Die Leute von Privilege Hill

von Jane Gardam 
4,3 Sterne bei6 Bewertungen
Die Leute von Privilege Hill
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Jede Erzählung ein kleines Juwel

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Literarisch sehr wertvoll.

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Inhaltsangabe zu "Die Leute von Privilege Hill"

Dass Jane Gardam hinreißende Romane schreibt, ist bekannt. Nun ist ein weiterer Schatz zu heben: Gardams Erzählungen, für die sie berühmt ist und mit Alice Munro und Katherine Mansfield verglichen wird. Hetty, die Familienmutter, die bei der Begegnung mit ihrem ehemaligen Liebhaber in einen somnambulen Zustand gerät. Annie, die Schriftstellerin, die sich gegen Neugier und Gier entscheidet und ein Geheimnis dem Meer übergibt. Der verstummte chinesische Junge, der in England einen vom Himmel gestürzten Schwan rettet und plötzlich zur Sprache zurückfindet. Sie alle berühren uns und entwickeln ein Eigenleben, das über die Geschichten hinausgeht – in jeder dieser Erzählungen steckt die Verheißung eines Romans.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446256811
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum:25.09.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.09.2017 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

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    Bibliomaries avatar
    Bibliomarievor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Jede Erzählung ein kleines Juwel
    Perfekt

    Nachdem Jane Gardam mit ihren Romane um Old Filth auch bei uns bekannt wurde, gibt es nun auch einen Band mit Erzählungen.


    Hat sie schon mit den Romanen gezeigt, wie dicht und prägnant sie erzählen kann, wird dies in den Kurzgeschichten noch deutlicher. Es gelingt ihr mit einem Nebensatz aus einer Figur einen Menschen zu machen und mit einigen Worten eine Landschaft oder Atmosphäre lebendig zu werden.


    Ich finde alle Erzählungen die in diesem Band gesammelt sind, sehr gut, aber einige sind geradezu exzellent. Vor allem hat mir die Geschichte um Hetty gefallen, die in den Ferien ihrer alten großen Liebe wieder begegnet, oder auch die Geschichte des verstummten chinesischen Jungen, der einen Schwan rettet und zum ersten Mal spricht. Oder die feinen alten Damen, die ihres verstorbenen Kindermädchens gedenken, aber nicht einmal 75 Shilling aufbringen wollen, um eine Annonce zu schalten. Selten ist Überheblichkeit und englischer Standesdünkel eleganter und schwärzer in Szene gesetzt worden. Alle Geschichten sind von einer leisen Melancholie durchzogen und gleichzeitig gewürzt durch den feinen Spott, auf den sich Gardam so gut versteht.


    Auch dieses Buch wurde von der Schriftstellerin Isabell Bogdan ins Deutsche übersetzt und wie ich finde, wieder sehr gelungen.

    Kommentare: 1
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    NeriFees avatar
    NeriFeevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Literarisch sehr wertvoll.
    Amüsant, hämisch und begeisternd

    Die Leute von Privilege Hill ist das erste Buch von Jane Gardam, welches ich lese. Die Autorin sagte mir natürlich etwas, jedoch konnte ich, was ihren Schreibstil und ihre Geschichten anging, nicht mitreden. Das hat sich zumindest ein stückweit geändert. Bei diesem Buch handelt es sich um Erzählungen. Um kurze Geschichten. Sechzehn an der Zahl. Bisher haben mich Kurzgeschichten nicht angesprochen. Warum sich das änderte, das möchte ich folgend darlegen.


    Hanser-Verlag zum Buch
    Dass Jane Gardam hinreißende Romane schreibt, ist bekannt. Nun ist ein weiterer Schatz zu heben: Gardams Erzählungen, für die sie berühmt ist und mit Alice Munro und Katherine Mansfield verglichen wird. Hetty, die Familienmutter, die bei der Begegnung mit ihrem ehemaligen Liebhaber in einen somnambulen Zustand gerät. Annie, die Schriftstellerin, die sich gegen Neugier und Gier entscheidet und ein Geheimnis dem Meer übergibt. Der verstummte chinesische Junge, der in England einen vom Himmel gestürzten Schwan rettet und plötzlich zur Sprache zurückfindet. Sie alle berühren uns und entwickeln ein Eigenleben, das über die Geschichten hinausgeht – in jeder dieser Erzählungen steckt die Verheißung eines Romans.



    Das Cover fand ich zunächst wenig spektakulär. Als ich das Buch aber in den Händen hielt, gefiel es mir schon viel besser. Das Hardcover mit Schutzumschlag ist sehr schön anzusehen und ich mag die typische Schriftart der Gardam-Bücher. In die erste Geschichte bin ich ziemlich schnell hinein gekommen. Dennoch war ich noch unsicher, ob mir ein Buch voller Erzählungen zusagen könnte.


    Aber schon sehr schnell wurde mir klar, dass Gardam nicht ganz umsonst wegen ihrer Schreibweise in den Köpfen der Leser bleibt. Ihre Formulierungen sind gespickt von Hämen gegenüber der Spezies Mensch. Allerdings nie so, dass ich die Lust am Lesen verlor. Viel mehr fand ich diesen Umstand erheiternd. Das Interesse und die Faszination an ihren Mitmenschen, bzw. ihren Figuren ist immer spürbar. 


    Die Charaktere in den sechzehn Geschichten im Buch bekommen von der Autorin viel Leben eingehaucht und wirken authentisch. Einige Male musste ich schmunzeln, war oft amüsiert und angetan von der literarischen Kunst, die Gardam in jede ihrer Erzählungen einfliessen lässt. Ich habe mir bewusst viel Zeit für das Buch genommen und die einzelnen Geschichten auf mich wirken lassen.


    Obwohl Kurzgeschichten normalerweise gar nicht mein Metier sind, hat mich Die Leute von Privilege Hill dafür etwas mehr begeistern können. Und sicherlich bleibt das nicht das letzte Buch von Jane Gardam, welches ich lese.


    Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Hanser-Verlag.

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    Patyvor 4 Monaten
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    Ailisvor 4 Monaten
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    Nerissavor 7 Monaten
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    JoBerlinvor 9 Monaten

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    Pressestimmen

    "Ich habe immer viel lieber Erzählungen geschrieben als Romane." Jane Gardam, Autorin der wunderbar britischen Bestseller um Edward "Old Filth" Feathers

    "Jane Gardam ist nicht nur eine raffinierte Romankonstrukteurin, sondern brilliert auch in der kurzen Form." Ursula März, Deutschlandfunk, 16.01.18
    "Hier schreibt eine kluge, lebenserfahrene Schriftstellerin, die den psychologischen Sprengstoff ihrer leicht lesbaren Geschichten so geschickt einschleust, dass man ihn oft erst mit Verspätung bemerkt. Aber dann explodieren all die unausweichlichen Erkenntnisse über falsche Selbstgewissheiten und die Grausamkeiten der feinen englischen Klassengesellschaft, unter deren gepflegter Oberfläche so viel menschliches Unglück begraben liegt … Man kann nur auf weitere Bücher dieser herausragenden Beobachterin hoffen, deren geschliffenen Sätze Isabel Bogdan sehr geschmeidig übersetzt." Claudia Fuchs, SWR2, 14.01.18
    "Genauso boshaft, heiter und melancholisch wie ihre Romane." Edelgard Abenstein, Deutschlandfunk Kultur, 04.11.17
    "Jane Gardam ist auf elegante Weise boshaft, aber nicht hämisch, eher fasziniert von der Spezies Mensch an sich." Maike Albath, Süddeutsche Zeitung, 28.11.17
    "In ihrem auf Deutsch neu erschienen Kurzgeschichtenband verknüpft Jane Gardam gekonnt englische Geschichte, Tradition und Kultur mit persönlichen Schicksalen. Heute wird Jane Gardam zu Recht mit so bekannten Erzählerinnen wie Alice Munro oder Katherine Mansfield verglichen." Britta Spichiger, SRF2 Kultur, 23.11.17
    "Die britische Autorin Jane Gardam erzählt mit liebevoller Ironie und scharfem Blick von Menschen, die mitten im Leben stehen. Großartige Lektüre. Jane Gardam gelingt es, in den sechzehn Erzählungen menschliches Verhalten mit viel Empathie, aber ohne Kitsch zu thematisieren. Oft augenzwinkernd, aber nie respektlos. Mit bildhafter Sprache, aber kein Wort zuviel." Britta Spichiger, SRF1, 31.10.17
    "Fast alle der sechzehn Erzählungen zeigen mit welcher beeindruckenden Sicherheit Gardam alle literarischen Register zu ziehen weiß und selbst in scheinbar marginalen Alltagsepisoden die Funken überspringen lässt." Rainer Moritz, MDR Kultur, 17.10.17
    "Eleganz, Stil, fabelhafte Manieren und solide Bildung zeichnen die Romanfiguren von Jane Gardam aus. Auf den ersten Blick scheint es in diesem Milieu nichts zu geben, was man nicht bei einer guten Tasse Tee klären könnte. Aber dann schraubt sie uns Leser doch ohne jedes Zögern in die Lebensgeschichten ihrer Helden und Heldinnen hinein. Alle diese Geschichten laufen auf eine Pointe zu. Manche verblüffen, bei manchen lernt man etwas über das Leben – und immer hat man Freude an der soliden Gepflegtheit auch der deutschen Übersetzung." Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 26.09.17

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