erstaunlicherweise durchweg spannend und unterhaltend. Als Austen-und-Co.-Liebhaberin gebe ich sehr gerne eine Empfehlung für dieses doch sehr zauberhafte und reizvolle Werk dieser wunderbaren Schriftstellerin weiter!

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    photovivies avatar
    photovivievor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Für mich ein grandioser Beginn für Janes Austen Werke!
    northanger abbey

     Jane Austen lebte von 1775 bis 1815. Sie zählt zu den wichtigsten britischen Autoren; als ihre Hauptwerke geltenStolz und Vorurteil und Emma. Northanger Abbey schrieb sie sehr früh, von 1798/99. Es wurde erst nach ihrem Tod veröffentlicht.

    Die junge Catherine Morland träumt davon, einmal ein Abenteuer zu verleben. Zuhause in ihrer Ortschaft ist das allerdings kaum möglich. So ist sie hocherfreut, als ihre Nachbarn, Mr. und Mrs. Allen, sie einladen, mit ihnen für einige Zeit nach Bath zu fahren. Das gesellschaftliche Leben dort ist sehr viel reger und die Gesellschaften feiner. Auf einer Tanzveranstaltung lernt sie Henry Tilney kennen und verliebt sich prompt.

    Den zweiten Teil des Buches verbringt Catherine mit den Geschwistern Tilney, mit denen sie sich sehr gut versteht, in deren Heimat auf Northanger Abbey. Der Vater der beiden wirkt auf sie sehr ambivalent. Zum einen ist er stets bemüht, das Catherine sich wohl fühlt, doch zum anderen scheint er ein Geheimnis zu verbergen, in dessen Auflösung sich Catherine hineinsteigert.

    Ich finde es sehr viel einfacher, ältere (gleich kompliziertere) Bücher nicht alleine zu lesen. Diese Erfahrung machte ich vor allem bei Die Leiden des jungen Werther, das ich zunächst versuchte, alleine zu lesen, aber schnell wieder aufgab, da es mir nicht gefiel. Doch als es dann im Unterricht besprochen wurde (mit einem tollen Lehrer, wie ich auf jeden Fall anmerken muss), fing ich an, so vieles zu verstehen und ich verliebte mich in dieses Buch. Bei Northanger Abbey nun las ich zuvor Val McDermids moderne Fassung, beziehungsweise ich las immer nur wenige Kapitel voraus, und holte diese dann in der originalen Fassung auf. Dies kann ich nur jedem empfehlen, der zögert, sich an Jane Austen heranzuwagen.

    Northanger Abbey ist eine Parodie auf den damals beliebten Schauerroman, der Elemente der Romantik, des Horrorromans und und des Krimis vereint, die sich allesamt aber erst später entwickelten. Jane Austen versteckt diese Parodie nicht, sondern lässt Catherine darüber sinnieren, sodass man die Witze auch ohne Germanistik- oder Anglitikstudium versteht.

    Die Handlung ist spannend, die Charaktere sehr interessant (und obwohl das Buch so alt ist, sind die Charaktere noch immer aktuell) und man lernt einiges über das damalige Leben und die Umgangsformen. Ich hätte mir keinen besseren Start in Jane Austens Werke vorstellen können!


    Noch eine kleine Anmerkung zu den Ausgaben. Ich entschied mich für die wunderschöne und kompakete Ausgabe von Manesse, übersetzt von Andrea Ott. Sie enthält Anmerkungen und ein Nachwort von Hans Pleschinski. Etwas günstiger, inhaltlich identisch, ist die Ausgabe von btb. Die Übersetzung von Ott gefällt mir, bewertet anhand der ersten Seite, am besten. Weitere Übersetzungen sind von Sabine Roth (dtv) und Margarete Rauchenberger (Insel). Aufgrund der älteren Sprache habe ich mich nicht an das englische Original herangetraut.


    schau doch gern auf meinem blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei!

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    littleowls avatar
    littleowlvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Witzig und intelligent wie immer nimmt Jane Austen Gruselromane aufs Korn. Und ein bisschen Romantik darf natürlich auch nicht fehlen.
    Northanger Abbey

    Worum geht’s?

    Catherine Morlands Erwartungen sind hoch, als sie, die bisher eine recht ereignislose Jugend auf dem Land hatte, Freunde der Familie in den Kurort Bath begleitet. Doch da die Allens in Bath niemanden kennen, gestaltet sich der Aufenthalt zunächst recht langweilig - so lange, bis Catherine in Isabella Thorpe eine gute Freundin findet und dem attraktiven Henry Tilney begegnet. Catherine, die mit großer Begeisterung Schauerromane liest, kann ihr Glück kaum fassen, als Henry und seine Schwester Eleanor sie dann auch noch auf das Familienwesen Northanger Abbey einladen.

    Meine Meinung

    "Northanger Abbey" ist einerseits ein ganz typischer Jane Austen - Roman, andererseits auch wieder nicht. Wie in jedem ihrer Werke gibt es auch hier Drama, Romantik und Intrigen, aber darüber hinaus nimmt die Autorin die zu ihrer Zeit so beliebten Gruselromane ein bisschen auf die Schippe. Es ist einfach herrlich zu lesen, wie Catherines Fantasie in Northanger Abbey mit ihr durchgeht. Wer schon einmal versucht hat, direkt nach einem Horrorfilm einzuschlafen, kann ihre Gefühle sicher gut nachvollziehen. Catherine macht sich jedoch erst nach ca. der Hälfte des Romans nach Northanger Abbey auf, später als ich erwartet hatte. Dieser zweite Teil hat mir noch deutlich besser gefallen, aber die Ereignisse in Bath sind letztendlich Voraussetzung für das, was danach passiert. Ein paar kleine Längen gibt es, aber insgesamt ist die Geschichte wieder sehr kurzweilig.

    Catherine Morland ist, um ehrlich zu sein, nicht gerade Jane Austens schillerndste Heldin. Die jugendliche Protagonistin ist eher unscheinbar und weder künstlerisch noch musisch sonderlich begabt. Doch Herzensgüte, Unschuld und eine lebhafte Fantasie machen sie trotzdem zu einer sehr sympathischen Figur. Außerdem wartet natürlich auch dieser Austen-Roman mit vielen unvergesslichen Nebenfiguren auf. Da wären zum Beispiel der eingebildete John Thorpe, seine selbstbewusste Schwester Isabella oder die unerschütterlich gelassene Mrs. Allen.

    Es ist wirklich kein Wunder, dass Jane Austens Romane heute immer noch so unglaublich populär sind. "Northanger Abbey" hat auch so viele Jahrzehnte nach seinem Erscheinen nichts an Wortwitz verloren, ist nach wie vor wunderbar amüsant zu lesen. Die Autorin muss eine echte Menschenkennerin und scharfsinnige Beobachterin gewesen sein, so treffend und pointiert wie sie sich über die Gepflogenheiten der feinen Gesellschaft lustig macht.

    Fazit

    „Northanger Abbey“ ist der perfekte Roman für einen gemütlichen Lesenachmittag – atmosphärisch, witzig und natürlich romantisch.

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    Literaturchaoss avatar
    Literaturchaosvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Bissige Gesellschaftssatire - sehr amüsant geschrieben
    1794 entstanden, jedoch immer noch zeitgemäß

    - "Kein Mensch, der Catherine Morland in ihrer Kindheit gekannt hatte, wäre auf die Idee gekommen, sie könnte zur Romanheldin geboren sein." - Zitat Seite 9



    ...so beginnt dieser Klassiker von Jane Austen, bei dem sie uns von Anfang an weismachen will, dass ihre Romanheldin Catherine in Wirklichkeit weit entfernt davon ist, eine ebensolche zu sein. Weil sie einfach nur durchschnittlich ist. Durchschnittlich begabt, durchschnittlich hübsch, durchschnittlich musikalisch, durchschnittlich bei dem, was zu der Zeit, in der dieser Roman geschrieben wurde, als Tugend bei jungen Mädchen angesehen wurde. 1794.



    1794 tickten die Uhren anders als heute und auch Jane Austen tickte ein wenig anders als ihre Mitmenschen. Sie hatte einen wachen Blick auf die Gesellschaft um sich herum und nahm diese in ihren Romanen gerne ein wenig auf die Schippe. Gerade "Northanger Abbey" ist eine Geschichte mit derart übertriebenen Charakteren, dass ich es schon als Gesellschaftssatire bezeichnen würde.



    Catherine Morland, unsere Anti-Heldin, ist eines von vielen Kindern eines englischen Pfarrers. Behütet aufgewachsen und zuhause von der Mutter unterrichtet worden, wird sie nun im Alter von 17 Jahren in die große weite Welt entlassen - indem sie das Ehepaar Allen, Freunde der Familie, zu einer Kur ins Seebad Bath begleitet. Die Allens haben keine eigenen Kinder und schätzen daher Catherines Gesellschaft umso mehr. Denn eine "Kur" Ende des 18. Jahrhunderts sah so aus, dass man sich eine Wohnung mietete, täglich in einer großen "Trinkhalle" vorbeischaute, um dort Heilwasser zu konsumieren (in Wirklichkeit ging es jedoch darum, zu sehen und vor allem gesehen zu werden) und den Rest der Zeit damit verbrachte, zu flanieren, auf Bälle zu gehen und Besuch zu empfangen. Damals hiess das "Zerstreuung suchen". Wir sagen heute dazu "Zeit totschlagen".



    Da man 1794 weder Fangopackungen noch Massagen oder Physiotherapie kannte, langweilt sich Catherine schon bald, denn sie kennt in Bath niemanden außer den Allens. Mrs Allen geht es genauso. Sie wird als äußerst egozentrische Person dargestellt, die kein anderes Thema als ihre Klamotten hat. Mr Allen hingegen ist der Ruhige, der nur redet, wenn er gefragt wird.



    Das Blatt wendet sich, als Mrs Allen ihre alte Schulfreundin Mrs Thorpe wiedertrifft und sich Catherine mit deren ältester Tochter Isabella anfreundet. Denn Isabella ist die klassische Bitch. Vorneherum zuckersüß und hintenherum intrigant und durchtrieben. Nun muss ich allerdings auch dazu sagen, dass Catherine als äußerst naives Schaf beschrieben wird und man als Leser mehr als einmal am liebsten den Kopf auf die Tischplatte hauen würde, weil Isabella einfach so durchschaubar ist. Allerdings nicht für Catherine. Die freut sich über die neue Freundschaft und lässt Isabella einfach alles durchgehen.



    Als dann auch noch Isabellas Bruder John auftaucht, bekommt der Teufel Konkurrenz. Eher unscheinbar und untersetzt ist er der Meinung, dass die Frauenwelt inklusive Catherine ihm zu Füßen liegt. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich die Männer in den letzten 200 Jahren nicht besonders verändert haben: sehr amüsiert war ich über die Passage, in der John mit seinem neuen "Kabriolett", was in diesem Fall ein offener Einspänner ist, angibt. Mit den Extras wie Eisenbeschlägen oder Peitschenhalterung und vor allem mit dem einen PS davor. Heutzutage geben die Männer ebenso mit ihren fahrbaren Untersätzen an. Alles beim Alten also.



    Aber Jane Austen wäre nicht Jane Austen, wenn es in ihren Romanen nicht vorwiegend um das Thema Liebe und Hochzeit gehen würde. Obwohl die Autorin selber nie verheiratet war lässt sie Catherine die erste große Liebe erleben. Natürlich verliebt sie sich in den Falschen, der erst durch Abwesenheit glänzt, sie aber dann auf sein Familienanwesen Northanger Abbey einlädt. Dieser Besuch jedoch endet in einem Desaster, da Catherine als begeisterte Gothic-Novel Leserin (schaurige Romane waren zur damaligen Zeit sehr in Mode und werden von der Autorin das ganze Buch über durch den Kakao gezogen) hinter jedem Schatten in dem alten Gemäuer ein Gespenst, eine Verschwörung oder sogar einen Mord vermutet. Zusätzlich werden noch einige Intrigen gesponnen, die es unserer Anti-Heldin nicht leicht machen.



    Jane Austen gab zu ihrer Zeit und in ihrer Gesellschaft mit Sicherheit mehr als einmal Anlass zu Klatsch und Tratsch mit ihrem äußerst kritischen Blick auf ihre Umwelt. Sie brachte ihre Romane grundsätzlich unter dem Pseudonym "by a Lady" heraus, was unter den gegebenen Umständen sicherlich der einfachste Weg war, um sich und ihre große Familie nicht ins Gerede zu bringen. Meiner Meinung nach war Ms Austen ihrer Zeit jedoch weit voraus und wäre heutzutage mit Sicherheit eine gefeierte Schriftstellerin, die kein Blatt vor den Mund nehmen würde.



    "Northanger Abbey" ist, gerade weil es so schamlos übertriebene Charaktere enthält, sehr amüsant zu lesen.

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    Pachi10s avatar
    Pachi10vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Typische Jane Austen Romanze
    Junges, sehr naives Mädchen trifft auf "die große weite Welt von Bath".

    Catherine Morland ist sich nicht Jane Austens schillerndste Romanheldin, furchtbar naiv, arm, ohne besondere Kenntnisse oder Begabungen, die bald feststellen muss, dass das Leben kein Roman ist. Doch man muss sie in Ihrer Naivität und Unschuldigkeit einfach gern haben und so ergeht es auch Mr. Tilney.

    Jane Austen hat auch hier wieder einen Roman voller Witz und Charme zu Papier gebracht. Ich mag die Geschichte obwohl man über die Hauptdarstellerin öfter den Kopf schütteln muss: "Wie kann man so naiv sein" Doch in der damaligen Zeit war das wohl so. Aber es wäre nicht Jane Austen wenn es am Ende nicht ein Happy End für die Guten gäbe.

     

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    bookworm61s avatar
    bookworm61vor 3 Jahren
    Gesellschaftliche Ironie trifft auf übertriebene Phantasie

    Dieser erste Roman von Jane Austen handelt von einer jungen, eher unauffälligen, naiven und doch interessanten Catherine Morland. Diese verbringt ein paar Wochen mit Familienfreunden in dem damals angesagten Ausflugsort Bath. Sinn und Zweck: Abendgesellschaften und Leute kennen lernen. An einem Tanzabend lernt sie Henry Tilney kennen, einen gut aussehenden jungen Geistlichen, der keinen Halt davor macht, über die gesellschaftlichen Etiketten zu spotten. Mit seinem beisenden Sarkasmus und dennoch höflichen und sehr aufmerksamen Art gewinnt er sehr schnell Catherines Herz. 
    Der erste Teil des Roman verläuft in Bath während Catherine an nichts anderes denken kann als an Mr. Tilney. Der zweite und definitiv "spannendere" Teil spielt in Northanger ab. In dem Kloster, das die Familie Tinley bewohnt. Hier kommt der ironische Teil. Es wird von alten Schlössern erzählt, man bekommt Angst von unruhigen Geistern und gerät in eine mysteriöse Stimmung. Alles was zu den damals angesagten Schauerliteratur dazu gehört.
    Meine Erwartungen an dieses Buch waren, dass es mindestens eine Figur gibt, welche die gesellschaftliche Situation kritisiert, eine starke Frauenfigur und ganz viel Liebe. Beim letzeren wurde ich leider enttäuschz. Es gab zwar einige Dialoge, welche sehr ironisch waren und die ich köstlich genossen habe, aber es hat einfach nicht gereicht! Das wichtigste Gespräch, das die beiden miteinander hätten führen sollen, hat gefehlt. Dass er ihr seine Liebe gesteht, erzählt Jane Austen in einem Satz und schon im nächsten wird ganz beiläufig erzählt, dass die beiden heiraten und schon ist's zu Ende. Als ob ein Happy End so unwichtig ist, wird es nur so erwähnt. Da frag ich mich, wo die typisch "pointiert geschliffenen Dialoge" sind. Das hat Jane Austen wohl leider erst später gelernt. 

    Den dritten Stern hat das Buch bekommen, da der Schreibstil und die Wortwahl bzw. die Beschreibungen gelungen sind. Ansonsten würde ich andere Bücher von Jane Austen eher empfehlen.

    Kommentare: 1
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    Das_Lesedings avatar
    Das_Lesedingvor 4 Jahren
    So schön <3

    Inhalt:
    Catherine Morland reist mit Bekannten in den Kurort Bath. Die Trinkhallen, mit ihren wohltuenden Quellen, laden zum verweilen ein. Das herum sitzen scheint eintönig, bis Mr. Tilney gefallen an Catherine findet, aber er ist nicht der Einzige, denn auch eine befreundete Familie - die Thorpes - hat sich in Bath eingemietet und Mr. Thorpe versucht bei Catherine zu landen ...

    Schreibstil:
    Eine so tolle Übersetzung habe ich lange nicht erlebt und ich bin begeistert. Christiane Agricola hat es, für meinen Geschmack, richtig "alt" übersetzt. Ihre Wortwahl passt perfekt zum alter der Geschichte - so stelle ich mir das zumindest vor. Dennoch ist der Text flüssig zu lesen, wahnsinnig spannend und liebevoll - was sich natürlich auch auf den schönen Schreibstil von Austen zurückzuführen lässt. Das Buch ist mit viel Sarkasmus, Wortwitz und Liebe ein wundervoll mitreißender Roman, der sich trotz der vielen Gefühle auch zu einem kleinen Schauermärchen entwickelte.

    Charaktere:
    Catherine ist eine tolle Frau. Irgendwie naiv, aber dennoch stark. Sie lebt in ihrer Welt voller Bücher, hat kaum Augen für das reale Leben und dennoch lernt sie immer mehr die Welt kennen. Eine schöne Figur und eine gute Metapher zur heutigen Jugend - wobei ich da das Buch durch digitale Medien tauschen würde.

    Henry Tilney ist ein wundervoller Mann :oops: mit seinen Reden verzauberte er nicht nur Catherine sondern auch mich. Die Diskussionen über Bücher, Sprache und Auslegung waren so realistisch, so - ich kann es gar nicht beschreiben - aber es machte einfach Spaß seine Dialoge zu lesen.

    Die Familie Thorpe war ein interessanter Haufen von Menschen, die jeder kennt. Gruselig schön :D

    Cover:
    Das Cover wirkt alt, mit einem Buch in den Händen hätte mir die Frau besser gefallen.

    Fazit:
    Ein ganz toller Liebesroman, der einen großen Bezug zur Literatur hat. Ich konnte "Die Abtei von Northanger" kaum aus den Händen legen und hatte bei jedem Satz das Gefühl die Charaktere sowie ihre Umgebung vor meinem geistigen Auge zu sehen. Von mir gibt es volle 5 Sterne und eine Leseempfehlung für jeden! Denn das Buch beinhaltet alles: Geheimnisse,. Liebe, Bildung, Gefühl, Aktion.

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