Jane Gardam Eine treue Frau

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Inhaltsangabe zu „Eine treue Frau“ von Jane Gardam

Manchmal vergisst Betty, dass sie keine Chinesin ist, so selbstverständlich nah ist ihr das Land, dessen Sprache sie seit Kindertagen beherrscht. Diese elementare Liebe zum Fernen Osten verbindet sie tief mit ihrem künftigen Mann Edward Feathers, dem jungen Star unter den Richtern der Krone in Hongkong. Als Betty Edward ewige Treue verspricht, weiß sie intuitiv, dass ihre Ehe kaum auf wilder Leidenschaft gründen wird. Doch sie ahnt nicht, dass sie nur eine Stunde später der Liebe ihres Lebens begegnen wird, Edwards Erzrivalen Terry Veneering … Jane Gardams "Eine treue Frau" ist ein umwerfend kluger, zarter Roman über die Spielarten von Liebe und Begehren.

Ich wusste gar nicht, dass es aus einer Trilogie stammt, aber umso besser, es hat Lust auf mehr gemacht!

— Dora
Dora

Herrlich gelungene Fortsetzung der Old Filth Trilogie.

— ulrikerabe
ulrikerabe

Dieser Band mit der eigenwilligen, aber nicht ganz glücklichen Betty gefiel mir viel besser als Band 1.

— Federfee
Federfee

Leider überhaupt nicht meins - weder von der Story und den Figuren noch vom Schreibstil.

— ConnyKathsBooks
ConnyKathsBooks

Genial! Wunderbare Sprache, nur angedeutete Verbindungen - da macht das Lesen Spaß! Fand ich noch besser als den ersten Band.

— MirjamMuentefering
MirjamMuentefering

Überraschend, geistreich und philosophisch und unterhaltsam.

— Elfenblume
Elfenblume

Betty war eine ganz andere Frau, als ich sie mir nach "Ein untadeliger Mann" vorgestellt hatte. Ein großartiger Roman, absolute Empfehlung!

— Buchliese
Buchliese

Glücklich- und traurigmachend gleichermaßen. Was für ein Buch!

— Arbutus
Arbutus

Leidenschaftslose Liebe, brilliant erzählt

— Chizuka
Chizuka

Tolles Buch, konnte dem ersten Band aber nicht ganz das Wasser reichen.

— 9Sunny8
9Sunny8

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  • Alles nur Theater?

    Eine treue Frau
    ulrikerabe

    ulrikerabe

    03. July 2017 um 20:04

    „Heirate mich, Elizabeth. Verlass mich nie. Ich werde dich nie wieder darum bitten, aber verlass mich nicht. Nie.“Das ist die Bedingung für die Eheschließung zwischen Eddie Feathers und Elizabeth (Betty) Macintosh, und Betty nimmt diesen ganz und gar unromantischen Antrag des untadeligen Mannes an, obwohl sich beide eigentlich gr nicht besonders gut kennen. Das geforderte Versprechen gibt Betty nichtsahnend eine Stunde zu früh und sollte es niemals brechen. Auch wenn ihr Herz und ihre Sehnsucht einem anderen gehört.In Eine treue Frau begegnen wir also den Protagonisten aus Ein untadeliger Mann wieder, Eddie und Betty Feathers, Terry Veneering, Isobel Ingoldby, um nur einige zu nennen.Ach Eddie, wenn du in deiner Geschichte nicht immer so zugeknöpft gewesen wärst, ich hätte dir nie so viele Unzulänglichkeiten unterstellt. Auch wenn ihre Freunde Betty von der Ehe mit Eddie abraten und die Trauung unter gar keinem besonders guten Stern steht, hält Betty das Ideal der unerschütterliche englischen Ehefrau ihr Leben lang aufrecht. Auf ihre eigene Weise meinen Eddie und Betty sich gegenseitig glücklich zu machen. Als Betty letztlich doch ernsthaft erwägt, Eddie zu verlassen, kann sie nur Unabwendbares davon abhalten.„Liebe, dachte Elizabeth. Bewunderung. Ist das alles nur Theater?“Dieser zweite Teil der Old Filth Trilogie zeichnet Betty als eigenwilligen starken und unbeirrbaren Charakter, aber auch Betty unterliegt letztlich den gesellschaftlichen Zwängen. Trotzdem wartet dieses Buch bis zuletzt mit unerwarteten Wendungen auf, die einen immer wieder in Erstaunen und Erheiterung versetzen.

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  • Langweilige Betrachtung einer Ehe

    Eine treue Frau
    ConnyKathsBooks

    ConnyKathsBooks

    13. January 2017 um 12:06

    "Heirate mich, Elizabeth. Verlass mich nie. Ich werde dich nie wieder darum bitten. Aber verlass mich nicht. Nie." (S. 40) Hongkong und London Anfang der 50er Jahre. Endlich hat Edward Feathers, Asienspezialist und aufstrebender Anwalt für Baurecht, auch seine Herzensdame gefunden. Elizabeth bzw. Betty heißt die Angebetete, der er per Brief einen etwas unromantischen Heiratsantrag macht. Betty sagt ja, obwohl das Paar sich nicht wirklich gut kennt und Bettys Freunde ihr abraten. Nur eine Bedingung stellt Edward ihr: sie darf ihn nie verlassen. Doch nur 1 Stunde nach ihrer Verlobung trifft Betty auf den attraktiven Anwalt Terry Veneering, ausgerechnet Edwards ärgsten Konkurrenten. Wird Betty dennoch eine treue Frau sein? "Eine treue Frau" ist der zweite Band in der Old Filth-Trilogie von Jane Gardam. Die vielen Lobeshymnen und Preise haben mich auf die Reihe richtig neugierig gemacht. Doch wie es mit Hypes so ist, entweder ist man ebenfalls völlig begeistert oder kann damit so gar nichts anfangen. Auf mich trifft leider letzteres zu. Schon nach wenigen Seiten habe ich gemerkt, dass es einfach nicht meins ist. Ich habe den ersten Teil allerdings nicht gelesen, was für das Verständnis meines Erachtens aber auch nicht unbedingt notwendig ist. Denn hier wird praktisch alles nochmal aus einer anderen Sichtweise erzählt, und zwar der von Elizabeth. Trotzdem fand ich nur schwer in die Geschichte, die in der Gegenwart ca. 3 Jahre nach Bettys Tod beginnt, dann zurückblendet in die 50er Jahre und von dort aus in recht großen Zeitsprüngen voranschreitet. Weder die Handlung an sich oder die Figuren noch der sehr distanzierte Schreibstil konnten mich überzeugen. Eine nüchterne und langweilige Betrachtung einer Nachkriegsehe, die in keiner Weise emotional berührt. Ein Paar, dessen Liebe man überhaupt nicht spürt und dass außer seiner gemeinsamen Leidenschaft für Asien kaum Gemeinsamkeiten besitzt. Der reservierte und gefühlskalte Edward, auch Filth genannt, ist praktisch nie da und arbeitet von früh bis spät, während die unscheinbare Elizabeth ein ödes Hausfrauenleben führt, im Garten werkelt, ab und zu mal in den Lesekreis geht oder in der Kirche Aufgaben übernimmt. Was daran interessant sein soll, ist mir schleierhaft. "Liebe, dachte Elizabeth. Bewunderung. Ist das alles nur Theater?" (S. 188) Klar, da ist natürlich noch Bettys Treueversprechen gegenüber Edward, was durch Terry Veneerring auf eine harte Probe gestellt wird und zeitlebens ihre Gedanken beherrscht. Eine Perlenkette, die Betty einst von Terry bekam, wird hier zum Symbol der unerfüllten Liebe. Was wäre gewesen, wenn Sie Terry vor Edward begegnet wäre? Doch die Dreiecksgeschichte zündet ebenfalls nicht, denn Terry und Bettys sehen sich dafür viel zu wenig in ihrem ganzen Leben. Am besten fand ich hier noch eine späte Szene zwischen den beiden in einer Gemäldegalerie, welche den englischen Originaltitel "The Man in the Wooden Hat" erklärt. Besonders mit Protagonistin Betty wurde ich überhaupt nicht warm, denn sie ist für mich einfach nicht greifbar und zeigt mir viel zu wenig Emotionen, selbst bei persönlichen Schicksalsschlägen. Nur wenn es um Harry geht, Terrys Sohn, spürt man, dass Betty auch Liebe in sich trägt. Zudem wird Bettys entbehrungsreiche Zeit im Lager sowie ihre Tätigkeit im Bletchley-Park während des Krieges nur angedeutet. Hier hätte ich mir mehr Hintergründe gewünscht, weiß aber natürlich nicht, was der erste Band dazu vielleicht schon an Informationen enthält. Sehr negativ aufgefallen ist mir auch Edwards Berater Albert Ross, der ständig nur als chinesischer bzw. dämonischer Zwerg betitelt wird und Betty sogar damit droht, sie fertigzumachen, sollte sie sich jemals von Edward trennen. Für mich ein schrecklicher und total unsympathischer Mensch. Nach Bettys Tod, der für sie im Endeffekt die einzige Möglichkeit war, Edward doch noch zu verlassen, befinden wir uns am Schluss wieder in der Gegenwart. Hier konnte die Autorin mich dann tatsächlich das einzige Mal überraschen; mit einem Geständnis von Edward gegenüber Terry, welches seine Ehe mit Betty und seine Bedingung aber im Grunde noch absurder und unverständlicher macht. Insgesamt kann ich daher "Eine treue Frau" nicht empfehlen, denn die angeblich feinen Nuancen der Geschichte haben sich mir leider nicht erschlossen, obwohl ich ein Vielleser und für alle Arten von Genres offen bin. Für mich keine literarische Entdeckung und daher nur 2 Sterne wert.

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  • The wife

    Eine treue Frau
    Fornika

    Fornika

    02. December 2016 um 10:12

    Betty ist als Raj-Waise aufgewachsen und fühlte sich in Hongkong immer wohler als im „heimischen“ England. Umso perfekter scheint der Heiratsantrag von Edward Feathers zu sein, der eine ähnliche Kindheit durchgemacht hat. Inzwischen ist er angesehener Anwalt und hat sich einen Namen gemacht. Betty nimmt den Antrag an, doch eigentlich gehört ihr Herz einem anderen. „Eine treue Frau“ ist der zweite Band über die Feathers und der Fokus liegt klar auf Betty. Leider erfährt man über sie nicht gar so viel wie erhofft. Die spannende Vergangenheit in Bletchley Park wird immer wieder nur angerissen, stattdessen ergeht sich Gardam in z.T. langatmigen Beschreibungen ihrer Gefühlswelt. In der ich bis zum Schluss nicht wirklich klar gesehen habe. Man erfährt nicht wirklich viel Neues über Betty, vieles war schon im vorherigen Band erwähnt worden. Klar ist, dass Betty – ebenso wie ihr Mann – eine Frau ist, die nach dem lebt was angemessen ist, die sich den sozialen Zwängen unterordnet und dabei doch das eine oder andere Schlupfloch findet. Gardams Stil war wieder sehr ansprechend und klar, allein der Inhalt hat mich nicht so ganz überzeugt; der untadelige Mann hat mich doch mehr begeistern können. Ich bin gespannt was der dritte Teil noch zu bieten hat, dieses Buch hat doch eher den Beigeschmack eines relativ unbedeutenden Mittelstücks. (3,5 Sterne)

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  • Britisch und unterkühlt

    Eine treue Frau
    BarbaraDrucker

    BarbaraDrucker

    27. September 2016 um 20:17

    "Eine treue Frau" ist der mittlere Teil einer Trilogie, den man auch solo lesen kann, ich selbst kannte den ersten Band nicht, dem Verständnis tat das keinen Abbruch. Allerdings stellt sich mir die Frage, wozu man eine Geschichte ein weiteres Mal – diesmal aus der Sicht der Frau – erzählt, wenn man in die Gefühlswelt dieser Frau so gut wie gar nicht eintaucht.Als Liebes-, Ehe- oder Treuegeschichte funktioniert der Roman für mich nicht. Ich wurde zu keinem Zeitpunkt warm mit den Figuren, mehr als unterkühlte Distanz lässt die Autorin nicht zu. Sie schreibt zweifellos gut, hält aber vom Zeigen sehr wenig, so sind beispielsweise die Hongkong-Episoden alles andere als exotisch. Auf Identifikation scheint es Jane Gardam nicht anzulegen, eher auf eine kühle Analyse des Way of Life britischer Ex-Pats. Die Geschichte beginnt in den 1950ern und wird unter zahlreichen Auslassungen und Zeitsprüngen bis ins 21. Jahrhundert erzählt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der zweiten Lebenshälfte der Figuren. Lebenskrisen werden erwähnt, in der Erzählung aber ebenso übergangen, wie sie zwischen den Eheleuten totgeschwiegen werden, Ignorieren ist Programm. Das gilt für private Probleme ebenso wie für gesellschaftliche und politische. Als nüchterne Schau auf den Identitätsverlust einer ehemaligen Kolonialmacht ist der Roman nicht uninteressant. In ihrer Entwurzelung wirken die Ex-Pats beklemmend, Identitäten werden nicht einmal gesucht, geschweige denn gefunden. Was den Charakteren bleibt, ist das Festhalten an Klischees, an einer Britishness, die selbst der Autorin als Stereotyp bewusst ist und das sie auch als solches entlarvt. Wer einen Roman in erster Linie mit Kopf und Intellekt liest, findet viel Stoff zum Weiterdenken. Wer sich Gefühle und Beziehungsthematik erhofft, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen.

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    • 2
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Toll!

    Eine treue Frau
    Schmitzorek

    Schmitzorek

    16. August 2016 um 17:46

    Betty, als Kind in China aufgewachsen, lernt Edward kennen als sie Ende zwanzig ist. Ein wahrer Gentleman und ein unglaublich erfolgreicher junger Jurist, der Eindruck auf sie macht. Seinen Antrag nimmt sie an und verspricht ihm, ihn niemals zu verlassen. Niemals. Denn Verlassenwerden ist Edwards größte Angst. Betty ist von Beginn an klar, dass sie in der Ehe mit Edward nicht die größte Leidenschaft erfahren wird, aber Treue und Sicherheit. Am gleichen Abend ihres Ja-Wortes zu Edwards Antrag trifft sich aber dann auf den Mann, der wahrscheinlich die Liebe oder zumindest Leidenschaft ihres Lebens geworden wäre: Edwards Erzfeind Terry Veneering. Ein viel emotionalerer Roman als der Vorgänger „Ein untadeliger Mann“. Vielleicht, weil er diesmal von einer Frau handelt, die emotional ist und leidenschaftlich. Die Geschichte des ersten Bandes wird runder und vollständiger durch die Geschichte von Betty. Die Rückblenden, auch wieder in Edwards Leben, machen die Erzählung gehaltvoll und die Figuren wachsen. An Skurrilität fehlt es auch hier nicht, ob es nun Albert Ross, ein enger Freund Edwards ist, oder die wahnsinnige Liebe Betty zu Veneerings Sohn Harry. Ein gelungener zweiter Roman, der m.E. den ersten Teil aufwertet.

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  • Eine wirklich treue Frau?

    Eine treue Frau
    BluevanMeer

    BluevanMeer

    10. August 2016 um 15:01

    Jane Gardams Trilogie macht süchtig, das vielleicht vorweg. Ich wollte nach Ende des ersten Teil sofort wissen, wie es weiter geht - denn bereits in Band 1 deutete sich zumindest an, dass Old Filth vermutete, dass seine Frau ihn mit seinem Erzrivalen Veneering betrogen haben könnte. Gardams Schreibstil ist unglaublich elegant, sehr eloquent und ehrlicherweise lasse ich mich nur zu gerne von ihr in eine bestimmte Richtung manipulieren. Am Ende stellen sich viele Andeutungen oder Vermutungen als Fehlurteile heraus. Gleichzeitig bin ich wirklich überrascht über die vielen Details aus Bettys Leben von denen ihr Ehemann keine Ahnung hatte - oder die ihn nicht interessierten. Betty ist eine beeindruckende Frau - das sage ich zumindest nach diesem zweiten Teil. Und sie hat einen fürchterlichen Mann, der sie in keiner Weise genug wertgeschätzt hat. Komischerweise hatte ich denselben Eindruck auch schon von Teil 1 - allerdings dachte ich da, dass Betty ihrem Mann nicht gut tun würde. Merkwürdig, nicht wahr? Ich finde es faszinierend, dass Gardam so spielerisch mit unseren Meinungen und Urteilen umgeht. Der Roman macht unglaublich viel Spaß zu lesen. Es ist trotzdem auch tragisch, wie sehr das Glück aller Beteiligten von den Etiketten, den standesgemäßen Traditionen und dem Leben im und nach dem Empire geprägt ist. Ich frage mich, ob irgendeiner der Beteiligten wirklich glücklich werden kann mit den Traumatisierungen und der Einsamkeit, die sie alle mit sich herumtragen. Und auch wenn ich Old Filth im ersten Teil doch sympathisch fand, ist dieser wahnsinnig steife Heiratsantrag für Betty nicht das richtige. Sie ist nämlich ganz anders, als ich mir sie vorgestellt habe. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie es im dritten Teil weiter geht. Welche Geheimnisse, Intrigen oder versteckte Seiten dieser drei Charaktere noch offenbart werden. Und ich freue mich darauf, Veneerings Sicht der Dinge zu lesen.

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  • Von der Schwierigkeit, mit Halbwahrheiten zu leben

    Eine treue Frau
    Arbutus

    Arbutus

    28. July 2016 um 18:18

    Die Vorhänge aus Licht und Feuerwerk, Lärm und Luxus, Glanz und Schmutz von Hongkong lagen hinter ihnen. Die Sonne ging weniger hektisch auf und unter, weniger spektakulär, aber es sangen mehr Vögel. ... Die Vögel - wahrscheinlich immer noch dieselben, sagte Filth - diskutierten immer noch und widersprachen einander und verhandelten und verurteilten und richteten und sammelten weitere und bessere Beweise. Filth sagte, solange sie da seien, werde er seine Arbeit nicht vermissen. Betty McIntosh gibt dem jungen und attraktiven Anwalt Edward Feathers in einer Epoche das Ja-Wort, in der es noch nicht unbedingt üblich war, dem ganz großen Gefühl zu folgen. Und das ganz große Gefühl, das ist es nicht. Obwohl - es gibt immer wieder anrührende, liebevolle Momente zwischen den beiden. Aber als sie Edwards Rivalen Terry Veneering kennenlernt, fühlt sich das völlig anders an. Man weiß also von vornherein, dass die Liebesbeziehung zwischen Betty und Edward nur halbwegs romantisch werden wird (und auch Betty weiß das). Und doch schafft es Jane Gardam auf märchenhafte Weise, dass man beide Charaktere liebgewinnt und darauf hofft, dass ihre Ehe sich doch noch irgendwie harmonisch entwickeln wird. Beiden Eheleuten hat die Autorin die Fähigkeit verliehen, aus einer trüben Ausgangsposition etwas Charmantes zu machen. Dabei hilft Betty immer wieder ihre Fähigkeit, nach vorne zu schauen und sich nicht unterkriegen zu lassen... Filth scheint tatsächlich insofern ein guter Partner für Betty zu sein, als er ihre Eigenständigkeit toleriert. Das ist nicht selbstverständlich für Männer seiner Generation. Trotz einer gewissen Ich-Bezogenheit ist er ein wirklicher Gentleman, eben "Ein untadeliger Mann". Aber so leicht, wie sie nach außen hin wirkt, ist diese Art Ehe nicht. Und immer wieder kippt das Gefühl des Betrachters: War es nun am Ende alles richtig so? Oder war alles falsch? Die Geschichte nimmt im zweiten Teil ordentlich an Fahrt auf; es wird heftig. Und verworren. Und in all dem Chaos scheint Albert Ross, der Zwerg, zu stehen und die Fäden in der Hand zu halten. Er ist die undurchsichtigste Figur in diesem Drama. Obwohl man sogar für ihn Verständnis aufbringen kann. Und das ist wieder eine Qualität der Autorin, die ich schon im ersten Band bewundert habe: trotz der manchmal kargen Zeichnung versteht sie es, dem Leser jeden Charakter verständnisvoll ans Herz zu legen. Am Schluss gibt es dann doch mehr Überraschungen, als man dieser ruhig eingefädelten Geschichte zugetraut hatte. Es ist ein Buch über eine distanzvolle, respektvolle und doch auch liebevolle Beziehung. Manchmal kalt, manchmal warm. Dazu passt die unaufdringlich schöne Sprache. Alles ist wieder perfekt platziert. Kein Wort zu viel. Aber auch keins zu wenig.

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    • 3
  • Buchmeinung zu "Eine treue Frau" von Jane Gardam

    Eine treue Frau
    Ping

    Ping

    11. July 2016 um 08:54

    Nach „Ein untadeliger Mann“ wird in diesem Teil die Geschichte seiner Frau Betty unter die Lupe genommen. Da manche Geschehnisse aus dem ersten Teil hier kurz wieder aufgenommen und erklärt werden, kann man es auch unabhängig lesen. Ich würde dennoch empfehlen, mit „Ein untadeliger Mann“ zu beginnen, da es bei dieser Trilogie („Letzte Freunde“ erscheint im Oktober 2016 im Hanser-Verlag) dreht sich alles um das Leben des Ehepaars Feathers.In „Eine treue Frau“ erfährt man über die Freundschaften von Betty, was ihre Träume sind oder waren und was sie in ihrem Leben schon so alles erlebt hat. Mir fehlte dennoch ein bisschen ein genauerer Einblick in Bettys Beweggründe ihrer Entscheidungen, da kann man immer noch sehr viel spekulieren. Auch dieser Roman fühlt sich wieder „very british“ an, obwohl diesmal mehr als in ersten Teil von Hong Kong berichtet wird, wo Betty und Edward sich wegen Edwards Arbeit aufhalten; auch in diesem Roman findet man wieder einen Schuss trockenen Humor.Ich bin schon gespannt auf den Abschluss dieser Trilogie, denn vielleicht lösen sich noch eine Fragezeigen in meinem Kopf auf und das ein oder andere Geheimnis der beiden kommt zum Vorschein, denn manchmal sind die beiden Charaktere doch noch etwas schwierig zu begreifen, da sie eben mit ihren Emotionen und Gedanken nicht gerade hausieren gehen.

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  • Die Prinzipien der Liebe

    Eine treue Frau
    Chizuka

    Chizuka

    04. July 2016 um 10:14

    Schon der Titel lies darauf schließen, dass besagte Protagonistin wohl kein aufregendes Liebesleben zu bieten hätte. Doch davon weit gefehlt! Der Autorin gelingt es, nach "Ein untadeliger Mann" eine Frau zu zeichnen, welche sich der vernünftigen Liebe mit einem reichen Mann hingibt. Viel von der inneren Gefühlswelt der guten Betty gibt es leider immer noch nicht zu sehen. Der Leser begleitet sie von ihrem jungen Alter bis zu der reifen Dame, wie sie im 20. Jahrhundert wohl öfters aufzufinden war und im heutigen Zeitalter eine echte Seltenheit ist. Mit Eleganz zieht Betty einen jeden in ihren Bann, spannend verfolgt man, ob sie sich ihren Gefühlen hingibt oder weiterhin ihren Richtlinien treubleibt. Unumstößlich wirbelt das oft die Frage "Was ist Liebe?" auf- einer Frage, dessen Antwort wohl jeder nach der Lektüre dieses Buches selbst gefunden hat.

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  • Hochkarätiger Schreibstil

    Eine treue Frau
    9Sunny8

    9Sunny8

    01. July 2016 um 12:05

    Zum InhaltBetty fühlt sich der chinesischen Kultur so nah, dass sie manchmal vergisst, dass sie eigentlich Engländerin ist. Diese Liebe zum Nahen Osten führt ihr auch den jungen Staranwalt Edward Feathers näher, dem sie nach ihrer Verlobung ewige Treue verspricht und dass sie ihn niemals verlassen wird. Doch nur eine Stunde später trifft sie auf den Erzfeind ihres Verlobten, in dessen Augen sie prompt verfällt. Meine MeinungNachdem wirklich guten Start mit ,,Ein untadliger Mann" war ich gespannt, ob man noch tiefer in die Welt der Charaktere eintauchen könnte. Der Schreibstil war natürlich genau wie im ersten Band wieder sehr niveauvoll und hochkarätig. Gerade der zeigt deutlich, dass es keine 0-8-15 Geschichte ist, sondern wirklich Arbeit dahinter war. Leider war der zweite Teil im Vergleich mit dem ersten ein wenig langweilig. Viel der Geschichte kannte man natürlich schon, aber ich hatte auf ein paar mehr noch unbekannte Details gehofft. Auch, dass mehr Gefühle beschrieben werden, hatte ich mir gewünscht. Denn im Vergleich zum eher kalten Edward, war Betty doch ein wenig mehr emotional. Dennoch hat beides gefehlt.Deswegen gebe ich dem zweiten Buch 3,5 Sterne, da es leider nicht an den ersten Band anknüpfen konnte, aufgerundet auf 4. Weniger wäre auch angesichts des Schreibstils einfach nicht verdient

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  • Leider keine große inhaltliche Bereicherung zum ersten Band

    Eine treue Frau
    Insider2199

    Insider2199

    30. June 2016 um 18:02

    Leider keine große inhaltliche Bereicherung zum ersten Band Die 1928 in North Yorkshire geborene Autorin studierte Englisch in London, arbeitete zunächst als Bibliothekarin und später als Lektorin für ein Frauen-Journal, bevor sie 1971 ihr erstes Buch veröffentlichte und gleich zweimal mit dem Whitbread/Costa Prize ausgezeichnet wurde. Mit dem ersten Band der „Old Filth Trilogie“, mit der sie den Untergang des British Empire thematisiert, stand sie auf der Shortlist des Orange Prize, mit dem Abschlussband auf der Shortlist des Folio Prize 2013. Heute lebt sie mit ihrer Familie in East Kent. Zum Inhalt (Klappentext): Manchmal vergisst Betty, dass sie keine Chinesin ist, so selbstverständlich nah ist ihr das Land, dessen Sprache sie seit Kindertagen beherrscht. Diese elementare Liebe zum Fernen Osten verbindet sie tief mit ihrem künftigen Mann Edward Feathers, dem jungen Star unter den Richtern der Krone in Hongkong. Als Betty Edward ewige Treue verspricht, weiß sie intuitiv, dass ihre Ehe kaum auf wilder Leidenschaft gründen wird. Doch sie ahnt nicht, dass sie nur eine Stunde später der Liebe ihres Lebens begegnen wird, Edwards Erzrivalen Terry Veneering. Meine Meinung: Die klassische Dreiecksgeschichte – eine Frau zwischen zwei Männern [Band 1 der Trilogie beleuchtet die Handlung aus Sicht von Edward Feathers, Band 2 von seiner Frau Betty und Band 3 aus Sicht des Erzrivalen Terry Veneering] wird mit Band 2 fortgesetzt, wobei es streng genommen keine Fortsetzung ist, sondern nur ein Wechsel der Perspektive – eine wie ich finde sehr gute, aber leider viel zu seltene Idee für eine Trilogie, vielleicht deswegen, weil die Umsetzung nicht einfach ist. Und genau diese Umsetzung muss ich leider hier beanstanden: erstens bringt die neue Perspektive keine große inhaltliche Bereicherung zum ersten Band (was schade ist und wahrscheinlich auch daran liegt, dass die Autorin bei Betty einen großen Teil ihres Lebens, eigentlich den kompletten Anfang und Teile der Mitte völlig ausspart) und zweitens wird die Perspektive – wie auch schon im Band 1 mit dem Einflechten von Oliver und Vanessa – nicht konsequent zu Ende geführt, denn die Autorin lässt die Heldin bereits im zweiten Drittel sterben, nur um im letzten Drittel den kompletten Schluss des ersten Bandes – abgesehen von ein paar Kleinigkeiten – inhaltlich zu wiederholen. Wie langweilig! Obwohl ich mir von diesem Band mehr versprochen hatte, war ich letztlich sogar ein wenig enttäuschter. Fazit: Eine neue Perspektive, die leider keine inhaltliche Bereicherung zum ersten Band bringt und noch dazu am Schluss nicht konsequent zu Ende geführt wird. Daher schneidet dieser Band für mich schlechter ab, nur 2,5 Sterne! Eigenartigerweise stelle ich mir vor, dass der dritte Band vielleicht doch genau die interessante Perspektive bringen könnte, auf die ich bereits hier gehofft hatte. Doch was, wenn die Erwartungen wieder enttäuscht werden? Ich werde mir gut überlegen müssen, ob ich dieses Risiko eingehen möchte. Mal sehen...

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  • Eine unglücklich glückliche Frau

    Eine treue Frau
    kingofmusic

    kingofmusic

    Betty, Elisabeth - wie auch immer die Frau von "Old Filth" Eddie (Edward) Feathers genannt wird - sie reißt die Lesenation zu Hymnen auf sich hin und kaum einer ist nicht von diesem Fieber angesteckt. Ja, liebe Leserinnen und Leser dieser Rezension zu Jane Gardam´s "Eine treue Frau" - auch ich schließe mich letztendlich diesen Lobeshymnen an, auch wenn ich zwischenzeitlich arg am zweifeln war, wie ich den zweiten Teil der sog. "Old Filth"-Trilogie bewerten soll. Wer mich kennt, weiß aber dass ich mich nicht vor den Werbekarren spannen lasse und meine Rezensionen aus voller und eigener Überzeugung heraus schreibe *g*. Was hat mich also dazu geführt, nach überschwänglichem Beginn, Zweifel bzgl. der Einordnung dieses Romans in der Mitte und dem mehr als aussagekräftigen und großartigem Ende die Höchstnote zu zücken? Jane Gardam und ihre großartige Übersetzerin Isabel Bogdan schafft es allein durch ihre Schreibweise Gefühle zu vermitteln, die sämtliche Bereiche der Gefühlsskala tangieren. So wird uns hier ein Cocktail aus britischem Humor, Hintergrundwissen über die sog. "Donheads" im Süden Englands und eine Story über eine offensichtlich unglücklich glückliche Frau serviert, der Lust auf mehr macht. Im Lauf der Lesezeit wird man mitgerissen von Betty´s manchmal kindlicher Naivität, offensichtliche Dinge nicht zu erkennen und demzufolge auch auf nichts und niemanden zu hören, der ihre Beziehung oder ihre Ehe mit Old Filth in Frage stellt. Man lacht mit ihr unweigerlich über einen oder DEN unromantischsten Heiratsantrag der Literaturgeschichte, weint mit ihr, wenn das Schicksal es wirklich nicht gut mit ihr meint und würde sie am liebsten manchmal selber packen und schütteln, um sie aus bzw. von ihrer "bedingungslosen" Treue zu Edward zu befreien (warum das bedingungslos in Anführungszeichen steht, soll und muss jeder selber rausfinden!!!). Während 4 der 5 Teile des Romans der weiblichen Sicht der Dinge geschuldet sind (die es mir persönlich auch manchmal etwas schwer gemacht haben, bestimmte Reaktionen, Emotionen usw. von Betty nachzuvollziehen), ist der 5 Teil wieder aus der Sicht von Edward geschrieben. Und dieser Teil ist oder war es dann auch, der die Wende hin zu 5* gegeben hat. So erfährt man in diesem Abschnitt einiges über Edward und seinen Erzrivalen Terry Veneering, was im ersten Band "Ein untadeliger Mann" noch unklar war oder ein Schattendasein führte. Und plötzlich merkt man, dass sowohl Betty als auch der Leser "Old Filth" die ganze Zeit nicht falsch, aber doch anders eingeschätzt hat, als er tatsächlich ist - zumindest ist es mir so gegangen. Jetzt freue ich mich wie Bolle auf den dritten Teil, der uns Terry Veneering´s Sicht der Dinge vermittelt und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir auch dort wieder Eigenschaften, Eigenarten von allen Haupt- und Nebenpersonen entdecken, die wir so nicht erwartet haben. Großartiger Schachzug von Jane Gardam, die Leser über mehrere Bücher an sie zu binden!!!

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    • 7
  • Good Old Betty Feathers

    Eine treue Frau
    Orisha

    Orisha

    27. June 2016 um 14:02

    Als Betty MacIntosh Edward Feathers die Zusage gibt, seine Frau zu werden, kann sie nicht ahnen, welche Konsequenzen diese Entscheidung für ihr Leben haben würde. Eddie – der liebe, treue, in Liebesangelegenheiten unbeholfene Eddie, der ihr seine Welt zu Füßen legt, aber gleichzeitig nie wirklich Zeit für seine Betty hat. Und Veneering, sein Erzfeind – privat wie beruflich – der auf Betty trifft und ihr den Kopf verdreht. Hin- und hergerissen, fällt Betty eine Entscheidung nach der nächsten. Manchmal nachvollziehbar, manchmal sonderbar, manchmal fraglich. Wie weit geht man für ein Versprechen? Für eine Zusage, dass Leben miteinander zu teilen? Reicht Freundschaft aus, um eine Ehe zu begründen? Und was ist mit der Leidenschaft? Dies sind nur einige Fragen, die mir bei der Lektüre immer wieder im Kopf herumschwirrten. Elisabeth "Betty" Feathers steht im Zentrum dieses zweiten Bandes von Gardams "Old Filth"-Triologie. Betty nimmt den Leser mit auf eine Reise durch ihr Leben mit Filth und ihre Sichtweise auf die Dinge, die bisher geschehen waren. Ihre Beziehung zu Eddie, aber auch zu Isobel Ingoldby und Veneering werden deutlicher. Aber auch wirklich nur etwas deutlicher. Vieles bleibt verborgen, findet zwischen den Zeilen statt oder bleibt ein Geheimnis von Edward, Veneering, Betty und Isobel. Manchmal war Betty für mich auch einfach nicht greifbar:  Gerade zur Mitte des Buches hin, habe ich mich oft gefragt, wer sie eigentlich ist. Wer also ist Betty Feathers? - Findet es selbst heraus! Fazit: Eine gute Fortsetzung, mit ein paar verschmerzbaren Längen und einem grandiosen Ende.

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  • Blickwinkeländerung zu "Der untadelige Mann" und ein Abbild der britischen Geschichte

    Eine treue Frau
    simone_richter

    simone_richter

    22. June 2016 um 17:31

    Hier ist nun der Nachfolgerroman von „Der untadelige Mann“.  Es ist die Vorgeschichte des Richters Edward Feathers und speziell von seiner Frau Betty. Hier wird auf ein halbes Jahrzehnt Ehe zurück geblickt und die Wahrheit wird nach und nach zusammengesetzt. Dabei werden Themen des Vorgängerbuches aufgegriffen. Über die Jahrzehnte wird sich Betty der wahren Liebe ihres Lebens bewusst. In einer Szene wird beschrieben, wie sie im Angesicht von Edwards Erzrivalen Veneering ihre große Liebe erkennt – „eine Stunde zu spät“ – denn sie hat eine Stunde vorher Eddie ihr Heiratsversprechen gegeben. Sie bringt es nicht über sich den soliden, verlässlichen und liebevollen Edward zu verlassen, bis sie kurz vor ihrem Tod ihre Meinung zu ändern scheint. Das alles wird in einer Welt zwischen Hongkong und England erzählt. Es werden uns in steigernder Spannung menschliche Irrungen bewusst, in der Sehnsüchte auf der Strecke bleiben und es ergibt sich immer wieder ein neues Bild. Vor allem ist der Roman auch ein Kaleidoskop der britischen Geschichte mit den Weltkriegen und dem Ende des Empires. Betty wird bei der Gartenarbeit sterben, als sie Pflanzlöcher für Tulpen aushebt und eine Perlenkette gleitet ihr direkt ins Loch; es sind die „Schandperlen“ von Veneering.  Außerdem gibt es eine Schlusspointe in der die Reise nach London zum Aufsetzen ihrer Testamente scheitert. Zum Schluss kennen wir die Wahrheiten der Männer und der Frau, was kunstvoll und komplex erzählt wird. Ich freue mich jetzt auf den Abschluss der Trilogie mit „Letzte Freunde“ in dem es um Edward und Veneering geht.

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