Jane Austen Sense & Sensibility

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Inhaltsangabe zu „Sense & Sensibility“ von Jane Austen

Klassiker der Passivität

— Eva-Maria_Obermann
Eva-Maria_Obermann
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  • Typisch Jane Austen

    Sense & Sensibility
    Miserable

    Miserable

    21. May 2014 um 21:34

    Jane Austen versteht es wie keine andere, ihren Figuren mit nur wenigen Worten ein solches Leben einzuhauchen, dass man als Leser denkt, diese schon seit Jahren zu kennen. So wird Elinor sogleich als die Vernunftsperson in der Familie etabliert. Sie trägt ihr Herz nicht auf der Zunge, sondern sorgt sich vielmehr um den Ruf ihrer Familie. Sie stellt sich selber zurück, um es anderen Recht zu machen. Marianne ist da ganz anders. Sie lässt ihren Gefühlen freien Lauf und lässt die Menschen in ihrem Umfeld niemals im Unklaren, was ihr Innerstes angeht. So unterschiedlich die beiden jungen Frauen auch sind, so sehr halten sie doch zusammen. Trotz aller Probleme, die die beiden durchleben müssen, verlieren sie sich nicht und geben sich gegenseitig Halt. Jane Austen erzählt in diesem Roman von Verpflichtungen, die im Widerspruch zu den eigenen Gefühlen stehen. Mit den romaneigenen Konstellationen wird diese Problematik oftmals auf die Spitze getrieben und verliert dadurch nicht an Wirkung und Brisanz. Der Leser trifft auf ein Dilemma nach dem anderen, welches ihn mindestens genau so zerstört dastehen lässt, wie die Protagonistinnen.

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  • "Let's read in English"-Lesechallenge 2014

    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Let's read in English - die Englisch-Lesechallenge 2014 Mit den Neujahrvorsätzen ist es immer so eine Sache – viele haben wir bereits wieder vergessen und der Alltag hat uns definitiv wieder eingeholt. Mit „Let’s read in English“ möchten wir das jedoch gern ändern und euch die Moeglichkeit geben, Bücher und Autoren neu zu erleben – in der englischen Originalsprache! Einige von euch rezensieren schon fleissig englische Bücher und viele Lovelybooks-Leser sind an englischen Texten interessiert, würden jedoch lieber bei einer Leserunde einsteigen. Wir haben uns euer Feedback zu Herzen genommen und unsere Lesechallenge „Let’s read in English“ ins Leben gerufen. Zusammen mit dem englischen Verlagshaus Random House Group UK mit Sitz in London werden wir eine Vielzahl von Leserunden starten und ihr seid herzlich eingeladen mitzumachen. Das Motto der Lesechallenge verstehen wir als einen Aufruf nicht nur an alle von euch, die sich mühelos in der englischen Sprache zurechtfinden, sondern an alle Lovelybooks-Leser. Egal welche Sprachkentnisse du hast, trau dich einfach – und mach mit! „Let’s read in English“ – zusammen auf Lovelybooks. Viele unsererer Leser verwenden die englische Sprache oder werden sie in Zukunft brauchen. Bücher sind ein idealer Einstieg um Sprachkentnisse zu verbessern oder die Fremdsprache auch einfach mehr zu benutzen. Die Stimme der Autoren im Original zu lesen und sie neu kennenzulernen ist natürlich ein spannenender Bonus. Für die fleissigsten Rezensenten gibt es zum Jahresende tolle Preise und jeder kann sich gern in Deutsch und/oder Englisch in den Leserunden austauschen und Rezensionen in beiden Sprachen posten. Das ist voellig euch überlassen.  Alle Grundinfos findet Ihr auf unserer Englisch-Lesechallenge-Seite! Hier könnt Ihr nun alle Fragen stellen & stets fleissig Eure neuen Rezensionen posten! Die Liste wird am Anfang jedes Monats aktualisiert!  Bitte postet für jede neue Rezension auch einen neuen Beitrag. Auf die Plätze - fertig - let's read English!!!

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    • 1684
  • Passivität gewinnt, Leidenschaft wird denunziert

    Sense & Sensibility
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    09. May 2014 um 16:31

    Sense and Sensibility, Sinn und Sinnlichkeit, oder besser Verstand und Gefühl, sind hier konträre Richtungen. Sowohl Marianne als auch Elinor verfügen über beides, doch die jeweilige Dominanz ist entscheidend. Die vernünftige Elinor heiratet am Schluss aus Liebe, ohne dass sie oder Edward etwas dafür getan hätten. Beide sind passive, farblose Figuren. Nur weil Edwards Verlobte Lucy sich von ihm löst und stattdessen seinen Bruder heiratet, kommt Edward in eine Situation, in der er Elinor um ihre Hand bitten kann. Und nur, weil Elinor weiß, dass er nicht mehr gebunden ist, kann sie annehmen. Nie hätte Edward sich von Lucy einfach losgesagt, nie hätte Elinor ihm ihre Gefühle offenbart, wenn er noch verlobt gewesen wäre. Zu Jane Austens Zeit aber zeugte diese Geduld und Zurückhaltung der eigenen Gefühle von Reife und Gesellschaftsfähigkeit. Gerade ihre Zurückhaltung finden beide aneinander attraktiv, gerade sie ist es, die beide letztendlich zueinander führt. Marianne aber muss leiden, weil sie emotional ist. Durch ihre Vorstellung von romantischer Liebe verliebt sie sich in Willoughby, geradezu hoffnungslos. Darum kann sie auch derart getroffen werden, als er sie sang und klanglos verlässt. Und darum erkrankt sie regelrecht an Liebeskummer, als sie erkennt, dass er eine andere nur wegen ihres Geldes heiratet, also berechnend ist und keineswegs so romantisch, wie sie geglaubt hatte. Ihre Reifung nach der Krankheit allerdings nähert sie Elinor an und macht es möglich, dass sie dem Werben des Colonels nachgibt, obgleich er eben kein romantischer Held sein kann. Die Behauptung, dass sie eines Tages ihn mit der gleichen Intensität lieben wird, wie eins Willoughby, ist heute sehr kritisch zu betrachten. Auch ihre Emotionalität macht Marianne aus heutiger Sicht nicht zur verkannten Heldin, sondern umso mehr zur Verliererin, die ihr ganzes Sein in eine Romanze legt. 1811 aber war es durchaus plausibel, diese Vorstellung in einem Roman zu verwenden. Die Distanz, die der allwissende Erzähler zur Geschichte hat, zieht sich vor allem im ersten Teil des Buches. Als aber Elinor von Lucys Verlobung mit Edward erfährt und somit Elinors Gefühle zumindest in ihrem Inneren zu brodeln beginnen, kommt auch Leben in den Erzähler. Mariannes Liebschaft mit Willoughby ist dagegen geradezu sachlich und kalt erzählt. Erst durch Elinors Mitleid und ihr Verständnis für ihre Schwester kommt auch der Erzähler und damit der Leser Marianne näher. Gerade in diesen Überlegungen liegt der Reiz von Sense and Sensibility auch heute noch. Der Leser hat immer einen großen Anteil an der Rezeption eines Werkes. Und der Unterschied im Verständnis des Werkes damals und heute ist hoch interessant und darum lesenswert.

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