Weit weg von Verona

von Jane Gardam 
3,8 Sterne bei9 Bewertungen
Weit weg von Verona
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Das Hörbuch ist, trotz des deprimierendes Hintergrundes, sehr angenehm zu hören.

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Ein tolles und sehr gut gesprochenes Hörbuch

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Inhaltsangabe zu "Weit weg von Verona"

Das preisgekrönte Debüt der Bestsellerautorin – endlich auf Deutsch!

Jessica sagt bedingungslos und in den unmöglichsten Momenten die Wahrheit. Ihr Widerwille gegen Anpassung bringt sie in dem kleinen englischen Badeort ständig in verquere Situationen. Sie hat genau eine Freundin – der Rest ihrer kleinen kriegsüberschatteten Welt begegnet ihr mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu. Aber das ist ihr egal, denn eigentlich braucht sie all ihre explosive Kraft, um Schriftstellerin zu werden. Oder ist sie das schon? Weit weg von Verona ist Jane Gardams erster Roman. Doch er enthält bereits all das, wofür sie bewundert wird – die atmosphärische Stärke, den Mut zum Geheimnis und ihren besonderen Witz. Mit Jessica Vye hat sie eine der hinreißendsten Figuren überhaupt geschaffen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783957131393
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Hörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum:01.08.2018
Das aktuelle Buch ist am 23.07.2018 bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG erschienen.

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    Larischens avatar
    Larischenvor 2 Monaten
    Leider etwas langweilig

    Jessica hat ein großes Ziel: Sie möchte Schriftstellerin werden. Dazu hat sie noch eine nicht ganz so bequeme Eigenschaft: Jessica hält sich strikt an die Wahrheit – auch in Situationen, in denen sie vielleicht nicht unbedingt angebracht erscheint. Das bringt sie häufiger in schwierige Situationen und schränkt auch die Anzahl ihrer Freunde enorm ein. Doch Jessica lässt sich so leicht nicht beeindrucken und bleibt konsequent.


    In Jane Gardams Debütroman „Weit weg von Verona“ begleitet der Leser Jessica, die während des zweiten Weltkriegs in einem kleinen Ort an der Nordküste von England aufwächst. Und schon von Beginn an stellt Jessica klar, wie sie es mit der Wahrheit hält.

    Man lernt ihre Familie und ihr schulisches Umfeld recht gut kennen, alles aber immer auch Jessicas Blickwinkel, denn sie ist die Erzählerin des Romans – ganz logisch, wo sie doch Schriftstellerin werden will.


    Jane Gardam erzählt in „Weit weg von Verona“ völlig unaufgeregt aus dem Leben von Jessica. Selbst die schrecklichsten Momente (z.B. Bombenangriffe) werden irgendwie nüchtern dargestellt – es gehört halt dazu. Da ist es auch normal, dass Schulkinder mit Gasmasken unterwegs sind. Man erfährt insgesamt ganz nebenbei auch einiges über das Leben in England während des zweiten Weltkriegs. Das hat mir durchaus gefallen.

    Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir im Buch ein wenig der rote Faden fehlte. Ich habe dadurch zwischenzeitlich immer mal wieder das Interesse verloren, weil es mir einfach egal war, wie es nun weiter geht.

    Bei der Stange gehalten hat mich eigentlich primär die sehr angenehme Art und Weise zu erzählen. Obwohl das Buch in einem so schlimmen Setting spielt, fühlt man sich irgendwie wohl in der Geschichte.


    Da ich das Hörbuch gehört habe, möchte ich auch kurz ein paar Worte zur Vertonung verlieren. Ich mochte Vanessa Loibls Stimme sehr. Sie erzählt unglaublich angenehm und obwohl sie doch recht viel mit der Stimme arbeitet (was ich eigentlich weniger mag), ist es nicht durcheinander oder Hektik. Sie versprüht irgendwie eine zusätzliche Ruhe, die sich auch auf mich übertragen hat.

    Was mich häufig an Hörbüchern stört ist auch hier der Fall, man bekommt nicht wirklich mit, wenn eine CD zu Ende ist. Ich würde mich wirklich wünschen, dass so ein CD-Abschluss allgemein eingeführt werden würde. So hört man die CD immer erst mal wieder von vorne, bis man es bemerkt. Und es gibt eben leider teilweise CD-Player, die automatisch CDs von vorne starten.


    „Weit weg von Verona“ von Jane Gardam konnte mich nicht wirklich in seinen Bann ziehen. Das Buch war zwar nett, auf die Dauer fand ich es aber leider teilweise einfach etwas langweilig.

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    FrauVonUndZuvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Das Hörbuch ist, trotz des deprimierendes Hintergrundes, sehr angenehm zu hören.
    Eine der besten Charaktermenschen, denen ich je zuhören durfte

    Die Protagonistin Jessica Vye in Kombination mit Vanessa Loibls Stimme schaffen einen der besten Charaktermenschen, denen ich je zuhören durfte. 

    Bei „Weit weg von Verona“ von Jane Gardam ist es schwierig eine Geschichte zusammen zu fassen. Es ist ein zusammenhängender Roman. Die Kapitel stehen miteinander in Bezug. Insgesamt wirkt es allerdings wie aneinander gereihte Kurzgeschichten. 

    Zusammengefasst geht es um Jessica Vye. Ein junges Mädchen das immer die Wahrheit sagt, in einer Welt in der die Wahrheit nicht immer an erster Stelle steht. Sie hat ein feines Gespür für die Gedanken ihrer Mitmenschen, die ihre Gedanken gut versteckt glauben. Das 13 jährige Mädchen ist etwas Besonderes, ohne es zu wissen. Jessica Vye will Schriftstellerin werden und stößt dabei bereits in ihren jungen Jahren auf die Unsicherheit und Zweifel der Erwachsenen. 

    Dieser Charaktermensch wird aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und in einen englischen Badeort verfrachtet. Der Krieg, der in der Ferne wütet und doch einen festen Platz im Alltag hat. Für Jessica sind Lebensmittelrationen und eine Gasmaske beim Schulranzen normal. 

    Der fehlende Geschichtsstrang macht es manchmal schwierig dem Hörbuch zu folgen. Das finde ich aber nicht schlimm. Es reicht der Stimme von Vanessa Loibl zu folgen. Sie liest wie Jessica schreibt. Wie sie ungerecht in der Schule behandelt wird. Wie es ist mitten im Krieg aufzuwachsen. Man versinkt immer weiter in die Welt von Jessica Vye. Das Hörbuch ist, trotz des deprimierendes Hintergrundes, sehr angenehm zu hören. Wegen der vielen Details habe ich mir die Geschichte bereits mehrmals angehört. Da es keine überraschenden Wendungen gibt, kann man es problemlos im Hintergrund laufen lassen.

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    Curinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein tolles und sehr gut gesprochenes Hörbuch
    Unterhaltsames Hörbuch

    Jessica ist ein 13-jähriges Mädchen, welches in einem kleinen englischen Badeort zur Zeit des 2.Weltkriegs aufwächst. Aufgrund ihrer etwas direkten Art wird sie von den Lehrern oft als aufmüpfig wahrgenommen und dementsprechend häufig getadelt. Auch hat sie nur wenige Freunde, aber ein großes Ziel: Sie möchte schreiben und Schriftstellerin werden... .
    Jane Gardam hat hier mit ,,Weit weg von Verona" eine ganz besondere Geschichte geschrieben, in der man nicht nur durch die Augen einer jungen Heranwachsenden viel über die das Leben der englischen Bevölkerung im Krieg erfährt, sondern auch gleichzeitig eine unterhaltsamen Handlung geliefert bekommt.
    Die Protagonistin Jessica hat mir richtig gut gefallen. Sie gehört zu den Menschen, die ehrlich sagen, was sie denken und dabei oft bei anderen anecken. Ihr geht es nicht darum, andere zu beeindrucken und im Mittelpunkt zu stehen. Auf ihre Mitschüler und ihre Lehrerinnen wirkt sie mit ihrer unangepassten Art etwas verrückt und gerät so immer wieder in unangenehme Situationen. Das interessante bei ihr ist allerdings, dass sie eigentlich gar nicht so sein will, aber scheinbar nicht anders kann.
    Besonders spannend wird die Geschichte, als Jessica bei einer ihr sehr unangenehmen Feier auf Christian trifft, der aus einer reichen Familie stammt. Zunächst scheint er sich brennend für die Armen in der Gesellschaft einsetzen zu wollen, ohne sich selbst jedoch ein eignes Bild von den Leuten und deren Situation gemacht zu haben.
    Jane Gardam schreibt wunderbar anschaulich und schafft es durch kleine Details immer wieder zu zeigen, wie das Leben im Krieg aussieht. So beschreibt sie beispielsweise, wie Jessica immer eine Gasmaske bei sich tragen muss, um auf einen eventuellen Angriff vorbereitet zu sein.
    Dieses Hörbuch liest Vanesssa Loibl, die mit ihrer Stimme der Figur Jessica wirklich Leben eingehaucht hat. Sie klingt genauso patzig, aber auch sehr direkt und unbedarft, wie man sich das junge Mädchen vorstellt. Auch die anderen Personen, die in der Geschichte vorkommen wie die Lehrerinnen oder Jessicas Mutter, werden richtig gut gesprochen. Besonders in Erinnerung bleibt mir allerdings der kleine nörgelige Bruder, bei dessen kindlichen Quengeleien ich immer schmunzeln musste.
    Insgesamt ist ,,Weit weg von Verona" ein wunderbares und unterhaltsames Hörbuch, welches mir sehr gut gefallen hat. Gerne empfehle ich es hier weiter.

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    Dirk1974s avatar
    Dirk1974vor 2 Monaten
    England in den 40er Jahren

    Mit diesem Buch habe ich mich sehr schwer getan. Womöglich liegt es daran, dass es bereits 1971 veröffentlicht wurde und damit vor meiner Geburt. Ins deutsche übersetzt wurde es erst 2018. 

    Das Buch handelt von Jessica. Sie ist 13 Jahre alt und lebt im England der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Stets ihre Gasmaske dabei erlebt Jessica die letzten Kriegsjahre. In der Schule hat sie kaum Freunde. Eine ihrer Eigenschaften ist es immer und überall die Wahrheit zu sagen. Außerdem hat sie ihren eigenen Kopf und eckt häufig an. Sie schreibt gern und träumt davon Schriftstellerin zu werden. 

    Jane Gardam hat die Geschichte mit viel Humor versehen. Der Charakter von Jessica wird gut dargestellt. Vanessa Loibl liest das Buch mit ihrer jugendhaften Stimme und verkörpert damit sehr gut das Mädchen Jessica, da das Buch in der Ich-Form geschrieben ist. 

    Der Debütroman der Autorin mag preisgekrönt sein, aber ich konnte mich nicht für das Buch begeistern. Ich habe es eisern bis zum Ende gehört, aber mehr als 3 Sterne kann ich nicht vergeben. Mir fehlt es bei der Handlung an Tiefe. Wenn mich jemand fragen würde, worum es in dem Buch ging, hätte ich große Probleme es zu erklären. 
    Mir erschließt sich auch nicht, wieso der Titel "Weit weg von Verona" lautet.

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    Gruenentes avatar
    Gruenentevor 2 Monaten
    Pubertät und Krieg

    Pubertät ist keine einfache Zeit. Weder für den Jugendlichen, noch für das Umfeld.

    Jessica steckt mittendrin. Erschwerend kommt noch hinzu, dass England auch noch mitten im zweiten Weltkrieg steckt. Fliegeralarm, Angriffe und die Gasmaske gehören zum Alltag hinzu. Doch Jessica findet sich mit allem ab, wenn nur das Essen nicht so schlecht und dürftig wäre…

    Sie ist ein wunderbares Mädchen. Sie sagt immer die Wahrheit und glaubt die Gedanken ihres Gegenübers lesen zu können. Außerdem möchte sie Schriftstellerin werden. Sie schreibt immer wieder Geschichten und auch Gedichte.

    Und dann die erste Liebe! Doch ihr Romeo (im Buch heißt er Christian) versagt ihr gegenüber ganz schrecklich.

    Viele schön gezeichnete Figuren finden sich im Buch. Die Lehrerinnen, der kleine Bruder mit Sprachfehler, der intellektuelle Vater, die chaotische Mutter.

    Natürlich ist Jessica auch eine Leseratte, so gibt es viele Tipps vor allem von englischen Klassikern. Wunderbares Bild, wie sie in der Bücherei sitzt und das Regal der Klassiker von vorne beginnend durchliest.

    Vanessa Loibl ist eine wundervolle Besetzung für das Hörbuch. Ihre junge und rotzig freche Stimme passt perfekt zu der Jessica, wie ich sie mir vorstelle. Ich bin froh, mich für die Hörbuchversion entschieden zu haben.

    Ältere Bücher von Autoren, die nach größeren Erfolgen neuerer Bücher in Deutschland herauskommen sind oft mir Vorsicht zu genießen. Doch hier waren meine Bedenken unbegründet. Da dieses Buch ganz aus der Sicht einer 13jährigen erzählt wird, eignet es sich meiner Ansicht nach auch für Jugendliche.

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    miss_mesmerizedvor 2 Monaten
    Jane Gardam - Weit weg von Verona

    Jessica Vye nimmt kein Blatt vor den Mund und sich anzupassen ist auch nicht ihre große Stärke. Unweigerlich gerät die Zwölfjährige immer wieder in heikle Situationen, aus denen sie kaum einen Ausweg findet. Freunde hat sie kaum, erst mögen die anderen Kinder sie, aber bald schon wenden sie sich von ihr ab. Auch ihre Lehrerinnen scheinen sie nicht zu verstehen und vor allem ihr literarisches Talent nicht zu entdecken. Während draußen in der Welt der Zweite Weltkrieg tobt, wird Jessicas Leben in dem englischen Dörfchen von Alltagssorgen und ersten literarischen Entdeckungen geprägt.

    Jane Gardams Debütroman wurde bereits 1971 geschrieben und auch hier zeigt sie schon ihr Talent für außergewöhnliche Charaktere und einen unheimlich sympathischen Erzählton, der den Leser mitnimmt und der dank der lockeren und heiteren Art begeistern kann. Allerdings bleibt sie in „Weit weg von Verona“ in der Figurenzeichnung noch hinter ihren späteren Romanen, vor allem der Trilogie um Old Filth Edward Feathers, zurück, was aber auch dem Alter der Protagonistin geschuldet sein könnte.

    Jessicas Welt ist klein und überschaubar. Die Außenwelt dringt zwar am Rande zu ihr durch – der Krieg, die nächtlichen Bombardements, die Gasmasken – kann aber nicht wirklich ihr Bewusstsein durchdingen und so konzentriert sich die Handlung auf ihren kleinen Radius von Zuhause und Schule. Immer wieder bringen sie vermeintlich gute Ideen in Schwierigkeiten, dies ist einerseits völlig abzusehen, dennoch aber amüsant und herzlich mitzuerleben.

    Vanessa Loibl findet im Hörbuch auch die passende Stimme für das vorlaute und aufgeweckte Mädchen und transportiert ihre etwas altkluge, aber doch herzliche Art überzeugend.

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    HoneyIndahouses avatar
    HoneyIndahousevor 2 Monaten
    Nicht auf den Mund gefallen

              In "Weit weg von Verona" von Jane Gardam ist ein Roman in dem es um ein junges Mädchen names Jessica Vye geht.
    Die Geschichte ist aus der Ich-Erzähler Perspektive geschrieben und spielt während dem 2. Weltkrieg.
    Jessica ist ein sehr aufgewecktes Mädchen, das immer sagt was sie denkt. Sie ist sehr eigensinnig und scheint vieles zu reflektieren und nachdenklich zu bewerten.
    Anfangs ist es mir schwer gefallen in die Geschichte hineinzukommen. Ich denke es lag größtenteils daran, dass es das Hörbuch war und Jessica ein ziemlich einzigartiger und irgendwie vorlauter Charakter ist. Die Erzählweise war für mich doch sehr ungewohnt.
    Zum einen kindlich, zum anderen aber auch so weise und nachdenklich, dass es etwas verwirrend war. Teilweise hat für mich also dieses Bild einer 13 Jährigen nicht zu dem gepasst, was erzählt wurde bzw. wie sie spricht.
    Generell fand ich das Hörbuch sehr gelungen und ich denke Vanessa Loibl hat hier gute Arbeit geleistet.
    Leider konnte ich mich mit Jessica nicht identifizieren und fand es teilweise schwierig ihrer Geschichte mit genug Aufmerksamkeit zuzuhören. Ich denke hier wäre es für mich persönlich besser gewesen das Buch zu lesen und nicht nebenher beim Hörbuch hören abgelenkt zu werden. Zudem konnte ich keinen roten Faden in der Erzählung erkennen und einen Spannungsbogen gab es für mich auch nicht.
    Trotzdem finde ich die Geschichte interessant geschrieben und einzigartig. Leider kam sie nur bei mir nicht so gut an, wie ich aufgrund der Leseprobe gehofft hatte.
            

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    MissStrawberryvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Zeitlos und bezaubernd - vom Ende der Kindheit und dem Leben allgemein. Lesen!
    bonfortionös

    Jessica Vye, eine „kleine Julia“, wie eine Frau in einem „Tearoom“ sie nennt, weil sie 13 Jahre alt ist, erlebt in den Kriegsjahren ihre Pubertät. Sie ist davon überzeugt, ihre Stärken und Schwächen zu kennen. Doch vor allem eines steht für sie fest: sie wird Schriftstellerin werden.

    Es ist erstaunlich, wie ähnlich sich pubertierende Mädchen von damals und heute doch sind. Wenn man sich nicht immer wieder ins Gedächtnis ruft, dass Jessicas Geschichte in den 1930ern spielt, könnte man sich dieses bezaubernde Mädchen mit der großen Phantasie in der eigenen Nachbarschaft vorstellen. All ihre Erfahrungen und Gefühle sind zeitlos und auch heute noch gültig. Das ist nicht groß verwunderlich, doch ist es zauberhaft, dass Jane Gardams Sprache heute noch so passend ist. Einzig technisches Spielzeug, wie Smartphones, fehlen.

    Die erste kleine Romanze, die zum völlig falschen Zeitpunkt aus heiterem Himmel kommt und zahllose Fettnäpfchen, in die Jessica ständig tritt sind so typisch für Mädchen in ihrem Alter. Dazu kommt, dass sie polarisiert und das nicht verstehen kann. Dabei muss man sie als Leser oder Hörer einfach ins Herz schließen, denn Jessica mag vieles sein, aber böse, gemein oder arrogant kann man sie nicht nennen. Auch die anderen Figuren sind der Autorin perfekt gelungen. Ob nun sympathisch oder nicht, man hat sie direkt vor Augen.

    Noch dazu setzt Vanessa Loibl den Text perfekt um. Sie liest das Buch mit einer Stärke ein, die sehr zu der Welt eines Teenagers passt und betont jede Figur eigenständig, ohne sich zu sehr zu verkünsteln. Keine Figur wirkt überspannt, alle sind sehr realitätsnah. Ein großer Teil von meiner Begeisterung ist ihrem Können zuzuschreiben.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass gerade Mädchen in Jessicas Alter in ihr eine große Hilfe sehen können, denn wer könnte sie besser verstehen? Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen – so gut, dass ich kaum aufhören konnte und es in sagenhaften zwei Tagen weggehört habe. Dabei ist mir egal, ob Jane Gardam hier ein wenig autobiografisch gearbeitet hat. Fakt ist für mich, dass sie sehr viel Herzblut in diesen Roman gelegt hat und man das auch spürt. Immer wieder musste ich ein Grinsen unterdrücken, doch gab es auch Momente, in denen ich Jessica sehr gerne tröstend in die Arme genommen hätte. Sie ist tatsächlich so verloren, wie Julia in Verona – aber ganz weit weg von diesem schönen Ort, da mitten im Krieg.

    Jessica dabei zu begleiten, wenn sie in einer schwierigen Zeit eine extreme Veränderung durchlebt und ihre Kindheit hinter sich lässt, war sehr bereichernd. Da kann man einfach nicht anders: fünf Sterne!

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    claudiaausgrones avatar
    claudiaausgronevor 2 Monaten

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