Jane Eagland Mein Herz so wild

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Inhaltsangabe zu „Mein Herz so wild“ von Jane Eagland

Je nachdrücklicher die 17-jährige Louisa ihre geistige Gesundheit beteuert, desto weniger glaubt man ihr – und desto schlimmer wird ihre Situation. Denn Louisa ist in einer Irrenanstalt gelandet. Warum, kann sie nur ahnen. Weil sie anders ist? Weil sie als Mädchen einen Beruf erlernen will – was im viktorianischen England einem Sakrileg gleichkommt. Und wer steckt hinter ihrer Einweisung? Diese Ungewissheit und die demütigenden Schikanen zermürben Louisa. Wäre da nicht die junge Pflegerin Eliza, würde Louisa sogar an Selbstmord denken.

Mh, also ich finde diese Geschichte an sich total klasse, aber irgendwie kommt es nie auf den Punkt. Zäh und öde, leider! Habe abgebrochen

— WriteReadPassion
WriteReadPassion

Ein wundervolles Buch!

— mrsmeerlancholie
mrsmeerlancholie

Ein Buch mit Einsicht in längst vergangene Zeit. Ich fand es spannend.:-)

— AnyxUtena
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Gefällt mir bis jetzt richtig gut! :)

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  • Mein Herz so wild

    Mein Herz so wild
    FabAusten

    FabAusten

    24. June 2016 um 14:11

    England, Ende des 19. Jahrhunderts: Die 17-jährige Louisa Cosgrove glaubt, sie solle als Gesellschafterin bei Bekannten ihres Bruders anfangen. Doch stattdessen findet sie sich am Ende ihrer Reise in Wildthorn, einer Nervenheilanstalt wider. Sie hält es für ein Versehen und dass sie mit dem Namen "Lucy Childs" angesprochen wird, scheint das zu bestätigen. Doch nach und nach findet Louise heraus, was oder wer tatsächlich hinter ihrem Aufenthalt steckt. Erzählt wird die Geschichte aus Louisas Sicht, allerdings berichtet sie einmal über ihre Gegenwart und in einem weiteren Erzählstrang über vergangene Ereignisse. Diese beginnen in ihrer Kindheit und enden kurz bevor sie in die Anstalt gebracht wird. So erfährt der Leser viel über ihr Elternhaus, ihre Kindheit und die Verhältnisse innerhalb der Familie. Louisas Vater war Arzt und förderte die naturwissenschaftlichen Interesse seiner Tochter. Doch das Leben der Frauen war zu jener Zeit vorgezeichnet und eine akademische Ausbildung gehörte nicht dazu. Selbstverständlich wird auch enthüllt, warum Louisa in Wildthorn leben soll. Jane Eagland hat einen sehr angenehmen Stil. Er scheint der Zeit angemessen zu sein und fließt leicht dahin. Dennoch fehlt es ihm ein wenig an Tiefe. Louisa schenkt den Gefühlswelten ihrer Mitmenschen mitunter wenig Beachtung. Nicht nur dies macht sie zu einer nicht besonders sympathischen Protagonistin. Es entsteht der Eindruck, als wäre sie manchmal etwas arrogant und habe wenig Verständnis für ihre Mutter oder den Bruder. Auch für ihre Mitpatientinnen scheint sie sich mit einer Ausnahme wenig zu interessieren. Der Plot ist durchdacht und logisch. Er bietet ein paar überraschende Informationen, ist in weiten Teilen aber auch sehr vorhersehbar. Letzteres ist verzeihlich, da es realistisch wirkt. Die Auflösung für Louisas Aufenthalt in Wildthorn ist jedoch enttäuschend. Es wäre überaus wünschenswert gewesen, wenn dieser Erzählstrang mysteriöser und raffinierter gelöst worden wäre. Doch hier verschenkt die Autorin wunderbare Möglichkeiten. Allerdings zeichnet Mein Herz so wild glaubhaft den Kampf eines Mädchens gegen gesellschaftliche Konventionen nach. Es wird gezeigt, dass es möglich und wichtig ist, die eigenen Wünsche zu erkennen und trotz Widerständen wahrzunehmen. Manch junge Leserin mag sich darin wiederfinden und ein wenig Mut für ihr eigenes Leben schöpfen. Insgesamt ist Mein Herz so wild ein interessanter historischer Jugendroman. Die Protagonistin überzeugt durch einen starken Willen. Die Geschichte liest sich flockig, es gelingt aber dennoch wichtige Themen anzusprechen. Nichtsdestotrotz bleibt vieles an der Oberfläche.

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  • Meine persönliche Meinung :-)

    Mein Herz so wild
    AnyxUtena

    AnyxUtena

    13. December 2015 um 10:23

    Eigentlich lese ich solche Bücher in dem Zeitraum nicht aber ich konnte dann einfach nicht anders und musste es mir dann kaufen als ich hier mal in Rezensionen rein geschaut hatte. :-) Dann hat es mich wirklich neugierig gemacht und auch schon bestellt. XD  Und ich kann das Buch empfehlen. Nicht wegen der Romanze an sich, in dem Buch ist mehr Thema ob sie nicht doch verrückt ist wie man es ihr dauernd sagt. Louisa bekommt eine Lebenseinsicht die schlimmer nicht sein könnte. Doch ist sie nun verrückt oder nicht? Das ist die spannende Frage die man sich beim lesen stellt. Wir erleben so viel aus vergangenen Zeiten mit wo einem wirklich der Magen schwer wird.  Ich hoffe sehr das noch einige dieses Buch lesen werden.:-) 

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  • Toll!

    Mein Herz so wild
    -sabine-

    -sabine-

    21. December 2014 um 19:41

    Zufällig habe ich von diesem historischen Jugendroman gehört – und nicht nur das Cover, sondern auch der Klappentext hat mich sehr angesprochen, so dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht! Man wird direkt rein geschmissen in die Geschichte, in der Louisa Cosgrove zu Unrecht in einer Irrenanstalt landet – und das ist in England im späten 19. Jahrhundert kein Vergnügen. Mit einem zwar einfachen und sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, aber dennoch mit eindringlichen und sehr treffenden Worten schafft die Autorin das eindrückliche Bild der Irrenanstalt – mit seinen widrigen Umständen, den unsympathischen Wärterinnen und den armseligen Insassen. Die Sprache ist so bildhaft, dass ich die Orte und auch die Szenen stets vor Augen hatte und – auch wenn mir diese Umstände nicht unbekannt waren - dennoch erschüttert war von dem Leben und Treiben in diesen Anstalten. In Rückblenden erfährt man dann, was in der Zeit vorher geschehen ist, man lernt Louisa und ihre Familie kennen und auch die Probleme, die aufgetaucht sind. Als Leser ahnt man schon, wieso man Louisa in die Anstalt abgeschoben hat, aber dennoch hat die Autorin immer wieder neue und falsche Fährten ausgelegt, und auch ich habe mich dadurch täuschen lassen. So blieb es durchweg spannend, denn natürlich wollte ich wissen, was nun eigentlich der Grund für das Abschieben gewesen ist. Aber auch anderen Gründen ist es spannend, denn natürlich plant Louisa eine Flucht – doch sie bringt nicht nur sich damit in Gefahr, sondern kommt auch noch auf eine andere Station – und hier herrscht wahrlich ein noch strengeres Regiment. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet, und Louisa habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie entspricht so gar nicht den damaligen Konventionen und eckt mit ihren eigenen Vorstellungen vom Leben natürlich an. Als Frau hatte man zu heiraten und einen Haushalt zu führen; Studieren und dann als Ärztin zu arbeiten war, einfach undenkbar - und genau das ist Louisas größter Wunsch. Es tauchen in der Geschichte aber auch noch andere interessante Figuren auf, manche sind vielleicht ein wenig oberflächlicher gestaltet und ein wenig klischeehaft geraten, dennoch aber passten sie gut in die Geschichte, so dass ich das gut verschmerzen konnte. Dass sich alles zum Guten wendet, ahnt man sicherlich schon früh, dennoch aber hat das der Spannung, die sich langsam steigerte, keinen Abbruch getan. Das Ende hat mir gut gefallen, insbesondere, da es zeigt, dass auch in der damaligen Zeit sich Hartnäckigkeit und der Glaube an sich selbst auszahlen, und damit Unmögliches möglich gemacht werden kann. Mein Fazit Ein toller historischer Jugendroman, den ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann, wenn man leichte und spannende Unterhaltung sucht, die fesselt und Einblicke in andere Zeiten möglich macht. Für zwischendurch genau das Richtige, aber auch als Einstig in das Genre „historischer Roman“ finde ich diese Geschichte bestens geeignet. Sie lässt sich gut lesen, hat eine liebenswerte Protagonistin und bietet einen interessanten Plot. Ich werde die Autorin auf jeden Fall weiter im Auge behalten. Von meiner Seite gebe ich diesem Buch gerne 5 Sterne.

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  • Schöne Geschichte, Schreibstil etwas monoton

    Mein Herz so wild
    WildRose

    WildRose

    31. December 2013 um 09:53

    Auf den ersten Blick erkennt man nicht unbedingt, dass "Mein Herz so wild" ein Jugendbuch ist. Doch schon nach ein paar Seiten wird einem klar, dass dieses Buch für ein ziemlich junges Publikum geschrieben worden sein muss, denn die Wortwahl ist eher einfach, der Schreibstil wirkt gelegentlich ziemlich hölzern und monoton. Die Geschichte an sich erinnert ein wenig an "Fingersmith" von Sarah Waters, nur eben in Jugendbuchform.  Eigentlich ist die Story sehr schön und auch interessant. Junge Menschen, die sich für das 19. Jahrhundert interessieren, erfahren durch dieses Buch einiges über die damaligen vorherrschenden Meinungen und über die Intoleranz und Ungerechtigkeit dieser Zeit. Leider ist die Geschichte nicht immer realistisch. Louisas Flucht aus der Irrenalstalt, beispielsweise, wirkt etwas zu einfach, um wahr sein zu können. Auch die Aufklärung am Schluss ist nicht allzu spannend. Nichtsdestotroz erzählt dieses Buch die recht lesenswerte Geschichte eines eigensinnigen Mädchens, das sich in einer Zeit der Intoleranz nicht den Mund verbieten lässt. Gerade für lesbische Mädchen kann dieses Buch wertvoll sein.

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  • "Mein Herz so wild", Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    Shiku

    Shiku

    27. May 2013 um 09:18

    3,5 ____________________________________________________ England Ende des 19. Jahrhunderts: Louisa Cosgrove ist nicht wie die meisten Mädchen ihres Alters – und vor allem nicht so, wie sie sein sollte. Sie möchte ein selbstbestimmtes Leben führen, doch davon ist sie momentan weit entfernt. Ohne ihr Wissen wird die 17-Jährige in eine Nervenklinik eingewiesen, in der behauptet wird, sie sei in Wahrheit Lucy Childs. Louisa glaubt zunächst an eine Verwechslung, doch so oft sie auch beteuert, nicht hierher zu gehören, kaum jemand glaubt ihr. Und wie ist sie überhaupt hierher gelangt – wer hat sie einweisen lassen und weswegen? „Mein Herz so wild“, so kann man Louisa durchaus beschreiben, zumindest für die damaligen Verhältnisse. Ginge es nach ihrer Mutter – und dem Großteil der Gesellschaft –, würde Louisa lernen, einen Haushalt gut zu führen, sich um ihre Kinder zu kümmern und Höflichkeit wie eine Muttersprache zu beherrschen. Stattdessen will Louisa lernen, Bücher lesen, die Welt entdecken und Ärztin werden, worin zumindest ihr Vater sie auch unterstützt. Sie eckt in jeder erdenklichen Weise an – kein Wunder bei der eingeschränkten Welt, die man ihr zugestehen will. Als ich anfing, dieses Buch zu lesen, wollte ich es mögen. Es hat so viel in sich, das ich toll finde: Eine junge Frau, die sich gegen die damaligen Konventionen auflehnt, um mal das Offensichtlichste zu nennen. Eine Frauenbewegung gibt es schließlich nicht erst seit dem 20. Jahrhundert und irgendwo muss diese Unzufriedenheit auch herkommen. Niemand muss also fürchten, dass Louisa zu „modern“ wäre, sie möchte einfach nur ihr Leben leben, was in unserer Zeit zumindest teilweise möglich wäre – ganz aber auch nicht, was vermutlich die bitterste Erkenntnis des Buches ist. Wie Louisa sich ihren Weg erkämpft und wie es ihr in der Nervenanstalt ergeht … ja, davon wollte ich lesen. Und auch sprachlich hatte ich nie etwas zu meckern, mal abgesehen davon, dass für einen Zeitpunkt oft „wo“ benutzt wurde, was bei mir in der Regel dafür sorgt, dass sich meine Zehennägel hochrollen. So gesehen war am Anfang noch alles in Ordnung. Louisa wird zwar bereits eingewiesen, aber die Kapitel, die ihre gegenwärtige Situation schildern, wechseln sich mit solchen ab, die zunächst elf Jahre in der Vergangenheit beginnen und der momentanen Handlung danach immer näher kommen. So lernen wir auch die kleine Louise nach und nach kennen, entdecken ihre Abenteuerlust, sehen, dass sie schon damals nicht „reinpassen“ wollte. Das Verhältnis zu ihrem Vater, ihrem Bruder, ihrer Mutter … all das wird mit der Zeit dargeboten und so erfahren wir auch, was alles geschehen ist, das zu ihrer Einweisung hätte führen können. Mein großes Problem ist, dass es mit der Zeit zwar noch immer interessant, leider aber auch sehr vorhersehbar wurde. Nicht alles ließ sich sofort und mit jedem Detail erahnen, aber überraschen konnte mich auch nichts mehr. Mein noch größeres Problem ist, dass ich nicht so recht weiß, wie ich das einzuschätzen habe. Ist es vorhersehbar, weil die Autorin ihr Buch weniger gut konzipiert hat? Oder ist es vorhersehbar, weil sie das geschehen ließ, was damals logischerweise geschehen musste? Ich tippe eigentlich auf Letzteres, denn auch wenn es Menschen gab, die Frauen wie Louisa unterstützen wollten, es gab noch viele mehr, die am alten System festhielten, und zwar mit aller Macht. Kann ich dafür wirklich Punkte abziehen? Es erscheint mir ein wenig unfair, zumal das Buch an anderer Stelle schon sehr unfaire Bewertungen erhalten hat, die in dem Fall wirklich nichts mit dem Buch, sondern mit der eigenen, eingeschränkten Weltsicht zu tun haben. Andererseits konnte mich das Buch nicht richtig mitreißen, deswegen gibt’s einen Kompromiss von einem halben Punkt Abzug und das fällt in den Statistiken nicht mal ins Gewicht. Ihr wisst also Bescheid! Eine kleine Nachfrage an andere Leser, die das Buch bereits kennen, habe ich aber noch – vielleicht kann mir da jemand helfen durchzublicken. Das allerdings enthält Spoiler, alle anderen sollten hier also besser nicht weiterlesen. SPOILER ________________________________________________________________________ Ich hab andere Rezensionen mal überflogen und zum Glück bin ich nur über eine „Dame“ gestolpert, die dem Buch aufgrund von Louisas Homosexualität mal eben einen Stern verpasst hat (aber sie ist nicht homophob, nicht doch!), aber immer wieder fand ich eine Warnung vor der Sexszene am Ende, meistens mit dem Vermerk, dass sie diese genauso schlimm gefunden hätten, hätte es sich hier um Mann und Frau und nicht um Frau und Frau gehandelt. (Glaub ich sofort …) Wenn die Szene besonders detailliert gewesen wäre, könnte ich das ja irgendwo nachvollziehen, aber das ist alles so blumig, geradezu züchtig formuliert und nimmt nicht mal ganz eine Seite ein – wo liegt das Problem? Ich verstehe es wirklich nicht. „Mein Herz so wild“ ist die Geschichte einer jungen Frau im 19. Jahrhundert, die ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen und auch Stärken führen möchte – und die dafür bestraft wird, ohne dass sie jemandem jemals etwas getan hätte. Ein zunächst interessantes, aber für mich nie gänzlich spannendes Buch, auch wenn das womöglich mehr an der Zeit, in der es spielt, liegt. Einen Blick ist es trotzdem wert – vorausgesetzt man ist in der Lage, über den eigenen Tellerrand zu gucken.

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  • Rezension zu "Mein Herz so wild" von Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    Seidenhauch

    Seidenhauch

    29. April 2011 um 18:13

    Klappentext: Eigentlich wollte Louisa Freunde ihres Bruders in Essex besuchen, doch der Kutscher liefert sie auf einem großen, ihr völlig unbekannten Anwesen ab, wo man sie bereits erwartet. Ehe sie es sich versieht, befindet sich Louisa in den Händen von Pflegern einer Anstalt für Geisteskranke. Zunächst ist die junge Frau fest davon überzeugt, dass hier ein Irrtum vorliegt, den sie schnell aufklären kann. Aber jegliches Beteuern ihrer geistigen Gesundheit wird nur als weiteres Anzeichen ihrer Krankheit ausgelegt. Sie wird gedemütigt und gequält. Aber so leicht lässt sich Louisa nicht unterkriegen. Sie muss wissen, wer sie in diese Situation gebracht hat - und warum. Als sich am Horizont ein schwacher Hoffnungsschimmer zeigt, ist Louisa bereit, alles zu riskieren. Meine Meinung: Bei 'Mein Herz so wild' handelt es sich um ein historisches Jugendbuch und "erzählt die tiefgründige Geschichte einer starken, jungen Frau am Ende des 19. Jahrhunderts" (Lisa Ziegler, Nordbayerischer Kurier, 2010): Denn trotz aller gesellschaftlichen Erwartungen und Verpflichtungen für Frauen, will Louisa den langsam aufkommenden Aufbruch nutzen und gegen alle Regeln einen einen Beruf, nämlich Ärztin, ausüben. In London gibt es tatsächlich eine Universität, die Frauen aufnimmt. Junge Frauen, die zu dieser Zeit 'wissbegierig' waren und gerne gelesen haben galten als unnormal und meist sogar geisteskrank. Die Frau wurde schließlich als fürsorgliche Mutter und Ehefrau geboren und ist nicht dafür geschaffen, etwas zu erlernen... Der Roman ist in vier Teile unterteilt und endet mit einem kurzen Epilog. Es gibt zwei Zeitebenen, die sich immer wieder abwechseln. Gleich zu Beginn findet sich der Leser in Louisas 'Heute' (um 1870) wieder und erlebt die Fahrt zu den Freunden ihres Bruders und findet sich mit ihr in einer Anstalt für Geisteskranke wieder. Dann kommt der erste Wechsel "Elf Jahre früher", der anschließend wieder in die Gegenwart wechselt. Nach und nach erfährt der Leser so den Grund, warum Louisa in diese Anstalt gebracht wurde, wer tatsächlich hinter all dem steckt und was es mit der liebevollen Pflegerin Eliza auf sich hat, ohne die Louisa wahrscheinlich bereits tot wäre... Der Schreibstil ist wirklich gelungen und sehr flüssig. Auch die aufkommende Spannung und die "zweigleisige" Beschreibung ist sensationell. Bei historischen Romanen bin ich doch immer etwas vorsichtig. Eine "alte" Sprache / Ausdrucksweise stört mich zu sehr, sei das Buch noch so gut. Zum Glück, ist dass hier ganz anders. Natürlich weiß der Leser, dass er sich nicht im 21. Jahrhundert befindet, aber die Reise ins 19. ist mit keinerlei Leseschwierigkeiten verbunden. Jane Eagland gelingt es fabelhaft dem Leser die Welt, wie sie zu der Zeit war, zu zeigen. Die Beschreibungen der Protagonistin und ihre Gefühle und Gedanken sind sehr gut und nachvollziehbar, so dass es mir nicht schwer fiel mich schon nach kurzer Zeit mit ihr zu identifizieren. Louisa ist wahrlich eine extrem starke und vor allem mutige junge Frau, die an die Richtigkeit ihrer Ziele keine Zweifel hegt und gegen den Irrsinnglauben der Gesellschaft, Frauen sind dumm und nur als Mütter geschaffen, rebelliert. Fazit: Ein ausgezeichnetes Buch, dass nicht nur spannend, sondern eben auch sehr lehrreich ist. Ich kann es nur jedem empfehlen und vor allem gibt es dem Leser weit mehr als nur eine gute Unterhaltung.

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  • Rezension zu "Mein Herz so wild" von Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. April 2011 um 21:08

    Inhalt: Louisa Cosgrove ist gerade 17 Jahre alt, als sie auf das Drängen ihre Bruders hin zu einer anderen Familie gebracht werden soll, da ihre Aufmüpfigkeit zu Hause nicht mehr zu tragen ist. Denn im Gegensatz zu anderen Mädchen in ihrem Alter ist ihre größte Leidenschaft das Lesen, außerdem möchte sie wie ihr Vater Ärztin werden, was im England des 19. Jahrhunderts undenkbar ist. Doch statt bei dieser Familie landet sie in einer Irrenanstalt. Der Leiter dieser Irrenanstalt verkündet ihr, dass sie sie bereits erwartet haben, spricht sie dann jedoch mit dem Namen Lucy Childs an. Louisa ist erleichtert und erklärt dem Leiter, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss, doch umso stärker sie darauf besteht umso schlimmer wird ihr geistiger Zustand eingeschätzt. Für Louise beginnt eine Zeit voller Grausamkeit und Verzweiflung, doch letztendlich kann nur sie selbst sich wieder aus dieser Lage befreien… Meine Meinung: Als ich den Klappentext gelesen habe war ich sofort interessiert, denn irgendwie habe ich ein Faible für Geschichten, die in Irrenanstalten, vor allem aus vergangenen Jahrhunderten, spielen. Die sowieso schon gelungene Voraussetzung wurde dann noch durch eine äußerst sympathische Protagonistin, in die man sich als junge Frau selbst gerade auf der Suche nach einer geregelten Zukunft, besonders gut hineinversetzen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Jugendbüchern mit einer aufmüpfigen Hauptfigur ist Louisa dennoch niemals nervig pubertär, sondern hat vernünftige Wünsche, die nunmal nicht den gesellschaftlichen Gepflogenheiten entsprechen. Besonders spannend ist die Geschichte durch den Wechsel zwischen aktuellem Geschehen innerhalb der Irrenanstalt und Rückblenden, die bis hin zu Luoisas 7. Lebensjahr reichen, die einem das Handeln und Denken ihrerseits mit jedem Kapitel nachvollziehbarer machen. Auch gut gelungen und interessant empfand ich ihre Beziehung zu ihrer Cousine Grace, die sicherlich auch mal ein etwas neuer, gewagterer Ansatz ist. Die Autorin schafft es das ganze Buch über einem im Zweifel zu lassen, ob Louisa nun tatsächlich verrückt ist oder es sich alles um einen schrecklichen Irrtum handelt. Fazit: Ein wirklich gelungener, authentischer Jugendroman, der vor allem durch seine Sensibilität überzeugen kann.

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  • Rezension zu "Mein Herz so wild" von Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    ::Nina::

    ::Nina::

    17. February 2011 um 21:29

    Andere auf Geisteskrankheit hinweisende Faktoren, die mir von Außenstehenden mitgeteilt wurden: Exzessives Bücherlesen und Studieren, welches zu einer Schwächung des Geistes führt. Das Verlangen, Männer nachzuäffen, besessen vom Ehrgeiz, eine Ärztin zu werden. (Seite 3o7) Rezension England um 187o: Die 17jährige Louisa Cosgrove wird von zu Hause fortgeschickt, um fortan bei einer anderen Familie zu leben. Dort kommt sie jedoch nie an. Stattdessen liefert man sie in eine Irrenanstalt ein, in der man ihr weismachen möchte, dass sie in Wirklichkeit eine junge Frau namens Lucy Childs sei. Zunächst glaubt Louisa noch an eine Verwechslung, aber jeder Versuch, den Irrtum aufzuklären, wird nur als weiteres Indiz für ihren kranken Geisteszustand gewertet… Während dem Leser recht schnell klar ist, dass es sich hier um ein Komplott gegen Louisa handeln muss, reagiert Louisa selbst zu Beginn noch ziemlich unaufgeregt auf ihre missliche Lage und macht damit einen naiven und reservierten ersten Eindruck, der – lernt man sie im Laufe der Zeit besser kennen – eigentlich gar nicht zu ihr passt. Regelmäßige Rückblenden im ersten Teil des Buches nehmen uns mit in Louisas Kindheit, wir lernen ihre strenge Mutter, den eifersüchtigen Bruder und ihren unkonventionellen Vater (einen Arzt) kennen. Louisa war schon immer ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen, das Fragen stellt und ihrem Vater nacheifert. Sie träumt schon früh von einem Medizinstudium, liest alles, was sie in die Finger bekommt und macht kleinere Experimente. Aber je älter sie wird desto deutlicher macht man ihr klar, dass sich ein solches Verhalten für eine Frau einfach nicht schickt. Hinzu kommt, dass Louisa Gefühle für ihre Cousine entwickelt und sich weigert, eine Ehe einzugehen, weil sie mehr von ihrem Leben erwartet und selbst über ihr Schicksal entscheiden möchte. Eine Einstellung, die damals schlichtweg undenkbar war. Sätze wie der oben zitierte haben mich - ebenso wie die erniedrigende Behandlung der Patienten in der Irrenanstalt – sprachlos und wütend gemacht, zumal es damals wohl tatsächlich passierte, dass ungemütliche Personen, die sich den gesellschaftlichen Konventionen nicht anpassten, abgeschoben wurden. Besonders mit diesem Wissen im Hinterkopf hat mich Louisas Geschichte sehr bewegt und auch wenn ich ihr Handeln zu Beginn nicht immer nachvollziehen konnte, habe ich sie als starke und sympathische Figur empfunden. Ihr Leidensweg ist gut durchdacht, die Auflösung zufrieden stellend. Sprachlich ist die Geschichte eher einfach gehalten, kurze Sätze und eine schnörkellose Erzählung erlauben ein zügiges Lesetempo. Die Einbindung des Themas der gleichgeschlechtlichen Liebe schien mir auf den ersten Blick zu viel des Guten, hätten Louisas Wissensdurst und ihre ablehnende Haltung doch genügt um deutlich zu machen, dass sie aus dem gesellschaftlichen Rahmen fällt. Die sich entwickelnde Liebesgeschichte war dann allerdings so zart und glaubwürdig erzählt, dass ich mir einen anderen Verlauf gar nicht hätte vorstellen wollen. Ich kann nur hoffen, dass sich potentielle Leser nicht davon abschrecken lassen, denn es ist einfach eine rührende und schöne Liebesgeschichte, bei der nicht das Geschlecht der Figuren, sondern die Liebe an sich im Vordergrund stehen sollte. FAZIT: Ein gut erzählter, bewegender historischer Jugendroman, der interessante Themen aufgreift. Jane Eagland werde ich ab sofort im Auge behalten.

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  • Rezension zu "Mein Herz so wild" von Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    Bücherdiebin

    Bücherdiebin

    29. January 2011 um 15:35

    England um 1870: Lousia Cosgrove wird ohne ihr Wissen in eine psychatrische Klinik eingewiesen. Dort will man ihr weißmachen, das sie Lucie Childs heißt und ein Problem hat. Doch Lousia will das nicht glauben und versucht aus diesem Albtraum zu entfliehen. Als ich anfing das Buch zu lesen war ich irritiert, denn es stand in der Buchhandlung im Regal der Romane und nicht bei den Jugendbüchern! Dementsprechend konnte ich mich nicht damit anfreunden,denn der Schriebstil gefält mir nicht-ist zu holprig und zu wenig ausformuliert- und die Charaktere sind auch nicht wirklich glaubwürdig ausgearbeitet oder annähenrnd "real" erscheinend. Ich war auch mit der Entwicklung der Geschichte nicht zufrieden-kurzum: es hat mit nicht sonderlich gefallen. Ich bleib bei Iny Lorenz, da weiß ich was ich lese....

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  • Rezension zu "Mein Herz so wild" von Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    Fabella

    Fabella

    25. January 2011 um 21:35

    So und untypisch für mich eigentlich, möchte ich, bevor ich mit der Rezension beginne, Euch mal eben den Covertext näherbringen - damit Ihr meine spätere Rezension vielleicht besser versteht: England um 1870: Lousia Cosgrove hat das Gefühl, sich in einem Albtraum zu befinden. Statt bei Freunden ist sie in einer Irrenanstalt gelandet, wo man sie beharrlich mit dem Namen Lucy Childs anspricht. Und jeder Protest ihrerseits wird nur als weiteres Indiz für ihre geistige Zerrütung gewertet. Doch Louisa kämpft um ihre Freiheit - und findet den Schlüssel dazu, wo sie ihn nie vermutet hätte. Soweit klingt das Buch für mich sehr interessant und spannend. Die Geschichte beginnt ziemlich genau so, wie gerade geschildert. Das Buch ist anfangs abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit geschrieben. So erlebt man immer wieder, was Louisa gerade in der Nervenheilanstalt widerfährt - und gleichzeitig, wie es dazu kam. Auch dieses Konzept gefiel mir sehr gut. Zumal es nicht durch das ganze Buch führt, sondern irgendwann nur noch in der Gegenwart stattfindet. Sehr betroffen war ich von den Schilderungen der Tagesabläufe in der Irrenanstalt, von den dortigen Stationen 1 - 5, wovon 5 schlimmer ist, als jeder Alptraum, den Ihr Euch vorstellen könnt. Die Menschen vegetieren nur noch vor sich hin. Louisa - gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen dort eingeliefert - versucht alles mögliche, um dem Haus zu entkommen. Über anfänglich vernünftiges Reden bishin zu Fluchtversuchen, die umso härter bestraft werden. Keiner im Haus will ihr glauben, daß sie nicht Lucy Childs ist - zumindest behauptet das jeder, jedoch ist sich Louisa nicht sicher, ob das ganze nicht aufgesetzt ist. Sie schafft es sogar irgendwann hinter die Kulissen zu blicken und herauszufinden, wer sie hat einliefern lassen. Ein Mensch, von dem sie es nicht erwartet hat. Und trotzdem hat Louisa keine Zweifel daran, daß dem so ist. Nebenbei erfährt man - gerade aus den Passagen der Vergangenheit - auch noch, daß Louisas Vater ein Arzt war und Louisa sich nichts sehnlicher wünscht, als in seine Fußstapfen treten zu können. Zu der damaligen Zeit fast noch aussichtslos. Louisas Vater ist jedoch seiner Zeit voraus und läßt Louisa lernen und ihn teilweise zu seiner Arbeit begleiten und sichert ihr am Ende, wenn auch nicht ganz überzeugt, sogar zu, sie zu unterstützen. Dazu kommt es jedoch nicht mehr, da Louisas Vater stirbt. Das alles fand ich einen sehr interessanten Inhalt. Dem Buch zu folgen war auch nicht schwer, der Schreibstil ist sehr flüssig und die Autorin versteht es gut, mit Worten umzugehen. Aber .. und hier kommt für mich der Haken .. ein ganz wichtiger Aspekt in diesem Buch ist auch die Liebe einer Frau zu einer Frau. Ich finde das Thema keineswegs anrüchig, ich steh da absolut neutral gegenüber. Aber es ist einfach nichts, mit dem ich mich identifizieren kann - und ehrlich gesagt, mich langweilen die Passagen über solche Themen zu Tode. Ich finde, man hätte schon irgendwie in der Beschreibung einen Hinweis darauf geben können, dann hätte man sich vorher überlegen können, ob man das Buch lesen möchte. Bitte versteht mich nicht falsch, das soll auf keinen Fall etwas gegen die Liebe unter Frauen sein - es ist einfach nicht mein Ding. Und dieser Inhalt spielt in dem Buch auch keine unerhebliche Rolle. Anfangs kaum angeschnitten, wird es zum Ende des Buches zu einem großen Thema. Und besonders das Ende fand ich in dem Zusammenhang, wie frei vorher darüber geschrieben wird und im Bezug auf die ganze Emanzipation, die im Buch eine Rolle spielt absolut nervig und unglaubwürdig. Insofern würde ich dem Buch nur eine mittelmäßige Wertung geben. Es ist nicht schlecht, läßt sich gut lesen, aber mich störte einfach zu viel an dem Thema am Ende.

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  • Rezension zu "Mein Herz so wild" von Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    Charlousie

    Charlousie

    01. January 2011 um 12:52

    `“Herr Doktor, bitte, ich sollte nicht hier sein! Es ist ein Irrtum. Oder eine Verschwörung gegen mich.“ Ich weiß nicht, wie die Worte in meinen Mund gekommen sind, aber kaum habe ich sie ausgesprochen, gibt es mir einen heftigen Stich. Warum habe ich nicht schon früher daran gedacht? Doch ich habe keine Zeit um darüber nachzugrübeln, denn zum ersten Mal im Verlauf des Gesprächs scheint Dr. Bull interessiert. „Sagen Sie mir, hören Sie Stimmen, wenn Sie alleine sind?“ „Nein.“ „Sehen Sie Dinge, die andere Leute nicht sehen können?“ „Nein!“´ S. 97 Inhalt: Louisa Cosgrove ist anders als sie sein sollte. Sie entspricht nicht dem typischen Idealbild der Frauen und versucht angeblich Männer nachzuahmen. Sie ist von dem Wunsch besessen Ärztin zu werden, so wie ihr Vater es ist. Er ist der Einzige, der sie dazu ermuntert und unterstützt. Sie ist ehrgeizig und fleißig. Anstatt auf Teegesellschaften zu gehen, lernt sie lieber in ihrem Zimmer, um die Aufnahmeprüfungen zu bestehen. Dann stirbt ihr Vater und alle stellen sich gegen Louisa und ihren Traum, beginnen sie für verrückt zu halten. Sie wird in eine Falle gelockt und findet sich plötzlich in der Irrenanstalt wieder. Sie sei Lucy Childs, sagt man ihr. Doch Louisa bestreitet das vehement. Nach einiger Zeit weiß sie selbst nicht mehr so genau, was sie glauben soll, denn das Personal im Spital ist brutal und gemein. Ist Louisa nun Lucy oder nicht? Sind ihre Erinnerungen vielleicht doch nur Hirngespinste? Wer sie nun auch ist, eines weiß sie mit Sicherheit: Sie muss ausbrechen, wenn sie überleben will. – egal wie! Meine Meinung: Als ich zum ersten Mal von diesem Roman hörte, hat mich der Titel, als auch die Covergestaltung sehr angesprochen. Beim Klappentext habe ich ein wenig innegehalten, denn ein Roman über eine Nervenheilanstalt zu schreiben, kann gelingen, aber auch sehr kippen und schlecht umgesetzt sein. Doch ich bin nicht enttäuscht worden. Beim Lesen von den harschen und beinahe schon folterähnlichen Methoden sollte man sich aber immer vor Augen führen, dass das damals so war. Heutzutage wird niemand mehr geschlagen, psychisch terrorisiert oder dergleichen. Man sollte sich also kein falsches Bild über heutige Nervenheilkliniken bilden. Darin besteht vielleicht die einzige Gefahr des Buches. Doch das ist nicht weiter der Rede wert, denn ich habe mich von „Mein Herz so wild“ vollkommen fesseln lassen können. Die Autorin hat sehr geschickt einen großen Spannungsbogen aufgebaut, indem sie einige Rückblicke beschreibt. Louisa wird am Anfang des Romans in diese Klinik eingewiesen. Man kennt sie als LeserIn noch nicht und weiß einfach nicht, ob sie wirklich ein wenig verrückt ist oder nicht. Doch durch die Passagen, die in Louisas Vergangenheit spielen, bekommt man Einblicke in ihre Kindheit und lernt sie wie eine gute Freundin kennen. Dadurch wurde mir Stück für Stück deutlicher, wieso sie Ärztin werden will und vielleicht auch, wieso sie in der Irrenanstalt landete. Ich vermutete mehr und mehr, dass sie nicht verrückt ist, doch ich konnte mir auch nie sicher sein. Da ich nicht zu viel verraten will, werde ich euch natürlich auch nicht sagen, ob Louise Cosgrove nun sie selbst ist oder doch Lucy Childs, die vom Wahnsinn und einer fixen Idee befallen ist. Der Aufbau und die Gliederung haben mir wirklich gut gefallen. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern auch die Ahnungslosigkeit des weiteren Verlaufs der Geschichte. Der Schreibstil war dermaßen flüssig und Louisa ein solch symphatischer Charakter, dass ich einmal angefangen, mit dem Lesen nicht mehr aufhören konnte und es doch tatsächlich in einer einzigen (Silvester)-Nacht verschlang. Normalerweise werde ich bei solchen Unternehmungen immer sehr müde und wünsche mir, dass Buch möge endlich enden, wie spannend es auch sein mag. Doch bei diesem Exemplar war ich so versunken, dass die Seiten nur so dahinflogen und ich gar nicht bemerkte, wie die Nacht voranschritt. Immer sagte ich mir, nur noch das Kapitel, nur noch das eine und so weiter und sofort. Plötzlich hatte ich den Roman durchgelesen und am Ende sogar einige Tränchen verdrückt. Die Handlung ist nicht nur unvorhersehbar, sondern sehr logisch, fabelhaft, mit Stolpersteinen versehen und bietet mehr als eine Überraschung. Mich hat diese einfühlsame, zarte und emotionale Geschichte sehr mitgenommen und sehr beeindruckt. Mein Fazit: „Mein Herz so wild“ ist ein Roman über Frauen in einem Zeitalter, wo sie noch für dumm und lediglich als Mütter angesehen wurden. Es zeigt auch, wie schwierig, beinahe schon unmöglich, es für diese Frauen war sich zu entwickeln und zu emanzipieren. Wer anders war und sich bilden wollte, galt als unnormal und eben beinahe schon verrückt. Was heute für uns normal ist, ist es in diesem packenden Roman nicht. Es beweist uns nur, dass ohne einige tapfere Frauen, die sich dennoch zu behaupten versuchten, wir heute nicht an dem Punkt stünden, an dem wir stehen. Ich finde, wir sollten den damaligen Opfern Respekt zollen und nicht vergessen, was wir sind und unsere Chance nutzen das zu tun, was wir tun wollen, denn heute haben wir die Möglichkeiten dazu. Ich empfehle diesen Jugendroman weiter, weil ich ihn sehr gerne gelesen habe, er gut geschrieben ist und eine magische Geschichte bereithält, die lehrreich, spannend, intensiv und prickelnd sein kann.

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  • Rezension zu "Mein Herz so wild" von Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    22. December 2010 um 21:03

    Das Buch handelt von der 17-jährigen Louisa, welche schon immer etwas anders war als andere Mädchen. Eines Tages, als sie zu der Familie eines Freundes ihres Bruders gebracht werden soll, landet sie statt dort in einer Irrenanstalt. Sowohl die Pfleger als auch die ärzte beharren darauf, dass ihr Name Lucy Childs ist. Doch je mehr sich Louisa dagegen wehrt, desto mehr sind die anderen der überzeugung sie seie Verrückt. Doch warum ist sie überhaupt hier? Nur weil sie als Frau einen Beruf erlernen wollte? Die Kapitel wechseln Anfangs zwischen Louisa, die gerade in der Irrenanstalt ankommt und Louisas Erinnerungen ab. Louisas Erinnerungen fangen zu dem Zeitpunkt an als Louisa 6 Jahre alt war und kommen immer näher an die Gegenwart, bis schlussendlich bei Louisas Aufenthalt in der Irrenanstalt enden. Danach wird alles nur noch aus Louisas Gegehwart geschrieben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, vorallem Louisas Erinnerungen, durch die man auch mehr über sie erfahren hat. Die Beschreibungen über Louisas Leben und ihren Aufenthalt in der Irrenansalt sind gut gelungen. Man kann sich gut in Louisa hineinversetzen und ihre Reaktionen kamen mir nie unüberlegt vor. Louisa ist eigentlich ein ziehmlich starke, junge Frau, die ihre Meinung vertritt. Auch die restlichen Personen kamen mir alle ziehmlich real vor, auch wenn mir die Meisten nicht besonders symphatisch waren. Das Buch ist mal etwas anderes, ich kann es allen epfehlen, die gerene historische Romane lesen. Von mir bekommt das Buch 4 Sterne da es zwar sehr gut war, mich aber nicht gerade umgehauen hat

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  • Rezension zu "Mein Herz so wild" von Jane Eagland

    Mein Herz so wild
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    Mein Herz so wild war ein totaler Spontankauf. Es stand in der Neuheitenabteilung meiner Lieblingsbuchhandlung und ich hab es einfach mitgenommen. Mich sprach sowohl das wunderbare Cover an, als auch die Story, auch wenn ich im Moment eher weniger lust habe auf einen historischen Roman und nach dem katatrophalen Die Wahrheit über Alice auch erstmal die Nase von Jugendbüchern voll hatte hab ich es mal mitgenommen, eigentlich auf Vorrat, aber dann hab ich es doch sofort gelesen. Die 17jährige Louisa ist ein Bücherwurm und hat den großen Traum einmal Ärztin zu werden. Für Frauen wie sie ist dies aber zu dieser Zeit ein weit entfernter Traum. Ihre Eltern legen ihr nahe bald zu heiraten, einen eigenen Haushalt zu führen und Kinder zu bekommen. Aber Louisa interessiert sich nicht dafür. Eines Tages wird sie fort geschickt, um für einige Zeit bei einer anderen Familie zu leben, doch stattdessen landet sie in einer Anstalt für Geisteskranke. Sie hält es für ein großes Missverständnis, zumal jeder sie als Lucy Childs anspricht, die sie nicht ist. Doch ihre Einwände werden als ein Zeichen ihrer Geisteskrankheit abgehandelt und sie wird eingesperrt. Eine grausame Zeit voller Angst, Zweifel und Gemeinheiten beginnt und Louisa sieht keinen Ausweg jemals diesem Loch entkommen zu können, in dem sie zu Unrecht sitzt… Als großartigen historischen Roman kann man Mein Herz so wild natürlich nicht bezeichnen. Es ist vielmehr ein großartiges Jugendbuch, das durchaus lesenswert ist. Die Protagonistin Louisa ist ein intelligentes, junges Mädchen, das ihren eigenen Weg gehen will und nicht den, der ihr von der Gesellschaft auferlegt wurde. Das ist natürlich nichts neues. Hat man, vorallem natürlich in Jugendbüchern, schon zu Hauf gelesen. Aber Louisa sträubt sich nicht gegen eine Ehe mit einem Mann, den sie nicht will, sie liebt keinen Anderen, den ihre Familie nicht akzeptiert, wie es in den meisten Büchern der Fall ist. Sie ist durchaus bereit einen, für sie ausgesuchten Ehemann zu heiraten, aber dieser soll ihr erlauben Ärztin zu werden, das ist ihr größter Wunsch und ihr Lebenstraum. Es macht Louisa sympathisch, dass sie nicht völlig abwegig handelt und sich gegen einfach alles auflehnt. Sie akzeptiert, dass sie früher oder später heiraten muss, aber denoch möchte sie auch ihren Traum verwirklichen und ist denoch kein Duckmäuschen. Der Plot ist gut aufgebaut. Anfangs wechseln sich die Handlungsstränge ab. Man begleitet Louisa auf den Weg zur Anstalt und die ersten Wochen als Insasse darin, zwischen den Kapiteln erfährt man etwas über ihre Vergangenheit, was ihren Wunsch Ärztin zu werden gefestigt hat, wie ihr Verhältnis zu ihren Eltern, ihrem Bruder, ihrer Tante und ihrer Cousine ist. Ab etwa der hälfte des Buches befindet man sich aber fast ausschließlich nur zur Zeit der wirklichen Handlung. Das finde ich ist eine sehr gute Lösung. So mag man vielleicht anfangs kurz von den Sprüngen genervt sein, aber das legt sich dann sehr schnell. Mir fehlt aber leider ein bisschen Würze im Plot. Es passt irgendwie alles zusammen, aber es hätte eindeutig noch mehr passieren können. Mir kam es beim lesen manchmal so vor, als hätte dort etwas gefehlt, oder die Autorin hätte etwas vergessen. Der Schreibstil ist flüssig, nicht besonders ausgeschmückt, liest sich aber gut. Meiner Meinung nach hätte man ruhig noch ein bisschen historisches Feeling in die Geschichte und Beschreibungen einfließen lassen können, den das viktorianische England ist meiner Meinung nach sehr interessant und dem Leser sollte das auch nahe gebracht werden. Die Autorin hat sich aber leider nicht mit solchen Dinge zu lange aufgehalten und einfach drauf los geschrieben. Stellenweise bekommt man so leider gar nicht so doll mit, dass man sich gerade im viktorianischen England befindet. Das fand ich etwas schade. Letztendlich fehlen mir für eine volle Punktzahl eben die angeprochenen Ausschmückungen und ein bisschen mehr Pepp im Plot. Aber denoch ist Mein Herz so wild ein Buch, das man sehr gut lesen kann und sich sicher unterhalten fühlt, wenn man Interesse hat an historischen Romanen und Jugendbüchern, denn man merkt Mein Herz so wild sehr an, dass es hauptsächlich für jüngere Leser geschrieben wurde.

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